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32. Jahrgang.

Fulda, Dienstag, dm 31. Januar 1905.

(Nachdruck verboten.)

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Geschleckt Familienstand, SeburlSlag, -Jahr und Gemeind-, Hauptberuf und Stellung im Haupt­beruf, Religionsbekenntnis, Muttersprache un^ StaarsMzehörttzkett; bei den MilkiLrprrscn n i-n aktiven Dl-nst: Dlenstzett und ZagrhSrtgketL zu dem b tr. Truppenteil bz-v. BrbSrde; von jedem reich-angehörigen, landtturmpfl'chttg'n Manne im Alter von 35 b'S 45 Jahren: ob im H ere oder in der Marine m lttärssch ausgebildet; von jeder blrnden, geisteLkrcnken oder taubstummen Person: Angabe, ob die betreffenden Mängel oder Gebrechen in frühester Jugend oder später entstanden find. Die Zählung soll sich ferner auf bewohnte und unbewohnte Gebäulichkeiten, Anstalten und HarSballunaen erst recken.

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ntUitSf8anm

wocheadeüas«: „Illustrierte Sonntagrzeitung'

Wrrröerzwist.

Schwäbische Dorfgeschichte von KaSpar Baum gärtner.

Deufldies Reich.

Berlin, den 30. Januar 1905.

* Di- Krankheit »ei Grivze» «itel Friedrich. Das Befinden deS schwer erkrankten Prinzen das am Samstag und in der Sonn» taanachl zu den ernstesten Befürchtungen Anlaß gab, scheint fich im Laufe des Sonntag« etwas, wenn auch nur wenig, gebessert zu haben. Darauf läßt vor allem die Abnahme der F eber» Temperatur schließen, die fich bis dahin aus der bedenklichen Höhe von 39 Grad gehalten hatte. Heut« vormittag um 9 Uhr wurde folgender Bericht auSgegeben:

In der Nacht guter Schlaf und reichlich Schweiß. Dmprratur am Morgen 36,5, Puls 76. Rechter» fett» hat fich die Lungenentzündung, welche noch im Gange ist, nicht wesentlich ast*gebreitet; bis Rchpen- frllentzünduvg auf dieser Seite ist in ihre« Erfchei. rungea eher znrückgegarge«. Seit gestern neuerlich stärkere Schmerzen auf der linken Seite und Kurz« annigkeit. Auf dieser Sette hat sich nachträglich im R ppe»sellravm ein kleiner entzündlicher Scgufc abge- s,tzr. Der AuSwurf ist roch blutig. NahnmgSauf- nühme und Kräfteznstaud befriedigend.

Krau». Wideman«. Wiemuth.

** Der Reichskanzler Graf v. Bülow empfing Sonntag mittag die österreichtsch-un. garisch« n Delegierten zum Handelsvertrag und abends den Regenten der Herzogtümer Sachsen, Koburg und Gotha, Erbprinzen zu Hohenlohe» Lauaenburg.

§ Haudels»i«ister Möller hatte heute vormittag m Abgeordnetenhaufe eine Besprechung mit westfälischen Abgeordneten und Vertretern der Arbeiter des Ruhrreviers Der Minister riet den Arbeitervertretern, eine maßvoäe Haltung zu bewahren, um sich die Sympathien aller Rechtdenkenden nicht zu an» scherze«. Die Regierung werde ihr möglichstes für die Arbetter tun.

□ Sitzung des Ausschusses M Ge sonrlverbandes der christliche« Gewerk­schufte« Deutschlands. Vom 26. bis 28. Januar tagte in Düsseldorf der Ausschuß de» Gesamtverbandes der christlichen Gewerk­schaften Deutschlands, der bekanntlich aus den Vorfitzenden sämtlicher angeschloffene« Verbände sich zusammensetzt. Die Sitzung hatte ein großes Arbeitsquantum zu erledigen, daS fich in der Hauptsache auf innere OrgantsationSfragen bezog. An Stelle d«S vor einige« Monaten zurückge­tretene« Herrn Brust wurde der Vorsitzende des TextUarbeiterverbandeS Herr Schiffer-Düffel­dorf als Vorsitzender des GesamtverbandeS ge­wählt. Der Jahresetat pro 1905 wurde gründ­lich beraten und die Beiträge zu den Einzelein- richtunge« für die Verbände neu festgesetzt. Wei­tere Punkte betrafen die Agitation, Heimattbeits- ausstellung, die Vertreterwahlen zu den Körper­schaften der sozialen Gesetzgebung, die Bergar- betterbewegung, dir christliche Sewerkschaftspreffe, Grenzstrettigketten zwischen den einzelnen Der- bändea usw. Die mehrtägige Sitzung verlief in der schönsten Einmütigkeit und war reich an

Die Bessern«», firn welche Anna gehr fit und so manche» Jahr schon gebetet, und die so schön be­gonnen, wird zu Nichte. Trostvolle Hoffnungen fahren »u Grabe; die Erlösung weicht, mtb die Frau glaubte *;e schon so nah'. Alte» Kreuz drückt auf» neue, legt sihwie doppelte» Blei auf die schwachen Schulter«.

,9» Gotte» Namen!" sagt dir ««glückliche Fra«, r-d schleppt e» Wetter.

Die Mesen blühe« und da» Sra» ist hochgewachse« T - Heuernte stehl vor der Türe, und der Bauer richtet bi- Sense und sucht Gabel und R-che« au» dem Gruppen hervor. Der BeneSbauer hat am Sa«»tag feine ersten Heinze« aufgesetzt, I« Kompagnickolonne siede« sie tat Garten vor dem Hawe und verbretteu würzige« Heugeruch. D-r Wind führt ihn fort und etwelche« Bauer« in die Nase D-« .juckt'»" bet dem weit» .Gnh", und er spricht: .Wie da» dürre Futter diese» Jahr aut .schmeckt", grab wie eine Apothet' " Und er beschließt: „Am Montag wird aegefangen mtt Heue«."

So um den halbe« Morgen fährt der Haimann be» Wege» in gemütlichem Trab. Ans allen Setten klingt da» Wetzen der Sense«. Die Mader führen sie m gemessenem Takt durch da« Gra«. Da» raschelt und rauscht; Stengel und Halme, Blume« und Kräut­lein, alle« finkt getroffen dahin — .da» Gra« de» Felde», heute ist e», morsen nicht wehr."

Der Haimani ist Bieh- und Pferdehändler — Roßjnd' «ach dem kurzen und treffende« Sprachze- brauch be« Lande«. Wie die Leute auch arbeiten und sich mühea nn Schweiße, der ihnen von der Stirne

»bg. Dr. Paasche (tat!): I« Afrika sei doch ei« gewaltige Äxltura' heit geleistet worden, unb man darf» nicht verkennen, t aß e« ungleich schwerer sei, et« hoch- rnü igt» NegervoU p regier-.», alS.eht geflttetefl Kalter« voll.

Abg. Lattmauu (Wktsch. Bgg) erblickt Megan* bedingung für etn wirtschaftliche» Gedeihen Südwech- afrika» tn der Beseitigung der kolonialseinduchen Spekul-t!on?täügkeit der Lanbgesellschasle«.

Abg. Schrader (fr. B. g.) mein», die Hauptsache werde sein, zunächst die Herero« mit der deutsche« Herrschaft aurzusöhven, und zwar nicht durch über» triebene Mtlve, sondern lediglich durch strengste Ge­rechtigkeit.

«bg Dr. Eybekem (so,d.) »klärt dir Nachsuchmtg der Jnormuität entbinde den Reichstag nicht von der 1 Pflicht, gegen den NachtragSetat zu stimmen, da«« man nicht wieder tn Zukunft da» Vudgetrecht de» Reichstages mit Füßen trete.

ReichSschatzse reiär Freiherr v. Stengel wttst bett Borwur f, vaß der Reichskanzler da« Buvgetrecht res Reichstages mit Füß«i getreten habe, mtt Ent- fcbfebenbett aurfitt.

Nach weiterer unerheblicher Deba tr wirb der 9la<^notflee°‘ etaMtir Südwestafrika, ReichSamt de» Innern mtt der fozialdemokrattschen Resolutwn betr. bet Berga» beiterstretk.

Schluß gegen 7 Uhr.

gegen fettigen Amegunge«, die zweifellos euch im kommenden Jahre für die Sejamtbewegurg sich fruchtbar äuß rn werden.

Sonntag mittag stad zwei seit längerer Zeit sich in Berlin aufhaltende russische Hw- deuten, Leo und Bort« Meerowilsch, von der Polizei festaenowme« und nach ihrer Vetnehmung und Durchsuchung wieder entlaffe« worden, nach­dem thnen eine Verfügung ausgehändigt war, wonach sie als lästige Ausländer mit Frist von 24 Stunden aus Preußen ausgewiesen find.

* «ns Deutsch - Südweftasrika. Nach einer Meldung des Generalleutnants o. Trotha aus Windhuk war die 7. Kompagnie des Re- giments Nr. 2 von be? Abteilung Meister am 24. Januar auf dem Mansche vor Stiampriet- sontein «ach Lidfont ein in Schürfpe-z eingetroffen. Anscheinend ohne Kenntnis von der Anwesenheit btt Kompagnie, verfochten dort 200 Witdois, über den Auob noch Westen durchzubrechen. Von Arttllerie- und Insa- terieseuer empfange«, gingen fie in panikartiger Flucht nach Osten auf Runub zurück. — Sin weiteres amtliches Telegramm meldet folgende Todesfälle:

Reiter Heinrich Jordan geboren am L Ä«a. 1882 j« Holsterhausen, früher Infanterieregiment Nr. 47, ist am 21. Jan. im Lazarett zu Gpukiro an TyphuS gestorben. Reiter Franz Böhm, geboren am 10. Ott. 1883 zu Mannheim, früher im Infanterieregiment Nr. 79, ans Pferbeposten 12 Kilometer sübwt stich von Bethanien wahrscheinlich verirrt und verdurstet, wurde tot aufzesundeu. Retter Gustav Gaedicke, geb. am 15. November 1882 zu Ückermünde, früher im Feld- artiHerieregiment Nr. 56, ist am 28. Januar in Owingt an Herzschwäche und Beiter Theodor König, geb. am 30. Juli 1883 zu Heidenau, früher ötenabkire» giment Nr. 1, am 24. Januar im Satardt zu Oka- handja an innerer Verblutung gestorben.

Am Montag ist aus Hamburg ein aus 40 Offizieren und 105 Man« bestehender Truppen­transport für Deutsch-Südwestafrika mit dem Dampf-r „B,lgrano" in See aegangkn

* Wäbreud des Jahres 1904 sind in Preußen 1490 Ehejubiläum Medaille« <verlieh?« worden. Davon entfallen auf die Provinzen: Ostpreußen 41, Westpreußen 36, Brandenburg mit Berlin 211, Pommern 103, Posen 52, Schlesien 135, Sachsen 148, Schleswig-Holstein 92, Hannover 186, Westfalen 153, Hessen- Nassau 75, Rheinprovtnz 256 und Sigmaringen 2; zusammen 1490 Medaille«. Von den mit der Medaille beliehenen Ehepaaren gehörte« 1152 der evangelische«, 306 der katholischen Konfession an. 22 lebten in evangelisch-katholischer Misch­ehe, 2 gehörten der Mevontten-, je 1 der Bap­tisten- und der Methodistensekte an, 33 Ehepaare waren jüdischer Religion, 10 Ehepaare feierten daS 60jährige Ehejubiläum.

• Eine allgemeine Bolkszähluug wird voraussichtlich am 1. Dezember ts. Js. im Deutschen Reiche vorgenommen werden. In Preußen dürste dieselbe sich auf folgende Fest, stellungen erstrecken: Von jeder anwesenden Person Vor- und Familiennamen, Verwandt­schaft oder sonstige Stellung zum HaushaltungS- vorstand, ob zur Haushaltung gehörige Di-.rst boten für bäukltche und gewerbliche Veriichtm gen, rinnt, bet Haimann bei kt sich nicbt» dabei Er ver­sieht ja sein Geschäft, bie Frucht so manchen bäuer­lichen Schweißtrvp en» weiß er fich zu erhaschen und manche« goldenen Dopst« hat er schon in« Trockene gebracht. Er bringt das oll-» so gemütlich, jt spielen» fertig — wozu soll also der Haimann swaffea und schwitzen, wenn'» sonst tut. 6r verdie-t h-m' beim Spazierenfak-ren mehr al» ’« schönste Fuder Hm im ganzen Oesch, er weiß es.

Sein Piel ist die thteregg, dort will er Geschälte machen. Bom Sonnenwirt in Werbach hat er er­fahren, daß der Unteregger einen schönen zweijährige« Rappen feil habe, den man um annehmbaren Prei» kaufe« körne, man müsse den Bauer« nur hu rechten Zeichen treffen

Ein Roßjude macht nie den Handel allein: wenn'» Ernst gilt, hat et stet» einen Sehilsra. So hat auch bä Haimann einen „Schmuser", bei fich auf dem Karren, den Schleifertoni in Werbach. Der Schmuser hat hn Geschäft be» Handel» (einen leichten Stand. 8erkauft der Jud', so muß er loben übet den Schellen­könig. Darm ist er derjenige, bet’« mit dem Bauern ehrlicher meint, al» Gottvater selber. St spricht zn, lobt und rühmt — vnd für da» alle», für» Loben wie für» Rühmen, auch für manch » kräftige Lügen erhält et feinen »Schmus', bet ihm auch bie Haupt- fache ist. Ist bet Bauer bet Verkäufer, so hat bet Schmuset just bie gegenteilige Arbeit. Dann muß et den Kaufpreis zu hoch, viel zu koch finden, bie Fehlet eine» Tiere» aufspüren und ankposannen und über- Haupt de« Prei» drücken, so gut er kann, und auch dafür bezahlt ihm der Jud' feinen „Schmus". Ist ein Schwuler recht gerieben, so weiß er vom Juden wie vom Bauern Schmu» zu bekommen, da» seien dann bie gefährlichste». Die Urahnen dieser Zu»st sollen brat Apostel Juda» .geschmust" haben Dehn Handel, da er den Herrn verkauft hat.

Vst schmust auch ein Bauer, wenn ein anderer mtt dem Juden handelt. Bo« btefen Schmuser« soll'» etliche geben, bie den Brütet verkaufen fßnnlen nm einen guten Schmus. Sa unglaublich e» scheint, ost

Bus dem Reichstag.

129. Sitzung vom 80. Januar 1905.

Auf^der"rageSo^««ng steht zunächst die zweite Beratung deS NachtragSetat für Güdwest- afrika auf daS BechvungSsrhr 1904.

RetchSschatzSsettetär Freiherr v. Stengel teilt mit, d lß er durch BnadeSratSbeschluß ermächtigt sei, bie in bet Kommission nachgesuchte Indemnität auch im Ple- num nachzumchen unb daß die im NachtragSetat auS- mworfene Summe von 200,000 Mk. zu Vorarbeiten für den «au einer Eisenbahn von Windhoek nach Rehodolh auS der gegenwär ngen Vorlage uuSgeschiede« werbe, weil bte Regierung biefe Forberung tu einer besonderen Vorlage an den Reichstag mit eingehender Begründung bringen werbe.

Abg. Bebel (sozd.) beschwert fich barflber, baß man, okue den Reichstag zu befragen, Ausgaben mache. Der Aufstand in Güdwestafrika fei durch bie Deutschen provoz ert worben. DaS Recht zum Aufstand, daS Recht zur Rebellion habe j-deS Volk, daS tn feinen Menschenrechten aufS äußerste bedrängt werde. Im weiteren bespricht Redner den Fall »orewelt.

Abg. Dr. Arendt (Rp.) verweist darauf hin, daß der Vorredner kein Wort der Anerkennung für bie Truppen in Südwestafrika, gefunden habe. (8«bh. Beifall'. Zu bedauern fei bie mungd^afte Bericht- erftattung der kriegerischen Vorgänge tm Schutzgebiete; namentlich gelte bieS bezüglich der Meldungen über Todesfälle. Der Abg- Bebel fehe fehr wohl den Splitter im Auge feiner eigenen Landsleute, aber nicht de« Batten tm Ang« der Hereroö

Kolonialbirektor Dr. Etübel suchte zunächst daS Verhalten der RolonlaloernmUung gegenüber der Otaot- Mmengesellschaft namentlich tn Bezug auf bie Land- konzessionen zu rechtfertigen, dr ging bann auf be« Ausstand ein und bestritt ein individuelle» Verschulden bei der Verwaltung wie ben Händlern Die von Bebel getabetten mißlichen Zuftänbe tn ben «efängniffen in unserer sübwestafttkanischen Kolonie mußte « geben, Erfreulich war, daß et betonte, bte Politik be» Re qSkauzlerS tn ber fübw.stafrikanifchra Frage sei auf bte Erhaltung beS HererooolkeS gerichtet, und zu einer Ausdehnung deS «r egeS tn ba8 Ooambogebtet liege kein Anlaß vor. Zum Schluffe gab bet Kolonial. btrettor genauere Zahlen über bte von ben Herero er- mordeten Fa mer, Kaufleute u. f. w.

«bg. Dr. Spahn («) gab bet »«sicht Abdruck, baß man mch allzusehr auf die Ursachen oeS Aufstandes tm Einzelnen etngehen sollte, denn dabei hätten zahl­reiche «Momente mttgewtrtt. DaS Augenmerk rnüffe auf bte Zukunft gerichtet fei«. Der Redner gab ber Anerkemmug für bte Tapferkeit ber deutschen Truppen Ausdruck und sprach ben Wunsch auS, daß eS gelingen möge, ben Krieg bald siegreich «»de zu führen

Abg. Dr Müller-Lagan (fretf. VolkSp.) kritisierte wiederum da» Vorgehen der Kolontalvlrwattung unb daS Verhalten ber Händler unb deS Gouvernements in Deutsch Südwestafrika.

schmust etn Bauer zu seine» Nachvar« Nachte»! und nimmt für dra Berräterdtevst vom Jude« Handgeld.

Al» der Haimanu der Unteregg naht, liegt ber Bauer noch tm Bett und schläft ben sonntäglichen Rausch au«. Die Bäuerin fielst da» Gefährt mtt ben ungebetenen Insassen und murrt: „Kommen schon wieder zwei Lumpen und wollen iht fortholen." Sie steigt die Stiege empor, den Mann z« wecke«; er iommt.

„Gute« Morgen, Unteregger l" arüßt der Jude, „hast nicht» gehe» —■, nicht» Feile»? Ist dein zwei- jähriger R^ppe nicht fest?"

Ter Unteregger schupft die Achsel unb meutt: ,Lch behalte ihn noch, er gibt ein rare» Roh."

„Nu," sagt der Haimann, „aber anjehra dort man ihn doch," «nd er geht auf ben Pferdestall zu, ben der Bona öffnet. Ihm folgt auf dem Fuße der Sch eifertoni. __. , .

„'S ist wahr, 's ist ein schöne» Pferd, aber knrz- kurz, Joseph, mrd klein. Und die Färb'? N« ia, bte könnt' schöner feint" v v

Der SGeifertoui geht nun dem Pfeid auf den Leib und muftrrt e», befühlt und betastet feine Glied«, schaut ihm in da» Maul, probiert, ob rt fromm unb zahm ist, oder ob t» Lust zeigt zum Schlagen unb Beißen. Mancher Schmus« habe dabei schon einen Hieb »der einen fclanm bekommen — verdienter­maßen, sagen die Bauer«.

Indessen besichtigt der Jude die übrigen zwei Pferde und verlangt bann: „Führ mir den Rappen hinan»." Werner ruft einen Knecht herbei, der dar junge, mutige Tier vorführt.

„Borne geht der Rapp' etwa» sranzöfitch, weiß der Schmus«, -schöneren Hal» nnb hübscheren Kops hab’ ich an manchem Pkerd schon gesehen." — Dann badet er noch auf bie Sprungg lenke, auf Kreuz tob Rücke«, wie zum Tadel

-Wo» verlangst?" tragt ber Hrimarm.

„Ist mtt nicht feil."

Dw Bäuerin tritt mit bem jüngsten Kinde ans dem Arme in den H)f, d r Handel mtttesstert fie.

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Bus dem Landtag.

AbgeordneteuhmrS.

128. Litzmtg vorn 80. Januar 1905.

Eröffnung 11'/- Uhr „ j

Auf bet rageSorlnrn-g fleht ber Antrag Stötzel unb Ge». (Ztr.) auf Einsetzung einer Korn» Mission zur Untersuchung ber Arbeiterver« hältnisse tm Kohlenbergbau unb Einbringung eiurS entsprechenden Gi-fetzrntwnrfS zur Beseitigung der Mißfiäube; ferner ein Antrag Bachmann «nd Sen (ntf), welcher bie Untersuchung ber Arbeiterver« verhälmffe auf ben gesamten preußischen Kohlenberg­bau auSdehnen will. „ ,

HandelSminister »88 t erklärt, dir Regierung stehe tm Begriffe, eine neue Novelle zum Berggesetze auSzuarbetten, die bte Beschwerden der Bergleute ge­setzlich regeln will. Wenige Wochen würben genügen, nm oen’ ttatmurf zur Vorlage zu bringen. Der Minister bittet, b« dahin bw heutigen Anträge zurück- zuzttheu.

Die Abgg. Stötzel (Z.s und Dr. Friedberg (ntl.) ziehen hierauf ihre »nnäge zurück, letzterer aller- Mnifl nut für beute.

"(18 folgt bie Beratung beS Etats ber Justiz­verwaltung.

Hebet bie Verhandlung in bet Kommission be­richtet u

Ab. Dr. nw Zehnhoff (Ztr.).

»llg. PnllnSkc (Ion].) erklärt namen» feiner polt- tischen Freunde, daß fie bte geplante Vermehrung ber Richte, st-llen nicht al» nuSteich»» d anfähen. Die alten Uebelstän'-e: Uebetlastm-g bet Richter, Langsamkeit bet Rechtsprechung und insbesondere deS Hilftrtchtetun- «esenS würben nicht beseitigt.

«bg Dr. ». Campe (ntl): DaS Ueberhanbnehm« bet Soubergerichte bewirke, daß daS Ansehen der Ge­richte in willen Kreisen immer mehr finke. Die im Etat vorgesehene Richtern rrmehrung sei nicht an»- reichend.

Abg. Viereck (frt) beklagt eS, daß bei bem ju­ristischen Nachwuchs ein großer Mangel an praktischen Erfahrungen sich fühlbar mache. Auffallend fei der n angelnde Zugang von jungen Affeffvrra zur Staate» anwaltikartiere. Dir EtaatSrnwätte feilten gegenüber bem eifton StaatSvnwalt etwa» mehr Freiheit erhalten. Bezüglich der »erichtSvollzieher wünscht R-dnet eiw feste Grenze deS Sebühreuaneeils. Zu bedauern fei

„Unter 690 SR. kommt mtt das Roß dicht lortl" hört fie ben Bauern fordern.

Schlagfertig begi- m bet Schmuset darauf das be­zahlte iSejammtr und Gezet-r.

„Biel Geld, Waner, viel Geld!' klagt der Jade, „nimmst de« Rund recht voll."

Mm spricht, man fettsche, man handelt; der Unter- egget geht von seinem Angebot ketuen Pfennig zurück, der Jude will nicht mehr al« 450 M. bieten.

„Er gefällt mit, ber R- ppe", sagt der Haimanu, „ich brauche ihn, aber *1 »elb ist »tr zuviel. Weißt war, U* ter egget? Beim Sonnenwirt in Werbach handeln wir au», fährst mit, 's ist henk' ja Montag, da scheffst doch nicht Diel."

„Ihr könnt auch da bandeln", opponiert dtt Bäuerw, ,,e» muß nicht im WirtShau« sein. Sie bringt ben Beginn der Heuernte in Erinnerung, dtt Arbeit und die viele« Dieaßboten, die einen Bauern brauche«, wen« die Srbett votangehen soll.

„Darfst nicht gehen, Joseph?' stillte der IM«, gibt bat Aommando keine Erlaubnis? Unb dabei bltnjelte er höhnisch vom Bauer zur Bäuerin.

Er hat mit dieser Rebe die rechte Satte hu Bauemgewüt getroffen, er erreich^ was er Will. Um Erlaubnis fragen muß der Untereggerbauer bei niemand — lern Schein von einer Snterue — das gibt’« nicht. Und wenn er zehnmal bleiben wollte, jetzt geht er. Er muß dem Indra zeigen, daß er der Bauer ist, wirft ein besseren Kittel um unb setzt ben Ailzhltt auf. Daun fährt da» gute Kleeblatt au» dem Hofe. _ , ,

Ä»l» Mittag bi« ich wieder da," hat Joseph noch versprochen.

Nasse« Luge» schaut ihnen «rma nach und sprW still für fich die Antwort: „Bor Abend seh' ich dich utmmer, wenn'» nur dann gewiß ist." Wer wL es ihr vndenken, wenn fie nicht mtt sonderlicher Liebe an den Juden n? d seinen bezahlte« Helfer denkt t

I« »rrbach steht der Sonnenwirt am Fenster m» stehl bie drei zum Hanse sohrra.