Maer
Zeitung
gticrtagt. Viertel-
ittdt.
Mavatsdrüage: „zuldser GeschichtsblStter"
Jti. 18
Fulda, Montag, den 23. Januar 1905.
32. Jahrgang,
Badh,
ieher
(Nachdruck verbot««.)
(j^vrtsk-vug seist.)
Sie ein» N*tfNe pet«|eHe obre
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UBgS-
Prospekt transportiert wurden. Unter ihnen befanden sich auch Frauen and «Inder.
sie bkichren und 'S Held Eber wen» sie'» «ich! ergänzt ertsarloffen die uu» mit Recht gehört,
Oefirlgeld iu Znlda mW «U»8rts 1 Hit. 50 Psg.
Franz Höll den Kopf i« der Han» »itb hat de« Ellenbogen aus den Tisch gestützt und sinnt und stiert Mflb erwidert nicht-. Watz sein Web da sagt, klingt nicht so uuwahfscheinlich, aber er kann an den Gedanke« nicht glauben, daß sem eigener Bater dczu geholfen habe» solle, den jingrren Sohn zu Gunsten drS äLie en zu übcrvorieürr. Sr fürchtet sich einer Ättnse bei so einer Reve fernes Weibe»
Dann sagt er mit Bestimmtheit: „Da- hat der Mater nicht g-ta», so ist er nicht gewese.i!" und schaut fetne Kre-z'Nj an mit einem strengen, Krafende« Blick.
Di« fällt so bald nicht in einen Schrick«, wenn ti stch um Geldsachen handelt schon zweimal nicht. Dow begütigt ste:
„Deinem Bater will ich nicht« tun bei der Sache; de» werden ste kalt in einer gut ei» S unde erwisch» und überlistet habe». Erbschiercherei hieße man aber sMche Niederträchtigkeit am eigenen Bruder."
Dann schweigt der beredte Wund, und auch Franz sagt kett SictdenSwöllch«. Ei wag rechne« und denke«, wie er will: „$» feh'e» halt mindesten- »ter* tausend Mart, ueb wo sind sie?"
„8arm auch sein, daß sie auf der Unteregg do- Geld so cuf die S'lte geschosst haben," wirft ste Wieder eir, „der Lsstrnschiüß l und der Kommode- fchivSrl sind ichon abllzvg« grw»fien, al« man ms «m Kater an» Totenbett geholt hat."
's trau wahr s-tn," denkt der Hrnnz. Er hat'- Wcht brachtet, ihm st b die Schlüssel Nebensache ge. Wche» in der ernsten Stunde; er hat nicht» gesehen W- den liebe« Baler in de" Kissen, der unter schreck Ocher» Schmerze» nut dem T»»e rang. „Ader'» kann wahr sein."
brauchen wir nicht *n verschenken! Und 'rau- muh c-, wo W Geld ist!" -
Am Äbeud des folgenden Tag 8 nähert sich der Bachbauer seiner ehemalige» Heimat. Dr Ging ist gerade nicht angenehm, aber zu Hanse läßt man ihm leine Ruhe u»v reden darf man ja, irgendwo muß da- Geld dock sein.
Die Feierstunde ist cugebroche» und in der Unter» egg die Familie um den T-sch versammel», ans welchem eine P arme vrll Mu- buriet. Gro^ w»d klein löffeln lustia draus los. Wie geg-ffen wird gearbeitet.
Hastig giht die Tür «vs. Franz dielet .aniru Abend!" und „g'iegn' e» Sott':" Sine g wisse L- tegnng zittert in seiner Stimme. Herrschaft »nd Gesinde erwidern dankend den Gruß nro die Bäuerin fvricht:
„Nimm Platz, Frenz, wir sind bald fertig."
Er sieht sich noch einem «Stuhl um und fitzt, dieweil er Z-g um Ai-g seine Tabakkpfeise traktiert und dir Stube mit Rauch erfüllt.
Jos-pH wkft hie usb da einen forschenden, schiefes B ick aus den Bruder.
Nachdem bte Lienstboten u.ch dem Tischgebet sich entfernt hob« und dir SftUtzr zu Brrie gebracht find, wärmt dieser da» Wort:
Verantwortlicher rchetstleiter:Zos.va»« wocheubeüage: „Illustrierte bonntagszettung"
2i Pf« ; bei »ieü« lolnige» wird eutstw labatt gewährt.
Druck «ab Verlag ta siuldaer Lctieudrnckem i» Zuttw (Qarmosie Fernsprecher Hr. V
Wruöerzwist.
Schwäbische Dorfgeschichte von Kaspar Baumgärtner.
[] Steht Rvtzlanv am Vorabend einer Rrvolvtion?
Immer «raster gestaltet stch die inner politische Hrge deS Zarmrriches. Noch ist die Aufregung Aber daS Atentat vom Donnerstag nicht «prüder und schon wieder kommen wahrhaft Änsatioselle Meldungen auS Petersburg. Am Freitag ist die Arbeiterschaft von Tt. Petersburg in den allgemeinen Ausstand Lngelreten. Ja vielen industriellen Werkstätten, in allen größeren typographischen Anstalten, an «dien privaten und staatlichen Zeitungen, sogar ckn Instituten, wie der Akademie der Wissenschaften, routbe die Arbeit niedergelegt. Ihre trderurgen haben aber nicht bloß einen wirt-
»ftlichen, sondern auch ewer. hochpolitischen Hintergrund, auch die Arbeiter haben sich Ger Bewegung auf Einführung einer Verfassung angeschlossen, ste find noch nicht zum ärgsten bereit, setzen vielmehr ihre Hoffnung auf den K a i s e r, dem ste stch mit einer Bittschrift genaht haben, die bei aller Wyalttät doch bett Geist deS stürmischen Ver- llmgenS nach Reformen so deutlich zeigt, vaß man fühlt, es handelt sich um ein folgenschweres Ultimatum. In der Bittschrift heißt eS:
«Wir hier, viele Laufende, sowie daS ganze russische Soli haben keine Menschenrechte. Durch Deine Beamten sind wir Sklaven geworden. Jeder, welcher wagte, vondem Schutze der Jntereffen des LrbeiierÜandeS zu sprechen, wurde tu» GesängniS geworfen. Der eefamte Arbeiter- und Bauernstand wurde der Willtür überlassen. DaS Beamtentum bestehtauSRäubernuudDieben an StaatSgeldern DaS Beamtentum brachte daS Saud in gänzliche Zerrüttung, bürdete ihm einen schimpflich« Krieg auf und führt Rußland immer mehr an den Rand des Unterganges. DaS Boll ist jeder Möglichkeit beraubt, feine Wünsche und Forderung« anS- züdrück« und an der Festsetzung der Besteuerung und der GtaatSauSgab« teitzunehmen. Alles dies widerspricht menschlichem und göttlichem Recht. Wir wollen lieber sterb«, alS unter solchen Gesetz« weiter leb«. Kaiser, hilf Deinem Bolle lBernicktedie Scheidewand zwischen Dir und dem Bolle. Möge daS Boll vereint mir Dir regieren. Aus unS spricht nicht Dretsttg- leit, sondern der Wunsch, auS eines uns allen unerträglichen Lage herauSzukommen. Sine Volksvertretung ist »»«ibehrlich. Befiehl die Erfüllung unserer Bitten, «nd Tu machst Rußland glücklich, wrsn nicht,so sterben wir hier. ®tr haben nur zwei Wege: Freiheit und Sllck, »der daS Grab; wir bringen gern unser Leden Rußland zum Opfer bar."
Di« streikenden Arbeiter find nun sm Somttcz nachmittag 2 Uhr unter Führung des griechisch- katholisch?« Popen Gapon ans den Platz vor dem Kaiserpalais marschiert, um ihr.» Forderungen wehr Nachdruck z« geben. Bei dieser Gelegenheit ist es zu argen Zusammenstößen zwischen den Arbeitern und dem Militär ge- kommen, wobei es viele Tote und Bet- wundere gab.
Gestern Abend erhielten mit folgendes Telegramm, das wir soweit als möglich, sofort Mr Kenntnis der Bürgerschaft brachten:
W. Feaukfurt, 22 Ja». 1905, abends 8 Uhr 10 Miu. Ans Petersburg Wird gemeldet: Heute Nachmitra um 2 Uhr zog eine vieltnuseudköpsize Menge
empfängt. Neber die Zettdauer der AdkvmwOÄ- oirr»ng ist nicht« Genaues bestimmt worden. — Gleichzeitig find Gendarmerie-Komma«. doS der Kreise Rieder-Barnim und Teltow nach dem Ruhrgebiet zur Unterstütznsg der dortigen Polizeimannschasten für die Dam« deS Kohlenstreiks avkommandiert worden. Die Beamten wurden vom Lehrter Bahnhof aus über Hannover uns Minden nach dem Bestimmungsort befördert. Auf der Fahrt dsrrhi» wurde» "dir Kommandos wesentlich verstärkt durch llnIerstützuagSmannschasten auS aubm* GerdarMttirbeznken, tn denen ebenfalls all; nur entbehrlichen Beamten abkommandiert worden find. Es scheint also, daß tn Berlin und Umgegend sehr viele Poltzeibrav-te entbehrlich find.
* Zur Erziehung der Kinder des Königs von Sachse» geht der ,@etwa»i«' auS Dresden von zuständiger Seite nachstehend« Brrichtigunsi zu: Es ist ganz und gar «»zu- treffend, daß die Kinder Sr. Majestät deS Könitz« katholischen und protestamischen Religion«unterricht erhalten. ES ist schwer zu verstehen, wie dieser Zeitungsnachricht Glauben beigem» firn werden konnte, denn sie enthält etwas in stch Unsinniges. Mtt den königlichen Pcinze» werden zugleich zehn aus Adelsfamilien entnommene AltrrSgenoffen unterrichtet, welche, da fie evangelisch find, auch in der „Prwzenschule" Religionsunterricht in ihrer Konseffion erhallen. An demselben nehmen aber selbstverständlich die Prinzen selbst nicht teil, sondern diese werden m der Religion ausschließlich von dem königlichen Hofkopla» Prälaten Klein unterrichtet.
* Esten (Ruhr), 21. Jan. 1905. Am heutigen Tage fehlten in den 18 Bergrevieren des OberbergomlSbezirkes Dortmund vou 239 340 Man» Belegschaft der vtm AnSstand bettof- frnen Zechen 193,438 Mann gegen gestern 195,604 Mann. Die Anzahl der Ausständig« hat also geaen gestern um 2166 Mann abge- nomwen. Nach anderen Angaben soll dagegen die Zahl der Streikenden noch gewachsen sein.
zum Schloß „lln" wenn ^ergeben, bann ist'« recht. Vergeben?“ —
„Ärtz'si vor Gericht!" Bäuerin. »Franz, wa«
uuch >rm Wi terpuluirplatz, wo eS bei Zusamme^stößeu «it Militär etwa 150 Tote «ud viele Berwuubete gab. I« Stadtteil Wastilioftrow wurde« Barri. kadeu gebaut. Die Arbeiter waren »it Säbel» »ud Werkzeuge» bew-ffuet. Gege« 31/« Uhr kam es zu eine« Zu- fammeustotz »it Militär auf de» Nowski- Prospekt, wobei 30 Tote »ud viele Verwundete bliebe«.
Heute giugeu uns über die KristS in Petersburg folgende Telegramme zu:
W. Petkr»b«rg, 22, Jan. 1905. Der Führer der Arbeiter, der Pope Gapon, richtete an den Kaiser folgendes Schreiben: »Herrscher! Glaube nicht, daß Dir die Minister die volle Wahrheit über die Lage sagten. DaS ganze Volk vertraut Dir und beschloß, morgen Nachmittag um 2 Uvr vor dem WinterpalaiS zu erscheinen, um Dir die Not darMlegrn. Wenn Du, wankelmütig, nicht vor dem Volke erscheinst, dann zerreißt Da daS moralische Band zwischen Dir und Deinem Volk. DaS Vertrauen zu Dir wird schwinden, da unschul- digeS Blut zwischen Dir und Deinem Volk fließen wird. Erscheine morgen vor Deinem Volke! Empfange unsere Ergedenheitsadreffe mutigen Geistes! Ich, der Vertreter der Arbeiter, und meine tapferen Arbeitergenoffen garantieren Dir die Unverletzlichkeit Deiner Person!
W. Petersburg, 22. Jan. 1905, 2.30 M. Vor der Menge, welche von den Putilow-Werken herkam, schritt mit dem Kreuze in der Hand der Pope Gapon, neben ihm ein Bauer müdem durchschnittenen Bilde deS Kaisers. Gapon selbst ist verwundet. — 4 Uhr. Die Truppen halten den Platz am WinterpalaiS besetzt, wo auf trauSporladlen Küchen Mittagessen für ste bereitet wurde. Im WasstljewkijOftrow- Stadtteil zerstören die Aufrührer die Tele- graphönieitungen, bauen Barrikaden und bewaffnen sich mit Säbeln und Werkzeuge», — 4 Uhr 50 Mtn. Um 31/* Uhr nachmittags zerstreute das MUULr auf dem Rewski-Prospekt in der Nähe der Admiralität eine dichtgedrängte Menge durch drei Salven, wodurch 30 Personen getötet und viele smrwunder wurden. Höchft erbittert ist die Menge im Zentrum der Stadt gegen die Offiziere. Man reißt ihnen die EpaulettS ab, schlägt sie und ruft: „Mörder!" Wenn Verwundet« vorübergetrsgen werden, entblößen die Leute Las Haupt und schreien: „Hurra!"
W. Petersburg, 22. Jan. 1905, 3.30 M. Bei den Kämpfen mit der Menge gab es am Winterpalais etwa 150 Tote. In der Nähe des WinterpalaiS aus dem Senatsplatze hielte» di« Arbeiter Automobile drr Petersburger Agentur an, holten die I nsassen heraus und zerbrachen die Wagen. Gegen 21/* Uhr war der Platz- vor dem Winterpalats von der Menxe gesäubert. Lie Truppen verfolgte» die Aufrührer, die stch in drn angrenzenden Straßen zerstreuten. Ein furchtbares Bild bot sich, alS die Verwundeten und gräßlich entstellten Tote« über den Rewski- „Kennst dich jetzt bald au-?" stichelt ba- Weib »ieb't „Läßt ba bat gelten, F anz, läßt du dich so über'- Ohr bac«?"
„Sell nicht, feil nichi 1 Und ich glaub' am End' selber, der Joseph und die Anna könnte» von w:S wssses."
„Sin schlecht-r Bater wärest, wenn du nicht nach- gingest. Unsere ffteber können di- paar tausend Mall, die e- st« noch treffen müßte, so gut brauchen, alS wie di« Mader i« drr Unteregg "
„Morgen geb' ich hinüber," bestimmt her Buchbauer
Aus dem Reichstag.
124. Sitzung vom 21. Januar 1905.
Srössnung l1 /* Uhr.
Sester Gegenstand der Tagesordnung ist die Sätet» peSatioxderAbgg.v. Normannund Graf Schwerin- Löwitz (tonf.) betreffend den Stand der Handelt» ver Handlungen mit Oesterreich-Ungarn, sowie den Abschluß von Handelsverträg« mit anderen Staaten. Die Jnrerpellation lautet;
Ist der Herr ReichSkarnler in der Lage, dem Reichstage eine Auskunft über den gegeumü-tig« Stand der HandelSvettragSverhandlungen mit Oesterreich, sowie öder die Umstände zu geben, welche ihn veranlaßt«, seiner am 8. Dezember o. I. abgegeben« Erklärung, bte abgeschlossen« neu« HaavelSoerrräge dem Reichstage glltch «ach feinem Wiederzusammentritt vorzulegen, bisher nicht zu «tsprechen, auch eine Kündigung der alten Handelsverträge bisher nicht eintreten zu lassen?
StaatSfe!r.:tär Graf PofabowSky erllärte, die Verhandlungen feien bisher noch mchl zu eisern end» gtUtgen Abschluß gelangt. -(Hört, hört!). Dem fachlichen Interesse sowohl wie auch dem diplomatische» Brauch würde eS nicht entsprechen, wen» schon jetzt Fäuste. „Dirist la deiner Geldgier Erb' za wenig und jetzt soll ich wisse», wo «och ein Geld ist. Oder nimmst vielleicht an, ich habe b«b übervorteilt, oder der Bater hrd' m r Lhnr dein W ffea Geld gegeben >,ees qar, ich habe unterschlagen und nicht olle« an den Notar üdergeber:? Man könnte meiner, btt re gelögietige Gruz rede ous dir herar- "
„Red- an- mit, was wolle. DaS ist einmal sicher-, daß mit Teilung zu wenig Geld gekommen ist. Ob der Batex dir im stille» von mit Geld gab? _ Ich Will eS r-lcht behaLpte» und nicht glauben, er ist ein redlicher Mau» gewes« — Gott geb’ ihm die ewig' Rnh! — ich noch einmal: D» weißt, wo ba- Getb ist, du köMlist eS sagen!"
„Sag' doch frei heraus: bu hast eS! Brnber weißt, ws Oft Zimmermann 'S Loch '»au- h'macht Hai?" — eu-> der Unteregger beut« a»f bte Türe. — „Wäist richt mein Bruder, ich würd' ssber- mit bis xebeu."
„«bre F-aez", nimmt die Bäneri» baS Wort, met-em Mann so einen Borwurf macke»!"
„Verlaß m:in Haus!" fährt Joftph »i«<e auf, „und betritt - nie mehr! Ich soll rin Dieb feint HwouS hinaur 1"
„Sm< Himer eigenen Hnrvai Werst du «ich soll, Bruder? Ds» soll dir nicht eerg.-ffen blejbrn!"
„Sag' sicht mtt): B uver »ab mach', daß du 'oaur kommst!"
»3ch F:h' schof " — bet Buchbauer wendet fick zur Türe —, „«brr fcertuU muß ti, wo da- Geld ist. D-- litzte Worr ist »och nicht gesprochen. HuauS muß «!"
Die Täte fliect kraLend io5 Schloß, daß die Ange>» knarren und fort ist der Buchbauer. Fluchend nvs tobend stürmt er den Hof himwS. Za Hm-« stimmt seine Fra« noch noch eia in daS Geschimpfe «rd mit Rachegrdanken schließt da- Ehepaar den Tag.
Deuffdies Reich.
Berlin, den 21. Januar 1905.
* Das Krö««»tzs «»d Or-evSseft wurde heute (Sonntag) am Köntglickren Hofe in der üblichen Weise gefeiert. Dir Zahl der Ordensverleihungen ist wie rm vorigen Jahre außerordentlich groß; u. a. haben erhalten: Dis hochw. Bischöfe von Fulda und Limburg drn Roten Adlerorden 2. Klaffe; den Kgl. Kronen- orden 2. Klaffe, der Weihdischof von Straßburg. Von den ZenttumSabzeordnete» haben folgende einen Orden erhalten: Kirsch, AmtS- gerichiSrüt in Düsseldorf den Roten Adlet orden 3 Klaffe. Dr. Ri»telen, Geh. Oberjufttzral und KamMergerichtSrat bt Berlin den König!. KrosenorSeu 2. Klaffe. Spahn, Reichsgerichts- rat in Leipzig drr Königliche Kronenorden S. Klaffe. Euler, Kunsttischler i« Bens- berg und Sittarl, Lehrer in Aachen den Köngliche» Kronenorden 4. Klaffe. — Weiter seien noch folgende Ordensverleihurgen angeführt: Der attkatboltsche Bischof Weber in Bon» erhie t den Rolen Adler orden 2 Klaffe; der Verlasrsbuchhändler August Scherl in Berlin die König!. Krone zum Roten Adlerorden 3. Klaffe mit der Schleife.
\ Der ReichSk««zler Graf v. Bülow empfing heute nachmittag den aus dem Ruhrgebiet zmückgekehrten Oberberghavptmann v. Velsen m längerer Unterredung.
* Die tzSeschäftsordrmugskommisfiou des Abgeordueteuh «uses b-ichäfttgle sich heute mit einem Schreiben dis Polizeipräsidenten zu Kaffel betr. strafrechtliche Verfolgung der in Kaffel erscheinenden sozialdemokratischen Zeitung ,Volksbatt für Heffen und Waldeck' wegen Be« leidiguutz des Preußischen Landtage-, beziehungsweise deS Hauses btt Abgeordneten. Der Berichterstatter legte dm Inhalt des Artikels dar vn» hob eine Reche von Srllproben hervor. (Schurkische Gesellschaft, die Schweinebande wälzte sich in ihrem eigenen Kote.) Vom physiologischen Standpunkte aus, so meinte der Berichterstatter, sei der Artikel intereffant, aber den Landtag beleidige er nicht. Bon anderer Seite wurde bc'ent, cs würde doch gute Wirkung haben, wenn ein Exnnpel statuiert werde. Ein wettereS Mitglied war der Ansicht, man möge gerade jetzt dem Angreifer kein besonderes Relief geben, man tröge die Geschichte unbeachtet taffen und die Genehmigung zur Strafverfolgung veeweigern. — Die Kommisfion beschloß in diesem Sinne.
* Berliner Schutzleute im Ruhrgebiet. Wie der.Germania' vou offizieller Sette mitge« teilt wird, sind am Samstag 4 Berliner Polt zeileutnantS und 124 Wachtmeister und Schutzleute auf telegraphischen Befehl des Ministers nach dem Ruhrgebiet vbgereift. Die Mannschaft hat als Bestimmungsort Dortmund erhalten, wo t e alsdann die weitsten Instruktionen
„Josrpn," spricht er, „m unserer Tlllurg muß ein «e-stoß ober eia Fehler vorgllommeu sei». Si ist doch kaum möglich, daß der Bater in den letzten iechS Jahre» so viel taufens Mall und dazu noch den ZinS von seinem ganzen K?pkal verwacht hat. Er hat zu dem noch etue fetöse P>üvd g'hadt nnö himrltch war er und sparsam, srll weiß jeder. Glaubst du nicht, daß der «ater selig irpenbrno könnte Geld ivigehodm haben in einer Schublade ober sonstwo, da- et zu sagen vergessen und da- ihr nicht gesund« habet * ’
„Daiüber habe ich mit ftfion gtster» und h«t' de» Kops zerbrochen,' sagte Jofep,. „Habet ihr In dem Hau-rat, den bu vom Bater mit hinüber hast, Geld flihiubtn ?" Sine gewisse erjWaogcne GleichMtigkeit äußert sich hn Ton der Rede, wa» den Buchdavern reizt. Er denkt an die Rede» seiner Krau und Wird mißtramsch. Anna begegnet ih em Marm mit einem fragenden Blick; bomt erzählt sie mtt ungeküvstktter Ruhr:
„Wir haben den Speicher gründlich geputzt nnb „renoviert", alle Möbel a°ßen und inwendig gewaschen und nicht- gesundru."
„Der Batet Wird halt mehr Geld an Kirch« und 8löst-t geicheatt haben, als Wir wss-n," me>nt Joi'ptz und sagt e- wieorr so gleich gültig, baß stch der Bmder nicht genug wunbern kau». Sei» Bet dacht Wird stärket ueb Trotz unb Verger kämpfen in sei»«» Innern.
„«ansst r- dir wirklich ticke beuten, wo fcte iehlen- bee viertauseub Matt Sein sollen?" f> agt Franz, unb feine Stirn* e steigert sich mrtllich am Schluffe der Rede. „Darfst dir ge-otß bra Kvpf wcht arg erbrechen «bet bu» sage Ick: Ich habe auch em Recht es tu miss«; mir gehör»'» tote bir, bar Geld von mferm Batet tätlich."
„Pfeilt der Wirb aus diesem Loch I* säht. Joseph Wäb empor. St ist eine Gestatt vou nicht fifcit Attttclgiöße, oder uwersetzt »ud fchnUeruikchiig. In den weiß« H-mdckmelu kecke» ei» Paar stämmige Arne, die snchtr!» in der Lust vnd es balle» sich lit
!