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druck und Verlag I zuldaerBcttendeuel« in Zulda (harmantz Fernsprecher Ur,»
M 90.
Fulda, Mittwoch, dm 19. Aprll 1905.
32. Jahrgang.
Pros, stör YSckel ass 3«a
ist dkser Tatze in Berlin gewesen, um die «Stadt der Intelligenz- wieder einmal gründlich bloß zu stellen. DaS ist ihm vollständig gelungen. Für «raste Gelehrte gelten die „wiffenschaftüchen" Phantastereien und Fälschun» gen Höckls ganz al« abgetan. Mit seinen „Welt- rätseln" hat er rrotz der hohen Auflagen, die daS Buch erlebt har, sich in den Augen der Phllo- sophen ebenso blamiert, wie in denen der Theologie. Für den Berliner Durchschnittsliberalen macht das aber nichts aus. Wer ihm den rohesten Materialismus vorttägt und dabei tüchtig auf „Pfiffen- und „Dunkelmänner- schimpft, der ist bei ihm eine wissenschaftliche Geistesgröße ersten Ranges. Glaubt er doch von fich selbst, er sei gebildet, weil er an „nichts- glaubt und von Religion, Kich- und „Pfosten- nichts hören mag; wer das Christentum 8»et Bord geworfen hat, ist eben dadurch in den Augen des liberalen Philisters ein Träger von Bildung und Kultur, mag er in Wirklichkeit der größte Dummkopf sein. Also ist Hälkrl eine der hellsten Leuchten der Wissenschaft, auch für den großen Haufen, der fich nie ernstlich mit Naturwissenschaft beschäftigt oder auch nur ein Buch von Häckel gelesen hat.
Die liberale Preffe veranstaltete schon einige Tage vor der Ankunft des Propheten ans Jena ein Reklame-Tao-tarn und verhimmelte den Affenprofeffor mit einer Phrasenschwulst, daß man hätte glauben sollen, neben ihm seien alle übrigen Gelehrten nur Idioten und wer an der Wahrheit seines E iangeliums auch nur im mindesten zweifle, streiche sich damit selbst aus der Liste der zurechnunasfähigen Menschen. Die Vorträge deS Professors fanden riesigen Zulauf; wer |u den gebildeten Klaffen zählen wollte, mußte dabei gewesen sein. Aller Wahrscheinlich, teil nach haben sich die meisten bei den Vorträgen gelangweilt. Aber selbstverständlich fand das wunderliche Gemisch „wissenschaftlicher" olle Kamellen, pointeloser Anekdoten und gleich- giltiger Erinnerungen aus dem Lebe« des Vortragenden, sowie nicht zu vergeffen kräftigster Schimpfereien auf alle Andersdenkende, besonders Kirche und „Pfaffen- stürmischen Beifall.
Nebenbei bemerkt, macht der brave Mann seinen naiven Zuhörer einen gehörigen Wind vor, indem er, unter kräftigem Schimpfen auf die „Pfaffen- ufro., bei ihnen die Meinung zu erwecken sucht, „die- Jesuiten erkänvten seine Lehre an und die katholische Kirche werde nächsten- dem Darwinismus huldigen, bloß, weil der Jesuitenpater Waßmann dir Abstammungslehre bis zu einem gewissen Grade als annehmbar bezeichnet hat. Die liberale Preffe verherrlicht den abgeschmackten Mischmasch als neueste Offenbarung und schrie verzückt, Höckel sei ein „Licht-
Auf geheiligtem Boten.
Erzählung von Heinrich Ernst.
8 ------ (Nachdruck verbeten.)
Durste er aber ein so großes Opfer annehmen? Durste er zugeben, daß fein Wirt fich um seinetwillen in Gefahr begab? Daß diese Gefahr nicht gering war, «kannte Zsmail aus der Augst, welche sich im ganzen «Seien der Jungfrau ausprägte. Er sprang ans, ent* schloffen, btei-r Angst ein Ende zu machen und nicht zu dulden, daß der Stell fich für ign aufopfere
Maria verstand ihn. „Uaglückttcher," rief fie, „Du weißt nicht, was Du tu« willst! Du willst Dich ti die Gewalt des Wüterichs begeben, der Dich za leine« Sklaven bestimmt hat, zum Schemel feiner Füße, der Di» demütigen und peinigen, der Dich wie kiaeuHurid behandeln will! Fürchte nichts für meinen bist«, er tut, was recht ist uad gut, er ist in Gotter Hand!"
«brr JSmail, dessen Arm die Jangstau umklammert hielt, rief: „Nie und nimmer werde ich so großen Edelmat ertragen! 91 in, ich selbst werde mich dem Morsallam stellen — mag er mit mir machen, waS er will, aber er soll nicht daS graue Haupt Deine» BaterS an tasten!"
„JSmail, Irma l, halt ein!" tief Maria verzweifelt. „Du kannst me nen Vater nicht mehr retten, trenn Da auch mit Deinem ganzen Stamm den Seldschucken Dich Unterwirfst. Der Motsallam wird eS ihn auch dann noch büßen taffe«, daß er Dich hat verbergen und befreien wolle«. Bleibe, bleibe, Du Unglüstlicher wirfst Dch nutzlos de« Grausamen za Füßen. Laß uns lieber sinnen, wie wir meinen Vater auf andere Art retten — da« vermögen vir aber nur, wenn wir frei find. Za dies r Nacht schon können wir unsere Bestes« erwarten, Deine taperen Krieger; dann wollen wir fie durch diesen geheimen Gang unter bt« Be
hringer-, ein „HunmelSstÜrmer-, eine „Singer- natur" ufro.
Im Zoologischen Garten, in der Nähe der „nächsten Anverwandten- und „lieben Äuftnen" des Herrn Professors in den Affenkäfige«, warde ihm zu Ehren ei» FestkommerS veranstaltet, bei dem ihm in plumfifier Weise gelchtreichel und natürlich über die Pfaffen ufro. tüchtig her gezogen wurde. Alles, was etwas auf fich halt, mußte dabei sein, entweder persönlich oder mit Glückwunschtelegrammen, Herr vuoerman» sowohl, wie Genoffe Vogtherr, der „Führer" der „Freireligösen" tu Stettin, uno Bruno Wlle der früher in Berlin die freireligifle Ju;»nb „weihte". Dichter Sudermann machte sich lächerlich mit folgendem telegraphischen Schwulst, oen er auS Trebbin sandte: „Dem Manne, um den wir im Kampfe gegen offene ober vrrk ppte Psäfferei uns freudig scharen, der unserer hakt- und führerlosen Zeit Symbol und Anker freien Denken« geworden ist, sende zum heutigen Tage hulsigenden Gruß". Bon wirklichen Ge- lehrten hat man bei hem ganzen Häckel- Rummel niemand gemerkt. Nur der liberale höhere und niedere Pöbel war da. Kurz, es war eine Blamage für das „intelligente" Berlin, wie fie größer unmöglich zustande kommen konnte.
Von besonderem Jnterrffe ist das Verhalten des Berliner Organs des Evangelischen Bundes. Die,Tsigl. Rundfch.' schlug sörm- liche Purzelbäume vor Entzücken Über bas „wissenschaftliche" Geschwätz des „Jüngling-G-eifeS". Als er nun aber gar gegen den „Ultramonta- niSmus" vom Leder zog, die „Liebedienerei vor dem Vatikan" „geißelte" und den „Papismus" den „größten Schwindel" nannte, „her je die GeisteSwelt beherrscht hat", da konnte fie fich nicht mehr halten und rief jubelnd aus, Häckel fei „ein echter und rechter Protestant". Dst .Krenzztg.' bedankt fich bestens für diesen .Protestanten" und meint, der „Evangelische Bund" roe de nicht umhin können, zu diesem »Fall Häckel" Stellung zu nehmen, nachdem er im „Fall Fischer" und vor 12 Jahren bei dem Streit um das Apostolikum vorsichtig geschwiegen habe.
Der Eoangelische Bund wird natürlich keine Stellung nehmen. Wenn es gegen „Rom" geht ist ihm auch ein Streiter für das „Evangelium" wie Häckel ein willkommener Bundesgenosse; er wird ihn nicht verleugnen.
Deuffdies Reich.
Berlin, den 18. April 1905.
§ Eine Apimage von ein paar Mil- Honett muß nach Ansicht der »Berliner Staats- bürger-Zeitung' die Volksvertretung, fei es Reichstag, fei eS preußischer Landtag, dem Kronprinzen bei seiner Vermählung au8« werfen, damit „bet Erbe der Kaiserkrone sich frei entwickeln kann, ohne von den Miseren des Alltrges geplagt zu werden und ohne anderseits
fefitgung iher in ine Stadt führen, und fie werden die Torwächter überwältigen und Deinem Baker Achmed uad seiner Heerschar die Tore öffnen Dann st den Wahttt-h der Sieg gewiß, und ihr habt Je- rualem uad Palästina von der Geißel der Seldsckucken befreit, Jerusalem gehört euch — und mein Vater mir!"
Der Araber war beirr ff en. DaS Phantafiegebllde, daS Maria in ihrer Angst, um beit Scheck zurückzu- tialteu, entworfen hatte, erschien dem kühnen und iolzen Geiste des junge» Helden nicht so phantastisch, wie eS der Jungirau erscheinen mochte.
Er zweifelte gar nicht daran, daß eS ihm mit einer Handvoll seiner Krieger, einmal in der Stadt, gelingen werde, diese ganz tn feine Gewalt zu bringen.
Nur ein Zweifel beunruhigte ihn: Würde er mit einen Wabidteh den Greis noch lebend wiedei finden? Aber er wagte nicht, der Jungfrau diesen Zweifel milzuteileu. Di se aber schien die bange Frage tu einen Auge» zu lesen.
„Um meinen Batet," sprach fie, „bekümmere Dich nicht. Der Motsallam wird ihn gewiß vorerst nicht töten, wenn er ihn auch foltern und martern lassen wird, damit et Deinen AmenthaltSort verrate."
Maria zwang fich zur Rabe, während fie sprach, und doch ward ihr H-rz von Reben Schwert TN durch- i whrt tn der qualvollen Sorge u« das Leben ihres BaterS. Aach wenn sich der Motjallam damit begnügen würde, ihn zu foltern, würde bet hinfällige Betb de» Greise» dieser Peinigung standhalten köu. en? Aber fie wollte fich nicht von bet Verzweiflung übersättigen lassen, fie wollte hissen und zuver sichtlich ein Hverm fie mußte den Kopf oben behalte« und auch noch für Ismail denken und kühles Blut be* wahren, denn dieser war in seinem Ungestüm fähig, ein eigene» Leben nutzlos aufs Spiel za fetze» in >em vergeblichen Versuch, ihre» Vater zu retten.
Doch ,»m Glück schien J-mait jetzt beruhige zu ein, die Aussicht, durch Eroberung bet Stadt ihren Vater zu befreien, hatte ihn offenbar ganz ergriffe» und beherrschte ihn. Er versprach sogar, die ganze
paktieren zu müssen rntt jüdische» Börs-mmännern und reichp,eroor»-nen Pfiff rsäcken-. Wen» wir so viel Geld hät.en für Ml< tsterzulagen, werde es auch auf bte paar Million en nicht anlcmmen, die für eine würdige Apauagierung d.s fl tn Prinzen in Fräse kämen. Mit bieftt „An- iegung" wird das Anttsewitenblait wohl kein Glück habe-. In Preußen b-läuft fich die beim Re ierunßsantrirt Wildel s II. bet äch-l-ch erhöhte Äionbotation auf 16 Mtlliouen Mark jährlich. Davon läßt fich zur Not eine Familie erhol en, auch wenn der Sohn verheiratet ist. D>e Steuerzahler noch mit „ein pa erweiteren Millionen zu belasten, liegt gar kein Grund vor. Im R iche wir) man erst recht nicht willenS sein, dem Kronprinzen eine Apanage auszuwerfen, während nicht einmal der Kaiser im Reich: eine Z« Miste detteht.
*„ In der 16 Komwissron des Reichstages, welche b e mene Muß »ud Gewichts Ordnung vorberaten soll, hat bet 8bg. Raab einen Antrag ein gebracht, wonach zukür ftig Halb- unb Viertelpfunds-Gewichte zugelaffen werben sollen. Damit würbe weiten Rreiien bet Gewerbetreibenden eine große E I icht rang gewährt werben, bie u. a. bereits im November 1900 durch den Zentral verband deutscher Kaufleute und Sewerbet etbei der in L-ipzig in Eingaben an den Grafen PosabowSky erbeten wurde.
** Zu de» Befchlüffe« der Berggesetz kvMMiffio« bringt die «Kreuzzeitun g' einen länget en Artikel, der in der Hauptsache resümiert, was dir.Nordd. Allg. Ztg.' zu bleien Beschtüffen gesagt hat, und hier und da einen schwachen Anlauf zu einer Gegenäußerung rnccht. Ob die Konservative« der Regrerung noch entgegen» kommen werde«, ist aus btm konservativen Blatte n'ch zu ersehen. Es werbe fich, meint es, darüber im jetz gen Augenblick schwer ein Urteil adgeben lösten. Zum Schluß bemerkt es unter Bezugnahme auf Aeußerung?» von Z.ntrumsblätteru, man habe „fast den Eindruck, als habe bie KommissionSminberheit den Wunsch baß die Parteien der Kommiffionsmehrheit auf ihrem Scheine bestehen und so der Reichstags- Mehrheit die Gelegenheit geben möchten, eine ihrer großen sozialpolitischen Aktionen mit stark demokratischer Färbung in Szene zu setzen". Wir unserseits wünschen jedenfalls nicht, baß bie Kommiffionsmehrheit auf ihrem Schein bestehe, fonbern baß Lanbiag und Regierung sich über ein brauchbares und die Arbeiter beruhigendes Gesetz verständigen möchten. — Die ,Berl. Pol. Nacht/ fordern die Mehrheit des Abgeordnetenhauses nochmals auf, der sozialpolitischen Berggesetznovelle der Regierung entgegenzukommen. Es sei zwar nicht wahr, daß ein Gesetzentwurf bereits vorltege, der dem Reichstage untetbreitet werden könne, trotzdem aber tue das Abgeordnetenhaus gut daran, fich mit der Regierung zu einixen. Es würbe daS Ausbleiben einer Verständigung roaus sichtlich Folgen haben, bie der Abgeorbnetenh ausmehr- beit nicht angenehm fein wü-den. Es fei doch
Nacht über in dem Gewölbe zu bleiben und das Zechen zur Flucht in Ruhe zu erwarien.
So konnte ihn denn Maria ohne Sorge allein lassen, und begab fich in das HauS zurück, um die alte Dienerin nach d-m Schicksal ihres BaterS zu befrage». Diese lief ihr bereit» im Garte» Händeringe«?, und laut schluchzend entgegen.
„O, mein armes Kind," rief fie, „nimm cll Dein«» Mitt zusammen urb verzage nicht, wenn« ich Dir Schreckliches verkünde: Dein Baier ward in Ketten fongeführt! Der Anführer der Söldner tobte u«b wütete, al» er den Gesungenen nicht vorfand, alle» wurde durchsucht, auch der Garten, ober vergebens! Da fragten fie Deinen Vater, wo der Scheck wäre. .Ich vermag eS auch nicht zu sagen," entgegnete Dein Vater, „er ist nicht mehr in meinem Hause." O, die Häscher hätten chn darauf fast in Stücke g-riffen; fie stießen schreckliche Drohungen cul und schleppten ihn dann gefesselt mit fich."
7.
O Menschenherz, wen« Dich je trifft Des Unglücks Schwert mit he der Pein, Wo findest Balsam Du und Trost!
Am KrenzeSpamm, am Kreuz allein!
Wenn Stürme wrld Dein Schiff umweh'». Umloh tt von der Blitze Schein, Wo findest Kraft Du, fi-dest Hall? Sm Kreuze! stamm, am Kreuz allein!
Wenn Dir das Liebste auf der Wett Hmstk-.ll in feinen Totenschreir-, Wie. hoffst Du auf ein Wiedersehn?
Durch KreuzeSmacht, durch» Kreuz allein!
Die alle Dienerin wunderte fich über die Ruhe, mit welcher Maria die Unglücksbotschttt vernahm. Iber, fie hatte ihrer jungen Herrin ja uichtS Rene» gesagt — Maria wußte alle», bevor fie noch ein Wort gesprochen.
Ttttzdem entsprach tote äußerliche Ruhe keineswegs dem Zustand ihrer Seele. Und al» fie nun allein war In dem verlassenen Gemach, welche» ihr Vater
möglich, daß im Reichstare von einj Inen F al« tiinen der Versuch g«macht würde, auf bye Wr e bet Reichsgesetz^ebung SchutzbeMr mungea für bie Be g arbeitet dmchzusetzen. Würde» sich nun biefc Bestrebungen inne'hals des RahrnenS b<r trott der preuß schen Regierung jetzt »em Landtage Vorgelegen Novelle halten, so würde der Reichskanzler, be- doch gleichzeitig preußischer Ministerpräsident ist, unn ösi ch pege fie an sich Front machen können. Jrn Reichstage könnte dann die Aktion auch eine Novelle zur Gewerbeordnung zur Folge haben, bie ffi tliche Fabrik- crbeiter in den K eis der neuen Gesetzgebung ziehen würde. Man hofft denn auch an de» verschiedensten Stellen, daß es schließlich bei be« Plea.> becotungkn zu einet Verständigung ko» m n werde. — Ob diese Auriafluiqen osst- z ör find, muß dahingestellt bleiben. Man Ians i>llrS das auch schreiben ohne Auftrag aus amtlichen Kreisen, denn eS verpflichtet schließlich zu nichts, sondern trägt dlos eine Meinung vor.
Der rufflkh-Japan. Krieg.
Hebet bie Fahrt des tnsfischeu Oft- f eegeschwabers fehlt eS noch immer an be- stimm en Nachrichten. Ein Telegramm den «Daily Mail' aus Singapore meldet:
Der hier eingetroffene Dampfer „Prinz Heinrich" berichtet, als er die russischen Sch ffe in ber Kamranh-Bucht liegen sah, seien bie Kreuzer „Dmitri Donskoi" urb „R«on" als Spähschiff vor der Bucht tätig gewesen. Sin Schlepper brachte bie Kohlensch ffe längsseits der Kriegsschiff-, welche Kohlen nahmen, auch wurde» bett Schiffen durch viele Boote Vorräte z rgef thrt.
Nach den letzten Nackrichten hat bte rufst che Flotte ih r Fahrt nach Nordosten fortgesetzt und ist bereite bei Hongkong gesehen worven. Der in Hongkong entgehe ff ene Dampfer „North Ang, lia" hat am Freitag ,pfit abends auf dec Höhe von Bombcy Reef eine starke Kreuz« flotte ge- schen, bie südwärts fuhr und lebhaft mit brat Scheinwerfer arbeitete. Doch konnte bie ,North Anglia- nicht erkennen, ob es japanische oder russische Kreuzer waren. .Daily Telegraph' meldet au 5 Tokio: Am Sonntag hieß es hier, bie Sch'ffe des baltischen Geschwaders lägen in ber Nähe von Hongkong; auch lägen fünf Kohlenschrff• bei einer fünf Meilen von Hongkong entfernten Iasel vor Anker.
Alles ist also auf den Refrain des Siebei gestimmt: „Nichts gewisses weiß matt nicht - Sollten sich die letzten Meldungen bestätigen, bann steuerte Aoschdjestwentky direkt auf die Straße von Formosa zu, wo ihn die Joprner kampfbereit erwarten.
Bo« Laubkrieg in ber Mandschurei werden wieder kleine Scharmützel gemeldet. Je nachdem die Nachrichten russtschrn oder japanischen Ursprung« find, ist auch ihr Inhalt gefärbt.
vielleicht niemals mehr betrete« wllte, da durchbrach der lange zmückg-hattene Strom ihrer Schmerze» die Dämme einer mühiam bewahrte» Fassung. 8rat schluchzend warf fie fich auf den Boden, in voller Berzwelflaoa die Hande ringend.
Die Hoffnung, die fie fast gewaltsam dem juigen Scheck eingeredet, fie war dahin, und Trostlosigkeit trat an ihre Stelle. Alle ihre Gedanke» liefen nur in der einen schr«cklichea Ei kennt» i» zusammen: Du wirst Deinen Baler »immer Wiedersehen! Sein graues Haupt wird ihn nicht sch tze» vor Schimpf, Mart« und — Tod!
„O Vater, Vater!" schrie Maria verzweifell auf. „Verzeihe mir, daß ich, wäbrend die Häscher Dich hiawegschttppten, kaum so s hc an Deine Rettung als an diejenige de» jungen Araber» dachte! Um diesen zü retten, hielt ich ihn ob, ben Häicher» entgegen#» Steten, um Dir die Freiheit zu wahren. Ich trage die Schuld an den Mißgandlunge» und Beschimpfungra, denen Du jetzt wohl aurgesetz* bist — und v, wen» Dch der grausame Abdallah töten würde! Ich, ich, Drin Kind, wäre bann Deiae Mörbertn!"
Ihr verginge» bie Sinne bei biesem schauerlichem Gedanke». Lange lag fie bewußtlos cm Boden.
Al» fie endlich die Anke» wieder anf chlug, fühlte sie fich ganz gebrochen. Tränenlos, doch starr, weit auigerlssea vor An,st, in einer Verzweiflung, die bene Wahnsinn furchtbar sähe kam, blick e chr Auge mm fich.
Da traf e3 auf die Keine Ampel, welche vor dem BUde de» Gekreuzigte« von der Decke heeabding und flett brennend erhalten wu de. Da» Licht schien am Verlöschen, ähnlich dem Ge-tivertrauen im Herze« btt Jungfrau. Dirse aber wmde dmch diese» Anblick an ihre Pflcht gemahnt, den» ihr oblag eS, dafür zu sorgen, daß dvS Del in der Lamp- nicht aaSging* Mühsam erhob fie fich, mehr durch Gewob"hett, als durch innere Bewegung angetriebeu, da» Del zu er* neuer».
lFvrtsetzrmg folgt.)