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J2 88. Fulda, Montag, den 17. April 1905. 32. Jahrgang.

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Q Arbetterschutz und Zenttum.

JedrSmal, wetm die inneren Zustände inner« Halb der sozialdemokratischen Partei besonders britisch werden, wie letzthin im »Fall Schippe!" ober im Bebel-Mrhring-Streit, sucht di« sozial« demokratische Presse »ach einem Bentil, um für die Partei Luft zu schaffen. Und da- ist die Hetze auf daS Zentrum. So auch jetzt wieder, wo infolge de- im strikten Gegensatz zur sozial« demokratischen Parteipolitik erfolgreich durchge« Führten Bergarbeiterausstandes die Arbeiter an der Richtigkeit der sozialdemokratischen Politik irr« werden könnten. Da hat denn die sozial« demokratische Preffe (z. B. ,Rh. Ztg.' Nr. 84) nichts eiligeres zu turn, als die »heuchlerische ArbeiterfreundlichkeU des Zentrum-" wieder ein­mal darzulegen. Bon selbst muß dann natürlich «f da- Haupt der^Sozraldemokratie der Glorien« sch«« der »alleinigen echten Arbeiterfreundlichkeit" sich herniedersenken.

Dem Artikel ist al- Motto der Ausspruch BiSmarcks vorgesetzt, wenn eS keine Sozialdemo« Katie gebe, »würden die mäßigen Fortschritte, di« wir überhaupt in der Sozralreforrn bisher (b. i. 1884 D. Red.) gemacht haben, noch gar nicht existieren." Natürlich ^soll das nach dem Artikel in der sozialdemokratischen Preffe auch UnsKhtlich de- Zentrum- gelten, bei dem ledig­lich die Furcht vor der Sozialdemokratie das Leitmotiv für feine Ardetierschutzpolitik fei. Schon vor 21 Jahren, L I. 1884, als die Sozial­demokratie unehrlicher Weise dem Zentrum diese- Motiv unterschob, hat ihr auf Zentrum- Seite von Schorlerner-Alst eine treffende Antwort ge­geben, die auch hier heute noch ihre Geltung hat

»Ich kam» Ihne« sage«", führte er, zu dm Sezial- demskraten gewandt, an», »was mrt»e Freunde (tm Zentrum) und ich — und ich glaube noch viele im Haase, — waS wir iubezuz auf diese (Arbeiter«) 'Tragen tun, daS tu» wir auS Pflichtgefühl, weil wir nach unserem religil fen Standpunkte u»S dazu verpflichtet halte», die traurige Lage der Ardeiter zu verbessern, di« Urbeistände, die O« bedrücke», zu hebe» und de» berechtigte» For- ch«r«»»e» derselbe» znr Erfüllung zu ver- Helfe». AuS Furcht tue ich daS nicht . . . und Wenn auch kein einziger Sozialdemokrat 4a Deutschland wäre, so würde ich «ich zu Horselben Tätigkeit im Interesse der Ar« Heiter »erpflichtet halte«, wie auch.letzt." (Sehr gut im Zentrum.)

Also, dem Zentrum soll man mit die­sem Aussprache BiSmarcks vom Leibe Siethen! Seine Taten beweisen, das eS von Anfang an bis heute auS Pflichtgefühl, weil eS »ein Herz für die Arbeiter hatte", für die Sojialreform eintrat, zu einer Z it, als eS des­halb in einem dreizehnjährigen Ringen (von 1877—1890) unter dem Hohn und Spott der Gegner, die übrigen bürgerlichen Parteien und dann noch die verbündeten Regierungen für die Sozialreform zu gewinnen hatte!

In da- Gebiet der sozialdemokratischen Sxl« stellungen gehört auch die alte Fabel, die soziale Gesetzgebung sei daS »ureigenste W-rk" der sozial« demokratischen Partei. Schon seit 1867 — »also zehn Jahre früher al- das Zenttum — waren Die Sozialdemokraten in den Parlamenten fleißig an der Arbeit, die soziale Gesetzgebung auSzu«

Aus geheiligtem Soden.

Erzählung von Heinrich Ernst.

6 ------ (Nachdruck verboten.)

ünterdkff-a 'hatten auch seine Freunde schwere Kämpfe zu bestehen. Immer näher sahen sie den Tag komme», an dem Abdallah seine« Gefangenen urräcklordern würde. Jimail wußte freilich ne* nicht daS Schlimmste, er kannte noch nicht die Absicht bei Morsallaw, ihn zmn elendesten seiner Sklaven za «tagen, de« stolzen So n der Wüste aus jede Weste zu demütigen. Aber ihn peinigt- der Sedarcke, daß et als Geisel in der Hand des Statthalter- dazu mißbraucht werden würde, da» Herz seines greisen Barer s schwach und zu« Frieden geneigt zu machen. Dan« auch schmerzte ibn die Trennung von Mario, zu ver ihn eine tiefe Zuneigung erfaßt hatte, über die er sich nicht mehr täuschen konnte. Alle» dir» «regt- ich« mächtig und mit jedem Tage mehr, der ih» der entscheidenden Sunde näh r brachte.

Und doch war sein Schmerz gering gegen die hef« tigeo Kämpfe, welche in diesen Tage« Johannes und MKind in ihrer S-ele auzzufechten harten. Der Grei» »ar in einem langen Leben > och nie so vo« Zweifeln £ quält wie jetzt. Sollt er den jungen Scheck der »uusamkeit de« Motsallam entziehen? Dan« ver« wi-tte er sein eigene» Leben und v-rhängte über stin Ktttd Kummet und Bedrängnis und brachte die ganze Vrtstengemeinde in schwere Gefahr. Ader dürfte er feine« Gast dem Wüterich preisgeben, ohne auch nm eine» Lee such zu seiner Rr.tung z« mache»? Diese Frage, beten Lösmg er nicht sand, ließ ihm keine Stehe- Er war ««zufrieden mit ftch selbst, er kam sich m>.wahrhaftig und falsch vor gegen den edle» Gast, de» er beherbergte.

bauen." Wie hätte aber da- Zentrum zugleich mit den Sozialdemokraten „an der Arbeit" fein können, wo e- 1867—1870 überhaupt tm nord­deutschen Reichstag ein Zentrum gar nicht gab? Dagegen waren draußen tm Lande, man denke nut an den Namen Retteier, die General • Versammlungen der Katholiken Deutschlands — hervorragende Ratholiken schon seit 1848 unausgesetzt tätig, auf die Notwendtgkett der Jngriffnahme sozialer Reformarbett hinzu- weisen und die Oeffentlichkeit und die Regierung für fte zu gewinnen. Gewiß die Sozialdemokraten haben bereits 1867 Anträge tm Parlamente gestellt. Was aber damit bezweckt war, zeigte sich deutlich feit dem Augenblicke, da die Regierungen zu Zugeständnissen sich bereit zeigten. DaS »ureigenste Werk" der Sozialdemokraten war es seitdem, die Arbeiterschutzgesetzgebung da- durch „avSzubauen", daß fie gegen alle wesent­lichen Gesetze stimmten, trotzdem diese Gesetze große Fortschritte getilgten, trotzdem diese Gesetze, soweit fie Steuergesetze waren, das leistungsfähige Großkapital, die Börsen- fpelulanten, trafen; fie stimmte dagegen, trotz« dem daß gerade diese Gesetze dem Schutze bei kleinen Manne» zu bienen bestimmt waren.

Angesichts einer solchen Haltung der sozial- demokratische» Partei kann man nur sagen: »DaS ist nichtWirken für die Arbeiter, sondern Agitation für d i e Partei« zwecke!"

Gegenüber diesen Tatsachen werden die sozial- demokratischen Versuche, auf Rosten der Wahr­heit da» Zentrum bei den katholischen Arbeitern zu verdächtigen und die Arbeiterfteundlichketi als lediges Reservatrecht für die Sozialdemokratie in Anspruch zu nehmen, vergebliche Liebesmühe bleiben. Gleichwohl fühlen wir uns verpflichtet, die sozialdemokratischen Unwahrheiten über die Sozialpolitik des Zentrums zu jeder Zeit auf ihren wahren Wert zurückzumünzen.

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Deutliches Reich.

Berlin, den 15. April 1905.

'«Inder MMr»rr»«M«geIe,eteheit scheint fich eine Verständigung anzubahneu. Am Donnerstag hat auf der deutschen Botschaft in Paris ein Diner stattgefunden, zu dem auch der französische Minister des Aeußera, Deleasfö, eingeladen war. Bei dieser Gelegenheit hat nun eine Unterredung zwischen den beiden Staat»« männern stattgefunden, und zwar ist die Ini­tiative dazu auSgegangen von Herrn Deleaff*. Dieser soll fein Bedauern über die unerquickliche P^eßkampagne gelegentlich der bekannten Differenzen Ausdruck gegeben und von feiner Adficht gesprochen haben eine Verständigung über etwa bestehende Mißverständnisse anzu- bahnen, «he Herr Deloaffö eine Annäherung versucht hatte, schrieb die .Süddeutsche Reichs« korrespondenz' offiziös:

„Wen» die Angabe» richtig find, die über ben Inhalt ein«» diplomatischere Rundschreibens de» fran- zvfischen Minister» bei Arnßern gemacht find, so stünde «an vor der Tatsache, daß Herr Delcaff» sei». Bot«

Aehnliche Gedanken bedrängten auch Maria, nur daß die innere Stimme, welche die Rettung Jtmail» forderte, in ihrem Herzen lauter und eindringlicher wurde vo« Tag z« Tag. Den« die Barmherzigkeit batte eine mächtige BandeSgenosfio gesunden: Die Liebe! Maria selbst war sich deren freilich «och nicht bewußt, aber darum nahm die Liebe nur uw so leichter und ungestörter vo« ihre« unbewachten Herzen Besitz. Sie fühlte nur einen leidenichaftttche« Schmerz, wenn fie an da» Schicksal J-wail'o in der Hand bei Mot­sallam dachte. Er mußte unter alle» Umstände» ge­rettet werben! Aber wie fie auch sann «nd sann, fie sand keinen Ausroeg.

Da fiel ihr auf einmal der junge Pilger ein, ihm wollte fie die Berg®eifette Lage der Dinge off'ubaren, vielleicht wußte er einen Rat.

Bernhard dachte nach Zuerst kam ihm der Gedanke, e» fei da» Beste, wen» Johanne» und Maria wit Jimail zu- sammen au» der Stadt entfliehe« und zu ben Wahi- dieh zu entkomme» suche» würde«. Aber Maria schüttette traurig ben Kopf zu diesem Borschlage.

„Da» habe auch ich schon erwogen", sagte fie, „aber e» ist «uwögttch. Denn ich habe wohl bewerft, daß Abdallah unser Hau» bewache« läßt, so daß ein Entrinnen kaum denkbar ist Aber wenn e» auch gelänge, ««bemerkt die Stadt zu verlaffen, so würde doch mein armer Batet, der von bet Bürde de» Alter» gebeugt ist, nicht imstande fein, die Anstrengungen einer hastigen Flucht zu ertrage«. Rein, daran darf ich nicht denke»., dieser Weg bietet un» keine Rettung."

Auch Bernhard sah ein, daß eine Flucht erfolgte» fein mußte, wenn ste durch da» Mitnehme» de» greifen Arzte» erschwert wurde. Rach einer Pause be» Nachdenken» sprach er zögernd:

„Dann weiß ich nur ein Mittel E» erfordert alletding» em große» Wagnis, da» sehr bet göttliche« Hülse bedarf, we>.» e» gelinge« soll. Ich meine: man müßte ben Batet Ismail» von bet Sachlage tu

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schäftet und durch dies« wohl auch bi« Negtemnge», bei denen fie beglaubigt find, mit falschen »der ent­stellenden Behauptungen über da» bearbeite» läßt,««» in Sachen Marokko» int Jahre 1904 zwischen der deutschen und der srmezöstsche» Diplomatie verhand-tt worden sei» soll. •» wäre damit auch der vewei» erbracht, daß der verantwortliche Letter der frmu »»fischen Politik von der in französische» und deutsche» Kreise» vorausgesetzte» loyalen Korrektheit wett genug entfernt ist, um «ine internationale Stimmungsmache gegen Deutschland der offene» «»»spräche mit un» vorzuziebe». tzu dieser Mache gehtre» auch gewiff, Preßtelegramm«, in denen verbreitet wird, die deutsch« Politik habe fich mtt Beziehung auf Marokko in eine tätliche Verlegenheit gebracht, da» Berliner Kabinett

rlegenhett gebracht, da» Berliner Kabinett _______steigender Beunruhigung auf ein erlösende» »ort de» Herrn Delcafft, ber hoffentlich stark genug feix werde, ein solche- nicht auSzufprechen, und bergt mehr. Der Kern der Streitfrage ist aber fo einfach, daß alle Verdrehungen nicht» helfen. Binden könnte un» Herr Deleaff« in Marokko nur durch eine beson­dere deutsch-französische Abmachung, die baS Ergebnis •d hoc zu eröffnender Verhandlungen wäre. SS ist mit gutem Grund vermiede» worden, dem französischen

Minister auch nur die leiseste Andeutung eine» deutschen Wunsche» »ach solchen Berhandlungen zu machen. Die in den Spalten ber ausländischen Preffe an Herr» Deleafsö gerichtete Mahnung, nur ja kein Entgegenkommen zu zeigen, läßt unS deshalb kühl! Wir stade» eS der Wahrnehmung unserer Jntereffen in Marotte nicht abträglich, wen» er bei einer Haltung beharrt, die dort für unS die Politik der freien Hard ohne vertragsmäßige Rückfichten auf Frankreich zu Recht bestehen läßt."

* Die Zähl««- der Katholiken bet den Volkszählungen bat noch jedesmal zu Beschwerden der Ratholiken Anlaß gegeben, weil stets unter« laffen wurde, die wirkliche Zahl der Ratholiken festzustellen, vielmehr Alt- und Deutschkatholiken al- römisch-katholische Christen gezählt wurden. Diese Beschwerden sollen auch für die Volks- zählung 1905 wieder nicht berücksichtigt werden. Nach den jetzt veröffentlichten Bestimmungen für die Volkszählung werden bei der Zählung die Evangelischen getrennt in Lutheraner, Reformier­ten und Unierten; die Ratholiken in *. römisch- katholische, b. rusfisch orthodoxe, «. Angehörige anderer griechisch (orientalisch) katholischer Rtrchen. Die griechisch katholischen Christen find sorgsam getrennt in russisch-orthodoxe und andere; beiden römisch-katholischen aber gibt man großmütig die Alt« und Demschkatholiken hinzu. UnS ist an diesem Zuwachs nichts gelegen, aber eS wäre un» ganz intereffant gewesen, endlich einmal die Zahl dieser nach Anficht deS Statistischen Amtes Ömisch kacholischen Christen in unserem Vater« Ude zu erfahren. D»e Statistik würde zweifellos ergeben, daß die altkatholische Richtung, die einst unter dem Beifall der Liberalen aller Schattierungen mit so vielem Tamtam einsetzte, heute nut noch eine verschwindend geringe Zahl von Anhängern hinter fich hat.

* Ei» neuer Konflikt ist an der Tech« nischen Hochschule in Charlottenburg ausgebrochen. Rektor und Senat haben ben Charlottenburger Studentenausschuß ausgelöst, weil der Ausschuß beschlossen harte, in Zukunft die konfessionellen Verbindungen nicht mehr zu vertreten.

§ Eine scharfe Verurteilung demokra­tischer Gedanke« findet fich in der Wochen- schrift.PlninS'. Man liest da: „gebe Ver­sammlung ist einem vielköpfigen Individuum, einem komplizierten Organismus vergleichbar.

Ihre Instinkte, Empfinbungen, MeinnngSänße« rangen stich je nach Zusammensetzung der Ber» fammümg stets verschieden, niemals recht kontrol­lierbar, schwierig zu beeinfiuffen und wohl nie ganz zu „machen". Ihre Beschlüsse hängen mit« unter direkt vorn Zufall ab, oder noch öfter von einzelnen starken Persönlichkeiten, die den Versammelten ihren Willen suggerieren, oder gar von Cliquen, die durch allerhand ge­schickte Vorbereitungen schon von vornherein beet Gang einer solchen Versammlung sest bestimmt und in den Händen haben." Und wer ist'S, der diese- scharfe Urteil in so zugefpitzter Weise ab­gegeben hat? Rein anderer als der frühere Pfarrer, jetzige Genoffe Göhre.

* Die AngelegenheitFischer ist in ein new» Stadium getreten. Nachdem Herr Prediger Fisch« neuerdings in verschiedenen Versammlungen erklärt hat, er werde in der bisherigen Weise weiter lehren und predigen, verlangen die Positiven eine neue Erklärung des evangelischen OberkirchenrotS, in der ihm daS ein für allemal unter Androhung des Disziplinarverfahren- verboten wird. In einer großen von 15 Parochialvereinen derSynode« Berlin I und Cölln einberufenen öffentlichen Versammlung, die am Freitag abend stattfand, gelangte mit allen gegen zwei Stimmen eine Erklärung zur Annahme, in der zunächst die wenig klare Form deS Bescheides deS Evange­lischen Oberkirchenrats bedauert wird. ES heißt bann weiter: Die Versammlung der Post« tioen von Berlin I «nd Berlin-Cölln richtet nm der Rirche der Reformation und um deS Ge« wissens der Gläubigen willen an den Evangelischen Oberktrchenrat die dringendste Bitte, seinem Erlaß vom 16. August v. I eine unzweideutige Erklärung folgen lassen zu wollen, dahin­gehend. daß er gewillt sei, nicht zu dulden, daß Drener bet Ruche die evangelischen Grundwahrheiten, mit denen unsere Kirche steht und fällt, in der Weise antafle», wie er Herr Pfarrer Fischer in seinem Vorträge vom 15. Oktober 1904 getan hat."

Kenntnis setzen, und dieser müßte bann ben Versuch wagen, mit einem Haute« seiner besten Männer, die er mit den besten P erben versehen müßte, im Schutze der Nacht bi» dicht an die Stadt und in die Nähe de» Stepha«»tore» heranzutemmen. Bon einer anderen Seite müßte er zugleich die Stadt mit -ber Hauptmacht seiner Krieger angreifen, so daß die Aufmerksamkeit bt Seldschucken von fln« und von dem Teile der Stadtmauer, an welchem diese» Hau» liegt, abgelentt würde. Mit Gotte» Hülfe köume e» auch bann vielleicht gelte gen, au» ber Stadt zu entkommen und z» jener wohlberittenen Schar zu gelangen. Dein Vater würde, wen» ihn einer ber Männer mit aus sein wackere» Araberpferb nähme, wohl ohne Beschwerde tm der raschen Flucht teilnehmen können."

.Auch dieser Vorschlag," erwiderte SRarb, „bietet wer tg Aussicht aus Erfolg Wie solle« wir au» der etabt gdaogenf — Doch da fällt mir ein glücklicher Umstand ein, der die» ermöglicht! Sieh, kort in dem Gebüsch, wo unser Garten di» zur inneren Stadt­mauer reicht, entdeckte ich al» Kind die Neberreste mächtiger Gewölbe, die einst die Fundamente eine» Hause» gebildet habe« müssen. Sie find freilich fast ganz mb Schutt gefüllt, ober ein schmaler Gang ist doch "och frei geblieben, der fich bi» unter die innere Stadtmauer erstr ckt und doch wett in die Erde hinri.rrieht. 6» ist möglich, daß man so bi» nahe an die äußere Umwallung gelangen könnte, vielletcht auch «och weiter."

„Da» wäre zu erproben," entgegnete Bernhard, ist dem so, bann ließe fich unschwer ein Stolle« bi» in» Freie außerhalb bet Befestigung vmschtedev."

Als bie Rächt her ei» brach, begab Bernhard fich in ben Garten. Nachdem er mtt Mühe einen Zugang in da» dichte Gestrüpp gesunde», gelangte er zu einem etwa fußtzohea Trümmerhaufen. Eine Höhle entdeckte er zmächst nicht. Al» er aber mit ein-m kmzen

Spate«, den er mügetowm«, in dem Schutt wühlte, traf er auf ein Gemäuer, das nach der Lagerung der Steine die Decke eine» Gewölbe» gewesen fein mußte. Eifrig arbeitete er j-tzt, um die Trümmer zu besei­tigen, Welche lffevbar ben Emgang zu diesem Ge­wölbe versperrten. Die Schuttmoffe war nicht sehr bedeutend, und so gelang e» Bernhard in kmzer Zeit, einen Zugang zu dem Gewölbe zu etößaen, ber ge­nügte, «m, Wenn auch kriechenb, tu» Innere vorzu­bringen.

Hier erweiterte nnb vertiefte fich ba» Gewöibe halb bereit, baß Bernhard darin aufrecht gehen konnte. Er entdeckte auch einen schmalen Gang, der recht» von dem Hanpigang abzweigte, hielt sich aber an letztere«, weil dieser in gerader Richtung aus die Stadtmauer zuwhne Zwar gab e» in dem Ge­wölbe auch einige Stellen, wo da» Mauerwerk tettweike rtegestü-zt war, doch blieb Raum genug, um gebückt darüber hinweg z« gelangen. 6» mußte ein unge­heurer Gebäude gewesen sei», do» einst hier gestanden hott«, denn da» nnterirdische Mauerwerk zog fich we-t hinou», und Bernhard staunte, al« tr nach langem Vordringen immer noch (ein Ende finden konnte. Auch wunderte ihn, daß er, rbgefehe« von jenem schmalen Settengange recht«, den er gleich a* fang« gesunde«, Wev er keinen Seftengang mehr entdeckte Demnach konnte ds« Gewölbe nicht wohl zu den Fundamenten eiie» zerstörten Gebäudes gehöre«, sondern e» wußte für fich allein irgend einen Zweck gehabt haben. War r» etwa eine alte Waffe, leitm>g k ober ein heimlicher AuSgang au» ber Stabt, bie letzte Zuflucht bedrängter Bewohner? ,

Gleichviel, er konnte jetzt wenigsten» die Zuflnch^ die Rettung der bedrängten Freunde w rden. W dachte Bernhard, besten Zuverfickt wuchs. Nur etnM beunruhigte ihn rech: wie sollte man au» diesem unterirbischen Gange ins Freie gelangen? We war schon fo wett oorgebrwgen, daß er sich ohne »Mf*

Der ruHifch-japan. Krieg.

Heber den Rur8 des russischen Ostseegeschwa- der» fehlt eS an Nachrichten, eS scheint sich aber zu bestätigen, daß das G«oS der Flotte in Saigon keine« Aufenthalt nehmen wird. Rur ein russisches HospitalSschiff Hal den französische« Hafen anftesuchl. Rach einer Meldung der ,8geirce HavaS' hatte daS russische HosptialS« schiff in Saigon einen Aufenthalt von 36 Stunden und nahm 900 Tonnen Roblew, Lebensmittel und Medikamente an Bord. Sin Rrankemvärter und ein französtfcher Arzt erklärten, daS Ziel deS russischen Geschwaders seiWladi- wofl o k. In Hongkong geht nach dem Bureau Reuter da» Gerücht, daß fich das rufftsche Ge­schwader in zwei Divisionen geteilt habe, von denen die eine bet den Anambo - Inseln, die andere bei Java läge. Der Dampfer „Noona", der Freitag abend hier angekommen ist, wnrde zwischen Saigon und Singapore angehalte»«, durchsucht, und erhielt denn die Erlaubnis, feine Reite fortzufthen. @a kommen hier viele