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32. Jahrgang.

Fulda, Mittwoch, dm 5. April 1905.

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Momtsbevage?„Küöütt GeschlchlLWtler".

Krttes Kllatl.

0 Der Zehnstundentag fflr Zabrtt- Arböiterinnen.

Gelegentlich der Interpellation Trtmborn bete, den zehnstündigen Maximal • Arbeitstag in Fabrik Betrieben erklärte der Staatssekretär deS Reichsamtts des Innern, Graf PofadowSky, er hoffe bezüglich der Arbeitszeit der Arbeite, rinnen in Bälde eine ausführliche Denkschrift vorlegen zu können. Dieselbe ist kürzlich erschienen (Berlin, Decker) und gibt in überaus überstcht- licher Verarbeitung die Gutachten wieder, welche die deutschen Gewerbe-Ausfichtsbeamten im Jahre 1902 in ihren Jahresberichten über die Erweite­rung des Arbeiterschutzes für Arbeiterinnen durch eine Beschränkung ihrer Beschäftigungsdauer er­stattet haben. Den Gewerbe - Auffichtsbeamten waren damals drei Fragen zur Begutachtung ge­stellt worden, ob es nämlich zweckmäßig und durchführbar sei, zunächst die nach 8137, Absatz 2 der S.-O. zulässige tägliche Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden herabzuietzen, sodann die nach § 137, Absatz 3 der G.-O zu gewährende Mit­tagspause von 1 auf Vh Stunde zu verlängern und endlich den Arbeitsschluß am Samstage und an den Doraoenden der Festtage auf eine frühere Stunde als 51/« Uhr zu verlegen und auf welche. Der gutachtliche Teil der Denkschrift, dem hinsichtlich der drei Fragen ein ausführlicher statistischer Teil beigegeben ist, erörtert zu­nächst die Frage der Verkürzung der Ar­beitszeit von 11 auf 10 Stunden nach den verschiedensten Richtungen hin und kommt in seinem Schlußergevniffe zu folgenden Resultaten:

In der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Aeußerungku der GewerbeavfstchlSbeamteu wird die Herabsetzung der tätlichen Arbeitszeit für Fabrikar­beiterinnen auf di« Dauer von 10 Stunde» -grund­sätzlich — allerdings viÄfach mit Einschränkungen — befürwortet: Bo» 84 Gutachten sprechen sich 66 für, 18 gegen die fragliche Maßnahme auS. Die ge­machten Einschränkungen und Vorbehaltungen find teils allgemeiner Art, teils nur für gewisse Industriezweige. Biele Vorschläge ziele» zunächst darauf ab, die beson­deren Bedürfnisse der Saisontndustrie zu berückfichtigeu und den BetriebSunteruehmrrn eine gereifte Be­wegungsfreiheit in der Bemessung der täglichen Ar­beitszeit einzuräumen. Weitere Vorschläge beziehen fich auf die Gewährung einer längeren Frist biS zum Inkrafttreten der neuen Regelung. Die Notwendigkeit dieser Maßnahme wird mit dem Hinweis darauf be­gründet, daß eS de» Unternehmern ermöglicht werde» mflfte, diejenigen Maßnahmen rechtzeitig zu treffe», welche erforderlich fein würden, um bei verkürzter Ar- beitSdauer dieselbe Betriebsleistung zu erzielen, wie bet elfstündiger Arbeitszeit. Andere Borfchläge haben den Erlaß besonderer UebergangS- und Ausnahmebestim­mungen für einzelne Gewerdezreetge zum Gegenstand, besonders in de» Ziegeleien und Textilindustrien. Weiter wird ein SSutz vor dem Wettbewerb aus­ländischer Industrie» durch Mpolitischr Maßnahmen und eine internationale Regelung der Frage gewünscht. Endlich wird auf die Notwendigkeit gleichzeitigen Er­lasses von «orschriften zur Regelung der ArbeitSver- hältnifte in der Heimindustrie hiagewiese». Vereinzelt werden daun «och weitere Vorschläge zur Beschränkung

Marthas ZchMgermutttt.

Dan Leben nacherzählt von Marg. Schlichter.

14 ------ (Nachdruck verboten.)

„Sind wir noch nicht da?" fragte man alle Augen- blicke. Und dann endlich am Ziele flogen fie wie der Hast entlassene Schmetterlinge von Blume zu Blume, von Strauch zu Strauch, banden Sträuße und banden Kränze, die fie Prinzeßche» Bella, wie fie die Kleine nannten, auf die goldenen Locken drückten. Alle, selbst Martha waren stoh wie ein Kind, das eine» Tag de« lästige« SLülzwangeS ledig ist; wie erstaunte fie über die herrliche Aurstchi beim Besteigen der Pyra­mide. Puebla mit seinen Z.rmen und Türmen sah fie zu ihren Füßen, den Kranz der blaue« Berge im Hiutergnmse. Die beide« Vulkane Poprcatepetle und Krceimttl badete« ihre schneeige« Häupter im Nendsonnengold. Marihr erinnerte fich ihrer ster­benden Gatten, dessen müde Augen vom Krankenbette au» so oft auf diesem herrliche« Bild geruht hatte», und heiße Träne« perlten übw ihre Wangen.

„Komm SertrudiS, laß uni ei« Weilchen in die Kirche gehen," sagte fie zu ihrer Freundin.

Die kleine Schar wurde Herbeigerufe«, fie mußten mäuschenstill sei« «ab jede» betete auf seine Weise. Den Kinder« stand bald die Laugmeile aus de» Gr- fichtrrn geschrieben und sehnsüchttge Blicke flogen nach Martha hinüber, alr wollten fie mahnen, doch dar Fortgeh« nicht zu vergessen. Martha aber hatte dem lieb« Sott vieler zu sage», ja, fie hatte schon gelernt zu bei« in dec hart« L-idenSschulr.

„Ich glaube, ich könnte nicht so tromm beten, wenn ich eint solche Schwiegermutter hätte," sagte Gertradi» beim HinauSgehen.

„Die Uimte e» einem auch verleid« und ich glaube, ich hätte mir in m inet Verzweiflung schon

Geburt und

Deuffdies Reich,

Berlin, den 4. April 1905.

* Die «eueste Anfluge der Briefe u«S Hamburg, Der Protestantenverein in Hamburg und Bremen hatte für den Winter 1882/83 eine Reihe von sieben Vorträgen angekündigt, mit denen er in beiden Städten dis vierhundertste Wiederkehr des Geburtstages Martin Luthers (1483) einleiten wollte. Der gemeinsame Gegen- stand aller dieser für die weiteste Oeffe.ttlichkeit bestimmten Vorträge war „der römische Katho­lizismus". Diesen Vorträgen entgegen zutreten war notwendig, da die katholischen Gemeinden von Hamburg und Bremen in der kirchlichen Versorgung auf das Wohlwollen der Behörden angewiesen waren und deshalb nicht ruhig zu­sehen durften, wie die katholische Kirche als die

eiu Leib angetan, hätte ich nicht bie gute Tante Guadalupe, bereit Wort unb Beispiel mich stets aus­gerichtet haben. Sie ist ein Engel brr Sebulb unb Güte, unb bei bk kommt eS mir manchmal vor, als ob ich zuweilen meinen ölten Humor wieberfänbe."

Jedoch Stoff zu Marthas Humor boten auch noch andere Leute. Um diese Zrtt passierte nämlich etwa» Merkwürdige- im Riberoichen Hause.

Donna Gabriela hatte eine TeuselSerscheinung, ja eine wirkliche TeuselSerscheinung. Wer'S nicht glauben will, möge hingehen und fie fragen, denn fie lebt heute «och. und wird folgende Erzählung bestätigen müssen. Diese Erscheinung hängt zusammen mit der Person einer jungen Manne», der seit längerer Zeit in Don JooqsinS Apotheke beschäftigt war. ES war so ein Mittelding zwischen Hausknecht und Gchülfe, nannte fich aber selbst «pothekerg'hülse und würde nie geduldet haben, ihn als Hausknecht anzureden. Monfieur Jean, so »anute man ihn

der Frauenarbett durch Erweiterung deS BerbotS der Nacharbeit, Gleichstellung der «Tbdtednnen und jugendlichen Arbeiter unb Beschränkung der Neber- «bett gemacht.

Die Gutachten gegen eine Herabsetzung der täg­liche» Arbeitszeit fflr Arbeiterinnen von 11 aus 10 Stunden stammen im wesentliche» auS Bezirke» lenseitS der »lbe unb auS dem Königreich Sachsen. Einzelne dieser Gutachten nehmen an, daß der zehnstündige Arbeitstag auch ohne gesetzlichen Schutz zur Durch- fflhrung kommen werde, andere find jedoch mit dem Zehnstundentag einverstanden, soweit die in ihre» Be­zirken von demselben betroffenen Industriezweige durch ttebergäage und Ausnahmebestimmung« berücksichtigt würde». Wieder andere befürwort« die Verkürzung der Arbeit?,ktt nur für verheiratete Arbeiterinnen unb schlagen hinsichtlich deS sonstig« »rbeiterinnraschutzeS ein« Ausbau der Vorschrift« ,m» Schutze der Ge­sundheit in besonders gefährlich« Betrieb«, Er- Höhung deS SchutzalterS für jugendliche Arbeiter, Er­weiterung deS FortbildungSschulwesens und die staat­liche Fürsorge für der Ban von Arbeiterwohnnngen vor

Die Gutachten der Gewerbeauffichtsbeamten bestätigen in der von der Denkschrift gebotenen Form und in ihrer überwältigenden Mehrzahl, daß die Frage des ZehnflundentageS für Fabrik­arbeiterinnen eigentlich überreif ist. Den von einzelnen Beamten geäußerten Bedenken wird man natürlich durch Uebergangsbestimmunge« und, soweit dies notwendig ist, auch durch Aus- nahmebestimmungen, wie fie ja auch sonst die Gewerbeordnung vorfleht, Rechnungtragenmüffen. Was nun noch den Wunsch internationaler Regelung der Frage anbetrifft, so scheirt ja auch diese nach der früheren Erklärung des Staats­sekretärs des Reichsamts des Innern nicht so aussichtslos zu sein. Die Schwierigketten, die man wegen der internationalen Konkurrenz glaubt gegen den Zehnstundentag für Arbeiterinnen her­leiten zu müffen, scheinen gerade auch die Regie­rung bisher zu Bedenken veranlaßt zu haben. Mit einer internationalen Regelung, die bei gutem Willen der beteiligten Staaten leicht durchführbar und auch nicht auifichtSlos ist, werden aber auch die letztere« wegfallen und es ist zu hoffen, daß dann der Zehnstundentag für Arbeiterinnen zur Tatsache werde zum Segen der Arbeiterfamttten und nicht zuletzt auch im Interesse des gesamten VolkswohlS."^

würde nie geduldet haben, ihn als anzurebe«. Monfieur Jean, so nannte gewöhnlich, war ein Elsässer von Si maS man so eigentlich ein verbummeltes ®enie nennt. In seiner Heimat war er nacheinander Stu­dent bet Recht»« ssraschast.k der Medizin, Hauslehrer, Schauspieler gewesen, letzteres nachdem er durch den Tod seine- Onkels die Mittel zum Studium verloren hatte. E» fehlte ihm nicht an Talent, wohl aber an Ausdauer, und er hatte gedacht, baß man i« bet neuen SBelt ohne große Mühe ein angenehme» unb sorgenfreie» Leben hab« könnte. Aber seine Hoff« nuegen verwirklichten fich nicht, unb schiißlich freute er fich, bei Don Joaquin einen bescheidenen Post« gefunden zu hab«. Letzterer hatte a» ihm gerabe keine schlechte Akquisition g-maSt. ©eine wenn anch nur obetflächlichen KenntMffe ber Heilkunbe, waren für da» Geschäft von großem Nutz«. Bald ber spanische« Sprache mächtig, verstanb er r» vorzüglich, mit dem Publikum «mzugehra unb wußte ihn« für schwere» Gelb eine Menge Medikamente oufzuschmätz«, bie unschädlich warm unb die Kunden von Einvil- dnngSkrankhetten kurierten. Im übrig« mußte et

größte Gefahr für Religion und Vaterland, für Wohlstand, Bildung und Fortschritt weiten Kreisen des Volkes dargestellt wurde. Für diese A beit gelang es, den Jesuitenparter Tilmann Pesch zr gewinnen, der unter dem Decknamen „Gott­lieb" die Angriffe gegen die katholische Kirche mit den „Briefen aus Hamburg" erwide te. Die Briefe erschienen in der Germania und machten sofort großes Aufsehen, später folgte die Buchausgabe. Diese liegt nunmehr, nachdem fie einige Jahre vergriffen war, in fünfter von Pater M. Reichmann besorgter Auflage vor. (Verlag der Germania in Berlin, Preis 6 Mark, gebunden 7 Mark 50 Pfennig) Der Verfasser selbst ist nach einem arbeitsreichen Leben seit dem Erscheinen der vierten Auflage zu einem besseren L,ben übergegangen. Beim erstmaligen Erschein'.« des Werkes bezeichnete es die Kritik als ein gewaltiges, Aufsehen erregendes historisches Ereignis. Die Briefe trofen mitten in daS Herz des Gegners, und bis in de« Reichstag und den Landtag hinein ertönten die Schmerz- und Klagerufe über den strettbaren „Gottlieb" und über den mutmaßlichen Verfasser. Es ist aber auch staunenenegend, mit welcher Schlagfertigkeit, Leichtigkeit und Gründlichkeit in diesen Briesen alle Einwände widerlegt werden, wie gleichzeitig ein ungerecht farbenreiches, wechselvolles, an ernsten und hettern lieber, raschungen und Zwischenfälle« fast unerschöps- licheS Gesamtbild der Gegensätze zwischen den großen christlichen Konfessionen entstand. Die verhetzmde Tätigkeit des Evangelischen Bundes reit seinen auf gleicher Stufe stehenden und den­selben unsauber« Quellen entnommenen Angriffen auf die katholische Kirche setzt daS Geschäft des Protestantenvereins und jener Hamburger Pre­diger unbekümmert weiter. Es ist daher gewiß erfreulich, daß durch eine Neuauflage der Gott- lied-Briefe dieser Romhetze kräftig von neuem begegnet wird.

* Die preußische« Minister gehen in diesem Jahre frühzeitig in Urlaub. Der Kriegsminister und der Minister der öffentlichen Arbetten find bereits abgereist, Herr v. Einem auf 6 Wochen nach Tirol, Herr v. Budde an die Riviera. Der Staatssekretär deS Auswär­tige« Amtes, Frhr. v. Richthofen geht auf 6 Wochen nach der Riviera, Admiral von Tirpitz wird seinen Urlaub auf Sardinien verbringen. Auch der LandwirtschastSminister v. Podbielski nimmt demnächst Urlaub.

§ Z« der neuen Reichsanleihe schreibt die,Nordd. Allzem. Zto.': „Bei der in diesem Monate zur Begebung gelangenden Reichsanleihe im Nennbeträge von 300 Millionen Mark »ft der 3*/,prozentige Typus lediglich mit Rückficht aus die gegenwärtige Gestaltung des Geldmarktes gewählt worden. Die Beobachtungen dieser Marktlage in der lehtver floffenen Zeit haben er­geben, daß die Nachfrage nach den 3prozentigen Schuldverschreibungen des Reichs und Preußens zur Zeit ausreichend gedeckt ist. Sine neue An- leihe zu diesem Zinsfüße würden daher voraus- sichtlich nicht nur unter für das Reich weniger günstigen Bedingungen begebbar gewesen fein, alle in einer Apotheke vor kommenden Haubleistungen verrichte», wie Flaschen spüle«, Salben rühre», ßräuter zerstoßen u. s. w., und er war bei allen Arbeiten flmk «nb unöerdrcssen. Sein Brotherr wußte bet!« auch feine Dienste zu schätzen und war mit ihm i#frieben, nicht so bie Herrin beS Hause». Et war thr ein Dor« im Auge unb baS hatte seinen gut« (Btunb. Er machte fich nämlich mehr al» nötig war in ber Küche zu schaffe», gab ben Mägden manchen Spaß zum beste« unb erntete bafiir viele Leckerbissen ein, natürlich ohne Borwiffm Donna Gabriel«», bie fich stets ärgerte, baß ber widerwärtige Kerl bie Mägde von ber Arbeit abhalte.

Ihre Unzufriedenheit mit ihm hatte roch ein« zweit« Grunb. Er weigerte fich nämltch beharrlich, irgend welche Hausarbeit zu verrichten. Da erkrankte eines Tage» bie Stunbensran, welche auch da- Stiefel- putz« im Hause zu besorgen hatte. Donna Gabriela Übertrug nun diese» Amt dem Monfieur Jean. Aller­dings gibt eS in Amerika manch« Stiefelputzer von edler Abstammung, jedoch unser Monfieur war eben noch nicht so heruntergekommen, um fich zum Stiefel­putzer degradieren yi lassen. In ihrem 8erger ließ Donna Gabriela ihrem Mann keine Ruhe, bi» dieser Monfieur Jean ben Dirast kündigte. Die Sntlassunjl kümmerte ihn wenig, dran er hatte schon eine bessere Stelle in Ansicht.

Einige Tage vor dem Ersten war bie Herrs^st be» abends abwesend und Jean benutzte diese Ge­legenheit, eine kleine Abschiedsfeier in Szene zu setze«, «ieta, die Köchin, hatte für einen guten Imbiß ge­sorgt, Jean für da» nötige Getränk, und nun saßen fie vergnügt zusammen. Al- die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht hatte, hielt Jean eine rührselige Rede, worin er der vielen Wohltaten KletaS und ber Schttanra Doma Gabriela» gedachte. Und er schloß mit ben Sorten: ,

„Also weihe ich diese» GlaS der holden, Gab« spendrade» Fee Lenortta Kleta Sarai, mit frohem Herzen Abschied nehmend von dem allezett giftigen

sondern auch noch den vorhandenen Bestand ae »eiprozenttgen Schuldverschreibungen der Sesa^ eines nicht erwünschten Kursdrucks auSgefrtzt jaben. Daneben erschien gegenüber der Konkitt- renz der aus Anlcß des Krieges zwischen Ruß» and und Japan von diesen Staaten aufgenm»» menen hochverzinSltchen Aoleihen für die Reichs« anleihe ein ^/»prozratigeS Papier umsomehr an» gebracht, als auch mehrere deutsche Bundesstaaten n letzter Zett den Markt mit 3^/,prozentig« Anleihen angegangen waren. Mithin handeltet ich bei obiger Anleihe nicht um ein gründ» ätzlicheS Verlassen deS 3prozentigen Typus, sondern um eine ausschließlich durch die derzeitige Beschaffenheit des Geldmarktes be­dingte Abweichung, von der erwartet werden darf, daß fie für die 3proze«tigen Schuldrwr» chreiburgr« zu einer Erleichterung in Angebot und Nachftage beitraaen wird."

* Der Entwurf einer Maß- nnd Ge» Wichttordnnns ist« dem Reichstag zugegrmgen. Durch diesen Entwurf wird als wichtige Neue» rung daS System der zwangsweisen periodischen Nacheichung allgemein zur Durchführung grbratm, wie eS birher bereits in Bayern und Elsaß» Lothringen bestand. Das bisherige System durch polizeiliche Revisionen daS Publikum zur Inanspruchnahme deS Eichamtes anzuhalten, hat fich als verfehlt erwies«, vielmehr war ein« Folge dieses Systems, daß jährlich dmchschnitt» ltch etwa jeder vierte, in einzeln« preußischen Provinzen etwa jeder dritte revidierte Gewerbe» treibende unter Einziehung der beanstandeten Gegenstände bestraft werden muß. Die Unzu» trägltchkeiten dmch Erweiterung der Verkehrs- fehlergrenzen zu vermindern hat fich schon aus internationalen Gründen als untunlich erwies«. Die Vorlage fieht außerdem eine einheitliche Regelung vor, namentlich hinfichtlich der d« Nacheichung zu unterwerfenden Gegenstände, der Fristen für die Nacheichung, der Kennzeichn««- der erfolgten Nacheichung durch die Stempelurqj, sowie der Einrichtung der die Nacheichung haru^ habenden Eichämter. Die im Gesetz von 1868 vorgesehene Freizügigkeit bezüglich der Maßgerät« wird einem Wunsche der beteiligten Kreise ent­sprechend durch durch die Vorlage mit Bayern ausgedehnt. Die Vorlage fieht eine Umge» staltung der geltenden Strafbestimmungen vme, owke die Ausdehnung des bisherigen nur für Weinsäsftr geltenden Eichzwanges auf die Fässer für Obstwein und Bier. Die Fristen, innerha» deren die Nacheichung vorzunehmen unb M wiederholen ist, betragen bei den Flüssigkeit«, den Maßwerkzeuge« für Flüssigkeiten, den Ge­wichten und den Wagen für eine größte zulässige Last biS ausschließlich 8000 Kilogramm im Ja^, den Längenmaßen, den Hohlmaßen und Maß- Werkzeugen sür trockene Gegenstände sowie d« Fässern für Bier zwei Jahre; den Wagen f« eine größte zulässige Last von 3000 Kilogramm und darüber, de« feflfundareentierten Wagen und den Fässern sür Wein und Obstwein drei Jahre. Die Frist beginnt mit dem Ablaufe des- jenigen Kalenderjahres, in welchem bie letzte Eichung vorgenommen worden ist.

Drachen Donna Gabriela und ihrem zweibeinigen Esel Don Jocqain Ribera, ber fich ihr Gatte nennt l"

Der Unglücksmensch redete in einem solchen ®TX baß er bie Zeichen und Winke ber Mägde gar wieg bemerkte. Jetzt stand der Drache hinter ihm. W zornsmüheudeu Blicken deutete fie »ach dar Tür:

„Hinaus mit Ihnen, und Sie kommen mir nie wieder vor bie fingen."

„Sachte, sachte, Madamchen, ich gehe schon, «we eS bräche mir baSjHrez, sollte ich Ihren Anblick henSe zum letzten Male genießen. Wir nehmen «ochwr- mell« Abschied vonemanber," unb rett einer HS stich« Verbeugung war er zur Tür hinaus.

Vierzehn Tage später, am FastnachtSabenb, flmg Donna Gabriela gegen Abend die Treppe hinauf. Dn sah fie einen Lichtschein tretet bet Tür ber Vorrats­kammer, bie bicht an bet Treppe lag.

„Ei, tonte jemanb bort am Nasch'« sei« ? «ttenoS öffnete sie bie Tür ueb staub vor Schrecken «st««, tote vorzeiten Lots neugieriges Weib. Ja, be war jemanb, der fich gütlich tat, aber keine von d« Mäoden, sonder« ber Teufel in eigener Person. fijM» von ihm sichtbare war pechschwarz, sein SoMu feuerrot mit einem langen Schwänze batan. dem Kopfe trug er ei» rote» Barett, auS be» fich ein Paar mächtige Ziegenhörner hob. Sogar b* eigentümliche Schwefelgeruch fehlte nicht. Jetzt ** er das gebratene Hohn auf ben Teller fallen, ho» feinen Dreizack, al» ob er enf bie alte Dame lot- stechra wollte, unb fletschte seine weißen Zähne gegen fie. Nun kam Bewegung in bie von Schrecken Ge­lähmte. Laut knischenb stürzte fie bie Treppe hinunter durch Haniflur, Küche und Zimmer, NSGe in ben Armen ihre» Gatten lag. Der hatte s«e „bessere" HLfte lange nicht so innig umarmen »mW», wie jetzt, als et, zärtlich über ihre Wangen prelchttnb, fie zu beruhigen suchte. , _ .

„So sprich doch, Gabrieltta, toaS geschehen s- „Der Teufel," brachte st- endlich mühsam hetwt. „Wa-a-S, ber Xenfd?"