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Ovllullü UM druck «Nb Verlag Iw ZuIdaerActtenbnlck«^ moMtstoMw „Ktlöaer SeschichtLvIStter". "ÄÄ?

Fulda, Samstag, den 22. April 1905.

32. Jahrgang.

Zu beziehen durch den Weinhandei.

BURGEFFSrEXTRA CUVEE

A JUBILÄUMS-CUVEE,

ome Ui I Recht

Reichtum! Melleicht würde er dort von der

dann avch ein

Ich weiß, im eine Stimme, i

spottete — er hatte plötzlich ein brennendes Verlangen gefühlt, die alten Eltern wiederzu­sehen, da- stille, traute Dörflein und da- Heine

Anathema eines Dorflaplans! Auch am Oster- morgen hatte Felix sich nochmals an den Bruder gewandt. Vergeben-. Und so schloß er: „Wo- Du in Deinem Buche geschrieben, ist nicht Deine innerste Uebeqeugung — kann er nicht sein!

Eben stimmte der Priester, fein Bruder Felix, da- Gloria in excelsis Deo an, und feierlich brausend, mit jubelnden Klängen, fiel die Orgel ein. Der Profeffor bedeckte fein Erficht mit den Händen. Ueberrnächtig stürmten die Erinnerungen auf ihn ein. In dieser Kirche hatte er bei feiner ersten hl. Kommunion gekniet, und einige Jahre später gelobte er hier in stiller Abendstunde, ein Diener der Herrn zu werden. Und — er war abgewichen. Er schaute zu Felix hinüber. Boll helliger Andacht stand dieser am Altäre, Hände und Blicke zum Himmel erhoben. Ob er wohl für b-n Bruder betete? Inmitten der Kirche knieten die Eltern. Der eisgraue Kopf d«S

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*0»« sollen, erlebten die Regierung und der Block etee große Überraschung. Lte hielten eß nicht einmal

■L , )ten Togos.

Ja der Mandschurei finden häufig Gefechte statt, in denen bald die Russen, bald die Japaner gefieat haben wollen. Von größerer Bedeutung find diese

>g — kann es nicht sein! i Gründe Deiner Seele lebt

Wodien-Rundfdiau.

Fulda, den 22. April 1905. (Nachdruck verboten.)

Reklamen' und Anzeigenteil.

Usirfftphiitn bei Rütte und Hitze bietet daS fo sehr n all iSbll UIZ beliebte «. bewährte nicht fettende t* 8LLUL,W- Myrrholinglycerin.

Der Professor zuckte ungeduldig mit der Achsel.

„Mein Sohn-, mahnte der Vater mit zittern­der Stimme, „ich bin ein alter, einfacher Mann, und verstehe nichts von euerer Gelehrsamkeit. Ich kann heute oder morgen sterben, aber daS weiß ich, daß nur der Glaube in der Todesstunde Trost geben kann."

Der Sohn wandte fich ab und betrübt gingen die Eltern von dannen.

„Wenn ein Sott ist, so zeige er fich mit“, flehte Gregor Berger, dir Augen erhebet . . . Da war es ihm, als sende der in Brottgestalt verhüllte Gott einen hellen Strahl der SotteSer» kenntniS in feine Seele mit Allgewalt nieder und «Ich glaube — ich bete an* flüsterte er leise.

Die hl. Messe war zu Ende und die Kirche leer. Der junge Priester sah den noch immer tnieenben Bruder, schritt zu ihm und kniete neben ihm nieder. Sie sprachen kein Wort auf dem Wege, stumm nur drückten ste fich die Hand. Aber als die Tür bei «tterlichen Hauses fich hinter ihnen schloß, da warf der stolze Profeffor fich ungestüm in die Arme feines Bruders:

„Christus regnat, Christus imperat, auch mich hat er befiegt, ich feiere heute meine Aufer­stehung! Gott fei taufend Dank! O glückseliges Osterfest!*

für nötig, fich gegen den Antrag ernstlich zu wehren, da ja ausgemacht war, daß alle BerbefferungSvor- schlage nieoergestiwmt werden sollten, und somit sein Schicksal von vornherein entschieden war. Und nun wurde er wtt 287 gegen 281 Stimmen «genommen Der Schreck war groß. Die radikalen Kuvnrkämpf« sehen in dem Beschluß das erste Kennzeichen von ersst- lichen Gefahren, die der Borlage noch drohen. Kann sein, datz ste noch unliebsamere Uebe^raschunxen er­leben, doch wird man fich vor übertriebenen Hoff, nungm hüten müssen. Die Führer des Block» werden

■ «treten, aber । von einem allgemsinen Streik ist nicht die Rede. Die Regieruna hatte umfassende Vorkehrungen getrrffen; sie ließ die Stationen, wo der Ausstand In» Werk gesetzt wurde, militärisch besetzen, die »eichen von Soldaten bewachen, verwandte für den Eisenbahn­dienst Truppen, sowie Maschinisten und Feuerleute der Marine, und ließ die Züge durch Karabinieri und Soldaten begleiten und die Strecken dmch Karabinieri abpatronilliercn. Wenn der Verkehr auch etwa» ein- geschräickt wurde, so stand der Mißersolg de» Streiks schon am ersten Tage fest.

In Rußland ist die Kirchenreform auf unbe» j stimmte Zeit verschoben worden. I« Kaukasus finden noch immer Unruhen statt, wiewohl der Statthalter in einer öffentlichen Kundgebung der Bevölkerung alle» mögliche Gute versprochen hat, u. a. auch eine Revision der Frage der armemschen Kirchengüter.

In der Türkei, geht e» andauernd wild her. In der Ortschaft Zagoricani sand ein Zusammenstoß zwischen einer angeblich 200 Mann starken griechischen Bande und bulgarische» Komttatschi» patt; 60 Bul­garen wurden getötet und 7 verwundet, darunter auch Frou-n und Kinder; 10 Häuser wurden nieder- gebrannt. — Sehr unruhig geht eS zur Zeit auch aus Kreta her, wo eine Bewegung für die Ber­einigung der Insel mit Griechenland immer Wetter um fich greift Selbstverständlich geht et dabei nicht ohne Bandenbildung, Kämpfe zwischen Christen und Muhamedaneru und Zusammenstöße zwischen Jnsm« genten und der bewaffneten Macht ab. Die jüngst stattgehabten Kammerwahlen tontben an verschiedenen Orten durch die Unzusriedeuen und bewaffnete Banden

nun natürlich alle» tun, ihre Leute eiuzuschüchiern I um Fahnenflucht zu verhindern. Für Art 3 betreffend da- Verwögen der öffentlichen KultuSanflalten fand fich denn auch wieder eine Mehrheit von 341 gegen 222 Stimmen. — Sin Streik der Porzellanarbeiter in LimogeS führte em Montag zu schweren Ruhe- störungen. Die Arbetter plünderten Häuser und er­richteten Barrikaden. .Da» Militär mußte einfchreiten und e» gab Tote und Verwundete.

In Italien dauert die Auflegung der Eisen- bahnangefiellten über die Sssevbahn-BerstaatlichungS- Borlage, die bekanntlich da» Streiken nicht gestatten will, an oder Vielmehr fie hat in bedenllichem Maße zugenommen. Da» Sgitattonskomitee der Angestellten vroklamierte für Montag morgen den allgemeinen

rastlosen, seltsamen Unruhe genesen, die ihn fett einiger Zett quälte. Und so «ar er heimgereist, die Osterferien benutzend. Aber schon heute, nach der ersten Nacht, war eine große Ernüchterung und Enttäuschung über ihn gekommen. Wohl hatte er fich gefreut, die ergrauten Eltern roiebequ- sehen, unb liebevoll, wenn auch mit zurückhalten­der Scheu vor dem gelehrten Sohne, hatten die alten Sente ihn empfangen. Aber er fühlte doch, daß er nicht mehr zu ihnen gehörte; er konnte fich nicht mehr in fie hineindmken. Fremd war chm die fromme DenkungSweise, ftemb ihr ganze- Wesen geworden; eng und rückständig erschien ihm alle- um ihn her. Als aber gar sein um i zehn Jahre jüngerer geistlicher Bruder Felix an- kam, um den OrtSpfarrer einige Tage zu ver-! ... ,

treten, und mit c ff etter Freude und Herzlichkeit Vaters «ar sorgenvoll gesenkt, über die gefurchten begrüßt wurde,da empfand der Herr Profeffor Wangen der Mutter rannen Tränen. Gregor mit Bitterkeit die Kluft, die chn von den Seinen wußte, daß fie seinetwegen rannen, und diese und der Heimat trennte. Gr dachte aber nicht Tränen fielen wie glühende Funken in sett» daran, daß er selbst diese Kluft geschaffen.--Gewissen.

Die Osterglocken begannen zu läuten. Da DaS Evangelium war gesungen, der Priest« kamen auch schon die Eltern auf den Sohn zu: bestieg die Kanzel, die Festpredigt zu halten. „Nicht wahr, Gregor, Du gehst mit unS zur Darin war alles Glaube, Gottvertrauen, Be- Kflche?" bat die Mutter. geist«ung und Liebe. Und so konnte der unbe»

Unmutig faltete fich die Stirn des Professor-; deutende Felix predigen?!

er antwortete ausweichend. | Der Profeffor stand erschüttert, die Worte

“ " der Predigt: „Am Ende all« Wege und Irr­

wege steht Gott* klangen dröhnend in seinem Herzen nach.

„Credo in unum Deum", sang dann der Priest« — und unwillkürlich sprach d« Profeffor die Worte nach, „ich glaube an den einen Gott!* Die heilige Handlung nahm ihren Fmttgang. Und al- alle die Knie beugten, zwang eS auch den Profeffor. Der Priest« sprach die Worte der Konsekration und hob die hl. Hostie zur An-

JnSüdwestafrika griff Hauptmann Monger am .. , „j I 7. April die Nachhut Hendrck Wttboi» »wischen dem ie Persönlichkeit beziehe; allerdings I Elefantenfluß und dem Nassob an und brachte ihr a» Recht in Anspruch, über ge- erhebliche Verluste bei. Auf deutscher Seite wurden ---' 1 Difitier und 3 Weiter getötet, 3 «eiter verwundet. Der Vorstoß hatte uns«e Truppen weit in eine wasserlose Gegend geführt und mußte schließlich ein­gestellt werden.

Die letzten Kirchgänger waren längst ver- schwunden. Der Professor öffnete daS Garten- . . , pförtchen und schlug zögernd den Weg zum Dorfe

Hauk, darin er geboren, wo « einst glücklich ein. As er an d« Kirche vorüberkam, stockte gewesen — glücklicher all jetzt, trotz Ruhm und sein Fuß. Durste «, d« GlaubenSverSchter, *“ ' " eintreten in daS HauS SotteS? Aber einem

dunklen Drange folgend, trat « halb unbe­wußt ein.

SS Parteigenosse« in so wenig freundlicher Weise behaudett werden konnte. Wenn wfl bei jeder Gelegenheit derartig gegeneinander austreten wollten, w^de e» mit d« Einigkett in der Zentrumspartei wohl bald vorbei sein.

9* Ungarn hat fich da» Abgeordnetenhan» bi» p«» 3. Mai vertagt, nachdem die vereinigte Linke einen Gesetzentwurf mtt ihren Wünschen und Forde- rtmgen vorgelegt hatte und unter großer Entrüstung ^Erpräfidenten Ti»z« ein Antrag eötöö» angenommen worden war, d« e» •fcbffligt, daß Ti»za die Pension de» verabschiedeten Minister» de» Innern v. Pevezel erhöht habe, -«b» Frankreich hat die togeorbnetenlammerdie •yen «rittel de» Gesetzentwürfe» über die Trennung angenommen. Der erste Ar- E, der einigt Phrasen über Gewissensfreiheit ent- SU, fand sogar mtt 422 gegen 45 Stimmen An- "ahme. Die Bestimmung de» Art. 2, wonach die Re- Wft keinen Gottesdienst anerkennt, besoldet ober an- «»stützt, würbe mir 337 gegen 233 Stimmen trage- Jmniwn. Bei einem Zllsatzantrage bei gemäßigten yt- «biCe, eine» Protestanten, daß Seelsorger an

Krankenhäusern,

In d« Marokko angelegen hei t hat Delcaffv einleit ende Schritte zu ein« Verständigung mtt Deutschland getan. Anscheinend wünscht man bei unS „ eine internationale Konferenz zur Klarstellung d« vereitelt. Offiziö» nennt man das, die Wahlen feien Verhältnisse in Marotto. Jedenfalls werden die Be- -im allgemeinen ruhig verlaufen*.

strebungen Frankreich» nach dem Protektorat 8b« Auf dem ost asiatisch en Kriegsschauplätze Marokko in Deutschland auch in Zukunft ebensowenig ist e» bi» jetzt zu einem Zusammenstöße zwischen d« begünstigt werden wie bisher. ruffischen und d« japanischen Flotte nicht gekommen.

In Bay er n hat ein «rttkel de« ReichSratS und Admiral RoschbjestwenSky hat feine Flotte nicht geteilt. ReichStaaSadgeorbneten Frhr. v. Hertling in b« Mo- Sein Ziel ist natürlich Wlabiwostok. Ob « aus bie uatSschrift .Hochland' üb« „Polittsche Parteibildung japanische Flotte zu stoßen unb biefe anzugreifen und soziale Schichtung* zu mannigfachen unliebsamen wünscht, ist ebensowenig bekannt wie ber «ufenthalt»- Erörterungen Anlaß gegeben, ------ —»»--------- -- ----- - -

eine Bemerkung in bem Artikel auf

lannigfachen unliebsamen wünscht, ist ebensowenig bekannt wie brr A nachdem liberale Blätter oct der japanischen Flotte unb bie Abfichi -----------fei auf ben ZenttumSab- I» der Mandschurei finden häufig Gefech

»erhneten Dr. Heim gedeutet hatten. Frhr. von “ ------- ' “ ~

H"iling hat fich schließlich in ein« öffentlichen Er- l-------------

Itärung dagegen v«wahrt, daß fein Aufsatz mit aktu- Kämpfe nicht, ellen Fragen d« innttboyrrischrn Politik in Zu- JnSüdv sauunenhang stehe und fich o« betetffenbe Satz auf ” trgenb eine bestimmte Persönlichkeit beziehe; allerdina, nehme ersür fich da» ••• ,, uv» gc-

wisse Erscheinungen trab Vorkommnisse be» politischen Lebntö in Bayern feine eigne Anficht zu haben und « d« ihm angemessenen Form zum «uldrnck zu bringen. Man mag seine Aurfährungen im .Hoch­land an» diesem oder jenem Grunde bMgen ob« uicht, befremdlich bttührt e» uns jedenfalls, wie ein f® hochgefimtt« und angesehen« Mann wie Frhr. v.

„Uns« Felix liest die hl. Messe*, sagte die alte Frau glücklich. Komm mit u«S."

Ungeduldig machte er fich loS. „Ich kann nicht. Mutt«, quäle mich nicht, ich werde in der Natur Gott v«ehren.*

Erschreckt faltete die Greifiu die Hände. „Um Gotte-willen, Gregor! Heute am Feste der Auf- «stehung des Herrn, «mst Du nicht zur Kirche gehen?*

„Besser wäre ich nicht h«gekommen*, grollte der Professor vor fich hin. „Ich möchte die alten Leute nicht bettüben, ab« ich «ill auch meine lleberzeugung nicht »«leugnen. Das Heucheln habe ich nicht gelernt.* Ab« eS be­schlich ihn doch ein wehmütiges Gefühl, als « von allen Wegen die festlich gekleideten Menschen d« Kirche zugehen sah. Er allein teilte nicht den ftommen Glauben, die fromme Osterzuver« ficht dies« Leute! Er hatte ja den Glauben längst v«loren.

Weit lag da- hinter ihm! Wie es gekom­men? — Einst hatte er begonnen Theologie zu studieren. Dann drang der stolze, blendende Un­glaube auf chn ein, und da schämte fich d« hochbegabte Student, ein v«bau«ter Dorfkaplan zu ««den. Er schrieb seinem alten Pfarr«, d« ihn bisher unterstützt hatte, denn seine Eltern waren nur wenig bemittelt, daß seine Uebeqeu- gung ihm verbiete, noch fern« feine Wohltaten anzunehmen; der geistliche Stand fei nicht fein Berus. Aus die väterliche Ermahnung deS rollt-1 bigen Seelenhirten hatte er nur noch kühle, höf­liche Phrasen. — Damit war dann daS Band zwischen ihm und der Heimat zerrissen.

Gregor fand hohe Gönner, schrieb Auffehen erregende Bücher, daruut« eins Fiat lux, eine Verherrlichung der Unglaubens, und machte glänzende Karriere. Sein Bruder Felix, d« in­zwischen zum Priest« geweiht war, hatte ihm einige Male geschrieben, bescheiden und liebevoll, ab« auch mit furchtlos« Offenheit. Gregor hatte gar nicht geantwortet. Was kümmerte ihn daS

Kaifer Wilhelm ist am Donnerstag b« vorigen Woche von Sorfa an» wied« in Mtffina eingetrofftn unb dort mehrmals mtt b« Kaiserin unb den Prinzen zufanunengeteoffen Die kaiserliche Familie wirb anfang» Mai trieb« nach Deutschland zurückkehren. Sm Abend be» 9. Mai wirb fie auf Schloß Urville im Elsaß eintreffen. Der Am-y.th-lt in Straßburg ist auf 4 $o#e bemessen. Die Ein­weihung b« Gedenkhalle in Gravelotte ist nunmehr für den 11. Mai festgesetzt. Die Pergamentrollen, traf denen die 14276 Namen der in und nm Grave- lotte bttrbigten Krieg« verzeichnet fUb, um in ben Sockel d« Engelsfigur eingeschloffen zu w«den, find b«eitö fertig. Die Fei« wirb au« einemFeldgotter- .... ™ „

Mttfl m>b einer Parabe besteben. Der kais«liche «vSstanb. An vttschiebenen Orten ist ^such Währt bi« zum 17. Mai, wo b« Kaff« Teil be» Personals in ben AuSstand wieder in Berlin eivzuteeffe» gebeult. I van einem all»em-i»«n Streif ifl «i

Die «ergurbeiterschutzNovelle ist von b« Kommission in b« 2. Lesung nicht nur nicht nobeffert sondern gar noch verschlechtert worden. Ein Ministe«at hat verschiedene Kommiffiourbeschlüffe für vollständig unannehmbar erklärt. Da» gUt be» kür den Beschluß, daß die Wahlen zu den Ausschüssen öffenllich erfolgen soll sowie für die Be- stimnmeg, daß die AuSschu^nitalieder fich jed« polttffch-agttatorischen Tätigkeit enthalten sollen. Die AlSschüffe, wie fie jetzt gestaltet find, find nicht» wie Eimüchtungen um bte Arbeiter denZechenbefitzern ge­fügig zu machen, bie Interessen bet Arbeiter können ste nicht vahrnehmeo. Die Parteien, welche in der Lonnniffion die Führung hatten: Konservative und Nationalliberale zeig«, fich ja geneigt, noch etwa» nachznqeben; e» ist aber nicht wahrscheinlich, daß die I Vorlage noch eine Gestaltung erhält, die auch dem Zentrum die Zustimmung ermöglicht. Hoffentlich zeigt fich auch die Regierung stark und hält im wesentlichen an d« Vorlage fest; gibt fie den Scharf- machen, nach, so ist e» um da» Vertrauen der Berg- «bett« zur Regierur g geschehen. Die Position der Regittüng ist stark; denn fie hat e» immer noch in der Hand, die Vorlage ganz zurückzunehmen und durch den Reichstag beschließen zu lassen. Daß di» nicht gleich geschehen ist, hat die Sozialdemo­kratie durch ihre übertriebenen Forderungen ver-

c. kl Hstern.

Von Henriette very. Nachdruck verboten.

Ostermorgen! — Vorüber ist die wehmuts­volle Trau« der Karwoche. Durch die Herzen geht ein Aufatmen, ein jubeloolleS Allelluja. Und

Warst Du einst in b« Heimat nicht glücklich« als jetzt? Du lehnst ab? Run, dann blecht mir um noch die heilige Pflicht, für Dich zu beten!*

An all die- von heute und aus vergangenen Tagen dachte jetzt Gr«or B«ger und eine seltsame Unruhe überkam ihn. Wenn sein Brud« doch Recht hätte? Wenn e- wirklich einen Gott unb strengen Richt« gäbe? War dann nicht fein Buch, ja sein ganze- Leben ein schwer« Irrtum gewesen?

vermischter.

* „Siebet Herr Reifer! Ich möchte so gerne weiterkommen, aber Bat« nub Mutter können eS nicht schaffen. Da ich nun, wie Du, lieber Kaiser, auch Wilhelm heiße, unb auch am 27. Annuar geboren bin, habe ich die große Bitte, helfe mir.* Co begründete ein zwölfjähriger Semeindeschüler in Pankow bei Berlin feinen Wunsch, höhere Echulbildung zu «hallen. Da die Erkundigungen günstig anSfielen, besucht der Junge jetzt auf Kosten de» Kaiser» die Realschule.

• Cine heitere Szene spielte sich dies« Tage vor ein« Pariser Ctrrftamaer ab. Ein RechtSanwall, d« einen Weinfälscher zu verteidigen hatte, sagte ix d« »«teid gungSrede pathetisch: „Rein, mein Klient hat den «ein nicht gefälscht, sein Wein ist echt, «test Rechnung beweist, baß er au» frischen Trauben berge- stellt ist. Diese Rechnung ist gewissermaßen die Ge­burtsurkunde de» Seine» . . .' — „Haben Cie ben Taufschein auch hier?* fragte d« Präsident unter schallend« Hettttkett d« Zuhörer.

wo zwei auf de« Wegen und Stegen fich be­gegnen, da rufe« ste fich „ftöhliche Ostern* zu.

„Habt'» gehört, d« v«g«S Gregor ist gestern auf Besuch gekommen,* sagte d« Stein« wegbau« zu sein« Nachbarin, auf ein kleine- HauS deutend. „Soll ein gar vornehm«, stolz« He« geworden fein, et» gelehrt« Profeffor! All die viele» Jahr« ist « nicht hi« gewesen, ab« freilich de« Glaube« hat « dabet ver­loren!*

„Vielleicht daß chn jetzt da- Heimweh herge- führt hat*, mutmaßte bte Bäuerin. „DaS soll manch einen in späteren Jahre« «och fassen."

,,D« und Heimweh?" zweifelte chr Begleiter.

Und doch hatte eine Art Heimweh den be­rühmten Profeffor in die so lange vergessene, gemiedene Heimat geführt.

Er, b« starkgristtge Mann, der aufgeklärte, Sb« jede „Gefühlsduselei" erhabene Verstände-« mensch, bet kühl über alle „Sentimentalität"