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monofsMeees „8lllöaer GeschichMatter"

32. Jahrgang.

Fulda, Freitag, den 7. April 1905.

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Wattig« petitzrltt *6* deren Kaum }5 PU Reklamen die petttzeM 25 Pf-.; bei Wittes« Holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

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Deuffdies Reich.

Berlin, den 6. April 1905.

§ Der ,Temps' läßt sich aus Petersburg melden, ein Beweggrund für den Besuch des Kaisers i« Tanger sei der Wunsch gewesen, sein Mißfallen darüber za bekunden, daß Ruß­land fich geweigert habe, deutschen Ratschlägen mit Beziehung auf Frtedensverhandlungen Gehör zu geben. Dieses Mißfallen habe fich bereits mit dem Anerbieten geäußert, in Berlin eine An­leihe für Japan zu verhandeln. Dazu bemerkt die ,Nordd. Allgm. Ztg.: „Das find dreiste Un­wahrheiten. Der Kaiser mischt fich weder in die Entschließungen des Kaisers Nikolaus über Krieg und Frieden, »och in die Frage ein, wie und wo die kriegführenden Mächte ihre Anleihen auf- nehmen."

* Wechsel in der marnkkauischen Ge- saudlschast An Grelle der auf seinen Antrag auS Sesundheitsrückstchten von Tanger abbe- rufeve« und bis aus weiteres beurlaubten Ge­sandten Frhr. v. Mentztngen ist der bisherige Geh. LegatiouSrat und vortragende Rat im Aus­wärtigen Amt, Dr. Rosen, zum Kaiser!. Ge­sandten in Marokko ernannt worden.

** Der Reichr Juv-llideusond- hatte nach dem Berichts der Reichsschatz - Kommisfion Ende Januar 1905 einen Bestand von 244,644,300 (Nennwert der Schuldverschreibungen) gegen 245,476,700 JH. Ende 1904 und 652 330 *. 96 sf Barwerte (gegen 8,123,750 * 47 sy Ende 1904). Der Abgang betrug 832 400 A Schuld­verschreibungen und 8,282 364 Jk. bat (alS Kapital- zuschaß für das II. Viertel des Rechnungsjahres 1904 zur Vereinnahmung auf Kapitel 18, Titel 2 des Etats überwiesen). Der Reichs-Kriegs­schatz liegt nach der Inventur-Aufnahm« vom 26 Oktober 1904 in Höhe von 120 Miüior-e» Mark im Juliusiürme in Spandau in Gold vor­rätig. Der ReichStagsgebäude-Fonds betrug am Schluffe 1904 108,924 M. Zur Be­streitung des Reichstagsgebäudes find von 1882 biS 1903 zusammen über 30'/» Millionen über­wiesen worden.

* Die netten Kavallerie - Regimenter. Dem Vernehmen nach werden die vom Reichs­tage bewilligten neuen Kavallerie-Regimenter als Regimenter „Jäger zu Pferde" formiert und behalten ihre seitherige Ausrüstung, zu der, so­weit eS nicht bereits der Fall ist, auch die Lanze tritt. Dies gilt indes nur für die preußische Armee. Sachsen beabstchtigt ein Husaren-Regi- ment und ein Ulanenregiment zu errichten; Bayern stellt wahrscheinlich ein Chevavxlegers- regiment auf.

* Unsere Verluste in Südwestafrika. Im Monat März find gefallen: 3 Offiüere, 5 Unteroffiziere, 24 Mann, insgesamt 32. Ver­wundet wurde»: 4 O fiziere, 14 Unteroffiziere, MSSSSSSWMMWSWMMWMWMM»»lWMW^WW»

Sachas Zchniikgnüluttkr.

' 11

Dem Leben nacherzählt von Marg. Schlichter.

1« ------ (Nachdruck verboten.)

„Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Güte, aber ich darf Ihr Anerbieten nicht annebmen. Ich habe nüch meinem sterbenden Gatten vei pflichtet, bei feinen Ettern zu bleiben."

„Er ha- Ihnen dieses Versprechen jedenfalls nie unter der Borai ssetzung abgenommen, daß Sie oks Tochter des Hauses gehalten würde«. Aber ich will Sie nicht Wetter drängen, überlegen Sie fich die Sache und teilen mir Ihren Entschluß nach einigen Wochen mit, bis dahin will ich feine wetteren Schritte tun."

Martha reichte ihm die Hand: „Ich fürchte, ich werde bei meiner Weigerung verharren müssen."

Wer als fie jetzt mit Bella nach Hause zurück- k-hrre, war e» ihr viel leichter umS Herz als vorhin. Der Gedanke, daß fie im schlimmsten Falle ein sichere» Asyl staden würde, war sehr trostreich für fie. Ihre Lage wurde mit jedem Tage unerträzltcher, und wen» ihr Gatte, der fie so innig geliebt hatte, sehen könnte, wie mau ihr das Leben verbttterte, würde er fie gewiß ihre» Versprechen» entbinden.

einige Tage darauf trippelte Vater Ribero im «lwmer seiner Schwester unruhig hin und her.

Du» waren ja ganz unerhörte Dinge, die er da P^htren bekam. Davon hatte er ja letoe Ahnung

„Sei nut zufrieden, Kind, wenn fich da» alle» so verhält, wie du sagst, wttd hier Wandel geschaffen werden, so wahr ich das Haupt der Familie bin."

Der letzte Zusatz entgleit nun feine besondere Garantie für einen günstigen 8;folg seine» Eingreifen» und Martha wartete mit Herzklrpfe« der Dinge, die da kowm'u würden.

„Audiatur et altera pars,“ sagte er pathetisch,

26 Mann, insgesamt44. Vermißt werden vier Reiter; Krankheiten find erlegen: 4 Unter­offiziere, 7 Mann, insgesamt 11, davon 10 am Typhus. Verunglückt und tot find 4 Mann (aus Unvorsichtigkeit erschaffen), Verlust an Toten im März 51, an Verwundeten 44, Gesamtsetlust im Mär, 95 Köpfe. Der Gesamtverlust des ganzen Feldzugs biS jetzt beträgt 1344 Köpfe, davon Tote 926. Von diesen 926 Toten find vor dem Feinde gefallen 341, vermißt werden 94, Wunden find erlegen 22, an Krankheiten find gestorben 350, verunglückt und tot find 24.

§ Mit dem Totalisatorgesrtz hat fich am Donnerstag die Budgetkommission des Reichstags befaßt. Die Kommisfion war fich darin einig, daß die freien Wettbureaus bekämpft werden müßten. In der Gpezialdiskuffiov wurde § 1 unverändert angenommen. Er lautet: Der Betrieb eines Wettunternehmens für öffent­lich veranstaltete Pferderennen ist nur mit E.- laubnis der Landeszentralbehörde oder der von ihr bezeichneten Behörde zulässig. In § 2 wurde bestimmt, daß die Erlaubnis zur Veranstaltung von Pferderennen nur solchen Vereinen erteilt »erden darf, welche ^nach Maßgabe der vom Bundesräte zu erlaffenden AussührungSbefiim« mungen die Sicherheit bieten, daß fie die ihnen anS dem Betriebe dsS Wettunternehmens zufließenden Einnahmen ausschließlich zum besten der Landespserdezuchi verwenden. Die Worte .nachMaßgabe" bis „Ausführungsbestimmungen" waren in dem RegierungSentwurse nickt enthal­ten. § 3, welcher das geschäftsmäßige Vermitteln von Wetten verbietet, wirs mit einigen redak­tionellen Aenderungen angenommen. Morgen Fortsetzung. ________________

Bus dem Reichstag.

180. Sitzung vom 6 April 1805.

Eröffnung l1/« Uhr.

Das Hau» nahm tu der erste» und zweite« Bera­tung den Gesetzentwurf bete Aufhebung de» § 42 des Re ich »beamt engesetzeS an, »ach welchem da» Reichsbeamtenpe-stonSgefetz im Sinne der neulich er. luffene« Nenderuvg des preußischen PeufioriSaesetze» adgeände« wird, und nahm bann den Antrag Büsing (ul.) auf Aeuderung der Grundhuchordnung in S Beratung debattelo» an.

Eine längere DtSttrsston knüpfte fich an die zweite Beratung de» ErgänzungSetatS für 1905 (6üb> westaft ika und Kamerun).

Ab,. Ledebour (So,.) brachte zur Sprache, daß beabsichtigt fet, den Herero» ihr Eigentum an Grund und Boden zu nehmen und bezeichnete die» al» mit internationalen Krieg-recht nicht vereinbar.

von den Abgg. Dr. Arendt (Rp.), von Richt- Hofen (f.), Luttmann (wtsq. Bg<), Dr. Paasche (ul.) wurde dem gegenüber darauf dingewrefen, daß gegen­über dem Hereroanfstand die Vorschriften de» inter- nattoualen XriegSrecht» überhaupt nicht Geltung hätten, und daß e» gar keine andere Möglichkeit gebe, al» die Herero» durch die Entziehung ihre» Eigentums an Gründ und Boden zu bestrafen.

Zum Schluß beschäftigte fich da» Hau» noch mit Petitionen.

Petitionen de» verbände» katholisch kauf, männischer Vereine bett, die Ausbildung und Verwendung der Frauen im HandelSge« werbe beantragt die Kommission durch.Neberzang zur Tagesordnung zu erledigen

„ja, ich muß dre Parteien beide böten." Und er stieg hinunter, nm al» Patriarch der Famii ie seine Weiber um fich zu versammeln. Er tat e» mit so strenger und wichtiger Miene, daß jede andere alS Gabrieüta die Aerigfien eine» Delirqaente», der zum Richter geführt wird, gespürt haben würde. Die alte Dame fürchtete fich zwar vor dem Teufel, hatte aber feine Spur Angst vor ihrem M«nn, der fich selbst mehr «:» alle» andere fürchtete. Schon hörte Martha ihren festen, energischen Schritt auf dem Korridor. Run trat die Kawpfbeteite ein, gefolgt von Enrlqiieto, die stet» in BoShetten Martha gegenüber mit der Mutter wettfeierte, dann die zungenfertige Ine» und die etwa» naseweise Maria Luisa, von der Martha hoffte, daß fie ihre Partei ergreifen werde. Und darin hatte fie fich nicht gefeit. Nun bnm'S loSgehen, und feinen ganzen Mut zusammennehmend, hob da» Haupt der Famsiie an:

„Ich habe euch berbeigerufen, nm zu hören, waS ihr auf Marthas Anklagen zu erwidern habt. Doktor SSkobeda und ich, wir haben au» Anlaß der Erkrankung Bella» angeordnet, da» Kind soll täglich viermal ein reichliche» Quantum Milch bekommen."

„Milch, Milch," schrieen die Gegner wie au» einem Munde, „Ne bekommt fie ja auch!"

„Ja, aber nur einmal täglich eine kleine Tasse voll," schalt Martha ein.

„Sie soll auch Mn Mastkalb werden," sagte Emiqueta.

„Ich kam, die Mllch nicht Vie Wffrr auS dem Brunnen schöpfen," eiferte Donna Gabrtela.

„Sie würde fie fich leid trinken, wenn fie mehr bekäme," schatt Ine» ein.

„Da» käme doch auf d-n Versuch an. Man scheut die kleine tägliche aurgabe," ließ Maria Luisa fich vernehmen, wofür fi; ein vernichtender Blick von ihrer Mutter traf.

„Bei mir hat fie fich wenigster» noch rächt leid getrunken," sagte Donna Guadalupe» klare ruhige Stimme.

Die feindliche Partei horchte auf. Davon wußten

DaS Hau» beschloß entsprechend einem Antrag Nova« (Z) mit xroßer Mehrheit, Ne Petitionen, so- weit fir «ne genaue Statistik über die im HandelSge- werbe beschäftigten wetbUchen Personen und ihre Ar- bettS. und Lshnverhältniffr verlange«, zur Berück- sichtigung zu überweisen. Soweit fie für bie im HantzelSgewerbe au gestellten weiblichen Personen die­selbe AuSbildun, fordern wie für die männlichen, und insoweit fie fordern, daß Prinzipale, die wegen nnfitt- lichm Handlungen an ihrem weiblichen kaufmännischen Personal bestraft worden find, fernerhin tetne weid, lichen An,«stellten medr halten dürfen, weiden fie dem Reichskanzler al» Material überwiesen.

Freitag 1 Uhr: 3. Beratung d«S Gesetzentwurf» betr. Reichsbeamtengesetz. S. Lesung d«S ErgänzungS- «tat» für 1905 Petitionen.

Schluß ll«5 Uhr.

Bus dem Landtag.

AbtrorbnetendnnS.

174 Sitzung vom 6 April 1905.

Eröffnung 11'/« Uhr.

Zunächst kam die Interpellation Faltin(Z) zur Verhandlung, die an die Regierung die Anfrage richtete, wa» fie bisher zur Bekämpfung der Genick­starre in Oberfchlrsien getan und im wetteren zu tun gedenke. .....

Minister Gtudt gab einen erschöpfenden Ueberblick über die Maßnahmen der Regierung und erntete für die Energie und Umficht, die die Regierung bei der Bekämpfung dieser Seuche betätigt hat, allgemeine Zu­stimmung Ir stellte in Aussicht, daß die Seuche bei -Beginn der wärmeren JahreSzrtt erlöschen wird, und meinte, die schlesische Bevölk-rung brauche stch durch dir Epidemie nicht zu sehr beunruhigen zu kaffen.

Rach Erledizuug dir Interpellation stand auf der Tagesordnung die zweite Lesung de» Gesetzes über di« Verwaltung gemeinschaftlicher Jagdbe­zirke.

Ei» kenservat'ver Antrag auf Zurückverweisung dieser Vorlage an die Kommisfion wurde ar genommen.

Darauf kam ein Antrag DonglaS (freik.) auf Schaffung eines Landeswohlfahrtsamts zur Beratung. Diese» soll den Zweck haben, die im Lande jetzt ver­streut für die BolkSwohlfuhrt tätigen Kräfte zufammen- znfaffen. Bon allen Parteien wurde der Antrag begrüßt.

DerneueMinister deS Innern V.Bethman»- Hollweg benutzte die Gelegenheit, um dem Hause in intereffanten Ausführungen darzulegen, wie er fich die Ausgestaltung der BolkSwch'fahrt für die nächste Zu­kunft beult Der Minister versprach die Verwirtlichvnz dis Antrags in wohlwollendste E-wSgung zu ziehen.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Schließlich kam der bekannte Antrag Sobel« fchwingh betreffend die provinzielle Organifierung de» Wander erarrnrnwesenS zur 2. Beratung. Der An­trag will den Provinzen durch besonderes Statut die Möglichkeit geben, die Arbeitswilligen in Arbeit, die Arbeitsscheuen in Arbeitshäuser zu bringen.

Der Antrag wurde mit großer Mehrheit ange­nommen.

Freitag: Seuchengesetz.

Schluß 4'/. Uhr.

Der rnfflfch-Japan. Krieg.

Eine «tut Umzehrrvg der Russen scheinen die Japaner in der Mandschurei vorzubereiten. Darauf deutet eine Meldung der Petersburger Trlegr.-Agentur hin, wonach in einem Telegramme des Generals Charkowitsch an den General- stab vom Donnerstag gemeldet wird: «Von der Front unserer Armee wird das Erscheinen feind­liche« Abteilungen aus der großen Mandarinen- fie ja nichts. Also daher Bella» Vorliebe für die Bewohnerin der obrrn Stage.

„Darm ist eS doch einerlei, ob da» Kind die Milch oben oder unten bekommt," sagte die redege- wandte J-reS. Dies« Aeußeru«g schien einen AuSweg zu bieten für das Havpt der Familie.

„JmS hat recht, Bella kann ia die Milch oben trinken."

Damit war die erste Klage niedergeschlagen.

Martba hätte entgegnen tönnen, daß mcht Tante Guadalupe, sondern er al» Vater am Sterbebette PaplvS versprochen, Vaterstelle zu vertreten. Doch waS hätte r» genutzt. , , „ ,

Mit beteuiend weniger Sicherheit al» im A-fang ging da» Familienhaupt jetzt auf die zwecke Klage über, dabei schüchtern auf seine Gestrenge blickend we.che einem Truthahn glich, der bereit ist, fich au ein Hühnchen zu stürzen, da» ihm in den Weg getreten.

„Martha sagt, du habest Bella verboten, an den täglichen Spaziergängen der Srstradascheu Familie teiizunehwen, einzig au» dem Grunde weil da» Kind —"

„Run, weil da» Kind immer ganz erschöpft und erhitzt nach Hause kam," fiel ihm Gabriela in» Wort.

„Und weil e» dann vor Müdigkeit nicht essen konnte," ergänzte Enr-qaeta.

„Ist doch gar nicht wahr. Hast d« ttch nicht selbst immer über Bella- frische» Aussehen und ihren guten Appetit gewundert, wenn fie hetmkaw?" ent- gegnrte Maria Luisa.

„Aber dir Sstradaschen Kinder stad sehr vorlaut und ungezogen, besonder» die Knaben, da» ist kem paffender Umgang für Bella," sagte Ine» salbungsvoll.

„DaS f!-'.d fie durchaus nicht, eiferte Martha .Ich habe noch kein« Unarten bei ihnen bemerk und fi« gehorchen au?« Wort. GS ist nur wegen der Schuhe. Mama meint, Bella verschleiße soviel Sohlen, settdem fie täqlich spazieren gehe."

„$i» ist nicht wahr. DaS habe ich Ächt gesagt." «an log fie auch noch, die fromme Gabriellta. Martha bebte vor Entrüstung.

straße und auf der Straße von Taschantaf« nach Maimaikai gemeldet." . m

Eine japanische Abteilung in Nordosi» Korea wurde, wie einem Berliner Blatte täte graphiert wird, von 400 Russen angegriffen. «• entspann fich ein Gefecht, deffen Ausgang noch unbekannt ist.

Die beiden feindliche«Geschwader müsse» ich schon ziemlich nahe sein. Der inColomb» eingetroffene Dampfer „Marmora" berichtet, en» Dienstag morgen 36 Meilen südöstlich von Ery o» 3 große Schiffe, anscheinend Kriegsschiffe, sesehett zu haben, die langsam mtt ostnordöst» ichem Kurse fuhren.

Chi««s Neutralität. DaS Staats-De­partement in Washington veröffentlicht den Brief­wechsel über den Beitritt der Mächte zu HayS Programm, wodurch die kriegführende» Parteien in Ostasien bewogen wurde», dieNeutralitätEhinaS zu respektiere». Was Deutschland beirfft, so tret Präsident Roosevelt —und er tat dies allein gegenüber Deutschland — persönlich mit dem Souverai«, dem Kaiser Wilhelm, über die Angelegenheit in Meinungsaustausch. Der Deutsche Kaiser hatte durch den Botschafter Freiherrn Speck v. Sternburg die Sache beim Präsident« in Anregung gebracht, und nach einer Konfere»ß zwischen dem Ptäfident?n, dem Staatssekretär Hay und dem deutschen Botschafter kam es M der diplvmatifchen Aktion, welche die Neutralisie­rung Chinas bewirkte.

Busland.

* Vo« einer nwf«Lgreiche« Verschwö­rung in Paris weiß der ,T«mps' zu berichte«. Vor einigen Togen hatte dir Polizei bei ein« Haussuchung, die sie bei dem penfioniert« Hauptmann Tamburini in dem Pariser Vor­ort Combevoi vornöhm, 500 militärische Uniformen gesunden. Weitere Nachto»- sckunarn führten zu der Entdeckung einer größe« Menge von Schießvorräten in einem Ha^ der bei Puteavx gelegenen Lumpensammlerkolouich wo fie mit Beschlag belegt wurden. Es hat sich der Nachweis ergeben, daß es fich keineSw^D um die Bildung einer Trvppe handel?, Me bet der Ausbeutung einer Konzeffion an btt Elsen- beinWste als Schutz verwendet werden sollte, wie die Personen, bei denen die Sachen gesund« wurden, behauptet hatten. Der Untersuchungs­richter hat bereits gegen Tamburini und deff« Schwiegervater, den früheren Unteroffizier Vrin«, Haftbefehle erloffen. Der Staatsanwalt benach­richtigte von dem Ergebnis der EkmittelungM den Justizminister, der darauf mtt dem Obrv- staatsanwalt Bulot eine Unterredung hatte. D« ,Temp8 fügt, die Polizei glaube, daß eS fich »« eine militärische Verschwörung Handls welche derjenigen gleich?, welche der Genev»

See quin, der zoppelnd und trippelnd zwssche» beiden Parteien gestanden hatte, sühtte, daß e» w der Zett sei, seinen Spruch zu Mm Zwar war « von der WahrhcitSlieVe seiner Ehehälfte nicht sehr überzeugt, aber' ein Muchmort zu sprechen gegai ihren Wllen, wagte er nicht.

Er klopfte Martha beruhigend auf die Schmtm:

„Hörst du, Martha, er ist ja nur zu Bella» Best«. Siebe, du bist meine liebe Tochter und Bella m* Enkelkind, «nd ich al» H «pr der Famllte sorge f* euch, so gut iS kann. Ab-r ihr müßt euch nach dem richten, wa» Mama für gut bi findet."

Jetzt aber erhob fich seine Schwester, die »WM ruhig im Sofa gesessen hatte, schritt würdevoll a« ihn zu, legte ihre Hand auf seinen Arm und sagte mit imponierender Rah«: t

„Jooqairr, ich bezweifle nicht, daß du ehrlich bv»mst bist, deinem verstorbenen Sohne gegenüber Bwrt p» hatten. 61 wäre aber gut, wenn du den Ding« mchr ans den Grund gingest. In beraer ^glofigl« stehst du nicht, wa» nm dich her vorgeht. Fragedoch die aadern, weshalb fie Martha niemals mhneb««», wenn fie zu den Konzerten, zum Pafeo maev» vtzte zum Zokalo gehen! Werl fie fich schämen, sich mit ihr in ihrer bescheidenen Toilette sehen zu lassen."

Jo auin horchte verdutzt aus.

„Höre, Guadalupe, Martha hat deine BlfeckhM benutzt, dir etwas vorzulüg-n," sagte die Schwäger»» voller Entrüstung.

„Martha har Bie darüber geklagt. Ich weiß * von anderen Leuten, von wem, da» ist einerlei."

„Aber," sagte der Familienvater hocherfreut, test man hierin seiner Fra« unrecht tue, „M«th« h« doch kürzlich ein neje» Kleid bekommen, al» die and«» eins bekamen. Ich hatte e» ausdrücklich bemertt.

„Za, Pops, da» hast du. Ich habe e» zniällte gehört und war dir dankbar dafür. Aber da» Kle» erhielt ich nicht."

„Wie — was?" „

„Sie hat eine schöne, hochmoderne Mnse bekomme», schaltete Gabridita ein. (Schluß W)