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32. JahrgMg.

Fulda, Dienstag, den 25. April 1905.

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Auf geheiligtem Soden.

Erzählung von Heinrich Ernst.

------ (Nachdruck verbstrv.)

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Lrrnfprech« » •

daß Dampfer von den russisch« Torpedoboot zerstöre«, die auS der Bai herauLkamrn. «a^e» halten und durchsucht worden seien. Dies be­weise. daß Roschdjestwensky den ftanzöfisch« Hafen als BafiS für feine kriegerischen Ope­rationen benutzte.

Wie der Pariser Korrespondent der .Frank­furter Zeitung' meldet, hat, nachdem der icpa- nische Gesandte bei Dekeüfsö vorstellig geworden war, daß Delrosso im Einvernehmen mit »an Ministerpräsidenten Rouvier nach PeterSkn^ telegraphiert, um zu veranlassen, daßRoschdM- wenSky Befehl erhalte, sich sofort auS d« Bar von Kamranh zurückzuziehen. Man verfichme dem Korrespondenten auch, daß der russische Admiral einem auS Port Arthur nach Taig« geflüchteten Fahrzeug (dem Kreuzer »Diana ) befehlen wollte, sich seiner Flotte anzuschUeß«, und daß die französisch« Behörde« die Maschinen dieses russischen SchiffeS zerstöre« lasten mußten, um besten Ausfahrt zu vrrhinde«.

China- RentraUtSt scheint Roschd;est- wenSky nicht respektieren zu wollen. Nach einem in Peking eingegangenen Telegramm d$S waltungSchefS der Haiman nimmt ein Teil ses Ostseegeschwaders dort Kohlen. Die Lando«r »Morning Post' berichtet auS Schanghai: Der rustische Kreuzer „Askold" hat heute von tat» Lastschiffen Kohlen eingenommen. Der „ASkoiS ist jetzt so angestrichen, daß er etnem ameittc* Nischen Kriegsschiff gleicht. Die Maschinkuteile. welche bei der Desarmierung des »ASkotv seinerzeit entfernt wurden, find wieder ersetzt. Ein Lotse ist für drei Monate angenommen worden. Fünf chinesische Kriegsschiffe habe» Befehl erhalten, den „ASkold" zu überwach«.

* Auf derer englischen Chinageschwad« herrscht, wie daS „Bureau Reuter vom Freitag aus Hongkong meldet, bemerkenswerte Tätigt«. Der Kreuzer „Hogue" hat Besehl "hatten, sich bereit zu halten, auf Befehl innerhalb von zwei Stunde« in See zu sehen.

Die drei in Wladiwostok liegende« russischen Kriegsschiffe find, wie der Low doner ,Daily Telegraph' aus Tokio melde.« wieder ausgebeffert und dampfte« häufig in und vor dem Eingang des Hafens, allerdingsvor- fichtig, da fie einen submarinen Angriff fürcht«.

Geräusch der Straße. Er schlich fich durch den Garten »ach dem Hause und horchte am Eingänge.

Aber war war dar? Männerstimmen im Hause? Er lauschte: ohne Zweifel, «S waren Seldschucken! Vielleicht suchten ihn die Leute des Motsallam aus» Rene. Sollte er zarückeilrn in daS Versteck? Ja diesem Augenblick öffnete fich die Gartentür, und die lang Erwartete trat hervor.

-Maria," flüsterte er, „JSmail ist hier!

Die Juvgtraa erschrak. „Verwegener!" gab fie ebenso leise zurück. „Schnell wieder in daS Gewölbe! Ich folge Dir."

Widerwillig süzte fich der junge Held, der fich in die Rolle des ängstlichen Flüchilivg» nur mit innerer Beschämung finden konnte, der hastige», einem Besihle ähnliche» Aufforderung der Jungfrau.

AIS auch fie daS Gewölbe betreten hatte, sagte fie: „Die Stunde der Flucht ist gekommen, noch in dirser Nacht müssen wir dem Machtbereich der Mot, sallam entrinnen!"

„Du machst mich glücklich!" rief der Schei? freudig. „Wir werden zu unserem Vater eilen —"

Da unterbrach er fich; ihm fiel plötzlich der Vatw Marias ein — warum kam fie allein? Angstvoll forschte er: „Aber sprich, wo ist Dein Vater?"

Marias Auge wurde feucht, fie wies gegen Him­mel und sagte leise: „Sc ist dort, wo kein Leid mehr ihn betrüben kann, auch er ist entflohen, aber w em Reich, wohin ihm die Wüte der Hölle, die Rache AbrallahS nicht folgen kann."

„Der Schreckliche hat ihn getötet!" schrie JSmall verzweiflungsvoll. ,O, so hatte ich doch recht, al» ich für sein Leben fürchtete, und iS habe ihn gehen laffe», ohne eine Hand für ihn zu rühre«! Warum, o Jungfrau, hast Du mein Herz mit eitler Hoffnung erfüllt, daß ich mit meines Kreegern den Greis befreie« würde? «at«m hast Da mir dieses «getan?

Seine Klage war erschütternd. Maria ctbie,

* Hebet die deutsch-amerikanischen Havdelsbeziehauge« hab« formelle Ver- Handlungen ober auch nur formelle Vorbe­sprechungen zwischen den amtlichen Stell« Deutschlands und den Vereinigt« Staaten von Amerika, wie die .Deutsche Tagesztg.' schreibt, bisher noch nicht stattgefunden. Daß der deutsche Botschafter fich vielleicht unverbindlich über die Frage mit dem Präfidenten ausgesprochen hat, ist nicht auSgeschloffen; die Aussprache könnte aber nicht als eine formelle Vorbesprechung oder als eine Einleitung der Verhandlungen ange- seh« worden. Andererseits hat, wie dem ge­nannten Blatte verfichert wird, die deutsche Re­gierung len Ver-inigten Staaten von Amerika gegenüber gelegentlich kein Hehl daraus gemacht, daß eine Neuregelung der Handelsbeziehungen vor dem 1. März 1906 unumgänglich notwendig fei, und daß die Vereinigt« Staat« aus eine Fortdauer der Meistbegünstigung ohne entsprechende Gegenleistungen nicht würden rechnen können. Auch darüber dürfte den Vereinigten Staaten kein Zweifel beikommen, daß daß bestehende Meistbegünstigungs- Verhältnis seitens der deutsche« Regierung recht- zeitig gekündigt werde« wird.

8 Der Berliner Anarchist Gladasch ist verhaftet worden. Er ist der Verleger der konfiszierten Broschüre ,Der soziale Generalstreik'. Die Verhaftung geschah am Karfreitag, als Gladasch das Haus, in dem der Anarchist Burger, ein ebenfalls in der Bewegung her- vorragender Genoffe, wohnt, verlaffen hatte. Schon feit längerer Zeit machten fich Strömungen in der anarchistischen Bewegung bemerkbar, eine große Siedelung in Brasilien zu veranstalten. Jetzt ist folgender Auftuf erschienen: „Kolonie. Wer interessiert sich für Expedition, Kolonial- grändung, Siedelung im märchenhaften Brasilien ?" Es wäre gewiß sehr schön, wenn zahlreiche Anarchisten diesem in anarchistisch« Blättern er­schienenen Aufrufe folgen wollten. Leider wetben die meisten wohl unsere jämmerlichen, nietm- trächtigen, für den gewaltsamen Untergang reise« Zustände den brasilianische« vorzieh«.

* Die bulgarische« XeUflicHe« zum Ab­schlüsse des Handelsvertrages zwischen dem deutschen Reiche und Bulgarien find bereits in Berlin eingettoff en. Die Verhandlung« werden aber erst nach der Rückkehr deS Ministerial­direktors Dr. von Körner am 25. April be­ginnen. Man hofft, fie so zeitig zu «nie zu führ«, daß der Vertrag noch dem Reichstage während seiner jetzig« Tagung unterbreitet wer- den kann. _____

Sr fühlte die Versuchung, fie abzustreisen, über- Wächtig werd« — darum zurück in die DmriechkU der Gewölbes, wo er den golbenen Schein der Freiheit nicht sah, ihre lockend« Rufe nicht vernahm! Aber all fei« leibliche« Auge den Strahl der Sonne nicht mchr schaute, da zogen vor dem Auge seiner Phantasie die lockendrn Bilder vorüber, der lachende Himmel, die geäst« Fluren, bet rauschende Jordan, die un­ermeßliche, freie Wüste, die prangenden Oase«, wo «niet Palmen fröhliche Qmll-n sprudeln, wo die Pferde und Kamele gras« und die Zelte der Wahidieh äs Grüne« schimmern — dort, wo auch sein greiser Vater wvhm! Trauerte Achmed jetzt um seinen Sohn? Rüstete er sich, ihn zu befreien? Oder hatte er viel­leicht schon die Zelte hinter sich abgebrochen und ritt nun an der Seite de» christlichen Pilgers der hellige« Stadt zu?

Mtt solchen Fragen b-schästigte fich der rege Geist de» Arabers, wenn er die qiälendm Sorge« um Maria für kurze Zeit zum Schweigen gebracht hatte. Aber immer kehrte» die trüben Ge danken wieder, und mehr als einmal mußte er die Versuchung, hinauS- zueilen in da» Hau», in die Straße« der Stadt, ge­waltsam «iederkämpseu.

So war endlich der Abend heraugekornmen; die Dämmerung, die tu der Nähe d-S Eingänge» der Höhle bett Tag über geherrschr hatte, verwanbelte fich in die dichte Finsternis. Jrmail wagte es sitzt, sein Gefängnis zu verlaffen. Vorsichtig ß st4 au» der Oeffnung de» Gewölbe» und lauschte daun Kn Augenblick; er vernahm nicht», al« da» gewohnte

Der raffifch-japan. Krieg.

Die Rentralitätsfrage beschäftigt i« her- vorragendem Maße weiter daS öffentliche Inte­resse. Die Londoner .TimeS' erfährt auS Tokio vom 21. April: I« ihrer Antwort auf daS Bedangen der französische« Journale «ach Be­weisen für die Verletzung der ftanzöfisch« Neu- tralität seitens Roschdjestwenrkys führ« die Japaner auf, daß die russisch« Schiffe tatsäch­lich innerhalb der Kamranh-Bai gewesen, und ihre Antwort: „Du konntest ihm doch nicht helfen," — wie klang fie matt gegenüber diesem heftig« Auibruche de» Schmerze», der die B«st de» jungen Helden zerwühlte, dem seine Handlungsweise icht feige und elend verkam! „Du konntest ihm nicht helfen!" Diese bittere Wahrheit war zu demütigem, für ihn, als daß sein aufgeregter Seist fie hätte anerkennen mögen. .

ES darerte lange, bi» e» Mana gelungen war, ihn soweit zu beruhigen, daß er wieder an die Flucht dachte. S» durste ja keine Zeit velaren werden, wen» fie der furchtbaren Leidenschaft deS Seldschucken ent­rinnen wollte! Die ganze Nacht hindmch mußte« fie eilen, um der Gewalt de» Statthalter» zu entfliehen — also fort mit den Gedanke« an die traungen Er­eignisse re» letzten Tage»! Rar jetzt, nur jetzt nicht durste fie ihren Geiühlen nachgeden, die fie zurück- zog« an da» stille Grab ihre» BaterS!

Plötzlich drang ein wüster Lärm an ihr Ohr. man hörte da» Schimpfen und Tobe« der Seldschucken, welche da» Hau» der Jungfrau bewach« sollte«. Man vermißte fie! t ,,

„Schnell hinweg!" flüsterte fie dem JüNLling zu, indem fie d e ttotrvendigße« Decken und Lebensmittel zusammenraffte, die fie auf der gebraschten.

Sie eilt« schnell durch da» Gewölbe, und bald vernahmen sie nicht» mehr von dem MMg«Geschre der Seldschucken, welche vergeblich nach der Jangsrau

dem Ende de» Gewölbe» mußten fi-kurze Zeit Halt mache.-,. E» galt, dir Oeffvung nach d« Schlucht hi« bretter « machen. Während sich sofort an» Werk machte, kam der 3angfrc« plützuch ein Gedanke, welcher fie beb« machte. Birhrr hatte «, Bar den ein« Gedanken gehabt: Hinweg an» Jerusalem, au» der »acht de» Motfallam! Jetzt ober kam ihr auf einmal der bange Zweifel. Darfst Du so vertrauensvoll dem junge« Araber folg«? Im

eitung

Monatrbellagez „KÜöüLk (5efd)id}tsMttcr“li

der Minister durch die Hetze gegen die ko«, esstonell« Studentenverbindungen und die damit m Zusammenhang stehende« Ausschreitungen der Studentenausschüffe veranlaßt worden ist, grund­legende Bestimmungen für die Ausschüffe auszu­stellen, und wir erwarten, daß durch diese Be­stimmungen den unduldsamen Fanatikern, die, weil im Besitze des gewandtesten Mundwerks und der strebsamsten Unverftorenheit. fich in die AuSschüffe hineinzudrängen wiffen, die Ter- rortfierung und Berrussttklärung der katholischen Studentenkorporation« unmöglich gemacht wird.

* Parität in Berli» i» München. In der Denkschrift über die Parität in Preußen (2. Aust. 1899) wird heroorgehoben, daß im ganzen Zivil-Kabinett und im ganzen Militär - Kabmett des Kaisers und Königs auch nicht ein Katholik fitz«. Auch der ganze nähere Hofstaat des Kaisers zählt ebenso wie der ganze Hofstaat der Kaiserin keine Katholiken. Es ist gerade, als sei Preußen noch der frühere exklusiv prote­stantische Staat, während doch tatsächlich ein starkes Drittel (über 10 Millionen). Katholiken find. Ein ganz anderes Bild zeigt, wie die K. V.' schreibt, der Hof in München. Dort find protestantisch u. a. der Obersthofmeister Fürst Castell-Castell (unter dem auch alle katholischen Hofkirchen stehen), der Oberstallmeister Karl Graf v. Wolffskeel, Hoftheater-Jntendant E. v.Poffart, die ganze Administration des Vermögens des Königs Otto und Mißlich die ganze Geheime Kanzlei in ihren drei Spitzen: Vorstand Frei­herr v. Wiedemann, Ober-Regierungsrat v. Praun, Hofrat M. v. Lehner. Während man also aus dem exklusiv protestantifchen Hofstaate in Berlin auf einen exklusiv protestantifchen Staat schließen könnte, wäre mav geneigt, aus der Zusammen- fefcu^ oes Hofstaates in München auf einen vorwiegend protestantischen Staat zu taten. I« Wirklichkeit sind aber in Bayern über 70 Prozent der Einwohner Katholiken. Jedenfalls ist man in München viel paritätischer als in Berti«.

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tarn" von sehr vielen Seilten lediglich mit dem Munde geführt wird, die wenigsten aber, die fich als Vorkämpfer des Deutschtums aufzuspielen belieb«, auch wirkliche Opfer zu bring«ge­neigt find, manche sogar daS Deutschtum nur zur Erlangung persönlicher Vorteile zur Schau tragen, hat fich nur zu häufig schon gezeigt. Bei dem „Nationalschatz-, der zur „Erhaltung und Stärkung deS ostmärkisch« deut­schen Mittelstandes- gesammelt werden soll, er­leben «irS wiederum. Ein vor einiger Zeit in Bromberg gebildetes „Nationalschatzkomitee- wollle bekanntlich alljährlich im ganzen deutschen Reiche Groschensammlung« für besagten Zweck veranstalt«. Das bisherige Ergebnis der ganzen Sammlung find 18000 Mark, von denen aber 13000 M. durch einmalige große Spenden der Veranstalter aufgebracht worden find; aus dem ganzen deutschen Reiche find also bisher nur 5000 M. zvsammengekommpi. Und mit diesem kläglichen Ergebnis vergleiche man einmal den , patriotischen Lärm, der von einem Ende des , Reiches bis zum andern wegen der „polnischen j Gefahr- gemacht wird.

Busland.

* Das «utlafsangsgesnch des Ma­sters Deleaff«, der feit sieben Jahr« die aus­wärtige Politik Frankreichs leitet, wird i« bet Pariser Presse aller Parteischattierungen lohnst besprochen. Der Grund zum Rücktritt des Mini­sters ist bekanntlich die Marokrosrage, m der sich die Diplomatie DekcafföS nach Anfich« der Herren Franzosen eine ernste Schlappe ge­holt haben soll, in dem sie nicht genug geta« habe, um Deutschland hinsichtlich seiner Handels- intereffen in Marokko zu isolieren. Mr Besuw Kaiser Wllhelms in Tanger hatte lediglich d« Schutz deutscher HandelSinteressin zum Zweck, nachdem Frankreich nichts Ger ngereS alsbie Einbeziehung Marokkos in das französische Zoll- nächst« Augenblick aber schämte fie sich» ihre, Miß- trau«» mtb bat e» dem Scheck im Triste ab.

Vielleicht wären Maria trotzdem dle Zweise w^e^ aekehrt. ob fie recht handele, wenn nicht em glückliches Zusammentreffen all« solch« gemacht hätte. Al» JLmail nämlich die Oiffaung genüg«d erweitert hatte und fi» httt°u-f«bw«S, um fich zuerst einmal alleinumzuseh«, ob keiaeG^ahc im Verzage sei. erschrak er jäh: vor ihm tauchte l* Dunkel die Gestalt eine» Manne» auf.

Sollte et wieder im Gewölbe verschwinden? Rem e» war ohnehin zu spät, der Fremde hatte ih« -v«- fall» bemerkt, denn er blirb plötzlich stebr^ Dann a sprang er mit einem leisen Freubemufe auf JSwail zu und umarmte M Dieser erkannte fetzt euch "WA

„Bernhard!" rief er ftendtg vewegt. .Dich l-M" Allah selbst un» in diesem AngwbM zu, da wir : M» Seldschucken entrinnen wollt«. Wir dursten nicht

Verlaffen de» Gewöldc» behilflich zu ,ein. Als fr nun auch wieder die frische Nachtluft attuUe und den deutschen Pilxer begrüßt hatte, erzählte dieser k«z seine' ßtlebniffe au» den letzten Tsq«. Er war glück- tick und ohne HinbernI» in da» Lager Achmeds ge­langt, der ihn. a!» er die Botschaft JSmail» gelesen, mit cffmen Armen aufnahm. Sofort wurde oev Rachezug vorbereitet, der zugleich d« jung« ® und feine Pfleger befreien sollte. Aber man mußte diesen Plan aufgebw. weil Knndfchaster mcbeten, daß dir Seldschucken rffenbar eine« Angriff der dich erwarteten, und fich daher gegen 1 rmnpelung gesichert härt«. Sine starke Avtrnim» srldschuckffcher Reiter turne eie fich beständig Jerusalem «d dem «nabhäugrg« .Wüst»g««z. währmd »gleich dir Maur« bet ^.g« e* wohlbrwacht ünd mit allem «»gerüstet sei«, einen Stnrrn abznwehre«.

Deutfdies Reich.

Berlin, den 22. April 1905.

** Durch Erlaß vom 16. März ds. Js. hat ier Kultusminister bekanntlich verfügt, daß bis auf weiter, s die Bildung von neuen Etu- AeNle»-A«sschüffe«, sowie der Erlaß oo« neuen unb allen Abänderung« von bestehende« » u S s ch u ß - S a tz u « g e n von feiner Genehmigung abhängig zu machen seien. Gegen diesen Erlaß find Prorektor und Senat der Universttät Göttingen in einer Eingabe vom 7. April mit der Bitte vorstellig geworden, „bie ohnedies nur bis auf weiteres ergangene Verfügung alsbald wieder aufzuhebm". Dazu bemerkt jetzt die Mordv. Allg. Ztg ': „Die Eingabe ist bereits durch verschiedene Blätter vKöffenilicht worden. In anbetrscht dieser auffälligen Tatsache erscheint 88 angezeigt, her vorzuheben, daß die Göttinger Eingabe sich in ihrer Begründung unnötig be­sorgt zeigt, indem sie dem Ministrrialerlaß irr­tümlicherweise eine Bedeutung beilegt, die ihm gar nicht zukommt. Denn es handelt fich dabei in Wirkichkeit keineswegs um eine größere Berwaltungsaktion, sondern lediglich um eine geradezu selbstverständliche geschäftliche Maßnahme. 8s liegt bekanntlich in der Abficht der Unterrich:sverwaltung, möglichst bald unter Zuzichung berufener Organe der Unioerfiiäten und technischen Hochschulen einzelne grund­legende Bestimmungen sür die Errichtung und Zuständigkeit der Studentischen Ausschüffe Mszustellen. Solange aber diese Angelegenheit «och in der Schwebe ist, kann e| bes^.fucget- weise nicht für zuträglich erachtet werden, an dem jetzigey @t‘^iae der Dinge etwas zu ändern, und damit vielleicht der weiteren Ent- Wickelung nachteilig vorzugreifen. Es gilt hier der altbewährte Satz: ut li e inchoata nil iv- noranäum. Lediglich aus diesem GestchtSpunkte ist die obige Ministerial-Brrfügung hervor- gegangen; fie hat daher, wie die Göttinger Ein­gabe ja auch selbst anettennt, einen durchaus transitorischen Charakter, und es ist also auch alle AuSficht vorhanden, daß durch die dem­nächst in dieser Angelegenheit stattfindenden Konser«zen der Wunsch des GöMnger Senats von selbst in Erfüllung gehen wird. Erst nach Abschluß dieser Beratung« und nach der Ver­lautbarung ihres Ergebniffes wild eine meri- torische Diskussion darüber möglich fein, ob in der ganzen Sache die akademische Freiheit zu ihrem Rechte gekommen ist oder nicht. Und so «affen auch wir zur Zeit davon absehrn, in eine nähere Besprechung der Ausführungen des Göt­tinger Senats einzugehen, die nur zu geeignet find, bet Fernstehend« irrige Vorstellungen zu erwecken." — Sollten Rektor und Senat in Göttingen den hier geschilderter Tatbestand nicht gekannt habe«? Das ist doch kaum anzu- nehmen; dann aber ist ihre Eingabe doppelt be­fremdlich. Im Übrige« nehme« wir an, daß

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