Jahrgang.
Fulda, Donnerstag, bett 19. Januar 1905.
(Nachdruck verboten.)
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(Tchwß folgt.)
in Zulda (Ya Zernfprecher
Schrecktlcher wie bi» jetzt tarn nicht- mehr über wri hetetabrechen“, sagte Jtelie, aber dann schreckte sie doch zusammen, als der Briefträger en der Hau»- tät etwa- obgab und Lene einen schweren versiegelten Bries hereir brachte, der an Jdalie gerichtet War.
Sie hielt ihn in der zitternden Hand an* hauchte: Klaire eS gibt noch schlimmere» l O Maire, alle» kaan Ich «tragen, af ts rhn verlieren — o mein
versuchen, vom Gandfeld tsS Hereroland zukehren. Nur Wilhelm Maharero ha r »och einen Rest gut bewaffneter Okayandja-Leu e ja* so m men, bet denen sich auch Treugott, Sohn neu Tjetjo, befinden soll. Ferner soll nach AuSssqe von zwei Töchtern KarnbzembiS neuerdings auch Salatiel in der Gegend von Omambonde, 8O Kilometer nordöstlich von Warerbero, oeftorben fein,
die W-rihelden täuschen lassen, sondern ans die hören, die ihnen zur Mäßigung und zum Frieden
toten.
• eine vom großen Seneralstabeaus- i gearbeitete Denkschrift übet den Verlauf| des AmfftaudeS in Dentsch Südwrstafrika i ist dem Reichstage zugegangen. Die Denkichrist ' betont u. a. die Schwierigkeiten für die Kriegs. Operationen infolge der mangelhaften Landungs- verhälmiffe in sSwakopnmnd und der geringen j Le stunge fähigkeit der Bahn Swakopmund—Windhuk. Dollste Anerkennung wird den Leistungen der Truppen, den Offizieren wie den Mann» sckaften, gezollt. Den Heldentod fanden bisher 39 Otfi'iere und 286 Mann, dem Typhus erlagen 15 Oifijiere vnd 247 Mann. In der letzten Reit find die TyphuSfälle zurückgeaanpen. Im Schutzgebiet befinden fich jetzt rund 10 400 Mann, darunter 700 Verwundete und Kranke; von diesen find 374 Typhuskranke. 2730 Mann find noch auf der AuL reise oder gehen in nächster Zeit ab. Nach dem Eintreffen der letzten Transporte wird der Rest des Marine-ExpeditionSlorps mit rund 350 Mann zurückgezogen. __
♦ Der Aufstand in Deutsch -Güdtvest- afrika. Nach einer Meldung deS Generals q. Trotha bat Wilhelm Maharero in Omba- kaho, 25 Kilometer nordwestlich von Gpukiro, seine Unterwerfung angezeigt und rückt bereits von Tturmseld den Omurambo auswärts dorthin. Der Kapitän Zacharias Beraua von Otjimbingue, deffen Unterwerfung bei Owinaua- Naua am 12. Januar gemeldet wurde, sagt über den Verbleib der Kapitäne und Kriegs, (eute der Hereros folgendes aus: Als General v. Trotha mit den Abteilungen Estmff, Volk« mann und Mühl-nfels aus der Verfolgung ins Sandfeld am 29. September Offombo-Windimbe, 13 Kilometer nordöstlich von Gpata, erreichte, floh nach dem ersten Schuß Samuel Maharero von einer noch weiter ostwärts gelegenen Wasser- stelle aus nach Nordosten; eS begleiteten fcn Dnania (wahrscheinlich Oanja), der die Hereros bei Okavarui führte, Kajata, Hävplling am | weißen Nosob, Michael, Kapitän von Omorutu, i Mulate D wid (Sobn KawdazemöiS) von Water- berg Kaijahinga, Affa Riarua (Bruder deS im Jahre 1896 erschossenen Häuptlings Niko. ] demus und nach zahlreichen Nachrichten der tatkläftigste und kriegslustigste Führer der HereroS) und der Anhang dieser Grobleute mit einigen Pferden, wenig Vieh und vier Wagen. Aber wenig Berittene erreichten mit Samuel Maharero Onjainja (Neinei, auf Blatt Andara der Kriegs- karte 180 Kilometer nordöstlich von Epata). Die anderen kehrten aus Waffermangel nach den letzten Wafferstellen des Eisebfluffes um, darunter auch Wilhelm Maharero mit dem Rest der Oka handja-Leute; Pferde, Vieh und Wagen ging verloren. Salatiel, Sohn von Karnbozernbi von Waterberg, floh nach dem Omurambo, an dem Otjosondn liegt, wobei er den letzten Rest seines . Viehes einbüßte. Banjo fi-rb. Zacharias Benana ; selbst kehrte zurück zum E seb. Tjetjo, Kapitän । der Owambandjoru, und Mambo vom weißen : Nosob find verdurstet; das Vieh und die Kriegs- ! heute find zersprengt und werden größtenteils
Woberts KHre.
^Erzählung aus der Gegenwart von Alca Ruth.
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Druck und Verlag du
Sott!•
^et"ongsttetenten all,' der | rmr^te." Er gestatteimir, die» Bfitz'umdurchsetae Hand .wenn er schreckliche» euthLten sollte, so wollen 1 —— »-«-• tnhe6 iA mit
wir uns nicht länger i» Ungewißhrit martern“, onb fie erbrach ihn, lag einige Boten Und atme»
HkscheiM tS-ttch. wtt lns«al?we der sonn. 8z,d Feiertage, viertel- «tzrl. vezugspreis Tue vringerlohn und Bestellgeld in Zulda und «newärie t M. 50 Pfg.
Verantwortlicher
genug damit, machte er mir cmch folgendes Anerrieten. Unweit der Here »schlöffe, liegt «n schmucker Waid- schlühchen in einet prächtigen Gegend. Weil es dort traulicher und heimlicher ist, können wir da beff« wohnen, — .Wie“, begreifst Du dar unendliche Glück in diese« Worte! — Zn dem Schlößchen gehtee« Länder eien, die dmch Beruachläifisung etwas im Ertrage zurückgeblieben stad Diese getören nicht zum Majorat und deShttb Überließ er fie mir käuflich gegen versetzte eine geringe Summe, die er mir allerdings leihen
tie^ jJott im Himmel, Lob und Dank! Nach der langen Sturmnacht kommt endlich die Sonne.“
Der Inhalt des Briefe» war folgender :
.Mein teures Lieb! Al» ich von Dir fortgma, war mein letztes Wort: „Wenn ein Bries von mir kommt, dann bin ich am Zele weiter Wünsche oder am Sude meiner Tage.' Dem Hmmel Dank, kann ich Mr tun da» erste melden. Ich will kurz fein in meinem B richt, len ich hoff-, bald Such alle» mündlich viel besser erzählen zu können. Auch meine vielen «ersuche, mir zu ehrlicher Arbeit zu verhelfen, will ich mit Schwetren übergehen urd gleich da beginnen, wo mein edler Helfer durch Gottes Fügung mir in den Weg ae führt wurde.
Dieser Mann ist der frühere ^up^ann S ürmu, bet da» M.lüär quittierte um rie ihm Erbschaft, rin Rittergut, zu bewutsch-sten. Das Leben eines LarijunkerS behazte ihm ind^flen nich, und er Wünschte Wieder in da, Heer Zuröckznkehren. St hat mir schon früher fteundfchrftlich beigestardeu und zeigte anch jetzt die ganze öße seines ^delwue» dadurch, daß er mir die Berwsleerstell« seines Gute» anbgr, obschon ich rech einige Ztit brastche, 6m mich in die landwirtschaftlichen Dinge rir juarbestw. Nicht
ArbettSkräste mit bebauen zu laffen, sodaß ich mit einiger Sparsamkeit in wenigen Jahren ein ftlbst- ständigrr, mit eigenem Grundbesitze beglückter Guts« besitzet sein kam,. ___ ..
Die Einrichtung des Schlößchens ist vollgändrg und zeigt den vornehmen Geschmrck des verstorben« Besitzer» Ich habe schon elnem Dag darin^g lebt und mich in unser spätere» Glück ^i«tagtträumt. Me ich nach harter Arbeit in »ein schöne« Heim L, m'r voran der prächtige Nentandländer (ist scho i da) und ich schaue durch die geöffnete GlaStüre auf die mit bohea Blaitpflarzen, Oleandern und Eanielieu ^schattete Terrafl- hinaus, wo meta liebe» Weid in dem leichttchwtngeudeu Schaukelstuhl znt-ck- liegt und eine» ihrer lletaeu Lieder firgl, die zitternd durch de» traumvollen Abend ziehen. lind Klaire kommt au? dem Dorfe heraus, wo fie bei der biederen Landbevölkerung schon .die gute Taute“ heißt.---
Ach! mb nur eine Lücke ist! Die arme Mutier!“
Jdalie weinte, r» Waren Träne» bet Freude, und j deS Schmerzes. Sie eilten mit dem Jubel ihr«, , Hetzen» zur Heil« stall. Mese Nachricht mußt« die Mmier dem Leden zmückgebeu. SS ward ihnen le- doch der Bescheid, im Jitereffe bet »ranken soll en sie von ihrem Bor haben adstrheu, da jede Auftegung, sei e, auch eine freudige, vermieden werden müffe.
Bus dem Reichstag.
120. Sitzung vom 18. Januar 1906.
Eröffnung l1/« Ubr.
Anträge auf Einstellung von Strafverfahren gegen die Aba. Scheidemanu (fozd.), Serstenbetger (Rtr.), Sch Midi'Frankfurt (sozd.) wegen Belerdirung und gegen den «bg DrerSbach ftozd.) wegen B«» gehen» gegen da» BereinS- und BersammlungSrechr werben entsprechend den rrommtsstonSteseylüssen tebatte« lo» angenommen.
Hierauf wird die »weite Beratung deS Etats fett» gefetzt beim «tat de» ReichSeifenbahnamtS.
Ab,. Erzberger (Ztr.) bat um Auskunft über da» ErgebaiS der Berhandkungen, die zwischen den ejnyb staatlichen «isenbahnverwaltungen behufS Schafsa>tg einer BetrtebSmittelgemeta schäft in dir Wege geteiiet worden st»d und sprach die Erwartung au», daß fte im nationalen und voltswirtschaftlichen Interesse pt einem gedeihlichen Abschluß »ebracht r^rden möchten. Redner betonte, daß stch auf diesem Wege die Möglichkeit biete, unter voller Wahrung der einzelstaatvcheu Hoheit auf dem Gebiete des BrrkedrSwesens eine »et« einheirlichung deS »erkehrS herbeizuführen. Im wetteren besprach Redner die vom ReichSeisenbahnamte herau-gevebtnr Eisenbahn-Statistik.
Abi. Dr. Hiebet (natL) erwartete von der B?- I triebSmittelgemeinschast gleichfalls eine B-reiufachtMg, Erleichterung, Berbilliguug und Beschleunigung deS BetkehrS. „ _ _ , .
Prästdent de» ReichSeifenbahnamt Dr. Schulz ri- dauerte, auf dir Anfrage deS Abg. Erzberger eine Antwort nicht geben zu können, da die »rrhandlungeu, denen er (Redner) den besten Erfolg wünsche, noch m I per Schwebe seien
Abg. Dr. Pachaicke (fr. ®8fl) sprach die St- Wartung au», daß au» den Berhaudlunaen übet die Betrikbsmittelgemeinfchaft al» wertvolle» N-bruprodutt eine Reform, und zwar eine Vereinfachung und Verbilligung der Tarike hervorgehen würde.
Ada Gtorz (füdd. Bp.) erwartete von der Be I trieblmittelzemetuschaft die endgiltige Beseitigung der Berkehr»umleitungeu. r v .
Abg. Dr. Pistler (Ztr.) stillte fest, daß rn der Frage der rlmlettungen ave einzelstaralichen Eisenbahnverwaltungen ohne Ausnahme gesündigt ha ten. Im weiteren sprach er die Erwartung auS, daß der den Vereinbarungen über die BetriebSmiitelgemeiu- fchaft die Unabhängigkeit und Selbständigkeit der einzelstaatlichen Etseubahuverwaltuugen nnangetastet bleiben werden. Die Erwäßigung der Tm ise habe ihre bestimmte Grenze, «ine Ermäßigung in bet Weise aber, daß der Preis der eir fachen Fahrkarte auf den PreiS der Rückfahrkarte festgefleüt werde, fei sehr wohl möglich und zu empfehlen. Weiter sprach der Redner den Wunsch auS, daß daS RrichSeifenbahnaWt auf eine B-reinfachung der italienischen Rundr^e. I karten hinwirken möchte und daß in Zukunft brr Reformen auf dem Eisenbahngebiete die ernzeluen Ber- wal-ungeu stets im Etaverstäudnis m te,»ander vor«
I fltbeR wöd)ictt-
-Z Zum Schluß der Sitzung gab t» noch eine feb» hafte «uSeinandersetzuna Aber die Vorzüge und btt Nachteile der 4. «Uffe. Die Abgg. o. »erlad, (fr. vgg.) und Dr. David (sozd.) bezeichneten die 4. Wagenklaffe al» ein menschenunwürdige» Beför- I derungsmit kl. . .
Abg. Dr. Pichler (Ztr.) sprach dre Erwart^» ans, daß, wenn Preußen die 4. Wagenklafse beibebalten wolle, e» wenigsten» die süddeutschen Staate« 1 damit verschon » möchte. ___________
dieser Preffe wichtiger als eine glückliche Durch-1 i {Üb ung deS Streikes und eine Befferung der 11 Lage der Arbeiter. Der .Vorwärts^ beweist es ' heute wieder. Der sozialdernokrattsche Partrivorstand hat alSbald einen bombastischen Aufruf zu । Sammlungen für die Ausständigen erlaffen, worin ! er mehr reizt als beruhigt. Stolz renommiert i jetzt der .Vorwärts', der Erfolg der sozialdemo- l kratifchen Sammlung komme ohne Unterschied der Organisation allen Streikenden zu gute, »auch den ZenttumS-ArbrilernundHirsch Tuncker'schen", und höhnisch fragt er, ob Zentrum und Freifinn es der Sozialdemokratie allein flbettaffen wollten, die christlichen Arbeiter und die Hirsch-Duncker'- schen zu unterstützen. Er wünscht natürlich durchaus nicht, daß auch andere Parteien sammeln möchten, sondern hofft im Gegenteil, daß die Sozialdemokraten den Arbeitern werden sagen können, fie allein unterstützten fie durch die Tat. Wir möchten nur bemerken, daß die Zmttums- Partei als solche keine Veranlassung hat, einen Aufruf zum Sammeln zu erlassen, denn fie br- trachtet den Streik ganz und gar nicht als eine Parteisache und die christliche Organisation nicht I als eine Partei-Organisation, sodaß fie verpflichtet
wäre, für die Mitglieder dieser Orga-isation als Partei einzutreten. Indem die Sozialdemokraten jetzt wieder einmal die „freien" Gewerkschaften als ihre Organisation zu behandeln fär gut befinden, verraten fie aufs neue, daß fie mit doppeltem Brote arbeiten. Wenn der Partei an den Gewerkschaften etwas unbequem ist, werden fir verleugnet ; wenn fie für die Partei nützlich sein können, werden fie als Parteiorganisation in Anspruch genommen. Wollte die Zemrunripartei für die Ausständigen sammeln, so würden fie stch Sie Sozialdemokraten dabei sicher nicht zum Muster nehmen. Diese gehen systematisch daraus aus, die Verbitterung der Arbeiter zu steigern und Jllufionen bei ihnen zu erwecken. Bei jedem Streik nehmen fie den Mund ungeheuer voll. Die deutsche Arbeiterschaft werde die streikenden Kameraden nicht oetlaffen; Geld sei in Hülle und Fülle da; die Ausständigen könnten es noch lange auShalten; binnen kurzem würden die Unternehmer zum Nachgeben genötigt fein; das i find die üblichen Brarnarbafierereien, die den Betörten alle Loge vorgeiragen werden. Selbst wenn ein Streik unmittelbar vor dem Zusammen-
I bruch steht, liest man in der sozialsemokkatischen Presse noch prahlerische Prophezeiungen über den Sieg der Arbeiter. Wir erinnern nur an den vor einem Jahre plötzlich für beendigt erklärten Krimmitschauer Ausstand. Unmittelbar vor dem Ende hatte die soiioldemokratische Presse noch den nahen Gteq der Weber a!S sicher verkündet. Mözen die ausständigen Bergarbeiter fich wohl vorsehen, daß sie fich nicht ebenfalls durch die sozialdemokratische Preffe allerlei Wind vormachen und fich noch einen baldigen Sieg einreden lassen, wenn ihre Niederlage schon zweifellos ist. Man sieht schon hmte, daß die Sozialdemokraten eS daraus abgesehen haben, ; hie Schuld an dem etwaigen Mißlingen des
Luistandes der Zentrumspartei zuzuschieben und : daß ihnen das wichtiger ist alS ein Sieg btt ; Arbeiter. Mögen die Arbeiter fich nicht durch
Deufidies Reich.
Berlin, den 18. Januar 1905.
* Der Suiser sprach heute morgen beim LkichSkanzler Grafen von Bßlow vor. Mittags suhm er hn Schlöffe die feierliche Investitur der sechs jüngften Ritter des hohen Ordens vom Schwarzen Adler vor und hielt darauf ein Kapitel des Ordens ab.
* Die Verhandlungen Über den deutsch- -fterreichische« HsudelSvertreg find, wie von gut unterrichteter Seite verlautet, nunmehr in der Hauptsache zum Abschluß gelangt. Es ftnb nu* noch einige Formalitäten zu erledigen. Die getroffenen Abmachungen werden alS günstig für unsere Landwirtschaft bezeichnet.
* Ja der letzten Zeit find, so schreibt die Mordd. Allg. Ztg.', durch die Presse Mittei- taugen gegangen, welche eine falsche Aufs iffung über die Tätigkeit der Prenfiischeu «brech- »««gskamMer in ihrer Eigenschaft als Rechnungshof de» deutschen Reiches auf dem Gebiete des kolonialen Rechnungswesens Hervorrufen könnten. Insbesondere find einzelne Fälle um Erinnerungen aufgeführt worden, die in Wirklichkeit nicht erhoben worden find. Asch muß gegenüber der am Rechnungshöfe geübten Kritik festgestellt werden, daß drr Rechnungshof bei Prüfung der Rechnungen der Schutzgebiete, sowett es nach den bestehenden gesetzlichen Be- stimmungen zulässig war, auf die besonderen von ibm als schwierig an«kannten Verhältnisse d« Kolonialverwaltung stets Rücksicht genommen hat. Eine weitere Vereinfachung des kolonialen Rechnungswesens, wie sie durch die wirtschast- lichk Entwicklung und die Ausdehnung der Vrr- wattung mit Recht verlangt wird, kann nur durch Abänderung der einschlagenden gesetzlichen Bestimmungen erreicht werden.
* Dee große Bergarbeiterftreik iw Ruhr gebiete greift immer weiter um fich. Heute finden in Dortmund Verhandlungen statt, an beiten die vom Minister Möller entsandten | Geheimräte Rruß und Meißner trilnehmen. Br« bäuerlicher Weise hat der bergbauliche Berein c8 abgelehnt, an den Beratungen teilzunehmen. — Auf der Zeche Julius Philipp bei Essen, die bei längerer Dauer des Streiks hätte stillgelegt werden müssen, ist eine Brr- fiändigung zwischen der Zechenverwaltung und den Arbeitern erzielt worden. Die Arbeit wurde wieder ausgenommen. Auch die Verwaltung der Hauielschen Zeche Rheinpreußen hat die Forderungen der Bergleute angenommen. Die Belegschaft beschloß infolgedessen weiterzuarbetten. Aeberall herrscht Ruhe, was besonders den Bemühungen der Gewerkschaftsführer zu verdanken ist. (vql. Depefchen.)
‘ § Daß von dem Bergarbeiter-Streik den Sozialdemokraten die Ausnutzung für ihre Parteizwecke die Hauptsache ist, hat' die sozialdemokratische Preffe, besonders der.Vorwärts', schon wiederholt bewiesen. Die Sozialdemokratie als die einzige aufrichtige Verfechterin der Arbeiter-Interessen anzupreisen und die Arbeiter gegen die übrigen Parteien rinzunehmen, das ist
Am Morgen wußte Jdalie dem Baier beim Her- ablommen stützen Uvd bestand barau’, nach bem Arzte zu schicken vogleich führte fie ihn zum S fiel und ging hinaus, uw den Morgeckaffee heretozaholen.
Gleich beim Eintritt in» Zimmer gli't br» Geheimrats Blick zu dem Schreibtische hinüber und haiteie | an diesem mit starren «»gen. E-Wa» War oa bem- selben nicht wie gewöhnlich. Dte Schubladen schienen nicht völlig geschtassen, »«d lm'^ dem D ck-l de» Patte» stand ein etngetiammette» Stück Papier hervor.
Mit größter Anstrengung erhob er fich und schleppte fich bi» zu dem Schreibtische. Der Schlüffe! ging nicht in» Schloß, fealfeibe war erbrochen. Gr hob den Deckel auf uad suchte ba« Gelb - vergeben»! Er war bestohlen!
Eine furchtbare Ahnung burchschauerte ihn. Er wollte rufen, allein bet Hal» war ihm wie zugr- schnürt. Bor ihm lag ein Zettel. Den las er; ba- rauf patri. mit bfm nölisetl Gelbe verseben,
um -ach Amerika zu gehen. TS traf sich gut, daß bie eingelegten Summen wenigsten» ba Mühe weit waren, erhoben zu werben. — Rolf.“
Der alte Mann hielt fich an bem Schreibtische fest schnappte nach Luft und fick bann lanilo» mit dumpfem Ausschlag auf den Boden in bem Augenblicke, al» Jdalie mit dem Kaffeegeschirr hereentrat. Ihr Ausfchrei du>chg'llce ba» Han». Klaire und Len« eilten herbei, Nachbarn braegen dmch die Türe, auch bet Arzt etschttn und konnte nur feststelleo, daß bet Geheimrat an einem Herzschlage verschieden war.
11. Kapitel.
Endlich zum Frieden.
In dem geheimMlich« Hauk« Var» einsam ge- »orten. Zwei fliHtr an ernte Frauen saßen beisammen und suchten be» furchtbare Geschick ro ruhiger Ergebung zu tragen.
Sie verstvmmte, denn fie halte den alten Mann nie so eingefallen und nlebergeschmettert geschen. Sie hals ihm am Abende die eingelaufenm Reckvmigen ordnen, ba» enthobene Geld abrähleu und verschließen. L-b'NLN lag Rolf auf bem Svpha an-gestreckt und sWei, denn er machte die Nacht znm Tage und gedachte auch diesen Abend noch an-zugehen.
Klaire hielt stch immer mehr auf Jdalien» Zimmer zurück, sie lohnte Rolfs Anblick nicht ertragen. Za ,;hr ging Jdalie noch vor der N-chtrnhe und erlrich- terte ihr Herz. m .
„Roch immer Mit Nachricht von Robert, also irrt er in der Welt umher und hat noch immer nichts griunbe«."
„Ich kenne ihn unb weiß, teß et nut schreiben Wirb, wenn seine Stellung dauernd und eimräglit A , versetzte Klaire, .freilich weiß -ch nicht. Wie et sich vorteilhaft noch burchbkiagen könnte. Der atme Junge War Soldat, und dies mit Stolz und Freude. We kann er ba fich mit Kraft und B-g-isierung einem fIberen Berufe zmvend«,. Wäre wenigsten» das eiratSgut seiner Mutter nicht verkauft worden, — « weißt, sie stammt au» eiset atijunkerlichen Fa- njitfe — und Robert bracht« mit Vorliebe feine Ferien hort zu, half auch wohl zuweilen dem Baler, der ein guter Beamter, ater ein schlechter Landwirt war, in ter Buchführung. Nun ater mußte da» Gut in fttaer Mutter WittWenjahreu veräußert werten. Sch, Wenn ein wohltätiger Mensch ihm einige Tausend zur Bastgung sicklte z-m Rückkauf diese» Gate» l shr Lite "ab ta «ferne Leute. Na, gute Nacht, Dolchen, tflfaoie einstweilen davon.“
gulöaer W Zeitung
M . zuldaerActtendm«
wochMMge: „Jllufttiette Soimtagrzeitnng" M°nat5i>-Nage: „Kllda« Gefchichtrblätter".