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JE 85.
Fulda, Donnerstag, den 13. April 1905.
2. Jahrgang.
Deutfdies Reich.
Berlin, öen 12. Äpcil 1905.
—* Ein Pariser Blatt behauptet, der K ais er beabsichtig, in Lothringen etn »erreS Skaiferfchlstz erbauen zu lasten. Er habe eigenhändig die Grundrisse und Skizzen für das Schloß gezeichnet, das sich in rein mittelalterlichem Stil auf einem Plateau über der Mosel erheben solle. Die ,Nordd. Allg. Zig.' kann mitteilen, daß an dieser Erzählung kein wadres Wort ist.
§ Die »Kreuzzeitung' antwortet aus un- sere Frage, ob sie daS Streben des Zentrums - rch einer erträckichen Religiorr-freiheit für Vie ltsthotikerr anerkenne oder nerurtetlr: ..SeibstoerfländUch erkennen wir es an! Die in Preußen bekehmde Parität wünschen wir den Katholiken auch in allen anderen vorwiegend eoangelische« Bundesstaaten, wie wir Eoaugelische sie in den vorwiegend katholischen Bundesstaaten genießen." Schön, bis auf „die in Preußen bestehende Parität". Auf unsere weiters Frage, wie die Katholiken auf Beseitigung der unpari« tätifchen Gesetzgebung in den einzelnen Bundesstaaten hinwtrken sollten, wenn nicht im Wege der Retchsgesetzgebung, erklärt das konservative Blatt: „Dieser Weg ist für uns ungangbar. Wir find bei der heutigen Zusammensetzung des Reichstages für eine Einmischung des Reiches w dir kirchliche Gesetzgebung und in die Verfassung der Tinzrlstaaten nicht za haben. Aber wir empfedlm, daß die Reichsgewalt den Regierungen der Mnzelstaateu freundliche Vorstel- lunze-r mackt, volle Religions- und KultuLfrej. heit zu gewähren, wie fie in Preußen, Bayern, Württemberg usw. besteht. Aach saß die evangelischen Landtagsabgrordnete« der betreffenden Staaten die Initiative ergreifen, um die ver- aLitten, teilweise noch aus dem westsälischrn Friesen stammenden Beschränkungen der katholischen Kirche zu brsettige«, möchten wir dringend wünschen. Ader wir baden als preußisches Blatt em« gewiff« Scheu düvrr, uns mit den inneren Aigelege. hetten anderer Bundesstaaten anders als referierend zu befaffen, und zum Ratgeber des Zentrums eignen wir uns erst recht nicht." Die „freundlichen Vorstellungen" der „Reichsgewalt" bei den Tinzelregirrungen haben bekanntlich nur einen sehr mangelhaften Erfolg gehabt. Daß die evangelischen Landtags« abgeordnrten nicht für unsere berechtigten Forderungen eintreten werden, weiß auch dir »Kreuz- zeituug' ganz gut. Oder glaubt fie etwa, dir konftroatioe Mehrheit im sächsischen Landtage werde einen Antrag zugunsten der Katholik-n einzudringen den Mut oder die Neigung haben? Die platonische Anerkennung, die die .Kreuz- zeitang' für unsere Bestrebungen hat, nutzt u«8 also gar nichts. Wenn etwas geschehen soll, kann es nur durch das Reich geschehen. Ob aber die .Krevzztg.' auch nur für eine Resolution im Reichstage zu haben sein würde, worin die „Reichsgewatt" aufg,fordert wird, bei dm Einzelremerungen „freundliche Vorstellungen" zu- gunsten der Katholiken zu machen? Wäre di.s
nicht feon wieder eine Einmischung der Reiches in die Kachenfteiheit der Einzelstaatm?
\ LaS Ergebnis der Zeichnung auf die neue L/»prozentige -ieichsanleihc ist noch günstiger, als zuerst gemeldet wurde. Von den gezeichneten Beträgen entfallen rund 146 Millionen Mk. auf Stücke, detrrffs deren die Zeichner sich einer Sperre bis zum 15. Oktober ds. IS. unterwerfen und die Einlieferung an die ReichLschaldenverwaltung behufs Eintragung in Las Reichsschuldenduch "beamragt haben. Nach einem von dem eugeren Ausschuß des Anleihe- tansortiums gefaßten Beschluß sollen diese Zrich- nungm voll berücksichtigt w-rdm. Die Zeichnungen mir bloßer Gperrserpflichtung bis zrm 15. Oktober beziffern fick insgesamt auf 420 Millwnm Mark, sodaß für bie Subskriptionen ohne jede Vsipflichtung ein Btt-ag von etwa 4 Milliarden Mar? Übrig bleibt. Die Zeichnungen, welche nur einer Sperr Verpflichtung unterworfen find, erkalten mindestens 8 Prozent zagekeilt. Demgemäß können auf die Stücke ohne Sperr- verpflichturg nur ganz geringe Beträge gewährt werden. In den beide« letzten Fälle» bleibt es dem Ermessen der beteiligten Zrichrnstellen über- laffen, d»e Zuteilung einzurichirn. Es steht in ihrem Belieben, die Zeichnungen auf freie Stück- hier und da wohlwollend zu behandeln, worunter dann aber naturgemäß die Zuteilung auf die Zeichnungen mit Sprrrverpflichlunz bis 15. Okt. leiden müßte. Im allgemeinen ist angesichts der sü^ftehnsachen Ueserzeichuuug der Unlewe damit zu rechnen, dost die Zeichnungen auf freie Stückwenn überhaupt, so kaum mit mehr als 1 Proz. bedacht werden.
** Der deutsch marokkanische Handels vertrag ist nach dem ,Berl. Lokal-Anz.' durch einen No cnwechsel zwischen Dr. Kühlmann in Tanger u .d bet marokkanischen Regierung in Fez zustande gekommen. Der bisher bestenends Handels- und Freundschaft» - Vertrag schloß gewiss«, jetzt formulierte Rechte in Bezug auf Küsten» schiffährt, die weiterer Ausdehnung fähig scheint, nicht ein. Trotzdem bisher Klagen auf diesem Gebiete nicht vorlagen, schien der neue Vertrag nicht notwendig, weil gewisse Monopol • Bestrebungen Frankreichs nach dieser Richtung erkennbar waren.
* Schillerseier. Bekanntlich hat laut einer Verfügung aeS preußischen Kultusministers an die Provinzialfchulkollegien der Kaiser als König von Preußen bestimmt, daß am 9. Mai, dem „Tag dankbarster Erinnerung an Deutschlands großen Dichter", der Unterricht in allen Schulen der Monarchie aus fällt. Wie es scheint, ist es an gewisser Stelle mißfällig vermerkt worden, daß man in Süddeutschland nicht mit dem gleiche» Eifer dabei ist. eine Gelegenheit zum „Feiern" auszu- nützen. Eie Korrespondenz fügt wrnigstms dem Wortlaut der Ministerialverfügung bie Bemerkung hinzu: In Sübdeutschland könnte man fich an Preußen ein Beispiel nehmen, denn während hier der Schulunterricht bedingungslos am Schillertage aussällt, hat die bayerische Kultusbureaukratie den 9. Mai nur für den Fall freiaeqeben. daß mit der Tchiller- zu
gleich die übliche Maifeier (Maispaziergang) verbunden werden kann, und der badisch« Oberschulrat hat lediglich bestimmt, daß an diesem Taue der Unterricht ausgesetzt werde» darf."
* Eine Abänderung des Laudtngswahl- geseveS ist voriäufiz nicht xu erwarten. Wie die.Deutsche Tageszeitung hört, ist die Abficht, den jetzt tagenden Landtag mit der Lngelegen- he.t xu befassen, überhaupt aufgegeben worden.
(*) In Sachen der BerZnrbeiterschutz- Novelle hat am Mittwoch im Abgeordneten- Hause zwischen dem Handelsminisier und den Führern einzelrier Parteien r'ne Besprechung stattgefunden. Offenbar im Zusammenhang mit derselben Novelle ficht auch eine Sitzung des Staats miniflniumk, welche einem parlamentarischen Berichterstatter zufolge für Donnrrstag, d-n 13, d. Mtk. nach dim Abtzcordnttenhause einberufen wordm ist.
Der rutilidi-japeiL Krieg.
Die japanische Flotte hat das Geschwader RoschdjestwenskyS gestellt. Nach den letzten Meldungen hatte die russische Flotte am Dienstag zehn Mellen nordwestlich von den Anambainseln, Sem nördlichsten Teile des Sunda-Archipels geankert, holländische Kriegsschiffe oattn abge- grmgen, um die holländische Neutralität zu schützen. Man erwartete demgemäß holländischer- ssils rn jener Gegend eine Dresch! cht und richtig — gestern nachmittag erhielten wir sollendes Telegramm, das wir noch in einem Teile der letzten Auflage veröffentlichen kon ten:
W. Kr«»kf«rt, den 12. Mkärz, 1 Uhr 20 Mio. Ein Sxtr»bl«rt ans Amsterdam meldet: Dos „HavdelsblLd" erhält von feistem Kvrrespor deute« i: Batavia folgende Dkpefche: Bei de« Avamb« J«iel» »st eine Geefchlacht im Gauge. Einzel- heite« fehle« »»ach. — 5 «irderläudifche ikrieg-fchiffe sind auf dem Kampfplätze «vwesend.
Erne Bestätigung dieser Meldung liegt bis zur Stunde noch nicht vor. Sonderbar ist kS jedenfalls, daß man, während Batavia 1000 Klm. von den Anamba-Jnjeln entfernt liegt, in dem nur 300 Kim. entfernten Singapur« noch nichts von eines Seeschlacht, deren Ausgang vielleicht entscheidend wird für den weiteren Verlauf des Krieges, weiß. Man ist auch noch im Unklaren darüber, wie viel Schfft beiderseits engagiert sind. Die «Daily Mail' meldet ans Sirgapore: Die rusfischen KriegSsch ffe, welche am Sami tag vor Sing<.pore votbeifuhren, wurden von den britischen Marine- und Militärbehörden als die Liniensch ffe „Imperator Alexrn- der III", „Borodino", „KrjciS Sjuworw", „Orel", „Offljttbja", „Nawarin" und „Gfissoi Weliki sch gestellt. Hingegen meldet eine Depesche des .Daily Telmrsph' aus Singapore, daß unbeachtet aller pe-.-ntelliaen Meldungen nut das Schlachtschiff „Sfissoi Wrlikt" am Samstag Singapore passtrrt habe. Es sei kein Schiff vom Typ des Zessarewilsch bei bim G schwader ge- wesrn.
E«gl««ds Neutralität wird bis auf* Tpselchen geweh t, wenn es gegen Rußland geht. Japan gegenüber ist man tolerant«. AwS Singapore wird berichtet: Dem Kohlendampfer „Hindoo", der in Tandjong-pandan auf Mllttou 4200 Tounen Kardiffkohle an Bord genommen bat, wurde hier die ÄuSilarierung nach Saigon verweigert, wenn der Kepltän sich! dis Verpflichtung ein gehe, daß die Aushändigung der Ladung in Saigon durch Vermittlung des britisches Konsuls erfolge. Es ist eine Abteilung Sikhs als Wache an Bord des Schiffes gegeben worden.
W. Manila, 12. Ap'.U 1905. (Reuter.) Der englische Dampfer „Empire" ist heute vo» Arstralie» hier errrgetrossen und berichtet, er sah «men großen japanischen Kreuzer, der dir Basilianstraße zwischen Mindanao und Borneo absnäte.
W. London, 12. April 1905. Dem »Daily Telegraph' wird aus Kobe telegraphiert: Der russtsche Gesandte Leffar verlangte, einer Pekinger Meldung zufolge, ron China die pachtweise Ueberlassung eines Hafens. Chinaschlu- aber -das Ersuchen enlschiesen ab.
W. London, 12. April 1905. Nack einer Meldung des »Daily Telegraph' aus Tokio erklärte Graf Okuma, der Führer der Oppo-
n im japanischen Parlament, Japan fei jetzt der Lage, den Frieden diktieren zu
können, aber es sei trotzdem bereit, den Krieg noch eine unbestimmte Zeit fortzuführe«. Eine Krietzsentschädigunz im Betrage von 2 Milliarden Arn (4 Milliarden Mark) müßte verlangt »erber.
W. Petersburg, 12. Ap.il 1905. I» Wladiwostok find 5 javanische Offiziere, die als EiftAbah-.arLe.ter verkleidet waren, bi im Photographieren vir Befestigung-« wirke ertäppt rnd sofort gehängt worden. Lus Dokumenten, die bti ihren gefunden wurden, geht hervor, dnß sie schon oollständige Informa- ttos en über die Befestiqungswerke ton Wladiwostok noch Tokio grsch ckt hatten.
W. Gaigo«, 12. April 1905. Japanische Schiffe kriUM an den Küsten von Cochm- china, um die russischen Schiffe zu oerhindern, ihre Kohlenoorräte zu ergänzm und Erkundungen vorzunehmen. — Eine in Hatten (Prov. Annan) am 5. Aprll angrkommene chinesische Dschunke berichtete: Zwei jepanische Kriegsfch-ffe hatten ihr in der Richtung vor Pulo Obi Lebensmittel abgekavft. — Im Falle, daß es in der Nähe von Cochinchina zum Kan pss komme« sollte, würde die einzige Gorge für die Kolonie die sein, daß havaürrte Schlffe der Krieg- führenden m.ch Saigon kommen würde«.
Ausland.
* Im frauzSfischeu Seu«t ist am Mens- tag eine Rede zu gunften der Abrüst«U.g gehalten worden. Beider Brratnnz des Aa» rinebudgers legte D'Efiournelles gegen eine Vermehrung der Aufsendur-gen lür die Flocke
Alls geheiligtem Soden.
Erzählung von Heinrich Ernst.
3 ----- (RachdrnL derbst«.)
Und fie holte schnell einen ei glückenden Trank, bin Johanne» für den Fall, daß der Kranke wieder zur vestunnng kosrme, schon bereitgefiellt hatte, und fie reichte ihn sem Jüngling, der den Becher gehorsam bi» zur Neige leerte.
Dann ergriff er ihre Hand und führte fie an ftiae Lipp-n, doch al» er auch durch Worte/seinen Duck kimsgeben wollte, verwehrte ih« dies Maria, teoe« fie sprach: „Golt ist mit Dir, ihm danke! aber nun sprich fern Wort wehr, sondern ruhe! Dann, hr ffe ich, wirst Du mit G 'tte» Hül e genesen."
„Ich bin e» schon, wen- ich Dein Äntlitz schaue," flölerte der Jüngling. „Doch sage wir nur ein», Du Jungfrau de» Paradiese»: wo bin ich?"
„Im Hause meines Barer», de» Arzte» Johannes, de» Andrea» Sohn, in Jerusuiem; Du bst bei FreanLen."
»»Ja Jerusalem?" mit dem AaSdrvck de» Ear» setzen» rich-ere fich der Kranke auf. „Sprich — bin ich in der G-walt der Seldschuckrn?"
„Du oft In Botte» Hand," erwiderte Maria ernst, ,Md ich hoffe, daß er Dich vor Deinen Feinden er« ratet. so wie er Dich vom Tode errettet hat. Für zetzt bist Du be: Christen, darum sei ruh'g und vertraue unS."
„Sch!" flüsterte der Scheik, „Ihr Christen seid beffer al» meine seldschuckigen »lauden,genossen! Bei Dir, o Jungsrau, träumte ich im Paradiese zu sein, al» ich Deine liebliche Stimme vernahm und Dein holde» ünttitz schaute. Darum will ich auch ruhig sein in Keinem Herz u und meiner Feinde nicht ge-
Marts reichte ihm noch einmal den Labetrank, der erquickte und stärkie und zugleich die aufgeregreu Nerven des Fiebernden beruhigte. Srill lag der Jüngling da, nur seine Au«en, die allen Bewegmgen drs Mädchens folgten, führten eine berente Sprache. Endlich aber schlief er dennoch ein, und die ruhigen Atemzüge de» Schlummernden verkündeten die helannahende Beneiung.
Al» bet Arzt zurückkehrle, war er nicht wenig eestaunt, al» rr den Jüngling, den er al» Totk-aaken verlüffcn, al» einen Genejend.-n wiederiah. „Belobt sei der Herr!" sagie et. „Hier war Gort sechst der A.zr, ihm sei die Ehre! Nu - laßt un» ihm danken, Maria, den« et hat seine Gttteuen erteilet au» der ich-ersten Not!"
Und beide beteten. Maria» Gebet aber war nicht allein eh Darkzebet für die Errettung ihre» Sätet» und der Christengemeinde au» der drohenden Gefahr, sondern auch eine heiße Bitte für den jungen Beduinen
„O göttlicher Heiland!" flehte fie, „Errette den armen Irrenden au» der Gewalt der Seldschrcken, schütze ihn vor der Grausamkeit de» Statthaltet»! Laß ihn nicht genejen, um Sklave zu sein de» Un» gläubigen, sondern aus daß er diene Dir und Deinem allmächtigen Baier, erleuchtet von dem heiligen Grifte mit dem Lichte der Wahi heit!"
Und dann fp'nch fie zu ihrem Bater: „Ach, wenn der Unglückliche gesund wird, so mag da» zwar uns und unfern Brüdern nützen, aber war, gewinnt er selbst dabei? Muß ihm nicht, wenn er an da» schreckliche So» denkt, welche» ihm bevorsteht, der Tod lieber sein al» da» Leben? Wie kann er wünschen zu genese» und Dir ein gehorsamer Patient sein, wenn d-e Genesung ihn die Knechtschaft bedeutet? Ach, ich fürchte sehr, o Baten, daß wir uu» der Sünde de» Statthalter» teilhaftig machet, wenn wir diesem den Gesaugenen austiesern. Wir «äffen ihn retten, o Later!"
Johanne» schaute fiunend vor fich nieder. Wohl hatte sein K-nd chm au» der Seele gesprochen, aber war t» denn möglich, den Schelk zu r-tten, ohne brß et dadurch fich und ftia Kind rvs Brrüerben stürzte und dadurch auch die ganze Cftifiengewclp.de in schwere Gefahr brachte.
„Mein gmeS Kind," antwortete hager der Greis, „ich süfte mit Dir die Härte unser » Geschicker, einen Kravken heile» za Kiffer, um ihn dann der Knechtschaft cims Wüterichs preijzugeden. Allein, wir ficd hier machilos. Retten wir den jur gen Scheck, verhelfe» wir «hm zur Flucht oder halten wir ihn ter- borge», so find wir - icht nut selbst berliner, sondein rach tet Deohung Abdallah» auch unsere ganze Gemeinde. Und wer soll dann die heiligen Stätten hegen und vor Eatweihung hüten? Es bleibt un» nut eine Hoffnung, dem edlen Jsmall zu helfen; wlt mlffen versuchen, ihn zu befreien, wenn er nicht mehr in uuserm Hause ist. Vielleicht könne» wir ihm zur Flucht au» Abdallahs Palast verhelfen, ihae daß auf un» ein Verdacht fallt."
Also Jteuail mußte zunächst der Roheit dk» Mot- sallam (Statthalte') preisgegeben werden — «üblich, daß man h u später ooch helfen konnte; w-lch'schwacher Trost! Maria empfand Ealtäuschung über die vor- nünsuge Aufeinander Atzung ihre» Vaters, dem doch sonst etn so warme» H-.iz für alle Unglückliche» schlug. Und dennoch sagte auch ihr die einfachste Seberlegnug, daß Ismail in der Tal ans keine andere Weise z» retten fei. ,
Rat einen einzigen HrffoungSschirrmer hegte fie einen Lugenblck: cs war möglich, daß die W.hidlch »»zwischen wieder Stasi gesammelt und nun durch List und Kühnheit de» Versuch mache« kSantev, die Sradi im Dunk In der Nacht zu überrumpel», dann konnte J»ma:l besrttt werden, ohne daß Johanne» die Schuld hierfür traf; fie selbst würde gern für J»«a.l» Rettung das Aeußkrfie wagen, und sei e» auch Verrat an der Stadt.
Doch dieser G-daike war zu märchenhaft, feine Voraursetzurgen zu »«wahrscheinlich, cl4 daß Maria ihn wettet hätte verfolge« könne». Und so schien denn wirtlich nicht» andere» übrig zu bleiben, aU Verschiebm g bet Btsreiung be» Jüngling» auf eine spätere Ze t, wovon ihr Vater gespnchen.
3
Ismail genas zusthenbS unter bet liebevnlleu Pflege der holden Jungfrau. Und es kam bet Lag, da er zum ersten Male fein Krankenlager verftffe« und in dem herrlicher Garten, bet fich hinter dem Hause be» Atzte» bi» zur inneren Stadtmauer «S- drh.te, im we.chen S jfrl zurückgckrhnt, die reine Himmkttlust wieder armen durfte.
Wohl erfaßte ihn zuweilen der Kummet und die Sorge »m fein Gesch ck, dann saß et im fiastere« Brüten da — aber alsbald zerstreuten die bettete« Gespräche be» alten Arzte» und feinet Tochter, die ihn nicht der Betzwk fl.ng arheimftllen loffen wollten, b e schwermütigen und zornigen Empfindungen in der Brust be» Araber». Dieser wußte noch nicht» do« btm grausamen Geschick, da» ihm bevorstand, wem, er gemsen wat. Johannes und Maria begegnete« allen seinen Frage» nach dem wie und datmv, da» ihn in ihr Han» geführt, stet» mit der gleichen kurz« Auiwort, daß fie zunächst noch schweigen müßten.
Aber sein eigene» Nachdenken führte ihn schlieÄich dazu, seine Lage om.äyen.b richtig zu erkennen. „Ich weiß, wa» ihr mir verhehle", sagte et eine» Tage?, „ich bin — da» ist klar — in ter G-fangen- schaft de» Motsallom. Wäre ich frei, wäre ich seiner G-walt entriffev toorber, so hättet Ihr mich verberg« o.e ssen an einem Ocke, wehte, der Fuß keine» Häscher» bringt, unb Ihr würdet mir dann kaum meine Befreiung verschweigen Darum we,ß ich, daß ich Gefangeret Abdellah» bin, und ich will euch fogeu, warum er mich nicht hat steebe», sondern durch D ch, o Arzt, an» be» Barden be» Tobe» befreie« lall«: Ich soll rhm all Geisel bienen, bet in seiner Hand