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32. Jchrgaug.

Fulda, Samstag, dm 8. April 1905.

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Pferde bezeichnet wurde. Wie und wann b«r Name Grippe entstanden ist, weiß man nicht _______ < ___L. StoAfc» Me (ÄAWtto SnOehirnT»*

Für Haushaih.Kücheistdie condeF.sirte

Tatsächlich haben die jugendlichen Kultur- pauker bisher nichts anders „errungen-, als eine gründliche Niederlage. Die Führer aller Parteien im Parlament haben ihnen bescheinigt, daß fie eine Torheit begangen, und an ihrer zerfetzten Kulturfahne klebt die Zensur, die ihnen die Berliner,Nat.»Ztg/ausgestellt hat: Unreif und unlogisch! Wenn nun die jungen Leute ich trotzdem unter dem Einflüsse von Fanatikern wie Meyer-Zwickau den sprofieuden Heldenbart neu aufbüzelu und nun mit angespannten Stimm­ländern verkünden, die verlorene Schlacht sei nur ein Vorpostengefrcht gewesen und jetzt erst werde ihre unwiderstchliche Off-nfive beginnen, so er- nnett das an die Proklamation, die General Kuropatkm nach seinem Rückzüge von Liaujang erließ, als er die Stunde des triumphierenden Vorstoßes für gekommen erklärte. Bekanntlich ist aus pompös angekündigten „richtigen- Offen- ine nichts weiter herausgekommen, als neue und chlimmere Niederlagen. Man nahm damals all- gemein an, daß General Karopatkin nur deshalb einen Mund so ungewöhnlich laut und vorzeitig aufgeriffen habe, weil der OberkriegSrat von Petersburg es ihm so befohlen. Wir laffen zu- gursten des Herrn RechtS kandidaten Böhme daS- elbe gellen; der Oberkriegsrat deS Evangelischen Bundes gibt seinen akademischen Söldnern die Anweisung.

Also der Kampf soll nun erst „richtig be­ginnen“, nachdem er bisher falsch geführt war! Leider wird über die Art und Weise deS „rich­tigen- Kampfes noch nichts Näheres mitgeteilt. Will man unter der Aegide von Thümmel, Meyer (Zwickau) und Paul HoenSbroech den Holzkomment von Jena «eiter susbilde» oder hofft man Wunderdinge von der Hannoverschen Erfindung, einen Studenten-Ansschuß unter Ans- schluß der katholischen Verbindungen zu bilden und den ausgeschlossenen Kommilitonen den Vorwurf nachzusenden, daß fie fich „absonderten" ? Wir kennen den KriegSplan bei Evangelischen Bundes nicht und können auch in Ruhe seine Enthüllung durch die Tatsachm abwarten. Denn wir find fest überzeugt, daß dir katholischen Studenten fich auch weiterhin so fest und be­sonnen zeigen werden, wie es bisher in ehren­vollen Abstich von dem unschönen Treiben ihrer Gegner geschehen ist.

Wenn eS in der Bundesversammlung hieß, daß die akademischen Bündlergruvpen mit den katholischen Vereinen „auf eine Stufe" gestellt wordm feien, so müssen wir demgegenüber be­merken, daß die Aehnlichkeit nur in der ton» feffiomllrn Benennung liegt. Sonst stehen die Vereinigungen auf ganz verschiedenen Stufen. Hier eine fri edliche Vereinigung von Glaubens- grnoffen, die nicht» als die Pflege ihrer eigenen Ueberzeugung anstreben; dort ein Kampfver­ein, der die Verfolgung von Anders­gläubigen fich zur Aufgabe stellt und dabe in rührender Logik das Panier der Freiheit schwenkt. Der protestantische Trutzverein will den katholischen Nutzverein Nieder­kämpfen. DaS nennt man Kultur und Frieden befördern!

Die Influenza wurde bei ihrem epidemischen Auftreten im Winter 1899, als fie, von Sibirien ausgehend, ganz Europa überfiel, für eine' neue Krankheit gehalten, da seit mehr als drei Jahr- zehnten eine derartige Epidemie von größerem Umfang nicht mehr vorgekommen war. Später hat man dann die Geschichte der Influenza weiter znrückoerfolgt und fefigestellt, daß schon Ende deS 14. Jahrhunderts eine Seuche vor- gekommen ist, die nur auf jene Krankheit gebeute werden kann. Der Übliche Name für das Leiden war „Grippe", während als Influenza früh« hauptsächlich die entsprechende Krankheit der

delnden Personen sagt darüber: „Die Pest soll mich treffen, wenn ich diese Krankheit mit dem eltsamen Namen Grippe kenne. Alles, waS ich von ihr weiß, ist, daß sie Husten verursacht und den Aerzten, Chirurgen und Apothekern viel zu verdienen gibt." Diese' Person des Lustspiels ist selbst Arzt und hat folgende hübsche Anzeige in )ie Zeitungen setzen laffen: „Bei allen vorhan­denen und kommenden Erkältungen ein wichtiger Hinweis: Herr Anondin, ein Arzt, wie es noch einen gegeben hat, der jede Krankheit in drei 5 Hagen, drei Stunden, drei Minuten und drei Sekunden heilt, ist im Besitz einer wunderbaren Flüssigkeit, die auch die hartnäckigste Grippe be» eitigt, und wäre fie auch durch die Frostigkeit eines neuen Theaterstückes veranlaßt. Wer einen Löffel dieses WunderwafferS trinkt, kann ohne Furcht im dichtesten Nebel gehen und wird fich elbst neben einer alten Coquette nicht erkälten. " Die alte Komödie halte einen gewiffen Nau zum Verfaffer und wurde durch die große Grippe- pidemie veranlaßt, die im Jahre 1776 Par'S befiel und so viele Menschen ergriff, daß ein Arzt 400 Pfund Rente jeder Person anbot, die nachweisen konnte, daß fie die Krankheit nicht gehabt hätte. Trotz dieser Aktualität wurde da« ! Lustspiel niemals aufgeführt.

In Paris ist in jüngster Zeit die Srippe wiederum der Gegenstand einer lebhaften, aber ernsten Auseinandersetzung gewesen, nämlich in »en Kreisen der Akademie für Medizin. Während »er von Pfeiffer 1892 entdeckte ÄazilluS sonst allgemein als der Erreger der Influenza be- rächtet wird, scheinen die Pariser Aerzte an­derer Meinung zu sein. Zwei Forscher wiese» in der letzten Sitzung der Akademie darauf hin, daß fie diesen Bazillus niemals in dem Aus­wurf von Grippekranken gefunden hätten, da­gegen eine große Reche anderer Bazillen. Auf Grund dieser Befunde beß reiten fie, daß eS eine» besonderen BazilluS der Srippe gäbe. Ein an­derer Arzt stellt fich auf denselben Standpunkt und erklärte die Grippe als eine Folge des Zu­sammenwirkens mehrerer KraukheitSkeime, unter denen der PneumoecccuS, der Erreger der Lungenentzündung, vorwiegend fei. Dr. Berger prach die Anficht ans, daß eS Überhaupt un­möglich sei, die Grippe mit Sicherheit festzu- stellen, well fie keine Krankheit mit bestimmten Eigenschaften fei. Diesen Anschauungen stehen sehr bestimmte Forschungen gegenüber, die na­mentlich von deutschen Aerzten ausgegange« find und nicht ohne weiteres zu erschüttern sein werden.

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In »ngaru hat fich noch immer kein Ministerium tildar linnen. Angeblich sollte die Ernennung «n- taaffo» rum Minister präfidentm bevor stehen, nachdem «dem österreichisch-ungarischen Botschafter in Berlin w Stiltyn-H-Marich gelungen wäre, die Opposttion mm »Wfigeu Verzicht ans die ungarische Rommm- to^rache und die nngarffchrn Anner-Abzeichen |» de-

In dem vorstehenden Bericht werden be­zeichnenderweise „eoangelffche Freiheit" und „akademische Freiheit" akS gleichwertige Begriffe durcheinander geworfen. Man spricht auch nicht von Abwehr konfessioneller Korporationen, andern nur von Kampf gegen die katholischen korporutionen. Die Ortspruppeu des Eoan- gelischen Bundes, also eine konfessionelle Ber- inigung in ber schärfsten Ausgestaltung, „rüsten ich eifrig zum neuen Kampf" gegen bie katholischen Korporationen! Und diese unreifen Myrmidonen des Evangelischen VerfolgungsbundeS spielen fich dabei a!s Freiheitskämpfer auf!

Permiidifes.

" «ine hochsensationelle Erfindung, die für jeden Gebildeten interrfsaut und auch volkkwirtschaft- tich von enormer Bedeutung ist, wird demnächst i» Berlin öffentlich zum ersten Mal« vorgeführt und er­scheint in einiger Zeit auch im Verkehr; nämlich eine, auf j edeu einzelnen Tastendruck nicht nur im einzelnen Buchstaben, soudrru sofort silbenweise arbeitende Schreibmaschine, welche mit stenos graphischer Schnelligkeit in gewöhnlicher Schrift schreibt und dabei die gleiche Wortzusammensetzung hat, wie die Stenographen aller Systeme fie gewöhnt find. Die Maschine hat alle Vorzüge der modernsten Arbeit und soll zu demselben Preise eingesührt werden, wie die bisherigen Systeme ohne Silbenschrift. Wenn man bedenkt, wie viele Millionen jedes Jahr anS Deutschland und ganz wuropa in dieser Branche bis­her nach Amerika geflossen find, kann man diesen großen Erfolg des deutsche» Erfindergeistes nur mit Freuden begrüßen. <ün großes Finanzkonsortium hat stch da­für bereits gebildet.

* Der erste Treffer 1870. In Bodendorf a. d. Ahr starb der Gastwirt Ctoliv, der im deutsch-frauzö- fischen Feldzuge bei der 6. leichten Batterie deS Feld- arlillerie RegiwentS Nr. 8 diente und am 2. August 1870 bei Saarbrücken den ersten Treffer deS Feldzuges erzielte. Ein lautes Hurrah der Batterie folgte dem Einschlagen des Gefchoffe» in eine geschloffene franzö­sische Infanteriekolonne.

* «in Wink. Er: „Wird Dich die Frau Rätin, da Du ibr bis j tzt erst einmal begegnet bist, wieder- erkenuen?* — Sie: „Zweifellos — ich habe ja immer noch dasselbe Kleid an."

* Das Endziel. Höhere Tochter: „Zu was dem, so viel Geographie lernen; wenn man nur weiß, wohin man seine Hochzeitsreise machen will, da» genügt."

* Langwierige Lösung. „Allo Du bist jetzt bet einem SifLb.t, der an der Konstruktion eine» lenk­baren Luftschiff» arbeitet, bi» zrr Lösung diese» Problems als Hllftmechanik« angestellt?" — Mecha­niker: „Ja, endlich habe ich eine LebereSst'llrwg."

stimmen. Es hat fich jedoch bald ergeben, daß An- draffy fich nicht mit der Oppvfiticn zu verständigen vermochte.

In Frankreich beschäftigte fich der Senat wieder einmal mit den freimauerischen LuSknvstSzrtteln und der Angeberei in der Armee, Kriegsmtuistrr Berteavx bestritt, daß die Auskunftszettel bei deuBr- örderungen eine große Rolle gespielt hätte« und daß die Sache in der Armee eine erhebliche Aufregung und Agitation hervorgeruln hsbe, und berief fich im übrigen darauf, daß die Regierung diese Anlegesheit als geschloffen bettachte. Mtt 232 Stimmen gegen 31 wurde eine Tagesordnung angenommen, wonach der Senat überzeugt ist, daß der Krieglminister fich bei l)et Beförderung der Offiziere gleichzeitig von ihrer Befähigung für ihren Beruf und von ihrer Ergeben heft für die Repnblck leiten lassen werde. Ra ja! Tie Deputiertenkamwer steckt noch immer in der Gene­raldebatte über den Gesetzentwurf wegen Trennung von Kirche und Staat.

In Rußland scheint die Emberufnng von Bott». Vertretern noch in ziemlich weiter Ferne zu liegen, «ine bei dem Minister de» Innern Bulygin adge- jcltene Konferenz hat ergeben, daß die Meinungen, wie diese schwierige Ausgabe zu lösen sei, erheblich auseinandergehen. Der Minister will deshalb die Grundlagen, nach denen die Einberufung erfolgen soll, elbst feststellen, diese dem Ministerrate vorlegen und )am>. soll eine besondere Konferenz darüber beraten, wie ee der Erlaß der Zaren vom 3. März auorduet. Der Zar hat sich mit diesen Vorschlägen einverstanden erklärt, ES wird aber gleich gemeldet, daß unter diesen Umständen die oorbreiteuden Arbeiten erst in zwei oder drei Monat-u beendet sein würden. ES wird also wohl noch eine Welle dauern, bis drr BollS- vertretnng auf der Bildfläche erscheint. Auch in der orthodoxen Kirche regt sich das Bedürfnis nach Re­form. Der hl. Syirod, der sonst immer nut den Au- ichten Pobji donoszewr beiznpflichten gewöhnt ist, hat gegen den Widerspruch de» O berprokuratorS beschlossen, die Genehmigung dr» Kaiser» zur Einberufung eine» kirchlichen sobvrS, also eine» Konzil», nachzusuchen, auf den Reformen eingeführt, die BerwaftungSform der Zeit vor Peter dem Großen wieder angenommen und ein Patriarch gewählt werden soll. Im übrigen dauern die Attentate, Streik» und Unruhen im Lande an. Wie e» im Lande aussehen mutz, erhellt auch au» dem Beschluffe de» MinisterratS, die Wiedernöff- nung der Universitäten und höhrren Lehranstalten bi» zum Herbst hinauSzuschieben. , ,

Aus dem ostasiatischen Kriegsschauplätze haben wieder kleine Gefechte zwffchen rusfischen und japanischen Vortruppen stattgefunden. Man ersteht daran», daß die Japaner die Fühlung mit der russischen Armee noch nicht verloren haben. Wewohl alle Friedens- gerächte von Petersburg au» dementtert zu werden rfleaea, scheint doch etwa» daran zu sein. Indem drr russische offiziöse Telegraph bestritt, daß Rußland FriedenSbedinguugen vorgeschlagen oder auSgearbeftet habe, gab er eine „allgemeine Hinneigung zu einem Abschlüsse deS Krieges" doch zu. Also hat doch in der Umgebung des Zaren nicht mehr die Kriegspartri dir unbedingte Oberband, sondern waltet der Wunsch nach Frieden ob. Bi» es zu FriedenSunterhandlungen kommt, mag es freilich noch etwa» dauer».

In Südwestafrika haben die Hottentotten in neun Plänkeleien einige kleine Verluste an Menschen uvd Vieh erlitten. Doch gingen die Kämpfe auch nicht ohne Verluste auf deutscher Seite ad. Ein fünfstündiges Gefecht mit Herero hat am 26. März bei Groß HeufiS, 50 km südwestlich von Windhuk stattgefunden, in dem die Deutschen als Gefallene be­ziehungsweise Vermißte 1 Offizier, 1 Unteroffizier, 2 Reiter und 3 eingeborene Soldaten verloren, während vom Feinde etwa 20 Mann fielen. Also auch der Widerstand der Hereros ist noch immer nicht voll­ständig gebrochen. Ja Otjivero, 120 km östlich von Windhrck haben fich zwei Helero-Kopitäne mit 150 Männern und Weibern und vielen Kindern freiwillig gestellt.

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wochenbeüage? „Muftrierte Sonmagzzettllng" Monatsbellager „ZMaer GeschichizhMer.

Der weitere Kampf gegen Me katho­lischen Stnvemenvereinlgungen

ist jetzt förmlich und feierlich angekünbigt wor­den, und zwar ouf einer Versammlung des Evangelischen Bundes in Schöneberg bei Berlin. Die ,TLgl. .Rundsch.' berichtet über diese welthistorische Kundgebung folgendermaßen:

„Rechttkandtdat Böhme machte aI8 Bor fitzender der akademtfcheu Ortsgruppe Berlin nvd Ehar- lotteuburg de» Evangelischen Bundes die hochwichtige Mitteilung, daß eine Neuauflage deS Kampfes um die evaugeltfche Freiheit bevorstehe. Die protestantische akademische Jugend werbe in aller­nächster Zett von fich reden machen, nachdem man die Ortsgruppe des Evangelischen Bundes im Parlament auf eine Stufe mtt den katholischen Korporationen ge­stellt habe. Der Kampf um die akademische Freiheit Segen die katholischen Korporationen werde im immenden Sommersemester erst richtig beginnen; alle», wa» bisher geschah, wären nur «or. posten-Sefechte gewesen. Die akademischen Orts­gruppen des Evangellfchen Bundes rüsten fich eifrig zum neuen Kampfe."

Herrn Rechtskandidaten Böhme find wir dank­bar für seine Offenheit. Nicht als ob unS die Kampfansage überrascht hätte, sondern wegen seines schätzbaren Beitrages zur Klärung über den Ursprung und das Ziel dieser angeblich „akademischen- Bewegung. Er liefert in seiner «frischenden Vorschuß Ruhmredigkeft den dmch- schlagenden Beweis, daß der Evangelische Bund der Drahtzieher ist.

Wochen-Rundfdiau.

Fulda, den 8. April 1905.

(Nachdruck verboten.)

Kaiser Wilhelm hat auf seiner Reise nach de« Süden zuerst den König von Portugal in Liffa- bvn betucht und dann am Freitag voriger Woche Tanger/ wo er zwei Stunde» an Land wellte, um am Men Tage roch nach Gibraltar zu fahren, wo er ebenfalls landete. SS ist nicht zu beflretten, daß die deutsche Politik in der Marokkofrage einen Erfolg errungen hat, Frankreich hatte fich eingeblldet, e» 16s äe mit Marokko nach Belieben umspringen, wenn es sich nur mit England verständige, und könne fich den Marrokkanern gegenüber al» mtt einem euro­päisch« Mandate versehen auffpirlen, während e» nur die Zustimmung England» und allenfall» SvauienS hatte. Durch diese Spekulation hat die deutsche Regierung einen Strich gemacht, indem fie ko deutlich wie möglich erklärte: Wa» Frankleich und «uglcmd Über Marokko auSmachen, geht un» nicht» ex. Wir betrachten Marokko als unabhängigen Staat und den Sultan al» Souverän; wir wollen unsere wirtschaftlichen Jstrreffen in Marokko wahren und haben e» zu dem Ende nicht notwendig, Frankreich nm Erlaubnis zu fragen; unser Weg nach Marokko geht nicht über Pari». Da» hat der Kaiser auch in Lasger vor dem Vertreter de» Sultans unb vor der Abordnung der deutschen Kolonie unzweideutig zum Ausdruck gebracht; wirtschaftliche Gleichberechtigung «ller Mächte in Marokko, Souveränität de» Sultans «d Unabhängigkeit de» Lande» proklamierte er, mit besonderem Nachdruck wurde wiederholt der Ton auf die Unabhängigkeit gelegt. So ungelegen den Fran­zosen da» kommt, fie wagen doch nicht zu behaupte«, daß Deutschland im Unrechte sei. — Bon Gibraltar ist der Kaiser Über die Balearen nach Neapel writer- gereist, wo er am Mittwoch eingetrvffen ist.

Der DeuticheReichrtag beendete am Donners- tag uptiget Woche die EtatSberatung unb kam somit dem prevß. Landtage «och um einen Tag zuvor. In letzter Stunde versuchte der preußische Finanzminister Freiberr v Rheinvaben die Einzelstaaten noch vor den 3$ Millionen ungedeckter Matrikularumlagen zu «ttrn, die rhnen infolge der Ueberweiftmg von 46 Millionen für BevaffaungSzwicke au» dem außer- prdentli«^« in den ordentlichen Etat zufallen sollten. Ohne »etter ein Wort über die Sache zu verlieren hielt iudeß der Reichstag an seinem Beschluffe zwetter Lesung fest. Ueber die Finanzreformvorlage, die im Reuhsschatzamte bereits fertiggestellt sein soll, erfuhr man auch vom Minister nichts nähere». Der Nach- waaretat für 1904 und der ErgänzungSetat für 1905, bie insbesondere für Südwestafrika und Kamerun «ößere Summen erfordern, wurden ohne große Debatten erledigt; ferner in erster Lesung ver- Ichikdene kleinere Vorlagen. Außerdem beschäftigte Sbee Reichstag mtt Wahlprüfungen und Petitionen.

der stellte fich wieder zweimal seine Beschluß- Unfähigkeit heraus, da- erste Mal sogar unmittelbar »ach der Gesamtabstimmung über de« Etat.

DaS preußische Abgeordnetenhaus nahm die Sftchenfieuergesetze in zweiter und dritter Lesung an Md beriet in erster die Eisenbahnvorlage. — Die KoAmißwn zur Vorberatung der Beragesetznovellen hat sich an mehreren fitzangSfreien lagen mit der Br-aarkeitervorlage beschäftigt unb fie in erster Lesung durchberaten. Leider ergaben ihre Beschlüffe bisher mehr Verschlechterungen als Verbesserungen. Hoffentlich wird in der wetteren Stadien der Be­ratung mancher Fehler der ersten KommffwnSberatung noch wieder gut aemacht» u*b ist fich namentlich die Regierung ihrer Pflicht bewußt, mit aller Entschieden- hett ans eine solche Gestattung der Vorlage zu bringen, daß eine beruhigende Wirkung auf die Arbeiter von tzr erhofft werden darf und nicht etwa neues wirk­same» Agitationsmaterial für die Sozialdemokratie.

DaS Herrenhaus beendete am Freitag, also «reche am Tage vor dem 1. April, die EtatSbrra- «ksna. Beim Etat de» Ministeriums de« Innern fanb der neue Minister v. Bethmann-Hollweg mehr- fach Gelegenheit, kurz in die Debatte einzvgreifen. Seine von bureaukratischeu Anschauungen freier, AuS- Mrungen machten gleich einen guten Eindruck. Beim Sulttwetat führte Graf Hohenthal die bekannte Sta­tistik wieder vor, wonach der Staat in den letzten 50 Zehr« für die katholische Kirche viel mehr auSgrgeben habe eck» für die evangelische. Sogar em liberaler Bürgermeister entgegnete ihm, daß diese Statistik gar keinen Bert habe und insbesondere keine ungerechtfer­tigte Bevorzugung der katholischen Kirche vor der evangelischen beweise. Am Sonnabend nahm da» Herrenhaus ohne große und aufregende Debatten die Kanak«rkage gegen etwa 20 Stimmen an. Damit ist tieft* alte Zankapfel endlich ans der Welt geschafft, worüber die Regierung und der Landtag gleich froh lebt können. Dem Eisenbahnmdüster von Budde Wrach der Kaiser ans die Nachricht von der Annahme ber Vorlage von Gibraltar an« telegraphisch seinen Dank an» und verlieh ihm den Schwarzen Adler-

genau, doch macht barflber die «Gazette Mebieale' eine beachtenswerte Mitteilung. Im Jahre 1776 erschien ein französisches Lustspiel, baSben Titel „La Grippe" trug und diesen Namen als - - - u „ - , u, •,, „ - .

neu unb sonderbar hervorhebt. Eine der frntoPahMf.KaFfee&Tae.ahMikh F. Kakao^Cho^oLa