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Zernfprecher Nr. 9.

vT» 30

Fulda, Dienstag, den 7. Februar 1905.

grauem Trikotftoff tragen.

14

(Nachdruck verboten.)

daS Weitpopier und zeigt ihm ten daraufsteheuden Namen seines Vaters. Der Buchbauer begreift schnell.

.3« der Komwodfchublade hab' ich das gefunden," erklärt Anna weiter, aber ich hab' von nichts gewußt, von keinem ungerechten Pfennig So wie ich's g'/uu- dea hab' ko br,ug ich's. Ich will'- keine Nacht mehr im Haus haben, das Papier, das mir fo viel Unglück, so viel herbe Taa' gebracht Hst. Schau ganz unbe- rübrt hat er die Obligation gelassen, was ich versteh', find auch ' och olle Zinsscheine da. Kein bißchen Nutzen Hit der Jos.pd von ihr gehabt, als large Fahr' ein schlechte« Gewissen, Unruh' und Unglück. U d Frau», ich bitt' dich statt seiner, verzeih'« ivm und trag' ihm nichts rach, auch vom Prozeß nicht Ich bitt' Uch noch einmal und da» um taufend Gott's-Willen, sag's niemand, gar niemand, sag'» auch deinem Weib nim» wer, daß der Unteregger, dein Bruder und mein Mann

Mann angefahren; mithin fehlten 196288 Ar-1 worden; jedoch haben die Röcke — da sich ter bttur gegen 197 079 am Sonnabend. Lus Zeche Klappkragen bei angefielllea Versuchen in der Rheinpreuhe« fehlten in der Morgenschicht von I Ar« er nicht bewährt hat — 3507 Mann nur 949; die Zahl der AuSstän-' ~ ~

digen ging hiernach zurück. Die Mitglieder des christlichen «ewerkoereinS nahmen an sem Ausstande auf Zeche Rheinprevßen nicht teil. — Die Siebenerkommis sion der streikenden Bergleute im Ruhrrevier hat folgen­des Telegramm an den Reichskanzler Grafen v. Bülow gesandt:

Di« Redner führt weiter auS, daß die Erhebung von Ab­gabe» richt bloß rechilich vnzulässig, sondern auch finanziell und wirtschaftlich unvorteilhaft sein würde. Abg Wallbrecht (»alt.) hält die Abgabe« für notwendig; falls bis kleinen Schiffe abgabefrei blieben, so würdens fir auch im Jutereffe der Schiffatrt selbst liegen.

»Die von den streikenden Bergleuten gewählte Stebenerkommisfion wird fich erlaube», Ew. Exzellenz umgehend eine Eingabe einzureichen bezüglich der Stel- ttrng der Bergleute zu der im preußische» Landtage angekü-digten Novelle betreffend daS preußische »erg- grsetz und den im Reichstage angekündigten Gesetzent­wurf betreffend die Rechtsfähigkeit der «rdeiterberufs- vereine. Ew. Exzellenz teilen wir dann ergebrnst mit, daß dr« genannte Siebenerkommisfio» bei dem Verein für die bergbaulichen Jntereffen telegraphisch um eine Unterredung nachgesucht hat zur Besprechung folgender ermckßig'er Forderungen: 1) eine ISprozentige Lohner­höhung (anstelle des zuerst geforderten MinimallohneS); 2) kommt ei» Gedinge nicht zustande, so soll der Durch fchnittSlohn gleichartiger Arbeiter gezahlt werden und nicht wer bisher der ortsübliche Tagelohn; 3) nach Aufnahme der Arbeit soll keine Maßregelung der Streikenden vorgenowmen werden; 4) gute Deputatkohlen auch für bedürftige Invaliden und BergmannSwitwen; 5) humane Behandlung. Auf Grund der beabsichtigten Verhandlungen soll die Ar­beit eventl. sofort ausgenommen werden. Die Siebr- nrrkommission, Johann Effert, Altenrffen, Karlstr."

Der Herr Reichskanzler hat Herrn Effert darauf heute morgen trlegrcphisch geantwortet:

«in Dieb g'weseu ist und ei« Meineidiger."

D-r Frau weint und schaut den Schwager bittend an. Der steht bett offen und erschüttert in der Mitte seiner Stube. — „Jifis möglich?" sagt er zwei-, drei- I mal, und sonst weiß er nichts hervorzubrirgen. Er kann ks nicht begreifen, daß sein Bruder, von der ehemaligen Sparsamkeit verführt, fich an fremdem Gut so vergehen konnte, daß er dar» in falschem Ehrgefühl dir Hand zum frevelhaften Schwur erhob.

Nachdem und ratlos, was er seiner Schwägerin antworten sollt', geht er die Stube auf uns ab. An dem Geld« hat er von Rechts wegen nur die Hälfte anzufprechev, freilich ei» paar Hunderter halte er schon GertchtSkvstrn, aber vergeben ist vergebe». Der armen Witwe tut jede Mark gut, ihm können taufend nichts wehr nützen. Er ist bald em einsamer, verlassener Man«, der mit oll' seinem Geld k'ine Stur,de seines Fawilienglücks zurtckkaufen kann.

Er will der Schwägerin die Obligation zmückgeben »ist und sogt: „Ich scheut' fie dir und deinen Kindern!" _ ■., , _ " . ---------Die Untereg «rin weicht zvrrck. .Ta» Papier, da»

Bei di-s-n Worten reicht se ihm f in ihrer Familie fo viel Unheil angerichirt, will fie

Abg. Osel (Z.) legt dir Auffassung d«S Zentrums dar; die Medrherr der Partei ist der Ansicht, daß Art.

Der »Schlestfchkn Zeitung' zufolge, sind auf den Schachten der schlesischen Kohlen- und Koks- werke in GotteSberg am Montag vormittag von 1358 Mann 809 nicht eingefahren.

—* Bei einigen Bataillonen der Armee soll die Zweckmäßigkeit einer Feldbett« idung ar s- probtert werden. Es ist hierzu die Farbe des gramn Man'e'tuches gewählt worden. Ais Muster für den Rcck ist le: blusenmtigeSchnitt, der von den Manrschaften der Ostaficttschrn Besatzurgsbrigade g-tragen wird, genommen

• einen niedrigen Stehkragen erhalten. Die Sichtbarkeit der blausea Knöpfe auf die verschiedensten Ent­fernungen soll bei dieser Gelegenheit gleichfalls auSgeprobt werten; es ist daher eir e Vorrichtung xe.raffen worden, baß diese sowohl verdeckt, als auch durchs eknöpft getragen werden können. Die Offiziere sollen Waffenröcke aus gleichem Stoff wie de Mannschaften, und Beinkleider aus

Aus dem Reichstag.

134. Sitzung öflKt 6. Februar 1905.

Eröffnung l1/« Uhr.

Der Nachtrags «tat für Südwestafrika wird in der dritten Brratm-g debattelos- bewilligt.

Es folgt die Interpellation Dr. Ublasi und Sen. (fr. Bp) bitttffend Einführung von Abgaben auf den natürliche» BinnenschiffahrtSstraßeu tu Preußen. (Die Interpellation ist hervorgerufen durch die Beschlüsse der preußischen Kanalkommisston, welche bekanntlich unter Zustimmung der Regierung diese Ab­gaben einführen will. D Red.)

Abg. Kaempf (fr. Bp.) begründete die Interpel­lation Kitt dem Hinweis darauf, daß wie der Reichs­kanzler selbst im Fahre 3 903 zugegrben habe, die Gin- führuug solcher Wafferabgabe» xntt der Reichsverfas­sung im Widerspruch stände.

Staatssekretär Graf PosedvwSky erwiderte, ohne zu der Kernfrage, ob die Beschlüsse der Kanalkommis- sion im Widerspruch zu der Reichsverfaffung ständen, sich zu äußern, daß, wenn Preußm über den «rttkel 54 der ReichSverfassung htnousgehe, eine Verfassungs­änderung notwendig fet. (Die Sachlage ist also durch die Erklärung deS Staatssekretärs nicht geklärt worden. D. Red.)

Deutsches Reich.

Berlin, den 6. Februar 1905.

V Die Auswechselung der Ratifikations­urkunden zu den beide» zwischen de« Reiche und Rußland am 6. Di z »ü ber v. Js. abge- schloffenen Verträgen, betr. die Herstellung einer Eisenbahnverbindung zwischen der preußi- scheu Staats bahn bei Skalmürzya und der Warschau-Kaltscher Eisenbahn, sowie zwischen der preußischen SkaatSbahn bei Herby mit der Herky Ezenstochmer Ei'endoh«, hat am Donners­tag iw Auswärtigen Amt stattaefunden.

* Der nette Kölner Regiernugsprä- Jtbent, der bisherige PoUzeiprästdent Dr. Stein- meister in Hannover ist, ebenso wie eine Reihe seiner letzten Vorgänger protestantisch. Auch die beiden Oberregierungsräte, der VerwaltungS- gerichtsdirektor und der Obeiforstmeister der Regierung zu Köln sttd, wie die ,Köln Vztg? heroorhebt, protestantisch. Ferner ist der Polrzei- prästdent von Köln ebenso wie sein Vorgänger ;protestantisch. Dort sind also alle leitenden Stellen der allgemeinen Staatsverwaltung mit Protestanten besetzt, während sowohl der Regierungsbez rk als auch die Stadt Köln ganz überwiegend kathol-sch find. Ueberhaupt hat der Kölner Bezirk, so lange er zu Preußen gehört, noch niemals einen katholischen Präsi­denten gehabt. Und du gibt es noch Leute, die ein gewaltiges Geschrei über angebliche Be­vorzugung der Katholiken erheben!

* Der Leniorenkovvent des Reichs­tags hat sich heute dahin schlüsfig gemacht, daß die Beratung der Handelsverträge om Donnerstag beginnen soll, wie in der vorigen Sitzung der Senioren bereits verabredet war. Die Verträge werden sicher an eine Kommission verwiesen werden. Es ist sonach auszesch offen, daß sie vor dem 15. Februar erledigt werden können. Man rechnet bereits damit, daß sie erst am 15, Mä-z nächsten Jahres in Kraft treten werden

* Im Abgeordnetenhause kam es bereits heute, früher als man erwartet batte, in der Kaualfrage zur Abstimmung. Daß die all­gemeine Debatte nicht mehr lange dauern könne, erkannte man üb igenS bald an der allgemeinen Unruhe und Unaufmerksamkeit. Bei der Ab­stimmung wurden § 9 h (staatliches Schlepp- Monopol) und § 9 i (SchiffahriSabgabm) an­genommen, ersterer in der Kommissiomfaflung, letzterer in der vom Abg. v. Popperhrim bean­tragten Fassung, die tut eine redaktionelle Aenderung deS Zentrumsanlrages barst, llt. Da-1 für stimmten Konservativen, Freikorseroativin, Zentrum urb dis meisten Nationalliberolen. Darauf begann die Einzelbefprechung über § 1 Nr. 1 (Rhein-Hannover Kanal) und § 2 Bei- träge der Jntereffenten). Sie wurde noch nicht zu Ende geführt. (Versl. den Spezialbericht unter den parlamentarischen N chrichten. D. Red )

* Bo« Bergarbeiterstreik. In 18 Re- vieren des Oberbergamtsbeztrks Dortmund und auf der Zeche Rheirpreußen find heute 63838 Arbeiter bei einer Gesamtbelegschaft von 200126

Wrrröerzwist.

Schwäbische Dorfgeschichte von KaSpar Baum gärtner.

L--1—

Der rufflich-Japan. Krieg.

Die letzte Schlappe, welche Kuropaikin in der Mandschurei erlitten hat und welche die Ruffen 10000 Mann an Toten, Verwundeten oder fangtnen kostete, erweist aus's neue die Un­fähigkeit der rufftschen Armee zum Angriffs- kriege. Die Leistungsfähigkeit der Reffen er­schöpft fich nach wir vor in einem zähen Bek-

Di« Abag. Graf Limburg Stirn« (kons.) und Lattma»« eMrtsch. Bgg.) fub der Ansicht, daß Ab­gabe» erhoben werde» dürfen, die nicht weiter gehen als zur Berzinsung und Amortisation bi3 aufgewen­deten Kapitals erforderlich ist.

Abg, Ha»S«an« (südd Bp.) hält die Abgaben für unzulässig. Die Württewbe? gische Regirrmg würde ebenso wie die von Bayern und Hess«», wie er be­stimmt wisse, gegen eine Aenderung der Berfaffung in diesem Punkte sein.

Aus dem Landtag.

Abgeordnetenhaus.

133. Sitzung vom 8 Februar 1905.

Erzffaung 11*/« Uhr.

, ®ie, Generaldebatte über die Kanalvorlage wird fortZ-setzt

?bg- Ghßliug (fr. Bp.) begründet die von ihm nngebrachte Resolution beir. baldigste Ausführung deS BaueS deS masurisch,n SchiffahrtskanalS.

, Budde e klärt, die Ausführung deS ma-

für die sich die Regierung in gleicher

{ interrffiere, begegne großen Schwierigkeiten I leitens der landwirtschaftlichen Kreise.

. Abg. Röchling (ntl.i befürwortet die von ihm ae- mit dem Abg. EahrnSly gestellte Resolution detr. Mosel-Saar- und Lahnkanalisierung.

Aog. v. Bsckelberg (kons) spricht die Hoffnung aus, daß eS g-ltngen werde, zwischen Freunden und Gegnern der Vorlage einen Mittelweg zu finden, der

I zum Ziele führe.

I m -2wg. Br. Sah« (Bd. d. Lw.) meint, die agrarische | VtefTe habe Oel auf die Wogen der erregten Be- wegung angesichts der Vorlage gegoffs». (Stürmischer

I Widerspruch und Gelächter.) Patträt werde erstrebt I Landwirt schäft; dagegen sei die jetzige Kanal-

pslrtrk dem Kohlenfyndikat auf den Leid zugeschmttrv.

I Er lehne sie in allen Punkten ab.

L, Sinanzminister Frhr. v. Rheiubrbe» erwidert, [ R'de des Abg. Dr. Hahn mute ihn an wie ein satrrspirl. Die Presse des Bundes der Landwirte gieße richt O;l ius Wasser, sondern ins Feuer. (Bei­fall) Im Jutereffe der Landwirtschaft nütze sie nicht, sondern schade nur. Offen erkläre man in dieser Priffe, daß mau fich die Sozialdemokraten zum Muster für die Agitation nehme. Die Konsrrvattven bittet der Minister, wenn sie wirklich die Kanalstreitox! be­graben wollte», den Kanal biS Hannover zu bewillig»». Geschehe daS nicht, dann werde die Regierung alsbald mit einer neuen Kanalvorlage komme».

„Abg. Graf Pcaschma (Zentrum) begründet die Stellung der Z-mrumsmitglieder aus dem Osten, die für die Kanaloorlage eiutrettn.

Hierauf wird die Generaldebatte ge­schlossen.^

§ 9h (Schleppmonopol) wird unverändert nach den Kommissionsbeschlkffen angenommen. Ebenso § bi in der Faffung des Antrags v. Pappenheim (k), der eine redaktionelle Aenderung des Kommiffion?- beschluffeS darstellt.

SS folgt die Einzelbefprechung über die westlichen Wasserstraßen der Borlage.

. ®6S- v. Campe (nil.) befürwortet eine Aenderung

der Bo: lag« dahin, daß ein Zweigkanal nicht nur nach Linde», sondern auch ein solcher nach L-Hrte, HildeS- heim und Peine von Hannover auS gebaut werde.

Abg. Schwerz« (Zentrum) begrüßt er, daß die Vorlage die Ewsche- und Lrppetanalifierung gleich­zeitig enthält.

Hierauf vertagt fich daS HauS.

BirnStag 11 Uhr Fortsetzung.

Schluß 4 Uhr.

! Herr oder der Ma' sei Herr, miteinander find fie Herr, und »er manchmal ber-ui find'., wie mau's waten soll, iell ist Rebe fach'. — llay der Buchbauer wär' halt froh, mit seinem Weib hem' »och raten und taten zu können, und wenn fie auch krank wär', wenn er nur nrch mit itr reden fönm’.

Im Hauswesen kloppt auch manches nimmer; die Knecht- find oft so widerwärttg und die Mägde so launisch, grab' wie w»nn fie'S auSgemacht hätten Und fitab’ den Mägden muß er schöne Worte geben, denn wenn fie forigeher, wrr führt ihm »och die Haus­haltung? ES ist jetzt schon so, im Sommer find die Dienstboten Herr und im Winter erst wieder der Bauer. -

Ader lang wacht der Buchbauer so n'mmer fort. Wenn er nur wüßr', wie's avdrrS mache«. Berksufen? Dann ist er ja noch mehr allein, und wenn man seiner Lebtag aesch, fft und war umgetrieben hat, so mag »an'S nicht gar so »uyig, man fürchtet fich vor der Langweile. Aber war lun? — Er weiß keinen Rat, — da hätte fitzt fttie selige Bäuerin sicher einen Ausweg gewußt.

äinrs Nichwittog», da eS schon gegen den Herbst zngeh», fährt der Haimann mit einigen Pferden gegen die Unteregg. Er will einen Handel machen; hat er mol irgenswo gute Geschäfte gemacht, so vergißt er das Hans und die Leute so schnell nicht wieder. Und zudem hat der Haimann andere Gründe, die ihn be­wegen, nachzusehen, ob die Unteregg noch auf dem alten Fleck steht. Was der Jude auch arpreist und wie wohl der Schleifertorttlcbt und spricht „tote noch Btt*, es schickt fich kein Hardel.

Die Bäuerin will nichts mehr mit einem Juden zu tun haben, und die Kinder zweimal nicht.

„So, nichts mehr wollt ihr zu tun vaben mit de» Juden," antwortet listig und schlau der Rofijade, „wie ihr wollt, gebt mir nur mein Geld!"

„Ist man Euch roch vwaS schuldig?" fragt Anna.

(Fortsetzung folgt.)

„Sie dürfen nichts erfahren," sagt fie, die Kinder nämlich, und schiebt die Lade zu. Wie ein Schatten geht fie aber dann durchs Haus und ins Freie und stiert geister abwesend zu Boden und sinnt vor fich hin.

Also da- ist da» GrbeimniS, da» wie ei« stiller, snheilvoller Fluch auf ihrem Hauk wesen lastet und da» schon lange Jahre. 'S ist wah<, ein ungerechter Heller ftißt z-hn gerechte, die Alten haben daS schon gesagt. O Joseph, o Joseph! toa- host du getan! — Und vor Gericht erst — du hast eine» Meineid geschworen, kein Wunder, daß Glück und Segen auS deinem Hau» aü-gezogea find. Wer hält' such daS von dir gedocht? O unglückl chrr Mann, o veiflachtes Geld--doch

stiü — still — Gott hat ihn schon gerichtet Er hat ihm gestern schon verziehen, ich will ihm in die Ewig- Kit nicht» Nachträgen. Ab-r die OSligatiou behalte ich keinen Sugenbl ck v-ehr im Hause.

Sie geht hin, zieht fich an und bringt ihrem Schwager auf dem Buchho^, was ihm gehöre. Der Bang ist schwer für fie, ti wird ihr nicht reicht, ihren Mann, der schon in die Ewigkeit abgegangen, hinteden noch auzuklagen. Allein, da» unglückselige Geld soll ihm kein Hindernis sein zur ewigen Ruhe.

„Gott »röste dein Leid," grüßr urd empfängt Anna der Schwager, „ich hab'- schon gehört, daß hem' der Joseph jetzt doch gestorben ist. Ich hab' auch grab zu dir 'nüber kommen wollen. Wenn ich dir irgendwo HAfe» kann, darfst es nur sagen."

„Vergelt'» Golt, Frarzl* onltoortete fie, is, mir hem' schwer worden, in de» Buchhof zu komme». I Ich hab dir was." R** wa.« sro-...»xi .. - x_

»Ihr Telegramm habe ich erhalten und danke Ihnen iür Ihre Mitteilung. Im allgemeinen Interesse halte ich eS für dringend geboten, daß die Arbeit jetzt, wie Sie am Schloß in Aussicht stellen, sogleich wieder» aufgenommen wird. Für diesen Fall bin ich auch gern bereit, Vertreter ter Arbeiter und der Unternehmer,., , r,.a t ----- -------—» —

»nr weiteren B-rhandlung zu empfangkn. Reicks- ™ $!* bald eure Aenderung erfahren müsse. Die

kanzler Gros Bülow.- Waffersiraßen seien die SinbruckSstellen der auSländi-

.. Wel'et' ?U’ i34en^?at$! La»dwirtschaf"zur Zut'kaum^noch ein^Fünftel'des°B^

l-chen Steinkohlenbergwerken in Ober- darfS an Körnerfrüchte» zu decke» vermag und welches sch le f i«N betrug die Zahl der Ausständigen außerdem noch im großen und ganzen eine» Rückgang cm 4. Fchr. in der Früh- urb MittassschiLt be$ ?u verzeiche» bade, b«weise, welche Fol» 2538 n-rwind-,t- fi* S-u die Aufhebung der Getreidezölle gehabt habe,

zusammen verwtnderte sich snm.t gegen den Den Löwenanteil an den Meliorationen habe nicht die voihrrgeyenden Tag um 4149. Von Privat- Landwirtschaft, sondern die Sch ffahrt erhalte», bergwerken rrurbenam 6. Februar die Paulus^'! Gothri« (fr. Bgg) wirst dem Abg. Osel und HohenzoLerngrube (Schachtanlagen Hoben- Bo£ ? - “Jtt,sbie/i6e”ll!^e Frage herumgered-t .„«„y ’ x < und eine Handelsoertratsrede aehalren. Die Er.

©obuaa) und die MathÜdegruSe! klärung des Grafen PosadowSky fei nichtssagend. (Ostseld) von dem Ausstande betroffen, 1 *------ v - e—

AusstänSigen, fast ausschlttßlich Schlepper, stellen keine Forderungen. Auf den Schachtanlagen der Carl Georg Victor- und Gustavgrube der im Waldburger Kohlenrevier gelegenen schlesischen Kohlen- und Kokswerke zn Gottesberg fehlten in der Frühschicht am 6. Februar 869 von 1698 Mann.

Abg. B««m«r (natl.) erklärt, dl« Mehrheit seiner Freunde stehe aus dem Standpunkte, daß die von Preuße» geplante Einführ, ng der Abgaben unzulässig sei, daß aber zum mindesten Aenderurg der ReichS- rerfaffuug notwendig werde.

Damit ist die Besprechung der Juterpellatio» be- I endet.

"icht weh: m ihre Hand «ehnten, so notwendig fie das Glld brauche» könnte. Da kommt dem Buchdauern «in Bedanke: „Dann behalt ich das Geld, aber nicht für mich. Davon ftll Dein Franz studieren und Geistlich' werden", schlägt er öar, „so soll es Segen beinoen, das Unglücksgeld. Wevn's Dir recht ist, mach' ich den Verwalter."

„Vergett's Gott, Schwager!" lastet tir Antwort, „wenn du das tust, soll'S Dir in der Ewigkeit zu S'-t kommen I aber, ich bette Dich nech «ivmal, sag' "jemand etwa», gar niemand. Mein« Kinder dürfen I nichts, gar nichts erfahren. Ich will ihn«» nicht »och de» letztm Funken Achtung rauben, de» fie vor dem toten Vater laben.---

Der Buchbauer verspricht, das Geheimnis zu hüte».

Genau einen Monat später fährt zum drittenmal der Liichenwagen vor den Buchhof. Die -)ahrt gilt der Bauer n, ver Wagen brinat fie zur letzten Ruh'. । Ihm folgt d-r Buchbauer. „Hit' mich bald", hat er vor einigen Tagen zu der Bäuerin gesagt, den» so allein, ohne ein liebes Eigenes unter dem zahlreichen Gepnbe in dem großen Hof leben zu mliffen, deucht ihm em Leben ohne Freude. Trüben Bl ckeS schaut I er in die Zukunft.

Freilich ein verleffener, allei« stehender Mann ist der Buchbauer. DaS fühlt er ganz betender s in den ersten Wsckeu nach dem Tode seiner Bäuerin. Er hat l-iemanv mehr, mit dem er beraten, niemand mehr, mit dem er d!e gr öfteren und kleineren Wechsel­fälle des HvfwesenS besprechen kann — und wie sich rst er oft gewesen, wenn er sich g»r ketten Ra», — den Sack gar i icht umzuhängen wußte, und fie dann iagte: „Jos-pb, fitzt, so wacht u-an's, so toird'S am besten sein." Und gewöhnlich hat eo'S so gemacht. Die andern Bauern haben zwar ost gefoppt, a!8 ob's Weib bei ihm 's Regiment ühre. „Im Buch ist'S Weib Meitzer", hat er daun zur ück^egeden, „und bei euch Id Mu'.' Wie kann man sagen, 'S Weib feil

62. Jahrgang.

®'6ui,8: Di-nSta, 1 Uhr: Jnterpelatio«

*1 MaximalarbeitStag.

’oqiUB 1/<7 Uhr.