Äi®««®®8®*®®8® MU Vringeäs^ »®S> .^Mgeldi»KWÄ«WK 3^8jt»l®L6®W
»«antworüichE OchkistlettrnZss V««ö fflt dir Zierate parreller in Krttda.
8EaerM Zeitung
wochenbeüM^ Illustrierte §HMag§zettung^ NonatLbeilagk; „Möser GeschichMStter".
>»r«iß««r ®fe «® tpaftlge petitjetie *6a deren Baum 16 PA Beklamen di« petttzeSs 25 Pfg.; bei wieder Holungen wird entf»?
Rabatt gewährt.
Druck und Verla- d« AllldaerS.etiendrucke?^ in Zulda (Harmonie, Fernsprecher M $.
8
B3
Fulda, Samstag, Len 22. April 1905.
Jtt »3. ■
Wegen des hl Osterfestes wird die Nächste Nummer unserer Zeitung erst «um Die«-tng ansgegebe«.
Deutsches Reich.
Berlin, den 20. April 1905.
** Der Kniser hatte auch einen Besuch in Palermo geplant und angesagt, unterließ ihn aber. Das hat, wie dem ,Berl. Tagebl.' berichtet wird, in Sizilien peinlichsten Eindruck heroorgerufen. Palermo hatte, da der Besuch bestimmt angesagt war, bereits Festgewand an« gelegt und alle Vorbereitungen zu einem glänzenden Empfange getroffen. Große Mengen von Provinzialen waren eingetroffen, um dem Kaiser zuzujubeln. Da kam wie eine kalte Dusche plötzlich die Absage, und die enthustastische Stimmung der sizilianischen Bevölkerung machte der herbsten Enttäuschung Platz. — Go arg wird es mit der „enthusiastischen Stimmung" wohl nicht gewesen sein Die „Enttäuschung" wird nur einige Neugierige und Leute getroffen haben, die sich voreilig in Unkosten gestürmt hatten.
* Die Folgen deS italienischen Eise«, bahuerstreiks machen sich auch bei uns fühlbar. Dle diesmonatltchen großen Armeeveränderungen sollten, der Traditioli zufolge, am 18. April, dem Tag von Düppel, veröffentlicht werden. Es ist aber der Kurier, der dre mit der Kaiserlichen Unterschrift oersehrnrn Kabineltsordre nach Berlin bringen sollte, auf seiner Rückreise durch lnrs Etnstellen des Bahnoerkehrs aufgehallen, sodaß die Veränderungen erst später dekann werden.
(*) Der ReichSschatzsekrekär Freiherr v. Stengel benutzt, wie verschieden- BlätkrL melden, seinen Ostrrurlaub, um durch Rücksprache mit den ihm auS seiner früheren Amtswaltunk als bayerischer Bundesbevollmächligter in Finanz» fachen näher bekannten maßgebenden Persönlich, ketten und Kreisen in München eine Erleichterung seiner Aufgabe insoweit zu erzielen, als die Regierung deS zweitgrößten deutschen Einzel» staates daS Zustandekommen drr geplanten Steuerreform fördern Hilst.
** Professor Häckel hat den von einer Konzert-Direktion vrranstalleien VorttagS-Zyklus in Berlin beendet. Im letzten Vo'trage bat «r sich auch mit den Gebeten der religiösen Mensch heil beschäftigt und dabei Stoffen gemacht, die selbst nach dem Urteile des jüdischen ,Berl. Tgbl/ nicht auf der Höhe seiner übrigen Ausführungen gestanden haben. Drr „gefeierte" Gelehrte sagte u. o., er empfehle für den neuen Berliner Dom die Einführung von GebetSautomaten. Solche und ähnliche Flegeleien, mit denen seine Vorträge reichlich gespickt waren, fanden bei seiner „intel. lektuellm" Zuhörerschaft den lautesten Beifall.
Der „Monismus" scheint einstweilen noch nicht auszureikpen, um seine Anhänger zu anständigem Betragen zu erziehen.
*. Zum lippesche« Erbfolgestreit wird der ,Lipp. Landesztg/ aus amtlicher Quelle gemeldet: „Auf die Antwort der Rechtsvertreter des Graf-Regenten auf den ersten schaumburg- lippeschen Schriftsatz haben die Anwälte Bückeburgs in diesen Tagen ihre Antwort beim Reichsgerichte eingereicht. Ueber den Inhalt der Schrift ist Genaues nicht bekannt geworden. Nach Ablauf von 6 Wochen wird die Linie Lippe-Biester- seid ihre letzte Antwort einreichen. Ursprünglich bestand bei den Biesterfeldischen Anwälten die Absicht, auf die zweite Bückeburg'fche Erwiderung zu schweigen. Diese Absicht wird nicht ausgeführt, weil es als sicher gilt, daß es den Schaum- burgern gelungen ist, neue Momente in den Streit zu bringen, die von Bedeutung werden könnten."
§ Die Oiffentlichkrit wird ourch dir Meldung beunruhigt, daß nach einer Denkschrift der Schlesischen Landesorrficherungsanstalc wegen des fte« Ligen Wachsens der Ausgaben für die Juvali- ditätSverficheruug eine allgemeine Erhöhung der Beiträge, allmählich bis auf einige 60°/o steigend, vorzunehmen fein würde. Man wird nähere Angaben über die Grundlagen abwarten müffen, die eine solche Berechnung stützen, ebe man ein endgiltisrs Urteil abgeben kann; man wird aber, schreiben die ,Berl. Pol. SRacbr/ gut tun, sich daran zu erinnern, daß schon manchesmal Uedertretbungen gerade auf dem in Rede stehenden Gebiete vorgekommrn find. Als die Jnvalidüäisoersicherungsnovelle mit ihren gegenüber dem ersten Gesetze vorgenommene» Aende- rungrn im Reichstage zur Beratung stand, wurde allgemein angenommen, daß man an eine Erhöhung der Beiträge nicht zu denken braucht, um die damit geschaffenen Verpflichtungen ihrem ganzen Umfange nach zu erfüllen. Nun läßt fich nicht leugnen, daß bald »ach dem Jnsleben- treie» des neuen JnoalidenveificherungsgesetzeS gerade die Zahl der bewilligte» Invalidenrenten :k gewattizem Maße zunahm. Mau erkennt die Zunahme am beste», wen» man die Zahlen der tu den einzelnen Jahre» fett dem Bestehen der Jnvalidenverfichrrung bewilligte» Invalidenrenten miteinander vergleicht. Es wurde» an solche« Renten bewilligt im Jahre 1891: 31; 1892: 17784; 1893: 35177; 1894: 47385; 1895: 55983; 1896 : 64450; 18-17: 75 746; 1898: 84781; 1899: 96665; 1900: 125739; 1901: 130480; 1902: 142780 und 1903: 152871. DaS neue In aalidenversicherungsgesi tz trat am 1. Januar 1900 in Kraft. Gleich das erste Jahr brachte di; größle bisher vorgekonmene Steigerung um über 29 000 JnvaliSenrenten- Nun ist ja aber diesem Anwachsen der Invalidenrenten auch von der Zentralstelle Aufmerksamkeit geschenkt worden. Man hat Unter, suchunge» angestellt und namentlich darauf hin» gedrängt, daß seitens der zuständige» Behörden die Bestimmungen deS Gesetzes über die Bewilligung von Invalidenrenten im Sinne der Gesetzgeber gehandbabt werden. Daß diese Bemühungen einigen E-solg gehabt haben, ergibt
fich daraus, daß im Jahre 1904 die Zahl der bewilligte« Invalidenrenten auf 140122 zurück- gegangen iß und damit auf einen Stand zu- rückgkdrängt wurde, der vor das Jahr 1902 fällt. Da diele Entwickelung, die erst durch den neuesten Geschäftsbericht des RrichSverficherungs- amteS feftgestellt ist, bei der Berechnung der Schlesischen LandesverficherungSanftalt berückstch- tigt ist, ist nicht erfichtlich. Jedenfalls wird man aus den erwähnte» Tatsachen, den Schluß ziehen können, daß früher zu Unrecht mehr Invaliden- reute» bewilligt wurden, als nach d-m Gesetze zulässig war, daß hier Abhilfe geschaffen ist und oaß man demnach nicht auf gründ Ser früher e-folgten Bewilligungen BeitragSstergerungen als bevorstehend bezeichnen darf.
* Die Durchwände*rrrrg von russischen Arbeiter« über Wiernszow nach dem Westen D u-schlands war nach Mitteilungen eines Posener Blattes in diesem Frühjahre bedeutend stärker als in den Vorjahren Seit etwa drei Wochen sind ungefähr 30 000 Männer, Frauen und Mädchen aus Rußland von dem dortigen Bahn- Hose nach dem Weste» abgrreist; an -inzelnen Tagen war der Andrang so stark, daß sowohl des Mittags als auch des Abends Exlrazüge eingelegt werden mußten. Nord jetzt sieht man zu jedem abgehenden Zuge Scharen von Arbeitern nach dem Bahnhöfe wandern.
* In Gemäßheit einer Einladung der Regie- rung der Bereinigten Staaten von Amerika werden die nachstehenden deutsche« Delegierten an dem für Mai d. IS. geplanten internationalen Eifeubahnkougreh in Washington tetlnkhmen: Präsident deS Reichs- etsenvahnamts Exzellenz Schulz, Geh. Oberbau- rat Petri, Geb. Öberbaurat Sarre, Seh. Baurat Sikinbiß, Regierungsrat Franke, RegierungS- und Baurat Baltzer.
Der ruilildi-Japan. Krieg.
TuS russische Ostseegeschwader befindet fich noch immer ts der Kamranh-Bucht an de: Ostküste Jndochinas. Die ,Agencr Havas' meldet aus Saigon: Das rusfische Geschwader befindet fich noch in der Kamranh-Bucht. Admiral Ion- quiöres hat alle Maßregeln getroffen, um die Neuttalität Frankreichs ficherzustellen. DaS tut aber auch not, denn die Japaner werden von Tag zu Tag erbitterter über Frankreich, daS den Russe« so weitgehende Begünstigungen gewährt.
I» Tokio utmmt men nach dem .Reutersche» Bureau' an, daß die Ostsee flotte in der Bucht von Kamranh oder in einem anderen von Annam die Vereinigung mit dem dritten Geschwader abwarte. Die Meldung, daß Roschdjestwensky aus der Höhe von Kamranh kreuze und die neutrale Schiffahrt kontrolliere, erhöht die Erregung gegen Frankreich, welches dem Admiral erlaubt habe, den Hafen von Kamranh als Stützpunkt für feine Operationen zu benutzen. Bis jetzt hört man, trotzdem die japanischen Blätter ein kräftiges Vorgehen fordern, nichts von Vorstellungen der japanischen Regierung bei der französtschen. Dem
Aus geheiligtem Soden.
Erzählung von Heinrich Ernst.
11 ------ (Nachdruck verboten.)
^Fortsetzung auS dem zweiten Blatt.)
Maria erkannte, daß nur Klugheit und Besonnen- heit fie retten konnten. „£> Fürst," entgegnete sie daher, „ich bin in Deiner Gewalt, Du kannst mich mißhandeln. mich töten — aber eine- vermagst Du den- noch nicht: Du kannst meine Liebe nicht durch Sewatt erzwingen! Du sprichst von Großmut, indem Du mich vor die Wahl stellst: Sklavin oder Gattin 1 Aber 'st das großmütig? Vermag diese Art zu werben Liebe zu erwecken? Vermeinst Du mich nachgiebig i mchen zu könne», da ich Dir doch nicht entfliehen kann? Darin könntest Du Dich irren, wohl aber solltest Du, gerade weil ich Dir nicht entfliehea kann, versuchen, mich durch Güte zu gewinnen."
Der Motsallam entgegnete mit spöttischem Lächeln: „Darin hast Du srerlich recht, daß Du mir nicht entgehen kannst, zumal ich in Dein Hau» eine Wache gelegt habe. Deshalb magst Du sehen, daß ich großmütig bin: sag' an, welchen Beweis meiner Güte Du von mir erwartest."
„Seinen andern," erwiderte die Jungfrau, „al» daß Du mir, bevor ich Dir, sei es als Sklavin oder Gattin, in Dein Haus folge, gestattest, meinen Vater zu beweinen I Gib mir seinen teuren, entseelten Leib, ans daß ich ihn, wie er Kindespflicht ist, bestatte! Laß mich mein Herz erleichtern, »aß mich Trost und Ruhe fiaden, bevor ich die schwere Frage beantworten muß, die Du mir gestellt hast und auf die ich jetzt keine Antwort finde."
Der Statthalter dachte nach; zwar schien eS kam» möglich, daß die Jungftau aus drr forgiätttg bewachten Stadt entrinnm könne, aber hatten die Christen viel- leicht :taen geheimen Ort, wo fie fich verbergen
onnten — wo vielleicht auch Irma:! verborgen war? Darum entgegnete er:
„Du verlangst sehr viel: Ick soll Dich frei in der Stadt umhergehen taffen? Nein, ich traue euch Christen nicht. Doch ich habe Dir versprochen, groß- u ütig zu sein. Darum will ich Dir den Leichnam Deines Vater» zurückgeben, und Du magst ihn begraben. Aber zwei meiner Leute werden dabet zugegen fein, und diese werden Dich nicht verlaffeu bl» Du in Dein Hau» zurückgekehrt bist. Dort aber wirst Du von den Krieger» sorgfäl ig bewacht werden, die ich al» Wache in Dein Hau» gelegt habe. Versuche also nicht zu entfliehen; Du stehst, e» wäre nutzlos."
„Ich danke Dir, d Fürst," antwortete Maria leise, „tue, wa» Dir gut scheint. Deine Leute werden keine Veranlassung haben, mich an ei em Fluchtversuche zu hindern "
„Wohl Dir, wenn Du so verständig bist!" lachte der Motsallam, indem er fich zum Gehe» wandte. „Merke Dir: vieruudzwanzig Stunden gebe ich Dir Zeit, Deinen Vater zu beweinen und über meine Werbung nachzudenken — nicht eine Stunde mehr!"
Daraus rief er zwei seiner Krieger herbei und befahl ihnen, die Jungfrau nicht au» den Augen $u bfftit, bi» fie ihr Han» wieder betreten habe.
Dem Patriarchen aber rief er drohend zu: „Noch einmal will ich Nachficht üben au» Achtung vor Deinem Haupte — da» nächste Mal wirst Du die Geißel ühlen!"
Dann verließ er mit seinen Kriegern — die beiden Wächter Maria» au»geuommen — Waffe» klirr end da» Hau» de» Herrn.
Der ehrwürdige Patriarch atmete auf, al» der Schreckliche fich entfernt hatte, und er ging zu der Jungftan, um durch seinen Zuspruch ihre Kräfte zu stählen.
„Sorge Dich nicht um mich," flüsterte Maria leise, um nicht von den beide» Seldschnckea gehört zu werden, „ich hrffe, mtt Gottes Hilfe de» Händen de» Mörder» zu entrinnen, die fich jetzt »ach der Tochter seine»
Opfer» ausftreckr». Aber freilich bedarf ich dazu der Stärke und der Klugheit, und darum will ich am Grabe de» Erlöser» bitten! Und zu meinem Vater, der jetzt am Throne Gotte» steht, will ich aufschauen, in diesem Gedanken Trost finden in meiner Betrübnis. Er wird auch ferner seine» Kinde» gedenken und bei dem allmächtigen Herrn de» Himmel» mb der Erde für mich um Gnade bitten."
„Ich werde mit Dir beten," sagte der Patriarch, „Gott wird Dein Vertrauen belohnen!"
Sie brieten den» beide am heiligen Grabe, der greise Bischof und die blühende Jungftau, und ihr fromme» G-bet stieg empor zum Throne de» Allerhöchsten, wo e» fich vereinigte mit drr mächtigen Fürbitte de» reuen Blutzeug-n Jesu Christi.
9.
Nimmer soll der Christ verzage»! Wer am offnen Grabe steht, Schüttle ad t\ie eitlen Klagen, Suche Trost nur im Gebet!
Maria suchte und fand im Gebete Trost, al» fie ihren Barer bestattet halte. Rührend war die ernste Feier. In die Kirche hatte der Motlallsm die Leiche bringen lasse», und hier hatte fich die Christengemeinde, soweit fie von der Totenfeier vorher vernommen hatte, vollzählig versammelt. Der Patriarch hatte in er- greisenden Worten die Standhasttgkeit d-» Bekenner« gepriesen nnd zur Nacheiferung angefeuert, zur Ausdauer in den schweren Tagen wachsender Äedrängni». Dan» hatte man de» Blutzeugen zur ewige« Ruhe gebettet im Gewölbe der Kirche, nahe dem Grabe seine» göttlichen Meister», für den er sein Blut vergossen hatte.
Run senkte fich die Nacht herav über da» stille Grab und über die heilige Stadt, die heute so viel Leid gesehen. Mar a war bi» zum späten Abend in der Kirche geblieben, bei der Gr» t be» teuren Vater» im Gebete versunken De» ganzen Tag hatte fie dem geliebten Toten gewidmet und be« Lebenden kaum jedacht, btt ihrer mit wachsender Ungeduld und Seh« ucht harrte.
Londoner »Daily Telegraph' wftb zwar aus Tokio gemeldet, der französischen Regierung sei ein formeller Protest Japans übermittelt worden, aber die halbamtliche Pariser Telegr.» Agentur, die ,Ageuce Havas', bestreitet daS mtt folgenden Worten: In französischen Diplomaten- kretten weiß man nichts über einen Protest, welcher gewissen fremden Zettungen zufolge formell von Japan an Frankreich gerichtet worden sei» soll und eine Neutralttätsoerletzung durch baß rusfische Geschwader zum Gegenstand hat. Dieser Geschwader hat übrigens, so wird hinzugefügt, fett mehreren Tagen die französischen Gewässer verlassen. Noch am Donnerstag wußte dieselbe offiziöse Quelle zu berichten, daß die rusfische Flotte noch immer in der Kamranh- Bucht ankere. Umso auffälliger ist jetzt die gegenteilige Meldung. Vielleicht handelt eS fich bei dieser offiziösen Note der .Agerce HavaS' nur um einen VerschleierungSv ersuch; denn Japan hat fich tatsächlich in Paris beschwert. Am Mittwoch fand in Tokio in der Wohnung des Premierministers eine fünfstündige Konferenz der Minister und ältesten Staatsmänner statt. Wie man glaubt, drehten fich die Verhandlungen um wichtige diplomatische Angelegenheiten. Wie ein Berliner Blatt meldet, hat Delcassö dem japanischen Gesandten Moton« erklärt, Frankreich werde, sobald genaue Nachrichten über RoschdjestwenslyS Nufer thalt an der Küste KochinchtnaS vorliege», jede gewünschte Aufklärung geben.
Jap«« braucht «e«eS Gelb. Die japanische Regierung wird, laut amtlicher Mitteilung, in nächster Zeit zur Ausgabe einer inneren Anleihe von 100 Millionen Yen (218 Mill. Mk.) schreiten, welche den Rest der Emission von im ganzen 200 Millionen Yen darstellt, bezüglich deren bereits im März Abmachungen mtt den Bankinstttuten erfolgt find. Die etatsmäßig vom Reichstage festgesetzten Kriegssteuern, die auf mehr als 150 Millionen Yen verau- schlagt stnv, sowie die sonstigen anderen Ein» nahmen haben bei ihrer Erhebung bisher ein vollständig befriedigendes Ergebnis gehabt.
Ausland.
* 3« Innsbruck ist die amiliche Mitteilung auS Wien eingetroffen, daß daS Prozeßverfahren gegen alle Deutschen und Italiener in ganz Tirol, die wegen der Ausschreitungen ans Anlaß der Errichtung einer Rechts- fakuliät an der dortigen Universität im November vorigen Jahres verfolgt wurden, eingestellt ist. Diese Begnadigung ist durch Verwendung mehrerer deutscher ReichSraisabgeordneten erwirkt worden.
* »er italienische Eisenbahnerstreik ist so gut wie beendet, darin stimmen olle Berichte auS Italien überein. Die ttalienische Deputiertenkammer hat mit Hochdruck gearbeitet und bereits am Mittwoch die Eisenbahnvorlage vollständig erledigt, (siede Depesche. D. Red.)
Mehrmals war Jrmail versucht, sei» Versteck zu verlassen, um seiner Unruhe ledig zu werben. Warum kehrte Maria nicht zurück? War ihr vielleicht ei» Le d zugestoßen? Vielleicht schmachtete fie bereit« in Gefangenschaft, iudeß er untätig unter der Erde sie erwartete! Wenn dieser Gedanke ihm kam, sprang ec dif, im Begriffe, heraufzustetgen in de» Garten, b* da« Hau», aus die Straße zu eilen, um rach Maria zu sorschen, ihr Hülfe zu bringen — im nächst« Augenblicke kehrte idm dann stets die Einsicht zurück: Maria darf ja nicht wagen, am helle» Tage in da» Gewölbe zu kommen, da» würde da« Versteck verrate» und deaganzenFluchtplan zum Scheiter» brüt««.
Dann gab fich Ismail wieder Mühe, feine Ungeduld zu bezwingen und so ruhig und sorglos, aH möglich, der Jungftau zu harre». Und doch wollte die innere Stimme nickt schweigen, welche ihm M- flüsterte, Maria fei in Gefahr.
Wäre er nicht so von Z«eiftln und Sorg« geplagt gewesen, so hätte er e» in dem geräumige» Versteck, da» auch mtt LeberSmitteln und wärmende» Deck» reichlich auSgestattrt war, wohl avshalte» tön»«. Gleich an Morgen trieb ihn die Neugierde, sein unter» irdische» Reich näher zu erforschen. Er ging bi» zm» Ende de» langen Gewölbe» und sah hier ben heiteren blauen Himmel durch die schmale Oeffnung lache«, welche Bernhard hergestellr hatte; er hörte da» Rauschen und Gurgeln des Bächlein«, da« munter über Steingeröll und Felsenteraffen in« Tal hinabsprang ; er lauschte dem Saug der Vögel, die im nahen Olivenhain ungestört In deuWipsel» fich taumelt«, und i» der Ferne hörte er wohl einmal de» Scheck eine» Geier», der hoch in den Lüsten vollkommener Freiheit genoß.
Da wurde da Freiheitj drang auch in der Brust be« junge» Helden wieder mächtig, sei» Blut wallte ungestüm, indtß fein Auge in heißer Sehnsucht b« Schimmer de» Lichte« trank, ben in.ba« Gewölbe die Sonne der Freih>tt warf. O wie lange »och mußte er seinem Sehnsuchttdränge Fessel» onlegen ? (3 s )