dem
Bus dem Landtag.
176 «WS V0M 7. April 1906.
«rSffmmg ll1/« Uhr.
«tat Reihe von Petitionen werben entfprechenb KommiffionSautrag als zur Grörterung iat Plenum
Bus dem Reichstag.
181. Sitzung vom 7. April 1906.
Gröffmmg IV« Uhr.
Die Novelle zum RetchSbeamtengesetz wird in 3. Lesung ohne Debatte angenommen; ebenso nach unerheblicher Debatte die RachtragSetat fit 1905 lEüdrmstafrtka und Kamerun).
Damit ist die Xa eforbnung erledigt.
Präsident Traf «allestrem schlL t vor, die nächste «itzuna abWhalten: DienSlag den 2. Mat.
»bg. Dr Spahn (Ztr.) wünscht, daß die Ferien eine Woche länger, b,S zum 10. Mat dauern sollen
Piäfident «ras Ball.stre« tritt demgegenüber energisch für seinen eigenen Bo schlag et», der wohl überleg! sei und auf der «rwäguug beruhe, daß be» rettS im Oktober der Reichstag wieder zusammen- treten solle _
DaS Haus schließt sich dem Wunsche des «bg. Spahn an.
Die nächste Sitzung findet also Mittwoch, da» 10. Mai start.
Schluß 2 Uhr.
ungeeignet erklärt.
63 folgen Wahlprüfungen.
Die Wahl der Abgeordneten Wolff.»orki (ft) und Peltasohu (fr. Bgg.) hatte die «»mmijfion für ungiltig erklärt. ..... k,_t.
Die Mehrheit deS HaufeS erklärte sowohl diese Wahl, wie dir deS Abgeordneten R e c, n t tz e l, der gegen den ZentrumSkandtdaten Dr. Stephan in Pleß- Rybentk gewählt ist, für gllttg.
Nach Erledigung der Wahlprüfunge« wurde der Anttag «amp (t) betreffend die Sperrungen der Mutnngen aus 6 Jadre begonnen.
Handelsmir ister Möller begrüßte den «»trag und auch alle Patteirn mit Autnahme der Nationalliberalen äußerten sich zustimmend.
Luisa fand sie sehr feinsinnig und wohlgelungen, ihre Mutter nannte fie höchst abgeschmackt. Einige« Darstellungen OE8 der Pychologir kehrte fie mit »höchst unpaffend" energisch den Rücke». Jetzt erst, wo sie die beiden ersten Räume abgemvstert hatte und fich dem dritte« «nd letzten Raum zuwenden wollte, fiele« ihr die sonderbaren Blicke der Vorübergehende» auf, ja fie glaubte gar bei einigen ihrer Bekannten ein spöttisches Lächeln zu bemerke».
Wa» mochte daS zu bedeute« haben? Sl M.e ihr gleich klar werde». Gleich rechts vom Eingang des letzte» Zimmers standen drei Damen, welche wir grsßem Eifer ein Gemälde betrachteten, au dem fie ihre Helle Freude zu haben schienen. Als Donna Gabriela mit chrem Gefolge etntrat, stießen fie fich gegenseitig an, grüßten etwas verlegen «nd zogen Pw schleunigst zurück. Die b ei waren „soaenarmtr, Freundinnen der Frau Ribno, b. h. solche, denen da» Herz im Leibe lachte, wen» einer ihrer Mit« schwrster in irgend einer Form ei« EpKgel vorgtyÄ^it wird, in welchem fie dasjenige zu sehen bekommt, waS fie sonst nicht zu sehen gewohnt ist, nämlich ihre hervorragendsten Charakterfehler. Und Donna Gabriela stand j tzt vor solch einem Spiegel. DaS betreff erbe Bild stellte nämlich folgende Szene aus „Hänsel und ©tetel" dar:
Die Kinder stehe« ft« ZsckrthäuSchm um zu nasche» und werden von der H-x- überrascht. Die H xe aber war niemand anders als Marthas böse Schwiegermutter. Zug um Zag hatte der Maler Atbaro Rueda fie wtedergegebe», wie er fie so hävfig vom Estradafchen Hause beobachtet hatte Ihrem -rsten Impulse folgend, schlug fie mit dem Sonne n- schirm drei», um daS Bild zu demoliere«. Aber der Aufficht führende Kastellan fing den Schlag auf
„Tun Sie das N'cht, Seniwra, d-r Spaß würde S e 10,000 Peso» kosten. Für diesen Preis ist dar B-lv heute an eisen Millionär tn New>Inr verkauft Word
.10,000 Peso« für di« Klxerei? Und wer 'st der Urheber de- Bilde«?"
wochmbeiiagi! „Illustrierte Somtfagsjeitimg*
Fulda, Samstag, ben 8. April 1905.
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% Die Reichstags-Kommission zur Vorberatung des Entwurfes einer Matz» »md «ewichtsordoung hat fich konstituiert. Ter Vorsitz «st demAdg. Dr. Bärwinkel (nl.) bezw. E n g e l e n (Zentr.) übertragen worden; als Schrift, führ« werden Schickert (t) und Raab (wirt, schafft. Verein.) fungieren; oom Zentrum sitzen sonst noch tn dieser Kommrsfioa die Abgeordnete« Hug, Jtschert, Kirsch, Nacken, Osel nud Wallenborn.
* In einer Verfügung des Handelsmiuistxs Möller wird heroorgehoben, daß die ®t Werbe» ansfichtsbeamteu dir Beschwerden der Ar» beiter über die tn der Gewerbeordnung «äh« bezeichneten Angelegenheiten ausnahmslos zu unte suchen haben, wenn fie zu ihrer Kenntnis kommen. TS wäre, sagt der Minister, nicht zu billigen, wenn die Ausfichtsbeamten die Namen von Arbeitern, die sich mit Beschwerden Iber Mängel der gewerblichen Betriebsstätten an fie gewandt haben, ohne deren ausdrückliche Zu» stimmung zur Kenntnis, der Arbeitgeber brächten.
(Wettere politische Nachrichten finden unsere Leser im Zweiten Blatte. D R.)
Marthas ZchmMmutln.
Dsm Leben nacherzähtt von Marg. Schlichter.
------ (Nachdruck verboten.) (Schluß.)
Eine Bluse ist doch kein Kleid," warf:Zante
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G.A«tzeLer in Sulda.
Seuwalnpe dazwischen.
U*b fie war vom allerbilligfien schwarzen Baum» Wollstoff, fleht schon recht schäbig auS," ließ die unbe- »Seme Maria Luisa fich vernehmen. „Enr-qaeta und Ine« wollte» durchaus die teuerste» Stoffe für ihre Kleider habe«. Mama willgte ei»; da blieb für Martha» Kleid kein Geld mehr übrig.*
Hierfür erntete fie von der Mutter BafiliSkenblicke, und die Schwester« nahmen keine« Anstand, ihr einen derbe« Pnff zu versetze».
„Martha ist undankbar und nie zufrieden," sagte die ältere. „Sie geht doch sicher so gut gekleidet, wie He e» für ihre Verhältnisse nur verlangen kann."
„Sie Hai wahrlich keine« G und, fich in eurem . Haus: zufrieden zu fühlen," nahm die Taute da» Bort. „Ich weine, um der innigen Liebe willen, die fie mit unsrrm gute« seligen Prblo verbunden hot, und um de» Glückes wegen, da» ihre zarte Vngebnng über die letzten Jahre seimr Lebens auSgegvffe» hat, solltet ihr sie besser halte«. Sie ftllie euch ein teure» Vermächtnis des lieben Tote« sein!"
Die Mahnung der stillru Dulderin vermehrte nur noch die Abneigung gegen ihre Stwiegertschter. Sie «ißgS«r.te dieser Fremde» ja die Liebe, die ihr toter Schn für fie im Herzen getragen. Do« Jocqsin war tief ergriffe« von den Worten seiner Schwepir, die so mächtig an sei» Gewissm appellierre». Sr vermeinte wieder den stehenden Blick seine» sterbenden Sohnes zu sehe«, seine dringende Bitte zu böten:
„um nur diese anstatt vieler zu nennen", zu den ihrigen zu wachen. Wenn daS »«trifft, dann haben wir das Blatt bisher doch noch überschätzt. Die Konsequenzen dieser Anfickt stimmen uns aber bedenklich. Wenn nun em Zentrums- blatt umgekehrt unS für die wiffenschoftlichen Anfichten und den literarischen Geschmack eines beliebigen evangelischen GchriftstellerS, z. B. des Grafen Hoensbroech, verantwortlich machen wollte! Wir mflfftn also grundsätzlich gegen solche Jdentifi.ieiungen Verwahrung einlegen. Telvstverständltch werden wir aus dem Borwurf der Fälschung nicht Beranlaffung nehmen, küistigdtn Sevßirungen aus den Organen deS Soangeltschen Bundes unverkürzt abzudrucken."
8 AuS Böhmen kommt ein neuer Not» schrei auS den „Erstlingsgemeindeu der evangelische« Bewrgmvg ", bte unter der leichtfertig übernommenenKtichenbauschuld seufzen. Im ersten Eifer der Los von Rom B wegung begann man große und überflüssige Kirchenbauten, ehe noch ein BaukapUal vorhanden war. Man verließ fich auf die Großsprecherei der agi- (irrenden Pastoren, die reichliche Unterstützung von den denfchen Protestanten in Aussicht stellten. Diese Unterstützungen fielen aber viel spärlicher au», als man erwartet' hatte und nun fitzt man in der Patsche. Die Gemeinde Turn, die fich beinahe genötigt gesehen härte, ihre haldfertige Kirche verst'igern zu mflffen, scheint ja jetzt aus dem Gröbsten heraus zu fein. Aber nun jammern andere Gemeinden, wie Klostergrab, Braunau, Trebnitz ufw, daß fie von der leichtfertig übernommenen Kirchenbauschuld geradezu erdrückt würden. Der Sustav-Adolf-Berein hat zwar tm Herbst 1903 beschlossen, jeder Zweizverei« und Frauenverein solle auf zwei Jahre je 50 Mark für die notleidenden Gemeinden Böhmens aufbringen, aber der Erfolg ist auigeblieben. Noch nicht ein Drittel dessen, was man erwartet hatte, ist, wie in einem Aufruf mitgeteilt wird, cingetommen. Jetzt scheint man das Schreiben PtuS X an den Kardinal Erzbischof Gruscha zur Anspornung der Opfer» Willigkeit verwerten zu wollen. Ohne Geld will die Bewegung, die man fast den Anfängen deS EhristentumS gleichgestellt bat, nicht gedeihen.
♦ Eine für dar ganze Beamtenrecht prln» zipiell wichtige Entscheidung hat im Gegensätze zu der Entscheidnna des preußische« Ge» samt-Ministeriums vom 23. Dezember 1882 der große Disziplinar-Senat am 20. Dezember 1904 gefällt, wonach Handlungen, welche von einem Beamten vor dem Eintritte in die Beamtenstellung begangen find, nicht den selbständigen Gegenstand einer disziplinären Bestrafung bilden können. J
» Der Reich-tag hat sich heute bis zum 10. Mat vertagt. Der Präsident hatte den 2. Mai vorgeschlagen und, alsAbg.Dr. Spahn unterstützt von den Abgg. v. Tiedemann und Müller-Sagan, dir Verlängerung der Ferien beantragte, mit allem Nachdrucke auf seinem Anschläge bestanden, ben er einen wohl- „Sei gut für fie, ich habe sie so innig geliebt und fie hat mich so namealo» glück ich gemacht."
Bielleicht hätte er zu Mariha» gunsten ein Machtwort gesprochen, wen« nicht die Verhandlung einen so schnelle» Abschluß gefunden hätte. Martha bekam plötzlich Magenkrämpfe und wand fich vor Schmerzen. Sie litt fett kurzem häufig daran, wohl infolge der steten BerdrnffrS und der vielen Aufregungen Ihr Schwiegervater stürmte in die Apotheke «nd kam mit einiger» schmrrzstill »den Tropfen zurück.
Während Maria Luisa sorglich um Martha be. müht war, verließ Grbriela, von Ine» und Enriq reta Sesolgtz als hochgemute Siegerin den Kampfplatz Für e wäre« Martha» Schmerzen nur eine geschickte Komödie, durch die fie fich nicht täuschen ließ. Mehr denn je wurde die arme junge Frau von diesem Kleeblatt weiblicher Bosheit und Unlieben? Würdigkeit ge» quält »nd gepeinigt. Da» Empörende für Martha aber war da» zrckersüße, außerordentlich freundliche Wesen der drei Heuchlerinnen in Gegenwart Don JoaquinS Klei» Bella sah mit betrübtem Gesichtchen Die «stradaschen Kinder an ihrem Hause vorübrrgehen. Sie wäre allzugern mit ihnen gegangen und mußte »ach wie vor ihre frische Luft im Hof vor dem übel duftende» Hühnerstall schöpfe«.
Als Martha einige Tage später mit ihrer Freundin von der stattgefm-denen Konferenz und deren Folge« e zählte, sagte diese nur:
»Don Joaquin ist ein Mordrkamel, du mußt sehe», daß du au» dem Hause kommst. Bei dieser Behandlung gehst du in kurzer Zeit mit deinem Kinde zu Grunde."
Davon war auch Martha überzeugt «nd kämpfte täglich mit dem Entschluß, ob fie ihren Schwieaer- Vater bitten solle, et möge fie mit Bella ziehe» lvsftn. Da trat ein Ereignis eh, welcher für fie handelte u d dem Schwanke» rin Ende machte. Doch bevor wir von dem ernste« Gaste im Riberoschen Hause erzählen, müsse» wir noch eine Beaebenh-it hir-z«sügen, die fit bte Bekamte» Gabrielas äußerst amüsant
Deutfdies Reich.
Berlin, den 7. April 1905,
(*) Der Abg. Dr. Spahn erlitt, als nach Schluß bei heutigen Reichswgsfitzung der Prä- fideut im Saale sich mit dem Abg. Dr. Spahn und einigen anderen ZenttumSabgeordneten be» sprach,einen ohnmachtähnlichen Schwäche- anfall. Er wurde von dem Abg. Gröber aus dem Saale in sein Arbeitszimmer gebracht, wo « sich nach einer Stunde vollständig erholt hatte. Jeder Grund zur Besorgnis ist auSge» schlossen Dr. Spahn reiste bereits heute abend nach Leipzig ab.
/ Die ,ikre«zzeit»«g* wird in der Korrespondenz des Evangelischen Bundes beschuldigt, ein Meisterstück grober Fälschung geleistet zu haben. Das konservative Blatt hatte bekanntlich vor einigen Tagen aus der genannten Korrespondenz einige Sätze abgedruckt, in denen ben protestantischen Mitgliedern des Berliner Schillerfest.Ausfch-ffeS ein Vorwurf daraus gemacht wurde, daß fie nicht bte Zentrunttabge» ordneten Graf Ballestrem und Dr. Pötsch aus dem Ausschuffe „ferngehalten- hätten. Der erste Satz hatte in der Korrespondenz gelautet: »Wußten diese beiden, was fie taten, als si; einem Ausschuß beitraten zur Ehrung des Mannes, ben ihr bewunderter Johannes Janffen als Historiker „vernichtet" und deffen sittlichen »baralter ultramontane Literaturhistoriker, wie Norenberg, Sebastian Brunner, der Jesuit Baumgartner, um nur diese anstatt vieler zu neunen, in bet schnödesten Weise verdächtigt haben?" Und der letzte Satz: „Wenn es dem Ausschuß nicht bloS auf ein paar Namen ankam, bann hätte er doch, schon um des großen Dichters willen, Vertreter einer durch und dmch unbemschen und geistig unfreien Partei fern halten sollen, Melche dem Gefeierten, wenn nicht feindlich, so doch mindestens ohne Verständnis gegenüber» stehen." Von dem ersten Satze hatte die »Kreuz' |tg/ nut abgedruckt: „Wußten die beiden, waS fie taten?" Sie hatte aber die Auslassung durch Punkte angebeutet. Von bem letzten Satze hatte fie bie Worte, „welche den Gefeiertenusw." fortgelaffen. Dis soll nach der ,Deutsch.Evan- gelischrn Korrespondenz' „ein Meisterstück grober Fälschung" sein. Die.Kreuzzeitung' antwortet auf ben Vorwurf: „Ob wir uns durch Streichung der Worte, die für die Beurteilung der vorstehenden Sätze bedeutungslos sind, einer groben Fälschung schuldig gemacht Haven, mögen unsere Leser selbst beurteil-n. Wir glauben suS dem Vorwurf h-rauSlesen zu müffen, daß die.Deuisch. Evangelische Korrespondenz' wirklich der Ansicht ist, Graf Ballestrem und Dr. Porsch seien von Parteiwegen verpflichtet, jedes w:ffenschaftliche unb kritische Urteil der katholischen Schriftsteller Janffei, Norenberg, Brunner, Baumgartner,
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1656 la. Loh« [584
erwogenen nannte. Er mochte gellend, doß der Reichstag nach den ihm geworbenen Mttteilungen bereits zu Anfang Oktober wieder einbe- rufen werden solle,zwischen de« beiden Sessionen also eine um so kürzere Pause liege, je später man nach Ostern wieder zusammen trete. Wenn das Hau« ander» beschließe, so müffe er fich natürlich fügen, aber er mache die Herren dafür verantwortlich, wenn daraus recht unangenehme Sachen entstünden. Die Mehrheit — von großer Mehrheit konnte natürlich nicht mehr die Rede fein — stimmte jedoch für den 10. Mai. Nur die Nalionalltberalen und einzelne Mitglieder deS Zentrums und der Rechten stimmten dem Vor- schlage des Piäfidenten bei. Die ganze Sitzung dauerte nur etwas über eine halbe Stunde. Die Novelle zum RetchSbeanpengesetz und der Nachtrags etat wurden in driM Lesung angenommen. Daß der Reichstag, wenn er vier Wochen „Luft geschnappt" haben wird, wie der Präfident sich auSdrückc?, in beschlußfähiger Ar zahl wieder erscheinen werde, wie es Dr. Arendt in Aussicht gestellt hatte, ist selbst nach Ansicht de» Präfi- deuten eine „jugendliche Illusion". UebrigenS dürfte kaum noch für 14 Tage ArbeitS- stoff vorhanden fein. Die MilitärpenfionL- ge fetze werden zweifellos vor Pfingsten nicht mehr zur Beratung im Plenum kommen. Da aber die Kommission gleich nach den Ferien ihre Arbeit daran sortsetzen wird, rechnet man mit der Möglichkeit, daß die Session nicht geschloffen, sondern der Reichstag abermals vertagt wird, damit die bereits -auf die beiden Vorlagen Der» wandte Arbeit nicht verloren gehe.
§ DaS Totalifatorgesetz ist am Freitag in der «udgetkommtsfiou des Reichstags in 1. und 2. Lesung erledigt worden. Die §§ 1—4 wurden unverändert angenommen, dagegen wurde § 5, nach welchem in der Fassung der Regierungsvorlage die Hälfte des Ettrags der Rerchs« stempelabgabe von Wetteinsetzen für Pferderennen an die Rermoereinr abgesührt werden sollte, auf Antrag Gröber (Z.) wiefolat ge« stallet: „Die Hälfte des E-ttags der Reichs» fternpelabgaben von Wetteinsätzen bei Pferderennen wird irn ReichkhauShslt für Zwecke der Pferdezucht bereit gestellt und zur Verwendung für diesen Zweck den Regierungen der Einzelstaaten nach dem Verhältnis überwiesen, nach welchem diese Abgaben in ihrem Gebiete aufgebracht find. § 6 (Strafbestimmungen blieb unverändert. Losann wurde eine Resolution Erz» berget (Z.) angenommen, welche die R-gre- rungen ersucht, an den ersten Wethyochts-, öfter» «nd Pfingflfeiertagen, am Karfreitag und in Gegenden, mit überwiegend katholischer Bevölkerung, am Fronleichnamsfest alle öffentlichen Renne« zu verbieten. Ferner wu»de eine Resolution Oriola (natl.) angenommen, welche die baldigste Vorlegung eines Gksktzentwmfs wünscht, nach welchem die §§ 3 und 6 deS Totalisator» grsetzes auf die Wetten bei öffentlich veranstalteten Rennen mit Fahrrädern und Automobilen entsprechende Anwendung finden. — Die nächste Stzung der Budgetkommisfion findet am 11. Mai statt.
und jedenfalls auch für den Leser nicht ohne Jatenffe ist. Ja- j-, Donr-a Grbriela, die gute, fromme Sabrielita wußte fich überzeuge», daß fie außerhalb ihre» Hau?«» al» böse S eben bekannt war und zvar auf eine Weife, an die fie selbst im Traum nicht gedacht haben würde.
Die Sache kam so. In den obere» Räume« de» Rathauses war eine Semäldeaurstellung veranstaltet. Einheimische und aurwärttge Künstler harte« fich daran beteiligt. Buch verschiedene besonder» schöne Exemplare, die fich im Privarbeptze von reichen Leute« der Stadt befanden, waren zur B-fichtigung ausgestellt. Da mm dergleichen zum guten To« gehört, so tat Gabriela beim Mittagsmahl ihre« bündigen Ent- schluß kund: „Heute gehe« wir zur B^mäldeauS- stellunz." Za dem „wir" gehörten die drei Töchter und ihr Man», der, wenn er entbehrt werde« konnte, nicht immer mitgenommen tornbe. Martha war nicht rinvegr ffen und mußte wie gewöhnlich zu Hause bleibe» und flicken. Der EinttittSprei» von einem Peso für die Person war etwas hoch. Aber dafür erwarb man fich auch da» Recht, an de» ausgestellten Kuustleistuugen ergiebige Kritik zu übe», und Ga- brieltta tat das mit ihrer gewohnten Bravo»«.
Da waren einige intereffaute Bild.-r au» der Geschichte Mexiko», z. B. die Taufe der vier Häuptlinge, welche ihr Land an Cortez »errieten. Cortez figurierte im Einklang mit der Geschichte al» Pate der vier Judianersürste» auf dem Bilde. Aber wa» wußte Gabriela von Fern ndo Cortez, dem grausamen tSorqiistudor? Solche Brlder wurden mit „ganz schön- kurz abgeserligt. Andere, die durch Stelle Farbengebungen und platten Realismus in die ugen flachen, ernteten ihren vollen Beifall u d »arbeit mit „wunderlchö-, großartig, prachtvoll" von ihrer Zensur entlaffen. Und „wunderschön, prächtig, großartig" echote ihr Männchen hinterh r. Die Dchter erlaubten fich ihre eigene Meinung zu habe«. Da waren z. B. einige allegorische Figme«, deren Bttständnis fich nicht jedem aufbrtagte. Maria