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Fulda, Dienstag, den 11. April 1905.

32. Jahrgang.

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die Sieger einzieh en mußte«. Auf der zum Tore führende« Straße der Schmerzen, die der Fuß des göttlichen Dulders geheiligt, drängten sich dir rohen Türke« m-d priesen Allah- und seive- Propheten Muhamed Stärke, die ihrem Statthalter Sieg und Rahm verliehen. Auch eine Schar voa Christen hatte fich, in festliche Gewänder gekleidet,

wie dir- namentlich in den erste» Jahren der selb, schucklschen Herrschaft nicht selten war, auf einem Krieg-zuge gegen die Arabrrstämme fich befand, die fich den neuen Herren de- Landes noch nicht unter­worfen hatte».

ihrer Haltung adznbringen, mag man fie der Blindheit gegenüber der „ullrarnontonen Gefahr" bezichtigen oder chnen vorweife», daß sie mit dem Anträge der evangelischen Kirche schaden wollen, im Grande freut man sich doch noch mehr über ihre „Blindheit" und „Bosheit", als man fie bedauert. Denn nun kann man ins Land hinaus schreien: Seht Ihr, daß der Toleranz- antrag nichts taugt! Außer den Ultramontanen stimmen nur die Sozialdemokraten dafür, die für alles zu haben find, was dem Staate und der Kirche schädlich ist. Ohne Zweifel wird eS urteilslose Leute genug geben, die fich durch solche Gehässigkeiten „überzeugen" laffen.

Der Toleranzantrag aber wird dadurch nicht schlechter, daß auch die Sozialdemokraten da­für stimmen; es müßten dann verschiedene Gesetze, die in de» letzten Jahren zu Stande gekommen find, gleichfalls nichts taugen. Diejenigen aber, die fich so gern ihrer „evangelischen Toleranz" und ihres aufgeklärten Freiheits firmes rühmen, beweisen durch ihre schroff ablehnende Haltung gegenüber dem Toleranzantrage alles andere eher, als daß fie die vor trefflich en Gesinnungen, deren fie fich rühmen, auch in Wahrheit besitzen.

,, j* der Kommission die Sozialdemo.

"n für den Toleranzantrag eingetreten find, M manchen Gegnern ohne Zweifel sehr recht. Mag man versucht haben, die Genossen von

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ße 80.

Deutliches Reich.

Berlin, den 10. April 1905.

John Loh, teftt»

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ruxgl crfiche eireibi, besteck

Au» eignet!

Auf geheiligtem voben.

Erzählung von Heinrich Ernst.

(Nachdruck verboten.)

»»teigen: VA ein» fratttße Ptitterfte deren «an» |8 pfß, XeflaBt» »i« petttzei^ 26 Pf|-; bei wieder Holungen wir» «etfpx.

Rabatt -ewlkhed,

Druck nnd Verlag | LulbaerAettendenckkk in §»lda (hanuanA Fernsprecher Br_t»

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§ Die Bergnrbeiterschntznovelle wird am Mittwoch abend in der Kommission des Abgeordnetenhauses zur zweiten Beratung stehen. Wann die Kommission für den Antrag Gamp (srk.) bett. Sperrung der Mutung auf Stein­kohlen und Steinsalz ihre Beratung beginnt, ist noch ungewiß. In dieser Kommtsfion fitzen außer den beiden bereits genannten Vorsitzenden v. Bockelberg und Gamp, Hilbck (ntlb.) und Graf Spee als Schriftführer, außerdem die

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> Konservativen Heckenroth, Kreth und Dr. Wolff* i Gorki, der Freikonsewatioe Krause- W aldenbnrg. i die Nationalliberalm Maceo, Dr. Röchling, von der Freifianigen Voltspartei Traeger, vom Zen­trum Dr. König-Krefeld, Stötzel, Graf Str«h- wttz-Bertelsdorf.

** Der sächfisch.preußische Eisenbahn­krieg ist beendet. Voa der Generaldtrektion der sächsischen Staatsbahnen wird dem ,Bogtl. Auz.' geschriebm: „Nach dem nmen, am 1. Juli in Kraft tretmdm Vereinbarungen soll im Verkehr zwischen Prmßm und Sachsen tu beiden Rich- tungm zwischm dmselbm Stationen immer der gleiche Weg benutzt werden, und zwar ist <tf8 LeitungSweg der zweckmäßigste oder einer von den zur Verfügung stehendm zweckmäßigen Wegen gewählt wsrdm. Dieser Weg ist nicht immer Ser kürzeste, doch find Umwege von mehr als 10 Prozent der kürzesten Entfernung auSge- schloffen. Die Umweggrenze von 20 Prozent hat für dm preußisch-sächfischm Verkehr keine Bedeutung mehr, sie ist in dm neuen Verein­barungen, denen alle größeren deutschen Bahum beigetreten find, nur für den übrigen dmtschea Verkehr als Höchstmaß der zuläffiqen Umwege festgesetzt wordm." — Hiernach dürsten nunmehr die Klagen wegm Benachteiligung Sachsens durch Preußen im Güterverkehr verstummen.

§ Im Monat Februar dS. Js. find auf deutschen Eisenbahnen — ausschließlich der bayerischen und der Bahnen mit weniger als 50 Klm. Betriebslänge — 7 Entgleisungen auf freier Bahn (davon 3 bei Perfonenzügm), 12 Ent­gleisungen in Stationen (davon 3 bei Personen- zügen), 1 Zusammenstoß auf freier Bahn (Auffahren eines GüterzugeS auf einen Personen» zug), 8 Zusammenstöße in Stationen (sämtlich zwischen Güter- und Rangierzügm) oorgekomme«. Dabei wurdm 8 Bahnbedienstete verletzt.

* Generalverband ländlicher Genossen­schaften für Deutschland in Neuwied. Dem Generalvorstand find im Jahre 1904 bis Ende Dezember beigetreten: 294 Spar uns DarlehnSvereine und 87 Betriebsgenoffenschasten, zusammen also 381 Genossenschaften. Der Be­stand betrug Ende Dezember 1904: 3958 Spar- und Darlehnskaffenoereine und 564 Betriebs- genoffenschaftw, zusammen 4522 Genossenschaften. Von den 3958 Spar- und DarlehnSkaffenver- einen find 3898 der Landwirtschaftlichen Z entral-Darlehnskasse für Deutschland zu Nmwied als Aktionäre angeschloffen und haben fich bei ihr mit 8484 Aktien beteiligt, worauf 8454000 Mark eingezahlt find. Der JahreS- Umsatz der Abteilung Geldverkehr der Zentral- Darlehnskaffe betrug bei der Zentrale 244 001000 Mark, bei den Filialen 346 932 000 M., zu- sammen also 590933 000 Mark. Der Umsatz der Abteilung Warenverkehr war im Jahre 1904 bis Ende Dezember 1084000 M. bei der Zentrale, 60771000 M. bei den Filiale», zu­sammen also 61855000 Mark. Die Umsätze der für die Betriebsgenoffenschaften in den zwölf Verbandsbezirken bestehenden Landes- und Pro- vinzial-Genoffenschastskaffen betrugen in 1904 128402000 M.

■ I und nimmt an allen Sitzungen seines Senates teil. Für einen selbst außerordentlich begabten Menschen ist diese Arbeitslast zu groß; dazu tritt noch, daß Dr. Spahn gegen fich selbst außerordentlich strenge ist und dirS doppelt in der Fastenzeit. Die Gebete vieler treuer Katho­liken find ihm sicher.

* Eine Aufsehen erregende Mitteilung machte am Dienstag der sozialdemokratische Führer v. Wollmar in der Kommission für den Tole­ranz-Antrag. Der Sprecher der Konservativen erklärte fich wieder prinzipiell gegen den Antrag, da er die Interessen der protestantischen Kirche schädige. Daraufhin fragte der Abg. Gröber, worin denn diese Schädigung zu erblicken sei; es könne doch keine Schädigung des Protestan- tssmus darstellen, wenn für katholische Ernte­arbeiter eine hl. Messe gelesen werde, wenn ein katholischer Geistlicher von Preußen das Kind eines katholischen Bahnwärters in Braunschweig taufe, wenn in Sachsen ein katholischer Geistlicher einem sterbenden Katholiken die letzten Tröstun- gen der Kirche spende rc. Er bitte deshalb um Angabe, worin die Schädigung bestehe? Von konservativer Seite erfolgte keine Antwort, da- gegen erklärte v. Voll mar, das Zentrum möge doch nicht so gutgläubig fein, der Evangeli­sche Bund stecke hinter der gesamten Geschichte! Man befürchte eben, daß die protestantische Kirche den Wettbewerb nicht aushalten könne, wenn die katholische Kirche ein klein wenig mehr Freihett erhalte. Auffallend sei ja schon, daß eine An­zahl von Parteien fich gar nicht mehr an den Debatten beteiligen. Er könne mttteilen, daß Versuche unternommen worden seien, auch die sozialdemokratischen Kommisfions-Mitglteder vom Erscheinen abzuhalten! Diese Enthüllung muß im ganzen Reiche höchstes Erstaunen erjeugen. Wer hat solche Versuche unternommen? Wer hat der Sozialdemokratie nahegelegt, in eine Art Ob­struktion einzutreten, um die Verhandlungen über den Toleranz-Antrag unmöglich zu machen? Der I Verdacht fällt auf den Evangelischen Bund. Wei- ! tere Aufklärung ist dringend geboten.

** Der Besuch des deutschen Kaiser« in Lissa­bon scheint zu einem Handelsverträge zwischen Deutschland «ud Portugal führen zu sollen. Wie der Ltffaboner ,Secalo' zu melden weiß, wird ein neuer deutsch portugiesischer Handels­vertrag gegenwärtig im Ministerium des Aus­wärtigen auSgearbsttet und soll binnen kurzem an die Kortas gelangen. In dem Vertrage sollen alle portugiesischen Kolonialerzeugniffe Bevor­zugungen für die Einfuhr nach Deutschland und deutsche Fabrikate Bevorzugungen bei der Ein­fuhr nach Portugal erhalte».

Hand machte der ganze Zug Halt, mid ein Herold trat vor das Volk, am mit lauter Glimme die Sieges­botschaft zu verkünden.

„Vernehmet, Ihr Männer JerusalmS", so hob er an, „waS euch Abdallah, der gebietende Statthafter de» Beherrscher» der Gläubigen verkünden läßt! Bon nun an bi» zum Neumond soll alle Arbeit in dieser Stadt, die Allah gesegnet hat, ruhen. In Feier- Neidern nur sollt ihr euch auf Straßen und Plätzen zeigen, der lauten Freude sollt ihr euch ergeben und auch die Nächte durch der Fackeln Glanz zum Tag machen. I» den Moscheen aber preiset die Macht und Größe Allahs, denn herrlich ist der Sieg, den unser Fürst durw Allah» Kraft gewann I @8 sanken hin die Krieger Achmed», feie Männer und Jünglinge vom Stamme der Wahidieh, wie vor dem giftigen Hauche de- S'mum, de» heißen Wüstenwinde», der die Kraft der Kamele ertötet und da» Mark der Gebeine verzehrt. Der unersätttiche Wüstensand, er wurde gesättigt durch da» Blut unserer Feinde. Bon ihrem stolzen Heere entkamen nur wenige, um den Müttern in den Lagerstätte» der Wahidieh den Tod ihrer Sühne, den Weibern den Tod ihrer Gatten, den Jungfrauen den Tod ihrer Geliebten zu ver­melde». Äa» nicht unser Schwert dahinraffte, ward unsere Beute und trägt die Sklavenketten. Aber dieser große Sieg, wa- wäre er ohne die eine Freudeubot- schi.fi, die ihr aus meinem Munde noch vernehmen sollt: J-wall, der Schrecken Syrien-, kann euch sürder picht mehr schrecken, von Abdallah» Schwert geht ff en sank er vom Stoffe, und jetzt liegt er auf der Bahre, bleich, kraft- unb fim-lv-, dem Tod verfalle». Froh­locket und danket Allah, denn der Löwe der Wüste, vor dem unsere Knie so ost gezittert, ist tode-wund, und unser Fürst kehrt fieggekrönt von de« blutigen Gefilde« zurück!"

Sin betäubende» Jubelgeschrei erfüllte die Lust, al» der Herold seine bilderreiche Siebe geendet. Ter Statthalter aber gebot Schweigen, den« er wollte nun selbst zum Seite spreche«. Er stieg vo« Pferd« und I

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Freitag im Reichstage befallen hat, rasch erholt. Wie schon gemeldet, ist irgend eine Gefahr nicht vorhanden, wenn auch größte Schonung nötig erscheint. Herr Dr. Spahn hat in der abgelau- fenen Session fich zu viel aufgeladen; wohl ist seine stählerne Gesundheit bekannt, und ebenso seine rtefige Arbeitskraft, aber wir erinnern nur daran, daß er Mitglied der Budgetkommisstcn des Reichstages ist, daß er Vorsitzender der To- leranzkommisston und der Kommisfion für die Handelsverträge war; ebenso ist er Mitglied der Kommisfion für den Gesetzentwurf zur Entlastung des Reichsgerichts und der Börsenkornmisston. Im Abgeordnetenhause ist er Vorsitzender der Kommisfion für die Berggesetznooellen. Die ar­beit im Plenum, die ja jedermann bekannt ist, und in der Fraktion wollen wir hier gar nicht erwähnen. Daneben aber leistete Dr. Spahn seinen vollen Dienst am Reichsgericht

S» »mr gegen da» Jahr 1080 nach Christi S-bmt. von Jnnerafie« hatte« fich we- Jahre zuvor unheure Horben eine- wilden Bo!k». Kker Türken, die unter ihrem Fürsten Eeld- ® I3,Law angenommen, sengend u d mordend "gossen. Palästina war in ihrer Hand, «ud an den heiligen Statten, welche einst der «"lerer Herrn betreten, wo er gelitten hatte, Äh ttnb toor' herrschte ein blutgieriger, de» türkischen Despoten. Die i war am morgen einer geigen Juurage», al» fcabe &em ^enblanbe zum die vorau-geschickten Boten da- Herannahen be» steg-

K6 unter der frü- reichen Heeres in der Stadt verkündeten. In hellen

Si Erlegung eines Haufen strömte das Bott durch die geschmückten

»etmoät n K Statt bcsuchm toantnf/ Straßen zum Tore de» hl. Stephanus, durch welches

atöftbn Ueberwindung der die Sieger einziehen mußten. Auf der zum Tore

größt-n Schmerigkeites zum Ziele zu gelangen. Und - - -

wen» fie doch, beraubt und Mißhandelt, bis in Jeru. frlemr Mauern eivzudringen vermochten, da harrte K °JLnD$ rin grausamer Tod im Angesicht be» 5SKateI£?ee b?8 mit Sehnsucht erstrebte Ziel m^t<n ““i . . n . I ^ynpen yaue pcg, in festliche »ttoftnber gekleidet,

ba$ Lo» lener Unglück- unweit be» StephanSiores, vor bem Hause be» christ. gewchm sem, welche lichen Arztes Johannes ausgestellt, benn such bie EEsung stSidiz christliche Beoölkernug durfte dem Einzüge nicht fern unterworfen zu bleiben, wollte fie nicht den Zorn des grausamen Ab-

LJ? gwL tÖU,9e?B3t bolIa6 auf fich herabbeschwören.

® M^yrium hinge-1 Da kündete wilde Janitfcharenmufik den Einzug nu ihr Q >, ^riiige« i der Siegers an. Dieser folgte eine Schar gepanzerter Stätten, dlihnen teuerer waren al» ihr Leben. Unb j Reiter, bann eine Rotte Fußvolk, welche einen Haufen Ä ®ri«}ttfltt« rinMlofe. Hinter diesen ritt anf einem 1° °*em Iti ®t«tt* herrlichen Araberrosse, vo« vieltausendstimmigem Zuruf

Ratter» am meisten au»gesetzt. Für _ fie gab e» nur I begrüßt, der fiegreiche Statthafter, eme hohe, krieg-riiche dmm einige Röhe, wen« der Statthafter Abdallah, s Gestatt, durch da» Tor etm Auf einen Wink seiner

I begann seine Rede damit, daß er, fich in der Richtung nach Mckka verneigend, aulrief: „Allah ist groß, unb Muhamed ist sein Prophet!" Nachdem er so fich eine« Anschein von Demut und Frömmigkeit gegeben, fuhr er fort:

»Ja, Allah schirmte mich in der Todesgefahr, al- Achmed- Sohn, der furchtbare Jrmall, mit blut­gierigem Auge in mir seinen Gegner erspähte. Drohend durchbrach er die Reihen meiner Krieger, deren hun­dert sein Schwert traf, da- recht- und link» auf fie herniedersuhr. Unb über Leichen stürmte er auf mich lo- — nun galt e- Mann für Man« I Da» war ein harter Kampf, schon rann mein Blut — doch Allah hatte seinen Untergang beschlossen. Al» er jetzt zu gewaltigem Hiebe auf mich aushotte, flehe! da zer­splitterte seine Klinge an der Schärfe meine» Schwertes, da- ihr begegnete. Ich aber gab ihm schnell wie der Blitz, bevor er zu anderer Waffe greifen konnte, den Todesstoß; da tank er hi« aut den blutigen Sand, und Nackt bedeckte de» Helden Sinne."

„Allah fei Dank!" tief da- Volk. „J-mail, der Furckibare, ward de» Tode» Bente!"

„Noch fuhr er nicht zur Hölle," fuhr Abdallah fort, „mein Stlcvr soll er lebend fein. Er soll ge­nese« von seinen Wunde«, damft er der Schemel meiner Füße werde und bie Freude meine» Herze, -, benn an der Qual be» Stolzen will fich meine Seele erlaben 1"

Er besohl, die Bahre mit dem Verwundeten dem Botte zv zeigen. Da lag er resungSlo» «ad nttgefänr« ftch, der gefürchtete Löwe vom Stamme der Wahidieh, da» gebräunte Antlitz fahl wie da- eine» Toten!

„Er soll genesen!" wiederholte der vtatthallrr. „Nennt mir den besten Wundarzt, der in dieser Statt wohnt, ich will ihn reich belohnen, wenn seine Kunst den Totwunden zum Leden zurückführt."

6ie greifet Mo-liw trat vor, fich tief trat tem Fürsten verneigend. „C Herr, kein besseret Atz', seht in allen Reichen der Gläubigen, al» Johanne» be« Andrea» Sohn, der hi jenem Hanse wohnt. Dr,ch et

I Auch in jener Zeit, in der unsere Geschichte an­hebt, war Abdallah wieder mit großer Heere-macht in» Feld gezogen. E» war ihm gelungen, dem bisher unbefangenen Stamme der Wahidieh eine empfind­liche Niederlage zu bereiten. Das Gerücht von tem großen Siege eilte dem heimkehrenden Seldschuckeu- heere voran«, und jub-lnd rüstete fich die türkische Bevöllerung Jerusalem-, die Sieger mit allen Ehren zu empfangen, während bie Christen mit banger Sorge bem Zeitpunkt entgegensahen, welcher ihren Bebrücker wieder zurückführen sollte.

E« war am Morsten eine» heißen Julftage-, al»

.. Für den diesjährigen Besuch des Reifet» in Elsaß Lothringen find vorläufig folgende Dispofittonen getroffen: Der Monarch srdenkt am 6. Mai in Straßburg etnzutreffen unb dort etwa vier Tage zu verweilen. Für den 10. Mai ist ein Besuch in Metz in Ausficht genommen. Im Anschluß hieran erfolgt ein mehrtägiger Aufenthalt in Schloß Uroille, wo auch zu gleicher Zeit die Kaiserin mit den jüngsten kaiserlichen Kindern eintreffen wird. Von Ur- yille wird die Weiterreise nach Wiesbaden an- getreten zur Tetlnahme an den Kaiserfestspielen, dis vom 17. bis 20. Mai im dortigen Theater

ist bekanntlich in der Kommiffion von den Konservativen und National liberal en recht sonderbar behandelt worden. Schon bei der ersten Beratung im Plenum konnte man erkennen, daß bei ihnen die Stimmung bedeu­tend umgeschlagen war und fie dem Anträge mrd den in ihm niedergelegten Ideen der reli- Msen Freiheit und Pietät weit kübler gegen- überstanden, als früher. In der Kommiffion mm verhielten fie fich sehr bald vollständig passiv. Sie betelligten fich an der Debatte überhaupt nicht mehr, ließen fich auch durch «ine Anregung der Zentrumsmitglieder zum Reden bewegen und stimmten, insbesondere bei dem zweiten Teile, gegen alles. Der Abgeord­nete v. Bollmar hat verraten, daß man auch bte Sozialdemokraten zu dieser Haltung hat be- stimmen wollen. Wer den Versuch gemacht hat, wird nicht getagt. Wahrscheinltch waren eS die Ratisnalliberalm. Die Konseroatioen dürften sich doch wohl nicht Herbeigelaffen haben, an die S^ialdemokraten, mit denen fie sonst nichts zu tun haben wollen und die fie gar nicht a!8 Ä?"»E«chtigt«, geschweige denn gletchberech- ^te Partei «tterkennen, herantreten und um Anschluß an ihre Taktik zu bitten.

Daß das Verhallen der Konservattven und Nationalltberalen von sachlichen Erwägungen SE?*! mit d-m besten Willen

Mcht behaupten laffen. Widerspricht es doch Stellungnahme zu bem Anträge, wenn auch damals nur der erste Teil zur Verhand- ^ng und Erledigung gekommen ist. Wir haben hier mit einer Wirkung der Agitation beS Evangelischen Bundes und seiner Geßunungsgenoffen zu tun. Die Konservativen

?er Hetzerei insbesondere not VK wm x am Evangelium" stattfinden.

Di- & t.Det den Schreihälsen. '■ Unser iranölagsabgeoroneier ®r. Dpi

der Agitation des Bundes ihren Gefühlen keinen Zwang mehr anzutun brauche« und hoffen zugleich, daß ihnen der dankbare E^ngelifche Bund die Wahlhasrn in die Küche trribeu werde. Diese ganz außerhalb des Reichs- tag» und der Sache liegenden Beweggründe *cbex die genannten Parteien veranlaßt, eine stumme Rolle gegenüber dem «nttage zu spielen. Ob es eines freien u^b gewissenhaften Volks- Est, sich derartig von Hetzern rinschüchtern und zur Preisgabe oder Verhehlen einer früher bekundeten Ansicht bewegen zu laffen, mögen die Herren mit fich selbst aus- machen.

Zuldaer W Zeitung

wochrMUagk > „Illustrierte Sanntagrzektung"