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A wochenbeNaW ,Illustrierte §M«tagrzeitung'

Druck und Verlag des

Kuldaer Aettendruckerx'

monatsbdiagei „Kübaer SrschichtrdMrr". 'VÄ*

M 77.

Fulda, Dienstag, den 4. April 1905.

32. Jahrgang.

(Nachdruck verboten.)

13

ippru des begeisterten i kam, fiel ich meiner

Marthas SlhmegerMer.

Dem Leben nacherzählt von Marg. Schlichter.

Deuffdies Reich.

Berlin, den 3. April 1905.

ca. Die Recht-schntzftelle für die k«th.

Geistlichkeit teilt folgendes mir: Wegen tn-

vrrheirateie sich, und ich stand allein. Mit Hülfe unserer alten Magd, die ich zu mir geuomsen hatte, richtete ich meinen eigene.: Haushalt ein uvd fühlte

Atemlos hing ich an bat Lil Redners. AS ich nach Hause »»., . Mutter unter Tränen um den HalS:

.Mutter, heure nicht, ein anderes Mal erzähle ich dir, was ich von der Predigt heimgetragen h-be. Ja Zukunft sollst du mit mir zufrieden sein. Und ich habe Wort gehalten Meiner sterbenden Mutter letzte Worte waren: .Ich habe lange für dich grbavgt, aber du hast die Prüfung gut bestanden, und ohne Sorge kann ich mente Augen schließen. Sott segne dich, Kind." ■■ .

Bald darauf starb auch unser Baier, mein Bruder

□ vee Wettbewerb m Marokko.

.Die gegenwärtige diplomatische Lage ist die, daß beide Mächte, Deutschland und Frank» reich, in Fez über ihre marokkanischen Interessen mit der Regierung eines völkerrechtlich unab« hängigen Staates verhandeln."

So faßt die »Nordd. Allgem. Ztg/ doS Er« gebniS der bisherigen amtliche» und nichtamt­lichen Meinungsäußerungen zusammen, nachdem fie hervorgehoben hat, daß Herr Delcasss in seiner jüngsten SenatSrede von der angeblichen Mitteilung des Vertrages an Deutschland wohl« weislich geschwiegen und auch mit keinem Worte auf bevorstehende Verhandlungen zwischen Deutsch­land und Frankreich hingewirsen hat.

Vorläufig wird also der „Zwischenfall" in Fez seiner Erledigung zugeführt. Die Entschei­dung liegt mithin beim Sultan, wenigstens „zunächst." Letzteres Wörtchen flocht bekannt­lich Graf Bülow in seine Reichstagsrede in friedliebender Höflichkeit, aber ohne eine greif­bare Verbindlichkeit ein. Die realpolitische Be- deuiung deS Katserbesuchs in Tanger liegt eben darin, daß er dem Sultan zum Bewußtsein ge­bracht hat: Deutschland betrachtet mich nach wie vor als unabhängigen Herrscher, der nicht der Vormundschaft irgend einer Macht 'untersteht, sondern mit jedem anderen Staate ebenso gut wie mit Frankreich, freundliche Beziehungen pflegen und selbständig Verträge schließen kann.

Wenn nun der Sultan dennoch sich in das französisch? Gar« locken und fich der französischen „Kontrolle" in irgend einer Form unterwerfen sollte, was dann? Der Sultan würde brjiit beweisen, daß er zur Wahrung seiner Selbstherr-1 lichkeit nicht befähigt wäre. Deutschland würde in dem Falle durchaus nicht verpfl chtet sein, die Souveränität des Sultans gegen dessen Willen zu retten, sondern würde alsdann erst recht fich auf die Wahrung seiner eigenen wirtschaftlichen Jntereffen konzentrieren. Es ist ja mit aller wünschenswerten Deutlichkeit bisher immer betont worden, daß für uns in Hinficht auf Marokko nicht hochpolitische Spekulationen, sondern nur die Wirtschaftspolitik maßgebend sein sollen. Damit erledigen fich auch dir Befürchtungen, die hier und da laut geworden find, daß die deutsche Politik hier in ein Abenteuer von unabsehbarer Tragweite hlneintreibe. Es ist kein „uferloses" Unternehmen; dis „Ufer" find vielmehr mitvor- fichtigem Bedacht recht deutlich gekennzeichnet worden, und wir hoffe», daß keine Flutwelle, die etwa nachträglich sich auftun könnte, 4oon! diesen Ufern etwas abrrißt.

Der Vorteil der deutschen Position ist der, daß wir auf dem Boden des derzeitigen recht« lichenund tatsächlichen Bestandes stehen: Marokko ist ein selbständiger Staat, auch nach dem nur für die beiden Ko.trahenten giftigen Abkommen, ja sogar nach der Erklärung der

Ach, damals war ich nicht zugänglich für solche« lieben Zuspruch, und ich muß gestehen, daß ich damals meiner kränklichen Mutter gegenüber keine gute Tochter gewesen bin. Sie ließ aber nicht nach, mit ängstlicher Sorge über mich zu wachen.

„Willst du nicht heute zur Kathedrale gehen, ich Kbe gehört, daß Padre Antonio dir Predigt halten > .ird," sagte sie eines Tages zu mir in ihrer güttgsten Weife. ES war am ersten Ostertage und Padre An. torio einer der besten Kanzelredner seiner Zett. ES li-gt eine zwingende Macht in der Beredsamkeit eines gottbegnadeten Predigers. Seine Darlegungen kuäplfen an die Worte: „Ich bin die Auferstehung usv."

Wohl mit Abficht mochte er diesen Dxt gewählt haben in einer Zeit, wo so viele Familien um ihre gefallenen Helden trauerten.

wich zufrieden bei meinen tägliche Beschäftignnqen. I Schon in jener Zeit lebte ich ziemlich abges,gossen Meine liebsten Freunde waren meine Bücher geworden. Täglich ergötzie ich mich stundenlang an all dem Guten, und Eckönen, welcher groi e Geister vergangener Zeiten ihren Nachkommen hinterlassen haben."

„Fräulein, Sie lesen zuviel," sagte Antonia, die alte, treue Seele, „das strengt Ihre Augen an." Sie, die mich als Kind so oft in ihren Armen ge- I wiegt, durfte fich schon ein freies Wsrt erlauben.

„An etwas muß das Herz hängen," sagte ich dann, ober ich fühlte, daß fie recht hatte. Die Buchstaben tanzten mir oft vor den Augen. Ich sah schwarze Punkte oder feurige Kreise in allen Farben deS Regen- bogenS. Der Augenarzt, den ich konsultierte, zog bedeuklich die Schultern und riet mir, meine Augen nach Möglichkeit zu schonen. Da, an einem Spät­nachmittag, bat ich Antonia, Licht anzuzünden, ich könne nicht mehr sehen.

„Aber Fräulein, eS ist ja noch ganz hell!" rief ste aus. Aber um mich herum war eS dunkel. Das Gespenst, da» so lange drohend über meinem Haupte geschwebt, hatte mich gepackt. Ich war blind geworden. Ach, Gott, wir habe ich mich ausgebäumt gegen dies-.S schwere Geschick. Die berühmtesten Arzte habe ich zu Rate gezogen. Keiner konnte mir helfen. Ich hadette mit Gott und den Mensche.:. DaS war im 38 Jahre meines Lebens Welch eise Zukunft stand mir bevor? Aber die gänzliche Einsamkeit, zu der ich nun verurteilt war, ist meine Lehrmeisterin geworden. Allmählich lernte ich, mein Kreuz in Demut zu umfassen, al» ein von Gott gesaudtrS. Dieser Gedanke wurde wir zur Quelle unaussprechlichen Frieden». Wenn man wie ich gleichsam wie durch eine Mauer von der Außenwelt abgeschloffea ist, steht man oft die Dinge dieses LebrnS in ihrem wahren Lichte, und jetzt sage ich mir oft: Di? Dunkelheit, die Gott, der Urquell alle» Lichte»,-geschickt hat, ist doch nur ein anderes gevffenbarkeö Licht.

„Wie fromm du bist, Tante Guadalupe. Ich

I französischen R gierung; daher haben wir über marokkanische Angelegenheiten nur mit der rnavok- kanischen Regierung zu verhandeln. Die fran­zösische Position hat dagegen den schwachen Punkt, daß sie erst die in Worten anerkannte Unabhängigkeit des SultanS tatsächlich brechen muß, ehe fie vor dem deutschen Wettbewerb in Fez irgend einen Vorsprung gewinnen kann.

Deutschland hat einen weiteren Vorteil daran, daß es den Eintritt in Verhandlungen mit Frankreich niemals grundsätzlich abgelehnt hat, während die französische Diplomatie durch ihre Taktik des Ignorierens sich so weitfestgelegt hat, daß sie nicht ohne eine gewisse Selbstver­leugnung Verhandlungen mit Deutschland er­öffnen kann. Allzu scharf mach: scharttg. Herr Delcaffo hat offenbar in seiner Mißachtung Deutschlands den besten Zeitpunkt zu einem billigen Abkommen verpaßt. Wenn er jetzt noch Verhandlungen anknüpfm muß, so wird Deutsch­land mit gutem Grunde mehr fordern, als wo­mit es im vorigen Jahre sich vielleicht begnügt hätte. England hat sich bekanntlich in dem Ab­kommen Handelsfreiheit auf Zeit ausbedungen. Deutschland wird sich jetzt vermutlich mit der bloßen Handelsfreiheit, selbst wenn sie ohne Zeitbeprenzung gewährt würde, nicht mehr abfinden lassen. Denn das vielsagende Wort von einem zweiten T-nis ist gefallen, und halb- offiziös wird in Berlin heroorgehobsn, daß in Tunis der fremde Kaufmann und Unternehmer zugunsten des französischen von allen Regierungs- aufirägen, Konzessionen. Bauten, gemeinnützigen Einrichtungen ausgeschlossen fei, deshalb hätten wir kein Interesse daran, gegen Zusicherung der „Handelsfreiheit" die französische Kontrolle über I die innere Verwaltung Marokkos anzuerkennen.

Ein dritter Vorteil der deutschen Position ist durch die Gemeinsamkeit der wirtschaft­lichen Jntereffen der anderen Länder gegeben. Wenn auch Herr Delcaflo von den Regierungen, mit denen er Verträge geschloffen, vorläufig einige unverbindliche Sympathiebezeugungen herausge­bracht hat, so zeigt sich doch jetzt schon deutlich, daß sowohl das englische, als auch das spanische Volk recht gut begresst, wie sehr Deutschlands Eintreten für die offene Tür und die wirtschaftliche Gleichberechtigung auch ihren Jntereffen zugute kommt.

So können wir den Fortgang dieses Klärungs­prozesses in Gemütsruhe abwarten. Will man von einem „Abenteuer" reden, so ist ein solches ausschließlich auf französischer Seite zu suchen. Die deutsche Politik hat sich bisher auf dem festen Boden einer rechtmäßigen und besonnenen Vertretung der natürlichen Interessen ihres Landes gehalten, während Herr Delcassö, um ein Bild aus einer anderen Kanzlerrede anzuwenden, eine Attacke auf moorigem Boden unternommen hat.

famer Beleidigung des Pfarrers Clarizia von Ogliara (Italien) wurden im vorigen Jahre mehr-re sozialdemokratische Blätter verurteilt. Die zu Mülhausen i. E. erscheinende sozialdemo­kratische »Freie Presse" hatte dieselbe verleum­derische Sudelgeschichte abgedruckt. Sie wurde deshalb vorn Schöffengericht Mülhausen zu zehn Mark verurteilt. Run hat dis Strafkammer von Mülhausen in Berufungsinstanz die Strafe um das zehnfache, nämlich auf 100 M!., erhöht. Außerdem hat fie das Blatt zur Tragung sämt­licher Unkosten und Veröffentlichung des Urteils in der ,Fr. Pc.' und der .Oberels. LandeSztg.' verurteilt.

** Die Verstärkung der Kamerun Schutz- truppe ist dem Vernehmen der,Nat.-Ztg/ nach so gefördert worden, daß — die rechtzeitige An­nahme der Vorlage im Reichstage vorausgesetzt — die Offiziere rc. bereits am 10. d. M. die Aus­reise von Hamburg antreten sollen.

* -®em Reichstage sind zugegangen die Uebersicht der Einnahmen und Aus­gaben des »stafrikauifche« Schutzgebietes für 1902 und der alljährliche Entwurf betr. die Kontrolle des Reichsetats, des Kolonialetats und des Landesetats für Elsaß-Lothringen.

ca. Gegen das Waisenhaus „de la Providence6 zu Aix (Frankreich), welches von katholischen Ordensschwestern geleitet wird, batte die .Breslauer Morgen zig.' in ihrer Nr. 519 vom 4 November 1904 schwere Beschuldi- gungen erhoben. Auf Veranlassung der Rechts- schutzstelle der ksth. Geistlichkeit strengte die Vorstehung des Waisenhauses Prioatklage gegen die ,Bresl. Morgenztz/ an. Nun hat sich der verantwortliche Redakteur des Blattes zu einem Vergleich unter folgenden Bedingungen be­reit gefunden: er trägt dir sämtlichen entstan­denen Kosten, er erklärt, daß er dis Beschuldi­gungen nicht aufrecht erhalten kann und dieselben mit dem Ausdruck des Bedauert s zmücknimmt. Die Aixer Klosterskandalgeschichte. die aus dem wegen seiner Lügen bekannten Pariser ,Matin' stammen, stand in fast allen kirchenfeindlichen Blättern Deutschlands und Oesterreichs. Werden diese Blätter auch den Mut haben, ihr Unrecht einzugestehen?

* Die Reichsfiuanzrefur« ist nunmehr im Reichsschatzamte fertig gestellt; Staatssekretär Frhr. v. Stengel hat alle Entwürfe im einzelnen auSgearbeitet. Nunmehr muß das preußische Staatsministerium entscheiden, ob die Entwürfe dem Kaiser oorzulegen sind. Diese wichtige Sitzung wird noch vor Ostern stattfinden. Als­bald nach der Rückkehr deS Kaisers werden diesem die Entwürfe unterbreitet werden, damit er seine Genehmigung zur Einbringung im Bundesrat gibt. Man rechnet, daß dieser an- fangs Mai die Vorlage erhalten wird, um sie noch vor der Sommerpause zu verabschieden. Sind sie derart fertig gestellt, so wird der Reichs­tag Mitte Oktober zusammenberusen werden, um sofort in die 1. Lesung einzutreten. Noch vor der Beratung des Etats soll die gesamte Reicks- finanzreform erledigt fein, da der neue Erat be­reits auf dieser aufgebaut werden wird. So

fürchte, es wirb lange dauern, vis ich gelernt haben werde, in diesem Lichte zu sehen. Ich kann z. B nicht begreifen, weshalb mein Kreuz gerade „schlimme Schrriegelmurter" heißen muß."

Die Matrone lächelte: „Auf den Namen kommt es nicht an. Suche mit deiner Schwiegermutter auS- mkommen, so gut du kannst, und tue in allem deine Pfl cht. Dann hast du wenigstens Frieden mit dir selbst, wenn dn ihn mit deiner Umgebung nicht haben kannst. Ws find denn eigentlich die andern heute abend, daß du dieses Piüuderstüvdchen möglich machen konntest, und vaS war vorgesallen, wir find ganz davon ftbtjdcmmea?"

„Ja, Tantchen, ich will eS dir erzählen, der Kuriosität wegen Sie sir-d zum Zrcrlo (Sladipark von Puebla), dort ist großes Wotzttätigkeittkoozert zum Besten der Abgebrannten do» Tehuatan. Eintritts­geld ein Peso ä Peisoo, fie find zu fünfen hin, macht 5 Peso». Das si cht in die Augen, nicht wahr? Kommen ober Hülftb-dürftige an unsere Tür, so werden fir mit harren Worten abgkwiesen. Heute morgen noch stand eine elend aussehende Indianerin an der Tür, ein in Lumpen gehüllte» Kind aus dem Rücken tragend. Da- Weib dauerte mich und ich gab ihm eine Kupfermünze. Das wußte nun Mama ungl ckiicherweise sehen, und in Gegenwart der Mägde fuhr fie wich on:

„Wie kannst du Almosen geben?" Dal du wurde so siark betont, daß ich mit Gewißheit denken konnte, waS fie sagen wollte. Ich eilte auf mein Zimmer, Zorn, Beschämung und Kummer im Herzen. Es ist doch auch schrecklich, von der Gnade anderer abzu- hangen, besonders wenn man dergleichen täglich in so liebloser Welse zu höre« bekommt."

Mar Mut, liebes Kind, ich denke, der liebe Gott hat für dich auch roch bessere Tage bewahrt," tröstete dir gute Taute.

Ja, unsere arme, kleine Martha war zu bedauern, aber der liebe Gott hatte fie rächt ganz vergessen, denn außer Tante Guadalupe ließ er sie bald noch eine

sehr jetzt der Ruf nach neuen Steuern erschallt, so unzufrieden wird man im Herbst sein, wenn die Vorlagen selbst da find. Wie notwendig übrigens eine durchgreifende Finanzreform dem deutschen Reiche ist, ersteht man besten auS dem gewaltigen Anwachsen der Schulern. Nach der dem Reichstage vorgelegten Denkschrift vom 29. Noo. 1904 über die Verwaltung der Schulden des Reiches betrugen die Reichsschulden am 31. März des Jahres (in Tausenden Mark)

1888 . . 851 229,7 Tausend Mk.

1889 . . 1 010 326,3 „

1890 . ,1 240 908,8 „

1891 . . 1 437 815,7 „ „

1892 . . 1 805 585,4 „ „

1893 . .1860 860,5 „ „

1894 . .2 035 732,5

1895 . .2 201 237,8

1896 , .2245273,1 „ „

1897 . .2261260,0 „ „

1898 . .2 302 264,5 „

1899 . .2 312 867,4 „ „

1900 . .2 418 517,7

1901 . .2 515 667,7 „ „

1902 . . 2,933 517,7 „ «

1903 , .2 933 500,0 „ „

29. Nov. 1904 . .3 033 834,0 „ „

Sie werden betragen

Ende 1905 . . 3 361071,3 Taufend Mk.

Diese Steigerung der Schulden ist so rasch und so stark, daß es unmöglich so weiter gehen kann. Sie ist um so bedenklicher, als ihr fast kein werbendes Vermögen deS Reiches gegenüber steht. Als solches kommen nur in Betracht die Eisenbahnen in Ei saß Lothringen, welche fich bekanntlich sehr schlecht verzinsen, und die in der Post-, Telegraphen- und Tele­phon Verwaltung engekgte« Kapitalien, welche sich noch viel schlechter verzinsen. Die vor­stehenden Zahlen seien ganz besonders beet F eunden des Flottenvereins zum Studium empsodlen!

§ Die Bergarbeiter schütz Novelle wurde am Montag imÄbgeordnetenhause weites beraten. In § 80 b Abs. 3 wurde mit Rücksicht darauf, daß auf manchen Schächten in mehrettn Schich­ten gefördert wird und daher für jede Förder­schicht ein Kontrolleur vorhanden sein muß, statt „Vertrauensmann" gesetzt „Vertrauensmänner". Ein nationalliberaler Antrag, wonach die Arbeiter die Kosten des Auslesens der Steine aus den geförderten Kohlen tragen sollten, wurde abgelehnt, dagegen ein Antrag des Zen­trums angenommen, welcher nach der Bestim­mung (§ 80 o, Abs. 2), daß durch die lieber« wachung eine Störung des Betriebes nicht her- beigeführt werde, folgenden Zusatz einfügt: „Bei Streitigkeiten trifft auf Beschwerde des Vertrauens­mannes die Bergbehörde die entsprechenden An- orvnungen. Ad gelehnt wurde indessen ein Antrag des Zentrums, wonach die Ver­trauensmänner auch die Festsetzung der Strafen überwachen sollten. Die Bestimmung des § 80, daß der Bergwerks-Besitzer verpflichtet fein solle, den Lohn des Vertrauensmannes auf Antrag des Arbeiter - Ausschusses oder der Mehrzahl

andere Freundin finden, uvd das sogar eine Lands­männin, die obendrein ihre Nachbarin wurde. DaS Nachbarhaus war zehn Jahre lang geschloffen gewesen. Dissen Besitzer, der KMswavn SanwS Esirada, hatte während dieser Zeit mit Rückficht auf feine schwäch­liche Gesundheit in dem so überaus herrlichen Jalapa gelebt. Sei«e auZgedehrtteu Geschäfte zwangen ihn aber, nach Puebla zurückzukehren, und einer Tage» bemerkte Martha, wie die Zimmer deS „stillen HaufeS" gelüstet, gestäubt und gereimt wurden, und am selbigen Abend zog die Familie ein. Vater, Mutter, zwei Knabe« und zwei Mädchen im Alter von 3 btt 9 Jahren und ein Baby, das wohl auch ein Junge fein mochte, denn obschon eS noch nicht laufen konnte, schlug es schon kräftig aus die ander« los. Die drei ältesten Kinder hatten eine deu'sche Erzieherin, Fräulein Gertrudis Schutte, die im Haufe schlichtweg Donna GrrtrudiS hieß. Sm Morgen nach dem Einzug kletterte die kleinste fünfjährige Carmelita, ein bild- schönes Kind und L-ebltng des Fräuleins, auf den Stuhl am Feust-r des Wohnzimmers und blickte auf den.Hof de» Nachbarhauses hinab Plötzlich kam fie laut schreiend angelavsen, barg ihr dunkle-, krauser Köpfchen in den Schoß ihrer Erzikherin und jammerte:

„Donna GertrudiS, ich hab' sie gesehen, ich hab' ie gesehen."

.Wen hast du aefeden?"

„Die H»xe, fie hatte Hänsel schon aufgegessen und Gretel bei der Hand. Die wollte fie in den Stall perren, und wenn fie die amgegeffen hat, dann kom­men wir dran. Ach, wären vir doch in Jalapa ge« biteben I"

Ein Beiter der Frau Efirava, Albaro Rueda, der gerade im Immer anwesend war, ging ans Fenster, iöersah die Situatirn und brach in dn schallendes Ee ächter aus.

„Kommen Sie, Donna Gertrudis, sehen Eie dort toten Ihre Nachbarin Dvm-u Sabrielita Ribers? Die ist in der ganzen E adt als bekannt. 3*» ja, Kttid-r und Narren sprechen die Wahrhnt. Aber