vaakermulde, Hanseman« unb Friedlicher R«ch« bar 36000 Mari.
W. Berlin, 16. Febr. 1905. Der an-eiger' schreibt: Im Ruhrrevier toxx der Ausstanb im allgemeinen als beendet an«- sehen «erden, da in der Frühschicht am 15. b. MtS. nur noch 2176 Mann fehlten. — An BergwerkSrevier Ratibor waren am 15. d.M. noch tuSgesamt 2636 Mann ausstänbig.
W Berlin, 17. Februar 1905. Der fett Monate« daunndeB erlinerM etall ar beiter- streik wurde gestern abend in einer von 3000 Arbeitern besuchten Versammlung für beendet erklärt. Die Arbeit wird zu den alten Bedingungen wieder ausgenommen.
W. Brüssel, 17. Febr. 1905. Ju Lalou- vi«re ist eia erneutes Bombenatteutat gegen das HauS eines Arbeiters gerichtet »erben, ohne weiteren Schaden anzustellen. Die Lag« im Borinage, im Eentre und im Beckm von Charleroi ist heute dieselbe geblieben. Die Arbeit ist allgemein in allen KohlenbasstnS von Lüttich undSmgegend wieder ausgenommen worden.
W. Lvndvu, 16. Februar 1905. An Bord deS Unterseebootes A 5 fanden heute vormittag bei Queentown (Irland) mehrere Explosionen statt. AlS die Mannschaft dabei war, die Behälter mit Gasolin zu füllen, wurden zwei Explastonm gehört. Die Mannschaft wurde weit weg geschleudert. Der Kreuzer »Hazard" gab Notsignale. Die Boote kamen von allen Seiten herbei und lasen neun Mann auf. Zwei sollen vermißt sein. Gin Arzt vom Kriegsschiffe „Aevfas" mit elf Mann wurde nach der ersten Explosion an Bord deS Unterseeboote- geschickt, worauf die zweite Explosion stattsaad. DaS Unterseeboot brennt inwendig, eS ist ein vchwrsterschiff des am 18. März bei PortSmouch untergegangenen BooteS A 1. ES sollte heute mittag vom Kapitän deS „Hazard", der eine Autorität dieses Faches ist, -ine Vorlesung ge- halten werden über den Nutzen der Unterseebov.e, worauf A 5 untertauchen sollte. — Ein Unterleutnant deS Unterseebootes starb nach spateren Nachrichten im Hospital. Die Leichen einer Maschinisten und eines Heizers wurden im Boote entdeckt. Verletzt sind im ganzm 1 5 Mann. Die Zahl der Gelöteten ist noch nicht genau bekannt. Die Besatzung deS BooteS bestand auS 11 Mann, von denen nur 10 an Bord gewesen sein sollen. Einige Opfer waren furchtbar verstümmelt, Glieder und Teile des Kopfes weggeriffen. m x
W. Warschau, 17. Febr. Die Vertreter der Industrie, welche heute zusammengerreten waren, um aber die Mittel zu beraten, durch die das LoS der Arbetterbevölkerung ver- bessert würde, und um die Ereigniffe der legten Zeit zu besprechen, kamen einmütig zu nachfol- gender Schlußfolgerung: Der allgemeine Ausstand, bei dem die A,beiter nicht nur die Arbeit einflelltev, sondern oudi Forderungen sozialer und wirtschastlicher W stellten, ist nicht das Ergebnis der BeziMse" Arbeitgeber zu den Arbeitnehmern, stndern zum großen Tlile in Ursachen begründet, die außerhalb der Sphäre der Tätigkeit der Arbeitgeber liegen. Die Verbefferung der Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern rst möglichst vor allem auf der Grundlage von sozialen Reformen, welche beiden Teilen das Recht der Vereins- und Ver- sammlungsfreiheit verschaffen, denn die Arbeitsbedingungen könnten sich dann auf dem Wege öffentlicher Uebereinkunft statt durch Ausstände bessern; und mit diesen Rechten ist es behufs der Entwickelung der Kultur des Landes eng verknüpft, daß der Schulunterricht der Arbeiterklaffe verbeffert und der Unterricht in der betreffenden Volkssprache enteilt werden muß.
W. Warschau, 17. Febr. 1905. Als der Fabrikant Fraget, der bei den Arbeitern nicht beliebt ist, von einer Spazierfahrt zurückkom und in das Tor der Fabrik einbog, feuerte eine unbekannte Person drei Revolverschüsse auf ihn ab. Zwei Kugeln trafen den Wagen, die dritte traf den Arm Fragets. Der Täter entkam.
rtgen «ine wesentliche Befferung erfahren, sodaß « im allgemeinen al- befriedigend bezeichnet wer- den konnte. Allerdings warm die Preise auch weiterhin sehr gedrückt, und es mußten in an- betracht der scharfen «onkurrmz teilweise nicht unwesentliche Nachläffe gewährt werdm, um sich das Geschäft nicht auS der Hand nehmm zu laffm.
Auch der Verkchr mit dem Auslande, von welchem für die hiesige Fabrikation in der Hauptsache Frankreich, Belgien, die Schweiz, Schweden und Rußland in Betracht kommen, hat sich im Berichtsjahre reger gestattet; jedoch warm auch hj« di« Preise sehr gedrückt und macht« sich «in W scharfer Wettbewerb fühlbar.
Nach Oesterreich - Ungarn läßt sich nach wie vor infolge des ungemein hohen Einfuhrzolles trotz größter Bemühungen ein belangreiches Geschäft nicht abschließm.
In dm letztm Monaten ist btt lebhaftere Geschäftsgang wieder einer Verstauung gewichen, und e- mußte zu ein« Reduzierung dt r oorüber- gehend erhöhten Arbeiterzahl geschritten werdm, deren Höhe sich nunmehr wieder mit der Ende de- vorigen Jahres beschäftigten deckt.
Die Arbeitszeit ist dieselbe geblieben, dagegm mußten die Löhne teilweise erhöht werdm.
Die Absatzoerhättniffe hielten sich für dm hiesige« Holzhandel auf der Höhe des Vor- jahres und waren als normal zu bezeichnen. Dagegen konnte die Preisgestaltung nicht befriedigen indem sich ein langsames, aber stetiges An- zieym der Einkaufspreise in den Produktions- Gebietm geltend machte und mit ihm die erzielten Verkaufspreise nicht nur nicht Schritt hieltm, sondern etwa vom Mat ab sogar eine rückläufige Bewegung zeigten. Die erstgenannte Erscheinung wird auf die allgemeine Befferung der wirtschaft, ttchen Lage, insbesondere derjenigen der Industrie und des Bauqeschäftes, in den Produktionsländern zurückzuführen sein. Daß sich beim Verkauf nicht eine entsprechende Preissteigerung durchsetzen ließ, hat seine Ursache vor allem in der scharfen Konkurrenz, welche im hiesigen Kousumgebiete sogar dahin führte, daß einzelne Händler Angebote zu Preisen machten, welche keinerlei Verbimst mehr übrig lassen können. Auch wird Klage darüb« geführt, daß manche auswärtige Holzgroßhandlungen und Sägewerke die Preise herabdrückten, indem sie unter Umgehung des hiesigen Zwtschmhanbels direkt oder durch Agenten an größere Abnehmer mtt außerordentlich billigen Offerten heranträten.
Je weniger der Einzelne zur Befferung der mit- geteilten Mißstände im Holzgeschäfte durchgreifende Aenderungen herbeizuführen vermag, desto nachdrücklicher glauben wir auf sie an dieser Stelle Hinweisen zu sollen.
In den ArbeitSverhältniffm des Holzhandels hat das Berichtsjahr keine oder nur unwesentliche Veränderungen gebracht.
Von der größten Wichttgkeit ist für den hiest- gm Holzhandel, daß ein günstiger Handelsvertrag deS Deutschen Reiches auch mit Oesterrrich- Ungarn zustande kommt, und er hätte die schwersten Schädigungen zu gewärtigen, wenn andernfalls etwa die Sätze des deutschen autonomen ZolltarifeS auf die österreichische Holzeinfuhr zur Anwendung kämen.
Von gleicher Wichtigkeit ist es aber, daß auch die Tanfverhältniffe des Eisenbahn-Transportes sich für den Holzhandel nicht verschlechtern, und es steht insbesondere dringend zu wünschen, daß anstellx der mit dem 31. März 1905 aufhörenden ermäßigten Tarife für direkten Bezug von Schnittholz aus Galizien und der Bukowina wieder entsprechende Erleichterungen zustande kommen Löchte«,
Im einzelnen heben wir aus dem Berichte einer Firma in Gelnhausen, welche sich speziell mit dem Eichen Holzhandel befaßt, noch folgendes hervor: Die Emkaufs-Saison verlief weiter in der Richtung, welche sie im Herbste vor. Jahres 8enommen hat! e; bei großer Nachfrage nach besserem richenstammholz mußten entsprechend hohe Preise bezahlt werden. Der Absatz von Eichenschnittholz war zu Anfang des Jahres 1904 noch weniger lebhaft, als er sonst schon um diese Zeit zu sein pflegt, unb gestattete sich erst im Frühjahre reger, sodsß ein befriedigendes Geschäft sich zu entwickeln begann. Doch fand bald eine Unterbrechung durch die Arbeitseinstellung im Baugewerbe statt, die den Absatz nach den nächstgelegenen und für das Gelnhäuser Geschäft sehr wichtigen größeren Orten bedeutend hemmte, und wenn die völlige Einstellung der Bautätigkeit auch nicht lange dauertr, so bewirkte doch die Unsicherheit der Lage schon, daß zahlreiche Unternehmungeu aufgeschoben wur den, zumal auch die Jahreszeit inzwischen beträchtlich vorgeschritten war. Infolgedessen beschränkten sich von da an die Bestellungen meistens auf die Deckung des notwendigsten Bedarfes.
Dagegen traten die Möbelfabriken im Laufe des Berichtsjahres mit anhaltend ledhaster Nachfrage nach besserer Eichenware auf, und sie hat ihren Grund wohl größtenteils darin, daß die neue Geschmacksrichtung von Nußbaum und anderen Holzarten weniger Gebrauch macht und sich umsomehr dem Eichenholze zuwendet.
Bus dem Radibargebiet
—* SÖIenfenae, 16. Febr. 1905. Nunmehr ist auch in hiesiger Pfarrei der Volksverein für das katholische Deutschland mit Erfolg eingeführr. In einer Versammlung für die Gemeinden Blankenau und Hainzell unter dem Vorsitz unsere« Herrn Pfarrers Malkmus und in einer weiteren Versammlung zu Kleinlüder unter dem Vorsitz deSHerrnKaplanS Erdland
wußten die Herren Benesiziat Krieg.Fulda und KuratnS NÜdling-MüS die sehr zahlreich Erschienenen so für die gute Sache zu intereffieren und zu begerstern, daß sich nicht weniger als 210 Mitglieder in den Volksverein aufnehmen ließen. ES ist dies gleichzettig ein schön« Beweis dafür, daß die Leut« hiesiger Gegend den kirchlichen und sozialen Forderungen uns«« Zeit ein sehr anerkennenswerter BttstänoniS entgegenbringen.
O «»s der WW», 16. Februar 1905. In unser« an guten Quellen reichen Rhön haben sich in verhältnismäßig rasch« Aufeinanderfolge alle größnen Orte wie G«Sfelb, Tann, HllderS und Wüstensachsen Hochdruckwasserleitungen angelegt. Die Quellen, welche die Wasser« leitung der Stadt Fulda speisen, liegen bekanntlich ebenfalls in der Rhön. Nachdem sich diese segensreiche, gemeinnützige, in hygienisch« Hinsicht nicht hoch genug anzuschlagende Emrichtung in genannten Orten auf» beste bewährt hat, find sie auch in den klein«en Gemeinden ein Ansporn geworden, sich ebenfalls Hochdruckwaff«lettunoen einzurichten. In den tat Ulstertal gelegenen Gemeinden Seiferts, Melperts und Eck» wei Sbach ist der Wasserleitungsbau teils schon beschlossene Sache, teils noch im Projekt. Im eng«en Bezirk Gersfeld wird sich die Gemeinde Sandberg demnächst eine Hochdruckwaffer- leitung anlegen. Auch trägt sich letztere Gemeinde mit der Absicht, sich dem SlekttizttätS- werk im nahen Gertfrld anzuschließen.
* Lauterbach, 16. Febr. 1905. Sin sel- teuer Kauf wurde vor einigen Tagen hier abgeschlossen. Drei pieisgekrönte Psymouth-Hühner wollte ein Käufer mit 18 Mark bezahlen. Dieser Betrag war dem Verkäufer natürlich zu niedrig, denn er verlangte 22,50 Mark. Da nun ein Ab- schloß nicht zu erzielen war, einigte man sich dahin, die Hühner auf Lebendgewicht zu kaufen und das Pfund mit 90 Pfennig zu bezahlen. Aber welches Erstaunen, die Hühner wogen zusammen 261/io Pfund und d« Käufer mußte nun nach dem.Lauterbacher Anz/ 23,50 Mk. dafür zahlen. Gewiß ein rentables Geschäft!
* Wächtersbach, 16. Febr. Prinzessin Alexandra zu Isenburg Bübingen-WächterS- buch, die Mitte Januar in Arbon (Kanton Thuraau) wegen geringfügiger Pfandverschleppung in Untersuchungshaft genommen wurde, ist auf Verfügung des Bundesgerichis in Lausanne auf freien Fuß gesetzt worden.
* Hana«, 16.' Febr. 1905. Schwurgericht. Wie wir bereits gemeldet, hart« sich gestern der 24 jährige Schuhmachergeselle Eugen Stark aus Fulda zu verantworten, der beschuldigt war, am 21. Juli 1904 am Künzeller-Weg versucht zu hoben, seine Braut Anna Weppler zu erschießen. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auf Schuldig des versuchten Totschlags unter Zubilligung mildernder Umstände. DaS Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr unb sechs Monaten. Von d« Untersuchungshaft kommen sechs Monate in Anrechnung. — Die heutige letzte Verhandlung der gegenwärtigen Schwurgerichtsperiode richtet fich gegen Zimmermann Johannes Jost und einen Genossen aus Oberkalbach wegen Jagdvergehens, Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Beleidigung. — Die Stadtverordneten bewilligten heute 1000 Mark zur Linderung der Bergarbeiter-Not im Ruhrrevier.
* Aranksnrt, 16. Febr. 1905. Das Rote Kreuz hielt dieser Tage feine Generaloersamm- fang ab. Die Zahl der Schwestern stieg von 117 auf 120, die Einnahmen betrugen mehr als ICO000 Mark. Die Zahl der verpflegten Patienten betrug 569 mit 7442 Krankheitstagen.
* Kassel, 16 Febr. 1904. Der Herr Ober- Präsident hat dem Handels- und Gemerbeoereta Hierselbst zu der gelegentlich der Jubiläums-Ge- werbe-Ausstellung am 31. Aug. d. I beabstch- tigten ^Verlosung von Zimmereinrichtungen, Gebrauchs- und Haushaltungs-Gegenständen, Werkzeugen rc zum Besten der Hebung des Handwerks und Kunstgewerbes die Genehmigung er- teilt. Die Lose sollen in der Provinz Hessen- Nassau vertrieben werden.
* Fritzlar, 16. Febr. 1905. Im Herbst soll dahrer eine Kreisobstausstellung veranstaltet werden. Mit den Vorbereitungen wurde eine auS der Mitte des Obstbauvereins gewählte achigliedrige Kommission beauftragt.
X Kirchhain, 17. Februar 1905. Der Unterverbandstag der R aiffteisen-Ge- no ss enschaften des Kreises Kirchhain findet am 2. März, vormittags halb 11 Uhr in Kirchhain im Saale des BahnhosShatelS statt. Gegenstand der Verhandlung wird nam-ntlich die Frage der Viehverficherung durch die Raiff. eifen-Gencssenschafte« mit Rückversicherung an die Landwirtschaft«kämm« bilden. Mit dem Unteroerbandstageisteine Ausstellung der im Kreise Kirchhain angebauten Kartoffel- und Haferforten verbunden (mit Angabe d« 1904 erzielten Erträge), um so eine Unterlage zu ge- wtnnen, welche Sorten sl8 nicht mehr anbau- würdig ouSgeschieden werden müssen unb welche alS anbauwürdig empfohlen narben können.
* Gieße», 16. Febr. 1905. Hudde hat eiugestanden, die blutige Tat an dem Pf ar r er in Heldenbergen begangen zu haben. Sestern vernahm der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Wehner Hudde sechs Stunden lang. Es handelte sich darum, die durch die Ermtttelungen in Bonn, Koblenz und Köln getroffenen Feststellungen gegen den Bnbrecher zu verwerte«. Nach vielem Ausweiche« gestand dieser zu, in der Nacht vom 8. zum 9. Novemb« im Pfarrhaus zu Kiel« Schmalbach einen Ein
bruchSdiebstahl begangen und auch in der Kirch« daselbst ben Opferkasten beraubt zu habe«. Diesen Diebstahl hatte Hudde btSh« ebenso enngisch abgeleugnet, wie « die Täterschaft deS Heldenberg« Mordes bestrttt. Als d« Unt«- suchungSrichtn auf die Mordtat eingehend, Hudde die «drückenden Bemesse fein« Schuld vor Augen führte, gab dies« erst zu, in d« fraglichen Zett in Heldenbergen gewesen zu sein, «klärte dann ab« auch, « habe einen Mitschuldigen gehabt, den « jedock nicht kennen will. Die Resse HuddeS nach Köln und feine Gegenüberstellung mit den bärtigen zahlreichen Zeugen, hatte bie Sachlage wesentlich zu Ungunsten deS B«brecherS gewenbet. Seitdem war Hudde ein anderer geworben, « sah ein, daß ihm fein Leugnen nichts mehr helfen könne unb machte endlich bei fein« letzten Vernehmung baS GestänbniS, dessen Einzelheiten im Interesse der weiteren Untersuchung noch geheim gehallen roeiben. Hudde wird voraussichtlich im Juni vor da« Schwurgericht in Gießen gestellt »«ben.
* Gieße», 16. Febr. 1904. Zur Besprechung des Bahnprojektes Gießen-Wieseck- Altenbuseck - Großenbuseck-Beuern fanb am v«gangenenSamStag in Altenbuseck eine vom Ortsoorstande einb«ufene öffentliche Bürg«. Versammlung statt. Nach länger« Diskussion würbe einstimmig beschlossen, für ben balbigen Ausbau ein« normalspurigen Bahn einzutreten unb zu diesem Zwecke eine Kommisfion gebildet, welche die Aufgabe hat, die weiteren Berhand- fangen mit den Gemeinden Gießen, Wieseck und Beuern einzuleiten.
* Darmstadt, 16 Febr. 1905, Sämtliche Verkine Darmstadts b«eiteten dem Großherzogpaar eine glänzende Huldigung durch eine Serenade und einen Lampionzug, an dem sich 3000 Personen unb 15 Musikkapellen beteiligten. Sie Sänger trugen drei Lieder vor. Hauptlehrer Losch brachte ein Hoch auf bas Fücstenpaar aus.
* Duderstadt, 16. Febr. 1905. Mit bent Verkaufe unb ber amtlichen Verwiegung des auf dem llntereichsselbe tat vorigen Jahre gebauten Tabaks tst heute in Gerblingerode begonnen worben. Die Tabakbauern erzielen einen Verkaufspreis von 9 fbis 115,50 Mk. Bei biefen Pressen kommen bie Tabakbauern nicht auf ihre Kosten. Die Blätter finb infolge des trockenen Sommers klein geblieben unb bie Qualität des Tabaks ist somit eine geringe. Daraus «klären fich bie nichtigen Preise, bie von ben Käufern gezahlt werden.
* Göttingen, 16. Febr. Ein privates Straßenreinigungs-Jnstitut ist int Entstehen begriffen. Es übernimmt bie Verpflichtung der Anlieger zur Reinigung deS Bürgersteigs und ber Fahrbahn gegen Zahlung einer nach Größe der Grundfläche bemeffenen Gebühr; auch kommt eS für bie Haftpflicht auf.
❖ Mühlhansen (Thür.), 16. Febr. 1905. Gestern abend gegen halb 7 Uhr entstand durch Bruch der Gasleitung Großfeuer in d« mech. Weberei von Wallach hi«. DaS Feuer griff so schnell um fich, daß Arbeiter u«b Personal sich größtenteils durch bie Fenster retteten. Menschenleben finb nicht umgekommen. Die Fabrik ist bis auf den Grund niedergebrannt. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Lagerbücher sind verbrämt, Hauptbücher sind gerettet, Die Feuerwehr hat bie anliegenden Sebäube gerettet unb das Feuer auf ben Herb beschränkt.
Auszug ass des Registers des StlMdrsasü» Fulda
vom 9. vis 17. Februar 1905.
Aufgebote.
10. Februar. Sergeant und Zahlmeister-Aspirant im 2. Rurhefl. FeldartiUrrie Regiment Nr. 47 Hermann Eiewon von hier unb Martha Maria Gelmroth von MinSleben. 11. Schreiner Johann Joseph Weber von Soikdorf und Aura Bartel von hier. 11. Maurermeister KlemenS Hendl« und Anna Rollmann, beide von hier. 14. «laferge'elle Valentin Scholl und Anna Huck, beide von hier.
«hefchliefinngen.
13. Februar. Fabrikarbeiter Gustav Herbst von hier und Berta Hofacker von Petersberg. 13. Metzger- weist« Heinrich Hartung und Therefia Liebig, beide von bier. 15. Maurer Friedrich Wilhelm Jestädt von hier und Maria Therefia Katz von Domäne ZieherS. 15 Raufwann Franz Herrigel von Höchst a M. und RIaia Mehner von Olbernhau.
•ebneten.
6. Februar Franz Richard, S. deS Schloff«- a. B. Franz Böschen. 7. Au na Maria Sophia Julia, T. deS Lehrer- Joseph MieS. 9 Johann WUhelm, S. deS Blechschläge« S Johanne- Wolf. 9. Anna Josepha, r. des Fabrikarbeiter- Bernhard Frofaapfel. 10. Josephine Maria, T. deS BahnarbetterS Rad Hahn«. 11. Maria Elisabeth, X. deS Schriftsetzers Maximilian Langer. 11.. Anton Gregor, S. de- Fa bkita,beiter- Franz Michael Rircher. 11. August DionvfiuS, S. deS Fabrikarbeiters Johann Adam Bug. 13. Ernst Heinrich, S. de- Geschäftsführers Ernst Müller. 13. Margaretha Barbara Elisabeth, T. deS LokomotivhilftfübrrrS August Neuhöfer. 18. Rarl Joseph, E des Pferdeknechte- AmbrofiuS getan. 14. Johanna Maria Katharina, T. deS Handlung?gehllfeu Sg'.d Brehl«.
CinktfOe.
9. Februar Tagelöhner Johann Adam Breitung, Witw«, von HilderS, 62 I 2 M. 12. Le hhauS- tnfpektor a. D. Balthasar Wilhelm Rriich, Witwer, 63 I 7 M. 6 T. 13. Elisabeth F ieda, T deS Weber« Daniel Heinrich «ar,Hel, 3 M- 7 T. 14 Ledrers Ehefrau Maria Schäfer, geb. Handwerk, von Neuenberg, 59 I. 18 T.
neueste nadiridifen und Telegramme.
W. Esse», 17. Febr. 1905. Der Zkchkn- besitz« Hugo Stinnes stiftete ben noiletbenbe« Bergleuten auf den Zechen Graf Beust,
Der Postdampf« „Finland" der „Red Star Linie" in Antwerpen, ist laut Telegramm am lv.Febr. wohlbehalten in New York angekommen.
m, wetter-veobachtuvge».
17. Februar 1906.
Tempera»« 6 Uhr abend«: 6,0« SelfiuS.
, 7 . morgen,: 6 2» .
. 12 „ mittags: 7,6« ,
Die höchste Temperatur deS gestrigen Tage, bl trug 8,2° «elfiuS.
Die niedrigste Temperatur in vergangen« Nacht betrug 5,0° Celssiä.
Barometerstand vom 16. Febr. mittag- 12 Uhr 760 nun, am 17. Februar 766 mm.
Verlauf der BSitternng fett Donnerstag morgen (Weilburger Wetterdienst): DaS gestern früh im Nordwesten neu aufgetauchte Tief hat sein Gebiet stärker südwärts anSgebreitet, so daS daS stdwestliche Hoch zurückgedrängt ist. Dadurch drehte sich gestern mittag und nachmittag der Wind nach Südwesten zurück. Die südwestlichen biS westlichen Winde halten an, da daS nordwestliche Tiefdruckgebiet ostfüdostwärtS vordringt. Wir haben auch weiterhin vorrviegmid ttübeS, milde- Wetter zu erwarten. Auch dürften die Randgebilde deS Tiefdruckgebiete- unserer Gegend noch Regenfälle bringen, doch wohl keine erheblichen vorläufig.
B-run-fichtliche «itternng tat westlichen «tttd; deutschlaud für SamStag, den 18 Februar iw®. Reist schwachwindig, vorwiegend trübe, Te»p«"!tt« wenig verändert, nur stellenweise geringe Regensaue.