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M ss.

Fulda, Freitag, den 24. März 1905.

32. Jahrgang.

Drittes Mtcrtt.

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A. $o6 MMerWriile Bnlsolla6- jnbiläum im Mn 1855.

(Fortsetzung aus Rr. 68.)

Die Festoktav — Reliquienprozession.

Inzwischen wurden im Dome die Bor. betetttmgen zur mittätzlichrn FestwaSfahrl ge> troffen. Die Reliqutenschreine wurden auf Trag« Sichre« befestigt im Presbyterium aufgestellt. Am Hochaltar ruhte der Stad und auf 2 Kiffen die 3 Codices (Bücher) Bonifatiant. Das bischöfl. Domkapüel hatte in einem besonderen Schreiben diejenigen Priester, welche diese Reliquie« tragen sollten, dazu eingeladen, und diese teils Pfarrer, teils Kapläne der Umgegend und Stadt hatten «tt der größten Bereitwilligkeit dieses Ehrenamt übernommen.

Mittags 2 Uhr wurden wie am Morgen die Hoch«. Herrn Prälaten vom Michaelsberge feier­lich zu» Dom geleitet und nahmen im Presbyterium Platz. Die Festpredigt hielt P. Haßlacher. Rach deren Beendigung sammelte fich die Geistlichkeit in der Sakristei und stellte fich zum feierlichen Zuge an, der fich durch den Eingang in daS Presbyterium auf der Eoangelienseite, durch dasselbe in den mittlere» Sang in Bewegung setzte.

Boran 2 Hellebardiere, daS Knabenseminar, da» Alumnat, der ganze Klerus inkl. der fremden Priester, alle in Ehorröcken, und das Bischöfl. Domkapitel, die 3 Geistlichen, welche den Stab und die Eadiees trugen, ihnen folgten 4 Priester, brennende Kerzen tragend und bestimmt mit den Trägern der Reliquien in den 2 Pyramiden ab« zu wechseln, ihnen reihten fich an die 4 Träger dieser Pyramiden. ES folgten 6 Priester mit brennenden Kerzen, welche mit den 6 Trägern der Hauptreliquie abwechselte«. Ihnen folgten die 6 Träger dieser Reliquie.

Am Presbyterium angekomme» nahmen die betreffenden Priester die Reliquien in Empfang und es setzte fich nach dem Prooedamas in pace der Zug nach dem Programm in Bewegung. Der Hauptreliquie folgte» unmittelbar Se. Eminenz Kardinal Btale Prela, darauf einzeln die Hoch«. Herren Bischöfe nach dem OrdiuationSalter, alle fit pontificalibos, gefolgt von 2 Insignien-Trägern und ihrer geistlichen Bealeirung.

S» war ein nicht zu schildernder Moment, als bei» Beginn der Wallfahrt die Orgel schwieg und daS zur Begleitung der Wallfahrt bestimmte Korps so» 24 Musiker», aufgestellt in der Mitte der Kirche, daS Bonifatius-Lted intonierte: Wie heilig hast d» SotteSfreund, die erste Strophe durch- fpiettr «ab nun das Volk tausendstimmig dieses «nndersolle, nach Text und Melodie gleich aus­gezeichnete, wahrhaft heilige Volkslied anstimmte. Da blieb niemand ungerührt, wohin man nur sah, überall auf jedem Antlitz feierlicher Ernst, verklärt durch die himmlische Festesfreude, die fich tausendfach in Tränen frommer Rührung abspiegelte. Die Hochwürdigsten Herren Prälaten fanden fich in ungewöhnlicher Weise erhoben und erbaut. Gewiß, Sott der Herr blickte mit Wohlgefallen auf dieses Volk, das »tt so ergreifender An­dacht daS 1100jährige SedächtniS seine- ge­liebte» Apostels feierte. So bewegte fich unter de» freundlichsten Sonnenschein dieser Zug durch die Straß« der Stadt, und welch' einer Stadt! Sie hatte fich in ihr feierlichstes Sewand ge­kleidet, sie hatte fich geschmückt, so festlich als die Jahreszeit es ermöglichte und ihre geringen Mittel es erlaubten. An den vier Ecken des BonifatiusdenkmalS waren vier Pyramiden er­richtet, die am Abend zur Beleuchtung diente«, « deren Spitzen vier Fahnen in den städtisch« und hessisch« Farben wehten. Die langen Faffade» des BürgeroereinS, der Domdechanei, forois des SasthaufeS zum Kurfürsten und der Post waren mit grünen Maien geschmückt, aus alle» Fenster« wehte« aufgesteckte Fahne« und etite große Suirlande schwebte quer über der Friedrichstraße. Diese, sowie die übrigen Straße«, durch welche sich die Prozession bewegte, waren ®ag« in einen grünen Laubengang vetwan- finnig hatte« die Bewohner ihre Häuser mit Laub und Blumengewinden und Kränzen geschmückt, bunte Teppiche hingen auS de« Fenstern hervor; der Weg selbst war fast überall mit Blume« bestreut. Beinahe kein Haus war aus- genommen, auch nicht die der protestantischen Mitbürger, von denen manche fich sogar aus. zeichnete«; manche Israeliten hatten eS allen zu- vorgeta«. Auch die Brunnen, an Venen die Wallfahrt vorbeizog, waren geschmückt; in der Kanalstraße war ein Triumphbogen errichtet, gleichwie in der LöherSgaffe am Tore beim .i«L. Zur Teilnahme an der Prozession 15;;?:: ,..<q «ncfet nur die Bewohner Fuldas in

außerordentlicher Zahl, sondern auch viele Fremde jeden Ranges eingestellt. Die Wallfahrt selbst ging ohne die geringste Störung in aller Ordnung und Erbauung vor fich. Unzählig aber war die Volksmenge, welche ruhig und ehrerbietig der Prozesfion folgte und in den Lobgesang mit etnstirnntte. Glockengeläute und Kanonendonner ertönte während der Wallfahrt, die fich durch dieselben Sttaßen wie alljährlich die Fronleichuamsprozesfion bewegte und endlich wieder in die Domkirche einlenkte. Die hehre Feierlichkeit wurde mit Errettung deS hl. Segens ge­schloffen. Es war eine Wallfahrt,einzig und erhaben, wie Fulda wohl nie eine ähnliche erlebt hat.

Die Illumination der Stadt.

Bei beginnender Nacht fand eine Illumination statt, welche, lediglich aus dem freien Willen der Fuldaer Bürger hervorge- gangen, nach dem einmütigenAuSspruche vieler, welche in dieser Art Großes und Prachtvolles gesehen hatten, Fulda zur größten Ehre gereichte. Zwar waren die herrschaftlichen Sebände nicht beleuchtet, was infolge höherer Weisung unterblieben war; desto glänzender strahlte die übrige Stadt — selbst der Aermste hatte ein Licht­lein avgezündet. Vor allem erregte die Beleuch- tung der beiden Promenaden ein freudig über­raschtes Staunen. Hunderte von mehrfarbigen ölgettänkten Papierlampen leuchteten aus den frisch grünenden Lindenbäumen und verbreiteten ein zauberhaftes Licht. Weitere Slanzpunkte dcr Beleuchtung bildeten: das Paulustor, durch eine Menge von Lämpchen und Flammen beleuchtet, daS Tor vor der Bischöfl. Curie, welches inmit­ten einer reichen Beleuchtung ein feuriges Kreuz zeigte, ebenso das Portal deS Bischöfl. Seminars. Das Bonifatius - Denkmal, welches teils durch Lampen, teils durch farbige, zu diesem Zwecke eingerichtete Släser, worin die Flämmchen loder­ten, beleuchtet war. Sodann das protestantische Damenstist Wallenstein. Die ganze Front der Post (Ecke der Nonnengaffe), des Gasthofes zum Kurfürsten, deS Bürgervereins und der Dom- dechanei, deren Fenster durch Tausende von Lampen gleichmäßig beleuchtet waren. Hebet jedem Tore der obengenannten Gebäude erglänzte ein Stern, gebildet von strahlenden Lämpchen. Auf den Ballustraden loderten häufig Flammen aus mit Werg und Pech gefüllten Töpfen. Das RathauS, unstreitig der brillanteste Punkt der Beleuchtung, schwamm gleichsam in einem Feuermeere. Alle Übrigen Bewohner der ganzen Stadt wetteiferten in der Beleuchtung ihrer Wohnungen und gaben dadurch ihre Teilnahme an dem Feste kund. Unter- dessen wogten die Straßen von der Menge der Einheimischen und Fremden, welche den schönen Anblick genießen wollten. Aber auch bei dieser Gelegenheit herrschte der bewundernswerteste An­stand; kein Schreien, Jauchzen und Lärmen wie bei Volksfesten wurde da gehört, man sah kein Gedränge, keine Unart.

Auch die Hochw. Herren fuhren in mehrere» Wage« durch die Sttaßen der Trabt unb zollten-der Illumination ihre volle Anerkennung. Ueberall wurde« fie von der Menge mit den Zeichen der größten Ehrerbietung empfangen. So «bete der erste Tag der Jubel-Oktav; doch nein, er endete «och nicht; den« im hohe« Dome wurde noch bis spät in die Nacht Beichte geseffe«; diese heilige« Räume, besonders die (Stuft, waren angefüllt von ftommen Wallfahrern, welche die ganze Nacht hindurch in Gebet und Gesang zubrachten. So geschah eS durch die ganze Ottav. Die Pforte« deS DorneS schlosse« fich während dieser 8lägige« Feierlichkeit nicht ein einziges Mal. — Die geistl. Behörde hatte anfangs die Abficht nicht gehabt, die Kirche während der Nacht offen zu hatte«; allein die Leute wichen nicht von der Stelle. Da nun bei dem guten Geiste, der unter dem Volke herrschte, ein Unfug nicht wohl zu befürchten war, so zündete man während der Nacht sowohl i« der Gruft als an anderen Stelle« der Kirche Kerzen an, ließ Hellebardiere fleißig die Runde machen, was auch hauptsächlich zur Abwehr eines möglichen Diebstahls nötig war. Ma« täuschte sich auch nicht; den« es fiel nicht die geringste Ungehörigkeit vor. DaS Volk fühlte eben, daß eS fich in der GrabeSkirche feines vielgeliebten Schutzpatrons befand.

(Fortsetzung folgt.)

□ Mrt Öen volksvereiit auf dem Lande ein!

In folgendem geben wir im wesentlichen den Inhalt des zweiten Artikels der .Trierischen Landeszeitung' wieder, der die Notwendigkeit des VolkSvereinS auch auf dem platten Lande in fo einleuchtender Weise behandelt. Die auch hier berührten lokalen Verhältnisse dürften ander- wadurchweg ähnlich tiegsn. H-sond?:e

Gründe für die Einführung deS VolkSvereinS auf dem Lande nennt der Verfasser vornehmlich zwei:

Zunächst die massenhafte Auswan- derung der männlichen erwachsenen Jugend vom platten Lande in die Industrie» bezirke. Statistisch ist ei« bedeutender Rückgang der Landbevölkerung durch die „Landflucht" fest- gestellt. So gehen die einen ins Ruhrgebiet, andere in die lothringer und lvxemburger Werke rc, Aber überall dort finden fie eine organisierte Sozialdemokratie vor, die fich systematisch an die neuen Gesichter heranmacht. Und so gehen viele, viele katholische Jungen draußen verloren! Durch den Zuzug vom Lande schwellen die Reihen des So­zialismus an! Ja, nicht selten werden zu- gezogene Arbeiter vom katholischen Lande sogar die rührigsten Agitatoren der Sozial­demokratie! Uns ist dafür mehr als ein Bei- spiel bekannt geworden. Darum rufen unS die kathol. Arbeiterführer aus jene« Gegenden zu: Klärt zu Haufe eure Jungen auf, bamit fie hier nicht verloren gehen!

Da bietet gerade auf dem Lande der Volks­verein ei« gutes Mittel. Seine Schriften soll der Vater dem Sohne ftühzeitig zu lesen geben. Der Vater soll fie schon deshalb lesen, um die Söhne belehren zu können über das, was fie später in der Kaserne, Werkstätte, Fabrik oder im Wirtshause draußen in der Stadt hören und lesen werden. Der kathol. Vater muß schon darum allein in den VolkSoerein eintreten, um dem Sohne das Beispiel geben zu können, wie man als kathol. Mann seine Pflicht im öffent­lichen Leben erfüllt. Er soll vor allem den Sohn in die Volksversammlungen des Volksoereins mitnehme«, daß er mal ficht, wie viele hervorragende Laie« zur Kirche und zum Zentrum halten. Dort soll er hören, was eS mit der Sozialdemokratie in Wirklichkeit ist, und wie ihr gegenüber gerade das Christentum und das Zenttum die wahren Freunde des Volkes find. DaS macht den Jüngling warm und fest und begeistert ihn für die gute Sache. Kommt er bann in die Stadt, so wird er ficher in ben Gesellen- ober Arbeiter- ober sonst einen katholischen Verein eintreten. Dann geht er auch in bie ZenttumSoersammlungen, bann tritt er auch in ben Volksverein, liest nur eine katholische Zeitung, kurz, er wirb ein echt katholischer Mann, ein Kämpfer für bie gute Sacke.

Den zweiten Grunb geben bie zu Hause Bleibenben. Ist baS platte Lanb gegen bie sozialistische Propaganda etwa gefeit? Die tat­sächlichen Verhältnisse leugnen dies entschieden. Haben nicht in ben letzten Jahren bie Sozial­demokraten fich feste Stützpunkte geschaffen tin Moseltale, um von dort auS nach rechts und link» aufS Land einzubrechen? Wohl geht baS ganz geräuschlos vor fich. Denn bas ist bie erprobte Taktik bieser Partei in katholischen Gegenden. Zu spät erwacht mau dann auf un­serer Sette und fragt fich verwundert bei ben Wahle«, woher bie sozialdemokratischen Stimmen tarnen. Die Augen auf! Ist es nicht »finnig» lich bekannt, wie immerfort sozialistische Agtta- toten ihre Flugblätter auf ben Arbeitsplätze« niederlegen und anderswo, ebenfalls auf unsere» Lande, ihre Kalender unter den Türe« durch an ben Bauersmann zu bringen suchen? Nicht nur bex heimatliche« Arbeiter-, sondern auch den kleinen Bauernstand will der Sozial­demokrat.

Unser plattes Land ist indes nicht «ut gefährdet durch die sozialdemokratische Agitation von den Städten her, nein, sondern auch durch die Propaganda eigner Landsleute, bie mtt sozialistische» Ideen im Kopfe aus der Industrie nach Hause zurückkehren und dort t» Kame­radenkreisen daS Weitere besorgen. Allerdings ist der heimische, religiöse Boden für ihre Keime «och nicht recht empfänglich. Aber er wttd durch die Heimkehreude« »ach und nach oorberettet Die ozialdemokratischex Bestrebungen für ben Arbeiterstand, für den kleinen atmen Mann werden von diesen Aufgeklärte« zu Hause mit» geteilt, besprochen, gelobt, und wer die Arbeitet- schäft hier zu Lande näher kennt, wird dem Schreiber dieses Recht geben, wenn ich sage, baß bei unfern Arbeiter« vielfach leibet bie Ansicht herrscht: Die Sozialdemokratie hat in allem Recht, die Religion allein ausgenommen, wfih- renb doch ihr Programm auch in feine« politi­schen und soziale« Fragen eine Rebellion gegen bie gottgesetzte Ordnung bedeutet. Ss genügt habet nicht, de« Leuten zu sagen: hütet euch vor dieser Partei, denn fie bekämpft eure Religion. Nein, bas Volk muß nachdrücklich unb syste­matisch belehrt unb aufgeklärt werben Über bas gesamte falsche Programm ber Srzialdrmok'sstik, bamit ihre Propaganda

auf bem Lande eine organisier te, geschulte und gewitzigte Maffe bereits vorfinbet, an bei eß nichts mehr zu bekehren gibt. Es hanbekt sich batum: — unb bas ist vorläufig bie erste Auf­gabe des VolkSvereinS auf dem bebrobten Laube — frühzeitig bie öffentliche Meinung mobil zu mach« gegen bie Soztalbemokratie. Dazu braucht es aber Zett. Das kann nur allmfihlig geschehen. Deshalb muß bereits jetzt bamit be­gonnen werbe«. Die folgenbe Generation steht »och vor größer« Aufgaben und Anforderung« im öffentlich religiösen Lebe«. Ihre Erziehung muß an ber jetzigen Generation berei-s in bie Wege gekettet werben, bamtt bie christlich sozial« Begriffe unb Grunbsätze ihr in Fleisch «ab Blut können Übergehen!

Mögen tiefe vortrefflich« Ausführung« überall auf bem Lande Beachtung und auch hi« bet VolkSoerein immer mehr Boden finden. Bei richtiger Auffaffung und Ausführung feiner für die ländliche Bevölkerung besonderen Aufgab« kann er außerordentlich SeaenSreiches wirke«. An der Mithilfe bei seiner Einführung unb bet bauernb« Unterstützung wird es die Zentral­stelle des Volksoereins in M.-Gladbach gewiß nicht fehl« laffm.

Vermifdifes.

' Kaufmännisches Deutsch. Der Zweigverein Elberfeld deS »llgevremen Sprachvereins Hal Im vori­gen Jahre ei» Rundschreiben „an die deuisch-grstante HaudelSwelt" versandt, ix dem ein Kaufmann den mr- schönen Gebrauch überflüssiger Fremdwörter im Oe» schäftSverkehc geißelt und beweist, wie leicht eS ist, bei einigem guten Stilen auch in diesem reines Deutsch zu schreiben. Er sagt: „Ich beehre mich. Ihnen mit­zuteilen, daß ich in Zukunft auf Ihre gefl. Offerte» verzichte, auch b-auchen Sie mir keine RetseAvlse mit dem Ersuche» »m Refervternng meiner OcdreS zu sende». Ihre Angebote und Anstellungen und deutsch­abgefaßte BesuchSanzeigeu nehme ich dagegen gerne in Empfang und hatte meine Aufträge für fie bereit. Zirkulare, Memoranda, PrriSkourante, Kataloge und ähnliche fremdsprachige Stege wandern ungelesen in den Papierkorb; Rundschreiben, Mitteilungen, Preis» liste«, Warenverzeichnisse und Musterbücher finden im­mer Beachtung. Ihr Reisender möge mir auch keine Ordre-Spezifikation oder KommiffionSkopie htnterlaffeu. Das würde zwar nicht zur Anullierung der perfett ge­wordene« Ordre führen, weil ich einmal vollzogene Abschlüffe nicht willkürlich rückgängig mache, aber eS wäre daS letzte Sefchäst gewesen. Ich remmtttere die Valuta Ihrer Fakturen weder per comptant, «och per Kaffa, »och in KouponS, auch nicht in Rimessen pro Diverse oder durch »ccept »der in Bistapapier, verlange auch keine konditionSwidrig« Bonifikationen und mache leine Antictpatione» und Dekorte für Skonto, DiSkonto ufn». Ihre Rechnungen werden «ach Ver­einbarung bezahlt, entweder bar und in ZinSfchetn«, oder in einem Ltchtwechfel unter Kürzung um die üb­lichen 2 v. ß. oder sonst begründete Abzüge oder in Kundemvechsel aus gute Bankplätze. Ich mache keine h conto-Zahlung und honoriere keine durch Kommis präsentierte Quittungen. Dagegm leiste ich auf Wunsch Teilzahlung an Ihren Angestellte«, der mir Ihre Quittung vorlegt, Sew chtsberechnungen mache man nach Roh- und Reingewicht, nicht brutto und netto. Wer Emballage usan ermäßig franko retour verlangt, erhält die Verpackung nicht nach Handelsgebrauch frei zurück. KontoKorrmte prüfe ich nicht. Buch- und Rechnungsauszüge aber werd« nachgesehen. Sorti­mente und Kollettion« sende ich an Interessenten nicht gratis und franko, unterhalte auch grundsätzlich keine Filialen «nd Agenturen. Musterbücher und Waren­probe» find dagegen von mir und meinen Zweigge­schäften oder von meinen Vertretern auf Wunsch um- Kund gebührenfrei zu beziehen. Ich fabriziere ordinären Produkte für Exportzwecke oder für solche Sroßstst« und Detailltstcn, die darauf besonders reflettieren. Für daS Ausfuhrgeschäft stelle ich keine minderwertig«, sonder» nur beffere «rzeugntfle her und ich schätze den Kleinhändler ebenso alS Kunde» wie den Großabnehmer. Nowrautes oder I» Fabrikate in modemm und chicen Fa^onS kaufe ich weder z» zivilen Preis« noch jn minimalen Notierung«; aber für gute Neuheiten und preiSwürdige dem Zeitgeschmäcke entsprechende War« bi» ich stets Abnehmer. Ich tarne als deutscher Kaufmann kein Debet und Kredit, son­der» nur Soll und Habe» und ich mache keine Inven­tur und vtlauz, sondern eine Aufnahme und eine» Jahresabschluß; ich n«ue Erkundigung nicht Infor­mation xnb ich sage nicht ä und pro, wenn ich zu und für meine, kurz: ich hasse alle unnötigen Fremdwörter und liebe eine kurze und klare Schreibweise, wie fie dem Kaxsmann allein wohl ansteht. ES zeichnet ufro."

♦ Unnötige Angst. „Die ganze Nacht üb« hat ter Sopfschmerz nicht «achgelaff«. Ich fürchte, Herr Doktor, es ist vielleicht am Ende ein HiruentjündLng." „Dazu seh« doch jede Boran-setzung.*

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