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Äa$etgen? w g®. fpaftige petltzeite toten Saum 15 PU. Seklamen die Petitzer^ 25 Psg.; toi wieder Holungen wirb entsy-

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Druck und Verlag tos zuldaer Actiendrncker^ in Zulda (Harmonie, Zernsprecher M° 9

M 71.

Fulda, Dienstag, den 28. März 1905.

32. Jahrgang.

Deuffdies Reich.

Berlin, den 27. März 1905.

* Der Kaiser ist auf seiner Rttse nach dem Süden beute tn Lissabon eingerroffm, wo ihm ein frtsrlicher Empfang bereitet wurde. Die Ankunft in Tanger soll am 31. März er­folgen , wo großartige Borö?reitunaen zum Empfangs veranstaltet werden. Zur Begrüßung des Kutters wird der Sultan seinen Oheim Mulry Lbdelmam? entfrnden, der von dem Minister für auswärtige Angelegenheiten. Abdel- Ettm den Sliman. und dem Großkammerhrrrn, Dnß den Atsch, begleitet sein wird. Die Ant- wort des Sultans von Marokko auf die Anzeige vom Besuch des deutschen Kaisers in Tanger enthält den Dan! für die Ehre; der Sultan de- dauert, wegen Zeitmangels nicht persönlich dort­hin kommen zu können; er hat den Kaid Sir Harry Maclean zum Befehlshaber der marok kanischen Truppen wägend des Besuches des deutschen Kaisers ernannt. — König Eduard sandte an Kaiser Wilhelm nach Dover ein Tele­gramm, in welchem er ihm seine Wünsche für eine glückliche Reise auSsprach. Der Kaiser drückte dem König telegraphisch seinen De»? aus. — Die Kaiserin ist auf ihrer Reise nach Taormina von Genua aus mit der Jacht „Hohen- zollern" mir den Prinzen Eitel Friedrich und Oskar in Begleitung des „Sleipner" und einiger Üal'rnischer Torpedoboote gestern nachmittag gegen 3 Uhr in den Hafen von Mesfixa ein­gelaufen.

* Der Rrichsh»«-haltset«t. Nach den Beschlüssen der Budgelkommisstc-N des Reichstags balanciert der Reichshaushaltketat für 1905 mit 2180167169 M. (gegen 2 241560900 M. der Borlage), er ist also um 61 393 731 M herab­gesetzt worden. Die Anleihe zur Bestreitung einmaliger außerordentlicher AuSaaben beträgt 191 471413 Mark (statt 293 057772 Mark der Vorlage,)

* Die kommende Mottenvorlage um* saßt nach den Aenßerungen des Admirals v. Lirpitz bekanntlich sechs Panzerkreuzer und sieben Torprdobootsdtvlstonen. Der Staats­sekretär des Marinramts hat sich zwar auf dieses Programm nicht direkt festgelegt, aber ■ doch Durchblicken lassen, daß er über diese Forde­rungen tu Anbetracht der Staatsfinanzen nicht hinauSzugehen beabsichtige. Zieht man also nur die Anzahl der Schiffe tn Betracht, so bleibt die vorstehende gekennzeichnete Vorlage bedeutend hinter den Zielen des Flottenvereins und hinter anderen, in früherer Zeit laut ge­wordenen Projekten zurück. Anders verhält sich aber die Sache, wenn man die Qualität der in Aussicht genommenen Panzerkreuzer berücksichtigt. Die »Eisen-Zeitung' ist auf Grund bester In­formationen in der Lage, berichten zu können, daß die neuen Panzerkreuzer erheblich größer und teuerer fr in sollen ab die bisherigen. Es sei auf jeden Fall zu erwarten, daß die nme

Marthas SchloirgemM.

.Dem Lebe:: nacherzählt von Marg. Schlichter.

7 ------ (Nachdruck verboten.)

»Und bann?*

„Will ich mich m der Hauptstadt als Arzt nieder- taffe«. Da» ist von jeher wein Plan gewesen, aber —*

„Aber eS fehlt dir an den Mittel», dich einzarichien, nicht wahr?"

Pablo seufzte und «zählt« von brm schweren Verluste, den er infolge des Echiffrunglücks «litten lato, enb daß der Inhalt der beiden Kisten zur Zeit sei» ganzer Vermöge« gewesen.

„So mußt du möAichst bald für Ersatz sorge«; »rmm di-4 für den Anfang;" damit schob fie ihm eine stelle Goldstücke in die Hand. „Ich werde schon Mitte! und Wege finde«, dir weiter zu helfen."

„Du liebe, gute Tante!"

„Still, still, man mutz doch etwa- tun für sein Patenkind. Nur "icht den Mut vnlieren. All« Anfang ist schw«, für dich jetzt besonders, da du ohne de» Segen bei«« Eltern den Kamps ums Dasein «fnchwcn mußt. So viel ich kann, werde ich fie zu dttsöhne« suchen, was bei dem Charakter deiner Mutt« fürs erste cüS sichtSloS ist, denn —"

Sie hatte eine Bemerkung über ihre Schwägerin Gabriela auf ber Zunge, unterdrückte dieselbe ab«, denn fie wollte doch die Mutter in Gegenwart der Kind« keirerwegS hernntersktzen.

„Roma, Maria Luisa, wir müffea gehe-». Man möchte dich vermissen und du bekämst Unannehmlichkeiten."

„D, danach frage ich nicht viel, Mama schimpft den ganze« Tag. auf etwas mehr oder weniger kommt et nicht au."

„Du sollst dich wenigstens hüte«, ihr Grund zur Rügt zu geben," sagte die alte Dame ernst. Lebt wohl, Kmd«, auf baldiges, glücklicheres Wiedersehen.

Flotte«Vorlage eine erhebliche Steigerung des Deplacements der Panzerkreuzer vor« sieht, da die übrigen Seemächte Fahrzeug? diestS DchiffSiypS meist nicht unter 14000 Tonnen bauen, während der deutsche für 1905 teplante Kreuzer D 11600 Tonnen aufweist. Mit der Berg ößerung des Deplacements werde auch eine Erhöhung der Armierung Hans in Hand g hen. Außerdem soll e‘r.e ganz bedeutende Vergrößerung der noch zu baurtden Linie, schiffe, die 1906 auf Stapel gelegt werden sollen, ge fordert werden. Unentschieden sei noch, ob man wehr den Bau der kleinen Kreuzer oder der Torpedoboote in den Vordergrund stellen wird.

* Jahrbuch der katholischen Etndenten- vereine. Von dem Jahrbuch des VMandes der (nichtsardentrageLden) katholischen Studeruen- vereine ist soeben der zwölfte Jahrgang erschienen. Ber Verband umfaßt danach zurzeit 41 orred­liche und 3 außerordentliche Vereine. Diese zähl­ten am Schluffe dts Wintersemesters insgesamt 1684 aktive Mitglieder und 5152 Alte He-ren; von den letzteren find 1688 Theologen, 1043 Juristen, 956 Mediziner, 513 Techniker und 632 Vertreter dec philologisch historischen und mathematisch-Kat^wiffenschastlichLn Fächer. Die Gesamtzahl dec örtlichen Phi'isterzirkel bk-rägt 118. Die Akademischen MovatSbrätter (Köln, I. P. Bachem) haben gegenwärtig 7021 Bezieh?r.

* Ttrnßbnrg i. 26. März 1905. Die Herstellung der Festhalle für die Katho- likenversammlung macht ersichtlich? Fort- schritte; die konstruktiven Teile sind schon fast vollendet. Die Halle wird tu Holz auf dem Feuerwchrübungeplatze am Steinring.errichtet, mithin in einem T Us der Stadt, der von dem Zentralbah» Hofe wie von den Hauptverkehrsadern der Innenstadt aus rasch und beqmm erreicht werden kann; in der Nähe find die für die Nebenversammlu^gen in Aussicht genommenen Säle gelegen. Die Pläne find von der rühmlich bikannten Straßburger Architektenfirma Kader und Müller entworfen, die Ausführung hat der Unternehmer Jos. S-ockreißer für etwa 25,000 Mark übernommen. Die Halle nimmt einschlich- lich der Emporen eine Gesamtfläche von 3900 Quadratmeter ein. Ihr-- innere Länge beträgt 75 Meter, die Breite 40, die ganze Höhe des Baues im Scheitel der bogenförmi ten Bedachung 15,40 Meter. Die Langseite nach dem Mein- ting sowie bis beiden G ebelseiten erhalten eine Galerie von 7,50 Mir. Tiefe; in der Mitte »er an­deren Langseite b« findet sich die RLdnrrtribüne mit 15 Meter Breits und 7 Meter Tiefe. Nach Südwesten lehnt fich ein als Erfrischungsraum dienender Anbau an, dem aus der ten Seile ein etwas kleinerer Anban für Post und Telegraphen entspricht. Im aartgen sind 6000 Sitzplätze vorgesehen. Dem Nmsrnehmer bleibt es überlaffen, vor und nach dem Katho­likentage die Halle für andere Veranstaltungen zu vermieten.

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Wenn ihr euch in der Hnrpchadt e-ngrwö^rtt habt, komm ich mal zu euch, trotz meiner blwde-r Augea," damit vrrsdsch-edeten sie sich und verstehen to8 Hotel.

Auf ber Strafte wurde Maria Laisa nicht müde, ihrer Tante Pablos Frau und Töchterchen haarklein zu beschreiben, so daß diese schließ! ch lächelnd sagte:

„Es ist toch gut, Kind, daß du mir manchmal deine Augen leihen kannst. Bielleicht kommt einmal der Tag, wo ich dir die meinigen leihen kann. D-ch dar verstebst du nicht. Ich meine nicht die leidlichen Auge«, mit denen man dir äußere Form der Dinge fiehr, sondern die Angen b« Seele. Die gewinnen an Sehkraft, je Mer man wird und je länger man ins LebeL geblickt hat."

Nein, Maria Lüisa verstand das nicht ganz Aber später beiriff fie diese Bemerkung besser. — Pablo war durch den Besuch seiner Tante um vieles ruhig« geworden. Durch ihr großmütiges Geschenk war er einer großen Sorge enthoben, allenfalls durfte « ja auf weitere Unterstützung rechnen. Obschon Martha b« Besuch unendlich wohlgetan hatte, vermochte fie es nicht, ihre trübe Stimmung zu verscheuchen und ihrem Gatten ein heiteres Gesucht zu zeigen. Sie dachte mit stiller Wehmut an ihre Sieben in der altes» H iroat und verglich damit die feindselig gefinnten Eltern P^bloS. Was hatte fie nur getan, eine solche Behandlung zu verdienen? ES war doch nicht ihre Schuld, wenn Pablo seinen Eltern gegenüber nicht offen gewesen war. Er mvchte wohl ihre Gedanken «raten, drus fie zärtlich an fih ziehend, sagte er:

„Du armes, liebes Weibchen. Hoffentlich kann ich dich dereinst reichlich entschädigen für alles, was du jetzt meinetwegen leiden mußt."

Nun konnte fie ihre Tränen nicht mehr zurückhalte».

„Laß gut sein, Pablo, wir gehören zusammen in Freud und Leid, im Leben und Sterbe«. Ach, ich dachte, unser sonniges Glück könne niemals getrübt werden, uvd ich kann mich «icht so leicht an ben Wechsel gewöhnen. Ich batte ja dcn besten Willen, deinen Ellern eine Uebevde Tochter zu sein, und nun diese kalteZurLckwersmrg von btrjnugeH, aus deren Hilfe

Bus dem Reichstag.

173. Sitzung vom 27. März 1905,

NröffMWg 11'/« Uhr.

Die zweite Beratung de? Militäretats wird sortge'ktzt beim Kapitel .Artillerie und Wcffmwesru". Zur D'Skuifion stehen zunächst Titel 1 — Besoldungen — in Berbindung mit Titel 4 — Inspektion der tech­nischen Institute der Jafaurerie und deseebr« und MmntiouFfadrtkeZ, sowie Slapitel -iS Technische In- sritute der «riillerie.

Adg. Znbetl (sozd.) kritisiert- die Zustände in den Artilleriewrrkstätte» und Gewehrsabriten in Spandau.

Abg. Dr. Beckes (Zt) trat dem Redner entgegen und warf den Sozmlsewokraten mit Recht vor, daß fie znm Zwrcke deS Stimmenfangs Nuzufrtedrnheit unter den Arbeitern fäeten.

Abg. Dr. LucaS (natlll wünschte eine beffere Au?< qestalruna der WohnungSfürsorge fSr die Arbeiter in den Werkstätten und technischer, Institute«.

Bon Seiten des Gmrralatejois Etxt v. Armin wurde den Wünschen auf Gehattsauftoflerung sür die Werkmeister für nächstes Jahr Erfüllung zugesazt.

DaS Ltatskapttel wurde bewilligt.

Die weiteren Kapitel und die ersten Titel der ein­maligen Ausgabe;, wurden nach ton Vorschlägen der Budgetkommisflon bewilligt.

Auf eine Anfrage deS Abg v. Etrombeck (Ztr.) hin bemerkte der

KrtegSministsr d. Einm, daß das früher in Vor­schlag Gebrachte Gelände für einen Trupprn-Uebungk- platz auf dem TtchSfelde sich als unbrauchbar erwiesen habe; ein neuerdings augebotenrS andercs Ge« läude werde demnächst geprüft werden.

SS folgte eine Buse; andersetzuns über den Streit „hie Kcupp, die »rhard".

Abg. Eickhoff tfceis. Bp.) verteidigt die Firma Erhardt.

Abg. Dr. Benmer (natl.) trat diesen Ausführungen entgegen.

Kriegsmirkifter v. Einem bestritt, daß Krupp eine Konopolstellung einzeräuwt sei. Weiterhin teilte et e6?it auch mit, datz fich die von ber Firma Srhardt geftelltrn Rohrrücklsufseschützs nicht bsRährt hätten, sowie, daß dir Preise für die Lieferung des einschlägigen Brtille7iep,aterialS wesentlich mrüüxegangen seren.

Abg. Erzbrrger (Ztr.) lehnte es ausdrücklich ab, fich in de» Streit der Firme» Krupp und Srhardt zu mischen. Er verlirngte aber, daß auch seitens der Reichs- bebötben den beiden Konkurrenten gezenüber eine ab, lolnt ueut-ale Stellung eingenommen werde, wenn eS sich um Lieferungen für das Ausland handle.

tLeLud gunz der Beratung des WilitäretatS wurde die Abstimmung übst die zum Trat des RoichSamtS deS Innern eingebrachte» zwei Dutzend Resolutionen vorgesommen und hierauf noch Reste vom Post- und Marineetat erledigt

Zum Marinestat wurde der Autrag Gröber betreffend Streichung der Zulagen für eine Anzahl von Fregattenkapitänen abgelehnt.

LtenStag: Fortsetzung.

Schluß 6-/. Uhr.

Bus dem Landtag.

ULgevrtznrteichiMS.

169. Sitztmg sein 27. März 1905,

Lröffnung IV11 Uhr.

An Stelle des Abg. Marx (Z) wird Mg. Graf P r a s ch m a (Z.) durchMklamstion als Schriftführer gewählt.

Ts folgt die erste Lesung der Berggesetznovelle.

Ministerprafideut Graf Bülow leitete die Ber- handluagen durch eine längere R-de ein. Er wies zu­nächst den Vorwurf, daß die Novelle über die Berg- arbeiterverhältAiffe ein Notgesetz, ein B?rlegeLheit?gesktz sei, als unbegrSndet zurück, da bereits vor Ausbruch

wir doch zunächst arsgewiefen find Ader ich will mich tapfer hatten, d:eseS Land trotz allem z« meiner zwellen Heimat machen. ll:>d du wirst mit deinem kleinen, deutschen Frauchen znf-iede». sein kösnen."

Sm andern Morgen brsticzerr fie den Zog, der fie ins Hochgebirge bringen sollte. Ihre Reisegesähtten waren eht Her? ur-d eine Dame, suzenscheinüch Mexikaner, und im l-tzten Moment stieg noch ein Herr ein, von großem stattlichen Körperbau mit langem, blonden Haupthaar und blauen Augen.

Wchrschernttch ein Deutscher, dachten Martha und Pablo, wahrschrinlich eine Deutsche, dachte jener von feiaem blvndm Gegenüber, rmd jeder hing seinen eigenen Kedsukeu noch. Pablo blickte auf die Türme feiner Vaterstadt, solange fie sichtbar waren, Martha kämpfte mit dem HeiVweb «ach ihrer fernen deutschen Heimat und gedao te der Zukunft, die fie fich einst so rofiz auSgemalt, die jetzt tote eine öde, trostlose Gegend vor ihr lag. Klein Bella» Etimmcher-, die aus d r Schbank stand und mit großem Interesse alles musterte, zerstreute mit einem Male das düstere Gewölk, wie der heitere Sonnenstrahl den Nebel durchbricht.

„Sieh mal, Mama, ist das das ßoßr "Wasser, woraus der Torch alle die Unter holt. Die find aber svn ssß, die können fein ptmmen."

Der Zag hielt gerade auf einer Brücke über einem Fluß, in welchem eine Anzahl Jndianerkincer schwommeo. Einige hielten den K>pf in die Höhe und fingen geschickt mit dem Munde die Kupfermünzen auf, welche die Reffenden ihnen zuwarfen. Durch ihre Geschicklichkeit bewiesen fie, daß fie Hebung in dieser origimllen Art von Bettelei batten. — Bei BellaS Worten ging ein prahlendes Lächeln über daS Gesicht deS Fremden. Auch er warf jetzt einige Münzen anS de« Fenster, was die Kleine in helles Entzücken versetz e.

„Die Httrschaften find wohl Deutsche?" fra^t er Pablo, der nicht sehr zum Sprechen aufgelegt, ging jedoch MarthaS wegen cüf die Unterhaltung ein. Sie hatte fich ja immer so gefreut, wenn fie aaf der wetten Reise die Laute ihrer Muttersprache gehört hatte.

deS großen BergarbeiterstreffS von der Regreruna et* derartiges Gesetz geplant gewesen sei. DaS schwiettge Problem, dir kartellierten K-rpttalSkröfte und die Te- werkschaftsblldueg ia den richtige», durch daSGrmei» wohl gezogenen Grenze» zu halten, sei nicht, wie es die Unternehmer wolltet», unter möglichster Ausschaltung toS StaarS zu lösen, sondern der Staat müsse serne schützende Hand auch auf diesem Nebiet walten loffeu. Redner krilrfittte die verhetzende Tätigkeit der Eoziate demokratis bei dem Bergarb'iterstreik und wandte fich gegen dicAoffaffnrrg d« kireis« toSbergboulichen Bereute, daß eS zu einer völligen Nieder läge der Bergarbeiter un» der Sozialdemokratie geführt haben würde, wenn die staatlichen Organe fich nicht um den Streik gekümwe« hätten.

Minister Möller beglündete die Vorlage tm ein- zrlnen.

Abg. Schiffer (natl.) machte es der Regierung zu» Borwulf, daß sir die Bor age fchon während des Streiks eingebracht habe. Ter Staat habe sehr ern- seitig für die Arbeiter und gegen die Arbeitgeber Partei gevommen.

Abg. Dr. Hirsch (frets. Vp.) sprach sich für .die Vorlage aus. ..

Abz. Dr. Spah« sprach fich ebmfalls sür d« Vorlage an5.

Dienstag: Weiterberatung.

Schluß « «5 Uhr.

Der Herr stellte fich pI* Jng?mevr vor, der in der Nähe von Los AguaS Cal'eateS eine Brücke baute. Er war zum Gesuch bei einem Freunde in Puedla .,ew:kn Er hatte M xffo ?-ach jeder HrmmelSgeg»« durchrkist und wußte feine Erltdmffe in r cht urwüch­sige.- und drolliger Weise zum besten zu geben. Bald trug et allein die Kost-n der Ur-ttthaltung. Er habe von Los Azuas Calienles aus einen Abstecher nach Lagos gewacht. Dietz Avdera MexckoS habe er doch ler nen lernen Nüssen. . „

„Und Sie find wohl sehr enttäuscht wordeu, meinte Pablo; „Lagos ist uiwt anders tote die meisten alten Städtchen M-xttos, die noch wenig von 6« Kultur berührt fi?d; und die Schlldbürgerstr^che, dte man ihm nacherzählt, beruhen doch wohl größteuterl» auf Echadung." ,

„Na, der Gasthof, in dem ich abgestiegen bm, es ist übrigens der einige rm Städtchen, der diese Be­nennung halbwegs verdient, ist schon eine Spezraltt« für fich. Hören Sie nur, wie eS dort hergeht. Dv- „Gasthos zur Stadt Lagos" ist ein graues, niedrig«, zweistöckiges Gebäude, doS gerade keinen sehr em- ladenden Eindruck macht. Die Magd, welche anS einem Ziehbrunnen vor der Tür Wasser schöpfte, glaubt« ihrem Aeußern nach mit der edlen Gottesgabe sehr sparsam umgehen zu müssen. Unschlüssig, ob ich ent« kehren oder Kehrt machen solle, stehe ich »och draußen, als der Wirt in der Haustür «scheint. Auf seine Frage: „Kann man hier für gutes Geld gutes Unter­kommen finden?" nötigt et «ich toreiii:

„Versteht fich, Senser, feine Weine."

„Seine Weine," echot ein großer, grauer P-P-gri, ber ist Zimmer auf einer Mange hockt.

Und dann leiert er weiter: „Gute Küche, bequeme Betten. „Hören Sie," sagte der Wirt und deutete mit der Haus nach dem Sprecher.

„Boller Flöhe -" -

„Na, tos verdutzte Grficht des Wirtes HM« Sie sehe? müsse«. Wütens eite er auf feine« Be­leidig« zu.

(Frrtfrtzuvg folgt.)

Herrenhaus.

83, Sitzung vom 27. März 1905.

Eröffnung 2 Uhr.

Prcstv°nt Fürst «uyphsnfeu macht Mitteilung^« über dr« Uwfanz der dem Herrenhaus letzt vorltegru- den BrrhandlungSgegenstäud?. Bet der ®*.Kbrwg««J der Bergwerksvorlagen an las AbgeordmtenhauS i« die Kompetenz des Herrc«hanfr§ durch dte Staatere. «ierung nicht gewahrt worein. __

Freiherr von Mauteuff-l und Ooerbürgttmeistrr Becker (Köln) stimmten bie|et Aeffaffung zu; morM« bet der EtatSberatung werde tSeteLenhert sein, geuauer aus düsen G-genstsud eirzu':Khen. .

Dte Änwsseride» erheben sich zum Nnreuken to» verstorbenen Mttzltedes deS HaufeS Grafen von Pfett- BurghauS von ihren Sitzen. ...

Sine größere Zahl netter Mitglieder ist lU das HenenhanS neu einverufen; d-e heute erschrmenen M«- glirder Haden den Eid auf die Bttfaffung schon bet andern Nelcgenheitrn geleistet.

I» etemalissrr Schlußdtratung wird der Gesetzent­wurf bitt, dir AenLerung der tSxerichtSb-^irke Alte

Laudrbrrg und Llchtenbeis (Berichte- statter Dr. Liters bech) unverändert ßtitebmißr, ebenso gelsugr zur »ahme die Bor läge bete. (S-rsttetucg des Stadtkreises Dortmund und des StadttreiseS Königsberg.

Dte EtaatSverträse zur Regelung der Lotten«- veihSltniffr zwischenPreußen und Mecklenburg- Sk>.w«in, Micklenburg-Strelitz ur-S Lübeck wurden vach .u^c Begründung durch den FtuanzAttxister Frhr. v. Rh««- habe« angenommen. _ „ , _____

Dte Dmkfchrist betreffend dte N.-si dkluuKsko«- misfiou wurde ohne Debatte durch KennLiSnahme er-

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DaS tzauS befchäftizte fich dann noch mit Pete- ^^Me Petitionen von Portiers der preußisch.hesfisch«» Staatsetsrvbaßuen um Erhöhung tos Gehatts dieser »!°a-tenkl»ffc auf 1C00 dis 1500 M.,.von Bahnsteig- schaffser» um Erhöhung ihres Gehalts auf ebeufauS 1000 bis 1500 M.. und die von HtlfSbahnstetgschaffnern um günstia-re Besördrrunssverhält-Me dieser Beawteu- klaffe werden auf Vorschlag der EtatSkommisfion — Referent ist Oderbürzrrmeister Knobloch — de. mr gierung alS Material Ltor-oiesen.

Damit ist dte Tagesordnung erschöpft.

Nächste Wtzuus: Dtenktag 1 U te (Etat).

Schluß 4'/. Uhr.