MaerK Zeitung
IHondsbeilaae: ,,8«Ida« GeschichtLSMek"
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32. Jahrgma
Fulda, Samstag, den 18. Februar 1905
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7 Torpedo»
L früher abgelehnten große» Kreuzern bvorrdivifionea gefordert werde» sollen.
Heller behandel e Lviben niemals so recht all Untergebenen, am ollerwrnigstrn an diesen Äsenden, er nannte ihn seinen jungen Freund und Helfer-» Helfer und freute sich an seinem gesellschaftlichen Talent, da» ihm indirekt auch zugute kam.
Rach und nach hatte Heller sür Fritz im Bureau ein eigene» Reffort gefunden, da» er bt» dato selbst geführt hatte und da» er nach und nach ganz an Fritz abtrat; e» war die» sozusagen die Kunstabteilung seine» Kontor». Fritz halle au» de» vorgelegte» Mustern der Kü" stier, die die Tapeten, die Stoffmuster, die Porzellanmalereien entwarfen, da» Brauchbare und Richtige au-zuwählen; dazu mußte er sich auch auf all den Gebieten im lausenden halte», die Fach- und Kunstschriften dirchsehe», die SuSstelluugeu besuche».
So wurde seine Stellung immer freier, er war nicht mehr so strenge an die Bureaustunden gebunden, und da» tot ihm ftbr, sehr wohl.
Eine» schönen Tage» ließ i n Heller rufen, hielt ihm zuerst eine lange Ansprache, in de»- er seiner Freude über Fritzen» Fortschritte Autdrrck gab, ihm erzählte, daß eine» der von ihm angeregten Porzellan» muster im Museum sür Kunst vnv Industrie von einem Erzherzog angrkauft worden war, und meinte daun:
„Paffen Sie auf, Baron, ich habe einen schönen Auftrag für Sie. den Sie sicher gerne avS ühren Welle». Ich Will doch in Pari« auf d-r Weltausstellung die Produkte unserer Porz-llani»dustrie eu»> stellen, so Sachen muß man ein bißchen historisch vuordneu, da» wirkt immer; wir haben zwar die Fabrik erst feit zwanzig Jahren, ober früher gehört» ste den Fürsten von Leuraenberg, und zwar 150 Jahre lang. Da ist alle» mögliche «lte und Wertvolle »»gefertigt worden, viele Stücke find »och in mew-m Besitze, viele im Kunsthistorischen Muserm Da wollen wir in Pari» einige» davon autkillen und ei« schöie«, buutillustrierte» Bächlein dazu drucken lassest Wat? — So wa» wirkt immer Mir kommt'« auf ein paar hundert Gulden nicht an. Da» Geld und da» Pvr-
tst, ihre Landverbindung abzuschneide». Für den Mißerfolg bei Sandrpu würde der General Griprn- berg verantwortlich pemackt. @r wurde seine» ttcm« mando» enthoben. Er hat nm Kutvpttkm beschul, bigt, ihm bei dem Uw geb ungt versuche mcht die nötige« Truppen zur Verfügung gestellt zu haben. Sein Nachiolger wurde General Kaulbar».
Ein bürgerliches Jahr.
Novelle von Carl Conte Scapinelli.
8 ------(Nachdruck verboten.)
Mitten im lrstigen Kneipen erinnerte er sich wieder seiner Frau, die er allein, ohne Gesellschaft, den Abend verbringen l>eß und wurde verstimmt uad machte sich und Lechner Borwürfe. Am liebsten hätte er seine Frau an solchen Abende» bei ihren Eltern gewußt, aber die gingen ja schon um 9 Uhr za Bette, und nm diese Zeit war er erst recht seßhaft, da begann ihm ba» Bier und der Sein erst recht zu schmecken.
Nach so einem Abend war feine Frau am nächsten Tage kleinlaut und traurig, und Fritz nahm sich dann vor, nicht mehr aa»zugehea — bi» — bi» wieder die Bersuchung an ihn herantrat und er de» Drang in fich fühlte, fich einmal im Bier oder Sein gehörig auSzulrbeo, fich mit einem Freunde ordentlich auSzu- plaudern, auszuschwätzen.
Und dennoch liebte er seine junge Frau üb-r alle», aber der Trieb, fich ungezwungen, ohne an Zeit und Ort gebunden zu sein, zu bewegen, haftete tum doch »och zu stark an, al» daß er ihn immer überwunden hätte.
Freilich gab e» auch dann uad w mn andere Zerstreuungen, Bayer schenkte ihnen Theatersttze oder Heller lud ihn zu seinem Donnerrragabend ein, au dem fich bei thm ein- größere Herrengesellschaft versammelte, die aa» allen möglichen Elememen bestand, reichen Kaufleu.en, Künstlern, die mit bet Firma tu Geschäftlicher Beziehung standen, Journalisten u. f. m.
Da ging e» immer hoch u,d lustig her. Da gab'» Ghampaguer und Schnäpse in Mengen, die einen ftnelteu Karten, die anderen plauderten miteinander.
Einmal traf Frttz an so einem Abend auch de» Grafe» Achtenegg dort und unterhielt fich den ganzen Abend mit thm.
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Vringerlohn und chsßeRgeldinzulbauud AMvärwlMSopfS
Verantwortlicher schriftl«iter:Zos.V<m«
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Wodien-Rundfdiau.
Fulda, den 18, Febmar 1906.
(Nachdruck verboten.)
Der Reichstag hat »ach btäziger Beraimtg die Handelsverträge an eine Kommiffion vermiesen. In fast ollen Prrteien macht fich eine gewisse stumme Er- gerenheit breit. Man wird den Ber-ragen schließlich Mstimmen, aber richtige Freude be eiten fie Niemande«. Ob da» Zentrum geschissen für die Handelsverträge eintreten wird, hängt davon ob, ob fich die süddeutschen Mitglieder davon überzeugen lasse», daß die R-gierw»gen ihre Kontrollmaßregkl i so vorsichtig gerrvffen habe«, daß k ine ausländische Futtergerste fr» Inland kommt, die hinterher doch vermälzr werden kann. Da die Rechte und die Narioualliberalen für die Handelsverträge zu stimmen entschlossen find, ist deren schließliche Annahme g'fichert.
Im Abgeordnetenhaus fühle der Minister de» Innern bei der Beratung seine» Etat» da» Be- dürsnt», ohne iebtn triftigen Grund die Piriräisnazr anMschnetdeu. Er glaubt, daß bi* Parität in seiner Berwaltung genügend gewahrt ist, wen die Zahl der in höheren Stellen befinelichen Katholiken in einem angemessenen Verhältnis steht zu der Zahl der katholischen Reg.-Asscfforen Diesen Mißstand wird keiner al» billig gelten lassen, der weiß, wie die Ka'holiken systematisch von der BerwaltungSlaufbahn zurückgeschreckl worden find Abg. Herold legte dies klar dar.
Der Bergarbeiterstreik, der »ach dem Beschluß der Siebener-Komm'ffion am Freitag ei« Ende nehmen sollte, ist jetzt wirklich beendet. Natürlich hat man infolge der sozialdemokratischen Hetze hier und da S»rächst protestiert; nachher aber hat man eingeseke-, an der Erfolo» den da» Versprechen der Regierung bezüglich ter Berggesetznovelle dcrst-llt, nicht zu unter« schätzen ist und daß es besser sei, jetzt wieder zar Arbeit zu gehen al» zu »arten, bis alle Geldmittel erschöpft find. Die Not in den Bergarbeiterfamilien wird in den nächste» Wochen noch groß sei«.
Eine Flottenvorlage hat MarinemivifterTir- pitz sür dm Herbst angekündigt. Er teilte in der Budgrtkommssfion be» R-ichrtag» mit, daß «eben den
bemerkt werden die stark zunehmenden Kund- gebar gen fra zöfischer Sozialoewolraten g^gen die Vorgänge m Rußland. Man verlangt die Lösun-g de» Bündnisse». SS find jetzt iw ganzen zehn franM.che Bischosk- fitze vakant und können wegen de» Abbruchs der diplo- marischen Beziehungen zum hl. Studie nicht wieder besetzt werden. Eine eigentümliche Sage ist in der Diözese Dijon entstanden. Bischof Le Nordez hat bekanntlich dem Papste gegenüber auf seine Diözese verzichtet. Die Rrgterung deirachtet ober die Diözese Mcht al» vakant. 'S» waren zwei Generalvikare in der Diözese eingesetzt worden Hinterher setzte aber Le Nordez dir beiden ab, weil fie die Diözese nicht in seinem Sinne leiteten, und verlangte von der Regierung ein bestätigende» Dekret, wiewohl er «ach seiner Abdankung gar nichts mehr anzuordnen oder zu vei langen batte. EombeS untetzeich«ete auch noch vor feinem Rück ritte die Absetzungsdekrete. So find ganz „amrchistischr" Zustände in der Diözese entstanden dank der llnbe-echenbarkeit und Unzuverlässigkeit deS frühere« Bischof».
In England wurde am Dienstag das Parlament wird r ertffnet. Die Thronrede, die natür-ich die Bezirhunaen zu dm fremden Mächten H» fortgesetzt freundschaftlich bezeichnet, verbreitet fich auch über daS Einverständnis mit Rußland wegen d-s Vorfall» bei der Doggerbank, sogt aber nichts be- foodkre» darüber. Bei der Adreßdebatte im Abge- ordnetenhouie erklärte Lord Spe-c-r bezüglich der Lage in Ostafien, jede übel aufgenommene Intervention könne leicht ernste Folgen haben; wenn fich eine Gelegenheit zur Intervention bieten sollte, würde fie fich ihrer bereitwillig bedienen. Mit anbeten Sorten, die englische Regierung bat keine Lust sich dir Finger zu verbrennen. Im Unterhause wurde bei der Adreßdebaite von Campet Bannermann die bekannte Rede des ZivillvrdS der Admiralität Lee gerügt.
In Rußland greift die Auistandsbewegung trotz aller amtlicher Meldungen über Wiederaufnahme der Arbeit immer weiter um fich und hat namentlich in dem russisch-polnischen Industrie-Bezirke wiederum zu sehr blutigen Z isammerflößen zwischen Arbeitern und Militär geführt Wenn hier und da für einen Augenbl ck kin Rückgang de» Streiks zu bemerken war, so folgte bald wieder eine Zunahme. In den polnischen Gegend:» scheint oer Awstand fast immer rfrr Ausschreitungen verbunden zu (ein. In Radow sollen bei einem Zusammenstoß zwischen plündernden Arbeitern und Militär sünsz'hn Personen getötet und mehr al» fünfzig verwundet worden sein. — Die Technische Gesellschaft in Petersburg «ahm eine Resolution an, worin fie fich für sofortige Inangriffnahme ber Arbeiterfrage ouSspr-ch, die Einberufung eines allrussischen Kongresses zur Behänd- lung dieser Frage al» beste» Mittel dazu empfahl und volle Freiheit zur Erörterung der Arbeiterfragen in Versammlungen und in der Presse, sowie andere Garantien fordert. Die Regierung bemüht, fich immer neue Beweise dafür zu geben, daß es ihr mit dem Entgegenkommen auf fozialem Gebiete ernst ist. Sie ernst die Lage in Rußland ist beweist mit er» schr cklicher Deutlichkeit die Nachricht von der Ermordung be» Großfürsten Sergiu», eine» Onkel» der Zaren. (Sergi. Erste» Blatt.)
Auf dem oftasiatischen Kriegsschauplätze find tu letzter Z*tt zwar zahlreiche Gefechte vorgrkomwen, ober fie waren !amtlich nicht von größerer Bedeutung. Die Blokade von Wladiwostok soll j-tzi vollständig durchgesübrt sein und die Japaner sollen die Abfickt haben, die Stabt zu belagern und fobalb wieder eine Schlacht am Schabo im Gange
Da» österreichische Herrenhaus hat die Geschäftsordnung de» Rrtchsrats geändert. Hoffentlich erweist fick die Maßnahme als ein geeignete» Mittel, um die Obstruktion des Abgeordnetenbause», die da» staatliche, nationale und wirtschaftliche Leben lange geschädigt hat, Einhalt zu tun.
In Ungarn wird man die Mirttsterkrifi» sobald wohl nicht beendigen. Er ist ein schweres Problem, dir Koffuthpartei regierungsfähig zu machen. Koffuth hatte eine dre-viertelstündige Unterredung mit dem Kaiser. Worüber verhandelt worden ist, ist nicht in die O-ffrntlichkeit gedrungen.
In Frankreich hat der Kultusminister dieBor- läge betr. Trennung von Kirche und Staat ringe» bracht. Sie kommt de» Bedürfnissen der religiösen Gemeinschaften weiter entgegen al» die früheren Sot- toutfe. Man hat die Vorlage an eine Kommiffion S wiesen und damit auf bte lauge Bank geschoben.
iS fie G-setz wird, hat noch lange Sege. Auffällig
Aber wer.« die Hausfrau das körperttche Brot nicht mehr selbst zu backen brauch', so muß ste doch nach wie vor, und in unseren modernen Zettläufen, das Seist esbrot für dis Familie fort und fort backen.
In daS Mehl deS häuslichen Lebens muß der rechte Sauerteig hinaus, der christliche Sauerteig, die reliviöS-fittliche Gesinnung urid Lebensführung. DaS Himmelreich muß in'S Haus, und daS Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den das Weib nahm und einmischte.
Wo bleibt denn der Mann? Er ist doch daS Haupt der Familie. Freilich; aber fie ist das Herz der Familie, vom treuen, stillen, unermüdlichen, emfige» Walten der liebevollen Mnttor hängt der Seist ab, der im Hause zur Herrschaft kommen soll. Derbraven, katholischen Hauif au ist eS vor allem zu danken, wenn daS Fami ien< leben wahrhaft christkacholtsch ist und damu gesegnet und glücklich wird.
Sie mischt den Sauertrig der Religion und Tugend unter drei Maß Mehl; sie sorgt für sie heilsame Durchsäuerung ihres Manne?, ihrer Kinder und ihres eigenen Geistes. Ach ja, der Mann hat oft solche erzieherische Nachhilfe von seiner braven Frau recht nötig. Sein Glaub» ns- eifer ist manchmal etwas staubig und seine Sttt- lichkeit einem faden, toten Kleister ähnlich. Sauerteig muß hinein, damit Seist und Semüt in gesunde Gährung kommen. AuS dem matten Stoff soll ein ausgehender Teig werden, der int Ösen der Liebe zu schönem, lockeren, Wahrhaften Brot fich auiblldet.
Und die Kinder? WaS fie lernen mit dem Verstände, ist Mehl, und was fie an äußeren Fertigkeiten sich aneignen, ist ein schätzbarer, aber unreifer und kraftloser Teig. Wenn die Matter den rechten Sauerteig der Gottesfurcht und Tugend hinetnbringt, dann gibt eS ein hoffnungsvolles Aufgehen und Verschmelzen, dann wird aus dem Dissen und Können ein Eharakter, quSdexr Kinde ein gesunder, tüchtiger Christenmensch.
Das Weib im Evangelium mischte den Sauerteig unter daS Mehl, bis alles durchsäuert war. Ja, daS geht nicht im Handumdrehen mit ein paar Handgriffen. Sine ganze Familie zu erziehen, dazu gehört stetiger Fleiß, rastlose Sorgfalt, zähe Ausdauer. Und gerade mit diesen Tugenden ist daS brave Weib reichlicher begabt als der Mann, der mit aröberer Kraft Ungeduld zu verbinden pflegt. W nn er ein Brotteig ansetzt, so soll er im Nu aufgeben. Gut Ding will Weile haben; die religiös-stttliche AuSretfurg einer KindeSseelr auch. Wohl dem Hoitie, wo eine christliche Mutter in lieb-voller Klugheit und Geduld reget ohne Ende die bildenden, glättenden, aufrichtendkn, leitenden Händel
In der jetzigen Zeit ist die Aufgabe der christkotholisckkn Hausfrau noch schwieriger geworden, als sie stüher war. In der Welt ringsum wirkt ein anderer Sauerteig, als wie fie ihn für ihr HauS gebraucht. Gegen den Strom zu schwimmen ist schwerer als mit dem Strom, und die Strömung ber Zeit ist gegen das gottesfürchtige und fromme F-wtii-vleben gerichtet. In und lud ta-in ihn nid feite Frau zu fich zum Tiner ein.
Frau Mihi malte scheu drei Tage vorher Toilette für biesk» Diner und raifonntertr, von ihren 8lte-n aufgchetzt. Sie wollte nicht gehen, sagte fie, fie paffe nicht in diese Gesellschaft, fie lätte nicht» zum Anziehen und so fort.
Roch und nach batte fich bei ihr durch die kleinen seelischen Verstimmungen ein Ton in ihrem Umgang mit Fritz emw ckelt, der eine S teinigung de» mürrischen Wesen» ihres Baier» und be» traurig entsagen- ben Wese'S ihrer Mutter zu sein schien.
Da» Sülle, Enste, Traurige in ihren Worte», da» Fritz so angezvgen, war jetzt ewa» Mürrisches, Einfilbtge» gewvrce», ba» ibn befremdete, da» er ihr aber nachsah, fie war eben au» ihren kleinbürgerlichen Familienverhäll» ff-n heraukgeriffen worden und hatte, da die Bor re der Liebe tnrch Fritzen» allzu grrße Ar be trüb«Häufung ste nicht Park genug ansckeiven konnte, in diesem «euer Bob-n »och nicht recht Wurzel gesaßi. Die neue Stellung quälte, beängstigte fie. Sie war auf einmal die Borom», ober die Baronin in kleinen, fast bürgerlichen B-rhäl nisten. Eine geborene Aripokemin Härte ba» viel leichter ertragen, ihr wäre ka» Standerbewuhtse», die eigene Erzielung mit» gegeben gewesen, fie wäre für fich and dadurch auch für ihre Ungetung, für alle anderen die Baronin geH-eben.
Endlich war die Sunde gekrmme», Fritz und Mitzi sahen mit Lichtenegg und seiner Tochter Rteita beim Diner. Ter alle Kav--lier wir geschickt genug, alle» Unangenehme, tre# in den f eifer Frrwen liegen konnte, zu beseitig»«. I» seirer ftbcrmarfrn Art unterhielt er fich n-öhrerd be» ganzen Esser» mit Frau v. Laiben, wöhrenb Fritz mit Rietta heiter nnb lustig tote «hedtm plcuderte. E» entging 'hur richt, daß seine Frau nur mit halbem Ohr d n Äebeu Lichtenegg» lauschte und frrtirährend ein Aage für ihn und Rietto hatte. Speech Rietta einmal mit «fr, o wm Mitzi steif und knht in ihren Antworte». (F f)
Unpolififdie ^eifläufe.
(Nachdruck öerboten.)
A Berlin, den 16. Februar 1905.
Verehrte Leserinnen, verstehen Sie nch auf den Sauerteig? Können Sir ihn ansetzen und einmischrr., wie es fich gehört? Ich Lmt mir nicht helfen; heut wird m der «unpolittschen- Bäckerei mit Sauerteig gearbeitet, denn das ebenso schöne wie kluge Gleichnis auS dem Evangelium vom letzten Sonntag liegt mir im Sinn:
DaS Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und unter drei Maß Mehl mischte, bis alles durchsäuert war.
Vielleicht trägt meine westfälische Herkunft dazu bei, daß dieses Gleichnis in weinen Se- danken wirkt wie Sauerteig. In meiner Jugend habe ich selber geholfen, wenn mit Sauerteig unser derbes und herbeS Hausbrot heryestevt wurde, das die Leute mit zarteren Magen Pumpernikel nennen und meistens nur in jämmer- lichen Nachahmungen mit Syrup und sonstigen Surrogaten kennen lernen. ES ist Sauerbrod, aber hat doch einen anmutigen Nußgeschmack.
Vielleicht hat mich das Gleichnis auch deshalb besonders angemutet, weil da das Weib, die Hausfrau als die berufene fiamilien- bäckerin hingestellt wird. Die alte, schön« Sitte, daß die Mutter das tägliche Brot der Familie nicht blos bricht, sondern auch bäckt, kommt leider immer mehr in Abgang. Die Städter kaufen fich chr Brot beim Bäcker und viele Landbewohner tun schon dergleichen. Wer e8 bequem haben will, läßt fich daS Brot zur rechten Zeit in's HauS bringen. Morgens früh wird daS gebackene Frühstück an die Türklinke gehängt, und wenn'S nicht gestohlen ist, so könne» Kinder und Eltern schlohsrische Semmeln zum Morgenkaffee effen.
Nun will ich durchaus nicht den Bäckern das Geschäft verderben. @8 wäre ja töricht, wenn ich de» vielgeplagten modernen Hausfrauen auch noch raten wollte, fich alle Tage an de» Backtrog zu stellen. Ich will aus etner ganz anderen Tür hinaus und sage nur so beiläufig, es schadet einer Hausfrau nicht, wenn fie neben dem Koche» auch Backen gelernt hat. Sie kann dann wenigstens zu den hohen Festen oder zu NamenS- und Geburtstagen einen soliden Haus, kuchen backen, der den Kirdein sehe gut tut: 1) weil fie dann einen größeren Happen kriegen, und 2) weil die mütterliche Liebe mit hineingebacken ist. und die ist noch beffer, als Butter und Judenspeck (wie man in Westfalen das Zitronat nennt)
zellan gtb ich dazu ber, nno Sie Baron, schreiben einen flotter, femlleionifiiscken, ‘einen Dxl dazu. Aber bitte, so em btfeefcen mistofrati'ch flott — in b badet doch bifiotischl Ich bin überzeugt, Sie können da» Mächtig schreiben: &e sollen »uch eine igeve (Statt» fi'atio» dafür bekommen, ber Heller ist nicht schrnvtzig, ba» Mssen Sie!"
ßoiben war über biefen Auftrag hock erfreut, komtte er doch seine Kenntnis über alle» Porzellai bszu alönzend verwerten. Auch mar ba» einmal so eme 81 beit, bte ihm so recht lag. Mit Feuereifer wachte er fich daran, tagsüber war er in bttt Museen, auf den Biblioiheke», ünb abend» schrieb er oft bi» tief in die Nacht hinein.
Such darüber war feine Fran böse, denn fie hatte itren Batet abend» niemals arbeiten sehen, utb konnte da« gar nicht begreifen. Ihre Mutter tröstete fie darüber, so gut fie konnte, der Vater ober schimpfte nach rote vor über Fritz.
„3a, ta rix kann er fich mäßigen, jetzt hat er Stbett, ba muß er fort und fort arbeiten, ein anbe * mal bat et Gelb, da wirb et fort und fort laufen!"
„Aber Vater, Fritz trinkt ja nicht fo frei!"
„Ist schon recht, wird schon kommenk — Ra, na, f» eil tu fo Lacherin, wie übet Porz-llan schreibe», da» ie'fallt ihm — wie tut a vernünftiger Mensch über so toa» schreiben kann; merkt ei’» den» röt, bet Hell-t halt ,hn sür'» Nartn! O mei, 0 mei, san be» vtruckte Zur en, ba schreiben'» schon ben Porzellan» lilltrn gar je Bogrophien," jammerte er, aber dar» brach et Io», „aber die Menschen, bte Menschen, die achten fie nicht, die treten'» mit Füßen, die Schwieger, eitern lasse»'» link» liege» — ja, da» ist die neueste Z'it!"
Mit Lichtenegg, mit ben ihm in den letzten Monaten nid) 8 mehr innerlich berbunben hatte und dem er t ch eine Z ii ganz entfremdet bat fr, kam er tetzt öfter» zusammen. Er nahm lebhaften Anteil an dem Büchlein, da» Fvtz schrieb, besuchte ihn sogar einmal