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vreck ee> Detlef griSaerXttitnbrwl is Selb« (5<tmei Fernsprecher Jfc.

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Fulda, Freitag, den 20. Januar 1905.

32. Jahrgang

Deutidies Reich.

Berlin, den IS, Zstmuar 1905.

* Al« bt* Kronprinz heute Vormittag um IL Uhr mit seinem Dogeart, da? er selbst lenkte, « Potsdam die Charlottenstraße am Basfinplatze Msfierte, stürzte tzaS Pferd und fiel. Der Kron« 'yrinz und der Kutscher fielen infolge deS Ruckes «ns dem Wagen nach vorn heraus, ohre irgend Welchen Schaden zu nehmen. Der Kronprinz er­hob sich sofort, vaS Geschirr wurde wieder in jtanb gebracht und heiter beweg Ee. Kaiser!. Hoheit Wieder den Wagen und setzte die Fahrt fort.

* Kia«tsch»n-De«kfchrist. Im Reichs­tage ist soeben die neue Deukschrist über die Entwickelung des KiautschougebteteS zur Verteilung gekommen; sie umfaßt dieses Ma! de» Zeitraum vom Oktober 1903 bis Ok­tober 1904, gibt aber für einzelne wirtschaftlich besonders wichtige Punkte Nachweisungen auf Grund von Drahtnachrichten bis zum Schluffe deS Jahres 1904, so daß ein aktuelles Bild der Soge unserer ostafiatischen Kolonie gezeichnet wird. Photographien und Kartenpläne erläutern auch dieser Mal den Text Dieser selbst bietet zahlreiche statistische Aufgaben über alle-Gebiete der Verwaltung, über Handel, Schiffahrt, Post- »erkehr, Finanzen, Justiz', Schul« und Gesund- tzeitswesen u. a. m. und ermöglicht eS so in voller Objektivität dem Leser, sich rin Urteil über die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung zu Mden.

—* Die neuen Künfzigpfennigstücke, von denen soeben die ersten Stücke in den öffent­lichen Verkehr gebracht worden find, find ein wenig kleiner und etwas dicker als die bisher ausgeprägten Stücke. Die Vorderseite enthält die Inschrift „*/« Mark", umgeben von einem Eichenkranz, am oberen Rande die Worte „Deutsches Reich", unten die Jahreszahl 1905. Die Rückseite zeigt den Reichsadler, ebenfalls von einem Eichenkranz umgeben, darunter das MÜNUeichen K- Der Rand der neuen Stücke ist stark geriffelt, so daß eine Verwechslung mit .Zehnpfennigstücken bei nur einiger Aufmerksamkeit ausgeschlossen erscheint.

§ lieber die «ntikatholische Bewegung äußert fich der Profeffor der protestanttschen Theologie Dr. Cremer in Greifswald in einem Briefe an den protestantischen Pfarrer Dr. Schlatter in St. Gallen, den dieser in den .Evangelischen Blättern veröffentlicht, u. a wie folgt: „Was wird durch solches Geschimpf über die römische Kirche gebessert? Werden die Katholiken gewonnen? Nein, sie werden ge­ärgert. Wird dar evangelische Bewußtsein ge« stärkt? Nein, sondern das Böse rriumphiert dabei. N. ist ein Zänker und ein Stänker, den Ocht das Erbarme», nicht daS tiefe Wahrheils- rschl bußfertigen Glaubens treibt, sondern daS Bedürfnis laut und roh zu sein. Vergeffen Sie nie, daß eS vom Heilande heißt: Er wird nicht zanken noch raufen, jman wird auf sein Geschrei sticht hören auf den Gaffen. Dann kann man, Snn es not tut, auch zürnen und strafen. Aber ks demagogische Treiben schafft nur Pöbel,

Hloverts KHre.

Srzichlsng an» der Gegenwart von Alca Ruth

39

Vie Hoß ein wenig dm Keys «vtzor nrtz der v«c-

------(Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Dan« kam der Tag, an welchem Robert zurück- lehrte. Sie flog« ihm beide in d e Arme, und er drmtte fie an fich und lachte.

„Die Alte und die Jmze l"

Ä8i selben Tage rück - er noch mit dem Wunsche heraus, die Hochzeit zu beschleunigen, da ein Hr-ren- zut bald feinen Berwatter und ein trautes H4m seine Herrin habe, müße. Jdalie glaubte noch Rück­sichten ans die Welt nehmen zu müssen, aber Maire tagte resolut:

„Ich denke, Ihr habt genug Jahre deS Stückes verloren, jür Demen Vater ifl'S eiu schöner Tag i« Ämmel, wenn er Dich endlich im Friedm geborgen sicht"

So wurde denn die Traun»g in her ersten Tagen deS Frühlings in ofce Stille begangen, im S-geusatz zu dem HochjettStrubri, der einige ßett vorher in der Tugchkneipe vor fich gi»g. als Lese ihrem Krämer- stanz die H«d zum Ehebande reichte, fffaire wurde svrmrSgeichutt, um das stille Heim zu« Einzüge des juneen PaawS bereit zu halt«.

Robert mit f«nem stwz« Weibe suchte den Weg der seh-enden Kindesliebe. Er hatte do.her mck dem Ävektor der Lustalt Rücksprache gewannen und vmrde nun durch dieseu zu der Leidenden geführt. Ae saß wie immer tettnahmslos da und starrte vor stch hin. longfam sSherre fich ihr Robert, umschlang ihrer, Hatt uuv sagte:

und der ist nicht Vorkämpfer btS Eoangeittuos." Schade, daß der Name des „Zänkers und Stänkers" nicht genannt wird. Ohne Zweifel ist eS einer der Worthelden des Evangelisch« Bunde».

\ Im Reichstage hat der Abg. Büsing (natl.) nachstehende A»t«PeLatio« eingebracht: Will der Herr Reichskanzler nicht den vom Bun- desrate in seiner Sitzung vom 26. Oktober 1875 «en Beschlüsse: „Die Erwartung auszu- m, es werde den Sroßherzogl. Mecklenburgi­schen Regierungen gelingen, eine Aendernug der bestehenden mecklenburgischen Verfassung mit dem mecklenburgischen Landtag« zu vereinbaren", im Wege bundeSfreundlicher Verhandlung eine weitere Folge zu geben, da die Sroßherzogl. Mecklen- burgifchen Regierungen seit länger als 24 Jahren keinen Versuch mehr gemacht haben, der vom Bundesrate ausgesprochenen und von ihnen auf» drücklich gebilligten Erwartung zu entsprechen.

§ Die für Steinkohlen, Steinkohlenasche, Strinkohenkoks, StrinkohlenkokSasche und Sletn- kohlenbrikettS in Sendungen von mindestens 10 t in denjenigen Verkehren zeltenden Aus- «ahmstarife, die auf dem Titelblatt des ge­meinsamen Heftes II A bet Ttaatsbahngüter- tarift bezeichnet find, werden, wie der Reichsan- zeig« berichtet, vom 20. Januar d. I. ab auf den Versand nach sämtlichen Stationen der preußisch-hesfischen Staatsbahnen, der Grvßher zogltch Olvenburgtschen Staatsbahnen und der Militäreisendahn ausgedehnt. Die Fracht wird für die neu hinzutretend« Empfangsstationen nach den in den Gütertarifen angegebenen Eat- fernunzen zu den Sätzen des Ausnahmetarifs 2 (Rohstofftarifs) berechnet. Daneben wird die auf den Versandstation« zu erfahrende Anschluß- ftacht für daS Aöholen der Wagen von den Ad- schlußgtrisen erhoben. Für dir von bett ob«« schl, fischen und niederschlefischen Grubenstattonen zu b«echnenden Fracht tritt den Entfernungen der Anschlußstationen die in den Kohleatarifen enthaltene Znschlagsentfernunz hinzu. Außer­dem wird die übliche Verschiebegebühr berechnet.

* Der AuSstaud im Rnhrrevier. Die Gesamtzahl der Ausständigen im Ruhrrroier bet der Morxenschicht ast DommL?sz behug 195,875 gegen 175,558 bei der Morgenschicht am Mittwoch, und zwar fehlten in den 18 Berg­revieren des Oberbergamtsbezirks Dortmund bei der Morgenschirbt nnt« Tage von 193,705 Manu 175,578, über Tage von 46,740 Mann 20,298. In der nochmaligen Konferenz zwischen dem Oberbergamt und dem Ausschuß der vier Mergarbsiterverbände in Dortmund, der u. a. der Oberberghauptmann v. Velsen, sowie der Seh. Oberbergrat Meißn« und S?h. Berg, rat Reuß beiwohnt«, legten am Donnerstag die Arbetteroertreter dem Dortmunder ,Äen«alanz/ zufolge wiederum die Beschwerden der Bergar- beiter dar. Die Vertreter d« Regierung erklär- Leu, rote das Blatt weiter meldet, daß diese Be­schwerden noch einmal schriftlich dem O^erbergamt unterbreitet werden milchte», wo­rauf die Untttsuchungskommisston die wirklich vorhandenen Mißstände feststellen und die be­treffenden Zechenverwaltungen zur Abstellung

klärende Schein eines glücklichen Lächeln? zog Iber ihr verkümmerte- Erficht.

„Rodert," Merle fie, Mb sah fich um, „find wir betw hier zu Haufe?"

Der Direktor wachte Robert lebhas e Zeichen, den lichten Augenbl ck nicht unbenutzt vorübergrh« zu lrff«, und dieser schloß fest« seine Arme um die Kranke:

»Freilich find wir nicht zu Hanse. D-- biä ja krank gewesen, Muttchen, und rate holen wir Dich hei« zu uns tu» wir beginnen alle ein neues Leben."

„Ist Klatte auch da? Mr haben die viel ge­litten ," und chr Kopf sank wieder auf die Brust.

„fffaire erwartet uns in einem prächtigen Hanse," lenkte Robert schnell ab, „und hier ist auch Jdalir, da — stehst Du Muttchen, wie blühend fie attSfieht, denn wir dürfen nun immer mitsammen sein und Dich holen wir mit und."

Sie aber wehrte entsetzt

-Re'«, nicht dahin, wo fie tttS quälen. Ach! fie haben Dtt alles genommen i"

-Richt, daß ich wüßte", lachte er, aber innerlich erbebte er U erneutem Bangen, „schau mich doch ein­mal an, wie glücklich ich bin. Der Berwalter von Ent Änsfingen steht vor Dir I Dein Schn Robert in neuer, angesehener Stellung."

Ja bi roser Verwirrung schaute fie bald auf Ro­bert, bald auf Jdalie, die fich an fie schmiegte und dann bvnch fie in leises Seüu» aus.

Der Direktor winde, daß uren fich ruhig vT« halten wöge.

Die tränen lösten den starren Schmerz und wirk­ten dellsa«.

Und als dann Matte ihr »eficht an daS durch­geistigte der edl« Dulderin schmiegte und Mate:

Mittterch«, liebes, efaeige», ich bin schon sein Wckv", da brach baS BerMubAS sich langsam, langsam »ahn. Die Stimme btS geliebten SchveS hatte fie euS tiefer Nacht aufgeweckt, fie vermittelte

»e beim ff!äuge dieser Stimme zusam- ich reuig Heimkehr«. «brr als Du Dich weigertest, ohnehin schon «schreckte Werd bäumt« mbH zn hören, kam der alte Dämon 86«

'HDrfi^n mich, Robert? ... Sott fei mir gnädig!-

auch wrtter das Gesund« eines gevrochenen Muttem herzens.

„llsd nua", rief Robert giickttch, „ans z« Heim- reise, fflaire «wartet »M» und ff fake wird uns alle beherrschen".

riß es zurück.

„Ich habe mit Dir, Verwalter von Aus sprech«. Brot will ich für meinen Hunger

Robert zu» ' ** ”kX

18. Kapitel.

Der Ueberfall.

Stürmischer Oktoberabend! Bon be* Felde heim, teärts reitet der sänge Verwalter von «Mfingen. 6e lächelt still glücklich 'vor fich hin, denn beute bringt er den ersten Minierten Schein der «bschlagSzahlm,« auf fein emporblühevdeS BesitztAv Herrn. Durch die Dmckelhett blitz« ihm die hellerleuchtcten Fenster seines schmucken Hauses entgegen. In dem wann«, behaglichen Raum wartet nun schon vsefleicht der ge- deckte Disch auf ihn und sein geliebtes Weib geht eUferitg muh«, schaut in den stürmischen Abend hinaus und sogt wohl: Menn er doch schon $*• rück wäre!“

Darüber macht fflaire dann wohl ihre witzig« Bemerkung« und neckt die jtwqe Gattin, bis fie rot Wird und Zuflucht bei der blaffen Fran sucht, die fie au» H«z drückt und flüstert:

„Sehne Dich nur r«h ihm, ei find die schikstev Augenblicke SmeS Glückes." _ _

SS wurde ihm ganz warm bei diesem Sedanl«, uns ee trieb fein Roß zu schnellerem Troße an.

Da brach ehre Gestalt aaS dem Gebüsch- «brich- tele fich vor dem Rett« auf, der sefae Rnchettsthe fester griff nrd den Unbekannten enffatSerie, den »eg

Dieser griff aber dem Pferde in die Zügel und

Aus dem Reichstag.

182. Sitzung vom 19. Sann« 1106.

Gröffnmrg 1‘/« Uhr. ,

Brästdent Gras »nleflrem erbittet und erhätt in« Grmächti-nng, dem »aiser j« seinem Geburtstage die »lückmünsche de« HauseS darznd-iugen.

8weite Beratung bei P»stetatS.

Hierzu lieg« wer verschiedene Resolutionen VkS Zentrums, welche Wünsch«, daß d« gemein»

nach dem -ar«gute zu schaffe« und ärztliche Hilfe zu hol«. Sh fetter wollte hrttnulen sein Weib von alle» uninrichten. Seiner leidendm Mutt« sollte die Äufrtqwng erwart bleiben.

8«s dem Tran?Port öffnete der dlvchelk.de dir Auge« usd stieß hervor:

„Jetzt könnt Ihr leben uxb glücklich sein — ich habtz gekriegt — der da oben hatte mir heimgezohlt, der Gott, der an all« Vergeltung übt. — Run wellte

derselbe» ersuchen solle. Wie bet ,Boff. Zeitung' aus Dortmund berichtet wird, soll Oberderq- hauptsttiRu v. Velsen geäußert haben, er habe in der am DtenÄagnachmittag in Dortmund stattgesundsaen Konferenz mit der «rbeiterkom' Mission ben Eindruck aeroomre», daß die Arbeiter sofort zum FriedenSschluß bereit seien, wenn die Zechen »ut einen Teil ihrer Forderungen be­willigen. Die ablehnende Haltung des Berg- bauvrreins habe die Hoffnung auf eine baldige Beendigung bei AuZstaudeS vollständig zerstbrt. Lndrerseits roird demselben Blatt auS Effrn be­richtet: Der Generalausstand ist auf ben tötet Punkt gelangt. Die Vermittlung hat wenig Aussicht auf Erfolg. — Aus Dortmund wird gemeldet: Dis von Obebrrghauptmann v. Velsen infolge der Verhandlungen mit den Arbeiter- depttienm gewonnme Hoffnung, daß der Berg- ardeilkrausstand durch gegenseitiges Entgegen- komweu schnell ein Ende nehmen werde, ist durch die schroffe Ablehnung von Verhandlungen durch den Bergbauverein zerstört. Ein Be­richt an den Minister, der die Fortsetzung der Vermittelungsverfuche wünscht, ist sofort erstattet re irden. — Nachträglich wird von der Konferenz vor dem Oöerbergamt noch bekannt, daß der Bergbauliche Verein fich bereit erklärte, falls die Untersuchung das Vorhandensein von Mißständen ergebe, sie zu mildern oder zu beffer«. Daraus schöpft man die Hoffnung, daß eS der Regierung bald gelingen werde, eine gemeinsame Konferenz der Vertreter der streitenden Parteien zu ermög­liche», und man betrachtet jene Erklärung als erstes Zeichen deS Friedens.

V Berlin, 1». Jan. 190». Anläßlich btl Festes des hohen Ordens vom Schwarzen Adler fand gestern abend im Gltsabethsaal des königlich« SchlofieS eine Lasel beim Ratfetpaare ffir d-e Ritter deS Ordens statt. — Der Oberzeremonienmeister «ras A. Eulenburg erläßt eine Hosanfage, wonach am 24. Januar, abends 81/« Uhr, beim Raffer und der Raiferin im Ritter­saale deS königlichen SchloffeS hierselbft Defilier- eonr sät alle Herren vom Militär stattstedm wird. — Prinzeffin Rathilve von Sachfen- Sot ha, die »nm Besuche beLihrem «ater, dem Prinz« Ludwig von Bayern in München weitt, ist an Jrfluenza mit hochgradigem Fieber erkrankt. (Prinzessin Ma- thelde, gebaren am 17. August 1877, ist seit dem 1. Mai 1900 mit dem Prinzen Ludwig von Sachs« Robnrg und Seih«, Hauptmann im 1. Tiroler Raiserjäger- Regiment in Innsbruck, vermählt. Der «he entstammen ein Sohn und eine Tochter.) — Der Besuch deS Rö- nigs von Spanien in Berlin wird Ende Februar oder Anfang Mär» erwartet. In Magdeburg verlautet mit Befiimmthett, dsfi Röntg AlsonS von Spanien seine Fahrt nach der Reichshauptstadt in Magdeburg unterbrech« wird, um hier daS 8 Mägde- burgiiche Jvfanterieregiment Rr. 66, zu dessen Inhaber ihn seinerzeit der Kaiser ernannte, zu besichtig«. SS gilt auch als sicher, daß der RSnia dort im Auftrage des Kaisers vom Rrovprinzm begrüßt nud dann von diesem nach Berlin geleitet werd« wird.

nützig« ArbeitSnachiveiseu m bestimmt« Stund« »ist g der Ferusprecheiurichtunu« geg« mäßißv g ermöglicht «erde, daß die SosntaaSrutzr durch Siustellung des Selb., Nachnahrre-, Druckfach«, «id PakckveriehrS erweitert werbe, daß die wöcheni-- liche MaxirsalarbettSzett für die mittler« und unteren Beamt« weiter beschränkt und in btt Statistik eine eingehend» Mitteilung über die Brrhältuiffe bentw Ausland beschäftigt« Postbeamten gegeben nWde. »in Antrag «ickhof berührt fich tm letzter« Pun«v mit dem Z-ntrumsantrag.

Abg. Drimborn (Ztr.) eröffnete die Debatte mit einer anderthalb stündig« Rede, ««in et die tägliche Arbeitszeit, die Nachtdimststuod«, die Sonntagsruhe, die Ruhestunden und den ttrlaub der Beamt« er­örterte und unter Anerkenmmg deS bereits Geschehen« wettere Berbefferung« besstrwortete. Mewohl eS fich hier nm oft besprach«? Frag« bandelt, verstand der Redner ferne Nuksührungen doch d«, allerdings recht wenig«, Zuhörern aufS neue interessant zu mach«. Schließlich empfahl er zwei vom 3entrum beantragte Resolution«. Die eine verlangt, daß ben gemrin- nützig« Arbeitsnachweis« in bestimmt« (Morgevch Stund« die Benutzung der Fernfprecheinrichtur,,« geg« ermäßigte Brr-ütuag ermöglicht werde. Rach der ander« soll rrstrvs die Sonntagsruhe für die Be­amt« durch Siustelluag deS Seid-, Nachnahme-, Druck­fach«- und BaketverkrhrS an Senn« und Festtag«, sowie durch Berkörznug der Schalterstund« für d« Paketoerkehr an d« Borabenden dieser Tage in er. höhtem Maße durchgeführt werden; zweitens für btt mittler« und unteren Beamt« die wöchentliche MaznmalarbettSzeit weiter beschränkt; brtitwS soll in der Statistik der ReichSpost- und Telegrapheweer- wattung eingehende Mitteilungen über die Verhältnisse bei Postbeamte» in ben Kolonien und über das außer­halb deS BramtenverhättniffeS stehend« Personals gemacht werd«. Die von der Reichspostverwaltung gelieferte Statistik nutzte er in seinem Vorträge reichlich aus.

StaalSsekretär Kretke sagte wettere Reform'» zu, machte jedoch auch Schwierigkeiten und meinte, etz gehe nicht alle? so leicht zu oerbeffetn, wie man wohl möchte Veg« bm Wunsch TrimbornS, noch ver­heiratete Beamte in die Kolonien zu schick«, berief er fich auf prakrische Erfahrung«, die zugnnst« der Ur- verheirateten sprächen. Dir Einführung der Postau- weisungS KuvevtS könnte er richt in Aus ficht stell«.

Die Abgg Singer, Patzig und Blell trug« ihm gleichfalls eine Stenge Wünscke und e Beschwerd« vor, zu den« der StaatSfekretär fich äußerte; er teilte u. a. mit, daß vom 1. April ab versuchsweise auch Postkarten zugelaff-n werden sollt«, deren Adreff«- leiten zur Hälfte für Mitteilung« bestimmt feien.

Hieraus vertagt fich das HauS. „ „

Freitag 1 Uhr: Interpellation brtr. den Streik im Ruhrrevier.

Schluß nach 6 Uhr.

am und bat «vor.

Bus dem Landtag.

«dgevrdueteutzanS.

121. Sitzung vom 19. Januar 1605.

Eröffnung 11'/« Uhr. ,

Fortsetzung bet 2. Beratung deS Gesetzes betr. Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten.

Ueber die Kostenfrage bestimmt § 25 (nach den Kommissto-sbeschlüff«), baß die Kosten des beamteten ArzteS der Staatstafle zur Last fallen, die— abwerchenb von der Regierungsvorlage — auch die Kosten der Fest­stellung von Scharlach, Kö«erkrankheit und Diphtherie zu trog« hat.

•tu Antrag ». Ktzlicheu (f.) will die Kost« der SfaatSkaffe nur auferlegen für Orte, die 4 Kilometer vom Wohnort deS nächsten ArzteS entfernt find. Diese ltzerpstichtuu» solle «eiter nur für die amtliche Betäti­gung des ArzteS gelten.

«bg. Garn» (freit) bittet um Ablehnung beider Anträge, da die Vehörv« schwer unterschrid« könnt«, wenn eine Handlung deS ArzteS zur auSschlieblA« amtlich« Befugnis gehöre. Die Grenze von 4 Kilo- «der fei durchaus willkürlich.

Der llndekannte beutete ei falsch unb gfaudle, daß Robert über ihn hinwesf-chrn wolle, hing fich doh« totietb an ben Zaum und versuchte baS keuchende Roß zum Sttllstanb zu bringen.

Roderts Bemühung«, boS aufgeregte Tier uieder- zuho-tt«, halt« nun eine gegenteilige Wirkung, eS schlmderie den «erwegeueu unter seine Hufe unb jagte davon. Erst am Walbrande vermochte eS Ro- bert mit oller Gewalt zu zügeln, band es au einen Baum und ging in bet Dmmelhett de« Weg zurück.

Sine maßfase Aufregung butchbebi« ihn. Sollte er noch immer nicht Ruhe falben, ober war dieses «st b* Abschluß einer (etbenSrtld}« Zeit?"

In der Nähe hörte er Stimm« und eilte daraus zu. .^oei ffnechte vom Gute «ar« um rin« schl^c- röchelnd«, berabgekomm«« Mensch« beschäftigt. Sie berichtet« Robert hastig, daß sie daS verdächtige Se- bahnn jene- Mannes schon am Nachmittage beobachtet und ihm auigemerkt b*ittewt Wie er fich bann hier im Busche versteckt geholt«, hätten fie gleich au ein« UibetfoH ans ihn, ben 53 ermatt er, den um diese Zett genrefahin heiwrriee, gedacht und sei« uachgeschlich«.

Robert b«gte fich ober den aus einer tiefen Krps. wunde Blutenden herab und erkannte im Schein eines entzündet« estreichhokzeS, tu herabzeriffener Kleidung — Rolf, verkomm«, zerrüttet.

Sofort xad er Befehl, d« Schmeiverivundet«