frtdjeint täglich, mit Ausnahme d« SoOT' anb geiertage. viertel- jährl-vezugspreir ebne vringerloh« uns »eflelgelbin$ulbautib auswärts, M. 5OP?»
verantwortlich« rckrifUeUenZafvanm
fir die Inserate j. parzeler in &ulba.
rnonatsMlage: „Mda« Geschichttblätt«".
luteteeet Vis an tpaltige Petttzeile etal beim Hatte IS Pta. Reklame« die petitze« 25 pfg; bei roiebee« Holungen urirb entW. Rabatt gewährt.
Druck und Verla- tat zuldaerRetiendruckerU in Zulda (harmonitz Zernfprech« Rr. 9.
32. Jahrgang.
Fulda, Samstag, dm 28. Januar 1905.
M 23.
'S»
Die Lage in Suhlavö
ist andauernd sehr ernster Natur und außeror- deutlich bebrohftch. Es bandelt fich nicht um eine Ardetterreoolte in Petersburg und in andern Städten, sondern um eine revolutionäre Bewegung, um einen großen Kampf auf L-bm und Tod zwischen dem Selbstherrschertum und dem intelligenteren Teil des russischen Volkes, der nach einer Verfassung verlangt. Diese S^ Nation wird in einem Rückblick der .Kreuzztg.' auf die russischen Zustände von Prof. Dr. Schiemann folgendermaßen treffend gezeichnet:
Wrr fürchten, daß alle revolutionären Elemente am Werke find, um die ohnehin höchst gefährliche Lage noch weiter zu vergiften. Str verzweifelt aber halten w,r die Sache nicht. Man hat jetzt den Großfürst Nikolai Michajlowitsch telegraphisch herbrtgerufen, und der ist ein dateet Mann und zugleich von der NotwetzMstset durchgreifender Reformen überzeugt. SeinAäame ist in ganz Rußland bekannt als der eim-s Mannes, an dem kein Fleck hastet. Vielleicht, rote wünschen und hoffen es, findet er daS erlösende Wort. ES drängen fich noch mancherlei Erwägungen auf: die Erinnerung an den Tag, da vor Alexander III. zum ersten Male die Marsetlletse gesungen wurde, uno an den Rausch des Entzückens, der damals durch ganz Rußland ging. . . .
Da ist mit einer Militärdiktatur, wie ste öder Petersburg bereits verhängt worden ist und über andere Städte noch verhängt werden wird, auf die Dauer wenig aus zurichten. Wohl versichert ein offiziöses Telegramm aus Petersburg vorn Donnerslao, daß die Stimmung eine „ruhige" fei. Aber diese Art „Ruhe" ist nichts ander- als eine dumpfe, schwüle Stimmung, wie fie die Militärdiktatur heroorrust, uub wie fie die Koiakenpatrouillen, welche die Straßen Petersburgs durchreiten, zur Aufrechterhaltung der „Ordnung" herbeiführen, während die Opfer der letzten Straßentumulte in der Stille der Rocht beerdigt wurden.
Die Gärung ist groß und allgemein. Sogar in der von der Militärdiktatur beherrschten Stadt Petersburg hat der Gemeinderat fich, wie schon gemeldet, mit item Blutbad vom Sonntag beschäftigt. Auch die Semstwos rühren fich. Vierzehn Mitglieder des Semstwo des Gou- »ernements Simbirsk Haden einen Beschlußantrag gefaßt, worin es heißt:
Während nnfeteS ganzes gebens waren wir gezwungen, Stillschweigen zu beobachten und nicht in sprechen. J i allen unteren neuen Gedanke« sahen d e Behörde» rote Geipeuster, die die ernt biegen bei 6taa.tl zu zerstören d, ohten. Vierzig I hre laug haben wir bestätigt, baß aCe8 gut sei; bereuten find wir an den Gedanken geu ühut, baß jede andere Aeußernng ein tztaatiVerbrechen wäre. Diese Haltung bei zum Silanen erniedrigten Bolle- hat Rußland eine Reife gebracht. Ans dieser kann man nicht
_ Hsruöerzwist.
Schwäbische Dorfgeschichte von Kaspar Baumgärtner.
7 ------ (Nachdruck verboten.)
Low Kirchhof weg hat die Sriwelßäs geweint: „Mr «ollen auch einkehren.'
Da find ihrer Richte auch schon die Trinen in den Augen gestanden.
„Hast gar keinen Humor," hat da die BäS getröstet, „'m mußt ^ch unter die Leut' gehe«, es ist j tzt schon, wir es ist."
„Ja, BSS, Jbr könnt leicht rede«, 'S ist eben «r chter IrSste«, als Tost ounrhmen. Mich drück.'» bald ins Grad und ich hab' fast niemand, de« ich kl -gen kann; Ihr kommt alle Jahr bloß einmal, uns jv wem will ich sonst? Ja ein Wirtshaus bi tagt « ch ntewo-id mehr, und ins Tannacker zweimal nicht, «tt vier Ochsen nicht. Der Wirt hat meinem Manu schon zn viel Geld abgenommen. Er fitzt doch schon drin «ab hat fich bald rauscktg getrunken. Ich muß «ich dann vor der ganzen Gemeinde und vor Men Krewden schämen. BSS, gehet mit wir in die Unteregg, ich wach' Such warmen K ffee, 'S ist hent schon lau, 's kommt wohl bald der Wüter.'
„Mir ist's nicht umS Bier, hält' nnr deine« Man« gern getrrffen und ibm noch etwas zugesprochen."
„An dem ist Hopsen und Malz verloren, und wenn Ihr »as saget zu ihm, hab' ich die ganze Woche die Hölle."
Eo habe« fich die Frauen avs de« Weg unterhalten. I« kurzer Zeit fitze« fie bei« Kaffee zusammen und bar« lös'« fich Fragen und Klage«, Teil- nehme« und Erzähle« au einem fort ad.
„Dein Manu ist doch als ledig» Bursche ein braver Mensch gewesen," verwundert fich die Srimel- b®, und k häuslich »ar er und so recht, man hat
durch palliative halbe Maßnahmen herausgelauaeu. Rußland ist auf dem Wege ,um vollstSu- bigen Untergang. Die Gefahr liegt in dem durch die Bnreankratie geschaffenen Dar- uiederliegen der allgemeinen Entwicklung. Der Präsident deS SimdirSkcr Semstwo hat K-awragt, eine «d-effe abzusenbeu, gegen die inneren F--nde an- zukämpfeu, «aS nicht zur Zuständigkeit btt SemstwoS gehört, und hat tu keiner Weife von den Mißständen m Rußland gesprochen. Uafete Pflicht gegenüber dem Baterlande und dem Throne zwingt unS, dreier Adresse unsere Zustimmung zu versagen und zu erklären, waS unS daS »ewiffen heißt; der Präfirent läßt dies jedoch nicht zu. »S ist verbrecherisch, die Augen gegenüber der daS Land bedrohenden Gefahr zu verschließe». Rar gewählt« freie Bertreter würden Rußland auS der gegenwärtigen Lage befreie» könne». Diese vettreter müßten stets an der Gesetzgebung, der Budgetgedahrung und der Kontrolle über die Behörde» teilnehmen; fie würde» Rußland und seinem Kaiser eine neue friedliche und ruhmreiche Bahn weise».
Die Aussraud«bkw-gu«a in Rußland läßt fich übrigens nicht so leicht unterdrücke«, wie ein Straßenarflauf. — In Riga ist der allgemeine Ausstand proklamiert worden. Alle Arbeiter haben fich mit Venen in Petersburg solidarisch erklärt. — Die zu den Fahnen einberufenen Sol- baten zertrümmerten Scheiben und Laternen, die Polizei machte von der Waffe Gebrauch und zerstreuie die Ruhestörer.
Sehr ^bemerkt werden die heftigen Artikel, die selbst die gemäßigte französische Presse gegen den Zarenveröffentlicht. Der größere Teil der Preffe betrachtet Rußland kaum noch als französischen Bundesgenossen. Die Sozialisten und Radikalen verlangen den offenen Bruch der Republik mit dem offiziellen Rußland. „In der ganzen zivilisierten Menschheit", schreibt Jam LS m der HumanilL, wird ein Schrei der Empörung fich erheben. Von heute an stehen der Zrr und der Zarismus im Banne der Nationen. ES gibt einen Grad deS Verbrechens, zu dem die absoluten Regierungen nicht hinnnterfinken dürfe«, ohne jede Beziehung mit freie« Völkern unmöglich zu machen. GS gibt keinen konßi «rionellen Souverän, kein republikanisches Staatsoberhaupt m der Welt mehr, die ohne Unbehagen Verbindungen selbst nur zeremonieller Natur mit dem modernen Absolutismus unterhalten könnten. Der Der- such, die maßvollsten und gerechtesten Forderungen der Freiheit in Blut zu ersticken, zwingt Rußland dazu, fich des Zarismus zu entledigen, wenn eS mit der zivilisierten Menschheit in Be rührung bleiben will. Der Zarismus ruiniert, dezimiert und vereinzelt t». Wie sollte ein Volk, daS leben will, fich nicht mit allen Kräften gegen diese Macht der Unterdrückung, der Vereinsamung und des MordeS anfbSumen". Nach dieser Sprache Jan äs' zu «teile», dürste das letzte Wort der franzöfischen Sozialisten über die Sreigniffe in Petersburg noch nicht gesprochen fein und wohl auch nicht allein in ihrer Preffe gesprochen werden.
Deuffches Reich.
Berlin, den 27. Januar 1905.
* * Von A«szeich»n«ge» «nd Be- siird-rnng-n anläßlich des Geburtstages des Kaisers seien erwähnt: Den Schwarzen Adlerorden erhielten: Oberstkämmerer Fürst Solms Baruth und Admiral Hollman«, daS Großkreuz des Roten AdlrrordeuS: Admiral Freiherr vsn Senden-Bibran, den Roten Adler- orden erster Klaffe mit Eichenlaub and Krone: Genelai-Adjurant Graf Hülftn-Häsel-r. Admirale wurden die Kontte-A-rniräle Ahleftld und Graf Baudiiste. Dem Gesandten bei der Schweiz-rischen Eidgenoffenschaft, Kammerherrn doü Bülow, und dem Gesandten am bayerischen Hose, Grasen von Poortalis, wurde der Ehsrakler als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat „Exzellenz" verliehen.
* Heber daS Befinden de- Prinzen Eitel Friedrich wird al« sehr bedenklich bezeichnet, da nun auch der rechte Lungenflügel von der Lungenentzündung ergriffen ist und der Patient fortgefttzt an Seitenstechen leidet. Die Kaiserin begab fich heute vormittag nach Pots- dam an das Krankenbett ihres Sohnes, der Kaiser heute Nachmittag. Der beute morgen um 9 Uhr ausgegebene ärztliche Bericht lautet:
Die erste Hälfte der Rächt war durch hohes Fieber und wiederhollen Husten gehört, am Morgen war die Haut etwas feucht, Temperatur 39,3, Pul» 118, Atmung 26 Dir Entzündung ist auf einen T-tl veS listen OberloppenS fortgeschritten. Nahrungsaufnahme etwas besser, Kräftezustand biS jetzt befriedigend.
Wideman». Wiemuth.
Der Prinz ist heute an Anlaß des Geburtstages seines VaterS zum Hauptmann befördert worden.
♦ Ehrnng für die Eisenbahnbesmte«. Der Kai,er hat am heutigen Tage in Anetten- nung der hohen Bedeutung der Etsenbahnver- waltun^ für das gesamte Staats- und Berkehrs- leben Wd zum Ansporn fernerer treuer Pflicht- ersüllung den Bediensteten der Staaiseiseno.chu- Verwaltung einen Gnadenbrw is durch Verleihung eines Erinnerungszeichens für vorwurfsfreie 25» und 40jfibtige Dienstzeit zuteil werden laffen. Die Adzeichm find nach einer von dem Kaiser eigenhändig entworfenen Hand- zeichnung anzufertigen.
* Z«r Vereirrfachnng des Exerzier- nnd rchietzdiemstes halber Kaiser folgende Kabmettordre an den Kriegsminister etLfien:
Ich will, daß mehr Z-it für die Förderung der gkftwtSwäbige» SuSbildurg Meiner Infanterie gewonnen wird, und b-fth'e daher die Brreinftchmrg des Exerzier- und Schießdrenste» »ach den in be- Anlage enthaltene» allgemeine« Grundsätze«. Ich tue dieS in dem feste» Vertrauen, daß die altbergebracht» D'biuixg und Stroffh'it bei allen U<6ungen und die Leistungen iw Sckmich'kßen hierdurch keine Smbutze erleide«. — Das Krieg^ministeriu« hat «ach M ine» ihm erteil'en nähere» Wellungen die erfvrderliche« Aenderuvge» der betreffende» Dtenstvorschiisteu zu veranl-A-n.
Die ollgemeinen Grundsätze lauten:
I. Sendern«,en zum E xerzier-Regle -- ment. 1. Fortfall des Rückoärtanchtertk. 2. Fortfall der Front, und Kehrtwendung beim Heber gang aus dem Marsche »um Feuern. 3. Fortfall der Uebnn» gen ist Karree. 4. Fortfall der Doppelkolonne «d Bereit sachung der Schulbewegungen im Bata-llo». •. Erweiterung der Komprgsieabstäade bi der T.ef« kolonne. Ü. Aenderuog z.ur Schießvor- schrist. 1. Beschtankuna bei Schulschießen« aus die Entfernungen von 400 Meter. 2. Beschränkung der Befugnis, besondere Hebungen im Schulschieße» anzu- fetze», aus p rsörttch bet dem Schießen anwesende Vorgesetzte 3. Einschränkung des gefechtsmäßigen EiozelfchießenS zu grinsten d-S S^triluugSschftßenS. 4 etbhaltung d-S PrüfungSschießerS im Gelände durch Vie RtgimeutStowmandeure oder die höheren Vorgefktzteu.
♦ Ans Deutsch Südweftafrik«. Nach einer Meldung des Generals v. Trotha cnS Windhuk Überfiel der Leutnant der Reserve, v. Trotha, cm 6. und 8 Januar mehrere Werften dir Nordbethovter bei Blutpütz und Gorab. Die Farmer Krüger, Jourri Annis von Farm NaudauS und Go» dar wurden btfteit Der Feind verlor 6 Tote, 4 Verwundete, T Gewehre mit Munition, 16 Pferde, 487 Stück Großvieh und 2000 S ück Kleinvieh. — Man glaubt, daß der Aufstand jetzt beendigt fei oder daß wenigstens keine preße Arbeit mehr zu leiste« fein werde.
* Der Kaifer soll nach dem .Berte Tgbte* dem Reichskavzrr Graf Bülow gegenüber feine besondere Befriedigung über de« endlichen Abschluß des Handelsvertrags mit Oester» reich Ungar« ausgesprochen, und in gleicher Weise Graf Bütow fich m dem ö-erreich-ungarischen Botschafter v. Szögyeny geäußert haben. Zwischen dem Grafen Bülow und dem Grafe» Goluchowrki soll aus Anlaß der Unterzeichnung deS Handelsvertrags ein freundschaftlicher Depeschenwechsel fiattgefunoen habe«. Nach der Abreise des Grasen Bülow aus Wien fei, s» wird weiter berichtet, dec Slano der Handels- veriraasoerhandtanden so ungünstig gewesen, daß die Schwierigkeiten als fast unüberwindlich ange« sehen wurden. Daß der Glaatesrkretär unorr- richteter Dinge nach Berlin zmückkehrte, hatte einen um so ungünstigere» Eindruck hervorge- rufen, als feine Entsendung nach W en erst de« fchlcffen wurde, nachdem der Botschafter von Szögtzentz erklärt hatte, daß hierdurch die Han- delsoertTagroerhandtungen wesentlich gefördert werden würde«. Nachdem fich nun das Gegenteil erwiesen hatte, wurde in erster Linie Herr von Szögtzen- für diesen Mßersolg verantwortlich gemacht. Der Botschafter war deshalb außerordentlich bemüht, die Angelegenheit wieder in dus richtige Geleise zu bringen.
ca. Di- Rechtss»utzstelle für di- k»th. «eistlichkeit Deutschland- wurde am 1. Dez. 1908 begründet mit dem Zweck: die katholischen Welt- und Ordensgeistlichen, sowie religiöse In- stitute und Vereine gegen rerleumder fche Anklagen und Erpr.ffungrn zu schütze«. Ihre Tätigkeit läßt fich in folgende Punkte kurz zu- fammenfaffen: 1. Sobald ein Angriff gegen eine» Geistliche«, ein klöst-rftches Institut usw. in die
grad »en ihm gesagt, und fitz» tat er so; ifi's «täglich, daß ein Mensch fich so »eränder» hnxF
.Noch in dea erste» Jahre» rach der Hochzeit ist er nichts ander» gewesen/ erzähtt darauf die Unter» eg eit«, -solang »ein Baier gdtbt hat. An be» hab' ich eine Hi'.s' g'habt. .Nun« B-rstaud a»," hat er einmal zu Jo.eph gesagt »ein Weib ist leicht plagest Er dürst'» jetzt ost sage«,' fährt fie veiuend fort. „Seit der PrvzeßgeschiLte ist mein Mann nickt »ehr der alte. Gleich nachher ist er so .moudrig' wnrde», ft unh iwlich plll und ft lo»n!sch Kein Kind hä f fich rege» solle» ta bat Stube; mit «ft ist er ft böS geworden und so gewalltäiig, und ein rechter Dienst» bote hat'» »immer a«r gehauen bei ihm. Dann ist'» ihm zn eng worden in HauS mib Hof und 's WfttS- ^wS ist ihm lieber und schöner tii rtomenen. Zuerst ist et nut am Sonntag heimgckowmen, ,trenn d' Katz kräht hat'; dann hat ei'» am We^tag auch probiert, und wie er'S jetzt treibt, stll' ist nicht zu sage». BSS, ich hab' noch nirgends geklagt, aber «ach darf ich'« fegen: bald find HauS «nb Hof «er- lettr, «nb wen« ich einmal betteln muß, Bäs — ich bm nicht schuldig daran. Wenn ich wa» sag', kamt ich Echläg' haben. 'S ist arg, wie der Mann oft hei«- kommt, oft muß ich ihn hole» taffe« «nd oft muß ich aus dem Hans, wenn ich 'S Leben retten will mb weine Kinder mtt. Scho» d atzenden al bi» ich mit ein paar Kindern int Stall übernachtet, Sommerzeit schon im Heuschober und unter einem Heinze».'
D'e Bär staunt und kann fich nicht genug verwundern, web mllleidsvoll weint fie mit.
„Was Du erzählst, 8tana! Ist'« auch möglich, daß Du «och lebst und nicht schon not et dem »oben b-sti'
.Mir wär'- recht, «tt; aber unser Herrgott will mich nicht. Wenn er'S könnt', ich tüt glauben, er htat' wich vergeffenl'
„Versündige Dich niai, stftna!' weist fie dft Krimeftä» z»recht, „Dein gute» Gewlfi« H Dir doch eta Trost."
Unter drffen geht bte Tur aus und zur Stube herem kommt eia «t»d. Schüchtern bleibt e- stehen »nd die Mnttrr hält mit dem R-den inne, aber nur, nm mit ern'N'ew «-inen u-b «laakn einznsetzen.
,Unb bei allem Unglück so viel Sinder. Btt! Halt jede- Jahr eine», wo man so schon Summe mrd Sreoz hat jah> aus, jahrein, Tag «vd Nacht; war wftd auS meinem RitberHaufen werden?'
„Da laß D« unfern Herr ott sorgen: er hat fie gksch-ckt. er vrilä^t auch keine». Freklich fragt der kurzfichtige Mersch sörgervoll: wozu? Aber Gott lenkt ja 'S Menschenleben; er hat auch Dich gern und jeb-s Deiner Stvder und fleht alle», wa» Du leidest und sf8 Du für jedes taö, Anna, und nicht» bleibt ver- geffe». Und wenn Du vor sein Gericht kommst zur Schlußabrechnung Über Teta Leben, bann bist fielen- ftvh, wenn'» Dir «och herauStt'fft. Wer ft viel mitmacht, dem muß es noch roneinfftn; mußt halt grdnloig fein habet und weiß», unser Herrgott zahlt gut. Und bei tw» drüben ist eine alle Hebawm', die sagt: .Jede» Lind bringt seinen Segent", und: „Bick Rtaber, Vick Ehr'! ' 'S ist schon oft wahr geworden. Denk' nur an die füben Buben der alle. Siedet» Mariann, der älteste ist gar Stadtschnllheiß worden im Nuierland drunten."
„Aber Bä», schauet da» an, be» tü meta ärgste» Kreuz ES ist jetzt schon tat vierten Jahr und ridck noch kein einzige» Wort, und wie t» duft schaut und avSfieht! Die blöden Svgen unb da» Verichvpste Gr- fichi l Die Lent' sagen, do» komme vom Bater seinem Trinken. Es fehl' dem Sind an «erstand.
„Grgeu hab' ich auch schon HSren vott strafe die Staben bet Trinker und btt Unmäßig-» an der- Sinvern," antwortet die BäS, und doch «bet die teitaahn-Svokft Frau glckch wieder zu:
„Man muß nicht immer ’» ärgste testen unb glauben, tie Leute haben oft auch böse Reben, oder fie reden im Unverstand dahar. Dck-, Kind hat zm» Glück gerade Glieder nnb lernt fein Brot schon ver
dienen, der «erstand lotamt bet solchen Kinder« mit den Jahren."
Eo tröget die Srimelbäs. Je länger ste aber da» Kivd avschant, desto weniger glaubt fie an ihre eigene» Dostworte. Die g-oben GefichtSzüge und der unver- hältaiSmäßig große Kops, der tmchtsome, unruhige und doch ausdivckrlose Blick geben dem kleinen Gesicht ein unlindücheS Aussehen. W,e viele solcher Schwach- finnigen bevölkeru nicht unsere großen Stabte; eta einziger Blick ta ihr müdes Aage sagt uu», wie schwer man an Urnen gesündigt hat.
„Unb wenn Dein Kind den rechte« «erstand nicht hat," fügt die Btt nach e-nstem Befinne« bei, , der Himmel ist ihm dennoch gewiß. Unter Herrgott hat» filder gfogt, daß die Armen im Geiste ftiig weiben im Hinnuelreich. Freilich cuf der Welt hat ein solch«» Sind nicht» Gate» und efte Mutter hat halt Sorge«. — Aber j tzt ist'» schon fünf Uhr, bald dunkelt'», und ich muß geben; vor Rächt w.ll ich noch den Schorerwrnd hinter mir habe«.'
Anna begleitet die Bä' durch den Fußweg, tac etliche Ackerlängen dem „Schoren" zuführt, wo er dann im Walde in die Straße einrnttubet. Sie erzählt »och da» unb bte» unb bet ganze „V erzähl" tfi eine große, traurige Klage gegen ihren Mann. Am Waldrand kommt der Abschied. Er wirb schwer und die Uutereggerta weint laut. Die Bä» ttästet mit dem letzten Rest ihrer lledrrzeugung und sagt baue mir Tränen in den Augen:
„B'hüt Euch Gott, Bttl" erwibe-t biefe unb toenbet sich der Heimat zu. Aus bem Weg schaut fie noch mehrmal um nach bet Stelle, wo die Kriwckbtt im Walde verschwand. Trotzdem ste ihr ganze» Herz aurg-fchüttet hat, e$ will ihr kein Trost kommen; fie ftchlt fich ft namenlo» Unglück ich unb verlassen.
So gut es ihr Alter zuläßt, geht die Bä» rüstig die Sttaße dahft. 8» dunkett gemächlich, fie meM e» nickt. Ihr einzige» Denken ist Anna: „'S ist arg, ja, 'S ist arg,' meint ste, und bam zieht fie de»