Fulda-, Mittwoch, den 18. Januar 1905.
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Grjtes Z3l'crtt.
§ Der liberale Block.
Wenn drei Männer au? dem „liberalen deutschen Bürgertum ' an ih»em abendlichen Stammtische nach gründlicher Debattierung aller politischen TageSfragen in vorgerückter Stunde sich begeistert erhrbr« und rufen: „Hoch die liberale Partei!" so kann mau sicher fein, daß in den nächsten Tagen ein mächtige- Rauschen wie Früh- UngSioehen durch den liberalen Blätterwald geht. Da ist am Sonntag der Vorstand des liberalen WahlvereinS, will sagen der fteisinnigm Bereinigung, im Reichslage beisammen gewesen, um über die „Lage" zu beraten. Lis Ergebnis stellte ein dem weiblichen Frkifinn zugetanes Blatt fest: „Innerhalb der zur freisinnigen Vereinigung zählenden Kreisen bestehen grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten oder Gegensätze nicht; man teilt durchweg die Ansicht, daß es Aufgabe der Partei ist, an der Durchführung ihres Programms untr Anlehnung an die übrigen bürgerlichen liberalen Parteien zu arbeiten." Und flugs ergeht sich die liberale Presse wied.r in wortreichen Betrachtungen über die Tragweite dieser Feststellung.
Merkwü digerweise scheint es aber alsbald nach Len Beratungen vom Sonntag gerade so weiter gkhe« zu sollen, wie »ach der Verewigung mit den R-ttionalfozialen. Man streitet zunächst im eigenen Lager. Das .8ed. Tage- bläh' stimmte einen Jvbeftymnus über den Ausgleich der latenten Gegensätze an, jubelte, daß der bürgerliche Charakter der Partei und der Kampf gegen zwei Fronten mehr betont werden solle, und stellte den Portetgenoffen, die etwa noch einem Bündnis mit den Sozialdemok atm daS Worthen sollten, die „Abschültelung' in Aufsicht. sfter gleich hinterher kam der Adg. Schrader, der doch auch zur Freisinnigen Bereinigung gehört, und et Bärte, so fei es nicht gemeint gewesen. Man habe die Verständigung zwischen den verschiedenen An- fichten «reicht, aber von dem Ausscheiden eine» Teils oder der Unterwerfung eines Teils unter den andern sei nicht die Rede gewesen. Im Gegenteil, es fei festgestevt worden, daß in den vorhandenen Meinungsverschiedenheiten (die also nach wie vor bestehen)michtS liege, was das einträchtige Zusammenwirken hindern könne. Den Kamps gegen die Reaktion betrachte man als bte Hauptsache; gegebenenfalls sei auch die Unterstützung der Sozialdemokraten bei den Wahlen nicht ausgeschlossen.
AuS all dem sieht man hinlänglich, was es mit dem Ausgleich der Gegensätze in der Freisinnigen Vereinigung, dem Anschluß an die übrigen Liberalen, die Abkehr von den Sozialdemokraten und dem Kamps gegen zwei Fronten für eine Bewandtnis hat. Die Freisinnige Der einigung stößt mit der .Anlehnung an die übrigen liberalen Parteien nirgends auf Gegenliebe. AuS dem nationalliberalen Lager schallt ihr ein „ fludkf!" entgegen, weil sie nicht den
Woberts KHve.
Erzählung aw» der Gegenwart von Slca Ruth.
87 ------(Nachdruck verboten.)
Der Geheinnat starrte vor sich hin, und als Jdalie gar Küche eins, nm die Lampe zu holen, .wandte er sich a* Rfatre and sagte tonlos:
„Die 8^1 ist schon da, ober ich komme nicht z, dem Sotichl ffe, mit eigener Hand meinen Kamen an» der L«e ehrt4er Menschen zu streichen.'
schicke Jdolie noch Bovn and laß ihn mit rfen ttif4u beimbofen. Du baß auch noch Bater- I stcht.W gegen De ne Tochter, Geheimer.'
V,altes Ein'rttt umerbrach daS Weitere. Der r'tebHwrat sah b kümmert au«, sodaß Jdalie, um ch" s t gerfr-ettfi. bat, er möge nie Abendzeitung voi lesen. Sie stopfte ihm auch seine Ps"fe, ■ nd Vlatre brachte ft sogar zu einem Witz, sodaß die S immung eine gtff-re würbe. Sie Hütten zwar herzlich toe«tg ans He Berichte über die politischen Kämpfe, die da in her Welt draußen geführt wurden, denn jede der Sgggeg hing chre> Gedanken nach, und flinker al« hse arbeitsamen Finger gry-n Päne, H,ff»ungen nah Enttäuschungen in die stille Abendstunde ein.
Gg hape wieder von neuem ,n schneien begonnen, und sachte, wie der weiße Schaum an dem Glase, oütkn die Flöckchen an den Scherten herab und ficken in die Du-ckelheit wie weiße «pielblüten, die der Frühling«wind au» den Baumbkättern bläst. a fen dunklen ßmien der weck stch ziehenden Verse bW-tn sich die Wolken am wie Schneede'ge, dahinter der Mond zeitweise stch den Menschenblicken entrva Die Summen der Borübergecenben bringen teemmen herein, aber ihre Tritte h»ct man nicht aus tw, weichen Schnee, — bann ward alle« still, denn es war um bte zchnie Stunde.
narionaisoztalen Flügel nicht glatt adgeschnitten hat. Im Lager der Freisinnigen BolkSpartei regt sich vor allem entrüstete Eifersucht, »eil die weibliche Linie gleich so anmaßend ist, die Führung im „liberalen Block' zu beanspruch»«.
Al'o eS ist wieder nicht- und lohnt sich im Grunde gar nicht, über den neuesten Traum von der großen liberalen Partei et« Wort weiter zu verlieren. Worum macht man im liberalen Lager immer noch soviel Aufhebens von der Sach», auch wenn man an die Verwirklichung des Trar-meS nicht glaubt, ober sie eifersüchtig nicht einmal wünscht? Es wirkt da offenbar das niederdrückende Gefühl daß eS um den Liberalismus doch kläglich bestellt sei. Man möchte eS anders haben. Abe- es geht nicht zu machen. Wie immer, folgt auf den momentanen Rausch der Katzenjammer. Eben haben tin paar Frelfinnise dem „liberalen Block' ein bonumbe« „Hoch' gebracht, da zanken sir sich auch schon untereinander und mit den übrigen Liberalen vnd müffrn außerdem noch hören, wir sie von den entrüsteten Sozial- demokraten Verräter an der liberalen Sache, Handlanger derReaktion uxb Knechte des Kapitalismus gefch mpft werben.
Deutfehes Reich.
Berlin, dm 17. Januar 1905.
* Sozialpolitische Zeutrvmsauträge lern Etat dks ReichSamtS de» Inner«. Die Zeotrumtfraklion deS Re che-tagS hat folgende Resolutionen zur zweiten Berctung des Etats deS Reichsamts des Jnwrn ringe- bracht:
I. «»trag ®r. Hitze, «nrlaei, «irsch, von Savigny, Trtmdorn. Der Reichstag wolle de- schließen: den Herrn RetchSkan-ler zu ersuchen:
die Bemeffuug deS Wohnu «g» gelb zufchusse- den Gesttegenen örtlichen W-hnuugSmierpretsen entsprechend unter besonderer «erückstchligung derjenigen, we che mit Familienangehörigen einen Haushalt führen, vm « regeln.
U. «nttag Dr Hitze,Trimborn «r,bergrr. Wattendorfs Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regterunsen zu ersuchen, tunlichst bald einen Gesetzentwurf vor,ulegen, durch welchen bestimmt Zvird, bai
1. die den Arbeitern zu gewährende Ruhe (8 105 d,r 9 -£)) mindestens für jeden Sonn-und Fest- tag sechSunddreißtg, für zwei auf einander folgende Soun- und Festtage sechSzig Stunden beträgt:
2. die Arbeitszeit der Handlnnk-gehilfrn, -Lehrlinge und -Arbeiter, soweit ste nicht in »ffenen «erkauf-, stellen beschäftigt werden § 189 o der Gewerbe, ordnung). auf höchst-nS zwei Stunden an Bonn» und g. ft tagen beschränkt wird;
3. eine ort-statutarische Regelung der Sonntagsruhe (§ 105 b der Gewerbeordnung) auch dahin ermög. l'.cht werde, daß die Zulaffaug der Beschäftigung an bestimmte Bedingungen geknüpft wird;
4. den in Gast- und Schaulwirtschaften beschäftigten Personen tunlichst au jedem Sorn» und Feiertag, mindestens aber an jedem zweiten Sonntag den Besuch deS Gottesdienstes ihrer Konfession er- mö,licht wird (§ l€5i der S-O).
*„ Die konservative Interpellation wegen der Handelsverträge wird, nachdem stch der Reichskanzler für die Beantwortung te-
Lene steche den Kops herein und sagte: „Gate Richtl' und auch ter Geheimrat legte die Zeitung nieder.
Da schellte roch ein später Besuch au der Hau», tfire und Jdalie ging, um zu öffnen. Durch die Spalte der Tür schob sich eine tief in den Mantel getüllre Gestalt mit vor Kälte oder Elend tochze. zrgenen Schultern «ad bleichem, finsterem Gesicht.
„Stell', bebte baS Mädchen entsetzt zurück und schloß hinter chm die HauStüre.
Dieser schüttelte und stampfte den Schnee ans den Kleibern und vor den Schuhen.
„Was erschrickst Du denn jetzt vor mir?' murrte er nufremcklich. „Ihr habt d«h genug gebettelt, um mich zu haben.'
Er hing ben Mawel an ben Kleiderhaken, den Hat baneben, strich sich mit beiden Händen durchs Haar und trat in da» Zimmer hinein, wo man ihn bereit» gebürt hatte.
Der Geheimrat blieb, unfähig sich zu erheben, in feinem Siffel fitzen und starrte ben Heimkehreuden an. Mit unvermuteter Freundlichkett reichte Rolf seinem Baier die Hand und tat so unbefangen, daß Klane sich stille frag, ob fie nicht etwa aste» geträumt hab«. Im nötigen schien er Klaire» Anwesercheit übersehen zu wollen und wendete sich ausschließlich zu feinem Baier, der ein über da» andere Mal innerlich aufseufzte :
„Gottlob I daß er mm endlich hi« ist!'
Jdolie hatte noch kein Wort geredet und beobachtete ben Heimgekehrten heimlich. Er war bleich und mag« geworben, ob in Folge seine» ungeordneten Beben» oder in dem demütigeren Bewußtsein, daß er an» der anständigen Gesellschaft ausgeschlossen war. Da» wenige, da» sie ihm in ber Eile vorsetz« konnte, aß er mit Gier Wohin floffen die Summen, die von ihrem Wohlstand abgingen ? Da« Mitleid mit ihm, ber schon an seinem BerhÄgmffe, an d« Bargckttmg trug, wollte ihr kommen. Ab« da rief eß in ihr,
rett erklärt hat, em Donne-Stag zur Beratung kommen.
—• Die Unterzeichnung des mit Oester- reich-Augarn abzuschließenven Haudel-ver- tragei rückt, wie nach der »Rat. Ztg.' in unter- richteten Kreisen angenommen »irr, zwar näher; die Bei Handlungen dauern jedoch noch fort. Wie in den letzten Tagen werden ste auch heute wette^eführt. — Daß die neueren Handelsverträge ein Iahe rach ihrer Ratifikation ohne besondere formelle Kündigung in Straft treten sollen, ist d-r .Deutschen TageSztg/ von den verschiedensten laubigen Stellen bestätigt werden. Die alten Verträge würden also bis in das Jahr 1905 hinein Geltung behalten.
(♦) Die Nachricht, baß die ,Post' zum 31. Mär, dieses I ihres ihr Erscheinen einstellen werde, ist falsch. Wie der .Deutschen Tageszeitung' von zuständiger Seite mttgeteilt wirb, wirb die ,P?st' in ihrer vollen bisherigen Sei dst- fiändigkett erhalten bleibrn. Die Frage beS Gin- gehenlaffenS berielben hat überhaupt nicht in Er- wäauna gestanden.
♦ Hebet die Ersatzwahl in Leobschütz- Kofel erzählte vor einigen Tagen der,SoonoLl.' so ungereimtes Zeug, daß es nicht lohnt, auf den Unsinn näher einzugehen. Es genügt, her- oorzuheden, daß daS Blatt die „aufgeklärten' Polen, wenn e« deren gibt, aufforbert, sich bet Wahl zu enthalten. DeS ferneren erzählt daS Organ der Fraktion des Herrn Korfanry: „Wie man uns mitteilt, steht hinter einem der Bauern- lonbibaten die Bauernp»ter mit einem Zentrums abgeordneten an der Spitze, der ebenfalls Bauer ist. Es bringt auch daS Gerückt zu uns, daß bteftt Abgeordnete in Ser Redaktion des ,Kato- lip war, um Hiife für seinen Kandidaten zu erlangen. SS kann auch fein, daß ihm diese Hilfe zugesazt worden ist. Das wäre dann ein Srnnb, warum der.Katolik' daS Wahlkomitee so sehr zu einer Aktion zu bewegen und es wiebet zu Zentrumszwecken zu gebrauchen versuchte. Vielleicht wird er die Aggele-enheit jetzt etwaS aufklären, wenn auch nur durch ein Ableugnen.' Demgegenüber ist die Zentrums Parlamevtt- Korrefpondenz durch den Abg. Klose zu der Erklärung ermächngt worden, baß er weder in der Redaktion deS .Katolik' gewesen ist, noch auch jemals während seiner 22jährigen Tättgkett als Abgeordneter gegen Beschlüsse deS Kreis mahl- komiteeS öffentlich oder im geheimen Stellung genommen hat. Herr Abg. Klose steht stch zu dieser Erklärung veranlaßt, weil eine Verwertung der AuSlaffung des Korfan'yschen Organs in der »Neiffer Zeitung' zu Mißdeutungen führen könnte^,
* Einen Aufruf zur Unterstützung der streiken den Bergarbeiter im rheinisch- westfälischen Kohlengebiete hat der Vor- stand des GesamrverbanbeS der christlichen Ge werkschasten Deutschlands an die gesamte Arbeiter und Bürgerschaft Deutschlands ergehen kaffen. Nack-einer Darlegung der Ursachen des Streiks schließt der Aufruf mit den Worten: „Arbeiter und Bürger! An dem Aukstand ist die größte christliche Sewerlfchaft mit fast 50,000 Mitgliedern beteiligt. SS gilt tun den bedrängten
baß er d« Mörb« ihres Stücks war, und fie vergaß, baß fie ihn auf ihrem Schoße groß werben gesehen, baß st- für diesen Brud« iebeS Opfer zu hingen bereit ge- esen war — ste fühlte ihre Bitt«- ui», ihren Grell an'quellen und wandte stch htuweg. Er schaute ihr ingrimmig na», ab« « sagte «ich », bi» d« Geheimrat ermüdet fein Nachtlager aussuchte.
Da brach er heftig lvS
„D-r scheine ich sehr ungelegen z« kommen. Ein schön« Empfang! Man macht einem schließlich noch die Heimstätte zur Hölle. Ab« freilich, Du, die Du mit den anderen gegen mich im Kom-
p'ott bist l'
„Komm, Klaire l' rief Jdalie aufgeregt, hi« ist eS befier schweige».'
„Nicht, daß ich wüßte,' erwiderte diese, sich aus dem Sopha zurechtsetzend, nun möchte ich wissen, teer von un« davonlaufen mä-te, um nicht die Wahrheit zu höre»! Höre, Herr Rolf, ich weiß, daß Du am liebsten di« Türe susmachtep, um mich hinauSzuweisen, ah« die alte Klaire verträgt auch so etwa», nachdem fie Dir et» paar wahre Worte gesagt hat. Ich brauche keck Licht, um zm sehen, wo etwa» i» Deine« G-fichte geschrieben steht. Du bist hewgekvmme», well die Gesellschaft Dich aukgespieen la», wie eine raÄschalige Frucht, an» welch« wen den Saft hr» auSgek»ut hat. Biellricht sagst Du Dir. daß dreS daS Ende Dein« Freveltat ist, ab« ich schteittee» Dir fv, mm tfarot etwe» seine« «nfaug der Dir, da» ist die B«gelttwg! Mu g«echt« Gott h-t seine strafende Hrnd auf Dich gelegt! - «p, -«d m« wagst Du «ick htnaurwrrfen.' Furchtlv» stand sie tut, um da» Zimmer zu verlasten.
Er saß in bleich« Wut am Tische und schlug dröh»eud mit d« Faust daraus.
„Hch, mm freut G-ck, Ihr dumme» Weibe» Volk, ab« ich null Such seigm, ja ich will Such schon zeige», daß ich nicht ber saftlose Stengel bin, den ihr in» Feuer werfen könnt. Morgen will ich diese sinter-
B-rgleutes in ihrem schw rrn, berechtigten Kawps» zur Seüe zu stehen. Euch allen M da» hurte und schwere LoS der Be-gsrbrtter bekannt. Sei dir Bswrgusg möglichst'schnell und in gutem Sinne zu Ende geführt Erden, so ist aBfeiügn finanzielle Unterstützung ur.bebtogt erfordnlich. Wir richten deshalb an alle chrißlich-nattnukle» Irbeii« und an alle Bürger bie bringende Bitte, die gerechte Sache der Bergarbeiter zu unterstützen. Wer schnell gibt, gibt doppelt. Sammellisten werden in den erste« Tagen an aU» Or« gan s-rttoneu versendet. Wir bitten die Sammlungen ungesäumt anfzua-hmen. Die Geldbeträge sind einzusenbe-s au Herrn H. Fahenubruch, Kassier« des GsBerkoe<ktnS chrifll. Bergleute Alten« ffen, Karlstraße.'
Vertin, 17. Jan. 1905. Der Kaiser besuchte beute frfli) den RckS -tanzte-' Grasen v. Bülow, litte im iöniglichen Schloß bte Mattnevortröge und den Sartrcg deS EH-fS de» MckttärkabinettS utb »ahm mtlttänfch« Mel münzen entßegen. Der Kaffer hat da» schloffen, am Mittwoch rst’ den anwefenben kapttelr fähtaen Rittern des hohen O-den» vom Schwarzer Adler im königlichen Schloff- za Berlin die feier licht Snet#tt<ir de» S'bgrobh-rzogS von Mecklenbnra Strelttz, de» He zog» nirttfe von Württemberg, des Herzog- von Anhalt, deS Generals der Kavallerie kommandi-reiben Gene'als bcS zweiten Arweekorpt v. Langendkck beS Generals der Kaoallrrt«, Prüft de» tn de» RentSmrlitärgertchtS von Maffow nvd de» Gtz nerals eee Jnfaaterte Teneraladjutunten und Komma» bauten dr» Havptg AttierS v.Pdffen vorzunehme» und «in Kapitel abzuhatten. — Prinz Heinrich ist zur F ier beS F-fteS beS hohe» Ordens vom Schwarzen Adler heute mittag hier eingett offen und hat im köntG- lichen Schloß Wohnung gensmmtn. — Der königliche Hof legt heute für die Großherzogin von Sachsen die Trauer auf 14 Tage, btS etnfchtteßltch St> b.M. Dies« Hosrrauer wirb für die Eouren, für das Olden»- fest und für da» Allerhöchst« GeburtSfest de» Kmfer» ueb Königs abgelegt.
Aus dem Reichstag,
120. Sitzung vom 17. Januar 1905.
Eröffnung l1 * llhr.
Die zweite Beratung de» Etat» wirb fort» gesetzt beim Stal bt» Reichsschatzamt-.
Beim Titel Gehalt de» StaetSfekretür»' führt
Aba. Dr. Hermes Klage über die Ausführung de» Süßstoff- ri'tzeS, Die tleineren Fabrilanten müßte« tftf höhere Lt fi,dvng erhalten, al» im Gesetze vorgesehen sei
Reiche ich atz'ekrei är Freiherr ». Grengel stellt, ffl bte durch da» Gesetz geschädigten kleinen Sußfioffhänd lec Snlschädigung oder Eile chlerung a»s Billrvkett» Srüvden in Aussicht; insbesondere will man ihnen bi k echarinbestSude a«k Rnchskosten ab«ehmen,allerdings nur zu dem utediigften Preise, den daS Saccharin v» Stviühron, deS S setze» halte, vnmtltertar vor der Inkrafttreten de» Sef-tzeS sind vrn S oßhändlern noch große Mengen Saechart» etngrführt worden. Ihnen will man natürlich keine Prämien verichaffe», indem man e» zu hohen Preisen abnimwt DaS Ser langen des Abg. Dr. tzermeS, den Fabrikanten eine höhere albte im Gesetze vorgesehene Snlschädigung zu geben, fand der SraatSsekretär nicht ungerechterttgi.
Abg. Pirsch (Z.) fragte nach den Absichten bet Regierung in Bezug auf da- 3-Mark-, das S-Mark- nnb da- SV Pfennig-Stück
Der RetchSschatzsekretär antwortete,da»neue vo-Psenntg-Llück werde im Laufe der nächsten Woche in großer Zahl in ben Berk-Hr gebracht werden. Die G» tzuete überdaS Dr etwarkst ck keinoch nicht abgeschloffen. Mil der Ausprägung ein« neuen Art von Fstufwarb- stecke-, habt man aus praktischen Rirtsichren mied« ringel-alien.
schämte Person nicht mehr im Hau e sehen,' hnrschte « Jdol'e an.
Dtefe drückte ihm den drohend erhobenen Arm vir der und entgegnete:
„88 f*, daß in diesem Hause nur Da der Geduldete bist,' bann folgte fie Klaire hinaus.
Er wußte sich gewattsam zusammen-iehmeu, um seine Wat nicht au-zutoden. Die Bergangenyett zog in bunten Bildern an ihm vorüber, und da ging chu d« Gedanke bmch bie ©etV, to nn aflr» ungeschehen zu machen wäre unb « noch w» b« fröhlich Hein» k-tzrend- L-patt-schül« jetzt hier süß'!
8b« bann schüttette a stch, sprang auf mb toast sich aus» Sopha. Do« verdruckte « dte «icht. -
MU d« so m-verwuteien Hetwk.hr Roif» brcst in bie stille Lau« de» Fam lrenlehen» eine Fülle vor An regungen. Rolf knüpcke mied« B«bte dangen «st der Eazellteft an unb trat eise» Tage» mit vem Ente schluffe vor fernen Bat«, dies S Mädchen zu h-iratm. Da man ihn auf einen so knappen «u-gabeetat be- schräoke, könne seinem Rang durch dr» Eng-lwirt» Geld zu ein« 6«ß6nbi@e<i Stffrifchung verholfeu werden. Er ging also und kehrte aus einige Tage nßßt wieder nach Haute zurück.
Liese konnte inb.ffea fr der Stadt da» Gerücht »«breiten, daß fie den Srhu de» Neh-imrat» abgewiesen tobe.
«» Rolf glaubte, sich auch darüber hinweg fetzen zu lö-rnen, «schien « wieder, und mit ihm kamen die Schuldverschreibungen, bie « mit der geMschtnr Unterschrift seine» Bat«» versehen hatte.
Um diese Schmach zuzudecken, wurden neue Geld« flüssig g-macht. D.e flutetgangen tat Hmfe de» Ge» hetturaiS wuchsen, und Jdalie komüe stch nicht ent* hatten zu sagen:
„Bai«, ich glaube, wir Huben schw« *• *** zietzmrg de» Knaben gesündigt. Run rächt fick die BerßlendMg*
(Fortsetzn-'g folgt.)