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Monatsberlages „Möaer GeschichtöMtter".
«iieioees e®N Wxdtioe petitzecktz «M» bereu «au« 15 PU. Seflamen die Petit,- - 25 Psg.; bei wieder Holungen wird eutspr.
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Druck und Verlag der zuldaerSctiendruSer^ in Lulda (hannoiUe, Lernsprecher Nr.».
M 56.
Fulda, Donnerstag, den 9. März 1905.
32. Jahrgang.
Erstes ZZLcrLL.
Gestaltung der Kolonial-Abteilung schon seit einem Jrhre eine so starke Entwickelung durchgemacht hat, daß fie den Umfang eines Reichsamtes er*
Parlamentarische Nachrichten.
§ Die Bubgetkommissio« des Reichs- tag» genehmigte am Mittwoch die Mehr sor*
v. Tirpitz, dem Generalinspekteur der Marine, Admiral von Köster, und dem Ehef der Marine« station der Nordsee, Admiral v. Bendemann, empfangen. Er fuhr zum Sx-r-ierhause, wo die Vereidigung der Martnetruppen statt* fand. Der Kaiser hielt darauf eine Ansprache an die Rekruten. Von dem Exerzier Hause fuhr der Kaiser nach dem Osfizierskafino, wo da« Frühstück eingenommen wurde. — Auf der Reise hierhin stattete der Kaiser dem o'denbmgische» Hofe einen zweistündigen Besuch ab.
* Karlsruhe, 8. März. De'- Sroßherzog hat den Präsidenten des Dtaatsministeriums und Minister der auswäriiaen Anßelegerch eiten Dr. v. Brauer auf sein Ansuchen wegen leidender Gesundheit unter besonderer Anerkennung seiner ausgezeichneten, langjährigen und erfolgreichen Dienste in den Ruhestand versetzt und zum Ritter )eS HauSordens der Treue ernannt. Der Minister rer Justiz, deS Kultus und des Unterrichts, Dr. Frhr. v. Dusch, wurde unter B,laffung in dieser Stellung zum Präsidenten deS Staats- Ministeriums, der Ministertslbireklor G-h. Rat Frhr. v. Marschall zum Präsidenten des Ministe* riumS deS großherzoglichen Hauses und der aus- wärtigen Angelegerheilen und zum Wirk!. Geh. Rat ernannt. (Arthur von Brauer ist 1845 n Karlsruhe geboren, wurde 1868 RechtSprakti* kant, und trat 1872 in den deutschen Reichsdienst ein; er war bei den Gesandtschaften in Bukarest, Petersburg und Kairo beschäftigt und wurde 1890 außerordentlicher G-sandter und Bevollmächtigter Minister am Berliner Hcf für Baden, 1893 Minister der LuSwärrigen Angelegenheiten und des Eisenbahnwesens, am 27. Juni 1901 Ministerpräsident. — Der neue Ministerpräsident Alexander Frechere von Dusch ist ebenfalls aus Karlsruhe gebürtig und steht im 54 LtbenS» shre Er war als Richter und BtaatSanwalt n Mannheim und Karlsruhe tätig und über* nahm am 21 Juri 1901 das Mtmst rium ter Jrchiz, des Kulius und Les Unterrichts. — Frei* zerr von Marschall, der neuernannte Minister der auswärtigen Angelegenheiten, war bisher im Staat/ministerium beschäftigt und vor futtern zum Ministerialdirektor ernannt worden. Er ist ebenfalls geborener Karlsruher und 48 Jahre alt)
reicht hat und sogar mehrere schon vorhandene Reichsämter darin übertrifft. Die pekuniären Anforderungen sind angeblich nur gering, da der Chef in seinem Gehalte nur um wenige tausend Mark erhöht wird und ein Ral bereits mit der Ausübung von Direktorial'Sefchäften betraut ist. Ein eigenes Geschäftsgebäude ist ebenfalls vor* Handei».
—* Die Bewacharrg der Herero. Es wurde gemeldet, daß in dem Nachtrags Etat für Deutsch - Südwestafrika auch Summen für Äon» zentraiions Lager für die Herero, die sich unterworfen haben, gefordert werden würden. Wie die ,D. Warte' von befiunterrichteur Seite erfahren hat, trifft diese Nachricht nicht zu. Unter Konzentrations-Lagern versteht man eine Unterbringung größerer Menschenmaffen, die der Bewachung durch Truppen bedürfen, in Lagern. Dies ist aber gegenwärtig nicht beabsichtigt. Die Zahl der Herero, die den Kampf aufgegeben haben und sich den Deutschen stellten, ist bis jetzt verhältnismäßig gering. Den bisher vorliegenden Berichten nach zu schließen handelt es sich vermutlich nur um ein paar hundert Köpfe. Auf alle Fälle beläuft sich ihre Zahl noch nrcht auf 1000, wobei sowohl Kinder wie Weiber mitgerechnet sind. Um fie zu bewachen, soll nicht ein Trupprn-Aufgebot herangezogen werden, sondern man will sie bei geeigneten Stationen an- si-deln. Dort erhalten sie für ihre Arbeitslei- stungen Brot bezw. Lohn. Es wird also ähnlich mit ihnen verfahren werden wie seinerzeit mit den Eingeborenen bei Windhoek. Man rechnet damit, daß die Schwarzen dort bleiben werden, wo fie Effen erhalten. Zu ihrer Beaufsichtigung würden dann einige Polizisten genügen. Man geht bezüglich ihrer Bewachung von der Voraussetzung aus, daß ihnen ein Entweichen im allgemeinen auch bei strengerer Abschließung doch gelingt, wenn sie es beabsichtigen. Deshalb hält man es nicht für notwendig, daß besondere Truppen - Kommandos, die gewiß anderweitig gute Verwendung finden können, hierfür bestimmt und ihren eigentlichen Aufgabsn entzogen »verden.
* Wilhelmshaven, 8. März 1905. Der Kaiser ist treute vormittag IV k Uhr hier eingetroffen und wurde am Bahnhofe von dem Staatssekretär des Reichsmarineamts Admiral
Deutidies Reich.
Berlin, den 8. März 1905.
** Mit der Frage der konfesfionelle« Etrrdeertea Verbindunge« hat fich om Dienstag eine allgemeine Studenten-Versammlung der technischen Hochschule zu Cdarlottenburg beschäftigt und folgende vom Ausschüsse eingebrachte Resolution angenommen: „Die katholische» Kor- poratisnen als solche (nicht die einzelnen Mit- «lieber) werden von der Vertretung durch den Ausschuß ausgeschlossen." — Die Vertreter der Wrkdenschast erklärte fich gegen die Resolution, «eil für ein derartiges Vorgehen die 'rechtliche Grundlage fehle.
* Die Borlage wegen Errichtung eines Molonialamtes wir» jetzt, roie die,Deu.sche TagesUg.' erfahren haben w ll, derart gefördert, daß sie noch im laufenden Monat an den Reichstag gefangen kann. Große Änderungen wird sie nicht bringen, namentlich nachdem die
Senior Bchrmann ist der erste Geistliche der Hamburgtschen Landeskirche. Man kann nicht wohl annehmen, daß er dem Kaiser Aeußerungen iu den Muvd legt, welche der Kaiser nicht getan hat. Ob die Aeußerungen allerdings getan worden find, um weiiergegebm zu werden, ist eine andere Sache. Das hat der Senior Behr* mann zu verantworten. Die .Köln. Vztg/ verzeichnet den Bericht des .Hamburgischen Kirchenblattes' -weil er, falls keine Richtigstellung erfolgt, in Verbindung mit anderen bisher nicht richtig gestellten Mitteilungen, beweisen wübe, daß der Kaiser fich lebhaft mit dem Geda k-m an den «Kampf gegen den Ultramontanismus'' beschäftigt.
In manchen katholischen Kreisen, in denen man gern in Illusionen sich wiegt, gefällt man sich in der Vorstellung, Kaiser Wilhelm II. habe eine ausgesprochene Sympathie für den Kaiholi ziSmus; in ausländischen katholischen Kreisen, wo der Illusionismus noch stärker entwickelt ist, als daheim, hat diese Vorstellung sogar zuweilen zu der Phantasie fich verdichtet, der Kaiser sei auf drm besten Wege katholisch zu werden. ES ist, sagt daS genannte Blatt, unsere auf Tatsachen gestützte lleberzeugung, daß Kaiser Wilhelm II. der Katholizismus nichts weniger als sympathisch ist, daß aber der Kaiser als weitblickender Staatsmann der innerpslitischen Lage, wie sie durch die starke Stellung des Zentrums namentlich im Reichstage gegeben ist, Rechnung trägt und daher, wie die Dinge zur zeit l e ten, kulturkämpferischen Aktionen abhold ist.
Öle kirchenpMische Stellung ö<$ Halfers.
Die Mitteilung des Pfarrer Waitz, Prinz Heinrich habe ihm gegenüber bemerkt, er, der Prinz, sowohl wie der Kaiser wünschten eine „antiultramontane Bewegung", hat bisher kein Dementi erfahren. Jetzt sendet man der ,Köln. VolkSztg.' die Nr. 10 des Hamburgischen Kirchenblatts, in • Verbindung mit Pastoren und GemeinSemitglieder» der Hamburgischen Landeskirche heraüsgegeden von Karl Reimers, Palor zu St. Michaelis. Dort findet sich ein Artikel, „Vorläufiges über die Dom- weihet von Senior Dr. Behrmann, dem wir das Nachstehende entnehmen:
Der Kaiser ließ von dem Sormenschei» deS Wohlwollens, das er unserer freien Harfsstadt schenkt, einen Strahl auf mich falle»; die Kaiserin freute fich meines Pastore»kra,rnS, und als ich im Laufe der Unterre- dunz äußerte, daß ich alle paar Jahre mit zweien meiner Töchter nach Berlin reiste, um ihnen die Herr- ttchkeiieu der Rnchshauptstadt zu seigert, leuchtete ihr Lngkficht von mütterlichem ikrifav. Die Galatafel im Weißen Saal de? Königlichen SchloffeS war hochfestlich, in Ruhe konnte man hier fein Auge weiden an dem Anblick der Majestäten, des Kronprinzen, sowie anderer fürstlicher Herrschaften Ja der Bildergalerie beehrten die Majestäten besonders die anwesenden Geistlichen mit zum Lei längeren Unterredungen. Mir setzte der Kaiser auSeinaader, welchen Erfolg er fich von solcher Feier ober richtiger von dem, was fich in solcher Feier auspräge, nämlich von der Zusammengehörig- feit aller Protestanten, für den Kampf mit dem UltramontaniSmuS verspreche; übrigens erzählte er, d»s auch Mitglieder deS Zentrums bei der Domweihe zugegen gewesen seien. Manche Einzelheiten aus den sehr intereffanten Mitteilungen des Kaisers entziehen fich felbverständlich der Wiedergabe, doch darf ich dieS alS Ueberzeugun« deS Kaisers verkünden: Sticht irgendwelche Organisation ist eS, wodurch der Protestantismus den Katholizismus besiegen wird, denn in der Organisation wird die katholische Kirche unS stets überlegen fein, aber an den Früchte« wird man erkennen, wohin der Weg fich neigt, denn an ihnen erkennen wir, ob Sott mit uns ist oder mit jenen, und ist Sott mit uns, dar» fiegen wir, wenn auch nicht in zwanzig oder in zweihundert Zahle», vielleicht in fünfhundert Jahre».
derung von drei neuen preußischen Pionierbataillonen, ebenso ein weiteres preußisches Telegraphenbataillon nebst BespannunaSabieilung, die verlangten drei Trainbataillone und bi# 633 Infanterie-Bataillone. Darauf wurde § 2 mit Ausnahme der Kaoallerieforderung, welche gestern abgelehnt wurde, im ganzen angenommen. Bei der Beratung den § 1, der von der Durchführung der Erhöhung der Friedenspräsenzfiärke biS zum Jahre 1909 handelt, wurde ein An- trag Gröber angenommen, wodurch sich die PrLsenzziffer um btt Zahl der Oekonomiebanb. werker vermindern soll, soweit solche durch Zivil- arbeitet ersetzt werden. Mit diesem Antrag wurde § 1 angenommen. § 3 wurde ebenfalls genkhmlg!.
§ Die Kanalkommissio« des Herren harrseS beendete heute mittag die Beratung der Kanalvorlage. Dieselbe wurde in allen Teilen unverändert angenommen. § 1 wurde in der Gesamt Abstimmung mit 18 gegen 3 Stimmen angenommen (4 Mitglieder fehlten), das ganze Gesetz wird mit 18 gegen 4 Stimmen angenommen (3 Mitglieder fehlten) Graf Mirbach bringt folgende Resolution ein, die anregt, ob nicht im Gebiete des westlichen Kanalnetzes dieser Vorlage mittelst des Umbaues der bezüglichen vorhandenen Bahnen zum elektrischen Schnellbetriebe für den Güter- (und Personen- ?) Verkehr ein besserer Ersatz derjenigen Kanalstrecken, welche sich als Neuanlagen von Wasserstraßen barstellen, gesunben werden kann, und eoent. einen Gesetzenlw-uf vorzuleoen, bet eine entsprechende Abänderung des westlichen Kanal- netzes verlangt. Zur Abstimmung kommt die Resolution auf Wunsch des Antragstellers nicht. Abgelehnt wirb dann eine Resolution Struck- mann, betr. Schaffung von Stichkanälen von Hannover nach Hildesheim, Peine, Lehrte. Eine Resolution des Grafen Mirbach betr. Herstellung genügender Borflut im Gebiete des masurischen Kanals bezw. der masurischen Seen, und eine zweite, bett. Kanalisierung der Mosel, Saar und Lahn, werden angenommen. Der schriftliche Bericht soll bis zum 20. ds. MtS. ftrliggestellt werden. Der Wieberzusammentritt des Plenums ist für des 27. ds M s. in Aussicht genommen
* Sttmaumgsbild «ms dem Reichstage. Das war heute wieder ein verlorener Tag im Reichstage, nur nicht für die Vertreter bet Regierung, beim die waren bis auf zwei zu Hause geblieben. Vizepräsident Dr., Paasche wollte zwar die Behauptung nicht durchgehen lassen, daß im Reichstage unrütze Reden gehalten würben, aber wozu bie heutigen Reden eigentlich nützten, wird er selbst schwerlich angeben tonnen, wenn auch eine von ihm herunter war. Auf der Tagesordnung standen ein freisinniger und ein polnischer Antrag auf Neueinteilung der Reichstagswahlkteise, entsprechend bet Verschiebung bet BevölkerungSoerhältniffe. Etwas neues war über diese wiederholt erörterte Frage nicht zu sagen. Die Stellung der Parteien zu ihr hat fich auch nicht geändert, sodaß bie Anträge nach wie vor aussichtslos waren. Weber bie pathetische Rede deS Abg. Kop sch (fr. Bp.), noch die leidenschaftliche deS Abg. Ledebour (So».), noch die sanft-süße deS Adg. P ach nicke (fr. Vgg.) vermochte bie aus Zentrum, Rechten unb Nationollibelalen bestehenden Mehrheit von der Vortresfl chkeit der Anträge unb der Haltlosigkeit der dagegen vorgebrachten Bedenken sozialer, wirtschaftlicher unb politischer Natur, die namens des Zentrums brr Mbg. Dr. Pich- ler vortrug, zu Überzeugen. Segen Sozialdemokraten, Freisinnigen unb Polen wurden die Anträge ab gelehnt. Wäre die Besetzung so schlecht gewesen wie in der letzten Zeit, so hätte die Linke die Annahme leicht Durchs, tzen können, denn sie und Freisinnigen batten sich in unge wöhnlich starker Zahl eingefunden. Jndeß auch bie anderen Parteien hatten fich vorgesehen. Freilich wäre bie Annahme der Anträge praktisch bedeutungslos gewesen. Morgen wirb die Etatrberalung fortgesetzt.
Bus dem Reichstag.
168. Sitzung »cm 8. März 1906.
Eröffnung l1/« Uhr.
Ars bet TaakSmdnrrug st-hen ein freisinniger urb ein polnischer Antra, auf Sleueinteilnni der Reichk- ?agSwahlkreise. elfterer ist erstellt vrm Abgeo,dürren Ablaß, letzterer vom Abgeordneten EhrzanowSN. Die beide» Anträge decken fich, infofern fie die Berschte bürg der BevölkernngSverbältniffe bei der Neueivteiluug berücksichtigt wtffen wolle». Der polnisch« Antrag vcr- lasgt über de» freifiiuigen Antrag aber hinaus, daß daS im Wahlgesetz von 1869 fm § 5 vorgesehene B?r Verhältnis: 1 Abgeordneter auf 100 COO Seelen beide> galten wird.
«bg. «vpsch (fr. 8p.) begründete de» freist»rügen »»trag. 9t verwies auf die Tatsache, daß fisjtine Wahlkreise die Durchschnittszahl von 80 0CO Wählern rem daS drei» bis vierfach« übersteigen, während ordere
I nicht einmal die Hälfte Ser Durchschnittszahl erreichte«, er beantragte schließlich, beide Anträge der Rezi rung zur Brrückfichttgung zu überweisen.
Abg. Korfanty (Pole) begründete den polnischen Antrag wit dem spezielle» Hinweis auf die Verhält» »iffe in Oberfchlesten.
Abg. Paafche (»l) erklärte, mit dem nackten Zrhlen- prinzipe könne man in dieser Frage nicht auSiomme». Der Anttag würde den Einfluß der kleinere» und speziell der süddeutschen Staaten im Reich schwächen und andererseits der Sozialdemokratie zugute komme». Er beantragte die Ueberweifung der Anträge »zur Erwägung".
Abg. Freiherr v. Richthofen-Damsdorf (t) erklärte, seine politischen Freunde würden sämtliche Anträge ablrhnrn.
Abg. Gamp (Rp.) wendete fich gleichfalls gegen das dem Artroo zugrunde liegende Zahlenprinzip.
Abg. Dr. Pichler (Z) erklärte, daß daS Zentrum pinzipiell dem Antrag zur Zeit ablehnend gegknüder- stehe, und zwar namentlich mit Rückficht auf die ländliche Bevölkerung, deren Einfluß durch den Antrag herabgemindert würde.
Für de» Antrag sprachen noch die Abgeordneten L brbmtr (S.), Gothei» (fr. Bg.), Ablaß (fr Bp), Segen ihn die Abgeordnete» Böckler (ftnttf.) Hilpert (bay. Bauernbund),
Die Abstimmung ergab die Ablehnung fämtlicher Anträge.
Damit ist die Tagesordnung erledigt.
Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr (Kleine Borlagen nnd Fortsetzung der Beratung deS Etats beim Etat deS Reichsamts deS Innern)
Schluß »/«9 Uhr.
Bus dem Landtag.
Abgeorbnet-utzauS.
166. Sitzung vom 8. März 1906.
@ iffiinng IP/« Ufer.
Ei;<-nbahr etat. Die fortgesetzte allgemeine Ke* sprech» i bezieht fich auf die BerkehrSpolitik, speziell die Ta iffcage.
ES entspann fich eine allgemeine Debatte über die Perforier«- und Gütertarife, wozu eine ganze Reihe von Anträge:, vorlag.
Nach längerer Debatte wurde ein Antrag angenommen, der bezüglich der Personentarifreforru eine Vereinfachung deS j-tzi-en Systems, ohue da« wefeut- liche Ausfälle für Vie EtaatSfinanze« bewirft werden, verlangt, sowie bezüglich der Gütertarife eia Lntrag, der die planmäßige Herabsetzung solcher Tarife fordert, die für die heimische Landwirtschaft und Jnoustris von Bedeutung find, wenn letztere den in'ändrscheu Markt beherrschen solle,
Bbg. Dr. Dahle« (Z.) beklagte es, daß die Bahnbauten, die einmal beschloffen, mit viel zu großer Langsamkeit auSgeführt »Areen, indem zu bureau- kratisch verfahren würde. Weiter tadelte er die hohen Mieten bei den BahnhofSrestaurationen.
Ab». Faßbender (Z) empfiehlt, auch für die 4. Wagentiaffe Sttchtraucheradteilungen einzurichten und die Antiaikoholbewegung dadurch zu ur ter stütz« n, daß den Bahnhoftwirten aufgegebe» werde, billige alkoholfreie Setränke bereitzuhalten. -
Minister Budde versprach die Anrezung bezüglich der Nichtraucherabteilungen in der 4. Wagenftaffe zu berücksichtigen.
Aus der weiteren Verhandlung fei noch hervorgehoben, daß Abg. Dr. Hauptmann für die Beibe- ha'tung bet Sonntagskarten eintrat und Abg. Frhr. u Wolff-Metternich (frt) für bie Beseitigung bet Härten des Sekunbä;bahngesetzeS und Gewährung von staatlichen Zuschüffen zum Srunderwerd aller Sekundärbahnen.
Die Weiterberatung wird hierauf auf Donnerstag H Ubt vertagt.
Schluß 4'/. Ubt.
Der ruiliidi-japan. Krieg.
Der Ra«>pf um Mukderr, der sieben, b e flrößeren Vorpostengefechte eingerechnet, zrha Tage währt, faßt nicht nach, fonbetn wird immer hartnäckiger. Am Montag frth setzte btt Kampf noch einer Privatmeldung aus Petersburg auf bet ganzen Front ein. Am S*en?tag morgen um 3 Uhr ging rusftscke Artillerie aus der Richtung vorn Gchado östlich der Eisenbahn gegen eine Anhöhe nö: blich von Turchiaiu» vor, wurde aber unter Verlust von 30 Toten zurückgeschlagen. Um zwei Uhr morgens am D-enStag konzentrierte fich bie russische Artillerie vor Tashvn unb Wanpaoshan, während große Jnsanteriemafl-.n zum Angriff vorgiuM?, ihr Feuer aepen unsere Stellung; fie wrrdrn aber um */a5 Uhr mö gens geschlagen. Um 11 Uhr vormittags am Dienstag besetzten bie Japaner Osihanchengpao im Westen der Eisevbohn unb schii-gen später ehren Angriff bet Rusftn bei bnn Versnch, den Ort wieder zu erobern, üb. Am richten Ufer dis Hurcho machen fich in btt Nähe von Hrngshitov, 7 Mei!en südwestlich neu Micken, Anzeichen bewrrlbor, daß die Russen aiimäh'uch Verstärkungen heranziehrn. D'e Ja- pamr befi tzien zwei Drittel von Ltkncrpeo, 8 Mrüen westlich von Mukden unb schlugen b- n Ge enargvff eiter rchstzchm Division ab. — Am Miiiwoch vormittag 8 Uhr nahmen d e Japaner Machuntan beim Kaüiulinapas'.
Vrm Mittwoch meldet bas Bureau Reut r aus dem Laxer Kuroli'S (soweit als möglich noch gestern abenb durch Sonber-Ausgabe bekannt cegeben D. Red.):
Die Russe» tänmteb bie gan^e Sch »hol iuie, fie fireA in »ollem