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32. Jahrgang.

Fulda, Donnerstag, den 23. Februar 1905.

°°» an 6«n eunbeitat fte <«» »rodfunye. b« d.üch.-°d.»

(Nachdruck verboten.)

(Ein bürgerlicher Jahr.

Novelle von Earl Conte Scapinelli.

Neuregelung unserer handelspoütlschenBezielungen ju den amerikanischen Staaten, insbesondere der Inton, eine „Amerika Kommission" eirzuderufen Sine erste Sitzurg der Krmmisfion soll Sonn­abend in Berit i ftaltfhnen. Einladungen zu »rrselben sind ergangen an Vertreter der Landwirt- chaft und folgende Industrien: Lebensmittel, Eisen, Maschinen, Me-all, Zement, Tonwaren, GlaS, Baumwolle, Wolle, Seide, Papier, Holz. Kautschuk und Zucker, sowie an ein; Anzahl >em Vereine nahestehender Mitglieder deS

immerhin do» nicht unerheblich höher al 8 im Janurr des Vorjahres. Eine Verschlechterung der Gesamtproduktion des Arbeitsmarktes über )en durch die Jahreszeit bedingten Grad hinaus rst nach allen vorliegenden Berichten im Januar

nicht eingetreten."

r§] Das .Fuldaer KreiSblatt' bringt in Nr. 42 einen sogen offiziösen Artikel über ,,die Handelsverträge i« der «»»»isfion" worin es den Abgeordneten Speck, Müller» Fulda und Osel den Vorwurf der Kleinlichkeit macht, weil dieselben bei der KowmrffionSbera- rung gegen die Verträge mit Oesterreich und Rußland gestimmt haben. Dieser Artikel enthält eine Reihe von ll nrichtigkeiten, u. a. wird behauptet, es hätten für den österreichischen V-rtrag 16 Mitglieder der Kommission gestimmt, während tatsächlich nur 14 Mitglieder dafür stimmten, und 12 dagegen; 2 Polen fehl­ten und dagegen stimmten vom Zentrum noch Abgeordneter Colshorn und von den Konserva­tiven Abgeordneter Hufnagel; die MehrheU be­trug also nur 2 Stimmen. Die Bkweggründe sür mehrere Zentrumsabgeordnete, dagegen zu stimmen, waren auch nicht die Mehlfrachten, sondern das Fehlen einer bestimmten Erklärung »er Regierung hinfichtlich der Staffeltarife, welche bekanntlich mit dem letzten rusfischen Han- dklsoertrage abgeschafft wurden und jetzt wieder eingeführt werden konnten. Eine bestimmte Zu­sage, daß solche nicht eingefühlt werden, wurde erst kurz vor der zweiten Lesung im Plenum deS Reichstags gegeben rnd alSdann stimmte das ge­samte Zentrum geschloffen sür die Verträge. Die Staffeltarife, welche bis 1894 bestanden, bildeten eine Schädigung unserer mittel- deutschen und süddeutschen Landwirtschaft zu guristen des OstenS; man kann es deshalb unseren Abgeordneten nicht verdenken, daß sie ein wcchtomeS Auge gehabt haben und sich vor ihrer Zustimmung zu den Verträgen bestimmte Sicherheit geben ließen, daß diese Schädigung nicht etwa wieder eirigeführt wird. An der be­währten Umsicht und Tatkraft unseres alloer- ehrten ReichslagSabgeordneten herumzunörgeln, überlassen wir gerne dem ,Fuld. Kreisblatt'.

♦ «tndenteustreik. Die Vorgänge an der Technischen Hochschule in Hannover haben jetzt zu einem Studentenstreik geführt. Die Studenten haben auf gründ stillschweigenden Uebereinkommtns am Dienstag morgen den Kol- legien-Besuch eingestellt; statt deffenWard­eine große Mafien Demonstration vor dem Hoch- schulgebäude aufgesührt.

♦ Braunschweig 22. F-br. 1905. Die Braunschweigische LardeSsynobe hat, wie die .Braunschweigische Landeszeitung' meldet, ein- stimmig beschlossen, die Regierung zu ersuchen, im Bundesräte durch ihre Vertreter die beiden braunschweigischen Stimmen gegen den sogenann- ten Toleranzantrag deS Zentrums geltend zu machen. (Natürlich will man in Braunschweig von Toleranz nichts wiffen. D. Red.)

«rscheint tr,llch.»« Anrnahme ber $otto= unb Keieriage. Werte!» sLhrl.ve;ngrpreir ohne vringerlohn und VesteLgeld in Znlda und «ttwärtt i Bl!. 50 pss-

Bus dem Reichstag.

145. Sitzung vom 22. Februar 1904.

Eröffnung V/* vbr

Lage-ordnung: Dritte Beratung der Handels- ertrüge.

In der Generaldebatte lejte

Abg. Osel (8) in längerer «nSführung den Stand-

Aus einmal hob «chrer unvermittelt sein Wein­glas und sagte zu Fritz: „Also aus du und du".

Die beiden erhoben sich und ttanken mit verschluu« gen en Armen.

„ServuS Fritz" — „ScrvuS Schwiegervater" — und als fie wieder saßen, setzte Laiben hinzu.: «Und nicht wahr, die Kiste darf ich heute noch durch- stöbern".

.Selbstverständlich, selbstverständlich. Ich scheu»' Dir'», da- ist noch ein nachirägliche» Stück Aussteuer , una Achrer lachte und klrpste sich auf die mager« Schenkel und war sehr vergnügt.

Nun wurden auch alle anbeten heiter und aufge­räumt gestimmt. Bäumerl erzählte wieder Witze a«S ben „Fliegenden Blättern", über di- Frau Achrer herzbch lachen konnte. , u

Herr Achter traf einen Vorgesetzten in dem groß angelegten Restaurant, dem er sein« Schwiegaiohu. den Herrn „Baron" vorstelle» durste, und auch bei Lug zur Hebung seiner Stimmung bet.

Gegen '/-6 Uhr wurde beschlrffen, langsam zu Fuß nach der Josephstudt zu pilgern. F-aa «chrer wollte alle zu sich zum Nacht« ffen versammelt wiff«, aber der Gerichtssekretär währte ihr das.

„Rein, »ein, Alte, die Arbeit darfst Du Dir heut« an meinem sechzigsten Geburtstag nicht mache», wir gchen in ein Restaurant, die Herr« find weine Gäste".

So sehr Fritz und Bäumerl bagegen St-llung nahmen, Achrer ließ e» sich nicht ausreden.

„Oder glaubst Du vielleicht, der alte Achrer Hut sich sür so einen Tag nicht auch ein bisch« was bei­seite gelegt, um ihn festlich begeh« zn tonnen? ®K» da seit März hab ich mir eine Remuneratton, die ich sür Nebenarbeiten im Amte erhielt, für dies« Tag zurückgelegt, die wird heut verttuvk«. Ja, ja.fchaurs nur, der Achrer kamt auch einmal ein bißchen was vertrinken".

Seine Stimmung wurde immer fideler und zu­friedener.

verantwortlich«

5chriftleiter-.Zos.Vau«

3. BÄc Mch-Mllagr: „Zllustttette Sonntagsjeitung

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xoch au« meiner Kerdheti erinnern, daß er immer in seinem Ziwmerchen saß und mit Farben und Chemt- kali« herum, xpe- im ntlette. Er blieb uns den Miet­zins immer schrldig, aber mein Vater wollte d« alten Marn nicht vor die Tür setzen. Wie er starb, verblieb un» daun fein alter Kram, der steht noch heul' in einer Kiste, droben am Boden de» Hauses."

Fritz kam sofort der Gedanke, ob « nicht darin vielleicht etwar find« könnte.

„Die Kiste wüffm Sie mich einmal durchstöbern lasten," bat Fritz, nervö- erregt.

„Wenn eS Ihne» Spaß macht, könum Sie'» heute abend noch tu». I« übrigen, Frrtz, wollen wir heute Bruderschaft trinlen," setzte «chrer feierlich dazu. „Damals am Hochzeit-feste hab' ich Sie »och nicht so gut gekannt, aber jetzt voll« wir'» tun."

„®er*, gern," weinte Fritz zerstreut.

Der Gedanke von einer möglichen Wiedererwcckunl; de» «»wiener Porzellan-, der ihm srüber durch den Kopf geschrffen, ließ ihn nicht mehr Io». Wenn er wirklich das Geheimnis finde», wen« er d-r Fabrik Heller« dadurch die Mögl.chkett gebe« könnte, ein P rzllan zu erzeugen, da« in Feinheit, Reinheit, Farbenkraft d« alte» Stücken entsprach, er könnte stch ein Vermög« erwerb«, er, der verkrachte Fabrik-deamte Fntz v Loib«.

Als man tm dritt« Soffeehau» fich um eiren Tstch gesetzt hatte und die Stimmung wirklich immer fiöhlicher wurde, schwieg Fritz noch immer und dachte so.twährend an die Sache mtt dem Altwi«er Porzellan.

I» Fritz, was bist du denn gar so nachdenklich,' wandte nch endlich seine junge Frau an ihn.

O, ich denk nur grob an etwa- vom Geschäft."

*ttn etwa» recht Unangenehme« gewiß," meinte fie mitleidig.

„O nein, an etwa- sehr Schöne», Hvffaung»- reiche»!"

Mitzi versprach, da» stet» zu tun, erzählte aber, daß e» noch ein Erkennungszeichen für gute Hühner gebe, da» ihr eine fremde Frau neulich am Markt, al» Re eben mit derselben bei einem Kausstaud zusammen- tcaf, erklärt unb enpfvhien hatte.

Fra» «chrer hörte ruhig zu, schüttelte bann aber ihren Kopf unb fagte kleinlaut:

-Auf bö» neue Zeug gib ich uix. Gel', Mitzek, du folgst deiner alten --tutter und tust e», wie die e» bit gesagt uxb gelernt hat."

«ach da« mußte Fran Mitzi ihr hellig versprech«.

Endlich war man am Praterster» angekommen. Herr «chrer konnte fich nicht genug wandern, wie rasch «an jetzt mtt der Elettrischm vorwärts käme, früher hätte da» ei» Ew'gkeit gedauert. „Ja, ja, die neue Zeit, in der Beziehung ist gegen fie gar nichts einznmenben!" meinte Bäumerl.

Ma» gmg non der H mptallee des Prater» zu und läng» derselbe» immer Wetter hinaus. Da e« ein Wochentag war, lustwandelt« dort nicht eben zuviel Menschen Bäumerl hatte stch dm beiben Damm augesebloffen und erzählt ihnen Witze aus dm .Fliegm- ben Blättern' H nrerher schritt Achrer mtt Frch. ES war be« erstemal in ihrem Leben, daß fie über eine Siertelstunde zusammen war«, ohne daß «chrer aufgesahren und übellaunig geworden wäre. Er fühlte stch heute tu der Rolle bee gütigen, versöhnt chcn Schwiegervater», und er merkte e», wie die» Gefühl ihm Wohltat. Er ging ordentlich au» stch heran«, die harte Schale seine» Eh rrakter» hatte er plötzlich ge» sp-mgt und gab stch, wie er wa», al« ein echter, rechter Feier tag» mensch, der von all« Schlacken gereinigt

Deulidies Reich.

Berlin, dm 22. Februar 1905.

♦ Zu den jetzt wieder auftauchenden Ge­rücht-», der Kaiser beabfichtige, den Reichs- kanzler Grafen Bülow, sowie die Han­delsverträge unter Dach und Fach gebracht seien, in dm preußischen Fürsteustumd zu er- b»be«, schreibt die »Neue Gesellschaftliche Korresp.': Es ist den politisch« Kreisen Berlins kein Ge­heimnis, daß der Reichskanzler tatsächlich schon einige S'.unden lang Fürst gewesen ist Das war, al« es der staatsmännischen Geschicklichkeit deS Grafen Bülow gelungen war, die Zolltarif- Vorlage im Reichstage zur Annahme zu bringen. Voll Danlbarkeit teilte der Monarch dem Kanz­ler in einem eigenhändigen Schreiben mit, daß er ihm dm Fürstentitel verliehen habe, und adressierte dieses an „Seine Durchlaucht den Fürsten von Bülow". Das Schreiben enthielt zugleich eine Einladung zu einer an demselben Tage statifindenden Tafel im Neu« PalaiS zu Potsdam. Als der Reichskanzler zu dieser erschien, stattete er seinem königlichen Herrn zunächst seinen Dank für die ihm zugedachte Erhöhung ab, bat dann aber, von ihr Abstand zu nehmen, da et daS Bestreben habe, künftighin größere Dienste zu leisten, und daS Werk, da« er bis sitzt voll­bracht, eine so außerordentliche Anerkennung nicht für wert ansehen könne. Der Kaiser gab diesen Vorstellungen schließlich nach und zog die Verleihung zurück. Nicht ohne Einfluß auf das Verhalten des Grafen Bülow mögen hierbei noch zwei Umstände privater Natur gewesen sein, einmal der, daß er keine Erben besitzt, da seine Ehe bekanntlich kinderlos ist, und dann der andere, daß der Fürstenstand ihm noch vermehrte RepräsentationSpflichten auserlegen würde, mäh- rmd, wie Eingeweihte versichern, zu denen, die sitzt auf ihm ruhen, nicht mir fein Gehalt nicht auSreichl, sonder« er auch Jahr für I hr von seinem eigenen Vermögen ein Stück zusetzt. Und da diese Umstände noch heute die gleichen find, ist anzunehmen, daß der Reicht karzler auch jetzt, soweit es in seiner Macht steht, zum mindesten nichts dazu tun wird, um Rang unter den preußischen Fürsten zu erheben, unter b«« all« er übrigens, kraft seines Amtes, nach der Hof- ordnnng den Vortritt genirßt.

* Auf der Steife «nch de« Süden wird daS Kaiserpaar von den Prinzen Eitel Friedrich, OSkar und Joachim sowie der Prinzefftn Viktoria Luise begleitet sein. Die Kaiserin begibt stch mit den Prinzen und der Prinzefftn am 23. März nach Abbazia, wohin ihr der Kaiser am 29. März folgen wird. Dort wird der Kaiser einige Tage im Streife seiner Familie weilen und dann mit der Kaisei in ans der Kaiserjacht „Hohenzollern" die Mittel» meetteife antreten. Der Kaiser hat beschloffeo, dem Prinzen Adalbert, der bekanntlich mit der „Hertha" aus Dftaften heim kehrt, von Malta auS entgegenzufahren und ihn a«f offenem Meere zn begrüßen.

* Der Vorstand de-Mittele«ropäischeu Wirtschafttvereius bat beschloss«, behufs

Reichstags.

§ Der ArbeitSmarkt im Mount Jauuar wiro in dem vom Kaiserlichen Statistischen Amte (Abteilung sür Arbeiterstatistik) herauf gegebenen steichSarbeitsblatte folgenvermaßen ge- schilvert: „Die Entwickelung des Arbeitsmarkts wurde in erheblichem Maße beeinflußt durch ben im Laufe deS Mtnals eingeheteren General- auSstand der Bergarbeiter deS RuhrrevieiS. Die Konjunktur in der Bergwerksindustrie wurde durch den AuSstand indeffen nicht erheblich be- einträchtigt, da einetfeitS die vorhandenen Lager- bestände an Kohlen und Koks im Ruhrrevier zur Abstoßung gelangten und andererseits die übrigen deutschen Steinkohlenreviere chre Tätig­keit erhöhten, um zu der Deckung des Ausfalls der Fördetung im Ruhrrevier, welche in der Hauptsache durch englische und bulgarische Koh'en geschah, mit beizutragen. Ebenso wurde auch die ArbeitSlage in bet rheinischen Braunkohlen- inbustrie burch ben AuSstand in günstigem Sinne beeinflußt. Von ben anderen Jirbustrien waren eS hauptsächlich die Metall- und Maschinen- inbustrie, die tt folge der durch den AuSstand etntretenben Kohlenknappheit Störungen beS Be­triebes erlitten. Diese Störungen vermochten inbeß nicht die verhältnismäßig günstioe Kon­junktur in den genannt« beiden Industrien zu erschüttern, zumal in der Eisenindustrie führten die durch Kohlenmangel hetvorgernfenen Betriebs- elnschränknngen zu umfangreicher Abstoßung von Lagerbeständen. Ebenso hat der Monat Januar in der allgemein günstigen Arbeitslage in der elektrischen unb chemischen Industrie Aenderungen nicht gebracht. Trotzdem ist im Januar unab- hängig von dem Ausstande tm Ruhrgebiet ein Sinken der Beschäftigung eingetreten, wie es der Jahreszeit entspricht. Dieser Rückgang, der u. a. in dem Sinken der Beschäftigungsziffer der berichtenden Krankenkaffen um etwa 57000 Personen zum Ausdruck kommt, hängt zu einem erheblichen Teile damit zusammen, daß durch den Eintritt von Frost die Bautätigkeit im Freien vorük ergebend völlig zum Stillstand kam. Ader auch außer den mit dem Baugewerbe zusammen­hängenden Berufen machte fich in einer An­zahl anderer Berufe gewiße Stille geltend (Bäcker, Konditoren, Spielwarenindustrie, Han- delsgewerbe, Graveure, Konfektion), wie fie nach Abwicklung deS WerhnachtSgefchästS tm Januar regelmäßig einzutieten pflegt. DaS Auftreten d-r In fluenza-Epidemie in verschiedenen Gegenden D«tschlandS bewirkte gleichzeitig eine erhebliche Anschwellung der ErkrankungSziffer. Trotz des Rückganges in der Beschäftigung war diese nach war, tür diesen einen Tag! Hätte er ein bischen LcbenSkunst beftffen, er hätte immer ein solch ruhiger zufriedener Mensch sein könne», der sür alle» Lob unb Verständnis hatte, aber er ließ fich von den kleinlichst« »atag8bin$en zu stark knechten, ließ fich durch diese immer gleich seine Stimmung ruinieren.

Laiben hatte fich nach und »ach vom Staunen über di: Umwandlung bei «chrer erholt, hatte fast schon bataut vergesse», daß diese» graue Männchen a» seiner Sette sonst knurrig unb brummig gegen ihn war und freute sich über ba» Verständnis und Entgegenkommen, das er bei ihm fand

Er erzählte ihm von feiner Bureautätigkeit, von feiner Brofchwce, bie er über da» Porzellan der Firma Heller verfaßt, unb wurde immer redseliger. „Ja, ja, Herr Schwiegervater, Sie werden set on seh«", fuhr er bann fort, „daß ich'» »och zu einem schön« Sümmchen Vermög« bring« werde. Ich hab' mir'» vo,genommen, ich muß mir'» verdien«! Ich muß e» zu wa» bringen, irgend etwa- erfinden!"

«tret wollte nun wiff«, auf welchem Gebiete.

„Aus meinem, Schwiegerva er, auf dem Gebiete be» Porzellan», zum Beispiel, ich muß mich nun näher damit beschäftigen. W«n ich zum Beispiel. . .," er stockte einen Augenblick, rgeüb etwa« wollte er sag«. „Wenn ich zum Beispie, heraus brächte, wie da» Altwiener Porzellan gewarnt würde, wiff« Sh, g«au, ganz genau, denn da sticken so manche kleine »eheima ffe drinnen, bie man wiff« müßte, bann könnte ich ein reicher Mann werd«!"

Und auf einmal gefiel ihm diese» Beispiel, usb er begann davon zu reden, al» ob er e« schon längst mtt fich herumgetrag« hä te.

«10 er geendet, erzählte «chrer selbst auch von all« P-rzellanstücken, die sein Vater beseff«.

„Uebrtgen#, Fritz, hat in unferm Häuschen in der Wegwüllelst atze einftmal ein alter Mann gelebt, bet noch unter Smgevthal unb später in ber Wiener kaiser­lich« Porzellansabrik geaibettet hatte. Ich kann mich

Mdaer

Zeitung

rnonatsbeUage: „zuldan Geschichtsblätter".

punkt be« Zentrum« bar.

»bg. Graf Limburg Stimm sprach namen« der Konservativen,

Abg. Gnmp namen« ber Reichspartei.

Alle btet Redner sprech« fich für bie Beiträge au«, trotz ber Bedenken, welche hinsichtlich einzelner ölle beständen.

«bg. Sattler (ntl) gab von Seiten ber national­liberalen Fraktion eine »rtläruug ab, in welcher dem Wunsche Ausdruck gegeben wirb, taß angestcht« des Umstande?, baß die Industrie bei ben Verträge» zn kurz gekommen sei, bet dem Abschluß weiterer Verträge e« den Verbündeten Regierungen gelingen möge, bie volle Gegenseitigkeit zu erreich«, so baß Leistung unb Gegenleistung in einer bie deutschen Interessen be­liebigen den Weise gestaltet wüt en.

Abg. Gott ei» erklärt namen« ber freifinnig« Vereinigung, baß ein großer Teil feiner Freunde bie i handele Verträge ablrhncn würde.

Staatssekretär Graf t osadowSkY beteiligte fich an bet Dttkusfion, um der Auffassung entgegenzutretrm, al« ob bie Verträge lediglich tm Jntereffe der Land, wirtschaft vereinbart worden feien und fich im Wider» pruch mit einer vernünftigen Eozialpoliiik befände«.

»bg. Schüler (Ztr.) erllärte fich, vom badisch« Standpunlte au« unter Bedauern, daß man für bm Quebracho und den Wein kein« höher« Zoll erreicht habe, für bie Verträge.

Abg. Oldeubnrg (kons.) sprach in einer sympathi- cheren Werse zu den Verträgen, al« man e« sonst beim Sunde der Landwirte gewohnt ist, und gratulierte am Schluß seiner Ausführungen dem Reichskanzler zu einem Erfolge. , , „„„

»bg. K»mpf (fr. Bgg.) erklärte, seine politisch« freunde würden sich bet der »bstimmnng über b« »sterreichischkn unb rusfischen HandelSoertrag teil«, dem rusfisch« und dem italienischen aber geschloffen Äuftimmctt«

«bg. Molkenbubr (sozd.) lehnte namen« feiner Fraktion die Verträge ab.

Die »bstinrnung über de« österreichisch« m»b rusfischen Handelsvertrag ist namentltd). Heber Me ander« Handelsverträge einfach. In einfacher «b* stinrrnung wird mit derselben Mehrheit die Viehseuche»- toneentton mtt Oesterreich angenommen.

Der rusfische Handeltverttag wird mit 228 geg« 81 Stimmen bd 8 «nthaltungen angenowm«. übrigen Verträge werden auf Antrag de« »bg. Dr. Spahn en bloc angenommen.

Die Resolution zu b« Verträgen werde» auf Me Tagesordnung für morgen gesetzt; außerdem Gtatr« beratnng.i

Schluß */i8 Uhr.

Bus dem kandfag.

AbgeorbneteuhanS.

145. Sitzung vom 22«Februar 1905.

Giöffrung 11'/- Uhr.

Die Beratung be« KultuSetat« wird fortgesetzt.

Die Debatte bezog fich saft ausschließlich ans Schulfragen.

»bg. Dr. Glattselter (Z.) wie« al« erster Redner nochmals darauf hrn, wie sehr e« in katholisch« Steilen Bedauern erregen müffe» wenn OrdenSniede» laffungen nur au« dem Grunde nicht genehmigt würben, weil bet Evangelische Bund Lärm bageg« gemacht habe.

»bg. Dr. Pötsch (Z) kam nochmal« auf die Be­schwerden bet ttolholiten zurück, beschränkte fich aber batauf, solche Fälle vorzut'agen, der« öffentliche »n- gerechtigkeit tebem einigermaßen uvparteitfch Denkend« klar fe n müffe Weiter zeigte Redner an einem hoch«