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rchriftleiter-Zos.vaum

3.parzellerln Mda. wochMbeUage: „Illustrierte 8onntagszeitung

Erscheint täglich, mit Ausnahme bet Sonn= *«b Feiertage. Wertet jährt. Bezugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Zuida und auswärts 1 Olt. 50 pfg.

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Monakbellage: „Fuldaer GeschichtsblStter".

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Druck und Verlag bef Fuldaer Actiendruckerel in Fulda (Harmonie^ Fernsprecher Nr. 9.

Jahrgang.

Fulda, Donnerstag, den 9. Februar 1905.

16

------ (Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Wrrröerzwist.

Schwäbische Dorfgeschichte von KaSpar Baum­gärtner.

Am «brud dess lben TaaeS richten sie aus der Unter« gz rin Bündel, man will den Vetter richt lang warte» leflen, so zieht also Berta heute schon in» Buch.

„Berta,' sagt die Mutter, „Du gehst Deinem Glück entgegen. Denk' all' Tag daran, wa» der Letter an Dir tun will, und ehr' und ästimier' ihn, und folg' ihm wie ei-e Tochter, und wenn Du eit mal iy, Muck bist, vergiß Deine Matter und Deine Ge­schwister nicht; wer weiß, wie e» un» n ich geht. —'

Weinen erstickt ihre Stimme, u-d sie langt in» Weihkrüalein und besprengt die scheidende Tochter mit Weihwasser, da» Kreuz ihr segnend aus die Stirne zrtchnend. Dann ein Händereichen: „B'hnr' Sott, Ätzwest«, d'hür' Gott, Berta!' und ste geht. Die Mutter selber bi legt ste hinüber in» Buch.

Al» die Frau am Ad«d ihr Lager aussacht. auf dem ste ost schon ga»ze Nächte in schlafloser Qaal durchwacht, weiß sie rieht, soll ste toeinen vor Freud' oder vor Schwerz nnd Sorg'. Wenn schon der Jade mit dem Aergsten droht, ste hat heute eine Tochter »«sorgt, so unverhofft schnell und so gut, und weg u dem Jaden muß ste hem' ganz besonder» draudenken, war ihr die Leu e schon zum Trost gesagt haben: Jlnftt Herrgott verläßt eine Äbfrau nicht I — nenn jte ihn u-cht verläßt,' tat der Herr Pfarrer einmal noch brigesügt.

Zwölf Jahre später — an einem herrlichen Jwi- nachmittag ist da» Bahnhosgedäade in W . . . . dicht

Deufidies Reich.

Berlin, den 8. Februar 1905.

Dec Kaiser empfing, wie die ,Germ/ be­richtet, heute mittag 12^ Uhr in besonderer Audienz den apostolischen Vikar von Kamerun, Titularbischof P. Heinrich Bieter P. 8. M., in Anwesenheit des Kolonialdirek ors Dr. Stübel. Der Kaiser unterhielt sich mit ihm über die Ver­hältnisse der Mission tn Kamerun und insbeson­dere über die Erfolge derselben auf dem Gebiete der Schule und der Erziehung zur Kultur. Die Mitteilungen, welche der apostolische Vikar in dieser Beziehung machen konnte, gereichten ihm sichtlich zur großen Befriedigung — Der Hochw. Herr begab sich heute nachmittag von hier nach Hamburg, um von dort die Rückreise nach Kame­run anzutreten.

(*) Anläßlich der bevorstehenden Dmchbe« ratung der Handelsverträge im Retchsrogr Anden sich die b««desftaatlicheu Minister nach und nach in Berlin ein. Es sollen dabei zu­gleich Besprechungen statthaben üb-r das Finanz­wesen des Reiche». ,

* Die Karralvotlage ist nun glücklich tm Abgesrdnetenhause erledig!; sie wurde in dritter Lesung heute mit 244 gegen 146 Stimmen an­genommen. Die Stimmung im Abgeordneten­hause bei der heutigen Beratung ließ deutlich erkennen, daß man allgemein das Bedürfnis fühlte, ein Ende gemacht zu sehen. Daher konnten die Redner, die in der Generaldebatte das Wort ergriffen, sich von Anfang an der allgemeinen Unruhe gar nicht oder nur mit großer Müde verständlich machen. Es war ihrer eine stattliche Reihe, aber sie machten es meist kurz und begnügten sich mit einer Erklärung über ihre eigene oder ihrer Perb isreur.de end- giltige Stellungnahme. Nur der frei konservative Abg. v. Kardorsf konnte fick nicht enthalten abzuschwetsen und seine Unzufriedenheit mit dem Bunde der Landwirte auszusprechen, der gewiß Verdienste habe, deffen Vorstand aber einiger­maßen an Selbstüberschätzung leide. Hat doch Freiherr von Wangenhetm erklärt, die Frei- kaufet vatioen wie die Nationollcheralen müßten von der Bildfläche verschwinden. Daß dir Herren vom Bunde ausgezeichnete Agitatoren seien, erkannte Herr von Kardoiff an, aber den Befähigungsnachweis als Politiker hätten sie noch nicht erbracht. Hoffentlich werde die be­vorstehende Bundesversammlung im Zirkus Busch auf bin Frieden zwischen Industrie und Land- wirtschaft hinwirken. Nach dieser Rede wollten die Konservativen die Generaldebatte schließen, der Schlußantrag wurde jedoch ab gelehnt. So kam nebst anderen auch noch Abgeordneter Dr. Hahn zu Worte, der sich und den Bund verteidigte und bestritt, daß im Vorstände jemals die Absicht bestanden habe, eine neue politi che Partei zu gründen.

AuftreiM verweigert werden, so wüßte ich Dtefee Vorgehen des Polizeipräsidenten als persönliche Le'eidigung auffaffcn. Ergeber st Graf Pückler." Herr von Horrirs hat trotz dieser Drohung drm Grafen „ergebenst" eröffnet, daß ihm das Reden auch künftig nicht erlaubt werde.

§ Die Ksnservative« find gegenwätttg offenoar in fehr schlechter Stimmung. Außer der Kanalvorlage Hat ihnen vor allem der Berg- arbeiterausstand und die ihnen ganz ungewohnte und unbegreifliche Haltung der Regierung ihm gegenüber die Laune verdorben. Das muß tn erster Linie wieder Sraatssikretär Sias Posa- dowsky büßen, der ja schon oft ihren Prügel Ineben tat fpielen muffen Un-ec der Neber schuft „Soyons ano.'s“ widmet ihm die ^konf. Karr/ einen bitteren Artikel, worin er als der Ser» namnSmalm der Sozialdemokratrn hingestellt wird, weil tr tn den Re'chKtagSdrbatten über den Ausstand nicht die Haltung eingenommen hat, die den Ko:>fetvLt?ven die richtige zu fein scheint, u ib weil er den Sozialdemokraten nicht schärfer entgkgenzerrettn ist. Wern etoas töricht und verkehrt war, so war e» die Stellungnahme der Konseroativen zu dem Bergaroeiteravsstand. Vertrauensmänner der Soz aldemokroten sind sir t ttertingS nicht, aber sie haben ihnen fo Diel genützt, wie außer dem Bergbauverein in dieser ganzen Bewegung niemand. Aus den Reden de» Staatssekretärs haben die Sozialdemokraten kein Kapital schlagen können, deshalb mußten ste notgedrungen einige Zufriedenheit darüber be­kunden. Desto mehr Gewinn aber haben sie aus den Reden der Konservatioen gezogen Und wenn diese bei der Beratung der angekündigten Novelle zum Berggesetze ihr Verhalten nicht mit mehr Klugheit einrichten, so haben die Sozialdemokraten alle Ursache, ihnen dankbar zu sein. Sie freuen sich schon darauf, daß die Konservativen ihr Ver­halten nicht ändern.

Sieg. $?r, Mnll-r Meiningsn (fr. Bo.) führt au»' tie kardolische Kirche habe den «-griff 6er religiös, dogmatischen Sitten lehre soweit an»gedeh»t, daß auch reite »eltlich-rolÄische Dmge wie Ed-, Schule, Be­gräbst tn den «avn dieser reli,lösen Tolerra, hrnetn. gezogen feien. Len zweiten Teil drs Antrag? lehne seine Partei durchaus ab. Das Zentrum brauche den Antrag gar nicht mehr, da deispielkwetse in Bayern auf je 290" Eiumohne- schon ein Oedensmavn komme 'Lautes Gelächter; Zuruf: Nonnen!). Ja, die Nonnen habe ich dabei eingerechnet. Was daS Zenttum wolle, fei eine freie Kirche 'n einem unfreien Staat.

Abg- Gröber (Zentrum) wies zunächst den Bor- rout? zurück, daß der Toteranzantrag fich gegen den Brolestavtismus richte. Schon die Tatsache, daß auch die prstestantischen Hospitanten deS ZritrumS den An- trag unterzeichnet haben, sollte die Zrntruwsvarkeivor einer solchen Verdächtigung schützen. Durch Vorlesung einer Reihe von Zeitungsartikeln wies er ferner nach, daß gerade die führenden Blätter der natior alliberalen Bartei beit Antrag a'.S einen Fortschritt bezeichnet und fich für Beseitigung der Mißstände in der Gesetzgebung einzelner Bundesstaaten auigespoochen hätten. Wie not wen bi« der Antrag sei, zeigten zahlreiche Fälle von Beschränkungen, denen die Kathottken bei Ausübung ihrer Religion auSgesetzt seien. Ss fei auch grund­falsch. wenn behauptet werbe, der Antrag wove in die reich?- und landeSgesetzlichen Bestimmungen über die Erlangung von Korporattovsrechten eingreife*. Mit einem warmen Appell, in einer ZeÄ der Wcltpol tik den Wust kleinlicher, engherziger und veralteter Bor­schristen in den Landesgesetzgebunaen zu beseitigen, schloß er seine n it Irbhaflrm Beifall aufgenommenen Ausführungen.

Hierauf vertagt sich das Haus.

Donnerstag 1 Uhr: Handelsverträge.

Schieß *'«7 Uhr.

Der ruöi[di-Japan. Krieg.

Die Bilanz des erste« «Viegsjahres. Gerade ein Jahr ist vergangen, seitdem ote Welt dmch die Meldurra von dem Ausbruch des rnsfisch-japantschen Krieges überrascht wurde. In der Nacht zum 9. Febr. fielen bie erste» SchÜffe. Die japanischen Torpedoboote unternähme'' in dieser Nacht einen erfolgreichen Angriff auf die im Hafen von Port Arthur liegende Flotte, die eine Zerstörung mehrerer russischer Panzerschiffe zur Folge hatte. S« wird jetzt vieler Zeit be­dürfen, um Japan die Schläge zu versetzen, die da» andere hat den Schmied genommen in We.b ch. Hal er auch ein rußig«» Handwelk, so ernährt er doch die Familie, und da» ist die Hauptsache, Einmal hab tu der Zwischenzeit auch noch d-r Tod in der Unteregg einen Besuch abgestattet. Der zedmährigen Katharma hat er gegolten, derjenigen, die nicht ga»z recht war. Sie bat die Hali croup bekommen, und in zwei Tage« war ste eine Leiche. ’» hat dem Mutterherzen weh aelan. aber Heu.' dankt e« doch dafür, den« de« Linde ist'» pvt gegangen Die übrigen ledigen Kinder stad noch minder jäh ig; aber sie find gesund und 'un recht und werden iyr Brot und ihre Besorgung sch»» ""^Um'gE'uhr beginnt der feierliche Gottes^enst.

Bor Adgaug de» fisittchen Zuge» z^ Kirche nWmi Anna ihre» Prlwiz'a-ten °uf die Sette und lagt. .Franz, ich bad' heul'nur «ine Bitt, denk in Deiner ersten h'Uigen Metz °u den Baten sel^ und vergiß den Bochveiter nicht, Da kannst ihm Dein« L-V.ag nicht vengelte-r, wo» rr an Dir und an un» getan hat

Sckoa «leich «'» dem ErstläMen steht «an aut allen ©traben und Fußwegen festlich gekleideteLeute Tannach zu lausen. In Scharen kommen sie von Werbach herauf, vom Krimei herüber und vom Tal draußen hrew. Zn einer Pimiz, hrißt e», soll man ein Paar Sohlen durch' aufen. Da» Tannach« Kirch­lein hätte die vielen Leute bei toettem nicht gefaßt, drum hat man schon vorher am großen Lirchenporrat im Frettn einen Altar aufgaidjtet und neben dem Ali ar eine Kanzel. m

Der Herr Parrer al» erst« Wohltäter de» «en- g-wehiw Priester, hält die Fefipred gt Mr b# »tote und Bürde M Priestertum» Z'de» sein« »orte, jede sein« Bewegungen reden Begeisterung, und lie Augen der großen Zuhörersch« hängen auf­merksam an seine» Lppm-

Am ammerksaMsten ist lede«s-ll» die PrimiM-ite^ jede» Wmt der Predigt will fie bewahren in irrem -erzen.

Bei der Gelegenheit erfuhr man auch die in» tenffante Tatsache, daß die Vorstandsmitglieder alle Augeudlicke Briefe erhalten, worin es heißt: .DaS Zentrum ist die Gefahr." Also auch m Bunde der Landwirte h tzt und wühlt der Evangelische Bund! Wo wäre wohl so eine friedenstörerische und genuintzefährliche Tätig­keit nachgerade wohl nicht mehr zu spüren. Nach Herrn Hahn rechnet der -c und der Landwirte eS sich als außerordentlich großes Verdienst ar, katholische und protestantische Bauern zuiammen- gebracht zu haben. Herr von Kardorsf wollte fich durch den mundfertigen Bundesdtrektor nicht überzeugen Uff en, sondern er erklärte, er werde gegen die demagogische Tätigkeit des Bundes mit aller Gewalt kämpfen. Das rief einen Sturm der Entrüstung auf der Rechten hervor und Herr Hahn wehrte fich nochmals. — Für die Emzelberatung hatten sich roch einige R d ner pemeibet, aber man wollte ttch's wehr Hörem Allseitige Rufe .Verzichter!" Deren- laßten ste zu schweigen, und so wurde bie ganze Vorlage in der Gmzelberatung ohne Debatte angenommen. Die Gesamlobstiwmung am Schluß war wieder eine nsmeniliche. Sie ergab b>e Annahme der Vorlage mit 244 gegen 146 Stimmen. Dafür stimmten der kleinere Teil Konseroativen, eiroa die Hälfte der Freikonser- vattoen, die Notioraliiberalen mit wenigen Aus­nahmen, bie Frersinmgs Vtremtgurg vnd ein Teil der Fretstnnicen Volkspartei. Vom Zen­trum betetligten fich 87 Abgeordnete an der Ab­stimmung, davon stimmten 79 für die Vorlage, 8 (Steuer, Fritzen (R es), Hoeoeler, Knie, Re'.n- Hard, Roesen, Graf Spee und von Strombk ck) dagegen.

* Eine Versammlung, die am DienStag abend in Berlin von den Püttter-Frermde» einberufen wurde, nahm einen sehr aufregenden Verlauf. Der überwachende PoUMauplmann teilte dem Einbernser der Versammlung von vornherein mit, Pückler dürfe nicht reden. Trotz, dem erhielt dieser gleich zu Anfang dos Wort. Der überwachende Polizethavplmann verbot ihm das Sprechen; Pückler erttärtr err-zt, wrder der Ueberwachenve noch der Polrzeiprafidrnt hätten daS Recht, ihm das Sprechen zu ver- bieten; höchstens könne man die Versammlung auflösen. Als der Graf wieder mit feiner Rede begann, ließ ihn der Polizeihauptmann mit den Worten .Führen Sie den Mann ab!" von einem Schutzmann zur nächsten Polizeiwache bringen. Noch im Abgehen protestierte Pückl« gegen den .Berfoffungibruch". Nach Schluß b« Der- sammlung marschierten bie Pückler-Jünger in geschloffenem Zuge zur Polizeiwache, wo sie bie Herausgabe ihres Grafen verlangten. Ste be- tätigten fich erst, als ein Polizeileutnant heraus- trat unb mitteilte, daß der Graf bereits seit einer Viertelstunde entlaffen sei- Pückler, der das Redeverbot als eine persö l che Beleidigur-g durch den Polizeipräsidenten von Borries auf» saßt, sagt tu einem «eschwerdeschreiben an den Präsidenten u. a: .Ich werde zurzeit schlechter behandelt als die meisten Anarchisten, die hier in Berlin volle Redefreiheit haben. — Sollte mir abermals nächsten Dienstag das öffentliche umftrllt voa Fuhrwerken. Kutsche steht an Kutsche, unb auf dem Vorplatz kann ein Fvßqäng« ta«m mehr durchkornmen vor lauter Chaisen. Die Bauern haben Mütze, ibre uniuh'gen Pf-rde zu beschwichtigen, und bann sehen fie fich auch vor, die Tie e fest in der havd zu haben, wenn der Zag hnausaufi.

Aus dem Perron be» Bahnhof.» hat sich tiae große Meus-denmenge znsamm. ngesuvt en. »ll-r Kicke find dem Glei» entlang gelichtet. Da, bti ter dem Eichbaum out dem nahen Hürel rtigi fich ein weißer R-wchwölkchen, au» dem Einschnitt tn den Hügel schlüpst die Maschine unb ihr nach W-gen um Wagen, ver ganze Eisenvahnzug.

.Der Zag kommt!' sagt einer dem and«», einige Minuten, vnd er ist schon da Av» einem W'gen dritter Klaffe irilt ein junger P lest« heraus, ihm folgt die arte Unl«tggtrm unb d« alte Buchbauer. Die hagere Gestalt de» bochwürdigeu Jüngling» ist niemand and«» al» der Unteregg« Franz, d« nun al» nenzeweiht« P i st« von seiner Heimargemeinde begrüßt roitb. Psarr«, Lehrer, Schultheiß, G-meinbe- nvd 6tlf!ung»rat, bie ganze Gemewde ist versammelt. I tzt folgt ein Grüßen und Händedrücken, ollr» drängt pch um den Prim ziantev, jede» will ein gute» »Jtt, einen wa-men Händedruck «nasch«. Dann besteigt man die Gefährt'-, und d« Zog der Sagen setzt fich in Bewegung. Borau» traten sech» Retter, Alter». aenvffen de» Primizianten, unb bann komme Wagen dich: hinter Sogen. Da» Gejäbrt de» Priwiziauten ist von den Händen feinet Schwest«n mit Kränz« und Blume» finnig geschmückt woid-n, und b« junge Un­teregg« Ban« fährt. Der laset Zag bewegt fich einen Abhang fr nauf, gegen dreißig Fuhrwerke. (Stne Pri-iz ist in Tannach fett Besteh« der Pfarrei noch nicht gefeiert worden, drum hat alle», wa» Roß unb Sagen hatte, eingesparnt, dem neuen Priester da» Ehr«gelette zu «eben.

Daheim im Dorskirchlein richtet der Herr Pfarrer herzliche Begrüßungtworte an berr neuen Priest«, Die

Bus dem Reichstag.

186. Sitzung vom 8. Februar 1906.

Die^erste^Berattwg be» Antrag» be» Abg. Grafen Hompesch (Ztr.) bett, die Freiheit der Re- U-ionSübung ($oleran$autrafl) wird fortgesetzt.

Abg. Schrader ist. »gg.) ist ber SHetaung, dre Einbringung be« Xoleranxantrage» in Verbindung mit dem zweit« Teile desselben fei ein großer Fehl«. Dogmatische Toleranz und staat»bürg«l«he Tolnanz fei nur ein tbeoretifdjer Unrerfctieb. Zwar sei die evangelische Kirche auch bi» zu einem gewissen Grade intolerant (Hört! hört!), ihre Bestrebungen hätten je- doch nicht tn dem Maße die T-vden», den einen Volk»- teil vom atberen abzusondern. Da seine« Eracht«» ein dauernder Friede mit der katholischen Küche un- möglich sei und insbesondere dem zwerten Teile de» Anttaa» staatsrechtliche Bed«k,n entgegen ständen, so sei der Antrag für seine Partei nicht annehmbar ^

Abg. Hoffm««» (601.) hält den zweiten Tnl de» Antraa» aterchtall» für nicht annehmbar, weil er Fret- bett und Unabhängigkeit nur für die anerkarmt«- Religionsgesellschaften fordere. Schon diese «rnschrän- kung zeige, daß da» yentrinn wahre ioletnnj nicht wolle. (Lachen im Zentrum.) Der AaStrttt au» der Kirche werde durch hohe Gebühr« erschwert; man nehme noch jahrelang nach dem AvSlrttt di, Kirchen, steuern, da» .Sündengeld", von Setzern und Sündern. Die Kirche wolle unumschränkt herrschen rm Staat und auch in der Schule.

dies« eben,all» herzlich erwidert und wöbet er mich den Dank auSspricht für die Ehre ein« so zablrriche« Beglettuna fetten» feiner G rneinde und in mehreren Satz« nvd mit wärmst« Ueberzruguog auSfühn, daß er e» Haupt'Schlich Gott zu verdanken habe, wenn er nun al» Prttst« in» Hriligtum dk» Herrn treten omfe. Ec habe febe Studien gesegnet nnd thm ficht- barlich die Sege gttbnet zu dem erhabenen »«ruf. Bei seinen Sorten bleibt kein Auge trocken. Dann erhebt er zum trstemnal ssiue Hand und er;eilt allen Anwesenden den Primiziantevsegen.

Al» am bataiff lgenben Sonntag in all« Frühe die Betglrcke ertönt, oa krachen in Tannach schon die Böller. Sie wid«halle» im Salb, u»d ihr Scholl wälzt fich über die Hügel und hinab to» Mes«tm, und droben tt> der Unteregg schlägt er an biegraft« nnb weckt den Primizianten und die Scn en.

Steh' auf, Anna," sagt die alte Untaeggerin zu fich 'selber, .fleh' auf, h-ut' ist dein ganz betone«» Davksest. da» Dankfest für dein »anze» Leb«! Und fie läßt im Geiste Heraufziehen, wie Gott ihr al» Stt- frou aeholf« und wie n an ihren Kindern in ga«! besondner Seife ferne Gitte zeigt. Am besten war » der Berta gegangen. Sie hat de« Buchvetter gefolgt, uod et hat fie stet» «er» g'öabt, wie eine Tochter. Beim Hestatea gar ist fie dem Bett« zu S llen gew-s«. Ec hat ihr um einen Hochzeit« gebaut, einen tüchtigen inuMen Menschen, brav unb rechttLoff'», und fie hat ihn gravmmen, 'S hat ein gute» Stuck gegeben, z fried«rr al» die neue» Bntbkan«leut ist «'e-mw> . Unb bara» hat der alte Buchbauer seine Freude und titfrt weniger an bat gesunden, drolligen ^"dera, von denen ihn schon zwei al» Sroßvat« dewraven. Schlech edirfftn bat e» auch der Georg nicht. Bor zwei Jahr« HM « Hock zett yW non wen, unb feh-e Frau bat ei» schöne» »erwöge« u»8 rin gute» H«» »'t '»

-»ofiph ist Rtuhonler.van« ümbe»; vv» den Mädchen ist etre» in den SirSdhöfen. i® tobet verhettuiti «nb

Bus dem handfag.

AhgeordvetevtzmtS.

185 «itzmrg vom 8 Februar 1905.

Eröffnung IV/« Uhr.

Dritte Befrag d« Kanalvorlage.

In d« @eneralbebalte nahmen eine S^oße Anzahl von »bgeordnei« da» Wort, ohne daß neue SefichtS- prakte vorgebracht wurden.

Für die Etnzelbesprechnng Verzicht« eine Reihe Redner aufs Kort.

Di, Vorlage wird in der «mzelbesprechwug d,batte- la» angenommen. .

Die Gefamtabftimmnng ist eine namentliche vvd ergibt die A-n-hme der Ranulbaalage »rt 24* gegen 146 Sttmmen. «°m Zentrum gaben 87 Ad- georbneten ihre Stimmen ab; davon stimmen 79 für die »anotoorlage, 8 dagegen. (Letzteres find die Ab- geordneten ®rtn«, Fritzen (ReeS , tzoeorker, Knie, Rewhard, Roer«, Graf Spee und =. Skromdeck)

Die hrttte Lesung der Kanal-Vorlage ist damit bt<”$onn«8tag 11 Uhr: 2. Lesung de» HandelSetat».

Schluß Uhr.