32. Jahrgang.
Fulda, Mittwoch, den 1. März 1905
Mandat inne ha?, auf das sie gerechten Anspruch erheben za können glaub«n, und zweitens weiter dow der Lage der Arbeiter in den Spandauer MWärwerkstätten eine günstigere Schilderung ge- geben hat, als ihnen lieb ist. Auch h-uie unter« ließ er nicht, ein Hühnchen mit ihnen zu pflücken. Der fleißigste Sprecher der freisinnigen Volks- Partei im Reichstage wie im Abgeordnetenhause, Abg. Dr. Eickhoff, Oberlehrer in Remscheid, begründete sehr eingehend eine Resolution auf Zulassung der Abiturienten der Oberrealschulen zu den ärztlichen Prüfungen. Nachdem der natl. Abg. Bär winkel stch u. a. der Hausierer gegen die Zentrumsresolution angenommen hatte, ohne gerade die Zahl der Zuhörer mit feinen Ausführungen zu vergrößern, mußte wieder einmal der oielgeplazle Staatssekretär Traf Posado» w sky stch erheben, um sich zu einigen Dutzend von den Vorrednern oder in den Resolutionen behandelten Fragen zu beantworten. Er traf ohne Zweifel den Seschmack sehr vieler Leute, wenn er meinte, Statistiken hätten wir nachgerade in Hülle und Fülle, und eS sei nicht gut, wenn man ganze Beamtenkategorien nötige, Statistiken und immer wieder Statistiken anzufertigen, statt stch im praktischen Leben umzusehen und zu betätigen. Große Unruhe und lebhafter Widerspruch auf der Rechten — wohlgemerkt, so weit ein Dutzend Mann große Unruhe erregen können — tief feine Behauptung hervor, die Mehrheit der Handwerer sei gegen den Befähigungsnachweis, und man daher diese Frage wieder zu den Akten legen sollte. Auf der Linken war man demonstratio begeistert, wurde aber etwas kühler, als der Staatssekretär für daS Baugewerbe die Einführung deS Befähigungsnachweises in Aussicht stellte, liebet eine ganze Menge Dinge sprachen noch die Antisemiten Raab und Bruhn und der freistnnig vereinigte Abgeordnete P a ch n i ck e. Am Schluß der Sitzung schlug der freisinnige Atg. Müller-Sagan vor, fortan wieder regelmäßig SchwerinSlage akzuhalten. DaS war aber gar nicht nach dem Sinne des Präsidenten, der vor allem den Etat rechtzeitig fertig gestellt sehen möchte.
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C'Ä Wschenb-Nage-„Iliufttiette Sonntagsjcitung-
Ein bürgerliches Jahr.
Novelle von Earl Conte Scapiuelli.
17 ------lNachdruck verboten.)
„Sie find meine einzigen Gäste, daS stade ich eabe so schön; die Berlobung kam plötzlich, Laiben i plötzlich, die Gäste wüsten stch auch so plötzlich finden — schöner häite sie stcher niemand aussuchen können und lieber auch nicht!" sagte Heller mit einer tiefen Verbeugung.
So blieben denn LichteneggS zum Sorp-r, halb auch Loiben» wegen, wit dem stch tie beiden gerne wieder einmal aussprechen wollten.
Die Tafel verlief sehr animiert. Bachmann freilich sühtte sich anfang» dmch die bekannten Gäste etwa» verlegen in seiner neuen zärtUchrn Rolle, besonder» wenn Rietta ihn so mit einem verächtlichen, lachenden Wick streifte, aber nach und rach fand er stch doch ttwecht. Kleine Reden flogen hin und 6er, kurze Lsinksprüche, e» war alle», dank der geschliffene« Gesellschaft, so intim, so gemütlich. Allmählich löste ßch da» allgemeine G-spräch langsam in Tete-il- T6t.es auf, jeder plauderte mit fettem Nachbar. Heller unter- hielt stch angelegentlich mit G>af Lichtenego, dankte chm ordentlich, daß er ihm Loiben v-rschafft habe, der stch glänzend bewähre, ein feiner, erfinderischer Kops. fei, und Lichtenegg wurde auf Fritz ganz stolz
»Ja, ja, lieber Gra», so ein junger Aristokrat, wenn er erbebet, dann ist er mehr wert, al» jeder andere I*
„Die ArbeitSgäule, die kommen schon al» solche aus die Belt/ antwortete Lichtenegg, die tun ihre Arbeit stcher und langsam, aber so ein englische» Vollblut, wenn da» einmal zu lausen beginnt, dann ist'S dvch eher am Ziel!
dis Frage einer allgemeinen Regelung der Sonntag» rühr im Reichkamt de» Innern in Arbeit fei. «in Gesetzentwurf zur Sicherstellung der Forderungen der Bauhandwerker unterliegt gleichfalls der Beschlußfassung des preußischen StaatSministeriumS. MU großer Gut- fchtedrnhett wandte stch der Staatssekretär gegen die Forderung deS allaemeinen Befähigung»» achwetfer.
Abg. Raab («nttf.) forderte eine verstärtte sogiale Fürsorge für die HandlnugSgehUfen und für die Seeleute. , x
«bg. Dr. Pachnicke (freis. Bgg.) meinte, die nächste und dringlichste Aufgabe der sozialpolUifche» Gesetzgebung fei die Gewährleistung deS unbeschränkten KoalittouSrechtS an die Arbeiter.
Ab,. Still (Antis.) zog gegen die Warenhäuser tu Felde.
Darauf vertagte stch daSHauS. Morgen (Mittwoch): Fortsetzung.
Schluß: *«6 Uhr.
Deuffdies Reich.
Berlin, den 28. Februar 1905.
** lieber die Reiferteife «ach dem Mittelmeer steht nunmehr fest, daß die „Hohenzollern" mit der »Hertha" (also der Kaiser und die Kaiserin mit dem Prinzen Adalbert) im Mittelmeer zusammentrifft. Prinz Adalbert wird am Tage des Zusammentreffens St Beifügung deS Prinzen Heinrich, des Chefs t Marinestation der Ostsee gestellt. Die „Hohevzollern", welche schon nach dem Mittelmeer unterwegs ist, wird in Genua neuen Anstrich erhalten und etwa drei Wochen in dieser italienischen Hafenstadt liegen bleiben. In Malta wird daS Kaiserpaar die Bucht besteigen; etwa um den 6. Mai dürfte letztere wieder in die Kieler Föhrde einlaufen.
♦ Unter der Spitzmarke: Angebliche pre» !ifche Intervention ir» Russisch- pole« läßt ch die .Wiener Neue Freie Presse' auS Lern- erg, 23. Februar, telegraphieren: „SBie man der ,Gazeta Narsdowa' aus Berlin von angeb. lich verläßlicher Seite berichtet, wird im Falle deS Ausbruches größerer Unruhen in Russisch- Polen ein, ungeachtet bisheriger Dementis, in Obvschlesien bereitgehaltenes deutsches Armeekorps, bestehend auS steben Brigaden, in Russisch- Polen einrücken". Die .Schlesische Zeitung' ist von zuständiger Seite ermächtigt, diese Nachricht auf daS bestimmteste zu dementieren; an der ganzen Nachricht ist kein wahres Wort! Die »Notdd. Allg. Ztg.' bemerkt dazu: „Die .Neue Freie Preffe' treibt es neuerdings ein bischen reichlich mit falschen Nachrichten übet deutsche Angelegenheiten".
(♦) Die Ratifikationsurkunden des Zusatzvertrages vom 28. Juli 1904 zum deutsch- russische» Handels- «ad SchiffahrtS- »ertrag vom 10. gtbinar 1894 find heute durch den Staatssekretär Frhr. v. Richthofen und den Botschafter Grafen o. der Osten-Sc cken hier aus- gewechselt worden. Die Wirksamkeit deS Vertrages beginnt mit dem 1. März 1906. Heute erfolgte im Auswärtigen Amte durch die Staatssekretäre des Innern und deS Auswärtigen Amtes und den österreichisch-ungarischen Botschafter die Unterzeichnung einer Zusatzbestimmung zum neuen Handelsvertrag mitOest er reich- Ungarn, dmch die der Ter» in für das Jnkrafttteten dieses Vertrages vom 15. Februar 1806 auf den 1. März 1906 verlegt wird.
§ Die Vorschriften der Prüfungsordnung für Aerzte vom 28. Mai 1901 fordern, daß diejenigen Raudtdake« der Medizi«, welch« die ärzliche Prüfung erst nach dem 1. Oktober 1903 vollständig bestehen, nicht sogleich die Approbation erhalten, sondern zuvor ein praktisches Jahr durchzumachrn haben, b. h. ein Jahr lang in geeigneten Krankenhäusern und sonstigen medizinischen Anstalten praktisch tätig fein müssen. In der UebergangSzeit und zwar vom 1. Ott.
Bus dem Reichstag.
151. Sitzung vom 28. Februar 1906.
Eröffnung 1 */«W)r.
Die Beratung deS StatS deS ReichSamtS de» Inner» wird fortgesetzt beim Tttel Gehalt de» Staatssekretär».
DaS Hau» ist heute bet Beginn der Sitzung fast »och schwächer besetzt alS gestern. Am BundeSratSttsch hat hinter einem Berge von Allen Staatssekretär Gras PosadowSky Platz genommen.
Abg. Panli-PotSvam (t) verbreitete sich eingehend über Handwerkerfrage» und forderte die Einführung deS Befähigungsnachweise»,rmächstfürdaSBm-gewerbe, Schutz deS GefellentttelS, Sicherstellung der Forderungen der Bauhandwerker.
Abg. Dr. Eickhoff (steif. Bp) begründete eine Resolution auf Zulassung der Abiturienten ker Ober- realschulen zum ärztliche» Studium.
Abg. Dr. «aerwinckel(»tl.)warntevor zu scharfem Borgehen gegen deu Hausterhandek; für gewisse Ware» und für gewifle Gegenden sei er »nenlbehrltch.
Staatssekretär Graf PosadowSky ging in einer längeren Rede auf alle biShrr tn der Debatte geäußetten Wünsche und Beschwerden ein. Gr teilte u. a. mit,daß Fritz, sei du sesch, setze dich zu an» in de» Wagen, wir bringen dich bi» zum Bahnhof Wiener-Neustadt, von dort kannst du mit dem Racktschvellzng noch Wien erreichen!" meinte Lichtenegg. Loiben Uetz sich endlich berede», solche plötzliche Vergnügungsfahrten hatte er immer gerne gemacht.
Da» Automobil sauste über die mondbeschienene Straße dahin. Borne neben dem Chauffeur hatte der alle Gras Platz genommen, auf deu beiden Hinteren Sitzen saßen Rietta und Fritz I» dichten Wolke« stieg der Staub auf „Wie ein Gott aus der Wolke sause« wir daher," sagte er.
Rasend flog der Wogen dahin, daß stch die beiden jungen Menschen unwillkürlich a» der Hand hietten. Aber aus einmal wstd Rietta ängstlich.
„Nicht gar so schnell, wir rasen ja in» Verderben!" schrie fie plötzlich dem Chauffeur in» Ohr.
„8afi* ihn doch fahren I Halloh, Halloh!" schrie Loiben, und alle Muskeln und Sehnen janchzten mit ihm. >
X.
Al» Loiben im Nachtschmllznge saß, der ihn nach Wien bringe« sollte, da mnßtt tt vorerst noch an Rietta denken und an die Art, wie er stch gegen fie benommen.
Hatte er dazu ein Recht gehabt, durch sein über- rnütige» Benehme» in ihrer Brust ein Gefühl für ihn zu wecken, da» — et wußte e» — M Jahren dariiwen schlief, hatte er jetzt al, »erheiratetet Manu da» Recht? - Und er mutzte sich gestehen: Heini Einstmals, da et fie zur Frau hätte habe» können, da war et an ihre« eigentlichen Wesen achtln» votübergegange» «ad halt ihre leise» Sywpathiegesühle mit W tzeu und Spässe« eingeschlummert; und jetzt, da er auf eigene», ureigene« Wlllen»entschlutz hin m:t einer anderen eine Ehe eingegavge» war und auf diese Ehe hin sich ein new» Leben, eines neuen Beruf, eine neue Existenz
1903 bis 1. Oktober 1918, kann der Reichskanzler in Ur der ein stimm ung mit der Lande? zen- tralbeHörde diejenigen Kandidaten ganz oder teilweise von der Ableistung des praktischen Jahres entbinden, welche die Prüfung nach den alten Vorschriften bestanden haben und bei denen zwirn genbe persönliche Verhältnisse vorliegen. ES hat sich nun, schreibt die ,Nordd. Allg. Ztg/ gezeigt, daß einzelne Landesregierungen in der Vorbereitung solcher Gesuche um Dispensation von dem praktischen Jahr milder verfahren sind als andere. Um für die Zukunft eine möglichst gleichmäßige Behandlung der DiSpensationSge- fuche anzubahnen, hat daher der Reichskanzler mit den beteiligten Landesregierungen Verhandlungen efngeleitet. Diese Verhandlungen sind soweit gediehen, daß binnen kurzem in allen Bundesstaaten eine vollkommen übereinstimmende Handhabung der DispenSoorschriften über daS praktische Jflthr eintreten wird. Wenn im ersten Prüfungsjahre nach dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften den meisten Kandidaten daS prak- tische Jahr ganz trlaffen worden ist, so steht für tie Zukunft eine so weitgehende Berücksichtigung btt Gesuche nicht mehr z« erwarten. SS soll zwar auch weiterhin mit ausreichender Milde verfahren werden, dabei wird jedoch in jedem einzelnen Falle eine sorgfältige Prüfung darüber stattfinden, ob nicht den zwingenden persönlichen Verhältniffen bet Gesuchsteller, wenn solche über- Haupt vorliegen, durch einen teilweise« Erlaß des praktischen Jahres in hinreichender Weise Rechnung getragen werden kann.
% Das Protokoll der Verhandlung über die Untersuchung der »-schwer»-« der Bergarbeiter auf bet Zeche PtoSper, Schacht I wirb im Reichsanzeiger veröffentlicht. Die Kommtsfion kommt zu bem Ergebnis: „Durch die Untersuchung ist demnach festgefiellt, daß irgend welche Mißstände, welche daS Eintreten der Belegschaft in den Ausstand rechtfertigen oder begründen könnten, nicht Vorgelegen haben."
* GtimmnngSbild ans de» Reichstage. Im Reichstage rechnet man vorläufig damit, daß die zweite Lesung bet Beratung des StatS de« ReichSamteS des Innern bis zum 18. März dauern werbe. DaS wirb sich leicht machen laffen; liegen doch Resolutionen über mehr als 20 verschiedene Fragen zu diesem Skat vor. Für jede Frage ein Tag Debatte und die Zett reicht noch nicht einmal auS. Fraglich könnte eS allerdings erscheinen, woher denn die Redner kommen sollen, da doch die Zahl der anwesenden Mtt- glieder nicht einmal ausreicht, «m für drei Wochen täglich je zwei Redner zu stellen unc> die Mehr- hett der Anwesenden zudem gar nicht zu reden beabfichtigt. Aber die Zeit wird schon auSgesüllt werden. Nötigenfalls reden dieselben Leute so und so ost. Heute begann der konservative Abg. Pauli, Tischlermeister in Potsdam, ein sehr gesund auSsehender kahlköpfiger Herr, den man eher für einen aus brm Unteroffizier stände hervorgegangenen kleinen Bureaubeamten halten könnte. In militärischem Ton trug er die Beschwerden und Wünsche des Handwerkerstandes vor. Er pflegt regelmäßig, wenn er daS Wort ergreift, mit den Sozialdemokraten aneinander zu geraten, die ihm zürnen, erstens weil er ein
Bachmann faß den beiten Tis-ä-ris, an feiner Sette selig und strahlend Fräulein «da, seine Brant. Er erzählte ihr von seinem Chef, dem Statthalter, von seinen Bureaukollegen, die «ach ihm in zwei Gruppen zerfiele», in „nette Beut’" und „fade Kerl'", eine Ettttcklung, die er auf die ganze Menschheit auidehnte, denn al» irgend wer später die BoerSkämpfe erwähnte, da sagte er auch wieder in seinem näselnden ruhige» Ton:
„Die Boer», „nette Leute", aber die Engländer find „fade Kerle".
Rietta und Fritz waren da» dritte Paar, da« in amegeuder Unterhaltung zusammensaß und sich kaum um die anderen kümmerte.
Fr tz war heute so brillant gelaunt, so witzig, so amüsant, wie feit Jahresfrist nicht mehr.
„HeM' gefällst du mir wieder, Fritz, heM' stichst du wieder einuml im Ausschneiden und Flicken den jüngste» Leutnant au»!" lachte Rickta. „Also eine großartige Erfindung hast du gemacht, sapperlm, da» ist schön. Und reich willst du werden, aber bitte, bitte werde nur Mcht gar zu reich, sonst schaust du un» gar nicht mehr an. Sag' nur übrigen», warum steht mau dich gar nicht, setz' beine Frau und dich in die Eisenbahn, komm auf ein paar Tage nach Lichtenegg, ich will dir beine Fran so amüsieren, so unterhalten, so erziehe», daß du daran eine Freude hast, eine Frau will ich au» ihr mache», so wie fie für dich, deu g'schridte», feschen Fritz paßt!" sagte fie übermütig.
Er nickte nut mit dem Kops. „Oder »och bester, wie fie dir patzt 1 Ader glaub' mir Rietta, die Frauen unserer Freunde paffen un» nie, die volle« wir immer and«» haben!"
Dann trat eine Pause ein.
„Mcku Sind, wir mdffea ausbrechen, wir müffe« nach Hanfe, sonst ängstigt stch da» ganze Schloß und glaubt, die Herrschaft sei p« AMomobtl verunglück:!
Zeitung
Monatrbeilage: .Luldatk Geschichte Ätter".
Bus dem Landtag.
Abgeordnete»!»«»».
160. Sitzung vom 28. Februar 1905.
Die^Berwung *6?»%ultuSetat» wird fortgesetzt mit der Besprechung der Okmarkenznlage» für die Lehrer. Der »tat für 1905 steht solch« Zulagen für da» Lehreipersonal an de» höhere» Mädchenschulen «nd den MUtelschule» vor. .
«in Antrag «ruft (fr. «».) verlangt, daß die Ostmarken,ulage für Lehr« mit mehr al» fünf Dienstjahre» auf 300 Mark erhöht werde.
Die Regierung blieb bck ihr« ablehnend,» Haltung.
Abg. Zieschb (Ztr.) vertrat i» dieser Frage dm Standpunkt de» Zentrum». Diese» erkennt bekarrntttch an, daß die Lehrer in de» gemischtsprachigen Gegenden ckne befand«» schwierige Aufgabe haben und eine Remunerierung »«dienen. Diese müßte ab« alle» Lehr«» in jenen Gebieten oh», Ausnahme gewährt WClbClL
Für den Antrag Ernst sprachen stch Mitglieder beider konservativen Partei,» au», glckchwohl wurde der Antrag abgelehnt.
Die Ostmarkenzulagen selbst wurde» bewilligt.
Ab». Hackenberg (natl) ^verlangte dringend eine Reform de» höheren Mädchenschulwesen». Im An- schluß daran Ilagte « über mangelhafte vnückfichtt- gung d« protettantische» Interest,» bei der Lesebuch- auöwahl für die paritätische höhere Mädchenschule i» ^""^imsterialdirrktor Schwartzkopff verteidigte die Regterrmg weg,» de» Kreuznach« StrettfalleS. Im Jahre 1908 soll,» allgemein neu, Lesebücher erugeführt werden. Bck der Zusammenstellung soll der erste Grundsatz sein, daß die Gefühle d« konfesfionellen Minderheiten „schont werden. Bezüglich der Reform de» Mädcheuschulwesen» bemerkt der Ministerwl- dircktor, daß ein Reformplan auSg,arbeitet worden fei, wie er dies vor 2 Jahren augrkündigt habe.
Im wettere» beschäftigte stch das HauS mit einem Antrag betreffend die Regelung der Ferien.
Dieser wurde abgelehnt, nachdem vom RegirrungS- tisch «klärt war, die Ferien feien jetzt allgemein auf 70 Tage im Jahr bemeffen. Daber könnten die So wer- feiten mit denen an den höheren Schule» gleich gelegt werden.
Abg. Wellst« i» (Z.) kam nochmal» auf die Frank- surt« Simuttanfchulen zu sprechen.
Seinen Vorhaltung gegenüber beruft man sich am RegierungSttsch auf ein ReichSgerichtSnrtckl, wonach die Simultanfchule für Frankfurt nicht direkt unzulä'fig lei.
Ab,. Graf Sanitz (l) «freute die Linke durch eine Rede gegen da» Schulkowpromiß, indeffen betonte
Abg. Dr. v. H,yd,brand sofort, daß die große Mehrheit der Konservative« ein SchuldotationSgesetz ohne Festlegung der KonfesfionSschule nicht will.
Mittwoch 11 Uhr Fortsetzung.
Schluß 4*1» Uhr.
aufgebaut hatte, da wollie er mtt ihr tändeln, da kam e» ihm erst zum Bewußtsein, wa» « a» ihr verloren.
Und doch liebte er seine Frau mehr, unendlich mehr, a!S « diese Rietta würde jemal» lieben könne«, den« diese Ehe baute sich auf dem Lebeniernst auf, wuchs au» tiefen Gefühle« hervor, während mit Rietta nur da» Um und Auf, die umgebende« Reize ih« hätte« zu ein« Ehe bestimme« können.
Wie hatte er fich in diesen wenigen Monaten, fett « geheiratet, geändert. AlS müßig« Siebbab« hatte er sich seiner Frau genah-rt, al» ernst« Manu l ote « nun neben ihr, den die Plän-, den die Arbett so gefangen bleit, daß « da, ob seine Frau vernachlässigte.
Und doch erhellte bei dies-» Gedanken immer Wied« ckwa« wie rin goldig« Schimm« süße", verträumten, weltfremde« B«la»genS die Gestalt RreiraS und feine Mitzi, frine gute, brave Mitzi flanb nut »m falten Schein de» Tag«lichtes vor ihm. Und immer Wied« zog ihn da» $«ffllei«te, Schattenhafte mehr an al» da» Wirkliche ur d Reelle.
Ernst bleiben, wett« ernstlich streben! Da» mußte feine Devise sein, wollte « mcht auf Haldem Wege aurspannen. ,
Die nächsten Tage in Wie« verstrichen im Einerlei alltäglicher Bureauarbeit. Abend» saß « mtt sein« Fran zusammen; der Hnbstwind tri b die beiden talb von ihre« Spaziergängen wird« «ach Hause und dann versuchte er, fein« Frau Wied« näher zu komme«.
Manche» Abend waren ste beide recht glück -ch, ollmähl-ch schien e» Fritz, al» fände « doch einen Schimmer von Verständnis für feine Berufsarbeiten bck Mitzi, und das machte ihn froh, löste ihn» die Zunge, und « erzählte und träumte und baute Luft» schlöffe» auf.
Sie saß ihm gegenub« und schwieg; nur ein Lächeln umspielte ihren Mund.
„Deine Auge« strahlen ganz, Fritz, werm du w sprichst; wacht dich dem da- alle» wirklich so glücklich i