HultzaerM Zeitung
j.SStohTS»«- Wochenbeilage:„IllustrierteZonntagzzeitung"
r Monatrbeilage: „Fuldaer Geschichtrblätter^^.
verantwortlicher rchristleiter: A. Wetzl«
fettetet tI«Nch. mit iMttM ter ran» n> zeierta-e. Viertel' ItttlbegnilRtei« ohne vringeriohn mb* veßelseteiBLNldauntz rKs»«rt»l«.S»pf§.
Xnjefgen: vte *« teBiti-e petttzeSe ater deren Raum |5 M. Refiamei die petitzekle 25 Pfg.; bei Vieter Holungen wird eutjur.
Rabatt gervLhrt.
vruck 116 Verlag ter Kulteer Retten brnckerri in gilb« (Harmonie;. Fernsprecher Hr. 9.
*
Fulda, Montag, den 27. März 1905.
M 70»
32. JahrgMg.
Krstes Matt.
. Deufldies Reich.
verlijn, drn 25. März 1905.
♦ Kaisirbefnch in Tanger. Nach iem offiziellen Fahrplan des Dampfers »Hamburg- ist die Ankunft drS Kaisers in Langer auf den 31. März 8 Uhr vormittags festgesetzt. Nach vierstündigem Aufenthalt erfolgt die Weiterreise nach Gibraltar. Die Ankunft in Neapel wird für den 5. April abends erwartet. Zum Empfang Kaiser Wilhelms errichtet die englische Kolonie in Tanger, wie »Daily Mail' von dort meldet, einen Triumphbogen. Der Besuch deS Kaisers erregt unter der eng. ltschen Kolonie die größte Begeisterung. Die ftanzöfifche Kolonie hat fich über ihre Teilnahme «och nicht entschieden. ES ist aber auch ihre Teilnahme zu erwarten, da anscheinend auch die französi chr Regierung als Schutzmacht vertreten sei» wird.
* E mgr Blätter haben davon gesprochen, daß der neue Minister deS Innern von Bethmsnn Hollweg. deffm Ernennung der ,ReichSan,eiger' bekannt gibt, mit dem Kaiser zugleich in Bonn studiert und Mitglied des Korps Borusfia gewesen sei. Dies trifft indeffen nicht zu. Dir Angabe beruht «nschernevd auf einer Verwechselung mit dem verstorbenen älteren Br«, der des Ministers, der, wen« er auch nicht mit dem Kaiser in Bonn studiert hatte, doch bei dem Korps Borusfia aktiv gewesen war. Der Mini, ster selbst hat nicht in Bonn studiert, sondern in Berlin, Straßburg und Leipzig. Ec hat den regelmäßigen Vorbereitungsdienst für die höhere Verwalmngs karrier« dmchgewachi und das Examen als Reaierungsaffeffor bestanden.
* lieber die Aufbringung -er Kosten für besonderen konfessionellen ReligionS- Unterricht ist von dem Unter nchlSminister bestimmt worden:
Me"«ch^v erb ä« de" ftsb, abgefeeen ron bem Gellm-gSteretch beS katholischen Scholreglement für Schlefien vom 18. Mat 1801, grundsätzlich verpflichtet, für de« Religionsunterricht der konfefsto- pellen Riuderhett in der Sffemttchen BolkSschule zu sorgen uns die dadurch entstehende« Koste« ,u decken. Zudeffen ist, «m ihnen nicht nnverhAtuiSmäßtge Kosten anfzrchürden, nachgelaffen, baß besonderer Religionsunterricht für die konfessionelle Minderheit «nr da eingerichtet zu «erd,« braucht, wo die Zahl der betreffenden Kinder einer Schule mindestens zwölf beträgt oder wo diese Zahl durch Verewigung der Kinder aus mehreren Schule« erreicht wird. Im ersteren Falle hat der Schnlverband bte gesam te» Kosten des Religionsunterrichts allem zu trage«, während in den letzt««« Falle die Soften auf die einzelnen Schulver- dände verhältnismäßig zu verteilen find. Soweit die Schuloerbände zur Aufbringung der auf ste entfalle«, den Beträge nachweislich außer Stande find, können ihnen Beihilfen aus dem Fonds Kapitel 121 Titel 34 des StaatShauShaltSetatS gewährt werden, vorausgesetzt, daß fie die Einrichtung des Religionsunterrichts beschlossen und die grundsätzliche Verpflichtung zur Aufbringung der Kosten anerkannt haben^ j ..........
£ *^Die K»«se»vntiven werden sich, wie die ,Ko«s. Korr/ schreibt, Durch die Bedenken gegen einige Bestimmungen der Novelle über die Bergarbeiterverhältnisse nicht abhalten lassen, »die oorgeschlageven Maßnahmen gewifft«- haft zu prüfen und an deren Zustandekommen in natürttch verbesserter Faffung milzuarbeiten.- Was nennen fie „oerbefferte Fassung'? Offen- bar dasselbe, was wir verschlechterte Faffung nennen würden.
*• Die Budgetkonrnnfsiou des Reichs, log- hat am Freitag die Etarsberatung zu Ende geführt. Bei« Titel Matrikuiarbeiträge ie- tonten die Abgg. Richthofe» (konf.) und Gröber (Zentrum), daß dieMatrikulardeU^äze nach der Leistungsfähigkeit der EivzrlstrattN um- geändert werden müßten. Die Milstäi Verwaltung führt« bewegliche Klage über die Herüber» nahme der 46 Millionen Mark aus dem 3xra« ordinär rum auf das Ordinarium. Sowohl der ReichLfch-tzsekretäc Freiherr von Stengel a!s auch der Bundes rate bevollmächtigte für Sachsen« Weimar Dr. Paulsen und der sächsische Fmanzminister Dr. Rüger hvffren, daß das Plenum drn Beschluß der Kommission nwwerfen werde. In der Bemessung der Matrtkular- betttäge nach der Leistungsfähigkeit erblickte Dr. Rüger eine« Akt der Brutalität, worauf Referent Abg Speck (Zentrum) erwiderte, daß, wenn man diesen Ausdruck einmal auweriden »olle, er btffer auf den jetzigen Zustand p.fle. In der Debatte wurde der Regierung nachdrücklich zu Gemüt, geführt, daß, wenn ste die hohen Dtalrrkmarbeiträge vermeiden wollte, fie auch Mit der Bewilligung der Ausgaben im Bunde«, rat vorfichtiger sein müffe. Namentlich solle man die Agitation des Flotten-ereinS dämpfe».
DaS Kapitel 11 der Ausgaben des außerordentlichen Stars und Kapitel IS» der Einnahmen des ordentlichen Etats werden hierauf einstimmig gestrichen. (51000000 Mk.) Beim Etatsgesetz ftaote Abg. Speck (Zentrum) an, wie eS mit der im Jahre 1903 beschlossenen Vorlage eine« KomplabilitätSgesetzeS steh«. Staatssekretär Frhr. v. Stengel erwiderte, daß das Reichsschatzamt gegenwärtig wegen Überlastung die Vorlage nicht bereit stellen könne. Sr behalte aber die Sache im Auge. Der Reichs- schatzanweisungskredit wurde von 275 auf 350 Millionen erhöht. Sodann wurde eine Resolution Dr. Hermer (sr. Volksp.) ange. nommen, wonach auch denjenigen Händlern mit Süßstoff eine Erleichterung bezw. Entschädigung gewährt werden soll, deren unter Zollverschluß befindlich gewesenen Süßstoffoorrät« vernichtet worden find. In der nächste» Sitzung soll das Müitärpenfionsgesetz beraten werde«.
8 In einer Besprechung des neuen Nach- tragSetutS für M südwestafrikanische Schutzgebiet auf 1904 ist im,Vorwärts* vom 21. dr. Mts. die Behaup ung aufgestellt, daß der Preis eines Pferdes fich auf 6850 Mark stelle. Dabei wird angenommen, daß die ganze im Nachtragsetat für Beschaffung von Reit- .und Zug-terrn eingestellte Summe zum Ankauf und TranSpor von nur 1000 Pferden dienen solle. Nun find on fich nicht 6850000 M rk, wie der.Vorwärts' behauptet, sondern 6150000 Mark für Beschaffung von Reit- und Zugtieren in dm Nachttag eingestellt. Aos der Erläuterung des Etats ergibt fich ferner, daß diese Summe nicht nur für 1000 Ersotzpferde, die voraussichtlich 4m Rechnungsjahre 1905 entsandt werden müffe«, sondern auch für die sämtlichen Reit, und Zugtiere bestimmt ist, we che für die seit 12. Siooember vor. Js. e.rtsandte: Verstärkungen der Dputztruppe notwendig wurden. Weiter bemerkt die »Norbd. Allgem. Ztg.': Defe V rstärkungen erforderten die Beschaffung von rund 7000 Reit- ub Zugtieren. In Deutschland wurde« rund 3000 Pferde gekauft. Kaufpreis uns Transportkosten stellen fiD auf rund 1050 Mark pro Pferd. Das ergibt für 3000 Pferde die Gesamtsumme von 3150000 Mark. Die übrigen 4000 Pferde müssen in Südaftika beschafft werden. Da der Anschaffungspreis »ach den bisherigen Erfahrungen einschließlich Travsp rt fich pro Tier auf rund 600 Mark stellt, so ergibt fich die wettere Summe von 2400000 Mark. Die Gesamt- kosten für 7000 Reit- und Zugtiere, die für die Verstärkungen der Schutztruppe int Rechnungs- jahr 1904 noch anzufordern waren, stellen fich also auf 5550000 Mark. Dazu treten 600000 Mark für den Ankauf von 1000 Pferden, die zum Ersatz. für Abgänge im Rechnungsjahr 1905 dienen sollen. Diese Pferde wurden schon jetzt angekaust, weil erfahrungsgemäß der Kauf- preis fich im Frühjahr niednger stellt, a!S im Sommer, und es iw militärischen Jntereffe not- wenoig schien, die Pferde wenigstens einige Zeit an der Sammelflelle in Münster zum Zuretten und Einfahren zusammenzuhalrrn. Wie in der Erläuterung zum Nachtragsetat für 1904 gleichfalls ausdrücklich erwähnt ist, find die Trans- portkosten für bitfe Pferde, die fich auf je 450 Mark pro Pferd belaufen werden, im Etat für 1905 cmgefordett.
* Die Bevölkerung Deutsch OftafrikaS. Die letzten Schätzungen haben, wie die ,D. Ost aftikan.Ztg.' angibt, folgendes Ergebnis gehabt: Die nichtetngeborene farbige Bevölkerung der Kolonie, in der Hauptsache aus Indern und Arabern bestehend, ist nach allerdings nicht ganz vollständigen Zählungen auf 8334 ermittelt worden und wird richtig wohl auf etwa 10,000 ge- schätzt werden müffen. Die eingeborene Neger- Bevölkerung ist auf rund 6,700,000 berechnet worden. Eme eigentliche Zählung ist selbstverständlich noch nicht möglich. Jedoch stad die Zahlen'in den unter Zivilverwalmng stehenden Bezttken und den intensiver verwalteten Militär- Bezttken auf Grund der Hüttensteuer-Veranlagung ermittelt und können als ziemlich richtig angesehen werden. In den Bezirken des wetteren Inneren konnten lediglich Schätzungen nicht vor- gevommen werden.
Bus dem Reichstag.
172, Sitzung vom 24 März 1906.
»röffnung l‘;i Uhr.
Fortsetzung der zrv eiten Beratung veSMilitär« 61618«
Die Resolution Srzberqer (ZK.), welche in bet Uebersicht übe- bie Ergebnisse des HeereSergLnzunzS- geschäflS und in bet Rachweilung fiter bie Herkunft snb Beschäftigung bet Milttärpflichtigen eine Scheidung nach Herkunft und Beschäftigung auch bahin vorge nommen wisse« will, ob bie ÄuSgehobene« eine zweijährige ober dreijährige Dienstzeit zu leisten habe», wirb angenommen.
DaS Gehalt beS preußische« Ministers wirb be« willigt.
«instimmige Annahme sand eine Resolution bei «bg. Müller-Eagan (fr. Bp.), welche bie Bereit- Willigkeit beS Reichstags auSbrückt, jährlich 1‘/. MU' Honen in den «tat zustellen, damit jeder Soldat einmal während feinet Dienstzeit auf Reichskosten in seine Heimat reisen könne. ' -?* -
Ebenso einstimmig wurde eine Resolution der Budgetkommission angenommen, bte gebier an be« Unterofsizierfchule« bester zu stellen.
«in Antrag beü Zentrums und bet Konservativen, bieRegierungen möchte« bie Lieferung landwirtschaftlicher «rzeugnisse an dieHeeresverwaltung seitens der Produzenten weiter auSgestalten und zu dem Zwecke mit landwirtschaftlichen Vereinen in Beratungen treten, wurde gegen den Widerspruch der Freisinnigen und der Sozialdemokraten angenommen» AngefichlS bet gestrige« und heutigen entgegenkommende« «r- klärunge« deS Generalmajors v. Gallwitz darf ans etne Verwirklichung diese- Wunsche- gehofft werbe«.
Die Debatte geriet im übrige« heute sehr aufS Gebiet der «inzelwünsche.
Montag: Weiterberatung.
Schluß 7'/. Uhr.
Bus dem Landtag,
«bgeorburtentzanS.
168. Sitzung vom 24. März 1906.
«röffnuug IV« Uhr.
Dritte Beratung deS Gesetze- bett, die Freihallung beS Ueberschwemmung-gebieteS der Wasterläuse (DaS Gesetz hat in zweiter Lesurg den Titel „Gesetz zur Verhütung von Hochwaffergesahren* erhalte«.')
In bet allßememe« Besprech«» g miet erholte
Abg. Graf Gpee (Z) nochmals be« entschiedensten Protest deS Zentrums gegen die Ausdehnung deS Gesetzes auf ben Westen. Auf bie Abstimmung übte freilich auch biefer Einspruch keinen «infloß mehr; Die Vorlage würbe unveräubert angenommen.
Danach erledigte das Haus eine ganze Reihe von Initiativanträgen.
Zunächst wurde et« Antrag des Frhr«. Willifen (1.) tetr, die BesoldungSoerhSltnisf- der Militäranwärter in einer von der BubLetkom- Mission vorgeschlagenen Faffung angenommen. Danach soll die Regierung in Erwägung ziehen, ob eS sich nicht ermöglichen läßt, die MilttSranwärter günstiger zu stellen, insbesondere durch Vermehrung der für fie offene« Stellen.
Dann wurde ein Antrag beS Abg. Gchmedding («) angenommen, die Regierung zu ersuche«, mittel- lose Geisteskranke und schwachsinnige Per. fönen, die gemeingefährlich find, auf Staatskosten te Anstatt, pflege zu bringen.
Der Antrag, der bie Ausfüllung einer Lücke im Gesetz bett, den Unterstützung-Wohnsitz bezweckt, wurde einstimmig angenommen.
«ine längere Debatte knüpfte fich an einen Antrag Fältln (Z) der eine Gleichstellung der Gerichts- feiretä$en in Rang und Gehalt mtt ben KreiS- fekretären fordert.
DaS Justizministerium »ertfelt fich ablehnend; indeffen nahm baS HauS fast einstimmig ben Antrag Faltin an nnb ließ einen Antrag bet Bndgetkom- misfion, der die Petttin der BetichtssettetSre der Regierung nur als Mattrial überweise« wollte, schlankweg falle«.
Montag 11 Uhr: Erste Lesung bei Bergarbeittr- schutzgefttzeS sowie beS Gesetzes bett. Zechenstille,unge« in Verbindung mit dem Anträge v. Savigny (Z.) zu derselbe« Angelegenheit.
Schluß * «5 Uhr.
Der ruffiidi-Japan. Krieg.
Die Gerüchte über FriedenSverhand- lungen wollen nicht ve stummen. Sovetöffent- lichen die Londoner Blätter eine Meldung,wvnach in der letzten, vielleicht auch in der vorletzttn Woche, nichtoffiziette Friedensverhand- lungen im Gange gewesen sein sollen. Japan hätte nach der Schlacht bei Mukden die Haupt- grfichtspunkte zu erkknnrn gegeben. Diese wären rach Petersburg übermittelt worden, wo die Minister die Eröffnung der Verhandlungen mit Japan empfohlen hätten. Der Kaiser hätte eine Entscheidung noch nicht gefällt. Bisher sind alle solche Gerüchte von offizieller russischer Sette immer alsbald dementiert worden Allein so ganz und gar ablehnend gegen den Gedanke« eines Friedensschlvffes hat man fich in Petersburg sogar schon im letzten Sommer nicht verhalten, wie folgende Mitteilungen aus London beweisen:
lieber be» versuch, eine Besprechung zwischen dem japanischen Gesandte« Haqashi n»d dem Präfidente« deS luifische« MinisterkomiteeS Witte während deS letzten Sommers herbeiznsühre«, erhält daS „Revtersche Bureau" von Hoyashi folgende Darstellurgk' „«ine Mittelsperson, deren Namen ich nicht nennen will, fragte mich, ob ich irgendwo mit Witte ,vsommevtri ff-n wollte, um mit ihm übet eine eventuelle BastS für den F'iebeu zu verhandeln. Ich wtll'gte ehe, hörte jedoch aber bte Angelegenheit nichts mehr, d.S ich die Mel- bung e>«rS franröfilchen BlatteS sah, die angeblich von Witte selbst her rühr en soll. «S ist seht wohl wözltch, daß auch Witte getSvscht worben ist; eine Anregung dazu ist jedoch von Witte oder tnentgftenS von seinem Vertreter ober einer ander en Mittelsperson avSe egonge«. — AuS einer andere« Quelle erhält das , Reutersche Bureau" eine Mitteilung, aus der hervvrgedt, daß d,e erste Anregung zu einer Zusammenkunft von grwiffen Pariser Finanziers gegeben wordensei. Die Angelegen- hett fei sodann gewissen Persönlichkeiten te «Ugland mttgeteilt nnb Hützasht gefragt worben, ob er gewillt f i, mit Witte tn privater «igenschaft zusamwen zu kommen. Nachdem Hayalhi seine Regierung davon in
Kenntnis gesetzt hatte, sagt bie Mitteilung weiter, er- klärte er fich bereit. Der russische Finauzagent ta London, RulkowSki, teilte bieS Witte mtt ber, nachdem er dem Kaiser Bericht erstattet und auf Anrahme de» Vorschlages gedrungen hatte, sich nicht in der Sage sah, mit Hoyashi zusammen zu kommen. RutkowStt teilt dem Bureau mtt, baß bte erste Andeutung, bie Witte in biefer Angelegenheit erhielt, ein Brief gewesen sei, ben er an Witte gerichtet habe, alS dieser fich im Juli v. I. tn Berlin aufhielt.
Inzwischen haben fich die ruffischen Niederlage« vermehrt und daS Friedensbedürfnis der Raffe« ist fett der Schlacht von Mulden erheblich o-wachfen.
Hebet M russische Oftfeegeschwaber berichtet ei« Korrespondent der,Datiy Mail, der das Geschwader im Hafen von Nofst Bä (Madagaskar) besucht hat: Vom Geschwader werden Kompagnien m Schießübungen an Laus geschickt. Auch finden im Hafen Uebungen mtt den großen Geschützen statt. Auf dem Gefchivader herrscht geradezu eine Panik, jedes in Sicht kommende Schiff wird angehalten und durchsucht. Jnfolge- deffe« kommt eS häufig zu wahren Angstszenrn. — Ein von Kolombo in Port Louis ein getroffener Dampfer bringt die Meldung, er habe in der Nacht zum 17. März eia russisches Torpedoboot getroffen, welchem in einiger Entftrnung eine Flotte gefolgt sei, deren National tät und Zusammensetzung man nicht habe feststelleu können. — Aus Suez wird gemeldet, daß daS russische Geschwader dort angekommen ist.
W. Petersburg, 26. März 1905. Ein kaiserlicher Tagesbefehl vom 25. März enthebt den General der Infanterie von Grippe«berg von dem Poste» eines Kommandierenden der zweiten Mondschureimmee. beläßt ihn jedoch in der Stellung eures Grneraladjutanten des Kaisers.
Ausland.
* Italienische Ministerkrifis. Das ttalienifttie Ministerium trat am Honnarend vormittag zusammen und beschloß nach kurzer Beratung, daß Tütoni dem Köng das Ent- lassungsgesuch des Kabinetts überreiche« soll. Das Parlament wird heute davon in Kevninis gesetzt werden.
* Die Lage in Rußland. In Tiflis dauert die Gärung unter den Schülern fort. Dieje- «igen, welche die Schule besuchen wollen, werden von den anderen gewaltsam gehindert. AuS verschiedenen Ortschaften des Gouvernements werden Bauernunruhen gemeldet. Am 13. März drangen 350 Bauern in die Ortschaft Evidari Wardfija (KreiS Schorapcm) unter den Rufen: „Hurra, bie Freiheit und Brüderlichkeit! Nieder mit der alten Verwaltung!- in eine von dem Ministerium für Volksaufklärung reffortierende Schule ein, zertrümmerten die Türe«, Fenster und Möbel und zerrissen das Kaiserdild, Dokumente und Bücher. Aehnliches verübten sie ta der Wohnung des Verwalters eines einem griechischen Kloster gehörenden Gutes, deffen Privaiwobnung sie obends demolierten. Vom 14. bis 18. begingen die Einwohner dreier Oft» schäften Waldfrevel auf der Apanagebesitzung MuchranSkoje. 800 mit S.'öcken und Gewehren bewaffnete Bauern aus verschiebens« Ortschaften erschienen in der Guts kanzle i »nb stellten die Forderung, jeder Ortschaft ta Zivil- wiem Ktiminalsachen unbeschränkte Rechtsprechung durch gewählte Richter zu gewähr«, der Dorfgemeinde betgetretene Personen anderer Stände als vollberechtigte Bauer» cn- zuer kernen, bie StsatSopanagen und Privatgüter den Dorfgemeinden als Eigentum zu übergeben und von diesin nur Staatssteuern zu erheben. Wetter verlangen ste als Besoldung der Geistlichen Entschädigung derselben für gottesdienstliche Handlungen ohne Kontrolle der Obrigkeit, Freigabe und Eröffnung von Lesezimmern und Mblimheken ohne Zensur, Schulen, Verwendun g der Rekruten ousfchließlich inneräalb der Grenz?« des Gouvernements und für Kriegsoperaticnen nur isrecbalb der Grenzen Transksukafiens, ’o» wie Preßfreiheit uvd Abschaffung versch e- dener Steuer«. Schl eßlich erklärten fie sich solidarisch mtt den ruffischen Aufrührern und setzten den 27. März als Termin fest für Ne Erfüllung ihrer Forderungen. Sie behalten fich für die Zeit nach dem Termin weiteres m r. Zur Herstellung der Ordnung un> Beitreibung der Entschädigring des durch Waldsievel entstandenen Schadens wurde ein Bataillon entsandt. Auch im Kreise Gori wurde verschieder t- lich Waldfrevel verübt. — Die Stadt Bcchmut ist infs gr mehrerer cm 24. März verübter siecher Raubmorde in äußerster Erregung Fc-st gleichzeitig find ein Händler in seinem Lade«, ein Böcker und ein Bauer auf der Straße er. mord er tnoibtn, Ette Stunde vorher Übe fiel eine tenH.^ntu Bande Die Wohnung eines Stuuf» mam 5.