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32. Jahrgang

Fulda, Mittwoch, den 8. Februar 1905.

Na« zieht ia obgrsührte Jude Papiere aus seiner ,'chm tzigen Rocktasche — Pfandscheine und Tchuidver» schreidungen find e«. Er hat schon fange danach ge­trachtet, vom Sonnevwirt io Wrrbach, vom Kaufmann Rilliag in der Stadt und vom Hucdbauer im Grund Unteregger« Pfand- und Siulvscheine zusammevzu- kaufen. Endlich, nach dem Tode der Bauern ist e« chm celupgen. Er selber hat für Biep und Pfe,de durch die Reihe der Jahre ein bedeutendes Guthaben "sich „zusammen gehandelt".

Der Bäuerin wird e« schwarz und grün vor den Augen, ofa sie die Höhe der ganzen Forderung ver­nimmt. Jetzt ist fie in de« Jin-v Händen, soviel sieht fie ein und weint. Ja ihrem Herzen will e?»a« wie ein Vorwurf gegen ihren ver?orderen Mann aussteixeu, aber sie käwp t e« tapfer nieder.

„Und dann will ich he«t' miinehmen, wa« mir g'hört," sagt der ^oimann.

„Und hFo« soll dir g HS en?" fragt der älteste, Kvavz-gjährig« Sohn

,,D.e Roß' find mein, der Fach« «r d der Braune, und eine weiße Kuh und eine schwarze; ich kenn' fie gut noch, darfst fie mich nur sehen lasten im Stall, ja, ich kenn' fie.*

„Die hat d-r Vater gekauft; da gehört dir nicht-.* „Freilich gehören fie mir, die Roß' und die Küh', dH hab mir da» Eigentumsrecht Vorbehalten, bi« sie 'zahlt find, und 'zahlt ist noch nicht«.*

„'Zahlt oder nicht 'zahlt, man weiß schon, wie du und der Soonenwin mit dem Vater gehandelt habt Du gibst un« eine cmtföhrliche N-chnung über jede» Handel, von dem du etwa« gut host, und ost wird'« ud« noch herauStreffen, beim Roßhrndrl gewiß.*

Das Hauptoerdienft um die Vorlage ge­bührt zweifellos dem Zentrum. Der Ab?. Am Zehnbrff hat mit dem Schleppmonopol dar „er­lösende Wort" gesunden und ohne das Zentrum wäre die nunmehrige Mehrheit eine Minderheit geworden. Wir sagen das nicht, weil wir auf besonderen Lohn und Dank für es Anspruch erheben, wie Leute g-rn zu behaupten pflegen, die andere hinter dem Busche sehen, hinter dem sie selbst gesessen hcb-n. Wir dürfen es aber auch mit Recht hervorHeber, zumal da in den Erwägungen der Konservativen über ihre Stel­lungnahme, die Frage immer eine ganz bedeut­same Rolle gespielt hat, daß man sich vom Zentrum nichr den Rang ab laufen lasten dürfe, sondern für sich daS Ver timst in Anspruch neh­men müsse, die Vorlage gerettet zu haben.

mit großem Erfolge oufgeromm.en. Auch anti* karlistische Blätter haben ihre bereitwillige Mit arbeit zvgesagt Mehrere vortreffliche Artikel sind bereits erschienen, die zum Eintritt in die Liga auffordern ohne Rücksicht auf die Partti. Von angesehenen Persönlichkeiten aus allen Teilen Spaniens kamen Zustimmungs-Briefe, besonders auch von politischen Gegnern der Karlifien. Zwei alte Generäle haben vorzügliche vffme Briefe zu Gunsten der Bildung einer spanischen Liga in den Zeitungen veröffentlicht; ein Baron v. Albi tätet die Bewegung. — In Posen verstärkt sich die Liga von Monat zu Morat. Der größte Teil der hohen Gesellschaft ist eingelreten. Außer 4 bereits bekannten Fällen, in welchen das Ehr.n- gericht erfolgreich eingegriffen hat, sind neuer­dings 3 Fälle demselben unterbreitet worden. — Frankreich: Aus Anlaß der neueren Duell­fälle haben mehrere französische Zeitungen unter Hinweis auf den rffenen Brief des Jnsanten an die Leitung des innrnationalen Kongrestes sich warm für die Tendenzen der Liga ausgesprochen. So z. B. ,Le Journal des Liebste*, ,Le Soir‘, ,L’E'aropesL‘, ,Le Signal*, ,L’Evenement‘ u. a. — Im 8 2 der Satzungen dir Anti-Du-ll Liga inDeutschland ist als eine ibrer wesentlichsten Aufgaben bezeichnet: Hinzuwirken auf Äenderung der S'-rafgesetzgebunq zu bi ff en m Schutze der Ehre und auf Einführung von staatlichen und korporativen Ehrengerichten. Um dieser Auf­gabe zu entsprechen, bat die Liga durch heroor- ragSnbe Juristen Aniräg« entwerfen lasstn, welche binnen kurzem in einer Denkschrtft dem Reichs­kanzler und dem Reichstage unterbreitet und dann veröffentlicht werden sollen. ________

gärtner.

------(Nachdruck verboten.)

§ Die Kanaloorlage

scheint nun endlich in bett sicheren Hafen ein­laufen zu sollen. Die Mehrheit, mit der gestern in zweiter Lesung der grundlegende § 1 ange. nowm-n wurde, war sogar unerwartet groß, beinahe eine Zweidrittel-Mehrhett (256 gegen 132 Stimmen). Aller Voraussicht nach wird sie bet der Schlußabstimtrunq in der hätten Lesung allerdings etwas geringer sein. Die Freisinnigen dürften gegen die ganze Vorlage stimmen. Hätte die Entscheidung von ihnen abzehangen, so würden sie es sich wohl etwas überlegt hoben. Nun fie eS aber ohne „Gefahr* wagen können, läßt sich ja tapfer nein sagen mit der Begründung, daß dos Schleppmonopol und bte Sch ffahrts- abgaben die Kanäle wertlos gemacht hätten. Die übrigen Parteien werden im Ganz» wohl so stimmen wie bei der zweiten Lesung, die Konser­vativen also zum größeren Teile, die Frei- konservativen etwa zur Hälfte, die Polen sämtlich gegen die Vorlage. Die Nation al- liberalen haben sich durch das Geschrei der Industriellen ihres eigenen Lagers über das -Dchleppmovopol nicht irre machen lassen, sondern für den Rhrin-Hannvver Kanal gestimmt. Sie misten eben recht gut, daß er auch so den In­dustriellen noch sehr wertvoll erschesit. Daß vom Zentrum schließlich nur 8 Stimmen gegen den Kanal obgegeben wurden, wird manch,m, be sonders den Kanalgegnern, unerwartet gekommen sein. Unter den 8 Gegnern find anscheinend auch noch solche, die mit Ja gestimmt haben würden, wenn die Mosel- und Saar-Kanalisierung in die Vorlage ausgenommen worben wäre

Nun hat die Karalvorlcge roch die Probe vor dem Herrenhause zu bestehen. Dort haben die Konservativen die große Mehrheit und wenn sie da von drrse'ben Abneigung gegen Ka­näle befreit find wie im Abgeordneienhanse, so könnte es der Vorlage noch übel ergehen. Bor zwanzig und einigen Jahren haben die Herren ja auch schon eine Kanalvorlage verworfen, die das Abgeordnetenhaus angenommen hatte. Wir glauben indeß ziemlich fest, daß fie das diesmal nicht tun werden. Ein großer Teil der Herren- haukmitglieder hat doch allerlei Rücksichten zu nehmen, und wird sich nicht unbeliebt machen wollen wegen einer Vorlage, dir die „G ftzähne* bereits auSgebrochen find. Uederhaupt dürften die Konservativen hüben wie drüben vor allem den Wunsch hegen, daß die leidige Kanalfrage endlich zur Ruhe kommen möge. Auch diejenigen, die im Abgeordnetenhaus gegen den § 1 ge­stimmt haben, werden kaum alle die Ablehnung gewünscht haben. Die Kanä'e gefallen ihnen nicht, dafür zu stimmen, wäre gegen i)re Urber- zeugung und gegen ihr vermeintliches Jntereffe gewesen; allein, daß andere sie annahmen, war ihnen schließlich ganz recht.

Wrrröerzrvist.

Schwäbische Dorfgeschichte von Kaspar Baum­

Aus dem Reichstag.

135. Sitzung vom 7. Februar 1905.

Eröffnung l*/< Uhr.

Aus der Tagesordnung steht die Interpel­lation Trimborn (Ztr.)detr. dea zehnstündigen Maximalarbeit «tag.

Die Interpellation lautet: ,

Kann erwartet werden, daß die Birbün.etin Regierungen noch im Laufe Der gegenwärtigen Session d-m Reichstage einen Gesetzentwurf vorigen, durch welchen die regelmäßige Arbertszert der Ar- bk iier (über 16 Jahre) in Fabriken und rn den diesen gleichgestellten Anlagen aus höchstens zehn Stunde» täglich beschränkt wird? , .

«bg. Trimbor« (Zentrum) weist ber Begründmlg der Interpellation im einzelnen nach^ wie der Reiche- tag bereits seit 1869 in Sinne der Interpellation Wrnsche ausgesprochen habe, daß tvt Mox>malarbeiiS- ta, eingefützrr werde Da» Mindestmaß 0«fs-n, waS man jetzt verlangen müffe, sei der zehnstünsige Br beitstag für Frauen. DaS Ausland sei längst dazu übe: gegangen. Auch bei «ns befürwoite ein großer Teil der Industrielle» diese Maßnahme-«. Die Frage fti geklärt md die Entscheidung müffe ,cht fallen.

Staatssekretär Graf PosadowSky gab zu, daß eine Ausdehnung bi8 sanitäre» Maxrmala bertStages unbedingt geboten erscheine, daß im übrrgen aber die Verkürzung der ArbeitSzert der feeren V-rernbaruvg zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Lberlaffen werden müsse. Ueber den zehnstündigen Arb-ttttag werde er noch in diesem Monat dem Reichstag eine in seiner alten Heimat wi-der im ganzen Haus herum- fammt. thb wegen b.m Ju^kn, Anno, darrst obre Sora’ sei». Hast noch nicht ost g uört, daß eine W>. frau verdorben ist, u d j tzt d'hnr' Go t .

Der Buchbarer ist mst dem ">u«gong ferner Miisian luiriebed. Er freut ihn recht, bald wieder ein E'grveS um sich zu haben J-tzt will er die B-rta richten, io wir ft fie haben wist und wie eine Buchbäne-iu fei« soll, und bann kann ein tüchtiger Hochz-mr komm'r, brr wa« ist, dann übergibt er den Hof. Und doch reut ihn fast der Gedm k- — in sich» ober acht Jahren setzt er drum -»schwind noch bei.

Freilich mit dem Jaden und den »chuiben aus ber U' terega ist'S schon eine verzwickte Srche. «brr sortmachrn körn.' die Anria auf dem Hof gut noch. Sie und ihre Kwdec find fleißig, «;e schön fie nur den Bi-hstand haben, und die Ordnung im ganzen Hau». Sie würden den Zin» gut ausbringen, vielleicht noch an den Schuld'» abzvhsen, und wenn fie sechs oder acht Jahre hinter fick Men, rönnte Georgum eine vermögltche Braut ,stauen, und de« schöne Heimvl wäre gerettet. Aber der Jud will anders. Ermöchr holt noch lang ben S utiauger machen in ber Unter egq, und wnt sie nicht mitlun, tuiQ er w°S ander« vrcbieren W-nn eine Gant ouSlnächr, würde er um biUtge« G Id die Anwesen tifietgetn und dann b:e Felder und Wälder und Bieb und Fasrni« verschachern und verhandeln — und Prrfitchen mochen. Da» muß man vrrdlnber-, da« darf nicht geschehen. Grad mit G'wLlk muß man sich ta wehren. Die Unteregg, seine Hilmar, will ber Jude in fremde Hände spielen, da» gibt’* nichr, dar oll er nicht fertig bringen; ut d im wühlenden Nachdenken kommt ihm ein willkommener Gedanke. Wenn er alle feine Kapitalien zusammen- nimmt, bann ist siirer Schwäge-in geh-sie», und iS doch gleich, ob sie oder andere rhm d-n Zu» be­zahlen. Soweit seine« nicht zureicht, kann man btt der Sparkosse oder ivnsswo Geld entlehnen, und der Jnb' >st um fein’» Raub betrogen. Er macht e« so, gleich morgen geht er zum Schultheiß und läßt sitneu Schuldnern kundiges.---

(Schli ß folgt.)

Deutsches Reich.

Berlin, den 7. Februar 1905.

§ Ueber die Mittelmeerfahrt de- Kaisers und der Kaiserin wtro berichtet: H$em Vernehmen nach wird daS Kaiserpaar, beqleitet von dem Prinzen Eitel-Friedrich und der Pcsvzeffin Viktoria-Lnife, im Monat März die Fahrt antreten. D e Reise des Kronprinzen, der auf italie 'i!ch-m Boden mit seiner Braut, der Herzogin Cäcilie von Mecklenburg, und ihrer Muster der Großherzogin Witwe zusammentrifft, wird sich auf Florenz und Siena erstrecken, da die Bestchtigung der Kunstschötz? dieser beiden Stäste in Aussicht genommen ist. Ein Besuch Crums', der, wie einzelne Blätter wissen wollen, mit der Reis- des Kronprinzen verbunden werben soll, gilt alS unwahrscheinlich *

* Irr dem Befinde« des Prinzen Eitel- Friedrich hat die Besserung erfreulicherweise weitere Fortschritte gemacht. Der heu'e morgen um t1/» Ühr ausgegebene Kcankheitsbrricht lautet: Seine Königliche Hoheit ist ardauernd fieberfrei. Rkchterlest« ber entzündliche Prozeß abgefauien. Der entzündliche Eiguß im linken Rippensellsock beinahe dovstänUg aufgesogeu Auch ber Unlerlopp-n bet (tn’en La^ze größl-ntt'l« frei Der Auswuri hat oufgehört. Allgeweinbi finden gut. Weitere Statt- heitSberichte werden nicht auSgegeben.

Krau«. Wiemuth.

* Der deutsche Landwirtschaftseat tritt heute in dem brandenbur;,ischen Prootnzial- Landeshause zu seiner 33. Vollversammlung zu­sammen. Mittwoch abend findet im Festsaale des Hotel „Kaiserhof* ein gemeinsames Essen statt. Zu diesem haben Reichskanzler Graf Bülow die Staatssekretäre Graf v. Posadowi ky und Frb". o. Stengel, die Minister Frhr. von Hammer stein, Frhr. v. Rheinbaben, von Pod- bielski und mehrere Rrgierungsvertreter der an» deren deutschen Bundesstaaten ihr Erscheinen zugesagt.

* Der deutsche F»rstwittsch»stsrat (er- weilerte Ausschuß des deutschen Forstvereins) ist zu einer außerordentlichen Tagung auf den 10.

„Fühl' mich in ben S oll, kann ich sagen, war mir g'hört *

' „Ueber h’ Stallschwelle setz' ben Fuß nimmer 1' sagt entschlossen ber Sohn, und macht eine Faust.

„Nun, junger Bogel,* antwortet ber Jude, „mer wollen sehen, wie lang du rock pfeifst nut ber Uvter- egg. W-nn ich in einem Vierteljahr mein Selb nicht hab', bann klag' ich.* DaS droht et im Hinaus- aehen.

Draußen sagt ber S-Ha zum Schleiserioni: „Wenn du den Weg auf bie Unteregg nimmer fiad'st, .st'S ut.8 kein' Schab' *

Dann fahren beide dason.

„Tu hättest mit dem Haimann nicht so barsch fein sollen, Georg," tadelt die Mutter.

„Wenn ta« alle Schulden find, dann ist'« noch nichr so schlimm, da ist ja ber Hof noch zehntausend Mark mehr wert,* gibt er zur Antwort, „da muß man dem Juden keine Siunde schön tun.*

„Aber, wen« er un« verklagt, mit wa« solle« wir bezahlen, wir haben keine» Kredit metr," sagt die Mutter verzweifelt.

Man redet hin und h-r, die Weibsbilder fangen an zu weinen, denn fie sehen sich schon ihrer Hn-nat beiauot; die Buben r<btn trotzig, btt Hff türs' nicht bei tauft werden, absolut nich', — sitzt müfi' man tun, was man könne. WaS, wisse» fie freilich nicht; fie find z» unerfahren.

Unter dem DiLknr« kommt der Buchvetter; brüh­warm erzählt man ihm alle«. Der horcht zuerst nur fo — und doL hält' er geglaubt, e« wären mehr Schulde» do, dem Geschrei nach, daS er in olle» Wi> t- schafte» gehört hat, und wie man zum Ende ist: da sagt er gar nichts zur Sache.---

Er hatte eine andere Angelegenheit, »nb die muß zuerst behandelt werden.

.Schwägerin,* beginnt er, .ich häti' e ne Bitt' an bi».*

.Senk’« nur fein kann *

.Ich g'a-bi’, 's kann sein. Schau, iresn man halt so allein ist auf bet Welt, » e ich jetzt, dann srevt einen nicht« wehr. Man weiß^ nicht, für wen man

und 11. Februar nach Berlin berufen. Bonden Verdanblungszegenfländen feien erwähitt: Ein» sührung einer praktischen Prüfung für Anwärter beS mittleren For stver waltungsdienstes der Privaten, Gemeinden und Stiftungen und welche Maßregeln sind seitens der Eifenbahnver- waltungen zu ergreifen, vm das An^ünden von Wäldern durch Funkenfeuer zu verhüten?

** Den Koufervntive» wird es vom Evangelischen Bunde schlecht gelohnt, daß fie fich von diesem haben einschüchtern und zu einer ablehnenden Haltung gegmüber dem To- '.eranzantrage des Zentrums habe bestimmen lassen. Die Korre'ponbenz des Bundes schilt über ihre Haltung. .Der Abg. Henning (fonf) legt den Standpunkt seiner Partei bar, die mit gering«» Ausnahmen für den Antrag zu haben sein wirb. S-hr bezeichnend dafür, wie wenig die Konservatioen vom Schlage der.Kreuzztg/ das Zentrum durchschauen können ober wallen, war die Leußerung des Redners, daß wirEvan- gelischen uns an der Beharrlichkeit, mit der das Zentrum immer von neuem den Antrag ein­brachte und dadurch seine Bekenntnisfreudigkeit dukamentierte, ein Beispiel nehmen könnten — als wer» es fich bei dem Anträge um Befriedi­gung der religiösen Bedürfnisse und nicht viel­mehr um solche der Herrschergelüste der kathol. Kirche handelte." Darauf antwortet die.Krzztg/: „Aus keiner Stelle der Rede M Abg. Henning geht hervor, daß dir konseroativr Partei für den Antrag des Zentrums zu haben sein werde. Im Gegenteil, der genannte AbAeordnete yat in unzweioeatiger Werse erktärt, oaß die koitserva- tive Partei mit wenigen Ausnahmen dem Sesetz- entwurf ablehnendgegenüberfieht. Bezeichnend für die Deutsch-Evangelische Korr. ist übri-ens auch, daß sir die Haltung, die sie der konser­vativen Partei dem Toleranzantrage gegenüber fälschlicherweise unterstellt, mit Einflüssen der ,Kceuzztg/ in Verbindung bringt. Denn die ,Kkruzztg.' ist das erste Blatt gewesen, das bei Der erstmalixen Einbringung des sog. Toleranz­antrages auf dessen Gefährlichkeit aufmerksam gemacht hat, fie hat auch diese Mahnung zu allen Zeiten wiederholt, insbesondere während bet Tagung der Generalsynrdr, als der Kampf um § 2 des Jesuitengesetzes die Gemüter von dem viel gefährlicheren Toleranzantrage abgelenkt hatte. Die .Deutsch-Evangelische Korrespondenz' nennt fich auf dem Titelblatte »Parlaments-Karre- fponderz'. Sie wird gut tun, fich bei ihrem Be­richte über die Verhandlungen des Parlaments größerer Gewissenhaftigkeit zu befleißigen, als in den oben wiedergegebenen Sätzen bekundet wild. Oder sollte der Evangelische Bund, der fie früher bis vor kurzem mit Geldmitteln unterstützt hat, neuerdings seine helfende Hand von ihr zurück gezogen haben, und hierdurch bei ihr das Gefühl der Verantwortlichkeit für die Richtigkeit ihrer Mitteilungen getrübt worden sein?*

* Einiges über de« Ctanb der Anti Duell - Liga in verschiedene« Ländern. In Spanien wird die Anti-Duell-Aktion sorgt und schosst, nicht sür Wnb und n cht für Kind. Uno so ein Loben ist rn-r jetzt .verbleitet**---

<— H;er setzt der Vetter ein wenig an« ur.b räu­spert fich, indiffen ihn alle mit großen Augen anschauen, war er doch will.

,J-ch hab' an« B-rkanfen gedacht, aber dann bin ich roch viel mehr allein, und wohin wollte ich ziehen? Und dann möchte ich auch nicht zusehen, wi der Hof verschachert md zerr ssen wird. Schwägerin, wenn du mir deine Berta zur HauShälttri» geben woll'lest, dann würd' ich noch ein vaar Jäh.lein sortmachrn. Sie ist ein brave-, schaffiges Mädel, und im Gesicht na* er­innert fir mich so an meine ältiste Tochter, die Sera- phmo, ich glaub’ halt, fie tär' in mein Hau« passen, und schon nach btm ersten Jahr ließ' ich iyr den Hof verschreiben, vorauSgesitzt, wenn'S Mädel ist, wie ich'« mir vorstell'.*

Ueberralcht starrt oll S den Setter au.

.Deine Kinder, Schwägerin, find doch meine Erbe», bann rnöchi' ich halt zu meinen Lebzeiten noch {eben, welche« auf dem Bmthvf eik-zieht; wenn man Bauer ist mit Leib und Seel', ist'« einem nicht gleich, wie « d-m Hof geht, wenn man g'storben >fi, und Anna, j tzt töt' ich bolt bitten: giv mir deine Berta. Ich will ihr Bat-r sei", wen» fie mir eine Tochter 'st *

.Wenn'« Mädel will, tin ich von Herzen eivver- standen,* gibt die Untereggerin zur Aw wort.

Ta« Mädchen, um das e» fich handelt, ist bisher uvb-weglich auf dem Helbenkanapee g-iesse» und ab» we-bfelnd weiß und rot geworden. Auf glübenben Lohten fitzt man nicht so heiß, wie fie in der Bier!tt- stunoe. Doch ihr leuchtet der Vorschlag ohne we,- erel ein. Wenn fie Tochter ober gar Bäuerin ist auf dem Buchhof, kann fie Mutter und Geschwistern eine Stütze fett».

' .Ich will schon,* sagt fie kurz enlchlvffea.

'Dann kommst hat», Bertn, und ie bälder, je lieber,* sogt d-r Setter.

Darou hi» will ft einen Gang machen durch die Ställe und dr« oanze Hau«; in die Scheuern urd sogit aus die Schütte will er schäm».

„(88 btia-ed einen so an,* sagt er, „wenn man

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Lurnahme der §omi- A ™ .▲ J ■ B ▲ JkA /b deren Kaum 15 Psg.

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