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M «7.

Fulda, Mittwoch, den 22. März 1905.

32. Jahrgang.

Erstes MLcrü.

Deuffches Reich.

Berlin, den 21. März 1905.

—* Geheimer Mrdizinakat Professor Dr. R. Neuvsrs ist vom Rcrifer durch Verleihung des erblichen Adels ausgezeichnet worden. Der fetzt im 50 Lebensjahre stehende hervorragende Arzt für innere Krankheiten wurde seinerzeit be­rufen, unter sehr schwierigen Umständen die Be- Handlung der Kaiserin Friedrich zu über­nehmen.

/ Das Deutsche Reich hat bekanntlich im Jahre 1900 80 Millionen Mark 4prozentiger Ochatzanweisungs« begeben, von denen die Serie III über 20000000 Mark am 1. April d. I. fällig wird. Während die beiden vorher- aegangenen, am 1. April und 1. Juli 1904 fällig gewesenen Serien I und II den Inhabern gegen 3'siprozentige Schatzanweisungen umge­tauscht wurden und, soweit ein Umtausch nicht erfolgte, zur l ;ren Rückzahlung gelangten, werden die am 1. April d. I. fälligen 20 Mill. Mark der Seri lil ihrem vollen Betrage nach bar eis gelöst. Oie Verzinsung hört mit dem 1. April d. I auf; im Interesse der Inhaber liegt es daher, ie Schatzanweisungen rechtzeitig zur Einlö'ung vorzulegen, zumal die bei den Reichsbankstellen außerhalb Berlin? zur Ein­lösung gelangenden Schatzanweisungen vorher de« kgl. preuß GtaatSschulden-Dlßungskasse in Berlin zu Anerkennung eingesandt werden müssen. Von der. Serien I und II, deren Zinsen­lauf am 1. Apr»l und 1. Juli 1904 ausgehört hat, find 70000 Mark bisher noch nicht zur Einlösung gelangt.

* Wie langsam in Begnibignugssacheu mitunter die sonst so hurtigen Mühlen der Staatsanwaltschaft mahlen, sihrt der folgende der ,Voff. Ztg.' mitgeteilte Fall: Tin preußischer Anwalt erhielt Mitte März 1905 (Neunzehn- hundertundfünf) die vom 7. März 1905 datierte Nachricht, daß sein, am 24. November 1902 (Neunzehnhundertundzwei) eingekochtes Gnaden­gesuch für eine vom ihm verteidigte Dienstmagd abgelebnt worden ist.

8 Ueber Reichsdeutsche im Auslande hat der Allgemeine Deutsche Schulverein eine Statistik ausgemacht. Er zählt in den Ver­einigten Staaten etwa 2800000 Reichsan- gehörige und R^ichsbürtige. Außerdem gäbe es m allen übrigen Ländern zusammen wohl nicht allzuviel über eine M llion, in Großbritannien mit Einschluß seiner Kolonien 150000, in Oesterreich-Ungarn 120000, in der Schweiz 112000, in Riißsan > und Polen 100000. in Frankreich 90000, in Belgien 40000, in Hol­land 30000 in Brasilien 50000, im übrigen Europa, Mittel- und Südamerika, Afien und Afrika zusammen vielleicht 100000. Zu welchem Grade diese Zahlen durch das Gesetz vom Juni 1870 beschnitten werden, zeigt sich an den ver-

M-ichas SchmkMMtter.

Dan Leben nacherzahli vs« Marg Schlichter.

H ------ (Nachdruck verboten.)

Am andere« Morgen kam Ribero, einen reuen Verband anzulegen. Bruno saß im Brtt und löffelte mit Martha- Hille eine Tasse Schokolade aus

»Nun, schmecke'» ?* fragte lächelnd Ribera

,0, prachwoll ? WaS M-^rtba kocht, schmeckt immer mit. Wear? ich Maler bin. will ich l ! Rom wohnen. Dann soll Martha meine Haushälterin werden und immer meine LiedliogSspeisen kochen."

„So, das find nette Aussichten*, lachte Martha; „ass meinen Geschmack wird dabei gar kei«r Rücksicht genommen."

„Mir scheint eS 2« wahrscheinlichsten, daß bis dahin lä gst jemand de-ne Gchmester zur Hausfrau erkoren hat*, meinte der junge Arzt Dabei streifte chr liebliche» Gesicht ein Blick, der fie erröten ließ. — Ribero folgte nur zu gern der Aufforderung, fich »och einige Male nach ihrem Sohne umzusehen. Die Verletzungen heilten inbeffer. schnell und boten keinen Vrua-- zu ferneren BesuHen

„Meinst da nicht auch, Robert, daß $8 wohl ariig wäre, wenn wir Doktor R-bero aufforderten, einen Abend bei un» zvz-bringen? Wir find ihm doch zum Dank verpflichtet. Wir mir seine SHdin sagt, rst er leben Abend mit seinen Studt-n beschäftigt. Da wür­ben ihm prar Stunden im häuslichen Kreise eine an» «nehme Abwechslung sein Es bleibt nur dahinge­stellt, ob die Mutter zweier heiratsfähige« Töchter mit dieser Absicht nicht einen besonderen Zoeck v-r- ststg n wollte "

^Der arglose Pivseffor saus da» jedenfalls nicht Md sagte einfach:

„Nuo, menu du das m-rnfi, mir ist e» recht",

schiedensten Beispielen in drastischer Weise. In Rumänien z. B. sollen von 50000 Deutschen, von denen 11000 in Bukarest wohnen, nur 2000 als Reichsdeutsche eingetragen sein. Die meisten find ohne Wissen und Willen ihrer Reichsangehörigkeit durch die Bestimmungen deS Gesetzes vom Juni 1870 verlustig gegangen.

* Die Aeltefteu der Berlirrer Kauf- »««»schäft haben geglaubt, dagegen Stellung nehmen zu sollen, daß die Reichstagskommission die Börsengesetznovelle dilatorisch behandeln oder gar gänzlich unter den Tisch fallen lc-ffen könnte. Die Herren Aeltesten schämen fich, bemerkt dazu die »Deutsche Tagesztg/ diesmal nicht genau er. kündigt zu haben; sonst würden fie wissen, daß die Freunde der sogenannten Börfenresorm im Reichstage längst darauf gedrungen hätten, daß die Novelle »eitet beraten werde, wenn fie nicht nach Lage der Dinge fürchten müßten, daß fie bei der Weiterberatung eine ihnen wenig ange­nehme Gestalt annshmen würde.

* Die Bndgetkommisfiv« des Reichs­tage- hat am Dienstag die Beratung des Mtli- iäretatS beendet. Vorher wurde der Streit in der Platzfrage für das neue Postgebäude in Rüdeshiim zugunsten der Regierungsvorlage ent. schieden. In der Frage der Neuorganisation der technischen Institut« der Infanterie und Artillerie trat die Kommission unter Einbeziehung deS Militäroerfuchsamrs auf den Boden der Rrgie- rungsoorlage. Nach Erledigung einiger Pttitionen (Zahlmeister-Aspiranten, Zeichner, Verwaltungs­schreiber, Revisoren), bei denen die Regierung sich entgegenkommend äußerte, nahm die Kommis­sion den Etat für die Expedition nach Oftafien unverändert an. Die Regierung erklärt, daß China in Zukunft die Entschädigung in Gold an Deutschland zahlen werde. Nächste Sitzung Mittwoch.

* Gpeier, 21. März 1905. Heute sand die feierliche Beisetzung der Leiche des Bischofs Dr. v. Ehrler statt. Der Prinzreger-t hatte mit seiner Vertretung den Regierungs-Präsidenten der Pfalz, v. Neuffer, betraut. In seinem Testamente hat der Bischof den Dom zu Speiet zu seinem Univetsalerben eingesetzt. Seine Ver­wandten erhalten Legate, feine Vaterstadt Milteü- berg eine Stipendien-Stiftung, seine Dienerschaft eine Leibrente. Seine Sommerwohnung in Land- stahl vermachte er nebst Bibliothek seinem jewei- ligen Nachfolger.

Bus dem Reichstag.

169. Gitzrmg »om 21. März 1906.

Eröffnung l1/« Uhr.

Die MatSberatung wird fortgesetzt beim «tat deS Reich-Militärgerichts.

Der Etat wird debatteloS bewilligt.

«S folgt der Militäretat.

Hierzu lag eine Resolution Gröber (Ztr.) vor, wonach für Milttärvergehen daS System der mildernden Umstände eingeführt werden soll. Mne Resolution Dr. Müller-Metnin en (ft. Vp.) forderte die Beseitigung deS Mißverhältnisses zwischen den Be« strafunaeu von Borgesetzten und Unter­gebenen und bezog fich im übrigen auf Verminderung der Fälle deS Ausschlusses der Oeffentltch- kett im MilitärstrasgerichtSwesen.

Abg. Dr. Müller-Meiningen (ft. Vp.) begründet seine Resolution mit dem Hinweis auf zahlreiche Fälle, tu denen durch allerhand Praktiken die Oeffcntltchkett ausgeschlossen worden sei.

Abg. Gröber (Ztr.) wieS daraufhin, daß daS Militärfirafgesetzbuch zwar ein System von Strasver- fchürsungen kenne, nicht aber Strafmilderungen, die in gewissen Fällen, wo rS fich um im Affekt begangene Ausschreitungen junger L-ute handle, gar nicht zu ent­behren seien.

Abg. Himberg (kons.) erklärte fich gegen beide Resolutionen. Bei Vergehungen von Untergebenen gegen Vorgesetzte handle eS fich um einen Angriff ans raS wichtigste Gut der Armen, nämlich die Disziplin, und da seien weder geringere Strafen noch mlldernde Umstände am Platze.

Kriegsminister b. Einem trat dieser Auffaffun, bet. Wo an fich eine mildere Auffaffung am Platze sei, greife das Begnadigungsrecht ein.

Abg Gröber (Ztr.) wandte fich gegen die Auf« faffang deS Kriegs Ministers, daß ein «rundsätzlich-r Unterschied in der Beurteilung von Vergehen von Untergebenen gegen Vorgesetzte berechtigt sei.

Die Abstimmung ergab die Annahme beider Resolutionen.

Mittwoch: Fortsetzung.

Schluß 6 Uhr.

Bus dem Landtag.

ASzeorb»ete«tz«tS.

166 Gttznng vorn 21. März 1905.

Eröffnung ll1,« Uhr.

Das HauS ehrte zu Beginn der Dienstasfitzun, daS Andeyken deS verstorbenen Ministers des Innern Frhru. v. H arn merste-u in der üblichen Weise. Km Donnerstag wird aus Anlaß der BeisetzungZftter nur eine kurze Morgen fitzmiß adgrhslten.

Das HauS genehmigte in der 2. Lesung die Wege- ordnung für Wefipreußen und hierauf die Vor­lage brtr. die Freihaltung des Ueberschwem- mungsgebieteS der Flußläufs.

Seitens deS Zentrums wurde diesem Gesetzentwurf gegenüber geltend gemacht, daß eS viel zu tief in baS Privateigentum eingreife. Für den Westen, wo die Freihaltung deS UcberfchwemmungSgsbieteS ausreichend durch Polizeiverordnnngen geregelt fei, sei daS Gesetz üderflüsstg und schädlich.

Adg. Dr. Dahlem beantragte deshalb. eS aus den Oste», wo eS zur Durchführung der fchlefifchen Hoch- waffergefetze notwendig ist, zu befchränken.

Der Antrag deS Abgeordneten »r. Dahlem wurde ab gelehnt.

I« einer Ges ch äftSo rdnungS-Debatte am Schloß. der Sitzung erttärte-- die beide« konservativen Parieren uuv die Nationallibrrale», daß fie mit der 1. Lesung der Berggesetznovelle erst am Montag bkginnen würden, weil dir 1. Lesung infolge der kurzen Sitzung am Donnerstag und deS Feiertags am SarnS- tag in dieser Woche doch nicht mehr zu Ende geführt werdm könne.

Abg. Herold (Z) erhob gegen diese «orfchlagung Einspruch; indrffen haben die 8 Parteien eS in der Hand, ihre» Willen durchzusetzeu.

Schluß 4'/, Uhr.

Der ruölkh-japan. Krieg.

Vom Kriegsschauplatz liegen heute keine wichtigen Telegramme vor. Kutopatkin, bet sich bereits auf der Heimreise befand, hat vom Zaren die Erlaubnis erhalten, auf dem Kriegs­schauplatz zu bleiben und hat dort das Kom­mando ber ersten Armee übernommen. General Gripenberg, dessen Rückkehr auf den Kriegs- schaupll-tz man nach der Abberufung Karopat- kms allgemein erwartet hatte, ist kaltgestellt

und die bald darauf erlassene Ettladunz wurde m-t Dank asgeiiommcn. Martha hatte d-n Teetisch hübsch anmutig geordnet, und wenn man anch feere besonderen Umstände gemach» hatte, so sah doch olle- recht freundlich und einladend aus- R trro war ein angenehmer Gesellschafter, aber zu Marthas Leidwesen verwickelte ibn der Vater bald in ein gelehrte- Ge­spräch über physikalische Experimente, woran die junge Dame sich nicht beteiligen konnte. Lina hingegen be­wies durch gelegentliche Aenßerurgen, daß sie in der Physik wohlbewandert war.

„Ja, sehen Sie,* sagte der Professor, »die Lina ist so eine Art Farnvln- in «reinem Laboratorium und würde, wenn fie ihr Examen machte, nicht die schlechteste Note bekommen. Die Martya versteht da­von nicht die blaue Bohne, aber fie iB unser sorg, sames HauSwütterchen und könnte mit ih er Staatene» schweflet au- der Oper fingen: „Ich kann kochen, ich kann stricken, ich kann backen, ich kann fl cken.* Dieser Kuchen, der Ihnen zu munden scheint, ist ein Produkt ihrer Kunst.*

Ribero lächelte: „Run macht eS mir ein doppel- teS Vergnüge«, demselben eine tatsächliche Anerken­nung zu zollen,* und langte nach einem zweiten Stück. Und während seine Aug-r, Martha folgten, di? so an­mutig zu servieren verstand, dachte er tm Stillen: Welch' eine reizende, kleine Hau-ftau würde fie für mein zukünftige- eigene- Heim sein*

Ja angenehmer Unterhaltung derging der Rest de- Abend-, und sl- R brro anfbrach, gab er gern dar von ihm geforderte Versprechen, von jetzt an öfter einen Abend in der Lauter'schen Familie zu- zubringen.

„Meinst Du, ich wüßte nicht, daß Du der Magnet bist, der Ribero zu unserm Hause zieht,* sagte Betty eines Tages zu Martha. „Er hat ja nur Augen und Ohren für Dich, wenn er ber »n« ist.*

„Willst Da wohl still sein, Du naseweiser Ding,* erwiderte Martha ärgerlich mit gerötete« Wangen.

„ES wäre wir sehr unangenehm, wenn dergleichen in der Stabt gesprochen würde.*

„Als ob Ribero- Verehrung für Dich ein Ge­heimnis wäre. In unserer Klasse hat man schon allerlei Anspielungen auf ein zarte» Berhältni» gemacht.*

„Ra, ihr seid die richtigen modernen höheren Töchter; sage mit eben mal die Regeln über den SubjoKttif her, das ist eine passendere Unterhaltung für Dich!*

Betty aber büpste durchs Zimm r und sang: „Und wer 'ne schöne Schwester hat, der kriegt bald einen Schwager, und wer noch Hru im Stalle hat, dem wird die Kuh nicht mager.*

Da ging die Tür auf und Ribero stand hinter ihr.

„Sie Haden ein reizendes Sümmchen, bitte fingen Sie daS Liedchen noch einmal!*

„Haden Sie schon lange gelau'cht? Warum haben Sie denn nicht angeklvpst?* kam e- in sicht­licher Verlegenheit von Betty'S Lippen.

„Ich bitte sehr um Verzeihung wegen meine- Eindringens. Ihr Mädchen hat mich hierher geführt, nun flogen Sie bi» Lied noch einmal *

Aber Betty hatte fich au8 dem Staube gemacht. Mar-Ha stand dem jur gen $orvs in peinlicher Be­fangenheit g-gerübec. Dieser blickte zur Tür, a(S müsse ver Wiidiang wieder hrrrmstürrnrn. Doch jetzt tönte Betty'S Stimme von unten Herauf:

„Ich weiß nicht, wo» soll eS bedeuten.*

Ribero ergriff beide Hände Marthas und blick e ihr in da- erglühende Gesichtchen. . , ,,

„Martha, ich kam, Ihnen zu erzählen, daß ich einen Ruf al» Hülstarzr an der Eharitee io Berlin bekommen habe.*

W-e, Sie wollen fort?" sagte Martha tob blickte erschrocken mit ihren großen, blauen Augen zu Ibm auf.

„Ja, abtt kb möchte nicht allein ziehen. Martha, wollen fie mich begleiten ans allen meinen Wegen al» mein holdes, geliebte» Weib?*

worden. Sein Verh ilten gegenüber dem Ober­kommandierenden und seine plötzliche Abreise vom Kriegsschauplatz sind ihm in der Armee Übel vermerkt worden.

Kuropatti« befand fich, wie ein Berliner Blatt meloet, zur Uebernahme des Kommandos der ersten Armee durch den früheren Ober kom­mandierenden bereits auf dem Wege nach Eu­ropa, als er plötzlich um'cehrte. Nach einer Unterredung mit General Linewitsch sandle er ein in rührenden Worten abgefaßtes Telegramm an den Zaren: Es sei ihm unmöglich, den Kriegsschauplatz zu verlassen, der ihm heilig sei; er sei bereit, a!S einfacher Soldat dort zu verbleiben. Er bitte den Zaren, ihn mit dem freigewordenen Kommando der ersten Armee zu betrauen, und er hoffe, dadurch Gelegenheit zu bekommen, seinen Ruf als Heerführer wiederher- zustellen. Genera! Linewitsch sandte ebenfalls ein Telegramm an den Zaren, in dem er die Bitte Kuropatkins unterstützte, worauf umgehend eine zustimmende Antwort des Zaren erfolgte. Kuropaikins Vorgehen hat in mili­tärischen wie in Privatkreisen Petersburgs die größten Sympathien für ihn hsrvorgerufen.

Für die D««er des Kriege- hat die russische Regierung grststtet, Nerztestellen mit Studenten der Medizin oder Hörerinnen medi­zinischer Frauenkmfe zu beietzen und auch mit Diplomen von südländisch, s. Universitäten ver­sehene Personen zozulaffen, falls diefs ein Staats- exümen bestanden oder wenigstens zwei Jahre in Krankenhäusern praktiziert haben. Aus­ländische Siebte, die in russische Dienste zu treten wünschen, müssen Mßer einer dahin­gehenden Grktärung noch Zeugnisse über ihr Staatsexame . und ihr; evtl. Praxis in Kranken­häusern an die Verwaltung des Obermedizinül- Inspektors einsenden.

Admiral Roschdjeftweusky weiß nicht, wohin. Das russische Geschwader, das bisher vor Nosfi Bv auf Madagaskar lag, ist am Don­nerstag nachmittag von dort mit unbekannter Bestimmung in See gegangen. Es wird wohl folanze im Stillen Ozean umherirren, bis es gänzlich verschollen ist. Kläglicher hat wohl noch nie eine mit grogeih Geräusch ittttirnom- mene Aktion geendet, als die Expesition dieses baltischen Geschwaders, von dem man sich Wunderdinge versprach. Und dazu noch die Blamage, englische Fischerboote für japanische Torpedoboote angesehen und als solche beschossen zu haben.

Busland.

* I« der französischen Kammer begann gestern (Dienstag) die Generaldebatte über den Gesetzentwurf, betreffend die Trennung von Staat und Kirche. Es warm 65 Redner eingeschrieben, und dieser parlamentarische Kampf wird einer der heißeften werden, den die Kammer seit Jahren erlebt hat. Der frühere Kammer­präsident Drschanel, ein Progresstst, der sich erst neuerdings aus taktischen Gründen als Anhänger der Trennung bekannt hat, wird heute wohl den Reigen der Redner eröffnen Die Sitzung vom

Schon ruhte Martha» Köpschrn an seiner Schattet, und mit Entzücken vernabm er das Geständnis ihrer Gegenliebe. W?r lange fie ko in seligem Empfinden dagestanden und fich die Zukunft in den rosigsten Farben auSgemrtt, sie wußten eS wohl kaum. End­lich fand Ribero -S an der Zett, aus? feinem H unnel aufzuwachen. Einen Kuß drückte er ans Marthas Lppen, dann wandte er fich zum G'hen:

„Bereite deinen Vater vor. Morgen will ich kommen und mir mein Glück aui seiner Hand er­bitten.*

Martha stürmte zu ihrem Baier und teilte ihm in frendrger Erregn g eie Absicht RiberoS mit, hcfftr fie doch, er toütns sogleich feinen Segen dazu geben. Statt dessen erhielt fie eine sehr unfreundliche Ant­wort. Denn obwohl der P-ofiffir die guten Eigen­schaften der jangm Arzte« zu schätzen wußte, so waUte er doch von einer detarttgen Berbindung für- eiste noch nicht, wissen. MarihaS Enttäuschung war groß. Die ganze Nacht verbrachte fie in unbeschreiblicher Auftegur.g. Ach! Warum maßte die häßliche Prosa deS Leben- zwischen ihr und ihrem Glücke fteh'N. Watz brauchten fie und Pablo große Schätze? Sie waren fich ja selbst genug. Wie hatte doch i r Ba-rr getagt: „Bon der Siebe kann man nicht lebe - * War weiß drnn "uch ein trockener ©.lehrtet, der im Spätherbst sei-»« Lebe»- steht, von dem LiebeSftühttng zwtter junger Herzen!

gn weniger poetischer, aber echt realistischer W ise wurde uster ihr im Schlafzimmer der Ettern die Ver­lobung bis spät in die Nacht hinein erörtert.

„Er hätte warten sollen,* sagte der Profissw ärgetttch, „bi- er drüben nne gesicherte Existenz baue, bann bitte ich Um -ie Martha gern anvertrrut. Einmal muß man sich ja doch von feinen Kindern trenn:n Ader j-tzr scho. ? Bon den lumpigen t>aar hundert Trier» können fie doch ta Berlin nicht lebe .

„Ach waS, fei doch sich, daß dn eine verfi lzt kriegst,* eiferte feine Gattin belieben. „Wüta* M