ZOMtt ■«*
Mffetertage VMrMi ML>Se,»«sK»8rr U, BrtngerW esb ^elatlötngnl'x^ ^»SrtrlMt°SSM
verantwottlichcr ö^rlftleiter-Jof-BoM* für die Inserat«
z. Parzelle» in Krlda-
Zuloaer
lvochenbillage« „Illustrierte Ssmtagszeitung^
eitung
fflonotsbenage: .LMaer GeschichtLÄÜtter".
leseiieei SA
spaltige Petitzelle 06® deren Baum sS PU. Beklornen die petitzrE i 25 pfg.; bei wieder Holungen wird entsyp.
Rabatt gewährt.
Druck und Verlag bts KuldaerAcllendruckerS in Zulda (Harmonie, Fernsprecher Nr 9
JK 72
DeufHies Reich.
Berlin, den 28. MärzZ1905.
* Die diesjährigen K-isermnvöver, an denen das Ylli, und XVIII. Armeekorps teil» nehmen, dauern nach den jetzt endtziltig getroffenen Bestimmungen vom 8. bis 15 September. Die Katserparade über das XVIII. Korps findet am 8 September bei Homburg vor der Höhe statt. Das VIII. Armeekorps hat am 11. September die Ka-serparade bei Koblenz. An den Paraden beteiligen sich auch die den beiden Arweekop? für das Kaiserwaröoer zugeteilten Truppen aus anderen Armeekorps.
* Der Anfstemd in Deutsch-Südwest, afrika. Der .Deutschen Tageszeitung' zufolge wi'd in den Verhältnissen Deutsch Süd westafrikas vorausstchtlich in den nächsten Monaten eine völlige Aenderuna eintreten. Gemeldet wurde schon, daß der Generalleutnant v. Trotha von Windhuk nach dem Kriegsschauplätze im Süden abgereist ist. Gin konzentrischer Hauptkampf steht in den Karasbergen bevor, der in Bezug auf die Hottentotten dieselbe Bedeutung hat, wie der Angriff auf den Waterberg Anfang August für die Herero. Ist die Hauptmacht der Hottentotte» zersprengt und zum Teil vernichtet, so bleibt für das ganze Schutzgebiet nur der Kleinkrieg übrig, der das Land von den z »sprengten Banden befreien soll. Dazu ist kein General mehr nölig und der Generalleutnant v. Trotha wird dem Bemehmen nach deshalb noch im Laufe dieses Frühjahres das Schutzgebiet verlassen und nach Deutschland zurückkchren. Zugleich steht nun auch, wir verlautet, die Abreise des RrgierungsrateS v. Lindequist, dessen Ernennung zum Gouverneur unmittelbar erfolgen wird, in naher Zeit bevor.
* Em schönes Pröbchen von der Friedensliebe
Ev ngeli chen B««des l eftrr soeben wieder die .Deutsch eoangelssche Korrespondenz. Sie hat in dem Berliner Festausschüsse für die Schillerfeier die Namen zweier Zentrums- abgeordneten gefunden, des Reichstagsptäsidenten Grafen Ballestrem und des Dr. Porsch und fie fragt nun: „Wußten diese beiden, was sie taten? . . . We haben es sicher gewußt und ihre Beteiligung wird wohl den Zweck haben, von dieser Schillerfeier alles bewußt Protestantische ernznhatten, oder den kerndeutschen und gut »rotestantischen Dichter zur Verherrlichung der 0 romantischen römischen Kirche zu benutzen. Inb noch eine andere Frage drängt sich auf, nämlich, ob nicht einer oder mehrere der großen Gelehrten und hervorragenden Schillerforscher, die den Ausschuß zieren, die Stellung der Ultramontanen zu Schiller gekannt haben? Wenn es dem Ausschüsse nicht bloß auf ein paar Namen ankam, dann hätte er doch, schon um des großen Dichters willen, Vertreter einer durch und durch
Muchas SchNMNiltter.
Dcm Leben nachrrzähtt von Marg. Schlichter.
8 ------ (Nachdruck verboten.)
„Grober Wirt, grober Wirt,* sagte dieser mit der grüßten Gemütsruhe. Dar Erstaunen des also Titulierten steigert sich zusehends. Die beiden letzte« Sätze waren ihm offenbar etwa- ganz Neuer.
„Daß muß Juan ihm beigebracht haben, der faule Schlmgel, den ich i« der Woche weggejagt habe. Aber, mein Herr, Sie werden sich üb'-zeugen, daß 's nichts als Lügen find.*
Das erste war allerdings gelogen, daß aber da- l hte der Wahrheit entsprach, habe ich zu meinem Schaden ersahrn müssen. Die eine Nacht im Hotel zrr Stadt Lagos werde ich sobald nicht vergessen
Ich hatte gcketen, am andern Morgen um Mal vt r geweckt zu werden. Noch halb im Schlaf höre ich et* taute» Bumse« gegen meine Tür. Mit mexikanischer Höflichkeit ruse ich: „Si ©erntet 1" Aber da» Klopfen hört nickt auf Ich springe aus dem Bett und eile an die Tür. Da Keht den» zu meinem größten Erstaunen ein zottiger Hund, der mit einem meiner Stiele! dar Wecken besorgt hat und jetzt vergnügt mit dem Schwänze wedelt De» Spass-s halber fragte ich: „Wieviel Uhr ist eS?* Da läßt er den Stiesel fallen und bellt sechsmal laut und zweimal leise. E» war richtig Mal Uhr. Der vierbeinige Haurkrecht und der vorlaute Papagei haben mir viel Vergnügen gemacht. Beim Frühstück wollte ich mir gern von dem Wirt einige Schildbürgerstreiche erzählen lasse«, denen Lagos fein Renommee verdankt. Aber da kam ich gut an. Himmel, was wurde der Kerl 6ob! Das fei ja teilte Niederträchtigkeit, daß man tue BsterfiaSt so in Verruf gebracht habe. Er fehlte nicht viel, so hätte er wich zur Tür hinauSgeworfen. 3ch ging aber fteiwillig und wandte mich zunächst
Fulda, Mittwoch, dm 29. MSq 1905.
undeutschen und geistig unfreien Partei fernhallen sollen. . . Hier wird die Giftigkeit der Hitze noch durch ihre Lächerlichkeit Überboten. Dre ,Krkuzztg.' bemerkt zu dem läppischen Ausfälle verbohrter Fanatiker: „Wir sind überzeugt, daß die „großen Gelehrten und hervorrapenden Tchillerforscher" im Berliner Festausschüsse sich herzlich freuen, auch zwei so hervorragende deutsche Katholiken in ihrer Mitte zu haben, die über jene Verdächtigungen mitleidig die Achseln zucken werden!"
* Rembnrg a. D»»a«, 28, März 1905. Prinzessin Eugenie von Thurn und Toxis, Witwe des verstorbene» Prinzen Maximilian, ist heute früh gestorben.
* Etwttgart, 28. März 1'05. Graf Kon. stantin von Watdburg-Zetl, von 1874 bis 1887 Reichstaasabgeordr-eter für den 17. württembergischm Wahlkreis, ist 66 Jahre alt zu Meran am Herzschlag gestorben.
(Weitere politische Nachrichten finde« unsere Leser im Zweiten Blatte. D. R)
-««mmw ............................
Sus dem Reichstag.
174. ritznng vom 28 März 1905.
Eröffnung IV/« Uhr.
Die zweite Beratung deS Etats wird fortgesetzt beim Trat der Zölle und^SerbrauchSfteurru
Die Kommftstori hat die Einnahme an3 den Zöllen nm 24 Millionen höher veranschlagt, als der Erat.
Abg. Graf Sanitz (k.) begründete seine Rksvlution bete, die Aufhebung der Zolllrrdite für Getreide und Mühlenfabrikate schon vom 1. Juli 1905 ab
Staatssekretär v. Stengel äußerte starke Bedenken gegen die Resolution und betonte, daß man nicht illoyal gegen die vertra,Sstaaten handeln dürfe.
Abg. Tpeck (Z.) erklärte stch für dieUederweisung der Resolution an die «udgetkommisfion.
In dem gleichen Sinne sprachen stch die Redner der ReichSpartti und der Rnttonalliberalen auS, während Freisinn und Sozialdemokratie stch eutschirden gegen die Resolution wandten, die dem Handel uur neuen Schaden bringe.
Die Debatte trug einen ziemltch schatfeu Charakter und zog sich geraume Zeit hin. Die Entscheidung über die Resolution cttolgt Ott der dritten Lesung.
Der Titel „Zölle- wu.'de nach dem Anträge der Budgetkommisfion genehmigt.
Sine Resolution der letzteren bett. Erleichterung der Kortrolluraßregel für die zollfreie Berwrndung von Bruzin wurde angenommen.
Der Titel „guckerstrurr" wurde nebst einer Reso. lution der Kommission bett. Entschädigung der Süß- stoffhäudler, denen unter Zollverschluß gewesene Süß. stoffoorräie vernichtet worden find, angenommen.
Eine Reihe kleinerer Etats wurde ohne oder ohne erheblichere Debatte genehmigt.
Bei den EtatSabschnitten: Zuschuß zu den ein. maligen Ausgaben de« ordentlichen Etats, Zuschuß des außerordentlichen Etats. Anleihe und Matrikulnr- beiträge referierte der Abg. Speck (Z) ausführlich über die Uedertcagung der Forderungen für Beschaf fung von Waffen und Artilleriematerial auk- dem Extraordinarium in das Ordinarium, über die völlige Beseitigung der Zuschrrßanleihe und die Erhöhung der M ilrikularbeiträge von 24 Millionen aus 77 Millionen.
Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel führte au8, daß es doch seine schweren Bedenken habe, die Ma- trikulm beitrüge über die bisherigen 24 Millionen noch um 53 Millionen zu steigern, selbst wenn diese 58 Millionen einstweilen gefunden würden. Der Rttchs- schatzsekretät bemühte sich. dem Reichstage einen
dem Fiutz mir der berühmten Brücke zu. Die Aaf- scktist, die em Spaßvogel eüts al daran gemacht Huben soll: „Dreie Brücke ist gebaut, nicht um darüber, sondern darunter zu gehen,* habe ich nicht entdecke« können.*
„Und wsS für eine Bewandtnis hat daS?" fragte Martha.
„Wie, Si: tensen das GesLichtche« nicht? Hat eS Ihnen Ihr Herr Gemahl nie erzählt? Sie sind dock nicht etwa Lagoianer, Herr Sollet ?"
Pablo lächelte. „Erzählen Sie nur immerzu. Ich kann mir denken, was Sie sagen wollen.
„Na, denn also. Er war eine große UebrrschAem- mung gewesen und die Fluten hatten die alte baufällige Brücke sortgesvült. Man ließ eine schöne neue bauen und als sic fertig war, fanden die Stadtväter, daß der Stadtsäck-l nicht reichte, selbe zu bezahlen. E« wurde eine Ratssitzung anberaumt, um eia Mittel ausfindig zu machen, wie man die nötigen Gelder beschaffe» könne. Der Rat bestand an! zwölf Mitgliedern, Die sech» ersten find bereits anwesend, setzten sich, jeder den großen, breiträndrrgen Hut neben sich, auf eine lauge Hank. Wo sollte» denn aber die übrigen sechs fitzen? Die Bank war zn kurz. Die sechs erheben fick, setzen ihren Hut wieder auf und beginnen zu dreien an jeder Sette, die Bark länger recken. 818 fie sich dann wieder niederlassm mit feierlichen Miene, wohl versianden, den Hut auf dem Kopie, ist die Bank für alle zwölf lang genug. Und dann beraten fie wegen der Brücke, bis schließlich einer folgenden tfiffigen Bsrscklag macht. Man beite, ein Plakat an die Brücke: „Einen Psso mexik. Taler ei. 3 M.) Strafe zahlt jeder, der die Brücke überschreitet, wenn der Fiüß nicht so geschwollen rst, daß man nicht hindurchwaten kann.* Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen; und die Brücke machte sich bezahlt. Noch schöner ist das Stückchen mit der Erude auf dem Markt. In diese waren bereits mehrere Kinder gefallen und zu Schaden gekommen. In hoch« Messer Raisfitzang wurde beschlossen, die Grude zuzuwerfen. Man tat und entdeckte, daß mar, nebenan
MittelwymM empfehlen, aber er sand nur bei den NattonaMDilen un-> der Rechten (Segenliebe. DaS 3tutrunCTw Freist-migrn und die Sozialdemokraten bleiten an den Borschlägen der Kommission fest.
Die Beschlüsse der Kommisstou wurden denn auch mit starker Mehrheit «-genommen.
Auch die von der Kommisstou höher anzesetztr Ge- rcbmbetetliguug deS Reiches bei der ReichSbank wurde gutgeheißen.
Die weiteren ®tat8 und das EtatSgesetz wurden ohne Debatte erledigt.
Das Hans ging bann noch zu WahlprÜsun,en über. Die Beschlösse der WahlprüfmrgSkommisfion wurden durchweg genehmigt.
Morgen steht die dritte Lesung der Militärgesetze und des Etat? auf der Tagesordnung.
Bus dem Landtag.
M-gvorduetenhanS.
170 Sitzung ssw 28 März 1906.
Eröffnung 11'/« Uhr.
Die erste Lesung dsS Bergarbeiterschutzse- setzes wmde zu Sude geführt und die Bo:tage einer besondern Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen.
«bg S»olff Lis sa(sr. Bp.) teilte für seine Person den Stan paukt der freisinnigen Bolkspartei, daß die Regierung mit der Vorlage nur halbe Arbeit gemacht habe.
Abg. v ZeNitz (freit) hielt eine scharfe Rede gegen die von der Regierung bei dieser Vorlage geübte Takiil. Rach feiner Meinung könne uur die Sozialdemokratie von der Vorlage profilieren.
Abg. Ko-f«my (Pole) b-klagle, daß die Vorlage für Schlesien gar nichts bringe. Dies suchte er im einzelnen rachzuweisen. @r forderte insbesondere dm allgemeinen achtstündigen Arbeitstag und die Beseitigung der Beschränkung deS Wahlrechts der polnischen Arbeiter.
Abg. Brust (Ztr.) bestätigte die gestern etm Abg. Dr. Spahn a - der Vorlage geübte Kritik von seinem Stsndponkt alS Bergmann als völlig zutreffend und wies dies im Einzelnen nach.
Abg. Hilbck (natl.) griff den Minister Möller wegen feiner Bergarbeiterpolttik scharf an, konnte aber nicdt umhin, zuzugestehrn, daß der Bergbauliche Verein seine im Jahre 1889 den Arbeitern gemachten Versprechungen nicht gehalten hat.
Nachdem der Abg. Verster (freit.) gegen die Vorlage gesprochen und der Minister stch turz verteidigt hakte, wurde die Beratung durch einen Schleßartrag beendet und, wie obm erwähnt, Kommisfionsberatunz beschlossen.
Mittwoch 11 Uhr: erste Lesung des Zechen- fti'lrgungSgesrtzeS, zweite Lesung deS Ges-tzeS über die Schadloshaltung deS HauseS Holstein» Glücksburg und erste Lesung der Eisenbahnvorlage.
Schluß 4 Uhr.
Herrenhaus.
34. Sitzung vom 28. März 1906.
Eröffnung l1/« Uhr.
Aus der Tagesordnung steht die StatSberatung.
In der Generaldebatte klagte
Frhr. v. Manteuffel wieder darüber, daß man daS Herrenhaus zu sehr in den Hintergrund dränge und ihm keine wichtigen Gesetze vor dem Abgeordnetenhaus zugehen lasse.
Finanz'! inister Frhr. v. Rheiubabe« tröstete die Herren mit der Zukunft.
Gras Mirbach Laste über daS Anwachsen bet Steuern und bet Sozialdemokratie.
In bet Svezialbebatt e wurden heute mit unwesentlicher Debatte bet landwirtschaftliche Etat, der Forstetat und bet Etat bet Ge- ftüiSoerwaltung erledigt.
Mittwoch 1 Uhr: Fortsetzung der Etatsberatung.
Schluß */«6 Uhr.
ehe neue geschcffen hatte. D ese wurde gefüllt wie die erste und eS gab darauf eine neue dritte Grube Und lo ging eS weiter, brS man die Grube einige hundert Meter von der Stadt entfernt hatte.*
„Nun hören Sie aber auf,* sagte Martha lächelnd. ,W:nn Lagos da» Abdera M-xkoS ist, dann find Sie dessen Münchhausen.*
„Nun, da» letzte habe ich mit erzählen lassen, aber die P-pagttgeschichte habe ich selbst erlebt. Sie werde« noch Erfahrungen mach'« in Bezug auf Reinlichkeit hier zu £ ir.be. Pardon, Herr Duktor, Sie sind doch mcht empfindlich, wenn ich eine Schattenseite Ihres herttichen Vaterlandes berühre. Ich kann Ihnen aber sagen, daß ich spanische Wirtschaft zur Genüge k-nnen geleert bei meinem früheren Aufenthalt in Spanien. Dort ist man noch proper im Vergleich mit Mexiko. Hätten wir nicht an manchen Vogelarten, decken Sie r-ur an die Schare» von Bussards in Vera Cruz, so vorrügliche Gassenkehrer, eS sähe hier schlimm genug auf, wo man ollen Untat und alle möglichen Kadaver a»f den Straßen liegen laßt.*
Hierin mußte Pabio dem Deutschen beipfl chten. Mittlerweile wat der Zug in Txccco eingelaufen. Hier trennten sich die Reisenden. Der Abschied war recht herzlich und Martha äußerte beim Verlassen M Zages den Wunsch, ihren Landsmann recht bald wieder- ga,eben. Es ist sonderbar, wie manche Zufälligkeiten dir Stimmung des Menschen beelnflksien können.
Bella» Bemerkung und die intetrffante Reisebekanntschaft hatten Marthas Gemüt autgemuntert. Der helle Soimnsscheln und die sLöne Gegend, in der str sich befanden, tatet daS übrige und ein Bleck in die lieben Augen ihres Mannes, der heute viel sisscher und wotzler uvssah, schien ihr zu sagen: „Sei nur zusiiede«! Ich bis dein Schutz in diesem fremden Land-, und so viel an mir liegt, ,oll die Zukunft dir noch viele sonnig- Taae bringen.* Marthas wegen machten sie einen Tag Rast i» Dxccco, einem reizend gelegenen Dorf von historischer Bedeutung. Zur Zeit, als die Azteken am reichst-« und mächtigsten mm en, residierte hier der Fürst Netzahoalcc yotle, den man
32. Jahrgang.
Der rufflkh-japan. Krieg.
Auf dem Kriegsschauplatz hat ein Wechsck in den Kommando!^ der russischen Armeekorps stattgefunden. Der Kowmandierende der dritte« Mandschmet-Akmee General der Kavallerie Baro» Kaulbars erhielt das Kommando der zweite« Mandschurei-Armee und wird durch General bet Infanterie Batjanow ersetzt.
Prinz Friedrich Leopold von Prentze« ist am Dttnslag auf seiner Resse nach Ostafie» in Hongkong einzetroffen. Der Gouverneur gab zu Ebren des Prinzen ein Frühstück.
Wer trägt die Schuld? In Paris vrr- lautet nach einem Berliner Blatte, der Lett«c der russischen auswäitigen Politik, Graf Lamsdorfs werde bisher unbekant>te Aktt»> stücke rom Januar und Februar 1904 publizieren, um die japanische Diplomatie zur Erwiderung zu veronlafftn. Rußland will bett Bennis führen, daß Vie Ungeduld Japans die friedliche Rszelung der Differenzen, befonbetl bet über Korea, unmöglich gemacht habe. ES wäre, fo meint man, m den gegen die Fortsetzung brs Krieges wirkenden Kressen schon viel gewonnen, wenn die Diplomaite überhaupt wieder ei- mal tu Worte käme.
Auf der sibirische« Bahn sollte bekanntlich ein zweites Geleise gelegt werb«. Diese Absicht ist jetzt, wir bie.Köln. Zig/ auS Petersburg meldet, endgültig aufaegebtn worden.
Ausland.
* Die holländische Regierung wirb mit der Weigerung Benezueia-, widrrrechtbch gefangen gehaltene hollöndtsche Seeleute frei zu lassen, sich nicht zufriedtu geben; sie beabsichtigt, wenn es nötig würde, energische Maßregeln zu ergreifen, er rwkder allein oder ge- wetnsam mit den andern Mächten, bie mit biet Präsidenten Castro Streitigkeiten haben.
* 3# der französische« Deputierte«- lammet wurde am Montag bie Beratung Aber dir Vorlage b treffend eie Trennung do« Staat und Kirche fortgesetzt. Charles Benoit (Nat.), gab der Meinung Ausdruck, daß das Konkorsat notwendig sei. Man dürfe bet Kirche nicht eher volle Freihett lassen, da hierdurch Frankreich bald gezwungen sein würde, ei» neues Konkordat abzuschlitß««. Boni be Castellons (Nationalist) führte auS, daß der Gesetzentwurf über die Trennung der Kirchs 00« Staat in Wirklichkeit ein Entwurf für die Zerstörung der Kirche durch den Staat fei. Grouf seau (Partei der liberalen Aktion) sprach seinen Zweifel an dem Liberalismus bet Freidenker aus. Er halte dafür, daß daß KulruKbudget eine Schuld des Staates fei, und daß es ebenso lange dauern müsse, wie der Kultus seiber. Redner erinnert daran, daß Ministerpräsident Rouvier jüngst in der Frage der Majorate an die Ehre der Republik und de» Kredit deS Staates appelliert habe, und schloß
den P.°rikleL btt Nzttken ne-rtt, H-rrliche Rttnen von Tnrpsin, Piläfikn neb Aquädukten z-ugen bo» dem Kmstfivn einrg urterg^Mg-ren Bottes, dessen Land mit Unrecht die neue Wrlr genannt wird. Am der Seite ihrer Manner wvnbelie Mariba zwischen all diesen Zeugen längst vergangener Pracht nutz Herrlichkeit, m.d basn ruheten beide im Schatten bet Banalen- und Orange..bäume. Texcccs ist jetzt ein beliebter Somumaujenchalt reicher Leute und hat hübsche Billen mit herrlichen Gartenanlagen. Martha wäre gern länger hier g-dlieben, aber der AnferthaR daselbst wäre für ihre Verhältnisse zu kostspielig gewesen. Am andern Morgen wurde die Reise tort- gesetzt. In zahlreich n Win' angen fährt die Siseu- datzn druck das GebirgSland, das nach und nach den tropischen Eharakter verliert und unsrer heimisch« Alpenwelt nickl unähnlich ficht. ES war eine schöne Fahrt. Dun strunende« Auge enthüllten fich immer wie-er neue Bilder.
„Amoz-cl* tief der Schuffa-r. Hier waren sie am Ziel. Ein höchst primitives Fuhrwerk, mit Reif« bespannt und grauem Leine« übrrzvg-n, brachte fie von der Station zuu> Dsrse gleichen NawenS. Das Haus, in welchem Pablo nit Frau und Kind Unterkunft sand, not eines von den wenige« cm» Stein« gefügten und mit roten Z egeln bedeckten Häusern. ES lag ziemlich am E^de deS Dorfes und gehörte eine« Spanier, welcher der Betriebsleiter eines in der Nähe gelegenenSteinbrvcheS war. Die HsuSfrau hatte schon öfter« Gäste gehabt, die fick in der kräftigen GebirgS» tust vva Amozar erhole» wollten. Mit wahrem Ewlze führte fie ihre Gäste is$ Haut; die hergerichtet« Zimmer hielt dieW-rtin für StaolSräume, nur schade, daß fie daS usierdrückie spöttische Lächeln Martha» nicht sah. Diese cwüfierrr sich über den Farbenreichtum an den Winden, namentlich über die bunt« Bilder, welche schämige KriegSsz-nen dm stellten, über dir geschweckivsen Möbel, welche überdies so Ungeschick aufgestellt waren. Aber dennoch entschlüpfte Marthas und Pablos L ppen ein AvSruf der Verwunderung, als fie die herrliche Aussicht wchrnah««.