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Zul-aer M Zeitung

Vochenbellage: „Illustrierte Zonntagrzettung" monatrbellage: „Zuidaer Geschichtrblätter^'.

r. Wochenbeilage: „Illustrierte Zonntagzzeitung"

* Monatrbellage: „Zuldaer Gefchichtrblätter^'.

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todkiwt tSglich, «rit „nähme btt Sexte« 1x6 Feiertage. Viertel« fthrl. Bejugspreis »Hit vringerlohn und Stfitlgtld in Fulda und «Äsroärts 1 Mi. 50 Pfg,

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M 40.

Fulda, Samstag, den 18. Februar 1905.

32. Jahrgang.

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Erstes Nt'crLL.

* Vie Ermordung -es Großfürsten Sergius von Rvhlan-.

Die scheinbare Ruhe im Zarenreiche hat nicht lange angehalten, die Geister find gar zu mächtig erregt, als daß sie fich so leicht be­schwichtigen ließen, wie die amtlichen Telegramme der letzte« Tage glauben machen wollten. Daß die russischen Bauern in ihrer Mehrheit eine stumpffinnige Masse find, die von der Reformbewegung unberührt bleiben, für eine Berfaffung überhaupt auch gar nicht reif find, ist bekannt. Die von den Offiziösen mit Eifer »eröffentlichten Scyililätskundgcbungm rufftscher Bauern, die vielleicht sogar von itgenb eitern russischen Beamten inspiriert find, roöutn darum zarnichtS besagen. Daß es im Innern Rußlands noch immer gewaltig gährt, hat daS gestrige Attentat auf den Großfürsten Sergius Alexandrowttsch bewiesen, das wir durch Sonderausgabe sofort soweit als möglich zur Kenntnis unserer Leser brachten.

••vftfirfi Sergi«K AlexandrowiisU).

W. Petersburg, 17. F^br 1905. 4 Uhr «uchm. Aus Moskau wird telegraphiert: Auf der Fahrt des Groß fürste« Sergius vom historische« Museum «ach de« Kreml wurde der Wage« del« Justtzpalast vou zwei Persaoeu, die i« einer Droschke säße«, erwartet. AlS der Großfürst de« Justizpalast passierte, folgte» sie de« Wageu »ud Warfe« elue Bo«be ««ter deuselbe« Eine starke EMlosio« erfolgte, der Wage« w«rde zertrümwert «u» der Großfürst gelötet. Die Mörder wurde« verhaftet. Einer ist schwer verwundet. Ferner wurde« mehrere St«de«te» verhaftet.

SergiuS Alexaudrowitsch. der Datei des Zaren, geb. 1 u Mai (29. April) 1857, Chef deS kgl. preuß. Ulan.-Reg. Kaiser Al«x. IL von Rußland (1. Branden- burgikcheS) Nr. 3, 6 la suite des 1. Glvßh Hessischen Inf. Leibgarde Regis. Nr. 115, vermählt am 15 Juni 1884 mit Elisabeth Feodorowua, zuvor Elisabeth Alexandra Lwse «Hce, geb. 1. Nov. 1864, Schwester bei GroßherzogS Ernst Ludwig von Hissen.

Großfürst SergiuS war des Haupt der reform feindlichen Partei und hatte am Zarenhofe einen bedeutenden Einfluß. Er galt für einen der bestgehaßten Männer in Rußland. Um 25. Januar warfen Arbeiter an seinem an der AnitschkowbrLcke in Mrskau gelegenen PalaiS die Fensterscheiben ein und zertrümmerten seinen Palast, in welchen er mit seinen Vertrauten, sor allem PobjedonoSzew, dem Oberprokurator deS hl. Synods, seine geheimen Beratungen ab« hielt, in Venen die Rollen verteilt wurden, die stder in der Umgebung des Kaisers von Ruß­land zu spielen hatte. Trotz der vielen Kosaken, die den Großfürsten SergiuS, den Mililärgou- verneur von Moskau, überall begleiteten, fühlte er fich seines Lebens nickt mehr sicher, er flüchtete nach Petersburg, kehrte später aber wieder nach Moskau zurück, wo ihn nun sein Schicksal ereilt hat.

Die Schreckenstat von Moskau, so verwerf« sich sie ist, beleuchtet wieder einmal grell, wie morsch und faul die inneren Zustände des russi­schen Riesenreiches find, dos, während im Innern der Aufruhr tobt, tn Oftafien een Krieg nm die Dorherrschaft mit den Japanern führt, eer bis­her fo unglücklich für Rußland vnlcufen ist. Die Tat der Revolutionäre, die «vscheinevd von fanatischen Studenten auSgefübri wurde, ist dos dritte Attentat mit hockpolitisckem H'nler gründe in der kurzen Zeit von •/« Jahren. Ob au auS

dieser höchst bedenklichen Erscheinung endlich die nötige Ledre am Zarenhofe ziehen wird??

W. Petersburg, 17. Febr. 1905 5‘/s N. (Ausführlichere Meldung.) Heute ncchwittag 3 Uhr passierte Großfürst SergiuS in Moskau zu Wagen, vom RikolauSpalcste kommend, den SenatSplatz. Hinter der Equipage fuhren zwei Droschken. Als die Kutsche fich dem Justizpalast näherte, kam ihr ein Schlitten mst zwei Männer« in Zioilkleibung entgegen; der eine trug ein Ar­beiteranzug. Am Justizpalast ließ der Schlitten die Equipage vorbeisahren. In di'sem Augen« blick wurde eine Bombe unter die Kutsche ge­schleudert. Die Explosion war so heftig, daß alle Fensterscheiben im Justizpalast zer­splitterten ; der Wac en wurde völlig zertrümmert; die Pferde liefen davon. Die Bo kSmenge auf dem Platze sammelte die Holztrümmerstücke und Stoffreste auf. Der Großfürst war sofort tot; der Kopf und die Beine waren vym Rumpfe getrennt, die Kleider zerrissen. Der Kutscher, der schwere Brandwunden erhalten hatte, starb auf dem Wege zum Krankenhaus, auf dem Plctzr liegen die Räder der Equipage. Die Explosion wurde weithin v.rrommen. Die Mörder fiid verhaftet. Der eine sagte: ich mache mir nichts daraus, meine Arbeit ist getan. Der Name des Mörders ist unbekannt. Nach einigen Augen­blicken begann die Menge, sich an dem Tatorte anzusammeln. DaS Tor deS Kreml wurde xe- schloffen. Auf dem Roten Platze veranstaltete die Menge eine Kundgebung gegen die Studenten, welche geprügelt wurden, und zwar in solcher Weise, daß ein beim PalaiS de Jgnatiew angest, ll«er Beamte sich dazwischen warf, und veranlaßte, daß mehrere Personen verhaftet wurden. ES wurden bann Prokla­mationen unter die Menge geworfen. AlS die Großfürstin SergiuS die Nachricht von dem Ereigniffe ei fuhr, begab sie fich sofort an den Tatort. Die liebet refte des Großfürsten SergiuS wurden aufgehoben und nach dem NikolauSpalaiS geschafft.

Deutsches Reich.

Berlin, ben 17. Februar 1905.

*. Die Annahme der neuen Handelsver­träge wirb die verschiedensten Arbeiten notwen­dig machen. Der BnndeSrat wird die letz'e Hand an das Amtliche und Statistische Waren- Verzeichnis zum Zolltarif legen müffen, um auch für die Zollbeamten di- Ausführung des gleich- zeitig mit den neuen Tarifverträgen in Kraft zu s tzenden autonomen deutschen Zolltarifs zu er­leichtern. Rußland hat fich, da von der deutschen Handelswelt der Mangel eines russtschen Amt- liehen Warenverzeichnisse- unangenetm empfun­den wird, verpflichtet, wenigstens eine Zusammen - stellung der Zolltarifentscheiduugen, wie sie auch in Frankreich existiert, vorzunehmen, und zu ver- öffentlichen. Spätestens anfangs lf 07 wird diese Zusammenstellung fertig sein. Man wird ferner, wie offiziös geschrieben wird, an die Vereinba­rung einzelner internationaler Abkommen heran- treten. So wird voraussichtlich bald nach dem entgiltigen Abschlr ffe der Verträge die Anwen- düng der ArbeiterrerficherungSaesktze auf die im Gebiete des einen Tests Beschäftigung suchender A'beiter deS anderen Teils zwffchea Deutschland und Italien Gegenstand gemeinsamer Erörterun­gen bilden. Zwischen Deutschland und Ruf land werden Versuche zum Abschluffe eines lleberein- kommens über den Schutz deS Urheberrechts an Werken der Sitteralur, Kunst und Photographie gemacht werden. Der Zeitraum, tn dem dies zu geschehen hat, ist allerdinxS auf drei Jahre bemessen. Schließlich wird noch btt BetedelungS- verkehr nach der Schweiz eine Einschränkung in- sofern erfahren, als der bisher in verschiedenen deutschen Bundesstaate» einzelnen Unternehmern gestattete autonomen passive VeredlungSverkebr für Seide zur Herstellung von Beuteltuch nach Inne­haltung einer gewiffen UebergangSfrist aufge­hoben werden wird.

* Die Mette Les««g der Haubel-ver- träge im Reichstage soll am Montaa beginnen und am Dienstag beendet werden. Ob fich die dritte Lesung gleich anschließen wird, steht «och nicht fest.

(* Der Krach in de« sozialdemokra­tische« Verein der Lehrlinge and jngend- lichen Arbetter tn Berlin ist einstweilen er- kedigt. In einer Ve fammluug am letzten Mittwoch wurde der bisherige Vorsitzende und Reoakteur Hellmuth Lehmann, der am Sonntag zurückgeirekn war, wieder i« seine A-mnr em- psetzt. Rechttrnwatt Dr. Brod, der ebenfalls von der Leitung des Vereins gutüdget»eien ist, erklärte am Mit'woch. daß er niemc ls wieder ein Amt 'm Verein annehmen werde. Nach der

Stimmung, die in der Versammlung herrschte, ist anzunehmen, daß sich die Mehrheit von Dr. Brod abqewandt hat, um fich unter den Iti'enben Eit floß Lehmanns zu stellen. Daß aber oamti eine gedeihliche Witer ent Wickelung deS Vereins im Sinne feiner Gründer verbürgt ist, scheint selbst dem Vorwärts sehr zweifelhaft. Er hält Broh nicht für den richtigen Mann, die Jugend zu führen, aber den Genoss n Lehmann noch weniger. Er schreibt: „Daß die BereirSmehr- heit Hellmuth L-Hmcnn zum maßgebenden Führer erkoren hat, das scheint uns aber auch kein großer Gewinn zu sein. An dtm guten Willen und den redlichen Ansichten Lehmanns zweifeln wir keinen Augenbl ck. Aber während Dr. Broh nur den Ton nicht zu treffen wußte, durch den man das dauernde Ve: trauen jugendlicher Arbeiter, die in Beilin ausgewachsen find, erwerben kann, fehlen Hellmuth Lehmann nahezu alle Eigen» schäften, die ihn zu einem erfolgreichen Setter deS Vereins fähig machen kör nten. Sehmann ist, wenn auch kein Jugendlicher, so doch ein noch recht junger Mann. Er nimmt anscheinend leb- h, ft n Anteil an der Partei und GewerkschaftS» beroegrng und glaubt die Bestrebungen deS Vereins am besten dadurch fördern zu können, daß er die Art und Form brr Agitation, welche er bei den erwachsenen Arbeitern kennen gelernt hat, wo sie auch am Platze ist, schablonenhaft und schematisch auf den Verein der Jugendlichen über­trügt. Lehmann kann zwar den Ton anschlagen, welcher unter seinen juger dlichen Zuhörern Beisall emfeffelt, aber eine wahrhaft nützliche Tätigkeit im Verein wird c r unserer Ueberzeugnng nach vorab nicht entfalten können. Sollte der Verein nun gar den Rat befolgen, den ihm Dr. Broh erteilte; die erwachsenen Mitglieder zu entfernen, also sich der Beratung durch erfahrene Männer entschlagen, dann wird dis Organisation der Jugendlichen, namentlich unter Sehmcnn? Leitung, nichts anderes ft in, als (ine müßige Ve eins spiel» rei. Soll die Organisation der jugendlich«n Arbeiter, die an fich ein gutes Werk ist, das aufgestellte Ziel erreichen, dann bedarf sie der Führung durch einsichtige und erfahrene Männer, die mcht Vormünder oder Schulmeister, sondern freundschaftliche Berater und Wegweiser der jungen Leute sein wollen. Leider fehlt eS dem Verein zurzeit an solchen Ratgebern. ES wäre ihm zu wünschen, daß er fie finde." Kurz und gut, dir Verein der Lehrlinge und jugend­liche« Arbeiter war eine verunglückte sozial- demokrc tische Eründvng.

§ Die Sozialdemokraten setzen ihre fcawwhntge« für die ausständige« Berg­arbeiter im Ruhr bezirk« fort. Ohne Zweifel wird auch nach Wiederaufnahme der Arbeit mancher Bergmann und manche Bergmanns - Familie in sehr bedürftiger urb bedrängter Lage sein. Aber wie viel werden diese von den nachträglich durch die Eenoffen gesammelten Geldern in Wirklichkeit wohl erhalten? Vielfache Erfahrung kehrt, baß bie Genoffen es lieben, für ganz anbere Zwecke qespenbete Gelber zur Füllung ihrer Streik- und sonstigen Kosten zu verwenden. Wir erinnern an die großen Summen, die für die Familien der im Meineid Prozesse Schröder Verurteilten zusammengebracht wurden, von deren aber diese Familien nur ben kleinsten Teil zu sehen bekom­men haben. Wir erinnern ferner barem, baß bei bem Krimmitschauer Streik es die Gewerk schasis-Kasse gewesen ist, bie sich an ben Spen­den für bte Strettenben schließlich bereichert hat. Die Streikenben, denen bas Gelb zukam, hatten daS Nachseyen. Nach Jahresfrist erst, als schwere Anschuldigungen fegen bie sammelnden Genossen erhoben wurden, sahen diese fich bemüßigt, Rech­nung zu legen. Ob diese Rechnung stimmte, steht dahin, jedenfalls hat die Gewenschafts-Kasse ein glänzendes Geschäft auf Kosten der Streikenden gemacht. Die streikenden Bergleute werben sicher auch von ben jetzt angeblich für fie veran statteten Sammlungen sehr wenig zu sehen bekommen.

(*) Der Verband der wissenschaftliche« katholische« Etndeute«» Vereine Unttas (Unitas - Verband) gab kürzlich bie Statistik für bas Wintersemester 1904/05 bekannt, unb zwar für den Zeitpunkt des 15. November 1904. Zum Vergleiche fitd die Zahlen bet Statistik für das Sommei semester 1904 (15. Juni 1904) in Klam­mern beigefügt worben. Dem ll.-D. gehören 14 Vereinigungen an, nämlich 12 (11) Vereine unb 2 (3) Tänzchen, die fich auf 11 reichsdeutsche Univerfi'ätS-Städte rerteilen. Die Zahl der Mit­glieder des U. V. beträgt 1525 (1475). Davon find 1019 (985) Alte - Herren, 51 (51) Ehren­mitglieder, 8 (7) Ehrengäste unb 447 (432) ftubteienbe Mitglieder. Von ben studierenden Mitgliedern find 364 Immatrikulierte, 83 Ex­matrikulierte, 234 (235) Aktive, 67 (51)Jnakttoe in ioco, 124 (127) Inaktive extra loctrn und 22 (19) Hospitanten. Die Skli« en verteilen sich auf 115 (128) aktive Burschen urb 119 (107)

Füchse. Neu ausgenommen finb 69 (84) Bon den Immatrikulierten stubieren 63 Theologie, 146 Philologie, 46 Mathematik, 51 Rechts­wissenschaft, 26 Medizin, 32 sonstige Fächer. Eine starke Stütze für tun U.-V. versprechen die rasch anwachsenden A. H. A. H.-Zirkel zu wer­den, deren z. Z. 19 bestehen. Von den A. H. A. H. bekleideten im Sommersem, st-r 1904 169 die akademische Doktorwürde. 1 von ihnen ist Kardinal-Eizbischof, 1 Fürstbischof, 2 getöien dem Reichstage, 4 dem preußisch n Landtage an, 18 find Hochschulprofessoren. Im Sommer- semester 1900 (15. Juni) zählte der Verband 8 Vereine mit 305 akademischen Mttgliedern, wäh­rend ihm jetzt 12 Vereine und 2 Kränzchen un- gehören. Möge der U.-B. in dieser Weife weiter wachsen, blühen und gedeihen!

Bus dem Landtag, -errenh«»-.

32 .Sitzung vom 17. Februar 1905.

Eröffnung l1/« Uhr.

Dir Beratung der Vorlage betreffend Regelung der Hochwaffe'-, Deich- uud Borfiutverdältnisse an der oberen u»d mittleren Oder wird sorteesetzi.

Die Kommission, cn welche die Vortage zurückver­wiesen «ar, hat eine «enderung derselbe» nur in einem Punkte vorgeschlagen, der freilich eine der wichtigsten Bestimm»' gen deS Gesetzentwurfs. nämlich die -nfbringung der «osten bett ffr. DaS HauS trat dem Vorschläge der Ko« Mission bet, fo daß daS Besetz an daS Abgeordnetenhaus zurkckgeht.

DaS HauS nahm hierauf ben Bericht der Ma- trilelkommssfion entgegen.

Berechtigungen für daS HerrenhavS gibt eS zur Zeit 351. ES rügen 43 Stimmen 8 Mitglieder sind bisher nicht in daS HauS einxetreten, unter ihnen der Bischof von Hildesheim und Graf von LandSberg- Velen.

Berichte über die EifenbahnbetriebSergeb» tttffe im Jahre 19C3 und der Eifeubahnbau- »richt für 1904, sowie der Bericht über den Betrieb der fta'atu^u Berg-, Hütten- und Salinen- eetroaltnuu "^rden deNatteloS genehmigt

ES folgt die Biialü«« Vorlage betr. starb Aenderung der AmtSgrrichtSbezirke Jochem, Maye» und Zell a. d. Mosel.

Dr. Frhr. v. Dchoelemer Lies-r teilte aus »CI KommissionSberatnng mit, daß der Jnstizminister er­klärt habe, daß an die Errichtung eines besondere» Amtsgerichtes tn Kaisersesch nicht gedacht werde. Um nun den Wünsche« der Interessenten evtgegenzukomwe«, habe man beschlossen, Kaisersesch und 14 Etemeinde» deS Kreises Kochrm an dar Gericht in Mayen anzn» schließen. Die neue Einrichtung soll durchgeführt werden, sobald der Reubau deS Amtsgerichtes in Mayen vollendet sei.

Die Kommission beantragt die Annahme der Vorlage.

DaS HarS schließt fich diesem Anträge an.

DebarieloS genehmigt man hierauf auch die Ab­änderung der AmtkgerichtSbezirke Köslin, Kolberg, Körliu, Ezarntkan, Ftlehae und Echönlanke.

Es folgt die Beratung von Petitionen.

Eine Petition deS DürerbundrS verlangt Maß. nahmen zur Erhallung des Heinrich von Kleifi'fcheu GrabeS tn Wannsee.

Graf Arutm-voitz-nburg teilt mit, Prinz Fried- eich Leopold von Preußen hat dem Reichskanzler daS Grab als Geschenk an daS R ich übereignet und iS werde Sorge getragen werde», daß daS Grab auf Koste» deS Reiches in einem würdige» Zustande er­halten «erde. (Beifall)

Mtt Rückficht auf diese Erklärung geht daS HarS über die Petitton z«r Tagesordnung über.

Eine Petition nm Uebernahme landrätltcher Privat­sekretäre in de» Staatsdienst wird der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen.

Rach Erledigung der Tagesordnung vertagt fich daS HauS auf rmbestimmte Zett.

Die nächste Sitzung ist für frühestens ben 18. Mä z tn AnSficht Genommen.

Schluß 3 «5 Uhr.

Der runildi-Japan. Krieg.

Auf dem Kriegsschauplatz in ber Nord- manbschurei fiid nunmehr bie schweren Ge­schütze, bfe bie Japaner nach bem Falle Port Arthurs nach lern Norden geschickt haben, in Tätigkeit getreten. Dem Bureau Reuter wirb aut dem russischen Hauptquartier vom Mittwoch gemeldet: Die Japaner beschossen gestern unb heute den Putilowhügel mit achtzölligen Geschützen und verwendeten 250 Pfund schwere Geschosse. Hieraus geht hervor, daß die Be­lagerungsgeschütze von Port Arthur in den Linien der Japaner arfgt stellt find; das russische Zen­trum ist dadurch in eine neue schwierige Lage gebracht. (Der Putsiowhügel ist eine beherrschenk e Stellung tm Zentrum, die durch einen kühnen Bor stoß der Russen in ben letzten Tagen der grrßen Schlacht am Schaho ben Japanern ent­rissen wo,den war. Die bisherigen Anstrenpungrn der Japaner, den Hügel wieder zu erobern, fb b erfolglos geblieben. D. Red )

In der Südostmands chureimachee fick in den letzten Tagen Tuvgusendanden, m^che Angriffe ruf die Bohn heabft tätigten, bemerkbar. In derselben Gegend tauchten japanische Abtei­lungen auf, welche die Turgusen organisierten. D.e Gesautzahl der Tungusen und Japaner wvd