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32. Jahrgang
Fulda, Montag, dm 30. Januar 1905.
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,<8m’ Nacht, Joseph!
ßnie« fei ter Zuhörer, wie »eulenfch äge auf harter, goeS EiS. Das bricht und berstet and die wärmende Sanne küßt innig da» aus harter Gefangenschaft be- fleite Element.
Wort für Wort der Predigt tnfft de« Hrchbauerv. „Er meint mich/ sagt er bei fich selber und duckt den «opi hinter dem Rücke« seines Vordermänner.
„Freilich, schuldig an der ganzen Feindschaft bin in erster Linie schon ich Härt' halt meinen Bruder nicht veiklagen sollen, gib'» zu, 'S war fMH ,$u bei» lig«. Aber wo soll dann da« Veld sein, wenn'« er nicht bat. Beweisen kann ich zwar nicht», vielleicht kommt'» fpätet doch noch heraus "
So fiuniett er, und unter dem nachfolgenden Amt schon spinnt er seine Vedanken weiter: .Die F-md- schaft muß vuhören, da» nehme ich mir jetzt vor; ob aber Joseph wieder grt wird? 'S wird schwer gehen. Aus d-m Todbett wolle er mir verzeihen, hat er am Holderdoschen g flacht. Wenn» fich emmal schickt, will ich ober dennoch zu ihm sogen: Hör' j-tzt aus mit der Feindschaft, Bruder, sei wieder gut!" —
Auch der Unteregger stand unter den Zuhörern de» Missionärs, auch aus ihn machten die Worte tiefen Eivvruck . _
Die Feindschaft, ja — er denkt mit Grauen an sie — st- ist etw5» Unrechte-, gewiß, und er hall' halt seinem Bruder nicht aus den Weg stehen sollen, und wie froh wär' er, wenn » ander» wäre. U d 's muß anders kommen l Der Unteregger will seinem Bruder wie seiner Schwägerin wieder die Zeit anwünschen und auch nicht» dag-gen habe», wenn die Kinder hi r »ad d > in» Buch gehm.
O, die Feindschaft! — Der Unteregger tut einen schweren Seufzer, der fich ihm von der Brust r.ugt. Wenn nur alle» wieder gut wäre und gut Werden kön-ne, und wenn nur niemand was davon erfahren würde. Es drückt ihn etwa» auf dem Herzen. Er wag nicht dm an denken, und doch verfolgt'» ihn schon Jahr und Tag u«b olle Nacht, und wie ihn j-tzt die Gedanken Wieder quälen.
In folgenden besucht Joseph Werner täglich bte
.Joseph I" spricht der Mann, „Muüer/ — da« ist ja der Buchbauer, der Franz —
und gibt die Feindschaft auf. Verzeih, bas tch schlecht an dir a'hanvelt hab'. Ich will gern glauben, daß du um da» Geld nicht» gewußt hast; aber Wo« tut der Zorn nicht, 's hat mich schon oft gereut, daß ich dich verklagt hab'; ich häll's dem Vater unter dem Bode« nicht zu leid tun tollen." . . .
Der Unteregger lut einige Schritte, '"de» der Bruder ans Antwort wartet, doch die Ueberraschvng schnürt ihm bte Kehle zu.
Gib mir deine Hand l" bittet Franz.
Stumm streckt ihm Joieph die Rechte hm.
wählt wird. _
§ Im Abgeordurteuhause strht sür Montag zugleich mit dem Anträge Gtötzel und »enoffen folgender Antrag dkS «all. Adgg. Bachmann und Genoffen zur Beratung: Die SlaatSregierung zu ersuchen, nach Abschluß der vom Minister für Handel und Gewerbe bei dem Oberbergamt Dortmund angeordneten Untersuchung eine auS Staatsbeamten und Sachoer-
• Hebet daS Befinde« de» Prinzen Eitel-Friedrich wurden Sonntag früh 10 Uhr 15 Mtn. folgender KrankhettSbericht aufr
imb NaymngSaufnahwe find ausreichend.
gez Krau», Wiedemann u»d Wiewuih.
gärtner. ------ (Nachdruck verboten.)
übrigen setzt er sein .alteS^LSen wieder^ fott^-.
Misfionspredigten, zum Teil sogar zwei- und dreimal. Und we« feine Anna fteib'g verwundert, nie kommt er betrunken nach Hau«. Die Hrffnung auf beffere, friedlicher- Tage zieht wieder in die bekümmerte See'e, die alle H-ffuung schon begrob-n hatte.
Ich w ll Srr-st machen!" nimmt fich der Unter« egatt wirtlich vor. Sttn ganze» Leben steht ans in feinem Ge pe. H lleu Äug'« sieht et da besonder» fein B'-Hältni» zu feinem Weibe und seine« Kinder«. Seine Itsnffett uab fein Zorn haben {einer Anna da» D ijein zar Hülle gemacht. Al« ha« begehrteste Mädchen der Umgegend hat er fie cl« feine Bäuerin bdnuefubd; gibt es aber eine Wogb im Umkrets, bte ei nicht bester hätte al» die Untereggeibäuerin ? Grobheiten und Schläge bekam str die letzten Jahre her genug, ober nie ein gute», liebe« Kort. Und die Kinder? können fie einen solche« Batet lieben? Unb zugleich stellt fich ein grauenvoller Gedanke vor seine Seele: W.e viel Aergetni» hat et den Kindern geieben durch sein Sünden- und Lasterleben i! Wie Schüttelfrost fährt'» durch seine Glieder. S» muß ander» werden I Mit feinem Bruder will et Stieben machen, sobald er ihn tnfft. Er Null ihm jagen, daß fie Heide mietet git fein wollen. Er fd gerne bereit, alle« in« reine zu bringen — nut soll er nichts lagen, zu niemanden, auch zum Weibe nicht Und zu Anna will er sagen: .Verzeih!" O, fie wird gerne verz iheu, die gute, edle Seele, fast fönm’ er fich freuen aus da« .Utnverz-ihurtgbtiten*. Und von jetzt an will er da anderer Batet fein.
Nach acht Uhr ist die letzte Predigt zu Ende.
D r Unteregger bei weilt noch einige Minuten in der Ktrcke und wacht sich dann auf de« Heimweg. Wilche U-derwindung es auch kostet, er geht vorbei am Wirtshaus. Ganz allein schreitet er die Straße da'in, die Hände in de« Taschen vergraben, vielbe-
Da»tritt ihm “unter jenem Holderboschw, wo er I Weinen der Kinder tönrte ihn aus dem Häubchen seinem Bruder Feindschaft angesagt hat di« aufS Tov- bringen. Sinfom srcht er sters allemige Arbe t I bett, in der Tänrnerung ein Manu entgegen. übrigen fetzt er fein j!»** » “en wieder I
Srichn ck ährt der Unteregger ou! seinem Brüten aus. > bringt jede« Abend seinen Rausch.
gegeben:
Die erste Hälfte der Nacht wat unruhig, bei gleichet Tewperottnrhöbe wie gestern. Segen Morgen r-Higer Schlaf» beim Erkochen etwa« Schweiß. Dir Temperatur war cm M rzen auf 38,1 gesunken. Pul» ICO. Die EutzbiLunz der rechten Lange hat fich nock weller au?gebreitet, diejenige dcs R ppe»- sell» hielt fich glich Links -st die Lösung sortze- fchrittei,. D r während der Nacht vorhanden gewesene Hustenreiz hat sich gebeflert. «urwucs wir
Seife, kaum vernehmbar fließen ar fang« die Worte äber die ti ppen, entsprangen au« dem seeleneiftigen Herzen — bann laufet — daun mächtiger. Die Wellchm wachsen zu Wogen und brechen fich an den gegenüber* liegenden Häufet«, an denen kein Plätzchen der sämt- lichen rste.en Fenster unb.s tzt ist, und schlagen an die Hetzen der Zuhörer, auch an die hule», verfieinte«, und da» wie mächtig-, kräftige Hammerschläge.
Der Prediger warnt und droh», bittet und beschwört.
Keine« au» der Einwoh« rschast solle die Gelegen- heit der Miffio« unveoützl borbeigeben lasten, jede« soll schöpfen aus tec Gnadeosülle, tie vom Himmel für jede Misfion berestgehalien wird. Idem Zuhörer weiß er etwa« zu sagen, bi« ihr tetr fft an irgend einem Punkt, wo ernste Bist.-rurg nötig ist, jedem gtter — jedem Staude. So kommt der eifrige Misfionät auch asf diese Feindschaften zu spreche«. Jetzt gewinnen seine Worte eine ganz besondere Kraft und mächtig tönen fie Über die köpfe seiner Zuhörer £. Die Feindschaften, sagt er, verschließen ter ®aabe tte» die Mensche« Herzen; fie gehe vorüber an dm Feindseligen. ,L ehe deinen Nächsten wi; dich selbst!" Trtnt» Gotte« Gebot. Wie könne einer beten: „Ser» gib ur« unsere Schul re«, wie auch wir vergebe« unfern Schuldigen»", Wenn fein Herz überflute von Zorn und Haß. De« Fluch Go te» ziehe der Feindselige buchstäblich bei jedem Baternnser auf fich herab, er Bnne in den Hmmel richt ewgehen, bab-i fei ihm aber die Hölle gewiß, wenn er fich nicht verföh e mit dem Nächsten Die Worte de« P edtger« find vo iMacht und Kraft und gewaltig schlagen fie an die
Verantwortlich« LchrMleiterrZosvamn ,
roocüenbeaage: „Illustrierte Sonntagsjcttung"
Deufiches Reich.
Berlin, den 28. Januar 1905.
Der abends um 8 Uhr aufgegebene Bericht lautet:
Sm Laufe deS Tage» war die Temperatur zwischen 38,1 und 38,3, Pul« 90, träft io, wiederholt Schweiß. Abend« wieder etwas größere Stetonot, mehr Hustenreiz.
♦ In der Amtswohnung deS Reichskanlers Grafen von Bülow sand heute eine Sitzung des Ttastsmiuisteriumsstatt, bte der Kaiser I uns König mit seiner Anwesenheit beehrte. Es wurden die Einzelheiten der von der Staats- regierung geplanten Novelle zum Berggesetz in eingehender Beratung erörtert.
»* Die Adstcht der verbündeten Regierungen, die Handelsverträge bis nach ihrer Verab- ichiedttng im Bundesräte und bis zur Einbringung | i n Reichstage geheim zu halten, ist durch mehrere ^eiöff-ntlichunze« in Wiener Blättern dmch- trruzr worden. Diese Veröffentlichungen gaben von dem Inhalt des deutsch österreichisch-ungari- schrn Vertrages ein irreführendes Bild. Zur , Vermeidung weiterer Mchoerstärdniffe bringt die ,Nordd. Allg. Z tg/ in einer Sonderausgabe vom Samstag abend eine sachliche Darstellung de« wesentlichen Inhalts ber euen Handelsver- träae.
*e „Die Ueberfülle der Macht de» Ze». tr»»s" und die „gegenwärtige innere Lage in Deutschland" kann nach Ansicht einer „sehr ge- schätzten Seite", die in der,Nat. Ztgtt zu Worte kommt, durch nichts deutlicher charakterisiert werden als durch den Unterschied, den der Reichskanzler zwischen den Beschwerden deS Zentrums bezüglich der Behandlung der Katholiken in M-cklenburg (und anderen Staaten) und den Beschwerden der Liberalen bezüglich der Mecklenburgischen Berfaffungsverhältniffe macht. Die „sehr geschätzte Veite" braucht fich eigentlich nicht cmfzuregen. Auf das widerspruchsvolle Verhalten der Regierung in Bezug auf die Kompetenz des Reiches gegenüber den Einzelstaaten hat schon der »bg. Spahn bei Bespre- chung der Interpellation Büfing hingewiesen mit dem Schlußurteil: »Rechter Hand, linker Hand, alles vertauscht". Für die bundesfreundliche
Wruöerzwist.
Schwäbische Dorfgeschichte von Karpar Baurn
Zeitung
Monatrdeilage: „5uldaer SefchichtrbMer".
Einwirkung zu gunsten paritätischer Behandln»- der Katholiken hat sich übrigens Gras Posa- dowSky auf Art. 3 der Berfaffung berufe«, und da» Zentrum konnte außerdem einen Präzedenzfall für die Kompetenz de» Reiche« geltend
ohne die Hilf- der Kacholcken nicht Hr. Bartling, andern ein Sozialdemokrat Vertreter von WieS- baden Stadt und Land wäre. Die mehr al» 30,000 Katholiken der Stadt sammeln eben eifrig 2r den Bau einer dritten Kirche; auch für eine »irrte ist der Bauplatz bereit» erworben. Aber die Bevölkerungszunahme nforgt zu rasch, als daß eine seelsorgliche regelmäßige Versorguso mitkommen könnte. Eine außerordentliche Hilfe von Seiten der Ordensgeistlichen wäre fo nölig und willkommen gewesen, aber es hat wieder rinmalZnicht sollen sein: das Ministerium hat die Erlaubnis versagt, weil „kein Bedürfnis" vorhanden fei. Das »WieSb. Volksbl/ bemerkt da- zu: Welche Einfiüffe beim Kultusministerium Stig waren, entzieht sich un erer Beurteilung. Außer den von Angst, aber auch von konfessioneller Beschränktheit diktierten Protesten synodaler Kreise, waren jedenfalls noch andere Kräfte tätig
Der Deutsche darf fich zwar innerhalb der Grenzen deS deutschen Reiches niederlassen, wo er will, das gilt für alle, sogar für ehr zweifelhafte Existenzen, auch wenn sie die gefährlichsten Bestrebungen rer- folgten, aber für jene Deutsche, die sich zusammen, tun, um gemeinschaftlich Gott zu dienen, die ein eigenes Kleid tragen, gilt das nicht; bei ihnen wittert man b’e icklimm -en und verruchtesten Pläne, bctun wLss n sie sich gefallen laffen, von der Woh t it der Freizügigkeit aus- geschloffen zu w-rorn.
Es ist allerdings auch schw r zu sagen, was die 5 bi« 6 Karmeliter patre«, die in der Nähe Wiekbadrns sich nieder zalaffen tie Absicht hatten aluS im S-yilve führten! Wahr- scheirrlich wollten sie aus der L-befiabt Wiesbaden eine Büßerfladt wachen, den Kochbrunnen verschütten, das pwoisorstche Kurhaus Niederreißen und den Neubau verhindern, unser herrliches Hofiheaier in Asche legen und dar Refioenzthester — no, gute Nacht HSnrchen! Vielleicht wollten sie auch in 2 •ieübaber. den Bürgerkrieg entseffeln und r-.it Hilfe deS Rarnüttiergetftti» die guten WieLbadeser Bürger verultramonlanifieren. Gegen Ultramontane kann man nicht vorsichtig genug fein. In gewissen Kreisen hat man all die furchtbaren Gefahren geahnt und man hat in diesen Kreisen gewacht, wo vertraurnLselige sorglos schliefen, ohne eine Ahnung von der brobe ioen Gefahr zu haben. Den Wächtern, die auf dm Zinnen standen und von dem schönen Wiesbaden großes Unheil abgewendet haben, gedühtt der Dank der ganzen Bürgerschaft einschließlich des zeitweilig verschollenen Eivis. Wir lö-? m jcht wieder ruhig schlafen und auch jene Kreise, welche an deren Fragen und Verhältmff-n gegei über einen lethargischen tiefen Schlaf schiafn, iönncn dies»» Schlafe» jetzt in vollm Zügen genießen. Nach getaner Arbeit ist gut ruhen!
Wenn dm Karmelitern verboten worden ist, sich in Wiesbadens Nähe niederzalaffe«, so ist dieses Verbot jedenfalls auch ein Beweis für den „mächtigen Einfluß, den das Zentrum auf die Regierung auSübt"
. Q Das Vaterland ist gerettet.
Der Ordm der unbelchuhtev Karme- liier hatte die Absicht, in Wiesbaden tn der Waldstraße eine. Niederlaffung zu gründen, aber ihr Gesuch ist von dem Ministerium ab» schläaig befchieden worden.
Die .Waldstraße" ist ein etwas abseits von WieSbadm gelegenen hauptsächlich von Arbeitern ZewohnieS neu entstandenes Viertel, das zu Biebrich-MoSbach gehört, aber näher an Wies- baden liegt und von dem Rrng in einigen Minuten zu erreichen ist. Bei den teueren Mietpreisen im eigmtiichen WieSbadm werden bte Keinen Leute von dem Wcichbilve der Stadt an die Grenzen und in die Vororte abgedrängt. Mr die Waldfiraße ist eine ebendort ansässige Pastoration der Katholiken dringend nötig. Bei dem in der Diözese herrschenden Priestermangel glaubte man OrdenSleute hierzu ver- wmden zu können.
Sobald bekannt wurde, daß die Karv,eliler ein geeigneter Grundstück mit aufstehmdrm, paffendem Gebäude zu erwerben beabsichtigten, protestierte die Synode WieSbaden-Land offiziell gegen die Niederlaffung. Gleichzeitig beschloß die Synode Wiesbaden-Stadt gegen drn Plan vorstellig zu werden „im Interesse des konfessionellen Friedens". Selben Synoden muß entschieden das Recht ad- ges p roch en werden, sich um interne Angelegenheiten der Katholiken zu kümmern. Während die Synode Wiesbaden-Land noch mit einem ge- wissen Schein von Recht sagen konnte, die An- gelegenen berühre sie örtlich, insofern die Ordens- niederlvffung aus ihr Gebiet zu stehen käme, hat die Synode Wiesbaden-Stadt nicht eiumul diesen Vorwand gebrauchen können und deshalb das Jntereffe des konftsstonellen Ftieders vor- geschützt. Wir kü-nrnern uns nicht im mindesten um die Organe der evangelischen inneren Mission, um Diakone und Diakonissinnen, son- dern lassen den Protestanten gern das Recht, zur Ausübung der Seelsorge anzuordnen, was immer sie für gut und zweckentsprechend - finden. Um so befremdlicher und schmerzlicher muß es berühren, wenn fremde Hände fich in unsere Angelegenheiten mischen, die sie gan^ und gar nichts angehen. Wmn das Ministcrmm uns nur das zugestrhen wollte, was die Synoden gütigst uns zubilltgen, dann könnten wir Katholiken überhaupt sofort aushören zu existieren.
Bor kurzem hat die Weltkurfladt die Zah 100,000 überschritten, und ist somit in die Zah der Großstädte eingereihr. Für viele scheint die Entwickelung zu rasch gekommen zu sein; ihr Kleiustadtgeist vermochte nicht gleich schnell voran zu schreiten. Ihr Vorgehen schlägt auch die fort und foit laut vorgebrachie B.-Häuptling auf den Mund, die naffauifchen Simultanschulen beförderten den religiösen Frieden. In einer anderen Beziehung macht Wiesbaden allerdings riesige Fortschritte. Die Sozial- dernokratie ist so mächtig emporgefetneüt, daß
,@ut’ Nacht, Franz i" . .
Die »ege scheiden fich, lebet geht de« feintgen.
Er bittet mir ob/ denkt der Unteregger. ,er glaubt nicht, daß ich um ein Geld de« Vater« weiß. Hättest geschwiegen, Franz, hättest mich zuerst rede» laffen — ja, mich zuerst, ’» besser ?"vejen. fiatm i* übt hi ibm sagen: ,Ja, Bruder, ich weiß wo«, ich hab'? Geld selber. Du hast recht gebavt mit beinern Prozeß. Ter Unteregger ist ein Di-b und Betrüa-r ein — —. Wa« wüxben dann die Leute sogen?" —---34 kann e« nicht - ich kann
e, j.tzt nicht mehr," seufzt er, „bie Leute! dir Leute'/
E« schaudert ihn. „ ,
Andern läge» gebt von der Unteregg tue» in Predigt und Amt. Nur der Bauer hat in Werda ch zu schaffen. Spät abend» kehrt er heim — betrunken wie ost. .Hättest geichwiegen, Franz/ brummt er vor fich hin, .ich kann nicht mebt, j-tzt wcht mehr!
Am ferneren Bet laus der Mission nimmt er nimmer leit. Verschlissener denn je geht er seine täglichen Gänge, nur daß eine getigerte Umnhe in seinem ganzen Wesen zu beobawten ist. selbst den Ferer- dang der Liechenglccken sch-int er zu flehe»; dar
matten.
8 Die «nISubigmtg »er R-velle z«« preutzische» Berggesetze hat beim .Vorwärts einen förmlichen Wulaufall hervorgerufen. 6-c redet von einem .Bülow-Ukas" und findet «die neue Aktion ganz rusfisch". Wie in Rußland der Zar, nachdem die Revolution auSgebrochen war, den Arbeitern alles erbliche versprochen habe, so suche de preußische Regterunz di« Bergarbeiter ir.it leeren Ve-spikchungen zu br- we,ene nunenreit yai mu ........ — , schwichtigen, die nie erfüllt wecden würden. Wir
mäßig reichlich. Trotz einer geW'ss'N MotÜLkeit fi»d i roiffen den Kummer der Genoss-n ja zu würdigen, die subickttven Beschwerden geringer. Krästezustand Sie haben im Reichstage einen Antrag eingr- ' ' " v —“““ 1 bracht, durch ein Reichsberggesetz die Forderungen
der Arbeiter zu erfüllen, und gedachten die Gelegenheit zu benutzen, um den anderen Parteien rnd der Regierung Doryiwetfen, daß fie nicht» für die Arbeiter tue. Nun soll die Reform im preußischen Landtage gemacht werden, wo die Sozialdemokraten nicht mitzusprechen haben. So matt gesetzt zu werden, ist ein böser Strich durch ihre R-chnu-ig. Gewiß ist ein Reichtberggesitz wünschenswert. Der Reichstag hat es wieder , holt gefordert und das Zentrum ist ganz besonders entschiwen dafür eingetreten. Wir verstehm eS aber auch, wenn die Regierung zur Beilegung des gegenwärtigen AuSstandes nicht d-n Weg der Reichsgefetzgebnng betritt, sondern den der preußischen Gesetzgebung. Er ist btt kürzeste Weg, und augenblicklich ist daS dringendste, möglichst bald zum Ziele zu kommen, j Ein Reichsberggesetz könnte fich natürlich nicht auf die in der angekündigten Novelle berührten Reformen beschränken, die den jetzigen Beschwerden der Belgleutr ein Ende machen sollen. Es würde das ganze Bergrecht regeln wüsten und deshalb längere Zeit erfordern, während sktzt Eile not tut. Auch möchte die Regittung wenig Neigung haben, fich bei ihren Maßnahmen zur Beilegung deS Streiks Schwreiitzkeiten durch bte Sozialdemokraten machen zu laffen; denn diese würden narürlich möglichst übertriebene Forde- rungen erheben und dadurch mehr zur Ausretzung als zur Beruhigung der Bergleute beitragen. Da es fich bei dem Ausstande um Fragen handelt, die b;e Verhältnisse und Rechte im preußischen Bergbau bett«ffm und ziemlich klar liegen, so ist -S auch aus diesem Stunde begreiflich, wenn tm Jntereffe der Beschleunigung der Reform emr Novelle zum preußischen Berggesetze statt zur Ge- weideordnung oder statt eines Reichsgesetzes ge-
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