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Druck und Verlag der Kuldaer Rctiendruckerei in Zulda < Harmonie Zernsprecher Nr 9.

M 14

Fulda, Mittwoch, den 18. Januar 1905.

32. Jahrganq.

Zweites DtcrLL.

[] postoerkehr zwischen öen ver­einigten Staaten und (Europa.

Der von dem Generalpostamt in Washington veröffentlichte Jahr«bericht über den ameri­kanischen Postverkehr mit dem Aus­land e für das Statsjahr 1933/4, schließend mit dem 30. Juni vor. Js., enthält wiederum eine Reihe intereffantrr statistischer Angaben. Nach dem Bericht betrug das Gesamtgewicht der im vorigen Jahre befö-derten Postsendungen:

nach England an Briefen und Postkarten 165 148 403 gr, an anderen Postsachen 1183558450 gr, nach Deutschland 79606545 gr, Mm. 640796 637 gr, nach Frankreich 38993 990 gr, br»w. 311716474 gr.

Wie au8 dirs-n Angaben erhellt, ist der Post- verk.hr von den Vereinigten Staaten nach Eng­land mehr als doppelt so umfangreich, wie nach Deutschland, wahrend Deutschland wiederum Frankreich um mehr als das Doppelte über­trifft.

DaS von den an dem Postoerkehr be­teiligten Dampfergesellschaften beförderte Quantum stellt sich wie folgt:

Briefe Drucksachen

International Mer« ea»tlle Marine Co.

White Star . . . Norddeutscher Lloyd Cunard Line . . . Compagnie Generale Tansattantique (dir. nach Frankreich) .

Hamdg. Amerikalinie Holland-Amerikalinie

gr gr

159097336 1081363068

131654060 687811245

112852195 535 >»00384 99175639 573 745873

33523082 131772011

27734993 126053877

2326511 14125 791

Den Beschluß bilden eine Anzahl kleinere Geseüschaslen. Die Internationale Mercrntile Marire Co. erhält bekanntlich eine namhafte Postsudoentio», wodurch sich die Bevorzugung derselben erklärt. Bon den kontinentalen Linie­tritt daS Uebergewichl des Norddeutschrn Lloyd in dem Postoerkehr auch im letzten Jahre wieder schlagend hervor.

In ter Tabelle über die Ablieferungszeiten der Post steheir an erster Stelle die deutschen Schnelldampfer. Die für die einzelnen

Dampfer aufgeführte Reisedauer bezieht sich im dessen nicht auf die eigentliche Seereise, sondern auf die Zett von dem Abgang der Post von dem Postamte in Newynk bis zur Ankunft auf den Postämtern in London oder Paris. Die schnellsten Reisen wurden von den Dampfern „Kaiser W l- helm II." deS Norddeutschen Lloyd und „Deuffch- land" der Hamburg-ilmenka-Lmte in je 146 8 Stunden »urückaelegt, dann folgen die Norddeut­schen L'oyddampfer „Äaifer W-lhelm der G oße" mit 148.4 und „Kronprinz Wilhelm" mit 148 9

Stunden. Die durchschritt« liche Fahrzeit stellt st» bet der „Deutschland" für 7 Reffen auf 150,5 Stunden, bei dem „Kaiser Wilhelm II." für 11 Reisen ouf 151,8 Stunden, doch find siese Ziffern insofern zu keinem Vergleich geeignet, w-il di« „Deutschland" nur für einen T »1 de» Jahres in Fahrt war und sich durch jede Ritte, we che die selbe während der Zeit, wo die Sch'ffe die lange Dtftanz zu durchlaufen haben, weniger als der „Kaiser Wilhelm II." anSjührle, das Durch­schnittsergebnis erklärltcherweise zu llngunsten des letzten Dampfers ver'chieben muß. sTat,Schlich hat denn auch der „Kaiser Wilhelm II.“ heute noch den Ozeanrekord inne.

In weitem Abstand von den deutschen Dawpsern folgen alsdann die englischen und amerikanisch en Dampfer. Wir g den hier nur die Zeitangaben der schnellsten Steifen von den bekanntesten Dampfern wieder. ES gebrauchten: Von der Cunard Linie die D. „Lurania" 163,6, „Campania" 164,4 Stunden, von der Whtte Star-Linie „Oceanic" 167,6,

„Majestie" 176.8, „Teutonic" 183 2 Suaden, von der Amerikan Linie „St. LoutS" 167 9, „Philadelphia", „New Jork", „St. Paul", von 171,7 bis 179,7 Stunden. Endlich find noch zn verzeichnen die Dampfer der franzöfiichen Gesellschaft Generale Transatla-rque „La Lor raine" und „La Samir" mit 172,5, „La Tou­raine" mit 186,5 Stunden bis Paris gerechnlt

Im Der kehr mit Deutschland gelangten im verflossenen Jahre auf den mit Seeposteinrich langen versehenen deu sck-n Schnelldampfern zur Bearbeitung: Von New N»rk 3960400 gewöhn­liche und 83 338 Einschreibesendungen, ferner 7736 Säcke Drucksachen. Es ergibt d-eS pro Reffe 84 264 gewöhnliche unb* 1773 einge­schriebene Sendungen, sowie 145 Säcke Drucksachen.

Nach New Jork war der Umsang der Poft fenbungen noch bedeutender, und zwar 11401600 gewöhnliche und 215198 Eins hreibese dangen und outzerdem 11931 Säcke Drucksachen Die dmchschnttiltch ferliaz.stellende Postmerg- belief sich hier auf 242 587 .ewöhrttiche und 4579 ei » geschriebene Brufe rc, sowie 254 Säcke Druck fach n pro Reise.

[] Die öemsche Flagge im Mittelmeer.

Auf den deutschen Reisenden, der in einen der großen Hafer Plätze des Mittelmeeres kommt, macht nächst der bezaubernden Schönheit der sonnigen, nuerumfpßlten Gestade die überraschend großartige Vertetu-g der deutschen Flagge unter den im H^fen verkehrenden Schiffen den tiefsten und nachhaltigsten Eindruck Wer im Hafen von Genua, etwa vom Leuchtturm aus. daS unvergleichlich herrliche Pano ama betrachtet, um unter den zahlreichen Dampfern, die den Hafen beleben, die G: pve der stattlichsten und schmucksten herauesucht, entdeckt bei näherem Zus hen zu seiner freudigen Ueberra(cbung, dat- eS deutsche Dampfer find. Auch im Hffen von Neapel ragen aus allen Schiffen der Welt die hier anlegen, die deutschen durch ihre Größe und Anzahl hervor. Vom Eingang ins Mittel- meer, von Gibraltar an bis zu den Orient- Häfen, bis Port Said und Konstantjnopel, fi ht der Deutsche mit Stolz seine Flagge von zahlreichen stattltchen Schffin wehen.

Alle großen deutschen R ebneten laffn durch ihre Sch ffe Miitelmeerhäfen an'aufen, der No d- dentsche Lloyd, die Hamburg Amerika-Linie, die Hansa, die Deutsche-Leoante - Lime, die Ost- ofrika-Lnie und noch manche andere. V^ran stehl der Norddeutsche Lloyd, sowohl war die Größe der Dampfer als die Bedeumng der Lmien für b.n internationalen Reise- und Fracht o-rkehr betrifft. D-r größte Hande!sdanpfer, der durch das Mtttelmer in den fernen Osten fährt, ist der „Große Kurfürst" dieser Gesellschaft, dem sich noch mehrere Schwefterschiffe ebenbürtig anschließen. Bier reguläre Linien des L oyd be­rühren Mrttelmeerbäs'-n: Die Dampfer seiner ostastatischen Reich postdampserlinie laufen i» vie zehntägigem Dienst sowohl ausgehend als einkommend Gibraltar, Genua, N spel und Pott Said an, die feiner australischen ReichSpost- dampferlmie in dreiwöchentlichem Dienst aus­gehend und einkommend Genua, Neapel und Port Said. Ferner bat ter Lloyd zwischen Marseille, Neapel und Al-xandrien einen wöchert- lichen Dampferverkehr uno endlich eine Schnell bampfetltnie Newyork—Genua, deren Dampfer Gibraltar, Neapel und Genua, ausrahmSweise auch Algier, anlaufen. Daneben betuchen aucy einzelne seiner Dampfer auf Sonde, führten die Häfen des Mittelmeeres. Bekannt find die drei Reisen, welche im Frühjahr 19 4 die „Maria Theresta" nach allen schönen Punkten des Mittel­meers bis nach Palästina und Konstantinopel hin machte. Der „Große Kurfürst" brachte im März 1904 eine größere amerikanische R ife- gesell chaft nach den tntereffanteflen Plätz-n des Orients, Und ferst vor wenigen Monaten bat eine große deut'che Gesellschaft den L < y damvfer „Schleswig" gechartert, um eine Exurston nach den Kunststätten Griechenlcnds. Kleinasiens un» -icil ens auSzuführen. In allen Häfen wird die Lloy flagge von den Deutschen mit freudigem Stolz begrüßt, denn sie weht von Dampfern herab, die aus denen der anderen seefahrenden Ratto'en imponierend herausragen.

Der alte Traum der Den schen, mit Wcff n- geroalt die Her schuft über d e Länder des Mittel- meereS zu gewinnen, ist nicht in E f-ttl-nz ge­gangen. aber die neue deutsche Hand,l-flotte hat m friedlichem Wettbewerb der oeuischen Flagge >m ganzrn Mittelmeer eine achtunggebietende Stellung errungen.

b- c. Ej» Mkndn Strahl.

Novellktte vor» M. v. Aken st een.

(Nachdruck nicht gestattet.)

„Sind vielleicht postlagerr.de Briefe unter „Stern 18" eingetrc>ff--n?"

Diensteifrlg durchstöberte der B amte den Stoß der „Postlagernden" und überreich e sodann dem Fragenden, einem stattlichen, eleganten Herrn von etwa 40 Jahren, drei Briefe.

„Danke."

„Bitte."

Vor dem Postgebäude der miitelgrosen Main- stodt öffnete der Rentner Stern zunächst den größten Brief: „Auf Ihre gifäll. Anroc? teile ich Ihnen mit, daß ich geneigt wäre, mein Zins­haus —weiter las Herr Strn n cht, zerknüllte den Br-ef, steckte ihn in die Ta'che und öffrtte den zweiten: „Bin gesonnen, trime Villa, (3ar­

ten ftr. Nr. 7, zu verkauf n; dieselbe ist elegant und bequem eingerichtet, schöner Garten, Treib­haus, mäßiger Preis. C. Sommer."

„FamoS," murmelte halblaut der Lesende und setzte in Gedanken hinzu: „Gehen wir sofort nach der Gsitenftraße Nr. 7."

Langsam öffnet- er sodann im Weitergeh n das brüte und zierlichste Schreiben, blieb p ötz l ch st-hen, lächelte vergnügt vor sich hin und las ein zweites Mal: „Also Die suchen a f diesem „nicht mehr ungewöhnlichen Wege" ein Frauchen und wählen die Adreffe „Stern", in Gedanken an den leuchtend.n Hoffnungsstern? Tas ist zwar sehr poetisch, mem Herr, aber— wenn Ste wirklich all' dteTagenden und guten Eigenschaften besitzen, welche Ihr Gesuch in Nr. 136 des,S abt- anzergers' betont, und dazu noch so v el Geld, warum handeln Sie nicht a's Marn und suchen in Person das „Frauchen", von welchem Sie nur Juzend, Witz, Güte und Siebe Dirlangen? — Wir Frauen urteilen nämlich eigen über solche, welch; Eheglück und Stere dmch eine Zeitung suchen, und ich gebe Ihnen den guten, wohl­meinenden Nat: Woll n Sie wahre Siebe und baue nbes Glück finden, so handeln Sie nachdem Spruche: „Der Mann fei kühn von Tat!" Auch ein „Stern".

„Neck sch. witzig und doch voll gesunden, weiblichen Gefühles!"

Unbewußt sprach es der Mann vor fich hin und überlegte sodann, während et seinen Weg fortsetzte, wie er nach Besichtigung der Viva so fort in fein Hotel gehen wolle, um den humor­vollen Brief, welcher rounierbaterroeife auch die A)r>fse trug, welche et fit die Häuserangebote gewählt hatte, mit einem neuen Umschlag versehen zur Post zu senden.

A's er in der reizend gelegenen Villa den Zweck seines Kommens angegeben hatte, empfing ihn in Abwesenheit des Besitzers die mutterlose Tochter des Hauses, eine frffche, blühende Brü­nette, welche mit herzerfreuender Unbefangenheit nähere Auskunft gab, ihm bet der Besichtigung des kleinen Anwesens Führerin war und ihm schließ! ch nach einem Gange durch den großen, gepflegten Ga ten als Glanzpunkt das herrliche Treibhaus zeigte, wo es verlockend duftete und blühte, währ.nd im Hintergründe bei einem plätschernden Springbrunnen Sessel zut Rast unter et. em Palmdache ein luden. Sie bat ihn freund­lich, Platz zu nehmen, da ihr Vater jeden Augen» blick emtvffin müsse, und hotte nicht erst nötig, ihn zu befragen, wie ihm das Besitztum gefalle, denn unverhohlen gatte er ihr fein Entzücken tanbgegeben und fich ohne langes Uederlegen zum Ankäufe bereit erklärt.

Die H iterteit des jungen hübschen Mädchens, welche ihn sofort angemutet halte, wat immer mehr gern chen, was thm b»fremder d auffiel, aber jetzt durch ihre harmlos offenen Worte seine Er­klärung faib:

„Do sehr auch mein Vater sich freuen wird, in Ihnen den erlernten Rfitfet begrüßen zu kön­nen, muß ich Ihnen gestehen, daß mit der Ab. schied aus diesem lieben Heim unenbl ch schwer werden wird, alle lieben, lichten Kin'er-Ert, ne- tuigen ft d mit ihm verwoben und mit ist, als tönre ich nirgends in der Wett wieder ein so jtiedl ches Glück fi den wie hier!"

Herr Stern wat ganz in ihren Anblick ver­tieft, uni als bei ihren Worten ihre dunkeln Bluuaugen sich du ch Tränen feuchieten, ging tbm durch den Sinn, rote h meißend lieblich und schön dieses junge Wesen fei, gleichviel ob von Rübrung die Züge bewegt, ob von sonnigem Lächeln erhellt ,Als sie schwieg, "fragte er mit weich m Diimmklang:

Ich möchte nicht unbescheiden fein, und doch drängt sich Mit die F>age auf, warum denn Ihr Herr Vater d et tau ft, wenn Sie, sein einziges Kmd, mit ganzem Heizen an dieser Besitzung hängen?"

Lebhaft entgegnete sie: „Die heben Groß­eltern verziehen vom Lai de zu uns her, womit uns ein langgehegter Wunsch e fallt wird, aber zum dopp l en HauShalt ist leider die Villa zu klein; nun Hot mein Vot^r im Innern dec Statt e,n großes Haus gekauft und ich mußie m ch. feit der Plan reifte, an den Gedanken geroör en. mein I yll hier außen in andern Besitz üb.r- gehen zu ft hen"

Als et sie forschend und fest auf ab, sch en etwas Wund rba es in ihm Vorzug.h n, t>em p°ötzl ch gia e* flnmmendr tt fib r ftine Zü^e; sie aber iah es nicht, trruria btroegi b Uute fte sich über einen oollernlühlen N-ik nnock als woll e ste die Rührung verbergen, welche ihr ra- H-rz schwellte, während er satte: .Wenn ich tun. wie ich sehnlicb hoffe, mit Jh'em Herrn Vater üb r den Kauf eintg werde, so darf und soll Ihnen aber Jbr Idyll darum richt enttrembet werden; ich hoffe, daß Sie als gütige Fee auch

ferner die traute D 2t e in Schutz n hmen, da mit die neue Heimat mit Glück beug«!"

Sie tob den Kops und fr-g hastig: „Sie haben Famil e ?"

„Nein, ich bin ein gänzlich vereinsamter Mann; aber wenn ich erst das hübsche Heim mein eigen nennen darf, muß ich mir die iar­gen de, wtttrnde und erheiternde Hausfrau d zu suchen."

„Durch die Zeitung?" Sie hatte es noch nicht r.chi ausgesprochen, als fich hr Antltz und N cken blutt et färbten. Stern sah be­fremdet, ernst und fo-fchend nach ihr hin, wie ste verwirrt den K pf senkte > nb in tiefer Be­schämung sagte: „Verzeihung, meine Frage war unüberlegt und ungezogen, ich weiß nicht, waS mich zu derselben veranlaßte!'

Er lachtc belustigt auf. „Vielleicht ist es hier Sitte, Ehen auf solche Weise zu schließen?^

„Ich kann's nicht fcg-n, tö te auch nie da­von, aber ich leugne n chi, daß mich die täglich wirstrkehrrnden HeiraiSgeiuchs in den 3-Hungen empören, und ich h-elte es für gut, die Ducken­den stets durch höhnische Antworten auf den einzia richtigen Weg zr weisen Wie kann denn Eheglück auS solchem Bunde erblühen?!

„Uit-tlen Sie n cht allz ttcharf", tagte er, ihr prüfend in das erregte Erficht sehend, „wer z. B. ein W n erleben sühne, wie ich bisher, und dann plötzlich den sehnenden Drang nach grmüllrchem Eh rieben fühlt, ohne je Zeit ge­funden zu haben, daS sanfte Nahen der Liebe zu en psi , den, wie soll er handeln, um die Sehnsucht nach Ruhe und F leben am h.imttchen Herd zu stillen?" Ein fem»s Lächeln schwebte um seine Sippen und keinen Algern! ck wendete er das Auge von ihr roej, gle chiam als wolle er ihrs heimlich sen Gedanken le en.

„Al« ob die Siebe sar ft nahen müßte", mur­melte ste halblaut, dann aber, eine Nelke pflückend, milche sie erregt zerzupfe-, sagte fte laut: „Mir erscheint eine durch die Zeitung an» gebahnte Ehe ein Unding. Liede drancht nicht Zeit und stilles Ei wägen, ste kann kommen — wie ein zündender St all!“

„Ja", sagte rr mit Nachdruck, „plötzlich kann sie kommen wie ein zünsenaer Strahl; oann aber gilt es nach dem Sp<uch zu handeln: „Der Munn sei kühn von Tat!"

Ein Erfchrecken jagte ihr heiß das Blut zum Herzen zurück. Was sollte dieser letzte, scharf betonte Anspruch? War er in deS fremden Mannes Mund ein Sp el des Zufalls, ober — sollte er es gar gewesen sein, welcher das Heiratsgesuch im Stadtblatt hatte iimücken lasten und auf welches sie, durch die vorbin offen ausgelprochene Empfindung bewegt, höh­nend geantwortet hatte?

Nicht Zeit blieb ihr zu langem Grübeln; ihr Vater kam, mit ihm zugleich einige ihrer Freun­dinnen.

„Stella, Stella, komm in den Garten hinaus, daß roir Dir einen köstlichen Scherz erzählen!" io riefen sie ausgelasten, die Hreundm um« fistend und mit ihr durch die schattigen £avb« täige des Gartens wandelnd. Und nun. als diese erzählten, wurde ihr alles klar: ste batten — scherzershalber eine HeiraiSanno ce eingrrückt, unter „Stern achtzehn" dle Antwort erbeten und nun roaien eine ganze Menge — Häuserangebote als Antwort erogelnffen.

Sie bezwang sich, heiter und unbefangen zu bleiben, als aber die Freundinnen stcb wieder entfernt hatten, ließ es ihr nicht Ruhe, ste mußte Gewißheit haben und in nervöser Aufr gung schlug sie die letz en Zeitungen nach R chng, da stand es: „Elegantes, schuldenireies Famtt en» baue mit Garten zu kaufen gesucht nei Bar­zahlung des ganzen Kauiv'eises." Adresten post­lagernd unter „Stern 18 "

Es war kein Zweffel, die Freundinnen hatten ihre Antwott auf die Heiraisrffer e nicht erhalten, so mußte dieselbe b nn, ourch bte fonberbcr gleichla tende Awffe, in feine Hände gelangt sein. sollte uno durfte nicht ahnen, doß ste die Verfasterm fei. Warum? Sie wußte stch selber kei e R-chenschaft darüber zu geben, über um keinen Pre,S hätte ste in di-f-s Mann.S igu,en als unroe blich dastehen mögen und — un< ro tbl d) war es iwnreihrn ^eiia beit auf eine selbe Anmnce üb-rhaupt ueantwotut zu h b.n.

E re ihfe $<• st MN un_. ben ädtut» fit hrer, roelme sich endlich tn der Einsamkeit ihres S;üb- chens in T>änen löste —

WLH,en>»dkffen waren die Unter Handlungen zwiich-n H rrn Stern und th^em Baier suf's «rf eu ichste für beide Jette g tieben und Herr Somne. haue dm Käufer freun l ch gebeten, -um Abend rtt tu bleibe:», was derselbe sichtlich erfreut annahm. Als Stella durch cte Haue- bäutrin auf-efordert wurde, zu Tisch zu kommen, lag eine gerotffe Befanaenheit in ihrem Wesen, welche jedoch »iebet schwand, als bte H-r-en in