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ttud nnb Verlag bet SulSaer Mctieabrndertf in $nlba (qormenie). Zernsprecher Nr. 9.

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Fulda, Montag, dm 27. März 1905.

32. Jahrgang.

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Dem Leben nacherzählt von Marg. Schlichter.

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woher stammt -er Name Lloyd?

Der Name Lloyd hat eine Geschichte, die über mehr als zweihundert Jahre zurückretcht. Tin Edward Lloyd war Wirr eines Caf«S an der Lower-Errret in London, das zuerst 1688 erwähnt wird. Bei ihm verkehrten namentlich Kaufleute, Reeder, Kapitäne, und der findige Wirt wußte sein Kaffeehaus bald zum Sammel­punkt dieser Kreise dadurch zu machen, daß er die von seinen Tasten erfahrenen Mitteilungen über Schiffsankünfte, Abfahrten usw. mit Kreide auf eivrr großen Tafel verzeichnete, die er frei im Lokal auShing. Da die Kaffeehäuser damals auch die Sammelplätze von Anhängern der ver­schiedenen politischen Parteien warben, so nutzte Wward Lloyd auch dies auS und gründete 1696, nmhdem et schon 1692 sein Eaf« nach der Lombard-Street verlegte, für seine Gäste eine Wochenschrift: „LloydS News", die neben maritimen und merkantilen Nachrichten auch polüische Artikel brachte. Dies aber wurde ihr Verderben. Die keineswegs vorstchtige politische Haltung des Blattes führte dahin, daß eS schon bald von der Regierung unterdrückt wurde. DaS Bedürfnis nach einer speziell den SeefahrtSin- tereffen dienenden Zeitung war aber einmal vor­handen, und so erstand das Matt 1726 auf- neue, diesmal unter dem Namen „Lloyds-List", hielt sich von allen polittschen Fragen fern, wandte fich aber dafür dem neu aufgekommenen Zweige der Seeverficherung zu, deren Vertreter sich besonders bei Lloyd zusammenfanden. Dar Unternehmen blühte jetzt rasch empor, 1774 mußte eS seinen Sitz in die Räume der Haupt- börse von London verlegen, wo es noch jetzt zu flndeu ist. Der Kriegslärm, der von 1775 ab fast 40 Jahre lang ziemlich ununterbrochen die Welt erfüllte, war dem Institut insofern günstig, alS er Seeversicherungen von allen Weltteilen

Fortwährend

«eh«en alle Postanstalten, Landbrief­boten, ZeitnngSträger nnd unsere Sxpe- bitten (Harmonie)

SkSklmnge« arf das 2. Äiitiel 1905 der,Fuldaer Zeitung* zn« Preise von 1 Mark 50 Psg. (ohne Bestellgeld und Bringerlohn) entgegen.

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gute Junge von früher bist, so würde ich dich nicht ausgesucht haben. Damit will ich aber nicht sagen, daß du recht getan, denn die Autorität der Eltern darf von den Kindern niemals übergangen wurden. Aber ich bin nicht gckommen, dir Borwürfe zs mache«, sondern dir zu raten, dir zu helfen. Aber laß nnch vorher deine Fra« und dein liebes Töchterchen be­grüßen. Ach! könnte ich sie nur einmal sehen!

„Ja Tante, du glaubst nicht, welch liebe»,■ Frauchen meine Schwägerin ist, und die Kleine m rein zum Aufiff«," rief Maria Luisa, die beide Mch in- Herz geschlrff« und fich so ziemlich mit ihnen verständigt hatte. Martha konnte fich ndmüch Mu genügend im Spanischen unterhalten. Für dieses Wort küßie Pablo seine Schwester und hatte Mcht Worte des Danke» genug, daß sie die Tarne de-

Permiidifes.__

[] Jules"Berne," dH" bekannt! Schrift pellet, ist am Frerlag nachmittag in AmienS gestorben. Berne, beste» phantastische Romane (»Reise vach dem Mittel« yuntt der Lide', „Reise um de» Mond", Zwanzig« tausend Meile» unterm Meer" und viele andere) die Zahl von hundert Bänden weit übersteig« und in d« ganzen Welt gelesen werden, ist 76 Jahre alt und seit

hatte ihn doch schon länger mit heimlicher Sorge be­obachtet. Und gerade in diesem Augenblicke sagte fie fich, wie leidend er auisehe und bange, trübe Ahnungen trichen ihr die Tränen in die Auge«. Obgleich er durch die Berheimlichung ihrer Ehe seinen Ettern gegen­über schuld o« der jetzigen traurigen Lage war, so hatte fie doch kein Wort der Vorwurfes für ihn, viel­mehr bemühte fie fich, ihm auf die zärtlichste Weise ihre Liebe zu beweisen.

„Ja, Martha, wir »ollen nicht verzagen und auf de« Himmel hoffen. Habe ich auch meinen Elter« gegenüber gefehlt, so macht mir doch mein Gewissen keine schlechten Borwürfe. Wir wollen also unser Geschick vertrauend in die Hand Gottes legen," sagte er, fich gewattsam ausroffend.

In diesem Augenblick wurden Schritte auf dem Flur hörbar und die Stimme des Kellners, welcher sagte:

„Klopfen Sie nur an Zimmer Nr. 11. Der Herr und die Dame find beide da."

Gleich daraus öffnete fich die Tür und Maria Luffa trat ei», eine ältere Dame an der Hand führend. Sie war eine hochgewachsene Erscheinung mit feinem, blaffen Antlitz, dem der schwarze Spitzenschleier-über dem weißen Schettel einen eigen-« Reiz verlieh. Und dieser Reiz wurde nicht geschwächt, sondern erhöht durch den Umstand, daß die großen, dunklen Angen licht- und glanzlos umherirrten. Sie hatten ihre Sehkraft verloren. Ja, die Majestät des Unglücks, welches über diese» schöne Antlitz aurgegoffen war, die stille Wehmut und Ergebung, die au» ihren Zügen sprachen, hatten etwa» so Ergreifende», daß leder, der fich ihr näherte, angezogen wurde von der stillen Dulderin. >*• /■*">' ,

.Tante Guadelupe," mit liefern «u»ruf warf Pablo fich in die «nee der alte« Tante. „Wie gut, daß du gekommen bist!" ie „

„Mein guter, lieber Junge!" «ud ihre weiche Hand strich über seinen Schettel, indeß fie zärtlich seine Stirn küßte.

„®o verurteilst du mich nicht. Taut»?"

„Hätte ich nicht sicher gewußt, daß ba noch der

gleitet habe. , u ., , ,

„Nicht fie hat mich beglettet, sondern uh habest- begleitet," sagte Donna Suadelupe lächelnd, „ich HA- e» ja für immer mit ihr verdorben, wenn ich u^t heute abend noch zu euch geglwgen wäre, wa» ij eigentlich erst morgen tu» uwllte, da ich, selbst von sorglicher Hand geführt, nicht mehr gern de» abend» aus die Straße gehe." _ *

„O Mama lieb habe», hörte fie i

Sümmchen, und ein Paar Heiner Fidrstl^ M aus ihrem Schoß herum. Sie hob das Kind zu sich empor, herzte und küßte e» und erobrrte fich tm Sturm da» Herz der Kleinen durch eine Tüte Süßigkeit«.

.Wa» gedenkst du für die nächste Zeit zu tun? fragte Donna Guadelupe ihren Neffen. . x

„Ich will zunäckst mit Fr« und Kind tt» gebirge gehen. Eine Abhärtungittur in einer etoe» rauhen Gegend wird für »ns alle von Nutzen««, damtt wir dem Einfluß de» rapid« Tempe^nr- wechselt in unser« warmen Klima beffer Ww«stm» leisten können. Ich kenne von ftüher ein DSrfch« in der Sierra de la» Lruze». Dorthin «oll« w« «org« geh«. St liegt hoch, aber geschützt. ®a» L«b« dort ist billig und wir hab« da, wonach ich «üchangncklickiichsehr sehne,Nnhe^chGinsauckeit."(F.s)

Und da fie ihm nach der laug« Trennungszeit nicht einmal eine Umarmung gönnte, so hätte er sich die Mühe sparen können, in rühr«d« Ausdrücken um Verzeihung zu flehen. Seine Mutter antwortete mit einer Mut von Borwürfen. Er hörte nur da» eine heran», da» Elternhaus blieb geschloffen für sein Weib Md Kind.

„Hast du d«n gar nicht» in der Sache zu sag«, Baier," wandte Pablo fich an diesen, der in Rat­losigkeit dabei stand. Nur seine äußere Auflegung verriet, daß diese Angelegenhett ihn nahe genug berührte.

„Ich bin der Bater nnb da» Haupt der Familie, aber wenn deine Mntter deine Frau nicht in da» Hau» ausnehm« will, so kann ich nicht» dasür."

®r fast mitleidiger Blick streifte die hagere Gestatt de» alt« Manne», dann war Pablo zur Tür hinaus. Aus de» Flur wmde er aufgebattm. Zwei weiche Arn» legi« fich um fein« Hals nnb eine zärtliche I Stimme sagt leise:

„Armer, armer Pablo, ich halte zu dir, sag', wo ich dich stad« kann."

Pablo hielt die Gestatt von fich nvd schaute fie ein« Aug«blick prüfend an.

„BP du'S wirklich, Matta Luisa, mein liebes Schwesterchen? O, wenn du kommen wolltest, welch ein Trost wäre da» für M». Wir find im Hotel DWg«eiar," damtt stÄmte er auf die Straße. Nach­denklich hielt er die Hand an die Stflne, al» ob er ßch besinne, daß nicht alles ein Traum fei. Rein, er «ar verstoß« von der Schwelle feine» Elternhäuser, wie ein Rmhtwaudler ging w durch die ihm

nach Sroßbritannirn zog und so wesentlich zu Lloyds rasch fortschreitender Entwickelung bet- trug. 1836 wurde die bis dahin wöchentlich erscheinende .Lloyds List' — nebenbei bemerkt, nächst der .London Gazette' die älteste euro­päische Bettung — erweitert unv ergänzt durch die glttchsalls von Lloyds herauSgegebene -Shipping and Mrrcantile Gazette', die sich zum bedeutendsten maritimen Organ der Welt entwickelt hat. Daneben erscheint noch »Lloyds Wsrkly Shipping Index', der nicht nur kurz den Wochentnhalt der »Shipping Gazette' an Schrffsunsällen resümiert, sondern auch eine Liste über den augenblicklichen Ausenthalt aller übet See fahrenden Schiffe von mehr als 100 Reg.-Tons (Küstenfahrer ausgeschlossen) enthält. Seit 1834 betreibt das Unternehmen getrmut von der Versicherung auch die Klasfistkation von Seeschiffen und gibt als solches »Lloyds Register of British and fotrign shipping' heraus. Ihm wurde 1867 der „Germanische Lloyd" nach­gebildet. Er entstand auf Veranlaffung und unter Mitwirkung der Bremer Reederei«, um die Klassifikation deutscher Schiffe von England unabhängig zu machen. Ferner finden wir den Namen Lloyd in zahlreichen Lktteugeseüschaften, deren Zweck in erster Linie mit der Schiffahrt in Verbindung steht. Hierbei wäre zunächst der Norddeutsche Lloyd in Bremen zu verzeichnen, der seit seiner 1857 erfolgten Gründung welt­bekannt geworden ist und eine der größten Reedereien der Welt ist, sowie die Lübecker kleine Reederei Hanseatischer Lloyd, ferner der Oesterreichische Lloyd in Triest, der Rotterdam« sche Lieyd in Rotterdam, der Lloyd Brazileiro in Brafilien. Als Schiffsklasfifikaitons- und Brrficherungsgesellschaften find nächst dem Ger­manischen Lloyd in Berlin zu nenn«: der Rheinisch-Westfälische Lloyd in M.-Gladbach und der Russische Loyd in Petersburg. Zu er­wähnen ist schließlich noch eine Zeitung: ,Der Ostasiatift e Lloyd' in Schanghai, welcher rührig und tätig für die deutschen Handels- und Schiff- fahrtSintereffen in China eintritt.

Derjenige, bet diese Bereine zusammen,-zählt hat» ge­hört selbst 20 derselbe» an. In Winterthur lammen auf 18000 Seelen 160 Vereine " Der hervorragende Bolksmffsionar P. Max Kltnckowström meinte mit Be­zug auf die BereinSmeierei bezeichnend: „Alles gründet jetzt Bet,ine. Ich werbe auch noch ein« solchen gründ«» einen Verein zur Beobachtung bet Gebote GotteS!" Ich will also bet BereinSmeierei durchaus nicht Vorschub leiste», aber ebenfo entschied« muß ich beton«: Wir brauche» in unserer Zeit Vereine auf polttischem. sozialem und teli|l6|em Gebiet. Wenn wir uns Verein« anschließen» da»» an erster Stelle solchen, die für unser politische», reit- giöseS und soziales Leb« notwendig find. «S genügt nicht, einem Vereine beizutretm» sonden» man muß auch in demselben tätig sei». Beschränken wir uns in der Anzahl der Vereine, d««n wir angehören, aber fei« wir eistige Mitglieder dieser wenigen. DaS Familienleben darf und'soll nicht leide» unter bet «ereinstätigteit. (Sehr richtig I) Wenn der Mann vor lauter Vereinsmeierei überhaupt nicht mehr Zeit findet, fich nm seine Familie zu be- kümmern, bann mitten die Vereine degenerierend. (Seht richtig!) Auch diese» ist in scherzhafter Form in dem genannten Büchlein illustriert i» einem Gespräche, welches die Hausfrau mit ihrem Manne hat. Sie sagt eines TageS am Abende zu ihm: „Willst bu heute nicht zu Hause bleib«?" „Tut mir «nenblich leib, aber ich kann nicht, ich muß i» be» Verein." .I» d« Betet»? Warst ja erst gestern im Verein!" „Das »ar betGe- sangvetein, nnb heute habe ich Ktiegerverein." „Wie schade, ich hab, mich so gesteut, mal einige Stunben mit bit verplaubetn zu können • „Später, mein Schatz, später. Heute kann ich unmöglich." „Willst bu mir den» versprechen, dich morgen abend deinem Heim zu roibmen?" „Morgen, morgen — ja, morgen hab« wir Borstanbswahl in bet Schützengilde, ba darf ich unter keinen.Umständen fehl«." „Gestern Betet», heute Verein, morgen Verein!" eifert fie in gerechter Entrüstung. „Hast bu diese Woche nicht etwa nocy ein« Bereinsabend ?" „Ganz recht, mein Kiab, Kegelklub am Samstag." «in anderer Vereiusbtubet schUbert selber bie Aufgaben, bie er in b« verschieben« Vereinen zu leist« hat, folgendermaßen: „AlS Deutscher bin ich im All­gemein« deutschen Verband, al» Freifinnigrr im Be- zirttvetei», alS Gegner deS Antisernitenveteins im Benin zur Abwehrung bei Rassenhetze, als human- denkender Mensch im Verein für Ferienkolonien, alS Kaufmann im Verein zur Hebung be» SewetbefleißeS, als vergnügter Mensch im Verein HilatitaS, alS Sozial« Politiker im Verein gegen Verarmung uub Bettelei, als Schütze im allgemeine» Schützrnbuud, alS Turner im Tumverein «ichenktanz, al» Waffetfteunbim Ruber­klub. eI8 Tourist im Tonristenverein. Jeb« abenb muß ich zwei bis drei VereinSfitzunge» beiwohn« und jährlich 418 Mark Beiträge, ohne bie Nebenkostw, zahle». Meine Frau gehört bitt wohltätigen Frauen- vrteiniguugen uub vier Kränzchen au, so daß fie butch« schnirrlich jeben abenb besetzt hat. Meine beiden ältesten Söhne nehm« in zwei Schületvetbinbnng« eine vor­fitzende Stellung ein. Die ander« Kinder pflegen fich abends mit dem Dienstmäbche» zu unterhalt«. Die vier HanSschlüffel sinb immer im Gebrauch. Nacht» um 2 Uhr pflegen wir aber alle zu Hause zu sein." (Stoße Heiterkeit.) Ich habe biese etwas humoristische Form gewählt, um Sie aus ba» „Zuviel" hinzuweisen, wie eS leibet Gotte» auch bei uns hin nnb roiebet vor. kommen soll. «btt bie Cache hat eine sehr ernste Seite. An erster Stelle ist e» unsere Pflicht, bie wir al» katho­lische Männer hab«, un» auf ein weis,8 Maß in bet Benin8tätigkeit zu beschränken. Da8 ganze Vereins- wese» soll vor allem ben großen Zweck haben, ba8 religiöse, soziale unb Familienleben zu erhalt« und zu fördern. Der Mau» darf nicht vetgeff«, daß er in seiner Fam lie einen Benin hat, der ihn am meisten angeht, zu drffen Vorstand Gott ihn bestellt hat. Dazu soll er im Vereine angeregt werd«, daß er diesen Verein seiner Familie gut leite und regiere.

einiger Zeit völlig erblindet gewesen, Er hatte ie Amiens ein großes Haus, bereiste die Welt, so lange et sich ihrer zu erftenrn vermochte, auf einet schön« Nacht, schrieb ober seine Atbetten alle in einem ein* fachen kleinen Zimmer, einem richtigen SchLtetzi«»«, in den Morgenstunden von vier bis elf. — Dertaifer- lich deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat v. Wow, erhielt heute übet Brest durch Fnnkeutelegraphie etw Depesche Kaiser Wilhelms, durch dredieserbe-wf. tragt wird, den Angehörigen Jules Berne» da» allerhöchste Beileid auSjubtüde» mit bem »elfüg«, daß der Kaiser in seiner Jugwb fich an den Werten des verstorbenen Schriftstellers stets besonders erfreut habe.

* Ein harter Schädel. Bauet (beim Dresch« zu einem der Knechte): „He, Mich'l, tu' Den»' Kops net allweil so weit vor! . . A' so a' Dtefchflegl kost' a' Geld!"

♦ An» der Schale. Seiftet (in der Geschütz»« stunde): „Kannst du mit noch ein« beim Bolle so recht beliebt« Mann nennen?" — Schüler: „Der Gelbbrieftriiger!"

♦ Wink. Onkel: „Du wirst doch hoffentlich da» Examen bestehen?" - Student: „Arbeiten tu' ich genug; wenn einen nur nicht immerfort die Leut, die Geld haben wollen, stört«!"

* Heber Dereim meieret

" Vor einiget Zett hat tm Breslauer ZeutrumS- verein Pfatter Dt. Betgel einige sehr ergötzliche, aber auch sehr ernste Bemetkungeu gemacht. Nach der .Schlei. Bztg.' äußerte et u. o.: Ich unter« schreibe vollkommen das schon oft gehörte Wort: Wit habe» zu viel Bereine! Ich möchte Ihnen da zut Jllustnernng ans einem klein« Schttstchen. das in Württemberg erschienen ist, ein Beispiel au8 einer Hebt« schweizerischen Stadt vvtlegen. Der Vetfaffet sagt: „In einem schweizerisch« Städtchen von 2000 Einwohnern besteh« folgende Bereine: (Ich will fie nicht alle votlef«, ober das will ich Ihnen vertat«, daß e8 nicht weniger als 80 find.) Da existier«: Beteranenvetein, Jüuglmgsverein, Leichenwagwverein, Konservativer Verein, Liberaler Betet», Konservativ- demokratischer Beretn, Bauernbund, Männervetetn, Gesangverein Konkordia, Gesangverein Konstantia, «äcllienverein, Evangelischer Frauenchor, Stadtmufik. verein, Otchesterverein, Feuerwehrverein, Turnverein, Fischerverein, Lesrverein, Jagdverein, Donnerstags« gesellschaft (jedenfalls am nötigsten), Grmüsebauverein, Verein für Gemütskranke, Bölleufladenverein, usw.

Martha mit peinlicher Ungeduld auf fein Wiederkommen wartete. Ein Blick in da» verstörte Antlitz ihre» Mannes sagte ihr genug.

„Es ist alle» aus," damit ließ et fich verzweifelnd aus ein« Stuhl nieder.

Unterdessen befahl Donna Gabriela ihr« Töchtern, fich umzukleid«, um mit ihr zu den Flore», so nennt man auf spanisch die Maiandacht, zu gehen. Maria Luisa schützte Kopfschmerzen vor und blieb zn Hau». Ihre Schwester« putz;« fich und schloffen fich der Mutter au. Stolz und stattlich mit hocherhobenem Haupte schritt fie inmitten ihrer beiden Töchter dahin. Sie tat sich ordentlich etwa» zu gut darauf, daß fie feft geblieben war und itze ganze Charatterstätke be­wiesen hatte. Bor Beginn der Andacht hatte Donna Gabriela Zeit, eine Portion Vorau» zu beten. Ihr« dick«, großen Rosenkranz in der Hand, betete fie gedMkwlo» ein Ave nach dem andern, denn beten konnte man diese» Gemurmel kaum nennen, sonst hält« die einzelnen Geheinmifle ihr zu d«k« geben müff«. Hat doch derj«ige, der die Milde selbst ist, sein« Feinden am Kreuze vergeben und gelehrt, daß man nicht siebenmal, sondern sieb »zigmal verzeih« mfiffe.

Pablo saß noch immer vor sich hinbrütend, d« Kopf auf die Hand gestützt. M«tha, der da» Herz zum Zerspringen voll war, überwand ihr« eigenen Kummet und suchte ihm tröstlich zuzureden. Er aber schi« fie gar nicht zu hör«. Nut ab und zu hob et die Augen und sah fie mit einem tiestramig« Blick an. Ihr, die seinetwegen Heimat unb (Elfern ver­lass« hatte, bläffe er ja nicht sag«, wie fehl die Sorge nm die Zukunft auf ihm laste. Rach dem Set» lust, d« fie durch d« Schiffbruch erlitt« hatten, war er nicht imstande, fich sogleich eine Existenz zu gründen. Unb noch weniger mochte er ihr sage», wie schlecht et fich fühle und daß Befürchtung« schlimmster Art in Bezug auf seine Gesundheit in dieser Stunde mit doppelter Schwere ihn bedrückt«. Al» Arzt wußte er, w«i dieser kurze Hust«, wa» dir anhaltend« Bckl«nmng« zu bedeuten hatten. Aber Martha, w«Agteich fie die Roi«r seine» Leid«» nicht konnte,