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Zul-aer T Zeitung

' Monatrbeilage: „zuldaer Geschichtzblätter".

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I. parzrller in Zulda. wochenbeilage: „Illustrierte Zonntagrzeitung

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Druck und Verlag de» KuldaerAetiendruckrril in Zulda (Harmonie^ Lernsprecher Ur. 9.

M 49,

Fulda, Mittwoch, den 1. März 1905.

32. Jahrgang.

(*) Das Urteil der Hull-Uommisfion

Als vor etwa 5 Monaten das russische Ge­schwader die Heldentat auSführte, aus friedliche Fischerboote bet Hüll daS Feuer seiner Kanonen zu richten, entstand allgemein große Aufregung und eine Zeitlang schien der Weltsriede ernstlich gefährdet zu sein. In der kurzen Zwischenzet war der Vorfall bald völlig in Vergessenheit geraten. Nur die gelegentlichen Nachrichten über die in Paris eingesetzte internationale Untersuchungskommtssion brachten die Sache von Zett zu Zett wieder in die Erin­nerung. Jetzt hat nun diese Kommission ihre Beratungen beendet und einen Bericht über ihre Tätigkeit und deren Ergebnis veröffentlicht, und damit ist die Hüller Heringsschlacht nochmals auf die Tagesordnung der öffentlichen Meinung gesetzt.

Set Bericht gibt eine Darstellung der Tat­sachen in chrem Zusammenhänge und führt für jeden wichtigen oder entscheidenden Punkt dieser Darstellung die Beurteilung durch die Mehrzahl der Mitglieder der Kommtsfion an, so daß Gründe und Folgen des Zwischenfalles, sowie die Verantwortlichkeit klargestellt werden.

Der erste Teil schildert, wie der russische Admiral RoschdjestwenStt dazu tarn, an die Gegenwart von feindlichen Torpedobooten zu glauben und den einzelnen Kommandanten seiner Schiffe Befehl zum Feuern zu geben, faüs sie Torpedoboote gewahren sollten. Die Mehrheit der Kommrsston ist der Meinung, daß dieser Befehl nicht übertrieben war. Der Bericht gibt hierauf eine Schilderung von dem Zu­sammenstoß des GeschwaberS mit den Fischerbooren und führt fort: LuS Den übereinstimmenden Aussagen der englischen Zeugen geht hervor, daß alle Fischer, boote d»e vorschriftsmäßigen Lichter führten und daß sie dem Fischfang nach den gewohnheitsmäßigen istegeln und unter Anwendung der gebräuchlichen Ra- teten oblagen. Der „Sawvrvff" entdeckte danach in der ungeiäyren Entfernung von 18 btS 20 Kabellängen an Steuerbord ein Schiff, das ihm verdächtig schien, weil eS kein Licht hatte, und auf ihn zuzu­fahren schien. AlS daS verdächtige Schiff durch die Scheinwerfer deS „Suwvioff' beleuchtet wurde, glaubte man, im letzteren ein schnell fahrendes Torpedo, boot zu erkennen. Infolge dieses Anscheins ließ Admiral Roschdjestwensky daS Feuer auf daS un­bekannte Schiff eröffnen. Die Mehrheit der Korn- miffare spricht dann die Meinung aus, daß die Ver­antwortlichkeit für diese Handlung und die Folgender Kanonade RoschdjestwenSky zusällt. Fast sofort nach Er. Öffnung des FeneiS bemerlle ver „Euwvrsff" vor seinem Bug ern kleines Fahrzeug, an da» er zu stoßen ver­mied, und daS er als Fischerboot erkannte. Sogleich ließ Roschdjestwensty oem Geschwader das Signal geben, nicht auf Fischerboote zu schießen, «leichzeitig gab der „Surooroff* von Backbord Feuer aus ein anderes Schiff, das verdächtig elschien. DaS Admiral­schiff gab mit Hilfe von Scheinwerfer» die Ziele an; da aber auch jedes Schiff noch seine eigenen Schein­werfer in Tät,gleit setzte, um sich gegen Ueverraschungen zu sichern, konnte leicht Verwirrung entstehen. DaS Schießen dauerte 10 - 12 Minuten und richtete auf den Fischerbooten großen Schaden an.

Die Kommtsfion stellt einmütig fest, daß sich über­haupt keine Torpedoboot« in der Nähe befanden. Die Kommission bedauert fernerhin, daß der russische Admiral bei seinem Eintreffen in den englischen Ge­wässern unterließ, die nötigen Mitteilungen zu machen. Dagegen erkennt die Kommission an, daß der Admiral RoschvjeflwenSkh persönlich daS Möglichste tat, um das Feuer so zu richten, daß die Fischerflotten möglichst wenig getroffen wurden. Aber anderer, seil» bedauert die Kommission, daß der russische Ad­miral da» Feuer zu lange fortsetzte. Nach alle­dem erklärt die Kommission m dem letzren Artikel, daß nach ihrer AnschaunnggnichtS vorliege, was dem militärischen Wert de» Admiral» und seinen mensch­lichen Gefühlen Eintrag tue.

In der Schlußsitzung der Kommission er. klärte nach der Vorlesung des Berichtes der eng­lische Anwalt Fry, er freue sich ganz besonders als Jurist, an einem so hervorragenden Werke des Friedens mttgearbeitet zu haben. Der österreichische Admiral Spaun hielt darauf eine Ansprache, in der er dem Präsidenten der fran­zösischen Republik und der Regierung dankte, woraus der Vorsitzende mit dem Danke an die Mitarbeiter und die englische und rusfische Re­gierung dankte.

Ein großer Teil der englischen Preffe regt sich lebhaft aus wegen der Niederlage, die durch den Belicht sowohl die Gerechtigkeit, als auch die englische Staatskunst erlitten habe. Auch in der deutschen Preffe werden dem Berichte Ver- schleierungen und Widersprüche vorgeworfen. Nach unserer Anficht lohnt es fich nicht, wegen der ganzen Geschichte fich irgendwie auszuregen. Man darf auch an den Bericht nicht den strengen juristischen Maßstab legen. Die sünf Admirale, die die Kommisfion bildeten, find nicht als un- «bitterliche Diener der blinden Justitia berufen oder vereidigt worden; die Kommisfion war überhaupt nicht als Schiedsgericht,sondern vielmehr als Blitzableiter unter dem Titel der Untersuchung der Vorgänge. Der Zweck war, dem damaligen schroffen Konsttkt die

Spannung zu nehmen. Die Admirale haben auch diplomatische Beiräte hinter fich gehabt und find fich offenbar ihrer diplomatischen Auf gäbe stets bewußt geblieben; der Schlußberich darf sogar Anspruch darauf machen, als ein diplomatisches Kunstwerk angesehen zu werden.

Dem rusfischen Admiral Roschdjestwensky wurden in dem Berichte verschiedene hübsch for> mulierte Tadelssprüche gewidmet; damit aber dieser Tadel nicht allzu bitter empfunden werde, heißt es zum Schluß, daß die ausgesprochenen Anstchten der milttäcischen Tüchtigkeit oder dem menschlichen Gefühle des Admirals und seines Personals keinen Abbruch tun. DaS ist nicht gerade logisch, aber wohl diplomatisch. Man wollte daS russische Ehrgefühl möglichst schonen. Ob nun dabei das englische Shrge- fühl zu kurz gekommen ist, darüber mögen die Engländer sich mit ihrer Regierung auseinander setzen. Für den Weltfrieden ist es ohne Zweifel vorteilhafter, wenn daS Ehrgefühl Ruß- lands geschont und die Beziehungen zwischen England und Rußland wieder aufgebeffert wer­den. Wenn also die Kommisfion auch einmal 5 hat gerade sein kaffen, so darf man- darüber ruhig htnwrgsehen, wenn nur die Diplomatie der Admirale dem Frieden vorgearbeitet hat.

Auch in einer andern Hinficht dürste das Er­gebnis der Kommisfionsberatungenvielleicht erfreu­liche Folgen haben. England hat sich immer gegen internationale Vereinbarungen über das TeekriegSrecht gewehrt. Als die Haager Konferenz an diese Frage gehen wollte, scheiterte jede Vereinbarung am Widerspruche Englands, das in dem stolzen Wahne lebte, ihm könne nichts zustoßen, es fei infolge seiner Flottenmacht stets im Vorteile. Nun hat Eng. land doch eine Demütigung «litten! Vielleicht ist es jetzt geneigter, fich mit den anderen Mäch­ten über klare RrchtSsätze auf dem Gebiete des Seekrieges zu vereinbaren. Dann hätte die Hüller Kommission einen schönen Erfolg errungen. — In der Budgetkommisfion deS deutschen Reichstages gab erst vor wenigen Wochen d« Abg. Erzberger die Anregung, daß von Deutschland auS die ersten Schritte geschehen möchten, um eine neue Konferevz m dieser Sache abhalten zu können. Admiral von Tirpitz meinte, liefe scheitere an dem Widerspruche Englands ! Aber vielleicht ist es doch geneigter, nachdem die Hüller Kommission gesprochen hat. Die Sache würde in der Tat eines Versuches wert sein. Deutschland kann sich ein großes Verdienst um die Menschheit «werben, wenn eS hier die Jni- tatioe ergreift; es wird auch einer Macht nicht eicht sein, fich rein ablehnend zu verhalten. Der Zeitpunkt zum Handeln erscheint uns jetzt sehr günstig.

Permifdifes.

* lieber Bakterien in (Sorten und F ld schreibt Professor Dr. Fleischer tm praktischen .Ratgeber" Er childert diese kleinsten Lebewesen, ihre Form, ihre Fortpflanzung, ihre Ernährung und ihre Bernichtmig und erklärt bann, rote so manche Bakterien der Pflanzen­welt die wichtigsten Dienste leisten. Gefallene Blätter und Nadeln samt den abgestorbenen Kräutern und Gräsern, alle pflanzlichen und tierischen Abfälle werden vorzugsweise durch «alterten und andere Pilze »m- gearbcttet in jene schwarzbraune Maffe, die wir HumuS nennen, und die für daS weitere Gedeihen der Ge­wächse" von so großer Bedeutung ist. Die besten Stickstoffoerbindungen zur Ernährung aller höheren Pflanzen find die salpetersauren Salze. Wenn Am- moniaksalze im Erdboden vorhanden find, so fällt als bald ein anderes Heer von Bakterien darüber her und verroandett fie in salpetersaure Salze; eS entsteht bet gewöhnliche Kalisalpeter, Natron- ober Ehiltsalpeter, Mauersalpeter (= salpetersaurer Kalk) u.a. Die Tätig­keit btefer Salpeter-Bakterien ist schon lange bekannt ans den Salpeterplantagen, in denen man aus stick- loffhaltigen, organischen Stoffen Salpeter gewann, und die die einzige Quelle /zur Deckung des BebarfS an diesem Salze waren, bevor die großen Natrvn- alpeterlager in Südamerika entdeckt und ausgebeutet wurden; aber man wußte damals nicht, daß eS Bak­terien find, welche die BerwandlungSarbeit verrichten. — Die Nummer deS praktischen .Ratgeber»', die den auSsühtlichen Aufsatz Übet Batterien in Garten und )eld enthält, ist kostenfrei zu beziehen durch daS Ge- chäftSamt deS praktischen .Ratgebers' in Frankfurt a. O.

* Zn einem Streik der Tänzerinnen tarn eS dieser Tage bet bet FaschingSunterhatiung eines Vereins zu München. Die Sache kam so: Eines bet Vereins­mitglieder hatte fich nämlich einem Kameraden gegen­über etwas nnvorfichtig übet die anwesende Damen­welt dahin geäußert, daß auch nicht eine einzige hübsche Dame unter ben Erschienenen fich befinde. Eine der Besucherinnen hatte daS Gespräch gehört, und tu kurzer Zeit war eS allen weiblichen Gästen zur Kenntnis ge­wacht. Al» nun der Tanz beginnen sollte, trat das ettene Ereignis ein, daß keine bet Damen fich enga­gieren ließ, sobaß bie erstaunten Musiker mitten unter oen Klängen be8 Walzers ebenfalls ihre Tätigkeit ein* teilten, da nicht ein einzige» Paar zum Tanz ange­treten war. Die Damen bestauben bat auf, daß daS ungalante BereinSmitglied fich entferne, und al» die» nach längerer Zett geschehen wat, konnte auch bet Streik bet Tänzerinnen beteelegt werden.

0 Wetzlar neb feie Dom. Zu ben ältesten Denk- mtorn christlicher Baukunst tu Deutschland gehört der

Dom in Wetzlar. Als Gründer gelten die Wetterauer Grafen Hermann und Udo, im 7. Jahrhundert. Au», geführt haben soll ihn ein Sohn be» berühmten Dom- baumetsterS Erwin v. Stechbach. An» bem 15. Jahr­hundert stammt das Westportal mit bet Gottesmutter, unb an dieses anschließend eine nur bis zum Portal- abschluß unb bet Maßwerkgallerte vollendete Um­fassungsmauer mit dem kaum begonnenen Teil be» Sckturme». Aber all diese» Mauerwerk tft mit Sträuchern unb Moo» überwachsen unb geht seinem Verfall ent- K. Der ursprüngliche SotteStempel innerhalb de» mschlteßenden Dome» ist eine höchst eigentümliche Erscheinung be» Monumentalbaues. Dieser uralte Basaltbau ,st von den Dombauherreu be» 12. nnb 13. Jahrhundert» möglichst unberührt geblieben. Der Dom- bauplan entwickelt fich von Ost nach West; erst bann wurden Nord- unb Südseite angebaut. Dies hat bie Verquickung deutscher Baustile vorn Altrornantscheu bi» zur Gotik zur Folge gehabt. Aber gerade für den Künstler und Historiker hat diese Archttettur besonder» viel Anziehendes. SS ist daher hohe Zeit, den Dorn vor dem vollständigen Bersall zu bewahren. Tatkräfttge Männer haben fich vereint, die Wiederherstellung de» Domes durch Veranstaltung einer Geldlotterie in die Wege zu leiten, unb schon am 8. unb 9. MS z findet die Verlosung von 820000 Mark barer Geld­gewinne statt. Es kommen 275000 Lose 6 8 Mark mit 8496 Geldgewinnen zur Verausgabung. Die Lose find bei bem Generaldebit 3erb. Schäfer in Düssel­dorf, sowie bei allen Lotterie- unb Ztgarrengeschäften zu haben.

• Elektrische Zngbelenchtuug. Arn 18. Januar dieses Jahres wurde in da» Berliner Handelsregister eine Gesellschaft für elektrische Zugbeleuchtung m. b. H. eingetragen, welche in der Hauptsache von der be­kannten Hagener Akkumulatorengesellschaft begründet wurde. Die neue Firma soll mit einer Million Mark Aktienkapital arbeiten unb ein feit längerer Z it ver­suchtes unb erprobtes System bet elektrischen Eisen­bahnbeleuchtung auMhren. Aus der Höhe beS Aktien­kapitals wirb man jedenfalls mit Recht schließen dürfen, daß bie Zeit bet Versuche vorbei sei unb baß es sich um Ausführungen in größerer Anzahl unb in größerem Maßstabe handeln dürfte. Angesichts dieser Ent- w cklung erhält daS Problem der elektrischen Zugbe­leuchtung für bie Allgemeinheit roieber ein gesteigertes Jntereffe. Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird man in ben kommenden Monaten den Gasflammen wenig­st nS in ben v Zugwagen ernstlich zu Leibe gehen.

0 Katholisches Reiseaoreßbnch. Die zweite, erheblich verbeffeite und vermehrte Auflage beS Kath. Reiseadreßbuches erscheint Ende März. ES werden alle Herren Hoteliers, Gasthof- nnb KuranstaltSbefitzer re. gebeten, sofern sie auf katholische Kundschaft re­flektieren unb bie katholische Preffe auflegen, ihre Adressen zur SratiSausnahme baldigst an bie „Oester- reichifch-Bayerische Korrespondenz" in München, Glaube Lorrainstr. 11 einzusenden. Eben dahin sind alle Mit­teilungen, Anfragen und Jnseratenansträge zu richten.

* DaS BereinS «bzeiche». Zu der Frage, ob je­mand nach bem AuSscheiben aus einem Verein das von btefem käuflich erworbene BereinSabzetchen weiter tragen barf, hat daS kgl. Amtsgericht I zu Berlin kürz- ltch eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen, «in rüheres Mitglied hatte daS so erworbene B-reinSab- «ichen nach dem Scheiden auS dem Verein weiter öffentlich getragen unb war deshalb von bem Verein auf Unterlassung dieser Anlegung verklagt worden. DaS Amtsgericht hat inbeffen bie Klage kostenpflichtig abgerotelen unb führte in bet Begründung aus: Kein Verein fei befugt, von einem früheren Mitglied zu ver. langen, daß e» ein gesetzlich nicht geschütztes oder nicht verbotenes Abzeichen nicht trage. Letzteres fei durch Rauf Privateigentum deS Beklagten geworden. Rück- zahlung des Betrages fei von feiten deS Vereins nicht erfolgt, unb auS diesem Grunde sei daS Abzeichen

Eigentum beS Beklagten geworben, bet damit mache» könne, waS er wolle, zumal bie Satzungen be» Verein- nicht besage«, baß auSgeschiebene Mitglieber bas Ver- einsabzeichen nicht tragen dürften.

* Der Först« und feie Doxl. „Warum find Sie den» gestern abend nicht im ,Kmg' (Wirtshaus) gewesen, Herr Först«?" — .Weil mei' Hund, wer Waldl, nicht z' Han» war!" — .Muß denn der unbedingt dabei sein?" — „Ja, wissen S', mei Fra» versteckt mir immer d' Stiefel, wen» V in'S Wirtshaus will, und ohne mei'n Waldl find' i’ f net!"

* Brrfchnappt. Bräutigam: „Heute wirst Du von all Deinen Freundinnen beneidet." — Braute „Unb Du nicht von Deinen Freunden ?" — Bräutigam: „Gewiß I Die stecken ja noch voll Schulden l"

* Verfehlt« Beruf. Major (zum Reserveleutnant, Ott Amtsrichter ist unb bem es absolut nicht gelingen will, seinen Zug auSzurichten): „Na, mein lieber Leut­nant, to t fie zum Richter gemacht hat, brr kann'» wahrhaftig nicht verantworten!"

• Wink. Onkel: „Du wirst doch hoffentlich bal Examen bestehen?" — Student: „arbeiten tu' ich genug; wenn einen nur nicht immerfort bie Beut’, bie Gelb haben willen, störten!"

• Sei» erster Gedanke. „Ich lese eben in der Zeitung, die Stimme einer Fra» wäre in einer Höh« von 2000 Meter noch deutlich hörbar." — B.: „O, da» muß meine Fra» sein!"

Marktberichte.

* Frankfurt «. 27. Febr. 1906. Notierung

d« Viehmarkt-Preise. Hum verkauf standen: 445 Ochsen, 88 Bullen, 676 Kühe unb Färsen, (Stiere unb Rinder», 277 Kälber, 211 Schafe unb Hämmel unb 2C61 Schweine. Bezahlt würbe für 100 Psb. Schlachtgewicht, Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht« wettS bis z» 6 Jahren 72—74 Mk., b. junge fleischige nicht auSgemästete unb altere ausgemästete 67—69 Mk., o. mäßig genährte junge, gutgenährte ältere 58—62 Mk., d. gering genährte jeben Alter» 00—00 Mk. Bullen, a. vollfleischige höchsten» SchlachtwerteS 63—65 ML, b. mäßig genährte jüngere unb gut genährte älter« 59—61 Mk., o. gering genährte —.— Mk., Kühe und Färsen: (Stiere unb Rinder): a. vollfleischige, au»ge- mästete Färsen (Stiere unb Rind«) höchsten Schlacht­wertes 65—67 Mk., b. vollfleischige, au-gemästete Kühe höchsten SchlachtwetteS bi» zu 7 Jahren 60—62 Mk., c. ältere ausgemästete Kühe unb wenig gut entwickelt« fingere Kühe unb Färsen (Stiere unb Rind«) 49 bil >1 Mk., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 89-41 Mk., e. gering genährte Kühe unb Färsen (Stiere unb Rinder) —.— Mk. Bezahlt wurde fir 1 Pfd.Cchlachtgewicht: Kälber: a. feinste Map (Bollm. Mast) und beste Saugkälber (Hannov.) 80—81 Pfg., b. mittlere Mast- unb gute Saugkälber 75—78 Pfg., e. tic'-inge Saugkälber 58—62 Pfg., d. ältere gering g«- nährte Kälber (Fresser) —.— Pfg. Schafe: a. Mast­lämmer unb jüngere Masthämmel 72—75 Pfg., b. ältere Masthämmel 66—70 Pfg., «. mäßig genährte Hämmel unb Schafe (Mcrzschafe)00- 00 Pfg. Schweine: a. voll- leischige der feineren Raffe» und deren Kreuzungen tm Alter bi» zu VI* Jahren 64—65 Pfg., b. fleischige 68 biS — Pfg., o. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 66—68 Pfg., d. ausländische Schweine (unter An­gabe b« Herkunft) —Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber a. 48—50 Pfg., b. 45—47 Pfg., Schweine a. 51 Pfg., b. fleischige 50 Pfg. Geschäft in Hornvieh schleppend, Ueberstand nnbebeutenb, in Kleinvieh gut, Markt geräumt. An» Oesterreich standen 162 Ochsen, 8 Bullen und 8 Kühe »nm Verkauf.

E. Der Durchstich der Simplontunnels.

Der Simplontunnel ist fertig ge­teilt worden und damit die sieg­reiche Ueberwindung der großen Schwierigkeiten vor fich gegangen, welche der Durchführung des ge­waltigen Unternehmens fich ent» zegenstellten, und zwar in solchem Grade, daß seine Ausführbarkeit eitweise ernstlich gefährdet erscheinen mußte. Alle seine Vorgänger, wie namentlich den Gotthard» und den Arlbergtunnel übertrifft der Sim­plontunnel an Länge, aber nicht so­wohl diese, als die über alles Er­warten hohe »esteinstemperatur im Innern des Gebirges aus seiner Nordseite sowie der gewaltige Waffer­andrang aus der Südseite erschwerten den Ingenieuren und Geologen in ungeahntem Maße seine BauauS- sthrung. Nachdem man fich schließ­lich allen Hinderniffen zum Trotz von der Stieget Seite her bis über die Mitte des Tunnels in den Berg hinein gearbeitet hatte und im Gegen- gefalle »eiter vorschritt, zwangen daS Austreten heißer Quellen im In- nersten des Gebirges und eine gleich- zeitige Beschädigung der Wasser- leitung des Rhonekanals durch Ueber- schwemmung und Erdsturz zum voll­ständigen Aufgeben der Bohrarbe t auf der Nordseite, so daß lange Zeit der Richtstollen, der den Erweiie- rungsbau vorausgehend in etpet Marte um Tmchvruch des «im pioutnmuia.

Linie den Tunnelfortschritt bedingt, nur noch ein- und nun besitzt die Welt ein Seues, großartiges festig von Jselle au» vorgetrieben werden konnte. Verkehrsmittel.

Alle Schwierigkeiten aber wurde« überwunden, ................

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■.Simp/on Tunnel

•Eisenbahn

Schweiz 1|

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