Zuldaer
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I. parzeller in Zulda. Wochenbettage: „Illustrierte Sonntagszeitung
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Monatsbeilage: „Zuldaer Geschichtsblätter".
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Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckere in Fulda (harmonier Fernsprecher Nr.».
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Fulda, Dienstag, den 14. Februar 1905.
32. Jahrgang.
Zweites Alcrtt.
bahn-veamten
lieber die Lage der StüttLns-Dlätar-, Sta« tions-Assistente», Stations-Vorsteher, Güter Expedienten und Stations Eirmedmer der preußisch« hessischen Eisendahngernetnschaft wird von beruf ner Seite beschrieben: Die vkrantwortliche Lmung und Ausübung des praktischen Bahnhofs- und AbserttgungSdienstes und die vermit- lelnbe Wahrnehmung der Interessen der Verwaltung und des Publikums ruht in den Händen d-r mittleren ntchttechnischen E-senbahn-Beamten und Beamten Anwärter, die als Stations-Diä-
1) »reichend bekannt geworden ist, daß der Etat in den unteren Beomtenkreisen bedeutende Stellen-
täten, wie sie die Denkschrift des Ministers oor- fieht, gedacht worden, und noch viel weniger find bis heute diese Beamten, wie das ihr sehnlichster und berechtigster Wunsch ist, den in Betracht kommenden Beamten der ReichSpost, die im Durchschnitt um 300 Mk. pro Jahr Kiffer stehen, gleichgewertet worden.
Noch größer ist der Unterschied in den Gr« haltsoerhältniffen der Stations-Vorsteher, Güter- Expedienten und Stations-Einnehmer gegenüber den gleichwertigen Beamten anderer Refforts, besonders bei der Retchspvst und bei der Königlichen Steuer. @6 beziehen beispielsweise die Postsekretäre im Höchstgehalt 3600 Mark und die Steuersekretäre sogar 3800 Mark, während die entsprechenden Stellen im Bahnhofs- und Äbfertigungsdienst nur mit 3000 Mark im Höchstgehalt bewertet find, und eS zeigt fich hier so recht, wie die Eisenbahn, trotzdem sie an Bedeutung allen anderen öffentlichen Instituten mindestens gleichkommt, hinsichtlich des Ertrages fie aber überflügelt, noch heute unter dem Vorurteil der früheren Zeit zu leiden hat, indem die älteren ReffortS unter der Aegide des Herrn Finanzministers noch immer besser für ihre Beamten sorgen dürfen, als gerade die Eisenbahnverwaltung. Hätte diese ihren eigenen Etat, so dürfte man wohl überzeugt sein, daß die berechtigten Wünsche der Beamten und Anwärter nach Gleichstellung auch eher einmal eine angemeffene Berückfichtigung finden würden.
Insbesondere find die Erwartungen der in Rede stehenden Bahnhofs- und Abfertigungsbe- amten keineswegs m bescheiden, und eS muß um so mehr befremden, wtnn der neue Etat, üd»r alles dieses hinweggehend, sogar noch eine Verschlechterung vorfieht. Durch die in diesen ein- gefitzten Stellen der Oberasststenten möchte !s allerdings scheinen, als wenn die Regierung »en Wünschen der Stations-Assistenten auf Gleich- iellung mit den Oberpostassiäenten Rechnung oe- rage» hätte; dem ist aber durchaus nicht so, liern durch den neuen Etat ist die Stellung der Stationsvorsteher II. Klaffe, Güterexpeoienten und Stationseinnehmer auf die Stellung dtr Postassistenten heruntergedrückt worden, und diese Maßnahmen hat in den davon betreff« en Kreien großes Befremden und Bestürzung hervorge- rufen; gingen doch die Wünsche der StationS- Lisistenltti mit ihrem jetzigen Höchstgehalt von
vermehrunoen gebracht hat, so ist andererseits nun doch festzustellen, daß gerade die Beamten- Zur Cnrto XaV /TK!M kreise, die so lange schon auf eine Verbesserung
öör Lüge vCF mittleren ElskN- harren, mit ihren beruflich:« Wünschen nicht “ l'b e-.1 W ch t i gch^finb, sondern daß sie zum
^.5'l.uch noch eine Zurücksetzung erleben mußten. Die lange Wartezeit der Diätare als Beomtenanwärter des mittleren Dienstes, durch die viele in eine, nach außen hin mei‘ wenig bekannte Notlage gerate», erfährt butc i den reuen Etat durchaus keine Abkürzung. Ebensowenig ist an eine Gleichstellung der Nsenbahn- Assißenten im Gehalt mtt den BetriebS-Sekie-
tate, Asfifiente», Vorsteher, Expedienten und Einnehmer fungieren. Auf ihrer Pünktlich, leit und unbedingten Zuverlässigkeit beruht im wesentlichen mit die Gewähr für die Sicherheit des Lebens und Eigentums der Eisendahn-Reisenden und der Güter Versendenden und Empfangenden.
Bei jeder Tageszeit, vom frühen Morgen, wie in der späten Nacht, und bei jeder Witterung müssen fie in oft angestrengtester dienstlicher Tätigkeit gleich dem Seemann stets die größte Umsicht und Geistesgegenwart zeigen. So sehr auch die Wogen des Verkehrs fie umbranden mögen, so dürfen sie doch selbst bei den widrig, sten und verwickeltsten Verhältnissen den klaren Blick und die ruhige und doch tatkräftige Entschlossenheit sich nicht trüben und ablenken (offen, solle» nicht Katastrophen und schwere Verluste entstehen. Daher wird der leitende und aus- übende Bahnhofs- und Äbfertigungsdienst hin- fichilich der direkten Verantwortung im Be ufe, wie das auch die verschiedenen Gerichts- Verhandlungen erweisen, kaum »och von anderen £eamrenklaffen^übertroffen werden können. Durch das enorme Wachstum des Eisenbahnverkehrs und -Betriebes steigern sich die Anforderungen noch fortwährend, leider aber, ohne daß die wirtschaftliche Lage und die dienstliche Stellung fich auch nur annähernd verbeffern, im Gegenteil die Angehörigen gerade dieses Dienstes habe» immer verg eblich auf eine Verbesserung gehofft, obgleich doch durch fortwährende Reformen etwa ungeeignete Kräfte überhaupt nicht avskommen können. Die heutigen zwangsweisen Pensionierungen bestät'gsn dies mchr, als es im S-andkSintereffe gut erscheint, und der Herr Minister von Budde selbst ist laut der von ihm an das Abgeordnetenhaus gerichteten Denkschrift von der Erkenntnis durchdrungen, daß die Schwierigkeit, GefLhrlichk.it und Verantwortlichkeit des Bahnhof/- und Absertigungsdienstes bc- fo berg ins Gewicht fällt.
Wenn nun diese Beamten gehofft hatte», durch den neuen Etat in zufriedenstellender Weise berücksichtigt zu werden, so haben fie sich hierin in der Hauptsache wieder einmal ge- täi-scht, denn wenn auch in der Oeffentlichkeit
2700 Mark dahin, mit den Oberpoflassistenten (3000 Mk.) gleichgestellt zu werden, wohingegen nun unter Nichtberücksichtigung dessen die höheren, selbständigen Stellen der Stpttonsvorsteherll.Kl., Gitter-xpedienten und Dtationseinnehmer unter den Titel und Rang Oberasststenten zusammen- g'preßt werden, wodurch sie mit den Postober- Assistenten, nicht aber mit den Posts» kcetären gleichgestellt erscheinen.
In den beteiligten Gsenbahnbeamtenkreisen hat man hierfür umso weniger eine Erklärung, als man doch mit Recht vorausfetzen darf, es müsse in den betreffenden Refforts bekannt fein, daß die Ober postasfist entenstellen nicht im Wege der besonderen Prüfung und Beförderung erreicht werden und daher unter keinen Umständen mit jenen gleichgewertet werden können. Soll nun nicht eine dauernde Unzufriedenheit in die beteiligten Kreise einzrehen, so muß dringend etwas geschoben, wodurch ein billiger und gerechter Ausgleich geschaffeir wird, und sollte hierzu die Eisenbahnverwa'tung für sich selbst nicht die geeigneten Schritte tun können, so würde hoffentlich die Volksvertretung nicht zögern, den Anstoß dazu zu geben. Die hierzu nötigen Mittel find nicht so beträchtlich, als daß das nicht zu hoffen wäre. (In Anbetracht der hier geschilderte» Verhältniffe wird wohl mancher junge Mann, mag er nun Zivil- oder Militäranwärter fein, sich dreimal bedenke», ehe er in de» Eisenbahndienst eintritt; in den anderen Ressort- winken ihm angenehmere und bessere Verhältnisse. D. Red.)
Aus dem Jahresberichte der Hanauer Handelskammer.
VIII.
In der Fabrikation von Butter und lasteurisierter Magermilch hat fich die Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahre kaum jeänbett. Nur machten sich infolge der anbei- enden Trockenheit dieses Sommers und des da- lurch bedingten Ausfalles an Gras und Klee feit )em August insofern Schwierigkeiten geltend, als die Milchlieferungen zeitweise bedeutend verringert waren.
Die größeren Getreidemühlen-Betriebe waren auch im Berichtsjahre andauernd und zujriedenstellend beschäftigt; insbesondere zeigte in den Monaten Juli dis Oktober sich ein rheblich stärkerer Umsatz in Mehl und seinen Nebenprodukten, als während des gleichen Zeitraumes im Vorjahre. Wenn die Preisverhäll- niffe auch im allgemeinen günstig genannt werten konnten, so wäre der Geschäftsnutzen doch tesriedigender gewesen, wenn die Mehlpreise sich der Steigerung anzuschließen vermocht hätten, welche feit kurz vor Beginn der Ernte inländi- cher Weizen um 1—1.50 Jfr und ausländi- eher um 1 Jk. 50 s? bi$ 2 Jk erfuhr. Hiermit onnten die Mehrpreise jedoch umsoweniger Schritt falten, als im Gegenteil zeitweise sogar Mehl aus zweiter Hand billiger zu haben war, als von den Mühlen direkt. Der Preisaufschlag für Weizen
Lin bürgerliches Jahr.
Novelle von Carl Conte Scapinelli.
4 ------(Nachdruck verboten.)
.Grüß' Gott, lieber Fritz!' tief ihm der alte, -roße, schlanke Lichtenegg von seinem Schreibiischsiuhle aus z«, an» welchem er fich dann erhob und Selben entgegenschritt, der ihm ein glückliche» neue» Jahr wünschtt.
.Dir auch, mein Junge, dir vom ganzen Herze»! Da» ist schön, daß du etwa» früher kommst, da können wir Herren roch vor Tisch miteinander plaudern, ungestört plauder», denn beim Diner nimmt dich Hielte doch ganz in Beschlag."
„Ich fürchte nur, daß ich dich störe."
,New, nein/ lachte Sichtenegg und fuhr fich mit der Hand über seinen languuSgezogenen weißen Bart, der vom wetterharten, braunroten Teint feine» glatt- rcffierteu Gesichtes doppelt hell abstach.
»Ich habe nun gerade die Berwalterrechnungen dmchgefehen, die dieser mtt dem Mitternachtsschlag de» gestrigen Tage» abgeschloffen zu haben scheint, und die eben von Sichtenegg ankommen. Da» ist immer ein Bergnügen und eine Arbe t für mich, da bin ich wir ein Rechnungsbeamter in einer Kontroll- abteiltm- hinter den Zahlen her. Mir macht erSpaß; für dich. Fritz, wäre da» fteilich keine Beschäftigung, die ist zu wenig genial, zu einfach für dich!"
„Stein, «ein, e» täte mir sicher gut, so wa» zu tun. 'Vielleicht werde ich e» auch »och einmal tun müssen!«
„Wem» du die reiche Erbin eine» großen Gute» z« Ara« nimmst, wird dir nicht» andere» übrig bleiben, außer die Fran Baronin ist eine moderne Dame und tut 6*» selbst!«
Settw antwortete darauf nicht». Diese Worte stiirtoit, bewmbigten ihn.
Er wußte und fühlte genau, daß fie naiv gemeint waren, daß Sichtenegg in diesem Moment nicht entfernt an seine Tochter dachte. Und doch, wenn . . . nein, da» war nicht möglich!
„Du wirst ja doch bald an» Heirate» denken, Fritz Kan muß jung heiraten, daß man noch länger sich einer erwachsenen Müder freuen kann. Ich habe tum Beispiel viel zu alt geheiratet, ich bin ein Sech izer und meine Tochter »och kaum zwanzig!"
„Ich toeU nicht, ob man immer an seinen Kindern so viel Freud: erlebt, daß man ihre späteren Jahre zu erleben wünscht! Sichtenegg, du bist mein väterlicher Freund, bist zu mir allzeit wie ein Vormund gewesen, glaubst du, mein seliger Vater hätte viel verloren, viel Freud', wenn er mein jetziges, mein zukünftige» Leden erlebt hätte?«
„Wie komisch du sprichst, al» wenn man an dir keine sreude haben könnte, du bist ein geschetter, gebildeter lunger Mann, der fich aus allen Gebieten aut kennt. Du wirst schon auf irgend eine Weise deinen Weg machen, der eine braucht eben kürzer, der andere länger zu seiner Berufswahl; wie viele haben ein Univerfität»- iubium vollendet und fich rach demselben einem unteren Beruf zugewandt, al» demjenigen, für den da» Studium bestimmt war. Alto, Fritz, beruhige dich, mir macht e» den Eindruck, al» bettest du von deiner gestrigen Eylvesterfeier einen Moralischen in» neue Jahr mitgenommen!«
Fritz v. Boiben schwieg, seine Augen waren zu Boden gesenkt.
Aus einmal sagte er energisch, ja fast auffahrend: „Ich muß jetzt endlich einen Beruf haben, Sichtenegg, ch muß!«
„Da» ist recht, ober überstürze dich nicht. Menschen wie du, gedechen al» allseitige Tttettanten, al» gewöhu- ich „Gebildete" am besten, zumal in unserem Steife, da haben fie noch eine besondere Aufgabe, den Ruf unsere» Stande», bet toi» Bildung und Wissen !>etr fft, teil» mtt Recht, teLS mit Unrecht arg danieder liegt, |« retten."
„Nein, nein, nicht dar, nicht da». Ich muß einen Berus, einen bürgerlichen Beruf haben, schon um Geld zu verdienen!« setzte er langsam hinzu.
„Bist du in momentaner Verlegenheit, Fritz, so will ich dir gerne, soviel du brauchst, vorstreckm"
„O nicht da», nicht da» — mein Beben wird fich von jetzt ab ganz ändern, ich werd' arbeiten, verdienen müssen I*
Der alte Graf sah ihn groß und erstaunt an.
„Ich heirat' ein arme» Mädel, Sichtenegg," sagte dann Fritz mit weicher Stimme.
Einen Augenblick stutzte der alte Herr, fast wäre ihm eine scharfe Aeußerung entfahren, oamTaber sagte er: „Hoffentlich wirst dd glücklich. Ei« jeder sucht ch seine Frau, wie er fie fich wünscht SS ist ein . eich-n von Stolz, Mut und Anstand, ein arme» Mädchen zu heiraten!"
Dann schwiegen beide einen Augenblick.
„Weißt du, e» ist keine Tändelei, keine Dummhett — e» ist — Sieb.!" suchte fich Fritz instinktiv zu rechtfertigen. „So werde ich endlich ein Man», der wa» leistet, nur so!"
Der alte Graf hatte seine Gedanken und Worte noch nichr so geordnet, um Fritz gleich antworten zu I innen, nur der eine Moment drängte fich in den I oidergrund: „Nichts Beleidigende-, nicht» Schmerzliche» sagen! Wenn dir auch mancher stille Traum damit zerrinnt — ruhig fein — Kavalier bleiben!"
So blieb Fritz mehr Zeit, nm selbst zu reden. Ind nun, da er die Hauptsache gesagt hatte, da war eine Zunge wie gelöst.
Er begann dem Grafen alle» zu erzählen, alle- zu schildern, wie e- gekommen war, wie er fie liebte, daß er von ihr Rettung erhoffe und so fort
Still hörte Sichtenegg zu; al» Fritz geendet hatte, egte er:
„Im Anfang hatte ich gedacht, du willst eine Dummheit begehen, jetzt sehe ich, daß du eine schöne Tat unternommen. — Du weißt, ich stecke nicht so tief in den Verurteilen unsere» Stande?, daß ich dich
scheint auch für die.nächste Zett roch anbaunn zu wollen.
Die kleineren Betriebe klaren roitb r sehr über die Konkurrenz ber Großmühlen am Rhein und in Norddeutschland, roelAe namentlich Roggenmehl durch Reiftnbe birekt bem Bäcker und kleinen Mehlhänbler t erlaufen lasse», rote dies speziell im Kreise Schlüchtern zu beobachten war.
Die Unsicherheit bet Zollverhältnisse mochte sich speziell für die Müllerei insofern störend bemerkbar, als Lieferungs-Abschlüsse nur unter den Bedingungen der sogen. Zollklausel möglich waren, weil der Termin des Inkrafttretens der höheren Getreidezölle noch nicht bekannt war; mancher Käufer wurde jedoch durch jene Klausel von größeren Aufträgen abgeschreckt.
VermHchfes.
* PerlenluxnS in Amerika Die Perlen erfreuen fich in dieser Boron in New Uork einer ganz außer- gewöhnlichen Beliebtheit. Im Saufe bet letzten paar Monate find noch der Schötzm-a eine» gut Unterrichteten fast 20000000 M. in New Aork für Perlen au-gegeben worden. Die amerikanischen Perlenvorräte find infolge dieser unvorhergesehenen Nachfrage fast ganz erschöpft. Der Sachverständige meint, daß die Damen der New Aorker „Vierhundert" Perlen toi Werte von über 40000000 M. besitzen Ga*z außergewöhnlich schöne Perlen zu habe», kann fich Mr». Dgben Goelet rühmen, während die Herzogin von Marlborough Besitzerin de- berühmten Kollier» der Katharina von Rußland ist, deffen Peilen in Farbe, Form und Größe vollkommen übereinstimmen.
* Eine gute Natur muß der Eig-nkätner Kairie» zu Etroblienen bet T lfit haben. Bei dem starken Froste der WeihnackiSz-it war der Mann unterwegs in angetlunkenem Zustande liegen geblieben, wobei hm Hände und Füße e-froren. Anstatt fich zu eine« Arzte zu begeben, wurde die Heilung, wie die ,Ostd. Ztg ' berichtet, bw ch allerlei Ham mittel versucht. Als die Zehen dabei zu eitern a»fingen, entledigte et fich iterer durch eigenhändiges Avkneiten mit der Zange. Nachdem die „Stümpfe« verheüt find, ist der Mann wieder ohl und munter aus den Beinen.
* Die Katz. Im badrschen Oberland heißt «an im Volk-wund die Katze auch: „'S Kotzebußi". Als bei einer Schulinspettion auf dem Schwarzwald mm ein Bube gefragt wurde: „WaS ist die Buße,« da antwortete er in Gedanken an den Hauskater prompt: „E hörig» Ding, wo MÜS fargt!«
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nicht verstehe, dir nachiühlen könnte. Wie oft habe ch dir gesagt, daß ich eS für- Beste und Vernünftigste sielte, wen» derjenige Teil des Adels, der nicht mit Glückt gütern gesegnet ist, fich bürgerlichen Berufen zürnenden würde. Du b ft am Wege dazu, und so will ich dir gerne meine Hand dazu reichen und dir ehilflich sein, eine Stellung, die dir entspricht, zu inden. Seicht wird eS nicht sein!"
Fritz nahm Sichtenegg» Hand und schüttelte fie heftig. — Die Güte de» Grasen rührte, beschämte ihn.
„Ich will »in wenig für mich jetzt Nachdenken — Fritz! BerM', .eh' vielleicht 8« Metta W« °der ummle im Garte», ouf den eben die W.ntersonne scheint. Wenn ick allein bin — dann kommen mtt bessere Gedanken!« ,, , . . 6
F'itz war so aufgeregt von ftner Unterredung, daß er in dieser Bitte Sichtenegg» nicht» Auffallrge» sah und fich zum Gehen anschickte.
„Und der R,etta sagst du »och nichts davon - ch toitb’ e» ihr später selbst sagen! — Nicht wahr?
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Da sahen fich die beiden Männer plötzlich lange an, und als hätte Sichter egg fich mit den letzten Worten verraten, senkte er beschämt feine Augenlider.
Trotz des jeden Särm dämpfenden Perser Teppich», der vom Schreibtisch Sichtenegg» zur Tür führte — war es diesem, al» klängen di: Schr.tte Boiben», bet beim Weggehen kein Wort sprach — hart unb fest durch b!e Stille seine» Arbeit'zimmer».
Er sank in den Schreibtischstuhl, ein langer Seufzer entfuhr ihm:
„Wieder eine Hoffnung weniger, wieder eme Rechnung, durch die einem ein Strich gemacht wird!
„Dem hat zum vollkommenen, ehrlichen, prächtige« Aristokraten nur meine Tochter und meine Befitzrmg g-sehlt,' dachte et. „Run «äffen die Eigenschaft«- sie ihn zum feine», voraebmen Dilettanten hätten machen könne», L»»reichen, fich zusammendrängen zn einem bürgerlichen Beruf!«
(Fortsetzung felgt.)