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Fulda, Mittwoch, bett 12. April 1905.

32. Jahrgang.

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Roch immer lag JSmaft bleich und befinrmngiloS auf feinem S.avk-w'agir im Hause des SrzteS, trotz aller ärztlichen Kunst und Wei-brir Johanne»', trotz der nnrrmüdlichen aufopfernde« Pflege Marias. Uns so lag der junge Scheik (Arabisser Häuptling) jetzt schon den vierten Tag, seitdem man th.i irr da» Hau» der Christen gebracht

„äWetae Kunst ist zu Ende," sagte Johannes: „tttea« der Herr nicht ei» Wunder an dem Unglück, licht» vrrrichtet, so kann er nicht mehr zum Lebe« er­wache«. Meine Hoffnung war von Anfang an gering, jetzt ist sie ganz eotschmunve». Zu !pät kam er tu Misere Pflege, zu lange war die breite Wunde in seiner Braß nur notdürftig und schlecht verbunden und kaum gereinigt. Nun hat ihn das Fieber gepackt und wird ih» wohl nimmer Iossin, bi» er todeSmmt in eine btffrre Welt hiuÄerschlummert."

Johannes sprach so ruhig, als ob sei» eigener Lebe« mit demjenigen de- Kranke-, nicht eng verbunden wäre. Unc doch hatte oer Statthalter gesagt: „Heilst Du ihn nicht, so wirst Du mit ihm sterbe»!"

Ach, sei» eigene» Leben galt dem ehrwürdigen Greise wenig »ehr, er hatte ja ohwchi« mrr noch eine

kurze Spanne Zeit zu leben, und ihn schreckt nicht der Tod, der ihn zürn Anblick ftine» göttliche» Heilar »er sichren würde. Aber wie ruhig und scheinbar gelassen auch Johannes sprach, >o war sein Herz doch von Kummer und Angst erfüllt um das Schicksal seines geliebten Kindes Auch bedrückte ihn die Sorge um der furcht^re« Drohung der grausamen Statthalters, der allen Christen, wenn JSmsii nicht genese, verhieß, baß sein Fuß sie zertreten werde.

JohamteS wußte , wohl, daß siemand die christliche Gemeinde zu reiten vermöchte, wenn der Zorn Ab­dallahs entflsselt würde. Auch der ehrwürdige Patriarch, der standhafte Bischof, ter am Grabe deS Erlöser» olS treuer Wächter und bei seiner Herde al» " euer Hirt auLharrtr, war ohnmächtig, unv er fce> mochte so wenig den Setnigeu Schutz zu bieten tot der Wut der Setdschucken, daß er vielmehr selber fett i» Gefahr war, seine Standhast.gkeit mit dem Martyrettodr zu bezahlen. Wohl hatte er hülfefleyevd seine Blicke nach dem christlichen Abendlande gewandt, aber noch war Ma Peter von Amiens erstanden, um Fürsten und Völker zum Kreuzzuge gegen die türkische Biut- i Herrschaft zu begeistern.

So schien oem» der Untergang der Christenge­meinde in Jerusalem und damit die BerWüstung »er heiligen Stätten, die von ihr behütet wurden, besiegelt, wenn Johanne» de« arabischen Scheck nicht heile. Sin sonderbare» Geschick! Bom Leben oder Tod eine» MrStin sollte so Große» abhäoge« für die Chrtsten- heitl

Diese Erkenntnis bedrückte den Arzt wett mehr, al» er seine Tochter ahnen ließ. Dire aber war keine« Augenblick im Zweifel gewesen, daß Gott ver­mittelst d-r Kunst ihre» Sätet» den Jüngling retten werde. AlS sie nun vernahm, daß ihr Vater alle Hlffnnng ausgab, da war freilich auch sie eine Weite ganz hoffamgSlo». Träten erfüllten ihre schöne» Auge«, und schmerzlich zrckie« ihre Lippe«.

Wie ettt scharfe» Sehntett durchdrang die Set» zweiflnng ihr junges Herz, i« welchem, ihr selbst »och |

... ______Ein anderes liberales

Blatt meint, von ihm sei eia Umschwung iw der die Verwaltung zu erwarten, er zeige liberalen SM, großzügige Auffaffung volkswirtschaftlicher «nv sozialer Fragen, seine Ausführungen würdes ihm manchen Gegner schaffen, denn seine Idee» seien viel zu aufgeklärt und vernünftig, alS daß fie nicht in Kreisen anstoßen sollten, wo man auf patriarchalischem Standpunkt stehe. Wir haben gewiß nichts gegen die Reden des neuen Mini­sters einzuwenden, aber wir wollen doch lieber seine Taten abwarteo, ebe wir ihn oerhimmckt. Anscheinend loben ihn die Liberalen so über­schwänglich nur, um ihn auf liberale Bahnen zu lenken.

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E zählung von Heinrich Ernst.

------ (Nachdruck verbste«.)

2. Kapitel.

Des Menschen Herz, es gleichet Wohl einem tiefen Grab, Wenn Du ein blühend Hoffen In Tränen senkst hinab.

Doch wälz' dann nicht der schweren Verzweiflung Stein darauf;

Stein, des Erlösers Zeichen Sticht' gläubig drüber auf!

lSaffert.)

* Die neue deutsche Neichsauleihe ist am Montag ISmal überzeichnet worden. Statt der verlangten 300 Mill. M. wurden dem Reich?- schatzsekretär 41/* Milliarden augeboten. Im Vergleich zu ftüheren Zeichnungen auf die drei- prozentigen Anleihen steht das Ergebnis aller- dings nicht so übermäßig glänzend aus. Wurde doch die letzte Anleihe von 290 Millionen im Jahr 1903 47mal gezeichnet, dis im Jahre 1902 aufgelegte 115 Millionen gar 61mal. Aber w«» leugbar ist auch das jetzige Ergebnis völlig be- ftiedigend, im Grunds sogar mehr als die frühere«. Denn jetzt haben wir es in weit höherem Maße mit ernsten Zeichnern zu tun, die die 3'/»?rs- zentige Anleihe als Kapitalsanlaße benützm wollen.

V Ter Wormser Eyuodaltag wurde bekanntlich vom Evangelischen Bunde «K scheelen Augen angesehen. Wir glaubten, das geschehe blos aus Konkurrenzneid, der Bund wolle die Hetze gegen „Rom" und den „Ultra* montaniSmus" als fein Monopol behaupten. Durch einen Artikel, der der,Voff. Ztg.' „een I theologischer Seite" zugeht, werden wir jetzt eines anderen belehrt. Wir sehe« daraus, daß man in liberalen Kreisen fürchtete, der Synodaltag möchte sich zu entschieden auf den Bode« fcet „Orthodoxie" und ihrer kirchliche« und ktrchen- politischen Bestrebungen stellen und auf eine« Zusammenschluß der evangelftcheu Landeskirchen dinwirken, der lediglich der „Orthodoxie" zugute käme und ste alle in das „orthodWß^Fabrwaller dirigiere. Diese Befürchtung soll jetzt betätigt worden sein durch die Ankündigung eines neuen kirchlichen Blattes, deS »Zentrslorganes für die ! Einigungsbestrebungen im deutschen Protestantin, mu8', das eine der führenden Persönlichkeite« in einem gut „orthodoxen" Verlage erscheinen laffen will. Zwar gehört zu dem Programm des Blattes auch der Kampf gegen „die geistige und politische Macht Roms", aber vorher ist schon vom Kampfe gegen den „Unglauben des Ait- geistes" die Rede. Im Evangelischen Bunde mag man bekanntlich vom Kampfe gegen den Unglauben nichts hören. Man wird es etfo nunmehr begreifen, warum ihm der neue Kampf» genoffe gegen „Rom" gar nicht willkommen war.

§ Zur LehrerbesoldttngSfrage. Sie Kommission des Abgeordnetenhauses für den Tchulkompromtßantrag, deren Bericht soeben er­schienen ist, hatte in Frage der Lrhrerbefol^ung

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der Knabe unsere« Nachbar« zu unserem ehrwürdige« Bisckof führen."

Damit trat der Greis über die Schwelle ftht-3 Hauses, während Maria oll. in zurückb'ieb bei dem Serwnndetev, der sich j« schwere« FiebertrSumen »»ruhig auf fe-ntm Lager bin- und herwälzte.

Er führte bald wilde und verworrene Rede«, dis Maria nicht verstand, bald entrang sich nur ein schmerzliche- Stöhne« 'eiveu zuckende« Lippe«. Sern Antlitz war totenbleich, und seine Blösse fiel um so mehr auf, well ei« riesschwarzer Vollbarr da» Antlitz smrahwte.

Maria betrachtete willeidsvoll die edle« Züge de» Serwundeie«, die auch auf eine edle Seele schließe« zu laffen schienen. Warum war er im wilden Lager­leben aufgewachsen und bestimmt, da» Schwert zu führen, da» Schwert, dar ih« «an selbst dem Tode so nahe gebracht? Warum war er nicht al» Christ geboren und erzog-«? Maria kühlte eine heiße Sehn­sucht, dem Ungläubigen dar Licht der Wahrheit zu bring?«. Ader ach! er lag da ohne Bestvmwg. Würse er je wieder aus feiner Ohnmacht erwache» zu einem neuen Leben?

Wenn auch Maria» Seele die bange Frage be­schleichen mochte, ob der Jüngling je wieder da» Licht de» Tages nnb ob et gar dereinst da» Licht der Wahrheit schaue« «erde, so schüttelte fie doch bald alle« Zweifel, alle Mutlosigkeit ab. Sie gedachte dann eine» schöbe« Liede», da» fie einst von einem blinde« «ängtt vernrmme» hatte, und über ihre Lippen flrffen, erst leise — ihr kaum bewußt — dann laut und mit Begeisterung die hinmlischr« Töne de» (letten Liede»:

Wen» Du leidest,

Wen« Du strettest,

Trag' vettrauend Her, und Sin«

Zu der bleicht« Schmerzensreiche« •nabenanttet Christi hi«.

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Müssen wir de« Satz ko verstehe«, wie ih« daS OberlandeSgericht ixtetpretiert: .Jede Handlung wird durch guten Zweck fittlich"?; oder muß er so verstanden werden: .Gewisse Handlungen Bauen durch gewisse gute Zwecke sittlich werden" ? Ich glaube, wir müssen diese Frage durchaus im Sinne deS OberlandeSge- richte- und deS KaplauS Dasbach beantworten. Den« wenn wir den Satz in dem an zweiter Stelle ange­führten Sinne verstehen, so bedeutet er nichts spezifisch Jesuitisches, sondern er wäre ein fast allgemein t« der Ethik anerkannter Grundsatz, den mau den Jesuiten gar nicht zum Borwurf machen könnte, da er von wthiker« aller Koufefstonen vertreten wird. Mr er­innern vor allem “an die Lehre son der Notlüge. Paulsen sagt i« seiner «thik, S. 544: „Es mag sein, daß die Notlüge in daS System eine» Moralisten nicht hineinpaßt; das beweist nur die Untauglichkeit deS Systems zur Begreifung der moralischen Dinge." Noch deutlicher drückt sich Jbering tu seinem beröh.-r-ter- Werke Der Zweck im Recht, II, S.^818, aus: .Der I gute Zweck ist es, der das Abgehe« von der Wahrheit rechtfertigt und nicht bloß rechtfertigt, sondern zur Pfl'cht macht; beides geht Hand in Hand; die Lüge ist fittttch erlaubt, wo sie sittlich geboren ist; der gute Zweck, sage ich, nicht die bloße gute Absicht." Daß auch Luther und viele andere protestavttsche Theo- lozen die Notlüge für erlaubt und geboten erklärt haben, fei nur nebenbei erwähnt. Run könnte man aller- dingS die Ansicht vertreten, daß die Notlüge eben eine »an, vereinzelte Abweichung fei. Wir greifen daher noch eine andere Frage heraus. HoenSbrorch zittert in feiner Schrift den Satz deS Palmieri: .GS ist er« laubt, einem Ketzerführer den Tod zu wünschen wegen des allgemeinen WohleS und des ewigen Heiles vieler." Wen» darin der Grundsatz Der Zweck heiligt die Mittel enthalten sein soll, dann ist er auch ohne Frage in dem Brief Pauli an die Galater 5, 12 enthalten: „Wollte Sott, -daß fie auch auSgerottet würden, die euch verstöre« i" LS ist auch bekannt, daß die deutschen ! Reformatoren Luther, Melauchthon und Buqenhagen nicht nur bei diesen Wünschen geblieben fiad, sondern die Tötung der Ketzer verlangt haben.

Der zweite Gesichtspunkt des OberlandeSgerichteS

। »egenübersteheu. («er,!, die kürzlich erschienene Schrift »Der Tyranuenmord nach der Lehre der katholischen Kirche" von Dr. R. Böhme, München, Birk s

- Wichtiger, al» daS tatsächliche Vorhandensein dieses Grundsatzes in der Moraftheologte scheint mir ! fein vollständiges Fehle« i« den Frage« der Kirchenpolittk zu sein, denn da» ist schließlich doch daS Gebiet, wo man den Jesuiten von alterSher den Grundsatz Der Zweck heiligt die Mittel im weitesten Umfange zugeschoben hat. Die Lehre heißt eben nicht, daß ein guter Zweck alle Mittel heilige, sondern daß von zwei Nebeln daS kleinere gewählt und angeraten werden müsse, auch wenn dies tletneee an sich Sünde fei. *

Nun aber die Frage: Hat der Jesuitenorden in praxi den streitigen Grnndsa, nicht vielfach befolgt? Jeder Kenner der Geschichte muß diese Frage ohne »eitere» bejahen. Aber — auf die Gefahr hi», einen Sturm der S»trüstung hervorzurusen, frage ich: Ist daS im öffentliche« Leben eine singuläre Erscheinung? Jst S je anders gewesen? Ueberall wird im Interesse der Pattei, mag diese heißen, wie fie wolle, gelegentlich gelogen und verleumdet, auch bestochen und gestohlen. DaS kann nicht geleugnet werde«. Bon den Jesuiten meinten wir nur bisher, daß sie die» häßliche Treiben gewissermaßen zum System erhoben hätte« und wissen­schaftlich vetteidiKt-n. DaS aber ist falsch.

Ich resümiere: die Jesuiten haben de« Satz Der Zweck heiligt die Mittel niemals alS Lehre theoretisch vertreten, doch lehre» sie vielfach, daß man, um eine! größere Sünde zu vermeiden, eine gerin-! gere tun oder anraten dürfe

WaS sollen wir demnach auS dem Prozeß lernen? , D>eseS: So wie im katholischen Lager Vorurteile und Lugen über den Protestantismus und seine Vorkämpfer herrschen, so wird auch umgekehrt im antiklerikalen Lager nicht immer mit reinen Waffen gekämpft. B-el Verbitterung, Haß und hemmendes Mißtrauen würden aus den konfesstoneUen Gezrnfätzru verschwinden, wenn I wir in beide« Lager« unS entschlössen, alle unreine« Waffen abzulegen.

Line zerstörte JesuttenHabel.

Bon den zahlreichen Vorwürfen, die dem Orden der Gesellschaft Jesu von feintn Gegnern und Feinden gemacht werden, ist wohl am be­kanntesten die Behauptung, die Jcsusten lehrten, man dürft zur Erreichung eines guten Zweckes döse und sündhafte Mttel anwenden — eine Lehre, welche meist kurz ausgedrückt wird mit den Worttn: „Der Zweck heiligt die Mittel." Vor vielen Jahren hatte nun der Jesuttenpater Roh eine Prämie von 2000 Gulden dem zugestcher:, der den Nachweis liefere, daß die Jesuiten diesen Satz lehren. In einer öffent­lichen Versammlung zu Rixdorf bei Betltn im Jahre 1903 wies der Abg. Dasbach darauf hin, daß niemand fich diese Prämie geholt habe und erklärte, er sei bereit, auch jetzt noch dieselbe Summe zu zahlen, wenn jemand imstande sei, den geforderten Nachweis zu liefern. Darauf meldete fich, wie unfern Lesern bekannt ist, der frühere Jesuit Graf Paul Hoensbroech und erbot fich, den Beweis zu liefern, daß die Je- \ fuiten in der Tat jene berüchtigte Lehre ausge­stellt haben und lehren. Er stellte dann euch eine ganze Menae von Auszügen aus den Schri', eu verschiedener Jesuiten zusammen, aus denen sich der Beweis für seine Behauviung ergeben sollte, und forderte deshalb den Abg. Dasbach auf, die entsprechende Summe zu bezahlen.

iueU in den Auszüge« der Beofckrüre HoeuSbroechS? und 2. T ürfen wir unS mit Hoensbroech? Material begnüge«? Die zweite Frage möchte ich bejahen. Wen« ei« so entschlossener Gegner der gefallen wie Graf Hornsbrorch, Ser über eine geradezu staunens­werte Kenntnis der einschlägige« Literatur verfügt, fein Material in dritter Auflage vorlegt, so wird es wohl alles enthalte«, waS nur irgendwie zusammenzubringen war. Gerade darum aber müsse« wir sage«: wenn nicht mehr zusammenzubrmgen ist, alS daS, waS unS vorliegt, fu kann eS als fest­stehend betrachtet werden, daß die Jesuiten den Satz Der Zweck heiligt die Mittel nicht ge­lehrt haben, denn er findet fich, wie da» Ober« landisgrricht richtig hervorgehobe« hat, als allzemeine Lehre nirgends ausgesprochen.

Nun aber die Frage: Ist er virtuell in HoevS- broechS Material enthalte« ? Die Antwort muß lauten: ja und nein, nämlich Ja tn moralischer und Nm in kirchenpolitischer Hinsicht. Dis Hauptmasse der Hoensbroech'schen Beweisstücke bezieht fich auf die Frage, ob man eine geringere Bünde anraten darf, um eise größere zu verhindern. Diese in der jesuitischen Literatur viel ei örterte Frage wird von den Autoren fast durchweg bejaht, und diese prinzipielle Stellung schlicht tu der Tat der. Sravdsatz für daS ga»ze G -

gewisse an fich verwerfliche Handlungen durch de« i biet de» moralische« Leben» ein. Darunter ftnbmanäe , Mn v

u T10?» 2i ?a8 ®fcert,4tlab fei8£ Punkte, die auch dem heutige« moralische« ^wnßtseÄ J?” iÄ

Aufgabe lediglich darin, festzustellen, ob in ben vom entspreche«, andere allerdings stsd für uns unannehw» w 4 f 6 Kläger dar gebotenen Auszüge« aus resuttischen Schriften bar. Zu bedauern ist, daß HoenSbroech auch die an irgend einer Stelle formell (b. h. wenn auch Stellen über die Grlaubtheit de» TyrannenmoideS tu uicht gerade mit diesen Worten, so doch ausdrücklich) feine Sammln«, ausgenommen hat, denn eS ist bekannt, der fragliche Grundsatz in dem eben erwähnte« Sinne daß der Jesuitenorden alS ganzer fich gegen diese a6r h,r°bn«r,Di “/u icntk U" aukgesproche« hat, und daß den wenigen An.

^uszugr» enthalten ist, oder gar, ob formell und HSngern etwa 80 scharfe Gegner im jesuttischen Lager virtuell der Grundsatz fich tn den Jesuitenschriften ! eeaenfiberfteBen. rKet«f. hf» fflnrirfi »Mintm.

-«bewußt, eire süße Hrfftung erblüht war, während fie den edlen JMglmz pflegte. Auch ihr, die seither «ur für chren grdttn Satte gelebt und die Huldkgu«beu der Männer achtlos übersehen hatte, war jetzt im Herzen jene Hoffnung auf Lerz und Liebe aufgegangen, die i« jede» Menschen Herz im knospende« März de» Leben» ihre Wurzel» schlägt.

Hflb sitzt wurde >hr junge» Herz — nach den Worte de» Dichter; — zum Grabe, in da» fie ein blühend Hoffend wein-Ld bina&feutat solltet

Aber nicht lang? gab die glaubensstarke Jungftas fich dem Schmerze hin. Den Blick nach oben gerichtet, I 'uchte und fand fie Kraft in dem Gedanken' an da» Kreuz, von dem alle» Heil ausgegangen, und da» doch schwerer- Leide«, al» Menschen «raeen können, über den Einen virhängt hatte, in diffen Toderkampf der Menschheit wieder da» Leben verstand.

„Laß un» nicht verzweiselu, lieber Sätet!" mahnte fie tröstend. ,Wir dürfe» nicht »schlaffen in unserem Eifer, dem Kr an?en Hülfe zu bringe», vor allem aber dürfe« wir nicht aushören, unser Set trauen auf ben göttliche« Heiland zu setzen und in heißem, andächtigem Gebtte seinen Gnadkndeistand zu e: flehen. Zum Gekreuzigte« laß «n» vertrauensvoll anfblicken! Er wird seine Kinder nicht verlcsie«, ja, er wird auch diesem armen Jüngling da» Leben schenken, ass daß er, vom Strahle der göttlichen Gnade erleuchtet, wie Baute» seinen Heiland schaue und dem falschen Pro­pheten ben Rücken wende!"

Sie hatte mit Begeisterung gesprochen, und ihre Worte ttange» wie eine Prophezeiung. Ergriffen und hingsriffe« ernannte der Greis sein fromme» Kind. „Ja", rief er, „auch ich will vettrauen und nicht von bet Hoffnung lasses. Aber damit unser Flehe» um so mächtiger und fia ter zum Throne de» himmlische« König« eLporfikige, werde ich zum Patriarchen eilen und ibn bitte», bei« heiligen Opfer in der Grober-1 kirche unseres teuer« Kranken zu gedenke», mit dessen Heil ja do» Geschick unserer ganze« Gemeinde verknüpft ist. D« aber bleibe hirr, ihn z» pflege«; «ich wirb I

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vrnck und vertag 6

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mMateSeflaje: „Mdaer GeschichWMtt". ÄÄ

Da Herr Dasbach bestritt, daß Graf Hvens- brvech den geforderten Beweis erbracht habe, brachte Hoensbroech die Sache zur gerichtlichen Entscheidung- Das Trierer Landgericht, das fich zuerst mit der Sache zu befaffen hatte, ging auf den Kern der Frage, od nämlich Hoens­broech den verlangte» Beweis erbracht habe, nicht ein, sondern es wies die Klage zurück, weil es fich um eine nicht klagbare Wette handele. Hsens- broech legre gegen dtefes lltteil Berufung ein und so kam die Sache vor das OberlandeSgericht zu Köln, welchi-s auf den Grund der Streit­frage einging und dahin entschied, GrafHoens- broech habe den Beweis für seine Be- hauptung nicht erbracht und sei mit seiner Klage abzuweisen.

Damit ist nun die alte und vielgebrauchte Fabel, daß nach jesuitischer Lehre der Zweck die MÜtel heilige, völlig zu Nichte gemacht. Die .Frankfurter Ztg.', welche gewiß nicht in dem Verdachte steht, den Jesuiten freundlich gesinnt zu [ein, bringt darüber einen deachtensweaen Artikel von Dr. Wilh. Ohr in Tübingen, in dem es heißt:

Um die Traswette dieses Urteil» ,u verstehen, ist rS nötig, zwei Gesichtspunkte nachdrücklich hervorzu­heben 1. DaS Gericht verstaut be$< vielzittert n Grundsatz dahin, daß jede an fich fittiich verwerfliche Handlung dadurch, daß fie vollbracht wird um als Mittel zur »rreichnn, einer guten Zw-ckeS zu dienen, Mirch erlaubt werde. TS verwirft jedoch eine andere AuSttgung, nach der der «runskatz besä,en |oH, daß

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Deuffdies Reich.

Berlich M il. April 1906.

* Minister v. Bethman« Hollweg hat das merkwürdige Glück, von der liberalen Preffe über den grünen Klee gelobt zu werden. In solchem Grade ist dos kaum jemals einem neuen Minister des Innern begegnet; gewöhnlich wird ein solcher mit zurückhaltendem Mißtrauun empfangen. Und dabei hat Herr v. Bethmann- Hollweg überhaupt noch keine einzige Tat auf» zuwetsrn. Er hat nur im Herrenhause und im Abgeordnetenhause ein paar kurze Reden ge« hältst'. Dcsür wird ihm nicht nur rschgerühmt, er besitze einen gesunden Menschenverstand, sei frei »o« der zünftigen Weltanschauuna engher­ziger Bureaukratie und von der herkömmlichen Reglemeniierrucht, habe tn prägnanten Worten I die Umltfle eines idealen Volkslebens gezeichnet usw., er wird fast schon als Jdealpolitiker hin- gestellt und erhält von der »Köln. Ztg.' die Ver- ficherung, daß er der „fteudigen, vertrauensvollen Mitarbeit aller vorwärts strebnchen Glieder der