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Druck und Verlag des Kuldaer Actiendrucker^ in Zulda (Qarmoetfcj Lernsprecher Ur 9,

Jti 81.

Fulda, Samstag, den 8. April 1905.

32. Jahrgang.

Zweites Atcrtt

Unpolififdie Zeitläufe.

(Nachdruck verboten.)

® Berlin, den 6. April 1905.

DaS ist ja schrecklich mit den Bandwurm» Berichten über Skandalprozeffe, die jetzt die Zeitungen füllen. AuS Lemgo, auS Oldenburg und zum Neber fluß auch noch aus Bologna Wenn in dem stillen Städtchen Lemgo eine dos» haste Kreatur sich die Langweile damit vertreibt, daß sie durch einen Regen von namenlosen Briefen die Leute ärgert und verhetzt, so geht diest törichte Teufelei doch eigentlich nur die Einwohner von Lemgo an; weshalb soll das ganze Reich fick in die Einzelheiten dieser wider» wärttgen, krankhaften Handlungsweise vertiefen? Und wenn ein Skandalblatt in Oldenburg einen Verzweiflungskampf führt gegen einen anerkannt tüchtigen Minister, der in seinen Mußestunden manchmal die lustige Sieben oder Poker gespiel hat, so halte ich das nicht für ein politisches Ereignis von allgemeiner Bedeutung, sondern für eine persönliche Zänkerei und Stänkerei, die mißerhalb der dortigen Klarschgesellschast keine Beachtung verdient. Und nun gar der abscheu­liche Prozeß von Bologna, der uns eine Familie von freidenkerischen Bestien in Menschengestalt vorführt, einen wahren Abgrund von Liederlich» keu und Grousamkeit — warum soll denn die der Zeitungsleser ihre Nase in diesen höllischen Unrat stecken?

Die besseren Zeitungen möchten gern von der Last einer solchen Berichterstattung befreit sein. Es gehört aber Mut dazu, den „feit» satümellen" Lesestoff ganz zu unterdrücken oder aus das allerkürzeste zu beschneiden. Denn es gibt leider überall neugierige und lüsterne Leser, die sich beklagen, wenn ihnen das übelriechende Zeug nicht aufgetischt wird, und dann nach dem skrupellosen „Generalar zeig«" rc. greife». Diese Gierhamster der Sensation bedenken nicht, wie­viel Unheil in jungen oder schwachen Gemütern durch die abscheulichen Geschichten aus dem @e* richtSsaal ungerichtet werden kann. Alle ver­nünftigen Leser müssen ihrem HauSblatte dank» bar sei», wenn es mit solchen häßlichen und ge» jährlichen Sachen ihre Familie verschont und von solchen Zwischenfällen das allernotwendigste in recht trockener, nur für ausgewachsene Leute verstär blichen Form berichte». Es schadet auch wesentlich nichts, wenn sie am Stammtisch oder beim Kaffeeklatsch erklären: Mit diesem skanda­löse» Zeug besöffe ich mich nicht; wir wollen lieber von etwa- Besserem rede».

Da sich auch aus giftigen Blume» Honig sauge» läßt, so möchte ich aus den Skandal- prozeffen je eine Nutzanwendung ziehen, die auch ohne Versenkung in die Einzelheiten verstanden und beherzigt werden können.

In Italien handelt es sich um die zwei Sprößlinge eines Professors, dir von ihrem frei­geistigen Vater nach allen modernen Regeln der Kunst in der Gottlosigkeit von jung auf erzogen worden sind. Das Ergebnis war, daß sowohl der Sohn als die Tochter zum Ausbund un­säglicher Liederlichkeit und schließlich zum Gatten- und Schwagermörder wurden. ES waren die ausgesprochensten Blüten der modernen Kultur: au ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!

I» Lemgo handelt es sich um eine heimliche Fabrik von namenlosen Briefen. DerAbsen» der (oder wahrickeinlich Absenderin) machtfiüunter viel Mühe und Gefahr den „Spaß-, durch solche Spott«, Schmäh- und Hetzbriefe ihre Umgebung andauernd in Aufregung zu setzen. Je mehr Aufsehen sie erregt, je mehr Aerger «nd Unglück sie anstiftet, desto großartiger kommt sich diese teuflffche Person vor. Es ist eine ähnliche krank» hafte Passion, wie sie sich -bei gewissen Brand­stifter« findet, die ein Schadenfeuer anlege», um fich an der Verwirrung und dem Schaden zu ergötze». Die schreibfeitge Hexe von Lemgo kann fich übrigens kein Patent auf ihr bösartige« Treiben geben lassen; denn solcher Unfug ist schon öfter dagewesen. Die Leser erinnern sich ge» wtß »och an die sog. Angelegenheit Kotze, die im »origen Jahrzehnt in de» höchsten Kreisen von Potsdam fich abspielte.

Ao so ein Unwesen auftaucht, so sollte man es meinerAnsicht nach zunächst mit der Selbst­hilfe versuchen, und zwar durch Gleichgill igkeit u»d Slillichwei en. Der Versender namenloser Briefe will Aufsehen erregen; wenn ihm das nicht gelingt, so wird er sein Geschäft bald ein» stelle». Darum sollten die Empfänger solcher Wische gar nichts sagen oder tun, sonder» die Zusendungen, solange eS nur möglich ist, mit

Verachtung strafen. Keinem Mensäen etwas davon erzählen, auch den besten Freunden nicht Und wenn andere Empfänger davon zu reden anfangen, so stimme man nicht ein und gebe keinen Beitrag zu der Unterhaltung, sondern suche auch die anderen in unauffälliger Weise zur Rahe zu bewegen. Ist der Inhalt der Z«, sendungen drrar-ig, daß man sie nicht ruhig ein» stecken zu können glaubt, so gehe man gleich an die richtige Schmiede, ohne erst Klatschbrüder oder Klatschschwestern ins Vertrauen zu ziehen: nach Lage ter Umstände wende man fich direkt an die Polizei oder an einen Rechtsanwalt oder hole erst den Rat eines wirkliche» Vertrauens­mannes, z. B. de8 Seelsorgers, ein. Aber sonst vollständig reinen Mund bewahren, auch vor den Hauszenoffe», die nicht etwa selbst Zuschriften erhalten haben. Man darf auch wegen der Be­hauptungen, die in den Briefe» des feigen Hetzers stehe», nicht etwa Nachforschungen an- stellen; das merkt der Briefschretbrr leicht und find-t in dem „Erfolg- eine» Ansporn zu weiterer Tätigkeit.

Nun gibt es auch Ehrabschneider und Hetzer, die den bequemen Weg des mündlichen Ver­fahrens einschlagen. Sie blasen die ver­dächtigende Andeutungen in die Ohre», ohne etwas zu sagen, worauf man fie fassen könnte, und finden nun ihr teuflisches Behagen darin, wenn du das häßliche Gerede wrilerträzst und ein Skandälchen entsteht, wobei sie fich heimlich schmunzelnd sagen können: Das Feuerchen habe ich angelegt! Wir leide» ja fast allzymal an Redseligkeit, die Männer nicht minder als die Frauen. „Was gidr's Neues?- heißt die ewige Frage, und jeder beeilt fich, alle „Neuigkeiten-, die er irgendwo gekört hat, in das Gespräch zu werfen. Er will doch auch zeigen, daß er auf dem Laufenden ist und die Gesellschaft zu unter- halten versteht. Durch diesen Quatsch und Tratsch der gedankenlosen Eitelkeit wird furcht­bar viel Unheil angerichtet. Manchmal wird das ganze Lebensglück eines Menschen oder einer Familie abgeschlachtet, ohne daß fich die Glücks­mörder bei ihrer Schwätzerei etwas denken. Da­her die Mahnung: Mache dich nicht zum Ge» schichtenträger! Ehre legst du damit bei ver­ständigen Leuten doch nicht ein. Ins Gesicht sagen fie dir vielleicht, das s«i ja sehr interessant, aber hinterher sagen fie, du seiest ein Schwätz- odrr Lästermaul.

In dem dritten Prozeß handelt es fich um das Jeu, um den gefährlichen Zeitvertreib durch Glücksspiel. Der angefochtene Minister ist ein sehr tüchtiger Mann, und wenn er gespielt hat, so ist er über seine VermögenSverhäftniffs nicht hinausgegange» Aber nun rächt fich diese Schwäche bitter an ihm. Seine Gegner werden freilich der Reihe nach strenge verurteilt; aber er kommt doch aus den ewigen aufregenden Pro­zessen nicht heraus. 8s gehören sehr starke Nerven dazu, um solche andauernden Anfein­dungen auszuhalten. AuS dem anscheinenden harmlosen Spiel kann leicht ein Unheil entsteh!», das de» beste» Man» um sein Glück und seine Wirksamkeit zu bringen vermag. Bei dem „Harm« losen Spielchen- weiß man, wo man anfängt, aber nicht, wo ma» anfhört. Jedes Glücksspiel enthält den Keim za einem Unglücksspiel.

Den 6tat, den du mit gleichgestellten Freunden um den Bruchteil eine- Pfennigs spielst, will ich )ir gar nicht verekeln. Noch weniger das Kegel- piek um des Bahngeldes, oder das Billardspiel um des Spielgeldes. Aber sobald Geldgier, die wirkliche Gewinnsucht in's Spiel kommt, dann putze deine Nase und gehe fort. Dabei kommt nichts gutes heraus. Was du etwa gewinnst, macht dir keine rechte Freude, weil du es einem Freunde abgenommen hast, und es bringt dir auch keinen Nutze», weil die Spielgewinnste »och viel runder sind, als das Übrige Geld. Und wenn du verlierst, so hast du erstens den Aerger und weitens die Gefahr, bei dem Übliche» Versuche >er Revanche noch tiefer hineinzufallen, vielleicht eine# schweren Schaden am Wohlstand oder an der Ehre zu leiden. Und zu alledem hast du noch die üble Nachrede; den» auch das sorgsam verborgene Spiel bleibt nickt geheim. Wo die Türen verschlossen oder die Vorhänge zugezogen werden, da ist es schon faul. Und wenn du am Spieltisch da« Gefühl hast, deine Frau oder deine kinder dürfte» dich hier nicht sehe», so ist es ,ohe Zeit für eine Luftoeränderung.

Auch harmlose Kartenspiele, bei denen es auf den Geldgewinn gar nicht ankommt, soll man mit jüngeren Leuten oder mit solchen, die aus niederem Stande sind, niemals spielen, sondern »öchstens mit guten gleichstrhenden Freunden. UrbrigenS gibt es ein schönes Mittel, um so einen Freundschafts-Skat zu heiligen, indem man »en bescheidenen Gewinn in eine besondere Westen­tasche steckt, und dann zu einem wohlräiigen Zwecke stiftet, z. B. für die Zehlendorfer Kirche an Herrn

Pfarrer Deitmer in Steglitz schickt. Wen» alle drei »dec vier Skatbrüder mittun, läßt sich sogar bald so viel zusammenbringen, daß sie als Prämie das Buch bekommen, von dem ich aus Bescheiden» beit richt weiter reden will. Wer den kleine» Ertrag der Spielerei zu einem guten Zw cke opfert, entgeht Bem Verdachte und auch der Versuchung zur Gewinnsucht.

Deufiches Reich.

Berlin, den 7. April 1905.

(*) Ter Rechnrmgshof des deutsche« Reiches in Marrokko hat zwei Beamte, den Geheunen Regierungsrevisor Lanpp uxb den RechnungSrat Seiffarih, beauftragt, fich Ende dieses Monats nach Südwestafrika zu be­geben. Zweck der Reise ist, daselbst in dem Zeitraum von etwa einem halben Jahre das Rechnungswesen der verschiedenen Reichsoerwal» tun gen zu prüfen und sich über verschisoene in Au: ficht genommene Projekte genau zu infor­miere-?, so u. a. auch über Zuschüsse und ben Bau der Reichseisenbahn Swakopmun d—Windhuk.

*— Von deutscher Seite soll der marvk kauische« Regierung ein Darlehn ange­boten werden fein, damit diese sich von ihren Verpfl chtungen gegenüber den französischen Barken befreien kann. Die Verhandlungen sollen bereits eingeleitet fein. Dir ,Bcss. Ztg.' be« richtet, daß derartige Verhandlungen, wenn sie überhaupt schweben, chne Zutun oder Vermitt­lung der deutschen Regierung geführt werde». Die Schuld Marokkos bei den französischen Banken beträgt nur 20 Millionen.

% Der im Zweikampfe getötete Farmer Zipplill (nicht Zipplitz) war, rote jetzt berichtet wird, nicht Reseiveosfi ier, und „sah fich nun leider genötigt, bei einer studentischen Korporation, die auch das Ehrengericht is diesem Falle zu­sammen stellt, Waffen zu belegen.- Wenn tr nicht Reserveoffizier war, so verstehen wir es um so weniger, warum et fich dem unsinnigen „Ehrenkodex" fügte, uxb sich durch ein „Ehren­gericht- unreifer junger Bürschchen in den Tod treiben ließ.

§ Die Beschlüsse der Kommission für die Bergarbeiternovelle werden selbstver­ständlich vom .Vorwärts mit wahrem Behagen verzeichnet, und zur Aufhetzung der Bergleute benutzt. Ee möchte es so darstellen, als sei be­reits aus der Ardeiterschutznooelle ein AuS- »ahmegesrtz gegen die Bergarbeiter zum Schutze der Arbeitewilligen gemacht worden. Das Ver­trauen der Bergleute in die Regierung sei schmählich getäuscht worden. Hoffentlich würden die Bergleute jetzt einsehe», welches frevelhafte Spiel auch die falschen Freunde bisher mit ihnen getrieben hätten, die ihaen Vertrauen zur Re­gierung des Klaffenstaates predigte». Zu den falschen Freunden wird natürlich an erster Stelle das Zentrum gezählt. „Die Bergleute werden auch vom Zentrum verraten werden. N ch s haben die Bergleute zu erwarten.- „Die Reak­tion will die Bergleute niedertrawpsln; keine Zentrumspartei und keine sreifinntge Partei schützt sie davor. Werden die Bergleute fich ruhig niedertrampeln kaffen? Werden fie noch ferner Vertrauen habe» zu denen, die ihr Ver­trauen gar nicht wolle».....Als Anhängsel

einer bürgerlichen Partei können fie keinen poli­tischen Kampf gegen den Klaffenstaat führen, und nicht eher werde» fie zu ihrem Rechte kom­men, als fie fich frei mache» von allen bärget» ichen Parteien und fich der politischen Organi- ation ihrer eigenen Klaffe anschließen.- — Wir ollten meinen, diese triumphierende Hetz^prache »er sozialdemokratischen Presse müßte den Ron» ervattoen die Augen öffnen und fie belehren iber den Wert und die Wirkung der von ihnen herbeigeführten Kommiifionsbeschlüffe. Bot allem aber müßte auch die Regierung fich klar machen, »aß fie fich die Verschlechterung der Vorlage, wie ie die Kommission beschlossen hat, unter keinen Imständen gefallen lassen darf. Wird noch eine brauchbare Vorlage zustande kommen? Die Meinungen der Arbeit-freunde, besonders auch unter ben Kommissionsmitgliedern, gehe» darüber gänzlick auseinander. Die einen find ganz pessimistisch gestimmt und erwarten nichts Gutes mehr; die andern find ebenso optimistisch und glauben, daß den Sozialdemokraten doch noch ein Strich durch die R chnung gemacht werde. Sie erwarte», daß die Konservativen in der Frage der obligatorischen Arbeiterausschüsse chließlich nachgebm werden und halten das in »et Hauptsache für genügend, um mit der Vorlage zufrieden fein zu können. Es wird aber doch auch noch darauf ankomme», welche Aufgaben und Befugniffe fie den Ausschüsse» zuweisen. Bezüglich des Maximalarbeitstages ist »ach An»

sicht der Beteiligten der Zweck der Vorlage auch durch den auf Antrag der Konservativen gefaßt«! Beschluß zu erreiche». Danach müssen (oiSh« „können-) die £) icrbergümter Dauer, Begin« und Ende der Arbeitszeit sowie dir zu grwäh» renben Pausen für solche Betriebe, in den«! durch übermäßige Dauer bet Arbeitszeit die Ge­sundheit bet Arbeitet gefährdet wird, vorschreib«!. Zwar haben sie bisher »on der Befugnis kein« Gebrauch gemacht, und es ließe sich ja auch hi Zukunft das „Muß- umgehen, indem bann die Ob «bergan? ter einfach die GesunSheitsgesährlich» kett der Anbei!« nicht anerkennten. Aber mcm erwartet, daß der neu einzusetzende Gesundheits- rat doch einen Ansporn zur befriebigenben Aus­führung des Gesetzes bilden werde; und verweist darauf, d»ß der sanitäre Maxim alarbeitt tag durch die Bergbehörde bezirksweise angeordnet werden könne und damit die praktische Hand- hrbung der Bestimmung im Sinns des Regie» rungsentwurfes wesentlich erleichtert und bezün» stigt werden würde. Hoffentlich behalten di« Optimisten recht.

Busland,

* Die französische Deputierte»!««»,« hat am DonnetSiag die GeneraldiSkussto» deS Gesetzentwurfs über die TrennungvonStaat und Kirche beendigt.

8 Englische Beschwerden gegen Deutsch­land. Im englischen Oberhaus richtete «m Dienstag Jersey an Lansdowne eine In­terpellation betreffend die Siellung der eng­lischen Handeltreibenden auf ben Marschall- und Karolineninseln, protestierte gegen die Haltung Deutschlands und erklärte, dal Vorgehen der deutschen Behörden sei ehe Ver­letzung der von beiden Regierungen im Iah« 1886 unterzeichneten Erklärungen; eS handle fich nicht nur um die Interessen eines englisch« Hauses, sondern die Frage stebe auch damit in Verbindung, wie Deutschland fick dem englisch« Handel gegenüber im Stillen Ozean verhalte. Wir find, so fährt der Redner fort, die Hüt« der Rechte der Kolonien und müssen darüb« wachen, daß man die Rechte nicht verkümmere. LanSdowne erwiderte, die Regierung beschäftige -fich mit dieser Fräse; unserer Ansicht nach ist die Behandlung deS englischen Handels auf d« Marschallinsel» wenig zufriedenstellend. Lord LanSdowne fährt fort, der Harde! auf b« Marschallinseln befinde fich in den Händen ei»« deutsche» Gesellschaft, die gleichzeitig die Funktionen einer Handelsgesellschaft und diejenig« der Regierung auSübe. DaS Ergebnis dies« doppelten Befugnisse sei recht bemerkenswert. I» ihrer Eigenschaft als Handelsgesellschaft müsse die Gesellschaft theoretisch dieselben Ste»«» zahlen, wie andere Gesellschaften, ab« i» ihr« Eigenschaft al« Regierung benutze fie die Ein­künfte aus den Steuern, um ihren eigenen Ein­nahmen aufzuhelfen. Nach der Meinung d« englischen Regierung bedeute dies eine Ver­letzung der Deklaration von 1886, die den englischen und deutsche» Handeltreibend« gleiche Rechte in den englischen und deutsch« Besitzungen im westlichen Teile des Stillen OzemB zufichert. Zweck dies« Deklaration fei eben ge­wesen, die Schaffung eines derartigen Monopol» zu verhindern. Dtutfchland habe die Äaw- limninfeln im Jahre 1899 gekauft; diese Insel» lägen in einer Gegend, aus welche die Erklärung ifjug habe; ab« trotzdem glaube «, daß ie dieser Gruppe eine vollständige Verhinderung des englischen Handels bestehe mit 8*8» nähme von zwei kleinen Inseln. Es sei« &N »er deutschen Regierung Vorstellungen «- hoben worden, aber er könne gegenwärtig Jerseg bezüglich deS Ergebnisses dies« Vorstellung« keine Auskunft geben. Die Regierung werde fortfahr«, die Aufm«ksamkeit der deutsche» Re­gierung auf daS zu lenken, was eine Verletzung »er Deklaration von 1886 zu sein scheine. Die Beschwerden Englands, rote fie oben formuliert worden find, werden sich aller Wahrscheinlichkeit »ach als unbegründet Herausstellen.

Römifdier Wochenbrief.

s:j Rom, 7. April 1905.

Die am vorigen Dienstage durch den hl. Bat« eingeweihte Nachahmung der LourdeS« grotte wurde in der vergangenen Woche vo» eimt großen Anzahl von Fremden besucht u»d am Sonntag wwde sogar von den Angehörig« einer römischen Pfarrei eine eigene PtlgerfaM dahin veranstaltet. Die Etnwrihungs - Feierlich- leit selbst hat ungemein zur Erhöhung der Vo.kS« tümlichkett des Papstes beiaetragen. Ts w« außerdem das erstemal seit 1870, daß d.e Rom«