Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

«Äche

-hme» von des

>SrtS

ch.

■au. W («Ite. « «. Lach» «•ier. Mit:

Stfid Mein gelt.

11.

mit

je

923

itttt

r«k 919

:120 ßfö. stfd- jen« M° k

Wchemt IL-iich. M

Msnatzme tz«

-M Feiertage. Mertel-

Wck.ve»»grpreis vringrrlohn rav

Ä8ßeIgeldinKüda««d

JUwärtriMl- 50 pfs

Verantwortlicher

8chrtstleitrr:Z»s.v<m«

Ki'<?Ts«'»«. wocheilbellagrz „Illustrierte Sonmagrzeitung''

monotsMege: „Möaer GeschichMMer".

•ai<U«fit r« tife Wattige pttttyOt ZK deren Bannt 15 PU Beklawen di« petttzeK 25 Psg.; bei Wie** Holungen wird enttm

Babatt gewährt.

Druck und Verlag d« Fuldaer Acriendrucker»' in Fulda (§ar*o*6 Fernsprecher M »

R36

Fulda, Mittwoch, um 8. März 1905.

32. Jahrgang.

Deuffdies Reich.

Berlin, den 7. März 1905.

Oberst a. D. Hüger hat feit Jahren in ver Orffenllichkeit behauptet, daß in einer Beschwerdesache gegen ihn, sodann in einem ge« richtlichen und in einem ehrengerichtlichen Ver­fahren zahlreiche schwere Verstöße und Schlimmeres von Behörden, Offizieren und Beamten begangen worden seien. Die Angriffe Hügers waren der­art, daß fie, falls nicht erweislich wahr, zweifel­los arge Beleidigungen enthielten. Jetzt endlich, nachdem die Anklagen volle drei Jahre hindurch unbeanstandet in ganz Deutschland verbreitet worden sind, haben sich, wie das ,Berl. Tgbl/ hört, das preußische und das württembergische Kriegsministerium sowie einige Generäle, darunter der Generalleutnant Kämmerer, entschloffen, Strafantrag gegen Oberst Hüger zu stellen. Nun w»rd diese Angelegenheit hoffentlich ihre volle Aufklärung finden, und dem Oberst Hüger wird Gelegenheit gegeben, vor Gericht zu zeigen, was an seinen Anklagen Wahres ist.

* Die Kavallerie wird im Deutschen Reiche abgeschafft, wenn ein heute in der Budgetkommisston gefaßter Beschluß Gesetzes­kraft erlangen sollte. Die neue Militärvor­lage fordert eine Vermehrung der Kavallerie um 9 Regimenter oder 45 Eskadrons. Da 17 Eskadrons aus den schon vorhandenen Jägern zu Pferde gebildet werden sollen, werden also neu 28 Eskadrons gefordert. Das Zentrum will nur 18 bewilligen und da mit ihm in der Kommission die Vertreter der Linken stimmte», fo wurde zunächst die Forderung von 510 Eska­drons abgelehnt. Mit 500 Eskadronswaren aber Konservative und Rattonalliberale nicht zu­frieden, und lehnten fie mit Hilfe der Linken gegen das Zentrum ab, |o daß gar reine Kavallerie für das neue Quinquenat übrig blieb Wenn selbstverständlich dieser Beschluß auch im Pienum wieder rückgängig gemacht wird, so wird der Abstrich von 10 EstadwuS ohne Zweifel durchgesetzt werden. Abg. Gröber verlangte ferner, daß die Emzelßaaten die Mehrkosten zunächst durch erhöhte Malrikular- Umlage« deckten, wenn man nicht die Ver­schiebung der Vorlage um ein Jahr vorziehe. Auch dabei dürfte eS bleiben, denn für Deckung muß gesorgt werde».

** Dem Reichstage ist eine Denkschrift zu­gegangen über Errichtung einer dentsch-ostafri- kanische« Bank, sowie eine andere über die imsüdwestafrikanischen Schutzgebiete tätigen Land- und Mtnen-Gesellschaften.

* Di« Verhandlungen über die Unter­suchung der Beschwerde« der Bergarbeiter auf den Zechen Neu-Köln und Lyrtstian- Levin werden im ,Reichsanzeiger'veröffentlicht. Bezüglich der erstgenannten Zeche spricht die Kommisfion als ihre Ansicht über das Brweis- ergebnis aus: „Hiernach ist erwiesen, daß Miß­stände irgend welcher Art auf der Zeche Neu- Köln nicht vorliege«." Und bezüglich der Zeche Ehristian Levin sagt fie nach dem gleichen be­kannten Schema, fie sei „zu der Ueberzeugung

Ein bürgerliches Jahr.

Novelle von Earl Tonte Scaptnelli.

23 ------(Nachdruck derbstes-)

(Schluß.)

„Auch dir, Metta, Dank für deine Teilnahme; du hast meine Frau einmal zu kleinlich emgefchätzt, Rietta, ste ist ander- gewesen, stärker, liebender, aufopserungi- würdiger als wir alle!"

„Ja, al» wir alle 1" wiederholte Metta schluchzend.

„Stehst du's jetzt ein? 1"

Sie nickte mit dem Kopf, schluchzte auf und be­deckte mit dem Taschentuch ihre Augen, Fritz aber küßte ihr dankbar die Hand.

Einstweilen waren die Trauergäste an den Aus- g-mg des Friedhofes gekommen. Die Lichtenegg» stregeu in ihre» xäagen, um zur Bahn zu fahren, vom allen Achrer, den fein Neffe begleitet hatte, empfahl stch Fritz kurz und versprach, morgen ihn anfzusuche.'!, heute hätte er e» nicht vermocht.

So blieb er nun mit dem Ehepaar Bayer und mit Kommerzienrat Heller allein am Ausgange stehen. Bei Bayer wollte er den Abead verbringe», von denen ervvffre er sich den besten Trost. Sc ließ e» sich Heller nicht nehme», Soeben zu begleiten.

„Mr gehen zu Fuß," fegte Low », „ich muß mich sammeln, ich kann da» Klirre» der Fenster­scheiben im Wagen heute nicht rnetrr ertragen."

Schweigend schritten fie die schneebedeckte Land­straße hin, die vom Friedhof zur Borstadk führte.

Aus einmal sagte Heller: „Ihr Bries, lieber Freund, den fie mir gleich «ach dem Tode ihrer atmen Frau schrieben und in dem Sie mir kündigten, der gilt doch nichts. Nicht wahr?! Ich denke, Sie, der Sie di» jetzt in der Arbeit auf ginger, werden

gekommen, daß Mißstände irgend welcher Art, weiche zu berechtigten Beschwerden der Beleg­schaft Anlaß geben könnten, auf der Zeche Christian Levin nicht vorhanden find".

*# Die in dem nächster Tage dem Reichs­tage zugehenden dritte« N«chtk«gsetat für Güdwestafrik« enthaltenen Forderungen wer­den fich der ,Post' zufolge zum weitaus über­wiegenden Teile auf militärischem Gebiete be­wegen. So befinden sich in dem Etat feie Kosten für das Bataillon von Kamply, für zwei Feld- Telegrapherabteilungen, eine Funkentelegraphen- abteilung, das besondere Etcppen-Kommando für den Süden und mehrere Provisntkolonnen-Ab- teilungen für den Süden. Wahrscheinlich wer- den in diesem Etat auch die beiden Depeschen­boote figurieren, die in Kapstadt gemietet worden find und die zwischen Lüderitzbucht und Swa- kopmund fahren sollen. Ferner dürfte fich b:r Kondensator in Lüderitzbucht in biefem Etat vor- finden. Der dritte Nachtragsetat soll auch eine größere Summe enthalten, die zur Unterstützung der durch den Hottentotten Ausstand vertriebenen Ansiedler dienen soll. Hingegen ist die durch die Preffe gegangene Mitteilung falsch, derNach- tragsetat werde auch eine Forderung für den Unterhalt von Hereros und Hottentotten in den Konzentrationslagern enthalten; die Aufwendungen hierfür findet fich in diesem Nachtragsetot nicht vor. Der nächste Trgänzungsetat für 1905, der dem Reichstage nach bat Osterferien zngrhen wird, soll u a. Entschädigungsforderunoen für die im Milit iraufstand geschädigten Farmer ent­halten. Auch die Bahnfordrrung Windhuk- Keetmanshoop wird wohl in den Ergänzungsetat gebracht werden. Auch bei dem nächsten Er- gänzungsetat dürsten wohl militärische Forde­rungen die Hauptsache ouSmachen.

* Weitere Verluste «ns Deutsch-Tüd- weftafrika. @ir amtliches Telegramm aus Windhuk meldet: Jmendanturrat August Dre- wes, geboren 16. Dez. 1869 zu Dietrichsdorf, srüber bei der Intendantur der 28. Divifio', ist am 23. F?br. an Bord des Dampfers „B-r- gränow" plötzlich verstorben. Retter Emil Ber­ge mann, geboren 9. Nov. 1881 zu Damm, früher 3. Garde-Regiment zu Fuß, verirrte fich 15 Kilometer nördlich von Dabiz beim Ochsen­tränken und wird seit dem 15. Febr. vermißt. Gefreiter Reinhold Hilscher, geboren 13 Okt. 1883 zu Ober-Lobenda, früher 2 sächsisches Feld- Art.-Reg. Nr. 28, wurde im Gesicht bei Goschas am 5. Januar durch einen Schuß in die linke Schulter leicht verwundet.

—* Zum Mot des Reichsksnzlers haben die Sozialdemokraten eine Reso­lution beantragt, daß alte LandrSgesttze auf gehoben werden sollen, welche Polizeiliche Attfe»thaltsbeschrS«r«»ge» zulaffen. Ferner sollen reichSgesetzltche Erleichterungen geschaffen werden für die Aufnahme von Angehörigen eines deutschen Bundesstaates in einen anderen Bundesstaat.

Parlamentarische Rachrichte«.

* Die Bodgetkommisfio« des Reichs­tag- trat am Dienstag in die Spezialdebatte

jetzt in ihr Trost finden. Hatten Sie fie, r» ist ein kostbare» Gut!"

„Aber nur für die, die wisse», für wen fie ar- beiten !" antwortete Laiben finster.

„Sagen Sie da» nicht. Weiß ich, für wen ich arbeite, für wen ich mich Plage? Meine Kinder be­kommen einmal genug, ich bin ein aller Wann, dem die Ruhe gut täte. Und doch könm' ich mir ein Leben ohne Arbeit nicht denken!"

„Herr Heller, am Tage rach dem Tode meiner Frau ist'» mir klar geworden, daß ich trotz aller Mühen ttnb Plagen, trotz allem Schafte» und Frohn- den doch nie gearbeitet hab'. Wa» ich im letzten Jahre tot, war nicht» andere» al» d.r Arbettsrausch eine» kunstfinnigen Dilettanten. Ja, ja, Herr Heller, Dilettanten find ost fleißiger, als die Bernsileutt, ober fie schaffen nur solange, a!» fie Lust und Liebe zur Sache habe», fie arbeiten nicht wirklich. Denn Arbeit ist regelmäßige, zielbewußte Tätigkeit, Arbeit kann nur ein seelisch Ruhiger, ein seelisch Starker verrichten. Ich hab' Lust und Liebe zur Sache ge- habt. und nun, da die Frau, wegen der ich mich in die Arbeit stürzte, Stefan ben ist, ba ist auch die Lust, die Liebe weg. Ich 6äti' wegen dieser Frau damal» ebensogut Straße» gekehrt ober Steine geklopft; und jetzt, da fie tot ,p, seh' ich, daß e» nm ein Taumel war, ein Rausch, ver nicht anhielt. R.cht der Drang zur Arbeit, die Sucht rach Betätig« g war er, die »ich arbeite» machte, sondern die Liebe."

Da schüttelte Heller de» Kops: „Jetzt, da Sie so z» mir sprechen, da versteh' ich aus einmal einen Kn»- sprui, den der alte Bros Lichtenegg mir gegenüber über Sie, Baron, machte, da ich Sie engagier :u sollte.'

„Lochen ist der echte Aristokrat, da» ifirfen Sie nie vergessen," sagte er; „um fich als solcher, rat sich al» vornehmer, vollkommener, prächtiger Dillettam ganz betätigen zu können, hat ihm nur eine reiche Fra» gefehlt. Nun, da er eine arme heften will,

über die Friedensvräsenzstärke. Nach einer Be- werkung des Kriegsministers hält die Heeres- Verwaltung daran fest, daß das Gesetz am 1. April 1905 in Kraft trete. Ein intereffantes Resultat gab die Abstimmung Über die For­derung für die Kavallerie, indem die ganze Fordscung abgelehnt wurde. Die Forderung für die Fußartillerie, die ein Mehr von zwei Ba­taillonen aufweist, wird bewilligt. Mittwoch Fortsetzung.

** Zum Etat des Reichsgefundheits amtes haben die Freifinnigen den Antrag ein« gereicht, es möge baldigK der Verkauf von Ge­heim Mitteln und deren Ankündigung durch die Presse einheitlich durch Reichs gesttz geregelt werden.

Die Kommission des Abgeordneten­hauses für Handel «vd Gewerbe »ahm am Dienstag einen Antrag an, bet Erwägungen dr rüber verlangt, ob nicht zur Förderung des Genossenschaftswesens selbständiger Handwerker dis Bedingungen geregelt werden können, unter denen an Genoffenschasten oder sonstige Hand­werker-Vereinigungen staailiche Arbeits- oder Lttsinmgs - Aufträge übertragen weiden können.

* Die Novelle z«r Zivilprozeßord«n«g in der NeichstagSkommission. Am Diens­tag wurde ein Antrag Hagemamr (ntl.) ange­nommen, der die Zuständigkeit der Schöffmge» richte ausdehnt, fo auf die im Wege der Privat- klaae zu verfolgenden Beleidigungen, die aus An­trag zu verfolgenden Körperverletzungen sowie die Vergehen der §§ 123 Abs. 3, 241, 286 Abs. 2, 290, 291 298 St.-G.-B. und § 93 Abs. 3 der Seewannsordnung. Abg. Rintelen (Zrr.) zog seine Anträge wegen llebertragung der Zuständigkeit der Schwurgerichte in einer Reihe von Fcll-n an die Strafkammern (MeineidSfälle rc.) zurück, nachdem von Regierungsseite Wider« spruck erhoben war.

(*) Das Gesetz, betr. die Reform der Ei« kommenstener ist, wie die Regierung heute in der Budgelkommisfion des Abgeordnetenhauses mi teilte, fertiggestellt und liegt jetzt dem Skaats- ministerium vor.

—* Die Kavalkommiffio« des Herren­hauses ist zusammengetreten. Bis jetzt liegt nur ein Abänderungsantrag vor. Oberbürgermeister Struckmann (Hildesheim) beantragt Stich- kanäle nach Hildesheim und Peine.

Bus dem Reichstag.

157. Sitzung vom 7. März 1905.

Eröffnung Vji Uhr.

Zunächst wirb baS Nachtragsübereinkommen be­treffend daS Inkrafttreten be» österreichischen Handels­vertrags in erster und zweiter Lesung bebattenlo» an­genommen.

Hieraus wirb die zweite Beratung beS Etats deS ReichSamteS ie» In» er» beim Titel: Sehalt be» Staatssekretärs fortgesetzt.

Abg. Znbeil (S) führte Klage über bU Beein­trächtigung deS Koalition »rechts der Arbeiter durch die so», „schwarzen Listen" und empfahl eine sozialdemo- krattsche Resolution, wonach Arbeitgeber, di« von diesem Kampfmittel Gebrauch machen, mit SefäugniS nicht unter 3 Monaten bestraft werden sollen.

Abg. Jifchert (Z) verbreitete fich eingehend über das gesamte Gebiet der Sonntagsruhe. Insbesondere

»äffen Sie trachten, diese seine guten Eigenschaften, sein Wissen und Können so stark zu komprimiere», daß er zu einem bürgerlichen Berns anSreicht, und ich glaube, be» Leben» Ernst, der durch die Heirat an ihn feerortritt, wird Ihnen dabei behilflich fein, er wird immer, und wag er noch so fleißig und uner­müdlich fein, fein Glück bei dieser Frau suchen und da» Glück für diese Freu durch die Arbeit! Da» wögen Sie immer beseelen". So sprach Graf Lichtenegg damals zu mir!" schloß Heller bewegt.

„Und «ich dünke," antwortete Laiben, „mein alter Freund hatte damit recht gehabt, ich weiß e» nicht, aber ich glaube."

XIV.

Sylvester abend 1900.

Selben hatte die WeihnachiSf-iertage bei feinem Bruder zugebracht, der in Klagenfurt bei een Dragonern al» Rittmeister stand. ,

Da» ganze Jahr über, feit Fritz ihm feine Ser» [obrag angezelgr, hatte« die betben Brüder keine» Brief gewechselt, jetzt, da Mitzi gestorben, hatten fie fich wieder versöhnt. Wa» sollte er noch mit dem einzige» Menschen, der fein Blutsverwandter war, wegen Dinge hadern, die nicht wehr bestanden? Gr war so resigniert, so still nach dem Tode seiner Frau geworden, baß ihm nach solch einem Schicksairschlage diese» kleinliche Weitergrvlle» dumm erschiene» wäre.

Alle» war vorüber, da» bürgerliche Iah? war an».

Rur em großer, stiller Schmerz, eine tiefe Sehn­sucht war in feinem Herzen geblieben nach seiner Frau, nach jenem arbeitsreich er, bürgerliche» Jahr.

Sywesterabend war'». Am Klagenfurter Bahn­hof stand Fritz mit feinem Bruder, bet ihn herbegleitet hatte und ihm vergebens zmedete, doch »och Sylvester bei ihnen z» bleiben. Aber er hatte Lichlenegg ver­sprochen, Neujahr wie alle Jahr bei ihm zu verbringen, und mußt. nun, um rechtzeitig dort zu sei«, mit dem Nachtschrellzug: der S5db.chn abfahre«.

widerlegte Redner den Anspruch der Sozialdemokratie aus die Priorität sozialpolitischer Forderungen im all- gemeinen und der Förderraten betteffend die Som», tagsruhe im besonderen.

Abg. Dr. Müller-Meiningen (fr. Bp.) fordert eine einheitliche Regelung des Auromobilweseu» und Me Vorlegung eines Reich!Vereins- und B^rsammluug»- recht^

Staatssekretär Graf PofndvwSki gab ein« um» fassende Darlegung feiner Standpunkte zu den zahtz» reichen Fragen und Anregungen, die im Laus« b«r Debatte zu Tage getreten fi«d.

Abg. Pauli-Pott dam (k.) rechtfertigte di« Koalition der Arbeitgeber gegenüber btm Terrorismus der sozial» demokratischen Gewerkschaften und legte stch noch ein­mal für den allgemeinen Befähigungsnachwei» für da» Handwerk ins Zeug.

Staatssekretär Graf Posabowsky verwies für feine ablehnende Haltung zur Frage deS allgemeinen B-fähigungSnachweifeS auf die ungünstigen Erfahrungen, die wir damit in den Bereinigten Staaten von Nord­amerika gemacht haben.

Abg. Dr. Dahlem (Z.) trat sehr warm für Ge­währung der Sonntagsruhe und Regelung der Arbeits­zeit im Binnenfchiffergewerbe ein.

Hierauf vertagt fich da? HauS auf Mittwoch I vhu.

Auf Antrag des «bg. Müller Sagau (freis. BpL wird ein Schwerinstag ebQefealten. Ans der Tages­ordnung stehen Initiativanträge betr.Aeuderung der Wahlkrei»einteilung.

Schluß 6 Uhr.

Der ruöikh-Japan. Krieg.

Noch ist die Schlacht bei Mukdr», die jetzt sechs Tage wütet, nicht endgiltig entschiede». Die Meldungen laufen heute recht spärlich et» und stammen durchweg aus japanischer Quells was vielleicht auf eine zeitrve se Unterbrechung der Verbindung mit Mutten zurückzvführs» ist. Das rusfische Zentrum scheint fich zu halte», während auf den beiden russische» Flanke» die Japaner anscheinend immer mehr Terrai» gewinnen. Anderseits wird nach der keine»- wegs ruffenfreundlichen Londoner ,TtmeS' m russischen Regttrrmge kreisen behauptet, daß die Japaner deretts ihre sämtlichen Reserven ser- braucht baden, so doß sie jetzt nicht über ge- nügend Truppen verfügen, um die gewonnene« Vorteile auszunützen. Es wird ferner in russischen Reglerungskreisea behauptet, daß im Laufe der nächsten Tage General Kuropotki» feine ganze Armee nach dem Süden oder in südwestlicher Richtung vormarschieren lassen will, um Marschall Oyama zu überrumpeln und ihm eine Niederlage (!?) beizubringen. Man spricht auch davon, doß Eharbin als Kriegsbafis auf- gegeben wird.

Der amerikanische Erfinder des neuen Typ» von Kriegsschiffe», Ingenieur Nickson, wurde mit zehn amerikanischen Ingenieure» nach Rußland berufen, um den Bau der neuen Kriegs­schiffe dieses Typs zu überwachen. Nickson hat vom Zaren die weitgehendsten Vollmachten betreffs der Kosten erhalte».

W. Mulden, 7. März 1905. DaS Haupt- aefecht des gestrigen Tages wurde südlich von Mukde» in der Umgegend von Taschitschao etwa 13 Kilometer von Mulden, an der Hfinminting- Buhn und in der Nähe von Gansanytun geführt. Gegen abend hielten fich beide Seiten in ihr« Stellungen, nachdem fie beiderseits Verluste vor­zugsweise dmch Artiöeriefeuer erlitten hatten.

„Ferdi, ich ftiete Sylvester heute allein, allein in einem Kupee erster Klaffe und denk' de» vergangenen Jahre» rad deut' und sinn'!"

„Aber eine» erlaubst du mir, Fritz, daß ich dir wenigste»» zwei Flasche» ChawPU» eivküble» und mit in» S«pee stelle« lasse, damit du nicht gar so trocken, gar so traurig bist. Und denk' vicht so viel daran, denk' nicht so viel.daran, du kannst e» nicht ändern!"

Fritz bestieg de« Zug, ein Kellner der Bahnhof restamation brachte die eivgekühlt-n Ehawpagner' paschen, die Brüder drückten fich fest die Hand, dmm snhr der Zug wieder werter.

In einer Ecke de» mit rotem Samt au» geschlagen« LoUPs» gelehnt, saß Fritz im dahinsausenden Zuge, zu seinen Füßen de« Ehawpageerkübel. Er war ganz allein in diesem kleinen engen Raume.

Er blickte hinan» ans die mondbeschienen« Lantz- schäfte», ans die fchAeebedecktr» Felder.

„Vorbei, vorbei!* dachte er.

Da öffaete fich sachte die Sch'ebtür, der Kondtck- teur erbot von Soibe-i da» Billett.

Stramm salutierend reichte er e» ihm wieder.

„Sapperlot, Kondukteur, wir kennen n?.6 ja! Xa also, seh'» Sie, jetzt fahren Sie doch auf der Süd» bahn!"

,3», ja," jagte dieser, der Selben nicht zu tenew schien

„Nun, erkennen Sie mich nicht mehr? Wir saß« Heuer im Sommer einmal in Währing in einem klein« GasthaUikgarren, und da klagten Sie mir doch fo beredt Ihr Leid, daß Sie . . ."

.Ja gewiß, Euer Gnaden, ja gewiß, jetzt ertaw ich den gnädigen Herrn. Entschnlvigeu Sie, bitte, daß ich fie damals belästigte, «ersteh'», guüdtg« Herr, man ist oft so Mitteilsam. Aber n cht wahr, gnädiger $.m, ich war nicht siech? Ich W glich