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Aeru spreche» 8t-1

M 86«

Fulda, Freitag, den 14. April 1905.

32. Jahrgang.

Erstes -Stoff.

Deutsches Reich.

Berti«, den 13, April 1905.

* „Wie gegenwärtig selbst «lrr»»»ut«ne Lta«ts beamte ihre Stellung dazu auSnutzen, «n Untergebene ihrer Konfession zr terrorisieren", darüber erzählt der.Reichsbote' der Welt eine aufregende Geschichte. Em in Mischehe lebender katholischer Bahnwärter am Rhein, der feine Kinder protestantisch werden läßt, soll von einem katholischen Bahnmeister unter Androhung des V«lust«s der Stelle oder der Versetzung aufge­fordert morden sein, seine Kinder der katholischen Kirche zuzuführen. Auch soll ihm der Bahnmeister aus seiner Bude ein Neues Testament wegge« nommen und dann mit der schriftlichen Auffor­derung zurückgesandt haben« das ketzerische Buch sofort zu entfernen. Der „wackere Mann" habe sich aber dadurch nicht etnfchüchlem laffen und wolle jetzt protestantisch werden. Wie das bei derartigen, gewöhnlich von phantafiereichen Pre­digern berichteten Schau rgeschichten Üblich ist, wird Name und Ort nicht genannt. Ihr «ach» jugehen und sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, ist also ganz unmöglich. Sie hat ja auch ihren Zweck vollkommen erreicht, wenn sie die Protestanten wieder einm,l ein bischen verhetzt. Daß das ihr Zweck iss, geht schon aus der .„SRotal“ hervor, die daran geknüpft wird: „Man merkt hier am Rhein wie auch anderswo, daß in der Besetzung öffentliche? Stellen durch 'Ätholischr Beamte in fast ausschließlich evan« geltscher Umgebung System liegt. I» einem benachbarten Städtchen, das dreiviertel evangelisch md ein viertel katholisch ist, ist u. a. der Post« meister, der Kreisarzt, ein anderer Arzt, der Kreiskaffeubeamte, ein Amtsrichter katholisch." Llso weil ein katholischer Bahnmeister einem gegen die Vorschriften feiner Kirche gröblich ver- stoßmden katholischen Bahnwärter Vorstellungen gemacht haben soll, ist e-< „System", öffentliche Stelle« i« fast ausschließlich evangelischen de- meinten mit katholisch rn Beamten zu besetzen. Wer stellt denn die Beamte« ank Etwa der Bischof? Wir kennen übrigens auch ein System, in fast ausschließlich katholischen Gegenden nur protestantische Beamte anzust-llen, nammtlich in den höheren Posten. Wenn es dem.Reichsboten' schon ««erträglich ist, daß in einem zu dreiviertel protestantischen Städtchen ein paar katholische Beamte sind, so wird er in dem ihm eigenen Gerechtigkeitsgefühl ja wohl auch dafür eintreten, daß aus den fast ausschließlich katholischen Städte«, Kreisen usw. die protestantischen Beamten entfeint werden.

§ Der Reichsinvalideufouds hat Ende Januar noch einen Bestand von 245,3 Mil­lionen Mk. gehabt. Im Jahre vorher find auS ihm, obschon im Etat für 1904 Wh Millionen Mark, die dem Fonds zur Last fielen, auf die

Auf geheiligtem Boten.

Erzählung von Heinrich Ernst.

4 ------ (Nachdruck verboten.)

Hier unterbrach der Arzi den jungen Pilger mit der Frage: „Du nenust «»- viele Namen, mein Bruder, doch iprich, wie heißt Du selbst?"

„Vergaß ich'» meinen eigenen Namen zu «evnen? Ich heiße Bernhard. Doch laßt mich weiter erzählen. Die Feier jenes Tages beschloß ein Turnier; Liulprond und Gerhard stritten um den Ehre preis, eine Rose, die meine süße Schwester Mechitld dem Sieger ver- lechen sollte. Gerhard Regte, und — ach! — et -besiegte auch ihr Herz Jene waren beide in Liebe zu ihr erglüht, doch Gerhard zögerte noch, um MechtildS Hand zu bitten. Nicht so sein Gegner. Und meine lieben Eltern wachten freudig und arglo­den trefflichen Liüiprand zu ihrem Eidam, ohne den Summer ihrer Tochter zu bemerken, die imzeftagt den Gedanken an Gerhard schmerzlich entsagen mußte. Ha, wie entsetzte sich dieser, als Liutvrand zurückkchrke und uns seine Verlobung mit M-chtild kundtat! Und bald darauf geschah eS, daß die Gegner sich im Walde trafen, Odo aber, mein Broder, der von böser Ahnung «peinigt seinem Freunde Liuiprand nachgeeilt war, sah sie schon von fern in wildem Zwetkampl. Gerhard war an Gewandcheit wie <.n Kraft dem armen Liutprand wett überlegen, md der nächste Schwert­streich schon, von nerviger Faufl geführt, konnte diesem den Tod bereite«. Da erfaßte meinen Bruder in seiner Angst um deS Freundes Liben ein Schwind; l, auS der Hand flog ihm die Lanze, darauf ein Schrei — uvd um ihn schien die Hölle sich im Tanze zu drehen. Und da vernahm Odo eine fürchterliche Stimme, die ihm daS Blut in den Adern erstarrte: eS war Gerhard- Stimme — Liuiprands Mund war auf ewig verstummt, Odo hatte den FremG, de« et

fortlaufende« Ausgaben übernommen worden find, nicht weniger als nahezu 40 Millionen Mk aoSgegeben worden. Ma« kann danach auf recht einfache Art fich ausrechnen, daß, da die zur Deckung der Ausgaben mit zu verwendenden Zinsen beim Zusammenschmelzen des Fonds von Jahr zu Jahr geringer werden, eS, saSL keine Aenderung eintritt, nicht mehr sechs Jahre dauer« wird, bis der seinerzeit mit 561 Mil­lionen Mk. auS der franzöfischen Kriegskosten­entschädigung dotierte Jnvalidenfonds, der be­stimmt war, auch den Ansprüchen des letzten Kriegsinvaliden noch gerecht zu werden, aufge­zehrt sein wird. Bei der Fortsetzung der Ar­beiten zur Sanierung deS Fonds dürfte eS fich, so wird osfiziös geschrieben, „nicht bloß um die Erwägung der Ergreifung ähnlicher Maßnahmen wie der erst in den Etat für 1904 eingestellten, sondern weiter darum handeln, den Reichs« invalidensondS wieder mit möglichst Lfo vielen Mitteln aufzufüllen, daß die auf ihn angewiesenen Verpflichtungen erfüllt werden können."

*. Betreffs der Arbeitskammer« berichtet die ,Soz. Praxis', herrscht noch nicht einmal Ein­verständnis über die Srundzüge des Entwurfes, und ob wir eine Vorlage im nächsten Herbste erwarten dürfen, ist auch noch zweifelhaft. Da­gegen ist der Gesetzentwurf über die Berufs- Vereine fertig und geht demnächst an den Bundesrat.

*♦ Infolge der Inangriffnahme neuer Bah«- b««te« in unseren Kolonien, des Aus­baues und der Verbefferung deS Hafens von Swakopmund, sowie der geplanten Ausführung anderer wichtiger Bauarbeite« bieten fich, wie die ,Nordd. Allgem. Ztg.' schreibt, für jüngere mittlere Baubeamte günstige Aus» sichten zur Verwendung im Kolonialdienste. Bevorzugt werden technische mittlere Beamte der Eisenbahn oder allgemeinen Bauverwaltung, welche die für den heimischen Dienst vor­geschriebenen Prüfungen abgelegt haben. Die Annahmebedingungen find folgende: Verpflichtung zu einer Vh* bis 3jährigen Dienstzeit je nach den klimatischen Verhältnissen deS betreffenden Schutzgebietes, 5400 Mark jährliche Remnne« ratton nebst freier Wohnung, reichliche Aus- rüstungS« und Reisegelder und freie ärztliche Be­handlung hn Schutzgebiet. Bewerber müssen im Alter von etwa 25 bis 30 Jahren stehen, un­verheiratet und völlig gesund, sowie im Besitze guter Zeugniffe fein; auch müssen sie der Mili­tärpflicht genügt haben. Meldungen mit Ledens« lauf und Personalpapieren find an die Kolonialab­teilung deS Auswärtigen AmteS in Berlin zu richten.

(♦) Vom ostdeutschen Gütermarkt wird berichtet: Die Arsievelungskommisfion hat daS RistoscheSut iw Deutsch-Briesen, über 500 Morgen, den Morgen zu 276 M. angekauft. — DaS Rittergut MySlencinnek bei Bromberg ist dem ,Bromb. Tagbl.' zufolge von dem Ritter» gutsbesttzer Strübing an den Rentier Melde verkauft worden. Herr Melde war schon früher hervorragend im Kreise Thorn tätig. — DaS große Rittergut Ober-, Mittel- u Nieder- Brune ist durch die polnische Parzellierungs­

retten wollte, zu Tode getroffen l „Fluch mit Dir", tief ihm Gerhard entgegen, „Du feiger Mörder, der Du an- dem Hinterhalt uns überfielst!*

„Da wandte fich Odo in wahnfinniger Bet» zweiflung, gepeitscht von teuflischen Rachegeistern, zu wilder, ruheloser Flucht. In Regensburg endlich mutzte er, da seine Kraft erschöpft war, rasten. Seine Seele wurde ruhiger, nachdem er im bl. Sakrament Verzeihung von Gott erlangt hatte. Doch um seine Freveltat zu büßen, gelobte er im hohen Dome eine Pilgerfahrt zum heiligen Lande.

„Konradin und ich, die wir unsere« Brüder auf- Innigste liebte«, waren inbtffen ohne Zögern ausge­brochen, um Odo zu suchen. Wenige Meile« hinter Regensburg trafen wir ben Ung Ücklich'N im härene« Pilaerhemde. Wir aber, erschüttert von der Größe seiner Seelenqaal, befchlcssi«, mtt ihm in- heilige Land zu ziehen, um am Grabe de- Erlöser- unsere Gebete mit den {einiges zu vereine«. Wohl gedachte« wir unserer Eltern und unserer süßen Schwester Mechtlld, aber die Jagend gehorcht der Eingebung de- Augenblick-, zumal wenn diese einen großen und edelmütige« Entschluß fordert.

„Aber wir sollten noch härter geprüft werde», a» wir ahnten. Räuberische Sarazene«, die mit ihren flirten Schiffe« auf der Levante krmzten, -nterten den Benetianer, der mi- nach der Küste Palästinas bringen sollte, und raubte« nicht nur alles Hab snd Gat, sondern warfen auch alle arbeit-fähige« Männer in Kette», um fie al- Sklaven zu verkauft«; die andern, Greise und Kranke, warfen fie in» Meer, den Fische« zum Fräße. Auch die Sklavenketten trugen vir mtt Ergebung, so lange wir Brüder vereint blieben. Aber Verzweiflang packte mick, als ich in Alexandrien von Odo und Konradi« getrennt wurde. Ein Händler an- Oberägyp'en kaufte mich, ich aber entsprang ihm schon am dritte« Tag'. Verfolgt, gehetzt wie ein wilde- Tier, ward ich wieder eingefangen und nun um so fester in Ketten geschmiedet.

„Acht lange Jahre schmachtete ich i« de« Baude«

bank von DrewSki u. Langer, Posen, aus beut- scher Hand erworben und an einen Pole« weiter verkauft worden. Sine« Rest deS Besitzer kauften parzellenweise die angrenzenden polnische« Bauern. Der Hauptkäufer, von Dombrowski, wäre damit der erste polnische Rtttergutsbefitzer n Oberschlesten geworden. — Rentier Waldo, der kürzlich von den Boy'schen Geschwister daS gegen 800 Morgen große Gut Skorzenetn für 185000 M. erwarb, hat gegen 200 Morgen gutes Land an die benachbarten Bauer« weiter verkauft; daS Restgut in Größe von 620 Morgen mit durch­weg gutem Boden nebst Mesen und Torsstich, vor- zügliche« Gebäude«, großartigem Wohnhause nebst Park und vbflplantage hat der Rentier Otto Thieme auS Bromberg für de« Verhältnis- mäßig sehr billigen Preis von 157000 Mk. er- worben. — Gutsbesttzer Steigert zu Grützen­dorf bei Schönlanke hat sei« Gut an die An- ledlungSkommisfio« verkauft. — Gutsbesitzer Zlint«Lindevau hat seine Besitzung in Tannsee, 3 Kulm. Hufen groß, mit Inventar für 102000 Mark von Herrn Wiebe junior aus Neumünster« berg verkauft, — Die 100 Hektar große Besitz­ung des Herrn Ludwig Neufeld in Dt.«Lo«k ist zur Aufteilung von dem Landwirtschaftlichen AnfiedekingSbureau Moritz Friedländer, Brom­berg angekauft worden.

* Die Rowntiffton del Abgeordneten­hauses für die Bergarbeiterschutzuovelle setzte am Donnerstag ihre Beratungen fort. Die Verhandlung nahm einen höchst unerfreu­liche« Verlauf; zwar wurden die Arbeiter­ausschüsse obligatorisch gemacht, aber trotz des Widerspruchs der Regierung und gegen die Stimmen des Zentrums und deS Freisinns wurde die geheime Wahl der ArbeUerauSschüffe durch die öffentliche Wahl ersetzt und die politische Betätigung der Mitglieder der Ausschüffe untersagt. Nach dieser Ver­schlechterung der Verlage sah sich das Zentrum gezwungen, gegen die obligatorische Einführung der ArbeiterauSschüffr zu stimmen und eS wird kaum in der Lage fein, das Gesetz unter diesen Umstände« anzunehmen. Eine Verschlechterung erfuhr die Vorlage auch insofern, als dos aktive Wahlrecht an eine 2jährige, statt an eine einjährige Tätigkeit auf dem Bergwerk geknüpft wurde und für die Erlangung deS paffiven Wahlrechtes eine 4jährige Tätigkeit, statt der 3- jährigen, sowie die Erreichung deS 30. Lebens­jahre- vorgeschriebe« wurde. Der Antrag deS Zentrums, das passtoe Wahlrecht nicht von der deutschen Sprache ablängig sein zu laffen, wurde abgelehnt. Die Wahl der Ausschüffe soll alle 5 Jahre erneuert werden. Die Berhältniswabl soll entsprechend dem Zentrumsa«trag zulässig sein. Auch wurde der Antrag des Zentrums angenommen, bezüglich der ArbeiterauSschüffr folgende Bestimmung in § 80 f als letzten Satz einzuschalten:

„liebet die Organisation, Wahl, Zuständigkeit uxb Geschäftsführung deS ständigen ArvettetauSfchuffeS find in der Arbeitsordnung oder in blonderen Satzungen nähere Bestimmungen zu treffen, die der Genehmigung deS Oberbergamt-S ur teilte,en."

schimpflicher Knecht,chast, da war mir eine- Tage- die Gelegenheit güchip, zu en'fl eym. Ich entkam und verbarg mich längere Zeit bei einem ckristlichen Bauern, dem Gott seine Wohltalen lohnen mö^el Als ich'- wagen durfte, wenn auch verkleidet, wieder aaf öffentlichen Wegen zu wandeln, zog ich de« Nil wieder berab, in jedem Dorfr nach meinen Brüdern ftagend, indem ich fie der Borficht halber al» mir entlaufene Sklaven bezeichnete Umsonst! nirgends eine Spar von ihnen! Ach, in welchem Teil der weile«, vom Halbmond beherrschten Welt mochten fie verschachert worden fein? Oder hatten fie fich beftett und waren in die Heimat zurückgekehrt? Doch dann hätten fie jedenfalls zuvor ihre Pilgerfahrt zum Grabe de- E löset- au-geführt. Ja, dahin mußte auch ich mich wenden, r.ut hier konnte ich Hessen, von meinen Brüdern vielleicht eine Spur zu fisten. Uns so kam ich hierher, wo ich ermattet und halb verhungert vor Deiner Schwelle, ehrwürdiger Greis, zufawmen- brach und nun dankbar Deine Gastfreundschaft genieße."

„Brttachte mein Haus als,da» Derne," erwiderte Johannes, tief ergriffe« von den tramigeu Schicksalen de- Pilgers, der auS Liebe zu feinen Brütern fern vorn väterlichen Schlöffe in Armut und Entbehrung umhirirrte, um dK Verlöre» e« zu suche«.

„Haft Du vielleicht jemals von einem jungen deutschen Pilger eine Geschichte verkommen, welche Dich an diese erinnert, die ich Dir soeben erzählt habe?* fragte Bernhard, von einer schwachen Hrffanng beseelt, schon hier etwas von seine« Brüdern zu et«

$ Johanne- besann fich, aber soviel er auch nach- dachte, und mtt so vielen Pilgern er auch in ben l,tz:en Jahren gesprochen hatte — idw fi-l ke-ner ein, der wi-hl ein Bruder Bernhards sein könne, und noch niemals hatte er von ähnlichen Schicksalm dewvmmeu, wie jener berichtet hatte.

„Mein Bmder", antwortete et endlich, „verliere den Mut nicht und verzage nicht, wen« ich Dir auch kett» «nrkmst geben tonn. Wie wenige der zahl-

Zu § 82 wurde ein Antrag angenomme«, wonach Vie Entlassung von Xtbettet« ohne voc- tetige Kündigung nur eintreten darf, wen« fie ich der vorschriftswidrigen Beladung der Förder- zesäße in einem Monat mehr als srrima! chuldig gemacht haben und deshalb bestraft worden find. In der Arbeitsordnung »der im ArbeitSoertrag darf Ablegung oder Gntloffung wegen vorschriftswidriger Belobung nut für den Zoll vorgesehen werten, daß der Arbeiter dieser- ial6 in einem Monat mehr als dreimal mit Geldstrafe belegt worden ist. Der Beschluß der ersten Lesung, wonach Arbeiter wegen un­genügender und vorschriftswidriger Beladm-g von Fördergefäßen im Laufe eines Kalender- monatS nur im Gesamibetrage bis zu 5 Mark bestraft werden dürfen, wurde mit 15 gegen 13 Stimmen beibehalten. Bezüglich der sanitäre« ürbeitSzeit wurde auf Antrag der National- iberalen und der Freikonfervativen statt der Be- chlüffe der ersten Lesung folgende Aendermß res § 197 deS allgeme nen Berggesetzes be> chloffen:

„Sie (Ne Berkbehörden) find verpflichtet, za prüf en, ob mit Rücksicht auf die die Gesundheit der Ktb eitet beeinflußenden Betriebsbedingungen eine Fest- etz ung bet Sauet bet regelmäßigen täglichen Arbeits­zeit geboten ist. Gegebenenfalls schreibt daS Ober« detgarnt nach Anhörung bei GesundheitSbeitatS Dauer, Beginn unb Erde bet täglichen regelmäßigen Arbeits­zeit für den Oberbergamt»bezirkS oder Teile desselben vor und erläßt die zur Durchführung dieser Borschristen erforderlichen Anordnungen. ®u8 besondere: Gründen können einzelne Bergwerke auf ihren Anetag vom Ob erbergamt von der Beobachtung dieser Borschristen gänzlich oder teilweise, dauernd oder z-ittveift ent­bunden werden."

Ferner wurde hinter Ads. 2 des 8 197 dsS allgemeinen Berggesetzes folgender neue Absatz eingeschaltet:

„Der GesundheitSbeirat wird für de» Umfang deS OberbergawtkbkzirkS gebildet nvd besteht a«S dem Berghauptmann alS Borfitzenden, sowie auS 4 vorn Obrrbergamt berufene» Mitgliedern, die zu gleichen Teilen aus der Zahl der Bergwerksb« fitzet oder ihter Stellvettreter und bet Zahl bet Kvapp'chaftSältefien zu entnehmen fbtb. An ben Verhandlungen deS Ge- sundhritSbeiratS ninwt em vom Obcrbergamt zu berufender KnappfchaftSarzt mit beratender Stimme teil."

Damit find die Bestimmungen der Regierungs­vorlage bezüglich Festlegung eines sanitärer Maximalarbeitttags abgelehnt: Von de« auf di« Einschränkung der Arbeitszeit bezügliche« Be­stimmungen find nur diejenigen übrig aeblkten, wonach bei einer Temperatur von 28° EelstuS nur 6 Gtm de« geartet et werden darf und zwi­schen zwei Schichten eine Ruhepause von minde­stens 8 Stunden liege« soll. Vor der Abstim­mung über den ganze« Entwurf gab je ein Mitglied des Zentrums und deS Frei­sinns die Erklärung ab, daß ihre Frak­tionen nach der vorgenommenen wesentlichen Verschlechterung der Regikrupgsvotlake gegen das ganze Gesetz stimmen würde«. D»s Konservative« unb Nationalliberalen ftimmten geschloffen für das Gesetz Von konservaüver Sette wird noch einmal die Frage aufgeworfen, ob nicht die Behinderung von Arbeitswilligen durch daS Berggesetz unter Straf- gestellt wer-

reichen Pilger, die jahraus jrhrern zum btitigen Grabe wallen, habe ich selbst grsehe« oder gesprochen; Vielleicht aber wirst Du mehr i» dem Kloster et- fahre«, dessen Väter die heilige» Stätte« hüten, n:'b auch unser ehrwürdiger Patriarch mag toobt «wer den abendlävdsschen Pilgern Deine Brüser, sofern sie hier waren, kennen gelernt hrten; denn et spricht mit aar viele« von ihnen, um ihnen die Not unserer Christengemeinde und die Gefährdung unserer heiligen Stätten zu klagen, damit fie. in die Heimat zmkck- gekehrt, im «vendlande ven Geist deS GlaudeuSeisers entfachen, der sicherlich in nicht zu ferner Zeit den Greueln der Seldschuck?« hier ei« Ende machen muß

Bernhard sprang auf. „Laßt mich sofort zr» heiligen Grabe eilen, und wenn ich dort meinen Hrti land avgebeiet und leinen Beistand erfleht habe, will ich sofort bei den Wächtern des hellige» Grabes «och meinen Brüder« fsrschen." . ,

.Doch gehe nicht aEtlp," erwiderte Johannes, „da» Volk ist, rote Du selbst ersah«» hast, lehr erregt gegen die chrtstlichen Püger. Ich will Dich aber begleuen. daun List Du t« Sicherheit, da ich wegen merreS Alters ueb meiner HMr bereit schatt in Fällen schwerer Krarkheit auch von de» Muhiunedaueru mit Achtung behandelt werbe."

So veiließen denn beide dar Hau», um zum hl. Grabe fich zu begeben.

JSWail hatte mit stvrnser Btrwnvderung die kr- tähluvg des abrnLländische-- PttgerS und seine Uster» balwng mit b m greifen Gafifrevnd vernommen. D« Hzi/ch deS CH ist.'vtnms, welcher ihm au» allem er?» gegrnLth'.e, berührte ihn seltsam unb doch anziehend und wunderbar die Seele bewegend. Er betouab» ;e dic Wavdhattigktir der Chnsten und ihre stille Demut im Ertragen von Leide» vr.d Mißha» dlnngen um - ■*> Glaubens willen. Und die christliche Geduld, we'ck« ihm jetzt so groß und -d l erschien, war ihm dec io oft, wie allen Muhairedarern, ein Segenst-n' -4 Spottes gewesen; für Feigheit und HLndtlchrS ~ti!«