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HuldaerW Zeitung

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Kadett gewährt-.

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M 51.

Fulda. Freitag, den 3. März 1905.

32. Jahrgang.

battex gesteckte Ziel mit der Schnelligkeit erreichen wollte, die von ihm verlangt wird. Nicht mit Unrecht wehrte er fich heute dagegen mit dem Bemerken, das Tempo hänge nicht allein von dem Lokomotivführer und feiner Maschine, son. der» auch von der Last ab, die er schleppen soll. Und da muß man sagen: eine ungeheuere Last wird ihm aufgebürdet, wenn er all« die sozial­politischen Reformen alsbald ausführen soll, die ihm in den letzten Tagen als unbedingt notwen- big vorgestellt worden find. So sehr man an­erkennen mag, daß wir noch lange nicht die Hände in den Schoß legen dürfe», daß noch sehr vieles geschehen muß, unstreitig wird man rascher vorwärts kommen, wenn man seine Kraft plan­mäßig auf die harrenden Aufgaben verteilt und eine nach der anderen in Angriff nimmt, jftatt tausenderlei zu Unternehme«. Die Sozialpolitiker, die die Regierungen drängen, verlangen aber auch gar nicht, daß alles zugleich gemacht wer- solle; fie »erlange» nur, daß man die Notwen­digkeit der von ihnen genannten Reformen aner­kenne und ernstlich an ihrer AaSführung arbeite, Und ob da nicht manchmal etwas eifriger gear- bettet werden könnte, ohne daß vom üderfiÄzten Automobiltempo zu reden wäre, ob nicht noch viel­fach unberechtigter Wioerstand die Reformen ver­schleppt, das scheint uns keineswegs so ausgemacht zu sein. Und darum ist eS ganz richtig, wenn der Reichstag »etwas Feuer dahinter macht-. Heute wurde die Debatte bei der herkömmlichen schwache« Besetzung eröffnet mit einer langen Rede deS sozialeemokrattschen Abg. FröhSdorf, der fich Töpfer nennt, hauptsächlich aber als Vorfitzender der Dresdener OrtSkrankenkaffe, und der Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Töpfer, sowie als Vorstandsmitglied anderer Organisationen tätig ist. Er beschäftigte fich ausführlich mil dem Streit zwischen Aerzten und Krankenkassen, ins­besondere dem Leipziger Aerztestreik. Nachdem der Sächfische Bunkerbevollmächtigte Fischer verschiedene seiner Behauptungen richtig gestellt und Abgeordneter Erzberoer nochmals eine ganze Reihe sozialpolitischer Wünsche vorgetragen, auch den Sozialdemokraten wieder etwa» auf die Finger geklopft hatte, stieß dir „Lokomotive der deutschen Sozialpolitik- den schon erwähnten Not- pfiff auS. Dann aber ging der Staatssekretär wieder auf die tausenderlei Frage« ein, die i« Laufe der Debatte berührt worderr waren, besonders eingehend auf die Frage», die mit dem Arbeiter- verficherungSwesen in Beziehung stehen. Mit Entschiedenheit betont er die Notwenditzkeit einer einhei.lichen Organisation deS gesamten Set» ficherungr wesens. DteSrundzüge einer Wit wen-und Waisenoerficherung find im RelchSamt deS Innern auSgearbritet und de» verb. Regierungen zur Begutachtung vorgelegt worden. Bis jetzt find 16 Antworten eingangen, die zum Teil fedr be­achtenswerte Fingerzeige enthalten. Wie fich die Be-ficherung schließlich gestalte» wird, daS hängt wesentlich von der Entwicklung der für fie zu­rückzulegenden Zo Verträge ab. Nachdem noch zwei Redner auS dem Hause zu einem Haufe gesprochen hatten, daS kaum noch so genannt werden konnte, wurde die «Weiterberatung- deS Titels: Gehalt des Staatssekretärs auf morgen vertagt.

Bus dem Reichstag.

163. Sitzung »cm 2. März 1805.

Eröffnung l1/« Uhr.

Die Beratung de» »tat» de» ReichSamt» de» Innern wird fortgesetzt.

Die Zahl der zum Titel „Gehalt de» Staat»« setretärS" ewgebrachten Resolutionen hat fich seit gestern um wettere vier vermehrt, sodaß deren jetzt 21 vorliege».

Abg. »rofidorf (sozd.) behandelt« eingehend d e Streit zwischen Aerzten und Krankenkaffen und im Zusammenhang damit die Frage der freie» Aerzte- wahl.

Sächsischer Bundesbevollmächtigter, »eh. Rat Fischer, rechtfertigte da» Begehen der sächsischen Re­gierung speziell im Leipziger Aerztestreik. Im übrigen gab er unumwunden zu, daß da» System der freie» Aerztewahl, da» man theoretisch al» das idealste be­zeichnen könne, in der Praxi» zu mancherlei Unzuträg- ltchkeiten führen könne.

Abg. Erzberger (Ztr.) gab dem Gedanken Au», druck, daß sotchen Konflikten am besten durch ein ob ligatortfche» Schiedsgericht vorgebeugt werden könnte. Der Abgeordnete ging dann auf eine Reihe sozial' politischer Wünsche ein. An de» Staatssekretär de» Inner» richtete er die ernste Frage, ob Grund zur Beunruhigung wegen de» finanziellen Stande» dieser und jener Berficheruug»avstalt vorhanden sei Weiter betonte er die Wichtigkeit einer WohnungSreform für die Erleichterung der sozialpolitischen Belastung; diese R-form sei wichtiger al» der Bau luxuriöser Keil» stätte», u-d e» sei durchaus zu wünsche», daß dir Ber< ficherungSanstalten mehr al» btSher Gelder für gemein- uüyige Bauveretne hergäben. Der Redner kam dann noch einmal auf die Haustererfrag« zurück und recht­fertigte fetue früheren LuSführungeu dazu. Zum Schlüsse rechnete er mit dem Abgeordnete» Wurm ab roeeen seiner Versuch«, da» Zentrum bei der Sozial- pEik al» tm Hintertreffen marschierend hinzustellen.

Deutsches Reich.

Berlin, den 2. März 1905.

* Der Kaiser, der die Fahrt zum Mtttel- ländischen Meer« nicht auf dem Landwege, sondern z« See machen wird, wird, soweit bis jetzt fest- gesetzt, in Lissabon mtt dem portugiesischen KönigSpaar zusammentreffen. Lissabon ist bei der vorjährigen Reise deS Kaisers nicht be- rührt worden. Lieser wird zuvor in Vigo von einem Mitgliede deS spanischen Königs- hanseS begrüßt werden. In einem Hafen de» Mittelländischen Meeres wird wohl die Zusammen- knnft mtt dem König von Italien erfolgen.

• Am Mittwoch traten, wie alljährlich, die Preußische» Negierongs- uud Gewerbe- »Lte zu einer dreitägigen Verhandlung Über dienstliche Angelegenheiten zusammen. Die Be- ratungen, die im Abgeordnetenhause stattfinden, wurden vom Handelsminister eröffnet.

* Z»r Reform des Landtagswahl' rechts schreibt der ,Hann. Kurier': „S)te in den nächsten Tagen im Landtage zu erwartende Vor­lage, betreffend die Abänderung der Landtags­wahlkreise, wird fich, wie in parlamentarischen Steifen verlautet, in der Tat darauf beschränken, nut einigen wenigen Riesenwahlkreisen eine »er- stärkte Verttetung zu gewähren. Eine Erhöhung der Zahl der Mitglieder der Abgeordnetenhauses wird aber nicht eintreten, da die geringe Ver­mehrung der Zahl der Abgeordneten bei den wenigen großen Wahlkreisen durch Zusammen­legung kleinerer Wahlkreise wieder ausgeglichen «erden soll.- Dazu bemetlt die .Kreuzztg.': »Diese Mitteilung ist in allen Punkten unzu­treffend, die ganze Angelegenhett befindet fich erst im Stadium der Vorberatungen, das zu so be­stimmten Angaben noch gar nicht berechtigt. Ins­besondere aber wird eine Zusammenlegung kleiner Wahlkreise und eine Verewigung der auf fie ent. fallenden Zahl der Abgeordneten überhaupt nicht gedacht.-

* Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 27. Januar, wonach daS Zolltarifgesetz vom 26. Dezember ISO» mit dem 1. März 1906 in Kraft tritt.

** Die Verhandlungen über die Untersuchung der Beschwerde« der Bergarbeiter ans de» Zeche Sterkrade werden im .Reichsan- zeiger' veröffentlicht. Di« Kommisfion meiste: «Die Untersuchung, in deren Verlaus die Beleg­schaftsvertreter von dem ihnen zugestandenen Frage- und AntrazSrrchte den ausgiebigsten Ge­brauch gemacht habe», hat nicht ergeben, daß auf der Zeche Sterkrade Zustände geherrscht haben, welche als allgemeine Mißstände an­gesehen w-rden tonnen.“

M. Eine Heirat- Litanei! Die .Münch. Reuest. Nachr.' (Nr. 81 vom 18. gebt., vergl. auch .Franks. Zeitung' vom 2. März) gaben un­längst folgendes zum b-sten: »Zum Gebrauche für junge Mädchen in den von Ordensschwestern geketteten belgischen Töchterschulen tst, wie die HkdSpendanee beige' berichtet, eine Heirats Lita­nei eingeführt worden.....- Folgen einige

Proben: Die Heiligen werde» der Reihe nach gebt len um einen Mann, einen lieben, reichen, sanften.... Mann, der recht fromm fein und fich unter den Pantoffel beugen muß. Zum Schluffe heißt es nach der.Jndvpendance': „Die Eltern, welche ihre Töchter in die Simultan- Anstalten schicken, tun gut daran Sie haben dann wenigstens die Gewähr, daß ihre Kinder nicht zum Kretinismus erzogen werden." Nun stellt es fich heraus, daß diese Litanei von einem Backfisch in einem Penfionate unweit von Brüssel erfunden wurde und daß die Nonnen, sobald fie zur Kenntnis dieses Unfuges gelangten, de» scherz­weise» Gebrauch der „Litanei- verboten. Schreiber dieser Zeilen ist im Besitze einer französischen „Sitarni zum heiligen BiSmarck", die dem von den Franzosen bestgehaßten Deutschen allerlei äußerst drastische Kosenamen beilegt. Diese Litanei war seinerzeit in den Simultanschulen Front- reichs gang und gäbe! — Also —!

* Stimmuugsbiid ans dem Reichstage. Wen« von gewisser Sette immer wi-ser geklagt wird, baß die sozialpolitische Gesetzgebung im Automobiltewpo vorangehe, von den sozialpoliti- fthen Debatten im Reichstag« läßt sich das jeden­falls nicht behaupten. Da hat man vielmehr den Eindr uck, als komme man tagelang nicht von der Stelle. „Wohl aber müßte der Lokomotto- sührer der deutschen Sozialpolitik“, wie Staats- sekretSr Graf Posadowbly gewannt wurde und sich nennen zu leffen bereit ist, im Automo- diltempo fahren, wenn er daS ihm in den De-

Staatssekretär Graf PofadowSky hiett hierauf eine bemerleuSwerte Rede, in der er sich über die Frage de» Tempo» der Sozialpolitik uud der Berei»- hkitlichung der sozialpolitischen BerficheruugSgesetz- gebuuj, auSsprach. «»knüpfend an die Arußeruvg de» Abg. Trimboru, der ih» alS den .Lokomotivführer' der deutschen Sozialpolitik bezeichnet hatte, bemerkte, daß der Saug einer Maschine nicht sowohl vom Loko­motivführer alS vielmehr von der Last adhäuge, welche die Maschine zu schleppe» habe. Wen» fich in dieser Beziehung die Parteien mehr Beschränkung auferlegten, so würde die sozialpolitische Lokomotive im Sinzrlurn wesentlich rascher verfahre». Sodann betonte er mit großer Energie die absolute Notwendigkeit einer Ver­einheitlichung der drei große» VerficherungSgesetzr. SS würde die», so fügte er hinzu, eine» der schwierig­sten SesetzgebungSwerke fei«, da» man fich überhaupt denken könne und e» würde nu, zustande kommen können, wen» der Reichstag mit einem gewiss« Ver­trauen die großen Srundzüge eine» solchen Werke» akzeptierte und den weiteren AuSbau desselben der Zukusst überliefern. Unter lebhaftem Beifall teilte er dann »och mit, daß ein Sesetzentwmf bett, be» Bau­handwerkerschutz gestern vom Preußische» Staat»- Ministerium angenommen worden sei.

Abg. »aflbrecht <natl.) polemifierte gegen bie Forderung des allgemeinen Befähigungsnachweise».

Abg. Vatbet» (ft. 8gg.) kritisierte bic Politik brr großen Kartelle und da» Exportprämiensystem.

Hieraus wird die Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr vertagt.

Schluß '/«7 Uhr.

Bus dem Landtag,

«bgeorbueteutzau».

162. Sitzung vom 2. März 1905.

Eröffnung 11'/« Uhr.

Die Beratung de» KultuSetatS wird fortgesetzt beim Kapitel Universitäten.

Von verschiedenen Seite» sprach mm» sür und gegen die Reformschulen. Die Regierung ließ erklären, daß fie forwefetzt diese Frage mit großer Vorsicht behandle. Bi» jetzt habe man gute Erfahrungen ge­sammelt.

Abg. Rorreu (Z) sprach fich im Prinzip sür da» humanistische Gymuafium au», jedoch verkannte er nicht, daß die ganze Entwicklung zur Reformschule hindrängt. Im werteren erörterte er die Frage der Parität an de» höhere» Lehranstalte». ®t verwies auf da» Ent. gegenkomme», da» maa de» Protestanten in Münster (Westfalen) erwiesen hat. indem man für fie, obwohl fie nur 120 gegen 600 Katholiken waren, ein eigene» evanselisebe» Gymnasium errichtet hat und bat um dasselbe Rezept auch zu gunflen der Katholiken in Saar­brücken anznwenden Hier müssen 300 kath. Schüler da» evangelische Gymnasium besuchen und da» ganze Lehrerpersonal ist evangelisch.

Kulturminister Stobt zeigte fich ziemlich unwMg über ben Vergleich zwischen Münster nnb Saarbrücken mtb betonte, in Saarbrücken würden bie berechtieteu Wünsche der Katholiken erfüllt werben. In Ausficht stellt er zu bem Zweck, daß bei eintretender Vakanz trotz deS evangelischen Charakters der Anstatt auch 1 oder 2 kath. Lehrer angeftellt werden solle».

Abg. Wierner (fr. vp) spricht sich für Sinfüh- rnng deS Stenographieunterrichts in obligatorischer Form an den höheren L-Hraustalteu an».

Abg. Gawp (fit), wünscht eine mildere Auffassung der Schüleroerbindungen an ben Gymnasien; man solle dieselben nicht unterbrücken, sondern in richtigen Schran­ken hatten.

Kultusminister Stnbt stellt sich auf einen ab­weichenden Standpunkt und bekämpft die Verbindungen vom vädagogischen Standpuntte.

Die allgemeine Debatte über daS Kapitel „Höhere Lehranstalten» wird hierauf durch einen Schlußantrag beendet.

Die Weiterberatung wird auf heute abend '/,s Uhr vertagt.

Schluß */-5 Uhr.

Der ruöiiäi-Japan. Krieg.

Auf dem Kriegsschauplätze scheint nun eiti Kampf entbrannt zu sei«, der teilweise die ganze Front umfaßt. Ein abschließendes Urteil, wer in diesem Kampfe der Sieger gewesen ist, ist bis jetzt »och unmöglich. Im wesentlichen scheinen die Japaner wieder mehrere Stellungen gewonnen zu haben, ohne freilich verhindern zu können, daß die Russen an einzelnen Punkten ben japani­schen Angriffen sich gewachsen zeigten und die Gegner mit blutigen Köpfen zmückjagte». Es hat auch den Anschein, als ob diese Kämpfe noch umfaffendere Operationen ein leiten sollen, die fich notwendigerweise in einer großen Schlacht entladen müssen.

Pessimistische Gerüchte gehen in Peters­burg um, Über bie militärischen Operationen in der Mandschurei.' ES heißt, Linewitsch habe 10,000 Mann verloren und Kuropatkin sei so hart bedrängt, daß ihm nichts Übrig bleibe, als fich nach der Mongolei zurückzuziehe«, um fich der japanischen Umklammerung zu entziehen. Diese Gerüchte werden amtlich nicht bestätigt; im Gegenteil legt man in amtlichen Kreisen einen gewissen Optimismus an ben Tag.

Betrügereie« find roteber einmal auf der sibirische» Bahn aufgedeckt worden, die von höheren Bahnbeamten verübt worden find. Die Betreffenden sollen Prioatfrachte» als Sewehrsen- düngen de klariert und daS Frachtgeld in ihre Taschen gesteckt haben. Die Waggons wurde» je nach Laune bald zu 50 Rubel, bald zu 400 Rudel pro Stück vermietet. Dabei wurde das

Kriegsmaterial einfach in Schuppe« geworfen wen» keine Wagaons frei waren.

W. Petersburg, 2. März 1905 Die rusfiiche Telegraphen-Agentur meldet aus Sache- t u u: I» der Mitte und auf dem rechten Flügel des Kriegsheeres war in der vergangenen Rächt alle» ruhig. Auf dem linken russische» Flügel wogte ein hartnäckiger Kampf. Die Ostabteilung in der Ortschaft Kudiasa wies heftige Angriffe der Japaner zurück, wurde aber nachte von den Japaner» hart bedrängt und erlm große Verluste. Die ruffifche Vorhut wurde in der Nähe der Ubenupaffes dreimal von ben Ja­panern angegriffen, schlug aber die Angriffe zurück. Morgens gegen 9 Uhr hörte der Kampf auf. G gen 6 Uhr morgens griffen die Japaner Nanschanpu im Bezirk Ranaltfana an und wurde» zurückgeschlagen. Seit heute stütz be­schieße» bie Japaner die ganze Gegend um bat Patilow-Hügel. Auf dem rechten Flügel d« Russen herrscht lebhaftes Gefchktzseuer.

Ausland.

* Die Lage im belgischen Aufstands- gebiet wird immer bedrohlicher. Am M-ttwoch wurde eine Dynamitbombe in den Hof deS von einem Verwaltungsrate deS Kohlenbergwerks bewohnten Schlöffe- i« Gill h geworfen. Der Materialschaden ist beträchtlich. Ein anderer D ynamitan schlag wurde in Courerlles gegen die Behausung eines nicht ausständigen Arbeiters verübt; auch dort ist der Materialschaden groß.

* Die Angebereien in Frankreich. Der frühere Präsident der Deputierten kammer, Brisson, veröffentlicht im ,® fiele' eine Er­klärung, in der er die Behauptung, daß er baß AuSkunstSzettel-System organisiert oder auch nut gekannt habe, aufs Entschiedenste zurückweist.

• Hebet die durch die Obstruktion der italienischen Eisenbahner entstandene Lage hielten die radikale, die sozialistische und die republttanische italienische Kammergruppe getrennt Beratungen ab. Radikale und Republikaner fordern in einer Tagesordnung daS Elfen bahn­personal auf, die Obstruktion aufzugeben, wobei fie versprechen, daS OrganisationSrecht des Eisen­bahnpersonair verteidigen zu wollen. Die Sozialisten schlagen vor, alle das Personal be­treffende Bestimmungen aus der Eisenbahnvor­lage auszuschalten.

* Die Ministerkrifis in Ungar». Am MUtwoch unterbreitete der Minister Graf Tisza dem Kaiser seine Vorschläge bezüglich weiterer Behandlurg der Krisis. Mehrere Politiker ver­schiedener Parteien werden nunmehr vom Kaiser empfangen werden.

* In Norwegen ist wegen der Konsulats- fache eine Ministerkrifis auSgebrochen. Staatsminister Hagerup überreichte dem Kron­prinzen als Regenten daS Abschiedsgesuch deS Kabinetts. L.tzterer bat die Minister, da « wegen der herrschenden Unklarheit nicht sofort eine Entscheidung treffen könne, vorläufig die Geschäfte wetterzuführen. Der Kronprinz- Regent richtet ein Schreiben an den Präfidente« des SpezialkomtteeS drS norwegischen Gtorthing Prebensen, in bem es heißt, er verstehe vollauf bie Gefühle, welche in diesen Tagen daS nor­wegische Volk dmchströmten, und nehme an, daß die Mitglieder drS Komitees, als treue Söhne des Vaterlandes, bei den zukünftigen Beschiüffe» einzig und allein daS Beste vor Augen haben werden. Er habe kein Beb« krn, zu sage», daß das Beste für Norwegen eine Vereinigung mit Schwede» sei. Der Kronprinz-Regent spricht sodann die Hi ffnung auS, daß man keinen Weg wähle, welche: zum Bruch zwischen beiden Völkern führe.

* Die Unruhe» in Rußland. S ne in Petersburg abgehaltene Verfammlung zur W<rhl von Arbeiterabgeordneten in Schidlr-ff «H8 Kommiffion beschloß, vor der Delegiert-»-n ah! Schidloffski folgende Forderungen zu stellen: Alle fünf Abteilungen oes feit dem 22. I nuar geschloffenen russischen ArbeitervrrbandeS w'.^er zu eröffnen; dre Ar beiter abgeordneten sollen 'en anderen Kommisfionsmitgliedern gleichberea gt sein; die KommtsfionSfltzungen sollen öffer ich sein und die Berichte hierüber zensurfrei gebt ckt werden. Die persönliche Unantastbarkeit der Arbeiterabgeordneten soll garantiert werden. Alle seit dem 1. Januar festgenommenen Arbeiter sollen srrigelaffen werden. Die Arbeiteroertreter kleiner Bettieve sollen an der Kommisfion teil- nehmen. Falls bis zum 3. März mittags diese Forderungen nicht erfüllt find, werden keine Ab­geordneten in bie Kommisfion gewählt werden. — In Moskau eiwsrtet rnau sür den 4. März als ben Jahrestag der Aufhebung der Leibeigen­schaft ernste Unruhe». Es ist deshalb »on der Regierung der General Malachow zum