MaerU
32. Jahrgang.
Fulda, Samstag, den 1. April 1905.
M 75
lein werde.
Schluß 6-/« Uhr.
und zwar________,,
Befähigungsnachweises.
«ins Petition betreffend die Unterdrückung scblechter Literatur- und Kunsterzeugntsse wurde mit Rücksicht auf die schwache Besetzung deS HaufeS von der TagrSorduuu, abgesetzt.
Schließlich rS noch eine längrre Debatte über die PetUion um Rbänderm-g deS Z17S(Homös«xua!it»t. Das HavS trat schließlich dem KowmisfionSbeschluß auf Uebergang zur Tagesordnung bei.
Tiensta«. 4. April: Dritte Beratung des Nach- tragSrtatS für 1904. Antrag Büsing betr. Abänderung der Gruudduchordnurrg. Wahlprüfungen.
gtzMleUer:Zof.v«UR.,
»sÄÄ«- woch-nbeiiagi > „Illustrierte §onntag;zeitung"
hat die Königliche Staatsregierung dagegen ergriffen und gedenkt fie dagegen weiter zu ergreifen?
\ Die Börfe»ko«misfi»« deS Reichstages setzte am Frettag die Debatte über den Antrag Dove-Müller (Sagav) detr Wiederherstellung der Regierungsvorlage in § 48, der der Regierung diskretionäre Befugnisse erteilen will und damit aus den Widerstand der Konser« varioen und des Zentrums stößt, fort, ohne zu einem Rrsultat zu kommen. Schließlich wurde die Abstimmung avsgrsttzt und auf Antrag Burlage (Zentrum) eine dritte Lesung in Ausficht genommen. Bet § 50 wurde folgender neue Antrag Gras Schwerin-Löwitz (kons) ab gelehnt: „Der börsenmäßige Terminhandel hi Betreibe und Mühlenfabrikaten ist untersagt. Die Erfüllung der Verbindlichkeiten aus solchen Geschäften kann nicht verweigert werden. Dagegen ist für jedes solches Geschäft — außer der gewöhnlichen — noch eine besondere Re chs- stempelabgabe zu zahlen, welche Va8 bOfache der in Ptiffas 4b des Tarifs zum Reichsstempel' gesetz festgesetzten Abgabe beträgt." Bei § 51 wurde mit großer Mehrheit ein auS der Initiative der Konservativen und deS Zentrums hrrvorgegangener Antrag Gamp (Rp.) angenommen, der dem Abs. 3 folgende Foffung gibt: „Durch ein Börsentermingeschäft in Waren oder Wellpapieren, in denen der Dörsentermin- handel untersagt ist, wird ein Schuldverhältnis nicht begründet." — Nächste Sitzung am 4. April.
* Die Budgetkommifsion deS Reichstags begann am Freitag die Generaldebatte über die MilitärpenstonSnovelle für die Offiziere und für die Mannschaften. In der ErörterüNg wurde hauptsächlich die Frage behandelt, ob eine Verschmelzung beider Vorlagen fich empfehle, und ob die Fürsorge für die Veteranen und Hinterbliebenen in das Gesetz Aufnahme finden solle. Bezüglich der ecfieren Frage waren die Meinungen geteilt, be- züglich drr letzteren kam man zu dem Ergebni, das! die Fi -dezierjUtt^ unterbleiben soll. S:e rückrirksnd« Kraft der Novellen hält man nur beding! für möglich. Beschlüffe werden noch nicht gefaßt. Nächste Sitzung am Dienstag.
Bus dem Reichstag.
177. Sitzung vom 31. März 1908.
Eröffnung 1'/« Uhr. — Erste Beratung deS Nach- tragseratS für 1904 und deS Ergänzungsetats für 1905.
Kolonialdirektor Dr. Gtübel gibt einen kurzen Ueberblick über den Stand der Dinge tu Süd.- westafrika und in Kamerun. Er betonte, daß der Herero- aufstand als uirderg« schlage« gelten könne, wenn auch im Süden der Kolonie noch einzelne Kämpfe auSzu- fechten feien, und daß die B-rwchmug der Schutztruppe für Kamerun nur din Zw,ck habe» einem allgemeiuem Aufstand mög ichst vorzubeuxr».
In der Disküsfio» erklärten fich die Redner aller Parteien damit einverstanden, den NachtragSetat für 1904 ohne rorhsrige Kommission gleich im Plenum zu erledigen, während der SrgänzungSe.at für 1905 zunächst au bi« Budgetkowmisfio» verwiesen wurde.
Auf eine Anfrage des Kbg. Grzberger (Z.) teilte KolonialSirektor Dr. Etübel mit, daß die Omni Bah» zum Teil Ende April, zum Teil erst Ende Juli fertig
fiusland.
* Der französische Minifterpräsidewt Ronvier hat im Senat einen Erfolg zu ver« ztichnev. Am Donnerstag gelangte die An- cebetei in der Armee zur Sprache. Die Debatte nahm einen für Me Regierung sehr günstigen Vlrlanf und endigte damit, daß der Regierung ein eklatantes Vertrauensvotum erteilt würbe. Delp"ch sprach seine ©enugtuung
Hierauf beschäftigte sich daLHauS mit Petitionen, zwar zunächst mit Pettttone» um Einführung des
38H«ixt täglich, *ti MMchme »e> $e«n* M-eiertage. viertel- zWl.ve,ng«prei, W« Vriugeriohn und ^BÄlgeld in Lulda und ^Lt,lMk.sopsg.
Serautroortlicher
(1600 bezw. 800), in Preußen steht an der Spitze die Provinz Hannover mit 1800, es folgt Posen mit annäh rrnd der gleichen Zahl, West» preußeu mit ungefähr 1000, Brandenburg 850, Rheinland 630, Westfalen 600, Hessin-Nassau 460 (;egen 403 im Vorjahr). Von den auS dem oeutschen Reich insgesamt in 1904 auSge- wanderten 14329 Personen reisten nach Nord- amerika allein 13 700. Männlichen Geschlechts waren 7800, weiblichen 6500; erwüchsen waren 12000, Kinder von 1 btS 10 Jahren 1800, darunter etwa 400 Kinder. Einzeln reisten 9000 Personen, 5000 Personen reiften in 1518 Familien. Die AuSwaudererwirte waren beson- ders angewiesen, die Auswanderer auf den Aushang der Ktrchenplakate aufmerksam zu machen und fie auf ihren Wunsch nach der Kirche geleiten zu lassen. Dir Auswanderergottesdienste wurden häufig zwei« und dreimal in der Woche vor Abgang der Dampfer abgehalten und von allen Konfefstonen flfitzig besucht. Da etwa 9/io der aus Oesterreich Ungarn kommenden Auswanderer dem katholischen Glauben angehören, wurde die Tätigkeit der katholische Auswanderermisfion besonders stark in Anspruch genommen. In der St. Rafaels-Aaswandererkapelle wurden von dem Aaswanderermisstonar Pastor Prachar 234 Gottesdienste abgehalten, die von etwa 40244 Auswanderern besucht worden find; von diesen haben 8916 das hl. Abendmahl empfangen. Die Auswanderung Deutscher über Hamburg ist gegen das Vorjahr um 3286 Köpfe zmückae- gangen. Diese Abnahme verteilt fich ziemlich gleichmäßig auf die verschiedenen deutschen Luudrs« teile, eine stärkere Abnahme zeigte fich nur in W stpreußtn, wo die Auswanderung um mehr als die Hälfte — von 1U 2 auf 549 Personen — zurückging. Die avßerdeutiche Auswanderung fiel von 109546 (1903) auf 99744, hatte also eine Abnahme von 9 802 Personen. Der bei weitem größte Teil dieser Durchwanderet: gehörte dem slavische» Element an. Ais Herkunftsländer derselben stehen wiederum Rußland und Oester, reich Ungarn an der Sitze. Die Zahl der Rück- wanr-errr über Hamburg betrug ungefähr 27 000 Hebet Stell»« hat eine AuSwanderu^gs- beförderung im Berichtsjahre richt stattgesunde??.
% De? im Abgeordnetenhaus in Form einer Novell- zum Berggesetze eingebrachte Antrag Gamp lautet: „§ 1 Sie Annahme von Mutungen auf Steinkohlen, sowie auf Steinsalz nebst den mit diesem auf den nämlchen Lagerstätten vorkommenden Salzen find-t vom Tage der Verkündung dieses Gesetzes an auf die Dauer von 5 Jahren bei den staatlichen Bergbehörden nur noch insoweit statt, als die Mutung auf Grund von Schürfarbeiten, die schon vor dem 31. Mä<z 1905 begonnen worden find, innerhalb 6 Monaten nach dem Tage der Verkündung dieses Gesetzes bei den zuständigen Bergbehörden ^gelegt ist. § 2 Unberührt von dieser Vorschrift bleibm dir- ;enigen Mutunsen, welche die staatlichen Brrz« behörden in Vertretung der Inhaber von Prioat- BergregalÄätsrechten vormnehmen berichtig! find. Außerdem wird folgende Resolution beantragt, die Staatsregisrung zu ersuchen a) in eine em» gehende Prüfung darüber einyitrcten, in welcher Beziehung das Berggesetz insbesondere über das Muten und die Birleihung des BergwerkSeigen- tumS einet A-nderung zu unterwerfen sein möchte, und den diesbezüglichen Gesetzentwurf sobald als mözlch vorzulegen, b) vorher aber dem Landtage in einer eingehenden Denkschrift über die em« schlägigen berggesetzlichrnBestimmungen Mitteilung zu machen.
* Die Kommission des Abgeordnetenhauses für das Bergarbeiterschutz-Gesetz hat am Freitag ihre Beratung begonnen und den § 80 b des Entwurfes (Art der Abrechnung und Lohnzahlung) und sowie den 1 Satz des § 80 c (Wagennullen) in Ver Fassung der Regierungs- Vorlage angenommen. Nächste Sitzung am Montag.
§ Eine Aeuderrmg der Grundbuch» ordnung bezweckt ein A n t r a g B ü s i n g (natl), der dem Reichstag heute zugegangen ist und welcher an Stelle des § 55, Satz 1 der Grund« buchordnung folgende Bestimmung setzen will: „Jede Eintragung soll dem Antragsteller und d'm eingetragenen Eigentümer, sowie im übrigen allen aus dem Grundbuch ersichtlichen Personen bekannt gemacht werden, zu deren Gunsten die Eintragung erfolgt ist oder deren Recht durch sie betroffen wird, die Eintragung eines Eigentümers auch denjenigen, für welche eine Hypothek, Grundschuld, Rentenschuld, Reallast oder ein Recht an einem solchen Rechte im Grundbuch eingetragen ist."
* Dir im Abgeordnetenhaufe ebtge» brachte Interpellation Fnltin hat folgenden Wortlaut: „3P es der Königlichen Staatiregie- rung bekannt, daß in Oberschl-.sien die Genickstarre epidemisch austritt? Welche Maßnahmen
Der rufflWi-japan. Krieg.
Die Friedensgerüchte, welche wir wiederholt erwähnt haben, finden in Japan eine sehr kühle Aufnahme. Dem Rruter'schen Bureau wird unter« 30. v. M. aus Tokio telegraphiert: Die verschiedenen, aus Europa und Amerika kommende« Friedensgerüchte werden hier von der ganze» Presse wieder gegeben und vielfach brsproche». Anscheinend berühren fie die Haltung der Regierung und des Volkes in Bezug aus den Krieg nickt. Die Pnssi ist das Echo des festen Ent- schlaffes Japans, die Kriegsoperatione» energisch weiter zu betreiben,ohneirgend- welche Rücksichtnahme auf die Erörterungen über dis Ereignisse in Rußland oder sonstwo. Mittlerweile sitzen Hier und Flotte die Vorbrrettunge» für eh en mehrjährigen Feldzug fort. Fortwährend gehen frisch ausgehobene Truppen zur Front ab und Transportkolonnen breiten sich übcr die nördliche Mandschurei aus. — Auf russischer Seite macht sich zunächst auch noch keine Verminderung der weiteren Kriegsvorbereitunge» bemerkbar. Amtlich wurde aus Petersburg vom 31. v M. gemeldet: Der Feldstabschef der 1. Mandschureiarmee General Charkewitsch ist zum Stabschef des Oberkommandierenden, Generals Linewitsch, ernannt worden an Stelle des in das Alexanderkomttee für Verwundete bemenen Generals Ssacharow. Zum Mit- qliede des genannten Komitees wurde auch der Kommandeur des 1. sibirischen Armeekorps, General v. Stackelberg, ernannt.
Selbstmord japanischer Gefangenen. Nach einer Meldung aus Petersburg haben r» dem Dorsi Medwjed (Gouvernement Nowgorod), wo eine Anzahl japanischer Gefangener untev- gebracht ist, siebzig von ihnen ihrem Leben durch Harakiri (Lauchaufschneiden) ein Ende gemacht.
Bus dem Landtag.
Herrenhaus.
37. Sitzung vom 81. März 1906.
Eröffnung 12’ » Uhr.
Zunächst wird eine Kommission für die Berg- arbetternovelle» gewählt, welche während der Vertagung deS Herrenh ckuseS (biS zum 25. Mai) Sitzungen abhallen soll. m ,
Vor Eintritt in di, Beratung teilte der Präsident Fürst zu Zu- und Knyphause« mit, daß er dm Be. ginn d-^ nächsten SesfionsabschuitteS für den 24. oder 25. Mai in Aussicht genommen habe. _
Zum KultuSetat nahm zunächst Graf Mirbach daS Wort, um Klage z« führen über di- bohen Schul, lasten, namentlich im Osten. Die Schulaufsichtsbehörde stelle zu hohe Ansprüche an die Schulpatrone. Weiter führte der Redner Beschwerde über eine zu burean- tratische Handhabung der Schulaufsicht.
Kultusminister Dr. Etudt wie? darauf hw, daß der Staat im Falle der LeistungSunfähigteit bereit- willig Beihilfen gewähre. Die dafür zur Verfügung stehende« Mittel seien aber gering DaS neue Schul- umeryaltungSgrfetz werde «efferung bringen. Ern.
burcaukrattsche Haatha-vn« der Schulaufsicht liege mcht in semem (otS Ministers) Sinne; zutreffende« Falles werde er Remedur eintreten laffen.
Graf Hoheuthnl verlanai« für die euangelifche« Geistlichen und Superivter dcrrte» Geha tkerhöhunge« urd suchte eine günstige Stimmung dafür durch eine Giatipil über die Aufwendungen d«S SlaateS für die evangelische und katholische Kirche herbeizusühren. D« Staat habe innerhalb drr letzien 80 Jahre über 180 Millionen mehr an die katholische alS an die evangelische Kirche gegeben, wenn man de» Maßstab der Eeelenzahl der beiden Konfessionen in Betracht ziehe. Dabei will Graf Hohenthat schon dasjenige in Abzug gebracht habe», was der katholischen Krrche auf gründ rechtlicher Verpflichtungen infolge drr Säkularifatio« von Ktrchrngülern gegeben werden nutz.
Zu einer länger,» Debatte kam eS über daS new Seuchkngrfetz.
Die Frhr». d. LucinS und v. Manteuffel, die Vertreter der beide» stärkste» Parteien deS Herrenhauses, erklärten aufS bestimmtest«, daß fie bau Srucheugesetz in der jetzigen Faffuug nicht zr.stimme» würden. Eie verlange», daß daS Gesetz nur für bte Sevchrn die Anzeigepfllcht etuführt, die daS Reichs« feuchengefetz bereits dafür bestimmt hat, also nicht die sogroasnteu Wellseuchen, wie Cholera, Pest, Lpra usw. Damit fiele die Anzeigepflicht für die meist«« Fälle, für dir fie geplant war. fort.
Minister Studt wandte sich energisch gegen diese Anficht und gab die Hrffouug auf eine Verständigung trotz der Erklärungen mcht auf .....
Die Debatte ging dann uns daS Schulgebiek über, insbesondre wurden Fragen deS höheren Knaben» und MädcherfchulwefenS behandelt.
Graf Mirbach klagt über die hohen Patronat»« lasten,
Herr v. Slitzing über de» zu hohe» Bildungsgrad, den man de- Landlehrern berzubringen suche und der fie dann zur Landflucht veranlaffe.
Gras KoSpoth klagt darüber, daß an die Schüler der humanistischen Gymnafien in Schlesien höhere Ansprüche gestellt würden, als an die Gymnasiasten anderer Provinzen. ....
Vom RegierungStische wurde Graf Mirbach mit dem neuen EchuldotationSgrsetz vertiöstet, die Klage» deS Herr« v. Kbtzing alS unberechtigt hingestrllt und dem Grafen v. Kotpoth erwidert, daß cs der R«gierung nicht bek nnt sei, daß schl«fische Gymnastasten mehr lernen müßtrn alS andere
Zur F-age drr Reform der höhere« Mädchew- schu'es, die der Oberbürgermeister Dr. Rißmüller (Osnabrück) anregre, wurde vom , ,
Kultusminister erklär, der Plan einer eiuheit- lichen Organisation sei festgklegt und werde »ach sein« Durchfüdrung die gröbsten Mchstünde beseitigen.
Oberbürgermeister Fnnk-Etverfeld verlangte, dop di« Zuschüffe zu den höhere» Schulen nach der LeistuvgSsähigle.t bei Städte verteilt würden und daß speziell E:brrfeld eine staatliche höher« Schule erhalt«.
Professor NihnrS Münster bat dringend, ber Ui* verfität i» Münster im nächsten Jahre die »*ch fehlende medizinische Fakultät zu verleihe».
Samstag wird die Kanalvorlage berate».
Deutfdies Reich.
Berlin, den 31. März^l90b.
*. Der Kaiser hat in Lissabon neben Deputationen der deutschen Kolonien von Siffabon und Porte auch eine Deputation der deutschen Glasarbeiter aus Samara empfangen. Wie die ,Nordd. Allg. Zig/ berichtet, hatten diese, obwohl der deiitsch-soziali- stischeu Partei angehörig, bei der Nachricht von dem bevorstehenden Kaiserbesuch spontan be« schloffm, eine Dkputation zu entsenden und dem Kaiser einen silbernen Teller als HuldigungS- geschenk zu überreichen. Als in der dieser Beschluß faffends» Versammlung von einem der Anwesenden Widersprach erhoben wurde, da Herr 9ebel mit einem solchen Geschenk nicht ein- verstanden sein würde, wurde dem Sprecher von allen Seiten entgegnet, Bebel und die Parteileitung in Berlin gingen sie nichts an. Sie seien freie Männer, and wenn der Deutsche Kaiser ms Ausland tarne, wollten auch fie, wie alle anderen Deutschen, ihrem Kaiser huldigen. Nach einem telegraphischen Bericht hat die von dem Gesandten vermittelte Audienz dann stattge- funben. Der Kaiser nahm das Geschenk der Arbeiter sehr freundlich entgegen, sprach mit dem Einzelnen über ihre Arbeit und spendete der Arbriterkolonie ein größeres Geldgeschenk.
(*) Minister v. Bethmaau - Hollweg erschien heute im Berliner Magistrats - Kollegium, um fich von den Mitgliedern in seiner Eigenschaft als Obkrpräfident von Berlin zu verabschieden. In seiner Ansprache betonte der Mini- fier, daß er die Selbstverwaltung der Kommune fchr hoch schätze und sie auch als Minister in dem gegebenen Rahmen fördern werde. Die Pläne der Stadt Berlin würden auch in Zukunft fein wohlwoller.drs Jntereffe finden.
—* Der Legattonsrat Dr. Schnee, ber zur Zeit ix der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes tätig ist, wird, wie die .Deutsche zeitung' erfährt, in kurzer Zeit die Auireise nach Samoa antreten. Er soll dazu berufen fein, den bisherigen Gouverneur von Samoa Dr. Solf zu ersetzen.
§ Die Post- und Telegrephenschule in Berlin ist gestern durch eine längere Ansprache des Staatssekretärs Krätke für immer geschlossen worden. Wie der Staatssekretär ausführte, haben die wachsenden Anforderungen au die Verwaltung dazu geführt, für die Vorbildung der Beamten ein akademisches Studium einzusührrn, so daß die Beamten die Kenntniffe bei ihrem Eintritt schon mitbringen, die st« bts- her erst im Laase ihrer Dienstzeit, zum Teil an der Schule, erworben haben. Die Anfänge der Poft« und Telegraphen schule gehen bis zur Einführung des elektrischen Telegraphen in Preußen zurück 1859 wurde eine Telegrr phrnschule ge- grürd t zuerst für alle, später aber nur für die höheren Beanben. Generalpostmeister v. Stephan richtete daneben 1876 Vorträge über Rechts, und StaatswiffMschaften, Naturwtfferschasten und Telegraphentechnrk ein. 1879 traten auf Ver- anlaffung von Ministerialdirektor Witiko Hebungen Hinz«. Diese drei Emrichtungen wurden 1885 zur Post- und Telegraphen schule vereinigt. Die wachsende Bedeutung der Telegraphie und des Fernsprechers nötigte dazu, die Verträge mehr und mehr zu teilen. 1898 wurde auch der Un« terricht in den neueren Sprachen eingeführt. Die Zahl der einzelnen Beamten stieg von 30 im Jahre 1885 auf 100 im Jahre 1899. Jrrsge- samt Haden 1350 Beamte die Schule besucht. Zu i en Lehrern gehörte auch Unterstaatssikretär Dr. Fischer.
* liebet das An-waudernugsweseu im Iahte 1904 Haden bte Reichskommijsionen in einer dem Reichstag zugegangenen Zusammenstellung Bericht erstattet. Während die Zahl der Auswanderer über Bremen von 1900 bis 1903 stetig. gestiegen war, hat sich im Jahre 1904 ein erheblicher Rückgang geltend gemacht. Dis Zahl bet Gesamtauswanderung ist von rund 170000 auf rund 133500 zurückgegangen und zwar bei den Ausländern um rund 39000, bei Reichsangehörizen nur etwa 2000. Der größte Teil der AusVanderer gehörte auch im Jahre 1904 ben flavischen Nationalitäten an, vorwiegend Rußland und Oesterreich Ungam. Die Abnahme der Auswanderung R-ichSangehöriger entfällt auf Preußen mit 2000, auf die übrigen Bundesstaaten mit 300. Aus Preußen wanderten aus 8500, aus dem Übrigen Reichsgebiet 5500, beides i« runder Zahl. Bei letzterem sind am stärksten beteiligt Bayrrn und Sachsen
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