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Wege« deS Feiertag- Maria Ber küvdtgxug wird die nächste »««wer ««ferer Zeitung erst aw Montag anSge- geden__________________
[] Vie Bremer Uaiferrede.
Bei dem Festmihle tat Rathause in Bremen anläßlich der Enthüllung des Kaiser Friedrich- Denkmals führte der Kaiser auf die Rede des Bürgermeisters Dr. Pauli aus, er habe als Jüngling vor dem Modell des LdmiralschiffeS der erste» deutschen Flotte ingrimmig die Schmach empfunden, die unserer damaligen Flagge angetan worden sei. DaS habe ihm vielleicht den Weg gezeigt, wie er die Aufgaben des deutschen Reiches aufzufaffen habe. Er habe sich damals den Fahneneid geschworen, als er zur Regierung kam, daß, was an ihm liege, Bajonette und Kanonen zu ruhen hätten, daß aber di« Bajonette und Kanonen scharf und tüchttg «hatten werden müßten, damit Neid und Scheelsucht von außen unS nicht am Ausbau unseres Gartens, unseres schönen Hauses im Innern störe.
•t Gelobt«, Niemals »ach der Wellherrschaft |u streben. DaS Weltreich, daS er sich geräumt, solle darin bestehen, daß daS deutsche Sketch von allen Seiten daS absoluteste vertrauen alS ruhig«, ehrlich« und friedlicher Rachbar genieße, daß, wenn man dtt« eint vom deutschen Weltreich oder der Hohen- zotlern-Welthrrrfchaft in d« Geschichte reden tollte, ste nicht aus Erobernng-n begründet sein solle, sondern durch gegenseitiges vertraue, nach gle-chen Zielen strebend« Rationen. Nachdem im Innern militärisch viel geschehen, müß'e dir Seerüstung herankommen. Die Flotte schwimme jetzt. Mit jedem neuen deutschen AnegSsch ff« sei eine Gewähr mehr für den Frieden auf der Erve gegeben, umsoweniger werden di« Gegner mit unS anzubinden suchen, umsomehr «erden wir wertvoller alS Bundesgenossen. Die Aufgabe d« Jugend fei er, Reid und Zwietracht zu utetden und sich d« Ueberzeugung hinzugeben, daß Gott dem deutschen Volke Großes vorbehiett. Wir sind daS Valz der Erde. Ab« wir müssen besten auch würdig sein, daher muß dir Jugend lernen, sich »u versagen, »aS nicht gut für ste ist. Dann w«den wir von allen Setten mit Achtung und auch Siebe als zu- verlüfftge Leute betrachtet werden, von H«»m wünsche ich, daß d« goldene Friede unS auch »eit« «halten bleibt ______
Alle Sieben “ünb” Ansprachen des Kaisers pflegen ein lebhaftes Scho zu «wecken, ab« nicht alle bleiben ohne Widerspruch. Nur zu oft ist dies« Widerspruch ein sehr scharf« und allgemein« gewesen, so daß daS unbefangene Urteil lautete: Die Rebe wäre beff« nicht gehalten worden. Die Brem« Rede hat ein solches Urteil nicht zu befürchten. Sie wird vielmehr bei d« ganz überwiegend« Mehrhett drS deutschen Balkes mit Genugtuung ausgenommen werden und maß auch im Auslande, soweit nicht geradezu Böswilligkeit das Urteil trübt, einen gute« Eindruck machen.
WaS er schon wiederholt «klärt hat, daß daS deutsche Reich den Frieden will und fich daS Bertrauen der übrigen Wett ta seinen friedlichen Absichten pl erwerben sucht, hat er ta Bremen nochmals mit ganz besonderer Entschiedenheit betont. Er hat zwar vor Jahren bemttkt, Deutschland müsse „Weltpolitik- treiben, aber « lehnt jede« Gedanken an eine „Weltherrschaft- durchaus ab, und wenn man von einem „deutschen Weltreich- oder ein« „Hohenzoklern-Weltherr» fchaft" reden sollte, so meinte er nicht, daß diese auf Scobttnngen durch daS Schwert begründet sein fei, sondern durch gegenseitiges Berttaue» d« nach gleichen Zielen strebenden Nationen. Freilich, zur Errichtung eines Weltteichs gehört nicht nur daS Genie eines Napoleon ob« Alexander, eS gehört auch eine besondere, den TroberungSgelüsten günstige Weltlage dazu; und dritte, wo alle Nationen bis an die Zähne ge- wappnet und g«üstet find, würde wohl auch daS G«tt und b« Wille nicht ausreichen, eta Wett- Lr reich zu errichten. Wollte Deutschland so etwas »ersuch«, so würbe eS von be« anderen Mächten zermalmt werbe«.
Oh«e Zweifel würbe die Bremer Rede besonders im Hinblick auf den bevorstehende« Be- such des KatsttS in Langer gehalten. Da die politische Bedeutung dieses Besuches fHsteht und die deutsche Regierung die Geltendmachung unser« wirtschaftlichen Rechte ta Marokko daran knüpft, ja den Franzosen unumwunden bedeuten läßt, daß Deutschland die Integrität Marokkos nud die Souveränität deS Sultan S nicht antasten laffen werden, so ist den Gegnern Deutschlands jetzt erst recht Stoff zur Verdächtigung seines FriedenslebenS und zu? Unterschiebung aller möglichen ErobnungSabfichten gegeben. Dem wollte der Kaiser schon im voraus begegnen. An die Aufrichtigkeit feiner Worte
Fulda, Freitag, den 24. März 1905.
32. Jahrgang.
kann nur zweifeln, w« selbst unaufrichtig ist. Frankreich wird ab« wohl auch bet Friedens Versicherung nicht bie Auslegung geben, daß fich Deutschland in Marokko schließlich doch alles ge- fallen taffe und auch seine dortigen wirtschaftlichen Interessen preiSgebeu werde, falls die Franzosen nur keck auftreten und zäh an chren Bestrebungen festhielten. Dazu ist der Augen- blick von Deutschland denn doch zu gut gewählt. Der russische Freund wird gegenwärtig kau» Last haben, fich für die französischen Gelüste auf Marokko in polttische Unkosten zu stürzen und bie Engländer scheinen auch b«ettS daS Gefühl zu haben, daß den Franzosen durch daS Abkommen über Marokko doch mehr als nötig und für England nützlich, zugestanden worden fei.
Für die „Weltpolttik-, die in erster Linie wirtschaftliche Jnterefsen verfolgt, hält der Kaiser den Ausbau unserer Flotte für dringend nötig. Wtt wollen nicht untersuchen, ob wirklich die Zeit vor Beginn der großen Seerüstung für de« „seefahrenden Teil der Ration- so klein und unrühmlich war, wie der Kaiser annimmt, und ob wirklich mit jedem deutschen Kriegs schaffe, daS den Stapel verläßt, eine Gewähr mehr für den Frieden gegeben ist. Mit Genugtuung aber hören wir, daß der Kais« es nicht mehr für notwendig hält, einen Rotfchrei für die Flotte auszustoßen, wie 1899 in Hamburg. Wir dürfen daraus wohl schließen, daß er im großen und ganzen daS Flottenprogramm von 1900 noch für ausreichend hält und nicht daran dentt, fich die phantastischen Fordttungen des Flottenver- einS zu eigen zu machen. Vielleicht darf fich neben dem Flott«v«ein auch daS Alldrulschentum etwas auS der Bremer Rede anziehen, D;r Kais« mahnte, „fich zu erfreuen an dem deutschen Va- tnlanbe, wie eS ist, und nicht nach unmöglichem zu streb«". Die Alldeutschen huldigen bekanntlich dem: „Mein Vaterland muß größer fein“ und möchten alles mögliche benachbarte und stammverwandte Gebiet annektieren.
Ganz besonders gefällt unS in bet Rebe bie Mahnung an bie Jugend, „stetig auSzudauen, Sttett, Haß, Zwietracht und Neid zu meiben- DaS können fich vor allem biejenigen merken, welche geschäftsmäßig barauf ausgehen, bie kon- fesfionelle Zwietracht zu schüren unb tesonter» auch dieJugenb gegen AnberSdenkenbe aufzuhetzen. SS wäre beff«, wenn ste bie Jugenb in Ueter« etastirnmung mit dem Kaiser zu Sitte, Zucht unb Orbnung, Ehrfurcht unb Religiöstlät mahnten, statt ste z« Unbulbsamkett unb Unbotmäßigkeit anzureizen. Die jungen Leute, bie ba kürzlich auf brn Hochschulen so viel Rumor machten, eignen fich sehr schlecht alS «Salz btr Erde-.
r Deuffdies Reich.
_ - jy„liM, MärzllSOS.
*. Der Minister der öffentlichen Arbeite» v. Bndde wttd bet Ernlabung des Kaisers für die Mitttlmeerreise nicht folgen; « hält eS, so schreiben bie ,Berl. Pol. Nachr.', für seine Pflicht unb seiner Stellung entsprechend, zunächst nicht fortzureisen, solange wtchtiae An. gelegenhetten seines Ressorts, wie die Wass«. straßenvorlage im Herrenhause verhandelt werden. Freilich ist eS richtig, daß d« Arzt chm zu sein« vollständigen Wied«herstellnng dringend em- pfohlen hat, möglichst bald längtten Aufenthalt im Süden zu nehmen und sich jeder anstrengenden und aufregende« Arbett zu enthatten, es liegt ab« ta d« Absicht, diesem Rate während der Ostttpause deS Parlaments z» folge». Mit dem Verzicht auf bie Mitttlmeerreise hängt es zu- fammen, baß bie Vorlage wegen Erweiterung beS StaatSbahnnetzeS nicht erst nach bet Osterpause, sonbetn bereits jetzt dem Landtage zugegangen ist.
♦ I, Gegenwart des Kronprinz« fand heute die Tränet feiet für den vnstorbeneu Minister Freiherrn von Hammerstein im Hause Unter be« Sieben 72-73 in Berlin statt. Darauf folgte bie Uebttführung der Leiche «ach Estetahorst ta ßOtlMOTtt.
—* Die Eisenbahn Borlage. Die all- jährliche Vorlage bett. Erweiterung deS StaatSbahnnetzes und die Beteiligung des Staates am Bau von Kleinbahnen ist dem Abgeordnetenhause zugegangen. Für den Ba« von Nebeneisenbahneu sollen auSgeworfe« ««den: Don Mühlhausen ta Thür, nach Treffurt 3 397,000 *, von Zeven nach Bremervörde 2,130.000 Jl, »o« Nienburg a. d. SB. nach Rahden 6,030,000 Jk, von Westerburg nach Montabaur 8,410,000 Jk, von Sechen im Wester- wald nach Linz am Rh. 6,370,000 Jk
§ Der Svangeltsche Oberkirchenrat hat feinen Beschluß ta o« Angelegenhett deS literalen verltaet Predig«« Dr. Fischer gefaßt und diesem zngestellt. DaS ,B«l. Tageßl/ glaubte
konstatieren zu können, „daß Dt. Fisch« von ter obersten Kirchenbrhörde Preußens Recht bekommen habe gegen das Konsistorium-. Klipp und klar habe b« Oberkirchenrat nach der per- sönlichrn Seite bin das Urteil geffiQt: „DaS Konsistorium hat Ihr Ehrgefühl vttletzt. Es hat Ihr Ansehen in der Gemeinde herabgesetzt; eS ist unsachlich verfahren. @8 hat Ihrem reifen Alter nicht in gebührendem Maße Rechnung gehagen. SS hat seine Absicht, eine feel- sorg«!icke Einwirkung zu versuchen, sichtlich ver- srhttl Es hat darüber hinaus Ihnen offenbares Unrecht zugesügt. DaS Verhalten des Konfisto- riumS wird vom Oberkttchenrat nicht gebilligt." AuS dem Beschluß deS Evangelischen Oberkirch«- ratS liest das ,B«l. Tagebi/ ferner heraus, eS sollten olle theologischen Liebhabereien beider Gruppen soweit in den Gottesdiensten der Gemeinde zmückgestellt werden, alS fie bie schlechte Erbauung aller Teile der Gemeinde hindern titarte. Lehrprozeffe seien für bie Zukunft grundsätzlich abgelehnt; 6er Arianismus fei in b« kirchlichen Verkündigung zngktaffen: „Frecheit bet Anschauung unb des Bekenntnisses ta ter Kirche der Reformation — sie finde chre Grenze allein an dem ThristuS, bet allen gemeinsam ift.“ Wenn ter Bejchluß deS Evangelischen Ober« kirchenraieS l iefen Sinn und Inhalt hätte, wäre er, bemerkt dazu dir .Kreuzztg/ gleichbedeutenb mtt ber Spaltung bet evangelischen Kirche. Das konservative Blatt teilt bann den, über zwei eng» gedruckte Spalten umfüffenöen Wortlaut deS Bescheides mtt unb bemerkt dazu: „AuS dem Wortlaut des Bescheides wird man erkennen, daß der Eoanqelischr Oberlirchenrat sachlich de« Erlaß deS Köuigltchen KorfistoriumS b stätigt, und nur der Form nicht zusttmmt. D« Ob«« kttcherrrat «kennt an, daß diese Form gewählt worden ist, «m einen Lehrprozeß zu vermeiden. Wir Hobe« nie verschwiegen, daß wir dieses AuS- kunftSmittcl für nicht unbedenklich und eine entschiedenere Stellungnahme des KonfistoriumS auch für das polittsch Richtigere hielten. Ab« daS ist eine ganz untergeordnete Frage. In der Hauptsache hat doS Konsistorium das Wohl ber Kirche unb das Recht des biblische« Christentums in ihr kräftig in ihr kräftig in Schutz genommen. Man wttd sehen, daß der Evangelische Oberkirchenrat im allgemeinen denselben Standpunkt Bernitt, wie das Konsistorium.- Die liberale Presse bleibt ab« bei der Avffaffung deS .B«l. Tagebl/ und hält den Bescheid für einen großen Erfolg des kirchlichen Liberalismus und eine Niederlage der Orthodoxie.
* Bis heute mittag war ovn ter zuständigen amtlichen Stelle keinerlei Nachricht üb« den angeblich in Eübkanrernn ausgebrochenen Ausstand eivgettoffen.
* Der Kaiser hat gesttt» die Vortage Über den Bau ter Sterner«««Tschadsee - Siseu- bah« unterzeichnet. Bon den 17 Millionen Baukapital für die erste Sttrcke von 160 Kim. hat daS Bahnsyndikat 6 Millionen aufgebracht, während die Übrigen 11 Millionen von Banken Übernommen wurden. Für diese 11 Millionen Bankgeld wttd i« d« Vorlage eine ZinSgaranltt verlangt, während die Mitglied« des Bahnsyn- dikats eine ZinSsarantie für bie von ihnen ge- zeichneten fechs Millionen für unnötig erklärt haben.
* Hessisch thüringische Staat-Minister- konferenz Heute morgen tagte im Fürstenhof in Eisenach eine Käufer» nz hessisch thüringisch« StaatSministir. Vertreten waren Sachsen- Weimar u. a. durch Finanzminist« Hunnius, Hessen durch StaatSmtaister Sxz. Rotbe und Finanzminister Dr. Gnauth, Sachsen-Altenburg durch Finanzminist« von Boris, f«net waren Koburg-Gotha und Schwarzbura- Rudolstadt v«ttete«. Es wurde über die Anbahnung ein« Lotteriegemeinschaft mit Preußen beraten. Im Verlaufe der Konferenz kam man einer Berständigrmg über eine eventuelle Lotterie Semetaschast näh«. Wett«e Beschlüsse dürsten emer spätere« Konferenz vorbebalten fein.
Bus dem Reichstag.
171. Gitzmitz vom 28. März 1906,
Eröffnung l1/« Uhr.
Die Beratung des Militäretats wttd fottge- setzt und ter Gehalt deS KriegSmiutsterS de- willigt.
Die Diskussion setzte fich zusammen aus dem Bor- ttag zahlreicher Etnzelwünfche. Daueteu wutte das Rededuell »wischen den Antisemiten und Freistuntzru über dtt Nichtzulassung von Jude« zumOffi- ^"«uen^gewiffm ^Abschluß zu dies« Auteiuauter- fetzun, gab eine längere Rede teS
«riegSmintsterS V «uern Ster
Dfttjiw? «f»iraaten. Ec betonte, daß dtt Mische Rett- ,ttu unter keinen Umständen dtt Ursache ptr Zurück- Weisung von Juten seitens deS Offizierskorps sein dürft und da» di, jüdischen «aldattn, auch von denen,
die gegen ste Abneigung hätten, «tragen werte« müssen. Faktisch wttd für die Juten sehr wenig tet dies« Erklärung herauSkon-meu, wett auch jetzt dtt OssizttrskolpS bei der Ablehnung der jüdischen Asptt tauten meist nicht sagen, dtt Ablehnung erfolge, um*
S sich um Juden handle.
Bon den übrigen zur Erörterung gelaugten Gegen» läuden sei dervorgehoben, daß d«
»bg. «a« « (Ztt.) fich für eine Dezentraltsati«« deS MusterungSgrschästeS an?sprach und dr,
Aba. Grzb«ger (Ztr.» den Wunsch äußerte, am katholischen Feierlagen möchte unter allen Umständas in katholischen Gegenden litn MusteruugStermiu awgesetzt w«den.
Dau» folgte wird« eine längere, unfrucht^ie .Antisemitendebatte", dtt vielfach mit persönlichen An» rewpeluvgen durchsetzt war.
Morgen Fortsetzung deS MilttäretatS.
Schluß 71/. Uhr.
Der nillikti-japaii. Krieg.
Die RSckzngsPläne für die russische Armee wurden von Kuropatkin, Ltaewttsch, Zübcrltag und Kaulbars entworfen. Die rufst- schen Soldaten waren erbittert Über bie bestän- »igen Rückzüge unb herüber, baß fie «ff Befehl Stellungen aufgeben mußten, welche bie Japaner nicht nehmen konnten. Jetzt steht daS ruffische Zentrum bei Suntzuli«, an ber von Tieling «ach Eharbtn führend« Eisenbahnlinie, 160 Kilometer nördlich von Xie» ling. Suntzultng ist jetzt ein großes Feldlager. Die vordttsten Divisionen marschieren nach Norden weiter, und frische Trupp« auS Europ« gehen von Eharbin «ach Süden, um bie erschöpfte Nachhut abzulösen. — Die erste Armee hat kein Geschütz und keine Stellung verloren, dagegen sieben japanische Revolver» kanonen erbeutet und 400 Gefangene gemacht. Der Rückzug der Russen nach Norden ritf nach der .Petersburger Telegr^ Agentur' unttr der friedlichen Bevölkerung, bie auf den Sieg der rusfifchen Arm« gehofft hatte und jetzt mit Weibern und Kinder« in dtt Berge stücktet, eine Panik hervor. Beim Durchzuge ter Raffen durch die chinesisch« Städte schließen die Einwohner die Türen, ziehe« aber mit den festlich gekleideten Frauen und Kindern den Japanern entgegen. Die 3a» pan« setzen die harte Behandlung der Ehi- nefen fort, und wenden Strafen an wie früh« in Föghwangtfchevg, Liaujang uvd Inkan. Selbst Ehinesen, bie blos verdäcktig find» daß dtt Russen in ttgendwelcken freundlich« Beziehungen zu ihnen stehen, w«ben gemartert. Nach Norden geflüchtete Chinesen find gefoltert worden. Ein Ueberfttzer wurde htagerichttt. Kaufleute», bie rusfisches Gelb besitzen, werb« dtt Hände abgehauen. Selbst Beamte, die mB den Russen dienstlichen Verkehr hatten, weck« nicht geschont. D« erste Gouverneur von Stau» jang, Sujan, wird ta Haiischeng gefangen Mtt halten, dtt zweite, Scheng, wurde gefoltert u* »ach Port Arthur vttbannt; feine Familie wurde oleichfallS gefoltert. Die Diener wurden hinge- richtet. Der chinesische Oberst Dshao wurde mit feinem Neffen in Jnkou hingttichtet, weil « siüher mit den Russen verkehrte. Der chinesische Olfizttr Shu wurde auf den bloßen Verdacht hin, mit den Russen Beziehungen unttthalten zu haben, ohne gnichtliche Untersuchung mit bau Tode bestraft. Die Ehinesen fürchten die Rach« der Japan« und wagen eS nicht, den Ruff« Sebenimittel zu verkaufen.
Das neue japanische FlOttenprogram« steht, wtt der „Londoner Daily Telegraph" aw Tokta Über Schanghei meldet, den Ban mm 12 Linienschiffen und 12 Kreuz«« vor. — Fttnn wird dem Blatt aus Tokio gemeldet, daß Kontreadmiral Arai fich nach Chemulpo begeb« hat, um die Leitung bei den Bergungsarbeiten des Kreuz« SBariag zu Üdttnehmen. Man hoffe, daß das Sck ff ta kurzer Zett wttder.flott wabfc
W. Xeft», 23. März 1905. (Amtlich^ Marschall Oyama meldet: Japanische Trup» pen^ welche den Feind verfolgen, ftab a» 21. März in Ehantu, 20Meilen nördlichv« Kaiyuen, eingezogen. Die starken ftindttch« Abteilungen ztthen in Unordnung nach Nordost« längs ter Eisenbahn zurück.
Busland.
* Im Mariuemivisteri«« z« arbeitet und fegt man über Hals unv Kopf, um bie große Unordnung, die Mmist« Pelletau zu» rückgelaffen hat, hinanSzubringen. Wenn «um den Mittellungen franzöfischer Blätter voll« Glaub« schmk« darf, hat dieser rabitale Minister «tsetzltch gewirtschaftet. Seine Sp«tt samkeit wird von sein« Freund« gerühntt; seine Gegn« sagen, daß et dtt Mittelmeerflottt so henmterkomm« Ittß, daß fie nur für ftn