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M 66.

Fulda, Dienstag, den 21. März 3905.

WMWMUINWMWWWWW»

32. Jahrgmtg.

Muchas ZlhlvikgttSlMer.

Dem Leben nacherzählt vos Marg. Schlichter.

2 ------ (Nachdruck verboten.)

„£), daran dach e ich allerdings noch nie, sagte Msriha uab bl ckie mit kindlicher Bewunderung zu ihm aus. »Jetzt begreife ich, weshalb Sie Llchtev- fiern- lttbster Asfilienr find. Der iS ja auch Arzr mit Leid und seele und steht das HWichstr alte Weib mit irgend -inet imer< flauten Krankheit lieber a!S dar fwovsiL junge Mädchen."

Riders lächelte.

„Wenn Sie vorhin eine Ärmster utrg LichiensternI .getzöct hätten, würden Sie die letzte Bemerkung gewiß nicht g macht haben, Md ü' riqenS suhle ich mich gr- schmichett, za ersah,«, daß S i sich schon früher mH meiner Wmigkelt bkschäfiigt teb«. Nun, M ist so Nei«, daß die wenigen Fremd» notwevdigerwrise «ffallrn müflen." Hah fich innerlich belustigest), dachte Ribero daran, wie viele neugierige Köpfe ihm Verstohlen nach?/b:ickt Hütt«, als er h.- bin ersten Tagen seroe» hießge» Aufenthaltes dmch die Streß« ging Martha erröreke iudeflen über ihre urwocfiLttg» Bemerkung; aber sie fand es d-ch riefig nett daß er gar keine An- spielnng auf daS Zasamaientr'ffm von grsterr abend machte Sollte er ste vi'lleichr nicht wi-drr erkannt hab«? Das war doch uvtzlaubltch. Sie sollte bolO Gewißheit hoben. Ribera bot ihr eine Sckale an, die wir Traubenroftnn,, Mandela und italienischen Rüffsr cesülll war. Martha gr ff «sch den l'tzterrn.

„Siädige- Fräulein, kuacken Äü ke ue Nüffe mehr. Es wäre schade um ihre herrlichen Zähne."

„Wso doch —* sagte st- unwrll'ürlich. „Ich hatte fast geglaubt. Sie hätten m ck nich' wieder er« «nut Ich bia aber überzeugt daß doS kleine Ge­heim «iS mein« Schwester bet Ihn« gut aufgehoben

ist. O, wenn ste etwas davon erführe! Würde ihr übrig«- kurz geschnittene- Haar nicht ebensogut stehen? Sie hat einen so feinen, kleinen Kopf. Aber ste war immer so stolz auf ihr schönes Blondhaar und war ganz urglücklich, als es der Schreie zum Opfer fallen mußte."

„Das Haar Ihrer Fräulein Schwester hat dieselb- Farbs wie das Ihrige. Rubia como el sol blond wie die Sonne," würden meine galanten LandSleure sagen N

„Man drückt fich im Spanischen wohl recht poetisch aus, und wir hübsch da- klingt in Ihrer ssönen Muttersprache." Dabei knackte ste eine Nuß nach der andern, indem fie fich des, Nußknackers bediente „Seh« Sie, ich befolge ihren Rat. Aber wird das Leben mir nicht ab und zu eine Nuß zu knacken geben, mit der ich nicht so gut fertig werde als mit dieser hier? Meine Mama, die so leicht schwarz sieht, prophezeit mir wakchmal derlei unangenehme Dinge. Sir meint, ich nähme das Leven viel za leicht und werde noch mal eine widerspenstige Schü­lerin abgeben, wenn dar Leben mich einmal ernstlich in die Schule nehmen sollte."

„Hoflenilich steht Ihne« dann jemand zur Seite, der au- der widerspenstig« eint gelihrige Schülerin macht. Welcher Erdgeborene kann sagen, daß er vom Leben richt zu lern« rat?"

„Mir schaudert aber vor ernst« Lektionen. Lieber möchte ich »nb-lehrt bleib« und immer sich and leicht durchs Leben tanz«."

„So wie heute abend etwa," lächelte Riöero. „Mein Fräulein, das Möchte ich IHv« nicht wünsch«. Sie würden nie so zur eigen« Selbsterkenntnis kommen Nur dmch dr- Schicksal- Hrnd ®«t> da- schlummernde Gute ans Licht gezogen. Möge aber Gotte- Hand Sie gnädig führ«, damit Sie fich immer Ihr heiteres, sonniges Gemüt za wayren toiff'n "

Wie ernst er war, dieser Doktor Ribero, und et war doch nur um wenige Jahre älter als ste, dachte March«. Aber gerade ihr heitere- Wesen Watte

Deuffdies Reich.

Berlin, den 20. März 1905.

* Kaiser Wilhelm wird auf seiner Reise «ach dem Süden am 31. März auch Tang er anlaufen und dort dmch einen Würdenträger des Sultans begrüßt werden. Das erregt natürlich allgemeines Aufsehen und givr zu allerlei Ge­rüchten und Vermutungen Anlaß, zumal nachdem der Reichskanzler jüngst im Reichstage erklärt hat, er wolle fich Vorbehalten, auf die marok­kanische Frage noch zurückzukcmmen. Be­sonders in England und Frankreich regt fich das Mißtrauen. Es geschieht gewiß nicht aus Liebenswürdigkeit gegen Deutschland, sondern zur Aufstachelung der Eifersucht Frankreichs, wenn die Landoner ,Times' fich zum Verfechter deut­scher Rechte aufwirft und fich aus Tanger melden läßt: „Der Mißerfolg der französischen Mission nach Fez wird täglich offenbar, während die An­näherung zwischen dem Magtzzrn, der marokkani­schen Regierung, und Deutschland täglich beut« ' licher herantritt. Beabsichtigter- oder unbeab- fichtigerweise hat der französische Gesandre dem Sultan zu »erstehen gegeben, er vertrete nicht nur Frankreich, sondern in P^oxi ganz Europa. Der Sultan ersuchte sofort den deutschen Ver­treter um Aufklärung. Die Sache kam vor dir deutsch? Reichsregierung, und diese erklärte, Deutschland sei nicht nur nicht beteiligt cn irgend­welchen Abkommen, betreffend Marokko, sondern habe offiziell auch nicht Kenntnis von dem Vor handeniein solcher Abmachungen; auch betrachte man als selbstverständlich, daß die Integrität Marokkos gewahrt bleibs. Hierbei ist Deutsch­land sicher in fernem Rech:, und der Erfolg ist, daß der deutsche Einfluß heute in Marokko vorherrschend ist- Kaiser Wilhelms bevorstehen­der Besuch erregt in den Kreisen der Eingeborenen große Befriedigung, Der Kaiser wird nicht nur -mit offiziellen Ehrenbez-ugungeü empfangen wer­den, sondern auch mit Freude von der Bevölke­rung Marokkos. Die politische Willigkeit des Besuches ist überaus groß im gegenwärtigen Zeit­punkte. Die Mauren glauben, dieser Besuch werde allen französischen Anmaßungen in Marokko ein- für allemal ein Ende setzen." Die ,Nordd. Allgem. Ztg/ bemerkt dazu: „Wir können bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß der Kaiser bereits vor Jahresfrist in Vigo während der Zusammenkunft mit dem Köaig von Spanien rückhaltlos erklärt hat, daß Deutschland in Marokko keine territorialen Vorteile irgend welcher Art er­strebe, sondern dort nur für die Fortdauer der wirtschaftlichen Gleichberechtigung eir.zulreten habe. Bis heute haben rmr keinen Anlaß, zu anmuten, daß der Sultan von Marokko Verpflichtungen einzugehen beabsichtigt, welche seine Unabhängig­keit beschränken und ihn künftighin verhindern würden, allen handeltreibenden Völkern auf seinem

Gebiete die gleiche Behandlung zu teil werden zu lassen. Uebrigens bringt die Lage von Marokko es mit sich, daß bei dieser Frage die Jntereffen des Weltverkehrs in Betracht zu ziehen sind."

\ Der Kronprinz hat den General der Infanterie v. Werder aus seinen Antrag von der Führung der Geschäfte als Vorsitzender des Berwaltungsausschuffes der Kaiser Wilhelms- Stiftung für deutsche Invaliden entbunden und den General v. Seeckt zum Vorsitzenden dieses Ausschuffes ernannt.

—* Der Minister des Innern, Frhr. v. Hammsrstei«, ist an einem Anfall von Asthma mit bedrohlicher Herzschwäche schwer erkrankt. Sein Befinden hat fich im Laufe des heutigen Vormittags noch verschlimmert. Der Kaiser hat durch seinen Leibarzt, General­arzt Dr. v. Leuthold, über den Zustand des Ministers Bericht einholen lasten; auch die Kaiserin hat fich nach dem Befinden des Kranken erkundigen laffen. (steh? Depeschen. D. Red.)

* Die Fiuauzkommissiou des Herren« Hanse- hat heute die Beratung des Etats be­gonnen. Für dieselbe fir-d 3 Tage in Ausficht genommen. Das Plenum wird am 27. d. M. beraten über Erweiterung der Stadtkreise Dort­mund und Königsberg, die Lotterieosrttäge mit Lübeck und Mecklenburg, die Denkschrift der A-l- fiedlungskommisfion und über Petitionen. Zuge- gangen ist dem Herrenhaus ein Entwurf betr. Aenderung der Amtsgerichte in AlttLandsberg und Lichtenberg.

§ Dem deutsche» Ttudenteutag widmet die .Rat.-Ztg.', die dem Lärm um die „akademische Freiheit" und der Hetze gegen die katholische,? Verbindungen von Anfang an mit einer für ein liberales Blatt anerkennenswerten Unbefangenheit gegenüber gestandm hat, einen längeren Artikel, der auch etwas ganz anderes enthält, als pure Bewunderung und unoerhohlese Zustimmung Zwar mit der Veranstc-ltung an und für fich, ;0wie mit dem Verlaufe und seinen Ergebnissen ist sie nicht zufrieden, zumal wenn ste Vergleiche mit der Studenttnbewegung in anderen LäudSÄ zieht. Dan« aber sagt ste den Leutchen, im Ernst habe der deutsche Student, wenn et fich ruhig besinne, nicht den geringsten Anlaß zur Klage und zur Sorge wegen der Antastung seiner idealen Güter. Die „selbstlose Begeifte- rung für ein hohes pharttasUscheS Z'el" gefällt ihr zwar, aber nur insofern, als sie darin eine Umkehr von der Streberei, KorpsfimpUei und dem öden Bierkomment, von den Aeußeriichkeiten des Studententums zu seinem wahren Inhalt erblicken zu dürfen glaubt- Und dann kommt gleich wieder ein neues „aber". „Aber die?« An- erkennung der Bestrebu- gen, aus denen der erste deutsche Studententag herrorgegangen ist, schlicht nicht die Zustimmung zu all« seinen Forde­rungen ein." Es gehe wirklich nicht, daß irgend eine" Vereiniguna aus einer deutschen Hochschule Japanern oder Russen, Oesterreichern oder JtaUe- nein feierlich in Telegrammen und Adressen ihre Bit- Hgutig oder Mißbilligung eines Vorganges erkläre, der nur jene Nanonen betreffe. Junge Leute feien nicht dazu da, Politik zu treiben, weder in der

Lula noch auf der Vierbank. Bis ste selbst zu wählen harten, könnten fie fich unbeschadet ihrer Selbstherrlichkeit eine gewiffe Zurückhaltung in der Beurteilung politischer Dinge und Ereignisse auferlegen, die der Bescheidenheit ihrer Jugend nur gut stehen würde. Das gilt vor allem, wenn eS fich um die Meinung von Kommilitonen handle, die von der ihrigen abweiche. „Man kann nicht die Freiheit für sich und den Zwang für Aädersoenkende fordern." „Die katholischen Verbindungen auf den Hochschulen stad unerfreu­liche ErscheinulUen, wett fie ein gefährliches Ab- sonderrmgselement in die Smdentenschrfl hinein- tragen. Aber fie find nicht schlimmer und-nicht unstudentischer als die antisemitischen Vereine und 6ie pietistischen Konventikel protestantischer Theo­logen, die vor einigen Jahrzehnten in Halle florierten. Im Namen der akademischen Freiheit kann man nicht einen Verein katholischer Studen­ten verbieten und etwa eine Bereinigung zur Propaganda der Lehren Darwins m-d Haeckls gestatten; was man dem Wifftn gewährt, ist man auch dem Glauben schuldig. Auf den Lni- verfitäten und technischen Hochschulen Nord- und Mitteldeutschlands, selbst in Heidelberg, Karls­ruhe und Tübingen find die protestantischen und jüdischen Dtudenterr in so großer Mehrzahl, daß ihnen die Handvoll katholischer Komililonen, die fich „aktiv" einer katholischen Verbindung ange> schloffen haben, weder in ihren Stadien noch in ihren Vergnügungen hinderlich sein bmn. Viel­mehr wüßten diese wenigen in ihrer Vereinzelung unts? bett- Druck und der Ablehnung der Ge> noffersch ,£ leiden. . , . Die karhol-scheu Der« bindung-n auf den Hochschulen find ebenso ver­hängnisvoll und Merwünfcht, wie der Zustrom der polnischen Arbeiter in hie Brrgbaudistrikts Rheinland-Wests ^lens, sie tragen ein dem Wesen und dem lZetrirö der Wissenschaften entginge« setzies, auflössnbes Element in die Uujve sttäten hinein, allein sie können vsn einem freien, mo­dernen Staat nrcht '»tm drückt, sondsrer nur durch den Geist . er MahtchM und die. liberal« 0t> finmwtzLrr deutschen. Studentenschas- ä&eiswmoen werden. M Studenten sind nir-srnds Berufen, m her Polittk ein-- entscheidete Rolls Wspielen. ■X .i wenigster; in. Deuffchiattd, wo tS genug, an« bete; gesetzmäßige Faktoren zur politischen Betä­tigung gibt."

* Der Gesetze«tw«rf über die AriedenS- Wüsenzstärke, wie et von der Budgetkommis- sion des Reichstags beschloffen worden ist, lautet in den Hauptbefiimmung -n fclgendermcßm:

§ 1. «SM 1. April 1905 ab wird bte Fried«?- präsmzstSrte des deutschen HeereS als JnhreS-Durch- fcknittSstärte allmählich derart erhöht, daß ste im Laufe de? Rechnungsjahres 1909 die Zahl von 505,889 Ge­meinen, Vef-ett«a und Ober^efretten erreicht und in tiefer Höhe bis znm 81. März 1910 besteh« bleibt.

An dieser FriedenSpräsenzstärke find beteiligt Preuße», eivichließlich der unter preußiicher Mititär« Verwaltung stehenden Kontingente,

mit....... 892,979,

Bayek» mit . . • . 55,424, Sachsen mit ... . 87,711 und Württemberg mit . . 19,725 Gemeinen, Gefreiten und Obergefreit«. Soweit Württemberg nach Maßgabe seiner BevöHerungSziffer die ihm zu­

sallende Zahl nicht aufbringt, werden aus dem preußi­sch« KontingentSoerwaltungrbezirke so viel R-krvt« an daS württerndrrgische Kontingent abgegeben, al» er­forderlich find, um biff« Fliedenspräsenzstärkr zu er­reich«, Bon der Fri-denspräseuzstärke g>hcn 2- 01 Oekommriehaudwerker ad, für der« Ersatz durch Zr,il- dmdwerker die Borbereitn-z« spätestens bis zum 31. März 1910 im Etat zu treffen fi d. Die Brrmind^-ung der Zahl tritt mit dem Er,atz ein.

Die Einjährig Freiwilliz« kommen auf die Frie- de«spräj«zstärke nicht in Anrechnung.

In offen« Unlrroffijieistrllen dürfen Gemeine nicht verpflegt werd«.

8 2. Die Zahl der vorhanoenen Formation« wird

in!

bei der Infanterie auf . . bei der Kavallerie auf . . bei der Feldartillerie auf . bei der Fußartillerie auf . bei den Lionier« auf . .

bei d« Brrkehrsirupp« auf

. 683 Bataillone,

. 510 ASkodranS,

. 574 Batterien,

. 40 Bataillone,

. 29 Bataillons,

.12 Bataillone, bei dem Train avf . . . . 22 Baiaivonr

... der Weise erlöht, oaß bei der Kavallerie 10 Skka- dronS vom 1. «pnl 1910 biS zum Schluß dieses Rechnungsjahres, die übrigen ^ormattonen bi- zum Schluß des RechuungSjah,ks 1909 gebildet werben.

[§] Die Nmchtr«gsetaiS zum Sieichselnt 1904 und 1905 find dem R ichstsgeWgegangm. Der 3. Nachtrnfi§etat zum Reichs: tat 1904 fordert insgesamt aus Anlaß bet Expedition in Büdrvestaftika rund 27000000 Mark, wovon auf die Verstärkung der Schutzttuppe 25000000 Mark entfallen. Insgesamt berufen sich die Verstärkungen auf 308 Offiziere und obere Militärbeamte und 12298 Unterbeamte, Unter­offiziere und Mannschaften. LomiL wächst die Schutztruppe ohne Marine-Expt'itionskorps und Reservisten, sowie unter Berü fichtigung eines Abganges von etwa 700 Köpfe durch Tod und Heimsendung auf rund 13400 Mann. Für be­reits geleistete Ausgaben sucht der Nachtrazsetar Indemnität nach. Der ErgänzunaSeiat für 1905 fordert im ordentlichen Etat 907 692 Ma^; im außerordentlicherr 34257500 Mark. Es werden u. a. gefordert zur Errichtung einer Gommer­wohnung für den Gesandten in Teheran 160000 Mark, zur Beftrrüung der Verwaltungsausgaben in Kamerun rund 700000 Maik, für die Post- und Teleoroph-nverwaüun«- in Südwesiasr.ka 790000 Mark, davon 500000 Mmk zur Er- Weiterung des Telegrapheuuetzes. Die Fo drruog im Ecgänzungsetat für Südwestafrika verlangt 8000000 Matk für Besoldung de- n<Mrdivgs entsandten oder noch zu entsc' denden Verstärkung, nahezu 4000000 Mark für Bekleidung und Aus­rüstung, über 6000000 Mark für Verpflegung, 2500000 Mark für Kraftfutter für Rett- enb Zugtiere, weitere 2500000 Mark für Ergänzung dieser Tiere und 4500000 Mark für Frachtkostrn- Zusammen werden in beiden Etats gefordert 61610500 Mark, zu decken durch Anleihen und 1163692 Mark, zu decken durch Mairikularbei» träge. Di- 61610500 Mark sind ausschließlich für Südwestafrika zu bewilligen

* Für die Mitglieder des Reichtags ist an. Montag im Reichstage eins Z«ssw«r n- stelluug über die Arbeitszeit der Fabrik- arbeiteriunen fow : über b-e Arbeiisoerhä v niffe bei den der Aeldzet-gmeisteret unterfieUien mechanischen Jrn itt-te, Artillerie und Tr.ftnse» pots eingeganger-.

m gemein anziehendLaus den jung« Arzt. Selbst in der Nacht noch glaubte er ihr mmtterlS Grplauder und fiibrrhellrS Lach« zu hör«. Und al- er endlich den ersihni« Schlaf fand, stand ihr Bild noch lieblich und strahlend vor seinem gristigen Auge.

Mariha hatte eine sehr unruhige Nacht «ach dem Ball. Wine TrSvme nmg^ukelten fie. Sie träumte bon einem wett« Meer, das ste auf einem Kahne dmcksegle. Bald wölbte fich ein lachender, blauer Himin-l über ihrem Haupk. D t gölten en Soan«- strchl« spiegelt« fich in b-n bläulich« Fluten, und leichter flog ihr Fahrzeug über den leicht gekräuselt« Wellen dahin. Bald aber stieg« drohende Wolken am Himmel auf, die Sonne v^rounkelte fich, heulend erhob sich aer Sturm, geamliigr Wogenmaff« türmt« fich auf, utib schon glaubte fie, ein Opfer der zürnenö« Flut zu werd«. Doch bald wandelt fie wieder unter feen Pttm« de- fern« SüdevS. Fremde Bilder und Sestatt« tauch« nct ihrem Auge auf. Aber fie ksru fich im ferne« Lande unendlich erafam vor und vergeblich suchte ihr Auge ein bekannte» liebe» Avttitz, eine treue Hand, d>e fie führ« und be­schützen könne. Endüch erwachte fie. Gott Dar-k, daß alle» rur ei« Traum gewesm war l- Aber fie wac schrecklich müde und der Kops ihr schwer. Bar ihr lagen Sie Buketts, die fie im Sotüüor« erteilest hatte. Am gestrigen Abrsd hatte fie solche Freude daran gehabt, und j tzt ließ feer Anbu'ck ihrer S'egeS» trrphäen fie ziemlich gleichgllttg. Denn einer hatte ihr kein Bukett ^edracht, noch fade Schmeicheleien ge­fugt wie die andern. Aber sein teure» Bild sta .d ihr lebhaft vor Äuge«, und öfter om tage ertappte fie fich daruuf, wie fie seine Worte fich ir- DedächtniS zvröckttrf. —

„Hurra! Morgen beginnen die gerier !"

Mit diesem Freude« ru e wälzte fich eine Schar Unter» terttauer aus dem wetten Tore des HymnafiumS. Sie irugm all« ein Dokument von höchster Wichtigkeit, « hielt es doch du- Endergebnis ihr« Le stanz« toäbrtnb der letzt« drei Mm-ate. Für viele sollte es

sogar b« Maßstab ihrer zu e warte? den SLeihnach S- bescherurig sein. Nach dem Schnee und Rege weiter der letzt« Tage bähe e« die Nacht gefroren und al« die Kunden auf d-m Do-ichof anlangtrn. bltze tg^en eine blanke Eistete « gegen. Im Nir $o ea die Zensuren verschwuno«, und' fich gegesf.itig schiebend «ad stoßend wk llre jeder dicselbe zu-rst erre-ch-n Zn der munteren Schar zählte auch Bruno Lavier. Avec wie gewöhnlich zog er den kürzere«. Ein derber S'vß eirei g ößerea Knaben brachte ibn au« dem Gleich­gewicht. ist fiel jämmerlich zu Boden und stieß einen tauten Schrei au«.

„N«n höre einer diele Quaierliese an; heult g eich tote ein altes W-ib," riefen einige der Maaten y. d fielen iiher ibn her, fernen Rück« mit Fäuft« zu be­arbeiten. In diesem Ängenbllcke kam einer der ß teer drs W-^S und trat an die Gruppe he-nn.

„Dachte ich es doch, daß e- wieder Bruno -st, d« ihr da unter geldegt habt. Müßt ihr denn im-^er euer Mit chen an ben Schwächer« kühlen? Aber was ist dir mein Juntze? Deine Hand blutet ja."

„O Herr Lehrer, ick — ich bin in Gla- gefall»,," und B-uno hob sie stark blutende Hand empar. Die a-.dern Knaben bückten jetzt ganz erschrocken d Id auf ihren Lehrer, bald auf ihr« Kamerad«.

„So, wach yu schall, daß du nack H?use kommst, es wird wohl so schttuim nicht sein," sud von einem Dutzend iUt^ükr kSkorverr, von denen jeder schon euoaS Achrlicher erlebt daben wollte, wwkerle Bruno ieiuem 4trr isfen Haute zu. Er fand ' ur Manha daheim, b e ri-cht wenig Über da- unglückliche E-eiaws erschrak Sie schickte da- DierstuiädL.n sofori zu Geheimrat Lichtenstern u- d badete inzn^rven dir verletzte Hard in kattem Wasser. Die Zeit erschien ihr sehr lang, bi- die ersehnte Hülfe k» m. E- War aber nicke Lichi«fiern, sondern fern Assist- r<- arzt Datier R>tero. Ersterer war gerade auhe> faalo feer 6tnbt. Rcke-o vweisuchte die verletzte Ha,o. Da aber jrve Berührung sehr schmerzlich vor, betäubt er 6« Patienten und nahm mit größte