»kkt
a,
r
Xfc. mb ob
KüWr W Zeitung
K. $WjeStt hl $nlbfc woqoibMzt!«,Illustrierte SsMagqeituug
,66
MomürdÄiagt- „Mtzaer CeschichjzMttu".
M 87
Fulda, Samstag, den 15. April 1905.
32. Jahrgmg.
Vermttw»Mch<? ^ristletter:Z»f.Ban«
üMM rLrRtz- rö ft»art®« tes 8me LSst-eiertage° BfoMk»
3^66 SriugerlKW
Z8M-eivtazM«Lsrz> «s»ärtrrM.WWL
IflHigee? M Waw-epetltzeiitM deren San« 16 M. Lellamen diePeütM 25 Pfg.; bei Wirt»? Holungen wird tnifov
Rabatt gewährt.
Druck «nd Verlag dex 8uIdaerSetiendni«kr«r in Znlda (Harmonik
Lerotprecher Nr
* Freifiouige, nicht, wie wir annahmen, Nationalliberals find eS dem.Vorwärts' zufolge gewesen, die in der Toleranzkommission den Sozialvemokraten nahelegten, die Brra ung des Toieranzcmttags beim zweiten Teile abzu- brechen und Schluß zu mache». Na, ja, die greiftnrngen find in rekg'ösen und kirchenpolisischen Fragen ja ebenso „freisinnig" wie die National« liberalen.
* Beirat für «rbeiterst-rtistik. Die , Berl. Korrespondenz'berichtet: Im kaiserlichen Statistischen Amt ist der Beirat für ArbeUer- statistik versammelt Von Montag bis Mittwoch fanden eingehende Vernehmungen von 49 Aus« kimsttpersonen aus ganz Deutschland über die Arbeitsverhältnisse in den Kontoren
drohen, wenn ihren Interessen zu nahe getreten wird. Wie können sie sich noch über die Sozialdemokraten entrüsten?
im Kloster konnten sich keines deutschen Pilger» ev- imiete, der nach seinen Eczählnngen einer meiner Brüder hätte sein können. Ich wandte meine Schritte nun zum Spital, in der Hoffnung, daß einer der Pilger, welche hier krank und elend die Gastfreurt« schaft de» Kloster» genießen, aus seiner Wanderung einen meinet Brüder geltoffen oder von ihm vernommen habe. Auch hier nicht» I ®n einiger der Pilger, ein totkronker Mann, kannte ihren Namm I und auch den meinigen, denn er war au» dem Schwa« I beulande, meiner Heimat Wa» ich von ihm erfuhr, I war fast zu viel de» Schmerzlichen fit mich: Meine Brüder waren ebensowenig in die Heimat zmückge- lehn wie ich — wir alle drei waren verschollen, und niemand hoffte, daß wir noch unter den Lebend« wellten. Met« Vater ist gestorben, wohl au» Gram Über da» AuSsterben seines Geschlechte«, da er mA al» tot betrauerte, meine Mutter, von Siechtum befallen, wellt im Hause meiner Schwester, der allein ein befferes So» beschied-n zu sein scheint, denn fie ist die Gattin jene» Berhrrd von Waldcnbura, den Re liebte, wie ich Such erzählt, noch bevor meine Eltern fie dem arme« Liulprand verlobten. Mein Vater tot, meine Mutter krank und vielleicht auch schon an» diesem Tal der Schmerzen abberufe«, meine Brüder verschollen! Wahrlich, hätte mich nicht der Herr mtt seiner Gnade gestärkt — ich hätte znsammenbrech« müsse« unter der Wucht dieser Trauerkuude 1«
Bernhard verbarg sein Antlitz in den Händen, denn feines Auge« entströmten Tränen, die in solch« Lage auch Männer« keine Schande machen. Seine Zuhörer waren tief ergriffen; Johanne», der jene traurigen Nachrichten au» der Heimat de» Pilger« schon kannte, legte feinen Arm am dessen Schultern nrt sprach ihm liebevoll zu, da er fürchtete, der fort* geprüfte Mann möchte die Faffung verlieren, die er tm Gebete am Grabe de» Heilande» gewonnen haM,
Doch Bernhard schüttelte da» Haupt, indem « sprach: „Ich wehrte nicht m-in« Tränen, die mir da«
11 statt. Es handelt sich darum, ob auch in d« i Kontoren des Großhandels und in sonstige« kauf- i männischen Betrieben, die nicht mit offenen Ver- kauftstellen verbunden sind, eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit stattstuden soll. Die Vernehmungen ergaben, daß nicht bloß die I Vertretet der Handelsgehilfen und Hilfsarbeiter, i sondern auch Prinzipale, herunter namentlich auch die meisten Vertteter von Handelskammern, sich der gesttzttchm Regelung geneigt zeigten. Darüber, wie diese erfolgen soll, gehen die Meinungen auseinander.
* Dentsch-Güdtoestafrika. Nach «einer Meldung des Generals v. Trotha ans i Kub erhielt Hauptmann Manger von der Abteilung Meister in Haruchz durch einen Buschmann die Nachricht, daß Hendrik Witboi südlich ! von KowiseKclk fitze. Hauptmann Manger trat sofort mit 279 Gewehren und 2 Geschützen den i Kormarsch an und griff nm 7. April die Nachhut Hendrik Witbois östlich von jener Bley an. Dem Feinde wurden erhebliche Verluste beigebrachl; diesseits ein Offizier und 3 Reiter ! gefallen 3 Reiter verwundet. Der Vorstoß j hatte über zahlreiche Dünen 90 Kilometer wett ! in wasserlose Gegenden hineingeführt und mußte schließlich eingestellt werden, da die Reit- und Zugtiere wegen gänzlichen WaflermangelS erschöpft waren. Vom Auob entgegenfahrendes Waffer ermöglichte der Abteilung die Rückkehr, — Major v. Mm ff gelangte am 8. April bis 45 Kilometer K östlich von Kowise-Kolk am Noffob, ohne den Gegner zu erreichen. Auch der kleine Noffob wurde vom Feinde frei gefunden. — Oberleutnant Böttlin mit einer Abteilung Baftar-e und einem Zug der dritten Etappenkompagnie griff am 6. April die unter dem Hottentotten Gorub und dem Feldkornet Mias vereinigte Hottentortenbavden am oberem > Tsubrevier an. Nach vierstündigem Ge- I fett t wurde die Werft des Keinoes und bet I größte Teil seines Viehes genommen. Dietch« I Hottentotten find gefallen, 70 gefangen, zahlreiches Vieh, sowie Gew hre erbeutet worden.
। Mit der weiteren Säuberung Nordbethaniens wurde die Abteilung Zwehl, die sich am 6. April mit der 2. Ersatzkompagnie am Hudup, süd- östlich vom Auob, vereinigt hat, beauftragt.
* Eine« beschlußfähigen Landtag de- Fürstentums Ratzebnrg wird es im nächste» Jahre vielleicht endlich einmal geben, nachdem bisher, solange Ratzrburg eine Verfassung hatte, fein Parlament niemals in beschlußfähiger Anzahl versammelt gewesen ist. Ratzeburg gehört bekanntlich zum Großherzogtum Mecklenburg- Strelitz, dessen Großhrrzog ihm 1869 eine Verfassung verlieh. Der Landtag besteht auS Seist- lichen und Domänenpächtern, die ständig dem Landtage angehören, und Bürgern und Bauer», die gewählt werden. Diese Zusammensetzung behagte den Bürgern und Bauern nicht, und fie besuchten darum niemals den Landtag. Er ist seit 1870 regelmäßig einberufen worden, war aber stets beschlußunfähig. Inden letzte« Jahren sind mehrere der alten Abgeordneten von der Obstruktion gestorben. Der Bürger- und Bauernverein wandte sich vor einiger Zeit an
Deutfdies Reich.
Berlin, den 14, April 1905.
§ Zwei der rabiatesten koufesfiouelleu Klopffechter sind sich zur Abwechslung wieder einmal in die Haare geraten und bedenken fto nun einander mit derselben urwüchsigen Liebens. Würdigkeit, die si? sonst an die „Ultramontanen" M verschwenden pflegen. Der „orthodoxe« »ReichS- tote' hatte in Anknüsfuna an die Mitteilung, daß der .Vorwärts' 92,000 Abonnenten habe, geschrieben: „Diese Leute wissen, was die Presse zu bedeuten hat, und fie halten zu ihrer Presse. Was will dagegen die ganze ernsthaft nationale Presse bedeutm? Denn das nichtsozialdemokrati- sche Volk wird immer gesinnungsloser, eS liest dir parteilosen .General-Anzeiger', .Tägliche Rundschau' und die Scherlschen und Mosse- schen Jnseratenbläiter. bei denen der ja nach Umständen in verschiedenen Farben schillernde redaktionelle TeU nur als Aushängeschild für das Jnserateugeschäft erscheint.« Darauf fuhr die »Tägliche Rundschau' los: „Schamloser hat sich impotenter Neid und.gewiss!»- lole Berleumdungssucht wohl selten ent. hüllt. Der .Reichsbote', der uns fleißig liest und plündert, weiß, daß er mit diesem vom Zaun gebnsthenen Angriff, dieser Zusammenmengung der,Tägl. Rundschau' mit der Scherl-General- Anzeiger und der Moffepreffe, dieser Ableugnung des nationalen Charakters unserer Presse und seiner ernsthaften Politik eine verleumderische Lüge in die Mit setzt; aber er verübt fie den- noch, weil es ihm unbequem ist, daß der ,Tägl Rundschau' auch aus den Kreisen der .Reicks- boten'-Li-ser von Jahr zu Jahr mehr Abonnenten | zuströmen. Wir können auf diese Verleum- düng nur dadurch antworten, daß wir uns hin- fort ernstlich bemühen werden, gerade dem Leserkreise des .Reichsboten' unser Blatt zur Prüfung vorzulegen. Sie mögen dann, wenn sie auch m»r 14 Tage in unser Blatt Einsicht genommen haben, selbst urteilen, war von der Wahrheits- "ebe und dem geschäftlichen Anstande der .Reichsboten' zu halten ist.« Nun ist der .Reichsbote' gekränkt, daß die Kollegin «wütend mit Schimpf «orten" über ihn herfällt.« Auf das Prunken mit dem patriotischen Worte «national" gibt er nichts. „ WaSnennt sich jetzt nicht alles national?« Auch die Generalanzeiger, die Scherlsche und die Roffesche Presse wollten „national« fein. „Wenn mm, sonst nichts Positives mehr hat. muß daS Wörtchen national die Blöße decken." Wetter heißt eS: „Wir haben die »Tägliche Rundschau' Emmi, nicht »eil fie national ist. sondern weil sich alS parteilos bezeichnet und dabei alle krebungen deS Liberalismus unterstütztI mrd die konservative Partei durch giftige . Ausfälle verdächtigt, fie gibt sich durch i antikatholifche Artikel vonseiten deS 11
überziehen. Aber, staube mit, rt totrb der Tag komme« und ich werde ihn hoffentlich erlebe», wo die christliche« Völker de» Abendlandes, die Zänkereien ihrer bürste« beiseite schiebend, einmütig gegen die Gewallhirschaft der Seldichuckrn in» Feld ziehe« werden. Denn niemals wird die Christenheit eS dulden und ertragen könne«, daß die Stätten, die da» Leben und Leiden unseres Heilande» geheiligt, vo« Ungläubigen entweiht und geschändet werden 1«
Jsmeil schwieg, indem er den hohen Gedankenflag und die Begeisterung der Jungfrau bewunderte. Rach einet Weile sagte er:
So Dein holde- Angesicht vor Lugen, Deiner I liebliche Stimme und der Beredtsanikett Deiner Worte lauschend, möchte ick immer hier bleiben. Wahrlich, die Trennung von Dir wird mein Hetz mit Wehmut erfüllen, und wie bald schon mag sie bevorsikhen! Denn ich bin ja fast wieder gesund, die Wunde HM rasch, und ich fühle die alte Kraft in meinen Armen Wiederkehr«! Ach, ich foüte mich freuen aus de« Tag, da ich au» der Pflege de» Arzte», au» dem Kranke«-1 »tarnet entlassen werde, um mich btt widererlangte« Grsundheit zu erfreue« — aber ich sehe diesem Tage | mit Bangen entgegen. Ich werde Dein Angesicht I nicht mehr schauen und Drive Stimme nicht mehr höre« — ich, ein Gefangener der Seldschucken i«
Maria ttöstele ihren Pflegling, der wieder seinen trübe« Lhaungev sich hinzugebe« drohte, doch ver- 8den». Er saß fi-stet and In sich gekehrt, als ihr ater mit dem deutsche« Pilger zurückkehrte. Dieser schien traurig anb doch nicht niedergeschlagen, an» seinen Sagen strahlte ei« Licht, da» Ismail nicht kannte: es war der Widerschein de» innigen Gottver- tranens «ab bet süße« Freuden, die in da» Herz de» Pilger» eingekehrt waren im Grtete am Grabe de» Erlöser».
«Roch habe ich keine Spur von meine« Brüdern gefunden,« «klärte er auf Maria» Frage, «aber ich gebe die Hoffamy nicht auf. Die ehrwürdige« Bätet ‘
| zu machen. Wollen die Herren ihre Schimpfereien durchaus an die Abgeordneten gelangen lassen, so wissen sie ja, wie diese durch die Post | zu erreichen sind. Oder besitzen fie nicht so viel ! Opferst«« für ihre «gerechte Sache«, daß sie nicht einmal das Porto dafür ausbringen mögen?
§ Der «rotzherzog vom Hesse« hat ein neues Verbrechen begangen, wofür tm Wege der ! Reichskxekution gegen ihn eingeschritten werden i müßte. Der Finanzminister Snauth hatte in [ der zweiten hessischen Kammer bei der Etats- I beratung die Ausführungen des bekannten Sozial- s demokraten Ulrich als „ein gesundes Gegengift« gegen das laute Lamento bezeichnet, daS gerade
\ die wohlhabendsten Kreise des Großherzogtums über die Steuerlast in Hessen zu erheben pflegten.
i I» der Ersten Kammer wurde diese besremdende i Aeußerung des Ministers durch den Reichstags- Abgeordneten Freiherrn Heyl zu Herrnsheim, der, wie viele reiche Leute, nicht gern Steuern zu zahlen scheint, einer scharfen Kritik unterzogen, j Er wies darauf hin, daß im Lande dadurch eine tiefe Beunruhigung hervorgerufen worden sei, die geeignet sei, das monarchische Bewußtsein zu er-1 schlittern. Kurz darauf wurde die amtliche,Darmst. j Ztg.' zu der Mitteilung ermächtigt, daß der Großherzog nach Kenntnisnahme von den Verhandlungen ber Eisten Kammer Anlaß genommen habe, dem Finanzminister Gnauth erneut sein volles Vertrauen auszudrücken. Das hat nicht bloß den Freiherrn v. Heyl und seine Freunve mit Entrüstung erfüllt, auch die agrarische.Deutsche Tagesztg.' ist besorgt wegen des „gefährlichen I Spieles«, das da mit der Sozialdemokratie getrieben werde, und weist warnend darauf hin, daß deren Endziel nicht nur die Umwandlung unserer Wirtschaftsordnung, sondern auch der Umsturz unserer Staatsordnung, der Ersatz der Monarchie durch die demokratische Republik dllve. Der sozialdemokratischen Presse bereitet nämlich dir Äusreguug .dex LaMretter MchesDerMgeL. i Der .Deutschen Tageszia.' hätt der »Vorwärts' | höhnisch das Wort entgegen, daß dre Bauern vor dem Throne nicht Halt machen würden, wenn nicht genug Zollerhöhung gewährt würde. Jeden-1 falls macht es keinen erhebenden Eindruck, zu
** Der frühere protestantische Pastor Gottfried Schwarz in Karlsruhe, ein fatt> sam bekannter Streiter gegen «Rom«, hatte, als Idie Beratung des Toleranzantrages im Reichstag broorstand, eine Anzahl seiner Flugblätter an da« Büreau des Reichstags ge- sapdt mit der Bitte um Verteilung an die Ab- geordneten. Er erhielt unter dem 4. Februar b. 38. folgende Antwort: «Die mittels gefälligen Schreibens vom 31. v. Mts. überreichten Druckschriften erhalten Sie beifolgend »urück, da die höhere Genehmigung zur Ver-________„ .......... „v„„
tettung derselben an die Herren ReichstagSmit- sehen, wie gewisse Leute immer gleich mtt der nicht erteilt worden ist. Der Direktor." Erschütterung ihres monarchischen Bewußtseins Die.Deutsch-evangeltsche Korr.' verstchert, auch ' •• - ■ ~
die aus Baden seinerzett eingeschickten Anti- Jesuiten-Petltionen seien mit einer ähnlichen Begründung zurückzesandt worden. «So geht es, wenn der Reichs tagSpräfident ein Zen- trumSmann ist." Um wirkliche Petitionen wird es sich hier wohl ebensowenig gehandelt haben wie bei den Flugblättern des Herrn Schwarz. Esf werden rohe Schimpfereien gewesen fein, wie sie die Hauptwaffen der Jesuttengegner bllden. Dem RüchstagrpräfidenLen zuzumuten, die Verteilung solcher die religiösen Empsindungen der katholischen Abgeordneten aufs tiefste verletzenden Pamphlete zu beforgen, können wir nur als eine Unserfchämthrit bezeichnen. Auch ein nichtkatholischer Präsident würde ohne Zweifel soviel Taktgefühl besessen haben, sich nicht zum Briefträger oder Zettelverteiler dlS Soangelischen Bundes und des Herrn Schwarz
iEvangelifchen Bundes den Anschein, evangelisch zu fein, und gewährt dab-i Vertretern deS Monismus und Verteidigern der Fischerschen Richtung Raum. Sie unterscheidet sich tnbezug aus die Weltanschauung nicht von der freisinnigen Presse, gibt sich aber durch ihr Eintreten für Kolonial. undFlottenpolitik einen positiv nationalen Anstrich. . . Wir wüßten nicht, was uns z im Neid bewegen sollte, den« der geistige Gehalt I des Blattes ist dazu wirklich nicht angetan. Was ; uns bewog, das Blatt unter denen zu nennen, | die verwirrend und abschwächend auf Gesinnung ! und Charakter des Volkes wirken, ist der Um« ! stand, daß die ,Tägl. Rundsch.' sich parteilos ! nennt und es nicht ist, daß sie fick den Anschein i gibt, evangelisch zu fein, indem sie Artikel des Evangelischen Bundes aufnimmt, aber ebenso wenig ernsthaft evangelisch ist, wie sie politisch parteilos tst. Und gerade dadurch wirken diese Blätter verwirrend und abschwächend aus Gesinnung und Charakter des Volkes und des-1 halb haben wir unS gegen fie gewendet." Zur Kennzeichnung deS «evangelischen« Charakters; der .Täglichen Rundschau' bemerken wir noch, daß sie geleitet wird von einem ungläubig gewordenen ehemaligen Katholiken aus Boyern. Gewißem berufeaerBorkSmpferdeS«Eoangeliuws«. Fleißiger Mitarbeiter ist auch «och immer der Sxjesutt Gr s HomSbrorch, der seiner Z-it auS der Redaktion austreten mußte, weil Redaktion und Verlag es doch für bedenklich hielten, dos Blatt mit ihm weiter zu blamieren. Auch Graf HoenSbroech ist gewiß der geborene Vorkämpfer deS «Evangeliums".
da» «netbtttliche Schicksal zur Umkehr zu bewegen und verzaget zwischen Furcht und Hoffnung, da Ihr I dennoch ungewiß seid, ob Sure Gebete erfolgreich sein werden.«
«Gott lenkt nicht blind und ohne Wahl unsere I Geschicke,« erwiderte Maria, „er erzieht unsere Seelen zu ihrer ewigen Bestimmung, er prüft sie durch Glück wie Unglück, ob fie den rechten Gebrauch machen von I der Freibett de» Willen», die er ihnen gewährt hat. So sch-ffen wir «n» selbst unser wahre» Glück, indem wir so handel«, wie die Pflicht, da» Gewissen, die Stimme Gotte» im Mtnsche«, und die Liebe zu Gott und unsere« Nächste« e» unS lehrt. Unsere Nächste« aber find alle Mensches, die mt», ob freundlich oder feindlich, begegnen. Daher die Neigung zu guten und edlen Taten, die Du bei Christen gewahrst. Da» ist nicht «ur eine Religion für die Schwache«, für die Weiber, wie Du meinst, sondern nicht weniaer auch für die Starke«, für die Männer. Dean fie lehrt I nicht nur Unrecht ohne Haß zu ertragen, sondern auch | da» Rechte mit Unerschrockenheit und Tatkraft z« vollbringen, und fie schafft Märtyrer ebensowohl wie Helden, da fie dulde« lehrt, aber auch zu großen Taten begeistert.«
„Aber« — wandte J-mail eia — „hat nicht die Lehre Mubamed» ihre Jüogec viel mehr in Heide« gemacht und z« großen Taten geführt? Sie habe« die halbe Wett erobert, «nd e» ist in ihnen noch immerfort der Geist lebendig, der fie zum Kampfe Sen die Ungläubigen a, spornt mid sicherlich zu Herren
gmre« Abendlandes mache« wird, da» «och de« Christe« gehört. Diese aber sehe« untätig zu, wie an ihren ^eiligen Stätten der Halbmond herrscht, und nicht einmal die Granfomkett der Seldschncken vermag fie aufznrötteln.«
„Leider ist dem heute «och so," erwiderte Maria, „durch die Schuld herrsch,Lchiige: Fürsten, welche sogar da» Oberhaupt unserer heilige« Religio«, ben ehrwürdigen Patriarchen der Volker in Rom mit Krieg I
Auf geheiligtem Loden.
Erzählung von Heinrich Ernst.
6 ------ (Nachdruck verboten.^
Jrmaii verlieh diesen Gedanken Ausdruck, indem ? »ESerm ich Dich, o holde Jungftan, mtt den Töchtern unsere» Stamme» vergleiche, bann ver- Mfo ich wohl, warum ihr christlichen Jungftauen und Keane« von de« Männer« so viel höher geachtet werdet, als die Frauen und Mädchen der Araber und ^schucke«. Jetzt weiß ich auch, warum Ihr der «utter Smes Propheten Jesu» so hohe «Aehrung dartoen^, daß fie «ach ihm selbst die höchste Stckle tm «eiche Sure» Glauben» einnimmt. Stets werden
ta Gedächtni» die lieblichen Töne und die ein- foche« Worte de» Liede» hasten, welche» ich von Deine« r-pp« hörte, al» ich an» meiner BttLubung neulto erwachte:
Darum klage Und verzage
Mcht, wenn noch so groß Dein Schm«»,
Allzett offen. Darfst Du hotten. Findest Du Marte«» Her».-
,34 gestehe,« fuhr JSrnail fort «ach einer Panse I sinnender Betrachtung, der ihm die Kmgfra« schweigend überließ — „ich gestehe, da» Sure Weise zu bete« Such gewiffermaßen in ein innigere» und zärtlichere» BerhältmS zu Eurem Gotte und (Suren Heilige« bringe« muß, al» «nS die von Furcht I erfüllte Anbetung Allah». Doch scheint mir Sure Religion mehr für Weiber al» Männer zu tauge«. Indem wir un» stets bewußt find, daß alle», was geschehen wird, »orherbestimmt und daher «nabwend-
ist, find wir gleichmütig und unerschütterlich in Not «nd Gefahr. Ihr aber währt durch Gebete •