32. Jahrgang.
Fulda, Donnerstag, den 6. April 1905,
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(Nachdruck verboten.)
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einer Weinstube zurückzuführen. Möglicherweise ist der Zweikampf auch auf politische Reibereien zurückzusühren. , .
* Wann die Osterferien im Abgeord- neten Hause beginnen, ist noch ungewiß. Der Prästdent von K öcher hält am 12. bS. Mts. ol« letzten ArbeitSmg fest, dach erscheint ei fraglich, ob man das Haus nach Eintritt der Ferien des Reichstages noch bis dchn Zusammenhalten wird. Auf jeden Fall tagt daS Abgeordneten- hass noch bts Samstag dieser Woche und wird bis dahin noch daS Seucheugesetz und das Jagd- gesetz erledigen.
Stellungen befindm oder dir sie erwarten »m können glauben, ihren Rücktritt in den preußischen Staatsdienst erstrebten. Eine Aushebung des inhaltlich mit dem ReichSbeamtrngesetz üb«- eir stimmenden § 11 des MilitärpensionSgesetzeS von 1871 ist durch die Borlage nicht b-abfichttM vielmehr soll die erforderliche Regelung bet der Beratung des Offiziers per stovsgesetzrvtwurfs er«
kleid und ihrem blaffen Gesichte mtt den verhärmten Zügen glich sie einer zweiten Mater Dolorosa. Rar wenn ihr Auge ihr Töchterchen traf, da» in seiner Lieblichkeit die Blicke der Vorübergehenden auf fich zog, heiterten sich ihre Züge auf.
„Mütterchen, warum hast du heute so geweint? ftagte die Kleine.
„Weil P-pa tot ist und wir so arm und ab- hängig find."
„W-rl wir arm find? Wann ist man denn arm?" „Wenn man kein Geld hat."
'Haider liebe Gott denn Geld?" ftagte Bella weiter.
„Ja, der ist so reich, dem gehört Himmel und Erde und alles, wa, daraus ist/
So, nun wußie fie genug. Sie betraten die dämmernden Hallen der weiten Dome». Martha kniete etwas abseUS vor dem mit Kerzen erleuchteten Grabe, in welchem da» Bild de» gekreuzigten Erlöser» zur Verehrung ausgestellt war. Sie hielt die Hände vor» Gesicht und heiße Tränen tropften zwttchen ihren Finger« hindurch, unbekümmert um ihre Umgebung, «e betete lange und innig. Klein Bella saß hinter ihr aus der Bank, Auch fie betete und trug ihre An- liegen so eindringlich und mit'solch deutlichem Geflüster vor, daß außer dem lieben Gott auch jemand ander» fie hören tonnte. E» war ein Herr, der mit seinem Söhnchen hinter den beiden saß.
| DaS Gebet Bella» faltete:
„Lieber Sott, gib Mütterchen doch viel Geld, daß fie fich alle» tonten kann, wa» fie haben will. Und gib un» doch eine andere Großmama, die nicht immer so böse aus Mütterchen ist, daß fie nicht wehr so viel zu »einen braucht." _. ,
Als Martha die Kirche verlreß, erhol' fich auch der Herr und folgte ihr. «r war efa deutscher Sauf- man«, den Martha zuweilen un Estradaschm Hause gesehen hatte. S.e brachte nämlich ötter einen Abend daselbst zu. «I» Freundin ihrer geschätzten Erzieherfa not« die Familie fie ftenndlich auf und hechte fie bald
I lieb gewonnen.
Marthas ZlhMgemutter.
Dem Beben nacherzShli ton Marg. Schlichter.
weltaeschtchtliche Beruf der Deutschen." „Unsere I deutschen katholischen Brüder, die 1871 für das I Reich gekämpft und geblutet haben, werden,! meint die .Kreuzztg.', diese Worte nicht ohne tiefen Unmut leien." Nock bedauerlicher seien olgende Sätze: „Und vor 1870 regte sich schon । viele Jahrzehnte lang in de« deutschen Stämmen )ie Sehnsucht nach Einigung. WaS vor 1813 die Patrioten vollbrachten, das erstrebt n der Gegenwart dec Eoangelische Bund.! Ec will das deutsche Volk aufw<cken, damit es die Schmach empfinde, die der fremde Seist ihm ausdrücke, daß es fich mutig euflehne gegen die religiöse Organisation der Romanen bei uns, jem UltramontaniSmus das Zepter über die deutsche Erde auS der Hand zu schlagen." DaS vnseroatise Blatt bemerkt dazu: Was vor 1813 das zur Hälfte katholische Schlesien! vollbracht hat, fleht mit ehernen Buchstaben im | Buche der Geschichte und wird niemals so gebeutet werden können, wie es hier zur Agitation j ür eine politische Bewegung geschieht. Wohin aber soll eS führen, wenn im Namen des Evangeliums von evangelischen Predigern ein derartiger Fanatismus im Kampf gegen die katholische K.rcke bekundet und verbreitet wird!! Es ist doch eine böse Selbsttäuschung, wenn man I glaubt, daß, wie Dr. Meyrr sagt, der Kampf mit dem UltramontaniSmus die Kräfte des deutschen evangelischen Geistes aufs frische erproben und stärken, zu einer zweiten, größeren Refor- mation führen werde! In der Art, wie Dr. Meyer den Kampf führen will, kann dieser keinen Erfolg heben." U-bngens wurde auf der Versammlung bestätigt, daß der Evangelische Bund hinter der Hetze gegen die katholischen Stu- dentenvereinigungen steht Der Vorfitzende der akademischen Ortsgruppe Berlin-Charlotten- bürg deS Bundes, ein Rechtskandidat Böhme dankte feierlich dem Eoaagelischen Bunde für die Unterstützung im Kampfe gegen die akademische Behörde, kündete prahlend an, daß „wir in nächster Zeit viel vo« unS reden machen werden" und bat um Unterstützung „in dem Kampfe, der bald gegen die konfessionellen Korporationen entbrennen wird." „AlleS dar, waS bis jetzt gewesen, waren Vorposteng« fechte, daS Gommersemester wird die akademische Ortsgruppe des Evangelischen Bundes in die vordersten Reihen des Kampfes führen. ... Wir wollen die Kriegsschule des Evangelischen Bundes feix." Man muß dem wackeren Jünglinge für seine edle Offenherzigkeit dankbar sein.
* Gin Pist-lenzweikampf fand gestern in der Tegeler Heide statt. Es standen fich der in der Borfig'schen Maschinenfabrik tätige Diplom- Ingenieur von CoblinSki und der Delegierte der geschädigten Kolonisten deS südafrikanischen Bezirks Großfontein, Gutsbefitzer Ztppelih gegenüber. Schon beim ersten Kuaelwechsel erhielt Z ppelitz einen Schuß in den Unterleib, der ihm Magen und Leber zerriß. Der Getroffene brach tötltch getroffen zusammen und erlag abends seiner Verletzung. Nach der Angabe, die Zippklitz vor dem Duell machte, ist der ver- hängnisoolle Zusammenstoß auf einen Streit in
Deutsches Reich.
Berlin, den 6. April 1905.
» Das in Paris vereinbarte internationale IIebereinr»»»en bett. Maßnahmen gegen dar Eindringen und die Verbrettung der Pest und bet Cholera ist dem Reichstage zu- ee?*"0®et Pariser ,Temps' behandelt in einem neuen Artikel zur marokknuischcn Arage die Aeußerungen des deutschen Kaisers in Tanger als etwas ganz Neues und regt fich über eine unfreundliche Haltung der deutschen Politik auf. Die ,Nordd. Allgem. Ztg/ bemerkt dazu: „Wir lehnen es ab, im gleichen Tone zu erwidern, und beschränken uns darauf, folgendes festzustellen: Die Ansprache des Kaisers deckt sich mit der Erklärung, die der Reichskanzler Gras v. Bülow am 29. März im Reichstage abgegeben hat. Deutsch- land erstrebt die wirtschaftliche Gleichberechtigung aller in Marokko vertretenen Länder im Geiste der 1880 in Madrid abgeschloffenen internationalen Konvention. Frankreich beansprucht da- aeaen nach den Worten des Ministers Delcassö eine «finguläre Stellung", deren Vereinbarkeit mit dem Grundsätze der offenen Tür Zweifeln unterliegen muß. Der Widerspruch, der zwischen bet Anerkennung der Souveränetäl des Sullans und der Unabhängigkeü Marokkos einerseits und vem Anspruch auf Kontrolle der inneren Verwaltung des Landes andererseits besteht, ist bisher unaufgeklärt geblieben. Ebenso hat es der,Temps' unterlaffen, die von ihm selbst der französischen Politik in Fez »»geschriebene Rolle eines Man- batars von Europa in Ueberrinstimmung mit der Tatsache zu setzen, daß Deutschland keinerlei Mandat erteilt hat."
* Hebet „Di- Streift des evangelischen G-iftes" sprach dieser Tage tu einet vom Zveiftvrrein Schöneberg des Evangelischen Buna es sinderusenen Volksversammlung bet bekannte Führer des Eoangeltschen Bundes Superintendent Dr. Meyer-Zwickau. Die Fkreuzztg.' bemerkt, fie habe fich sehr gefreut, als fie bas Thema gelesen, denn fie fei überzeugt ge- wesen, nun einmal ein deutliches und entschiedenes religiöses Bekenntnis ans den Kreisen des Evangelischen Bunde« zu vernehmen. Aber leidet sei fie seht enttäuscht worden. Herr Meyer habe nur eine politische AzitattonSrede gehalten und nut politische Redensarten ohne Wahrheit und Gehalt vorzebracht. So sagte et u. a.: „1806 brech das morsch gewordene Reich zusammen, aber aus seinen Trümmern war deutlich zu lesen, daß baff deuffcke Volk aufgehört habe, Schirm- vogt be8 Papstes zu sein. Dec Allmächtige hat uns 1871 dar mächtige neue Reich unter dem protestantischen Kaisertum geschaffen. Jene Tage brachten eine Fülle von Heldengestalten, wie sie niemals zuvor in der Weltgeschichte an einer Stelle gestanden. DaS deutsche Volk wat be- rufen, schwere Aufgaben zu lösen, die ihm in der Reformation gegeben waren. Dazu wurde eS 1871 geeint, eS wurde damit Schirmherr deS protestantisch en Glaubens. Das ist der
Und so ging e» jetzt häufig. Martha war recht traurig, ruf diese» einzige Vergnügen verzichten zu müssen. Sie wat nur stob, daß der kleinen Bella diese» Verbot nicht galt. Die frische Lust tat dem zarten Kinde so güt. Doch eine» Tage» hieß e» denn, Bella solle fortan nicht mehr mitgehen, fie verschleiße soviel Schuhe. Die arme junge Fran war außer fich. Noch am selben Abend ging fie in die zweite Etage zu Tante Guadalupe und klagte ihr Leid.
„Weiß dein Schwiegervater davon?"
„Ich glaube nicht. Er denkt, Bella und ich seien hier vorzüg ich ausgehoben. In seiner Gegenwart sagt Mama mir kein böse» Wort."
„Dann ist e» da» beste, du trägst ihm deine Klage vor."
Ich fürchte, e» wird nicht» dabei herauSkommen und "ich kann auch da unten nicht ungestört mit ihm reden. Mama sucht e» systematisch zu verhindern, daß ich mit ihm allein bin."
So bittest dn ihn nach oben und sagst alle», war du auf dem H«zeu hast. Ich werde dich unterstützen und ihn an seine Güte und Stellung al» Haupt der Familie erinnern. Gr soll doch endlich einmal zeigen, daß er noch ein Wort mitzureden hat."
Martha war damit einverstanden und der nächste Dienstag für die inholffchwere Unterredung festgesetzt. Ostern stand nämlich vor der Tür und Martha wollte vor den Feiertagen keinen Sturm herausbeschwören. Am zweiisolgeuden Tage, aus Karfreitag, zog Donna Gabriele mit ihren drei Töchiern, alle höchst elegant, der Lauderfitte gemäß, in schwarze Seide gekleidet, von der einen Kirche zur andern und betete die Stationen de» Kreuzwege». Sie sah recht fromm und erbaulich au» mit ihrem großen Gebetbuch und dem dicken Rosenkranz, den fie auffällig vor fich herbaumeln ließ. Aber e» wäre doch gut gewesen, v«n fie mitunter an dir vielen LeidenLstalionen gedacht hätte, die fie ihrer armen Schwiegertochter auf d« Weg setzte. Diese ging am Spätnachmittage, ihre Andacht zu verrichten. In ihrem obgetragenen, schwarzen Wall
* Tie «ndgetkommisfinn de» R ich »tage» de- riet am Mittwoch die RachtragSetalS für dw Kolonien. Für Kamerun und Eüb wettaf««« werden in?besondere die kosten für bie ftntfenbime von zwei Kompagnien nach Kawejun verlangt, »w SolonialdirektorDr. Stübel auSführte, genügte dteft Verstärkung, nm die demschen Handelrfattereien w» Falle von Unruhen zu schützen, «bg. Gröber anerkannte, daß die U-beruahme deS Schutzgebietes me Konsequenz, habe, daß man den dortigen Handel schü^ Die Kosten der beide» Kompagnien srim immerhin geringer a!S die. eines AnfstandrS. Nach längerer Debatte wurde die Forderung bewilligt. Bon v« Regierung wurde noch mtfaeteUt, daß eise «erläge betreffend Erbauung der Kameruneisenbahn dem Reistag nach Ostern zu gehen werde. Dannberiet man Über den Nachtragsetat für 6übroeftafrila.JBte der Berichterstatter Abg. «r»berger <Z) mttteM«, find für die M°derwerfung be» do'tigen Aufstande» im Jahre 1904 108 Millionen, in diesem Jahre schon 87 Millionen auSgegebeu worden. AuS den neu-NE Mitteilungen ist zu schließen, daß der Aufstand t«tzt seinem «nde entgegengeht. Der Rach trag»« lat wurde unverändert angenommen. Donner.tag.
^°t^is^°^d^seAkom«isfion de» R ichStag^ Heck ! am Mittwoch die Abstimmung über den Antrag Dove (steif. Sag.) betreffend Wiederherstellung derRe,«run^- Vorlage in § 48, Adf. (diskretionäres ®rmeff« be» BundeSratS) endlich vorgeuowmen und denselben m« 10 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Sovann wandte ^ die Diskussion dem § 68a zu. (Tllttgk-it d« »örs«- termingeschSf.e) Unter Ablehnnug einiger «btoderun^- antr&ge wurde der bisherige Zustand bribehatt«. Staatssekretär Graf Pos°dowSky nahm Anlaß M der Erklärung, daß die Auffaffur,, alS ob e» der «e- gierung mit dem Entwurf nrcht ernst geweint fri, e«w irrige fei. Jndeffeu liebe er nicht die AlleS. oder R^chtS- Politik, sondern nehme, was er erreichen könne. Nächste Sitzung nach der Osterpause. a
* Die Prtitiouokommiifion deS Reich»tae» hat eine Petition deS Be'bandeS der ElaS ar beiter « Einschränkung der SonutagSarbeit in d« «laSfabriker, der Regierung zur Srwägung überwteseu. Zur Derückfichtignus überwiesen wurde die Vetttto« eines Mannes, bei beim ProviantamtSwag^fasach- beschäftigt war, um »lebetaxfteBnng bittet, ba fet* Entlassung nur auS bem »runde «folgt sei, «eil « poluisch gewählt habe. Dieselbe Angelegenheit hat sch« einmal b.e Budgetkommifsion beschäftigt und hat die Regierung seinerzeit die Rektifizierung »uqesagt.
Bus den Reichstag.
179. Titzung vom 6. Aprll 1906.
Der^Äesetzentwurf betr. die «outrokle be» ReichSbauShaltS, des LaubeShanShalte« von Elsaß Lothringen uub be» Haushal» ber Schutzgebiete für daS Rechnungsjahr 190t wirb in erster und »weiter Beratung dedatteloS er- Iet> ®te Neber ficht bei Einnahmen und ««»gaben des vstafiikanifcheu Schutzgebiete« für 1902 wird der RechuungSkommisfton über» Wie,e«S folgt die erste Beratung des «utwurfS ^« Maß-und GewichtSordnung. Durch dreseüton sollen an Stelle der polizeilichen RivfionenetnheMt- für daS ganze Reich zwang! weise periodische Rachaich-
Herr Keßler, so hieß der Herr, lüstete respektto«
grüßend den Hut und redet» die jmge Wittrn au:
.ES ist ein glücklich« Zufall, daß ich Sie hi«
treffe, Frau Dollar. Ich wollte nämlich gerade p»
Ihrer Freundin, Fräulein Schulte, und dttse btitw,
Ih ren einen Vorschlag von mir zu unterbtriten. ge»
kann ich Ihnen persönlich mein Anliegen Vorträgen^
„Bitte, sprechen Sie, obsckwn ich kaum glaub^d^
e» in meiner Macht steht, Ihnen irgendwie dienlich $ 1 Nau beim, hasten Eie mch bitte nicht für ^vdissrri, wenn ich die Vermurung aurspreche, daß Ihre Stellm»« im Hause Ihrer Schwiegermutter keine sehr «ege» n^”olbUte, reden Sie nicht davon. 3^ ***** nicht, daß »an sagt, ich habe «ich irgendwie beAaA. Mein Schwiegervater ist Per» gütig gegen mich.
„Verzeihen Sie, werte Frau Doktor, e» ist bg allgemein bekannt, daß Ihr Schwiegervater die ».nWe Null ist tob Ihre Schwiegermutter, gelmbe gefaflF, unverträglich« Natur ist" ,
Martha stand ihm etwa» verlegen gegenüber Ihre vom Weinen gnöteten Augen bezeugten zur wt**ee die Wahrheit sein« Worte.
„3hm komme ich zu meinem Vorschlag. Eße ! wissen doch, daß Ich vor zwei Jahren meine •*”* verloren habe. Ich wöchre nun gern eine gebttoK, deutsche Dame engagieren, welche bereit wäre, «em« Haushalt vorzustehen und die Erziehung meine« Beto* zu überwachen. Könnten Eie fich nicht entschließe», die Stellung al» Repräseutantin in meinem HauieM übrinehmen? Selbstredend werde ich auch Ihr "°w mit Freuden auftehmeu." .
B.lla und d« «nabe waren außer Hörweito^nn» nun erzähste Keßler von dem stndlichen G be.e Martha lächelte wehmütig „
„68 ist mein ganze» Glück, »rin einziger
„Und dar Riberosche Hau» kein Platz, solche« «eschöpschen sich entwickeln «tote. »**■
’ akz p inen Sie meinen Boi ia lag. \o- *•)
Martha hatte gerade noch Zeit, die Karte au» der Hand zu legen, al» ihre Schwiegereltern eintraten. Joaqain durchflog die Postnachnchten und gab die Karte seiner Frau mt den Worten:
„Hier ist etwa» für dich, Gabrielita."
Martha stellte fich möglichst harmlo», aber fie beobachtete ihre Schwieg«mutter genau. Diese glaubte noch so fest an ihren Teufel, daß fie nicht recht wußte, wa» das zu bedeuten hatte.
„Verstehst du da»?" fragte fie ihren Mann.
D» la» die Karte und brach in ein schallende» Gelächter au».
„6i, freilich, ahnst du im«« noch nicht, »et dein Teufel gewesen ist? Da, fi-h dir doch die Hand schrift einmal genau« an. «bet du mag? fie wohl nicht so gut keauen. Das ist Jem» Grschreibfel, da» ganze wohl eine kleine Arche Mine» früheren Gehilfen." w
Gabriela atmete «leichtert auf. Aber diese Au- klärnng machte die guten Vorsätze vergessen, so daß fie nach wie vor die böse Schwiegermutter blieb.
„Du flehst ja heute so vergnügt au»," sagte G«- trndi» am selbigen Tage zu Martha aus einem Spaziergange.
„Zch habe auch einen köstlichen Spaß «lebt," und wurde die TeuselSgeschichie auch b« Freundin bekannt gemacht. ,, K
%t» ab« Marhha am folgenden Tage den ge- wohnten Spazittgang machen wollte, legte ihre Schwiegermutt« ein Beto ein, fie habe »ölige» to Hanse zn tun und könne Marth«, Hilfe nicht ent- behr-n.
Psrlameutarische Nachrichten,
§ Die »ergarbeiterfchntznovelle wurde in der Kommission deS Abgeardnel.nhauseS am Mittwoch weiterberaten. Bon vormittag» 10 Uhr bi» in die NachmittagSstnsdeu diSkutt-rle man über die zu den 88 9a—i (Sanitärer MoximalarbeitStag, U ber» und Reb»fchichten) gestellten «.träge. Dmn kamen die Abstimmungen, «in Zentrumsantrag, die 8 Stunden, schicht für den gefamten Bergbau, fowett er unterirdisch ist (also mit Einschluß des Braunkohlenbergbaues) einzuführen. wurde gegen die Stimmen deS Zentrums und I der Freistnutgen abgelehnt. Ebenso wurde § 93b der Regierungsvorlage, der bei 22° E-lfiuS den font- täten Mor walarbslt-tag von 81/» bezw. 8 Stunden I erführen wollte, abgelehnt. Der Antrag den Zen- tr»mr auf Einführung ein« 7stündigeu Arbeitszeit bri 26° E-lfiuS U> d vor naffen Orten wird gegen d'S Zentrum und Freifinnige abaelebnt,^ dagegen d« ZmtrumSantrag, daß bi» 26° EelfiuS die Arbeitszeit \ 6 Stunden nicht überftrigen darf, angeuommen- Von den §§ 93s bis 93i wurden nur die Bestimmungen angenommen, daß vor dem Beginn sowohl einer regelmäßigen Schicht als einer Nebenschicht für den ein- Zeinen Arbeiter eine mindestens 8stündige Arbeitszeit He, en müsse und daß auf jedem Bergwerk Einrichtung^ vorhanden fein müffen, welche die Feststellung der Zahl und Dauer der von dem einzelnen Arbeiter in den letzten 12 Monaten befahrenen Ueber- und Nebeu- sMchten ermöglichen. Art. Ill der Regierungsvorlage (Strafbestimmungen) wurde in der Faffun, der Re- aierungSoorlage angenommen, nachdem ein konservativer Antrag, der Strafbestimmungen gegen «r> ! beiter ausgenommen wiffen wollte für «efShrduug der I Sicherheit deS Betriebes und Belästigung von ArbeitS- I ryilligeu ab gelehnt worben war. — Damit ist die | eifte Leiuna der Vorlage beendet. Die 2. Lesung soll am nächsten Mittwoch stattfindm, so daß während d« darauf folgenden Osterferien der «nicht über die KommisstonSverhaudlungei- f«tiggestellt werden kann Die »ommisfion gedenkt die Berafan, der Bnggesetz- vovelleu bezüglich der »rubrnflillegung «st nach den Osterferien vorzunehmen.
§ Ein Gesetzentwurf btto. Aeudernug des RetchSb-nWleugefetz-s vom 81. März 1873 ist dem Reichstage zugegangen. DaS Gesetz ist eine Konsequenz der Aenderung de« preußl- sehen PenfionsgesetzeS und will die Reichsbeamten mit den preußischen Beamten hinsichtlich der PenfionSberechnung eines penflonSfähigen Dienst- einkommens mit mehr als 12000 Mark gleich- stellen. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß eine verschiedenartige Behandlung der Reichsbeamten und preußischen Beamten in dieser Beziehung nicht nur die Besetzung der hier in Frage kcmmenden höchsten und höheren Stellen tm Reichsdtenste mit preußischen Beamten eischweren, sondern auch zur Folge haben würde, I daß zahlreiche auS dem p:eußischen Staatsdienste hervorgegangene Reicksbeamten, die sich in solch n