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monets6tflage: „Zulda« SefchichtrblStttt"

32. Jahrgang.

Fulda, Dienstag, den 17. Januar 1905.

------ (Nachdruck derbstes.)

Verantwortlich« wir

, ptilÄu. mod)enbdiage: „Illustrierte sonntagsjeihing"

Wobsrts KHre.

Erzählung aus der Gegenwart do« Alea Ruth.

Sie M» fpE-e Yetttz««, otz« der«« Xaoi II Pf». Befimeu >k Petit;«Ue 25 Pt»; der »iede» hsluu-en wird unttzS Rabatt ,«währt.

»ruck «ad Verla» Nr Lultzaer Aclieudruckeref tu Zulöa (Harmonie), Fernsprecher M. 9.

Da«« müssen Wie helfen, Papa," erwiderte 3batte sch«Al, .Du sprichst wir öfter davon, daß wein «einer Kerwögen-anreil sicher gestellt ist; also läßt Du mir batike freie Beringung Wie könnte ich aber all Braut Robert» eine* anderen Zweck mit meinem ‘Selbe verso, gen, al» ihm zu Helsen. — Du scheinst ; icht derselben Ansicht zu sei«, P -pa."

„Du karmst freilich nicht verlangen, baß ich mich h Deine« »efühlezustand versetze," entgegnete der t,,-Heimrat, de» bei dieser Wendung de» Gespräch» st Mich ««behag ich wurde. „Da» Leben baut sich n cht an» Gefühlen auf, sondern nach Heger Voraus- st : t, kurz, ich meine, Du könntest mit der materielle« B-rhülse »orte«, bi» Ihr verheiratet seid."

Sie sah ihn erstaunt an. „Da» ist eine Moral, die ich nicht aus eine« Hund anwenden möchte. Denn wenn ich ihn kaufte und er läge, um Brot winselnd vor wir, so ließe ich ihn doch nicht verhungern, weil der Kaufpreis »ch nicht ausbezahtt ist.'

Der Geheimrat rückte ungeduldig aus seinem Stuhle.

-Mit schönen bildliche« Bergleichen ist un» hier sicht geholte«. Du kannst nicht mehr über Dein Geld nerven an» dem -'«lachen Grunde —'

D wurde dir Glücke zez gen und be» Briefträger» SthMzne drang durch da» Haa»: .Depesche l"

Ehe Lene ba» Telegramm entgegennehmen konnte, war Matte hinau»gestü-zt.

Der Geheimrat hatte sich erhoben m b stützte sich auf den Ttich Ec erwartete vv-, der Post nicht» Gut-« medr. H,st-g strafte ec die Hand nach der Depesche au», aber Jvolie hatte sie schon erbrochen und la»:

«scheint iE»«», m« Lnruahm« der l»««1 «ab Feiertage, viertel« Mrl.S«zutzSprei» ohne Sringerlohn und vefiellgeld in Znlda und «moärtr 1 BH. 50 Pf»

Deutidies Reich.

Berlin, den 16. Januar 1905.

* Giue Berliner ZtüunKSisrrespondknz will bi« solche Behaupmna, der Adtzeordmte P aasche sri zu' b« ihm zugeschriedemn «Äußerungen über «vfer Verhältnis z» Kstzluutz rom Reichs­kanzler ®rafe* «os Bülow veranlaßt worden, durch den Umstund wahrscheinlich machen, daß bei der NeujahrSkur im KönigliLen Schloß der Reich» kanz'er Herrn Professor Dr. Paajche zu einem etwa 10 Minuten wahrenden Gespräch in einer Fensterrische des Weißen Saale» gezogen habe. Die .Nordd. Sllg. Ztg/ bemerkt hierzu, daß dieses Gespräch ht der Tat stattgesunden hat. Graf Bülow hat aber mit dem Abg. Psasche lediglich über die HandelSvertragSvechandlungen geredet, über England keine Silbe.

—* Auf die GrklLrnvg der Leipziger führende« GSeuosfe« in Sachen des Kampfes zwischen der ,Leipz. Volkszig/ und dem ,V»rwLrtS' antwortet dieser: .Die Leipziger Parteigenoffen, welche die obige Erklärung urttrr- schriebe«, haben sich nicht bei unS als der unter­richteten Stelle informiert, ehe ste sich die neuen sachliche« Beschuldigungen gegen uns zu eigen gemacht haben. Es ist daher erklärlich, daß ste die ihren gewordenen durc auS irrigen Infor­mationen für wahr gehalten haben. Wir unserer« seitS stellen fest, Safi die Anklagen der obigen Erklärung, die bestimmt sind, für den gegen unS gerichtete« Angriff mildernde Umstände zu er­wirken, von Anfang bis zu Ende gegenstands­los stad.'

8 Z«? Srsatzwuh! in Kofel-Leobschütz brachte dis i« Ranbor erscheinende,Nowwy Ra- zchorStte^ in ihrer Nr. 4 vom 10. Januar einen Artikel, der folger dermaßen schließt: „Was noch zuletzt hervorgevracht «erden muß, das qt, daß dir ZentrnmSleute und besonders der AreS- Inner Geueralftab wie bei den letzten Wahlen in Pleß-Rybmk, so Mch jetzt in Leobschütz-Kofel mit demselben Eigensinn auf feinen Kandidaten besteht, sehr wohl tötffenb, daß dieser Kandidat de« Wähler« «icht erwünscht ist «nb ohne Rück­sicht darauf, daß dieser Sigenfinn daS Zentrum ei» Mandat und zwar in einem der sichersten Wahlkreise kost« kann. Leider gibt« für den Eigenstnn kein Heilmittel, und die Einsicht kommt gewöhnlich zu -pät/ Die ZmtrmnS-PailamentS« Korrespondenz ist — jetzt nach'em die Wahl ge­tätigt ist, also ein Mißverständnis auS dieser Erklärung nicht mehr entstchen kann — zu der Erklärung ermächtigt, daß der sog. Breslauer GeneralMb weder in Pleß-Rybnik die Kandi­datur der Herrn Pfarrer Dr. Stephan, noch in Kosel-Leobschütz die Kandidatur des Herrn Dr. Hager angeregt oder veranlaßt hat. Beide Kan« didature« find entsprechend dem Organi« sationistatut der schlesischen Zen« trumSpartei lediglich und selbständig von dem zuständigen WahikrnSkomttee aufgestellt worden, welche» allein dafür die Brrautwortung trägt und auch nicht ablebnt.

lt« war geboren am 13. Juli 1884, hat also nur ein Alter von 3O1/» Jahre» erreicht Sie war eins Tochter de» cm 19. AprÄ 1902 ver­storbenen Förste« Heinrich XXII. von Reich ä. L. und seit dem »0. April 1903 mit dem Groß- Herzog Wilhelm vermählt. Ja der ersten Woche bi» neuen Jahre« erkrankte ste an Jrfluevzs, zu der eine Lungenevt^üsdung hinzutrat. Schon seit einigen Tagen wurde da« Schlimmste be- sürchtLt. Der am Sorntag morgen auSgegebene KrankheitSbericht lautete:

D-.e «acht war sehr «ruhig (»folge luft-eten» von Delirien vud heflige« SeitevstkchenS. Weiterer ftortschrrtt der «otiüuduug; aber im rechten unteren Luvarulappen beginnr»>be Äsung. Pul» 124, Tempo- rotur 38 4 «trnuug 40 Bewußrsein getrübt. Kräfte- justand »krhäitnit-rStzig günstig.

Der am Montag früh 10 Uhr auSgegebene Bericht lautet:

Die Rächt ohne Schlaf n-it großer Atemnot Pol» 125 -14«, r mperatur heule früh SSL, Atemzüge 64. Herztätigkeit noch au8retd)«*b, die Haut immer noch trecke«, der Kräste«vsta»d läßt «ach.

Aus dem Landtag.

UbtzeordseteMüaxS.

11 Sitzung vo« 18. Januar 1906,

«-»ffmmg 11'/« Ubr.

Fortfetzuvg der 1 8*fung be» Etat».

HandetSmivister MS»-r teilt mit, daß Ober»«» henptmann »en Behlfea von Sssou zurückgekehrt f«. Ans die getfct*«ng der Delegier!enversmnrnlvng »ent 12. d M. in Affen hätten di« Herren vom Bergbau, »rrei« erklärt, Verhandlung«» mit den De agierten sei« unmöglich weil der Aurstuub unter Kontrattbruch be- Gönnen rud etwaige Abmachungen undurchiüh' bar ft.eu. Der Umstand, baß wiederum neue Belegschaft«-» in bat Aurstand getreten, trotz der in Este« gegebenen Parole, beweise, daß die Unterzeichner der Forderung nf# Luiorttät genug hätten, di« aufständischen Belegschaft« auf grsetzvchen Boden zurü-'zuführen. Zugleich aber erklärte« tie Vertreter de» BergbauvireinS, e» liege iw Jntrreffe aller bergbaulichen Rietfe, daß vollständige Machen über die verhättn'-ffr im niederrheinisch^vest« fälifchen Bergbau durch geeignete objettioe Unten- suchuugrn geschaffen würde. Dir Regierung sollte da­her mit Zustimmung des Landtag» eine Enquete ve» ««stalle». - Im MnverstävdntS mit dem Minister bei Innern würde» morgen sofort Kommissare in da» Ro­mer entfanbt Irgend welche Stellungnahme de» Minister» in der Frage sei demnach vorerst ni<$t eportun.

und Matte Klrire da» ««sprechen avWhm, de» Da, bei i^ zu verbringen.

„Mag die guhinft sich wie immer gestalten, liebste ftlaire/ sagte Idol»; liebevsll, „Du weißt, baß * meinem kleinen Decke Du mttzehre« kannst. Wir bleibe« zusammen und trage« t» zusammen, bi» bec. Himmel eine Wandlung gibt/

„3a,• nickte Slai e, „e» ist »war schwer, hi diese« Elend die Hand Gotte» zu sehe«, aber ba wir ba» Ende noch »icht w ffen, dürfe« wir kein tb teil fällen. Wärest Du nur dagewesen, bem armen Junge« eh» warme» Wort auf bitim schrecklichen Weg wttzugeben. Weißt Du, al« der Wagen wegrollte, ba ging» mte in» Herz wie ein M sirr, ben» ich sagte mir : Da fahre« die Opfer eine» ungerechten Urteil» hin

Gramgebeugt war Jdalre davougegangen. I« ihr schluchzte t»:

.Und die Welt weiß nicht, wieviel Herzblut ** Bawpyr einsaugt, der s» fälschlich de» schönen N«u« .Ehre' führt/ , ,

Der Geheimrat hatte sich so weit wieder erho'ch, um, wie emst, seine Pfette im Sessel rauchen z» können. In Malwstor war durch fette Erkrankung eise AoSrede gefunden, bie ihn v m «uSgehen eub- s-buldizte, indessen sorgte bet Esgelwirt für bia Offenbarung be« wahren Grunde».

Zu dem kleinen geheiwratlichen HsuSstande war fftaixe hinzugekvmmen. Au« der Miere seines väter­liche« Hause» glaubte Robert so viel b«an»chlage» zu könnev, um b;e Mehrkosten für bie Anstalt zu decken.

Rach Eittdigvvg di'ier Angelegenhetten war auch kür ihn der Tag bei Abschiede» gekommen.

„Ich ziehe htvon» und suche Arbeit/ sagte er M Jdatte, die an seiner Ech Iler lag. „W-r ich eiben ns» nicht, denn wenn ich »n niederer Ardett g eiM midßte, würde do» Dlin 2eib erhöhen. Wen« «i» Brief von mir kowun, ba«n »eßr Tu, daß ich a» Ziele meiner Wünsche, oder am Ende mriuk» LebmA st« he/

Aus dem Reichstag.

119. Sitzung vom 16. Januar l«05.

Sröffguug 1-/. Uhr.

Die Beratung de» Etat« de» Reich?iustiz- emt» wird fortgesetzt bet dem Titel „Gehalt be» Staatssekretär»».

Abg. »r. DrztzmiuSN (Pols) weist den vs'mmf zurück, daß ein« großpolnifche Agitation im Sang« fei, und verbreitet sich dann — von dem Piäfidenteu Grafen vallestrew daravfaufmerksam gemacht,dost der Justizelat zur Verhandlung ste e — ei»gehen! üb« bie Hmrddabung de» polnischen Personeustand-gesetze» in den polnischen LanbeStetlen.

Abg Kirsch (Z'r.): Uber den sreistanieen Jnttiattvantrog detr ff« Aufhebung d«S 8 186 werde da» Zentrum Stellung nehmen, sobald dieser Antrag zur Beratung stebe. Der Vorwurf, den die Soztal- vemokraten dem Zentrum machten, c» habe bezüglich der GefängniSarbett im prevstlchen Landtage nicht da»jeuig« getan wa» e» jetzt hier Mi tzieich-Stage durch den Antrag Grzberger durchsetzen wolle, fei unberechtigt. Dos Zentrum bleibe seiner, »nwdsSheu treu, »hnr Ritckfichr darauf, ob e» Lob ober Tadel ernte, (tid- fall tm Zentrum.)

Abg e**m («u) unterstützt die «nregnns bei Abg. Schmidt Warburg auf Kcoifion bul g 138 be» Bürgerlichen Gesetzbuch» betreff» Haftung de» Tier­halter». Die Reform be» Strafvollm«« immer von neuem erörtern und Gtngelfälle für ba» Ganze verant­wortlich zu machen, hieß« dem hohen Hanse die Zeit strhlttu

Abg. Dr. Mülen-Meinivgen tfr 8p) polemisiert gegen da» Zmtrum anläßlich de» Antrag» auf Auf- bebmig bi» § 168 be» Strafgesetzbuch» und macht dem Zentrum den Vorwurf, daß auch diese Partei nicht frei von Agitattonen gegen den ProtestanttSmu» sei. Dem Abg. Dr. Spahn gegenüber erklärt Redner, ,8 sei un­richtig, daß jeder Jurist genau wisse, wa» eine «in- richmng und ein Gebrauch der Kirche sei. DaS staat­liche Recht dürfe nicht abhängig gemacht werden von einem «utachteu der Bischöfe und von dem kanonischen Rechte.

Abg. «tatzttzage« (Sozd.) meint, bie Klassenjusti, werde noch mehr verschü st durch die Art der Straf vollst«cknug: einem jetzt in Krakau wohnhaften Re­dakteur seien bei bet Einlieferung h» Gefängnis zwangsweise Haare und Bart geschoren werben.

Staatssekretär Dr fttebetbtng stellt di » in Ab- rede. Rur au» Gründen der Reinlichkeit »nute die» m5l*bg?e^eni*«*n (fr. 8p ) macht für den Pückler. standal ein« gewisse Presse verar-two kltch, die tm

„$it müssen ihn schonen und Aufregungen fern- halten. Dann kann er noch recht all bJbet werden. Nicht wahr, Alter/ saate er laut unb klopfte dem Geheimrat, bet sein Studienfreund war, auf bie Schulter.

Jdalie verbrachte bie schrecklichste Nacht ihre» 2*be*». Ihre Sorge galt bem halb bewußtlos zu­rückliegenden Bater, aber ihre Gebanken weckten in bem Wedmg'jtzen Hanse, unb sie malte sich bie schreck Itchsten Bilder an». Bon dem Bette ihc^ Later» konnte sie nicht fort, weil bie leiseste Bewegung ihn in beunruhigendsten, schreckhaften Z. stand versetzte u*b sie niemand ander», al» bie nngesch-ckie Lene zur Hand hatte. So kam sie sich wie zwischen zwei hohen Zeisen eingeengt vor, die näher unb vä.cr rückien, und ste konnte nicht entrineen. Sie versuchte immer wieder zu beten. Aber ihre Anfregurg war zu gewaltig, zn groß, weck ste da» furchtbare Geschick unaufhalissm näher komme» sah unb bie Angst sie einschnürte.

Gegen Morgen erreichte bitfer Zustand peinigender Ungewißheit unb Furcht ben Höhepunkt in ihr. Sie mußte fort, wenn ste nicht auch wahofinnig werden wollte. E» traf sich gut, daß der Geheimrat etwa» Schlaf gefunden hatte und Lene ihre« Platz ein» nehmen konnte.

So schlich sie sich fort, lief ohne Umhang in die MnterkSlre hinan« und wäre fast in dem Morgen­nebel wider einen Wagen gerannt, bet um bie Straßen­ecke bog unb ie schnellsten Tempo dahinrrllte.

Ihr Herz schnürte fich zusammen unb ette schrei- liche Ahnung dmchfuht ste. Ohne an der Glocke zu zi-hen, stützte ste in ba» Hau» hinein unb rief laut auffchlnchzend Robert» Namen.

kam Maire toeineeb an» bet Türe Unb sagte : „Soeben find ste mit ttr »eggefabren. Robert ist mit Ich habe schon manche» mit F ff arg ertragen, aber ich glaube, da» bricht mir ba» Herz."

Lange saßen bie beiden Fronen in bem beiibeten Zimmer und trösteten fich mit gegen fettigem Zuspruch, d.» bet Morgen klar an» dem grauen Gewölk brach

Grldbrutlltnkresft bi« redn^ischen vrgiss. d<» Gr«f«z auSschlachi«. Wetter pol«W.st«it er gegen btt SvziaS bemeaatie, welche l«t<Ltf- tig Material pioduzter«, ohne e» genügend zu prüf«-'.

»kg. «uurri (Soz.) weM diese remerknug al» be« roetllofe verdächtigiMg zurSck und befürwortet bann lit völlige Aushebung be» § 166. Der freisinnige An­trag sei nur ein StSckwert

Ab,. Schrader (frei) Bag.) verteidigt bieten M» trag,bet geeignet lei,zu einer höheren Stufe lvnftssienellet Dnllmng zu führen.

Abg. Jedebvut (Ssz.) kommt auf ben |tol .Hüsseuer» zurück nvd sucht die Angriffe bei Abg, Siit.iäatn betreff» br» gefälschten Hüssenerbilde» zu rkchtftrttgeu.

Adg. Schmidt-Warburg (Z.) erklärt dem Abg. Dr. Muller M-inmgen g«g«rüber, er hab« niemals be» Jartetet, bsßvertreter audererParteien mit Beschtspfuntz r Sl»«r be» § 16» sich hervortäten. ®s habe e» nw mit aller Lutschi-senh«!! zuräckgewiese-«, daß katholische Bischöfe eine beschimpfet« Sprachweile ftmak» gtz- buleet oder gar selbst angewrndet hätten. Da» Zentrum wolle durch Aufrechterhaltung de» § 166 auch btt anderen Konfessionen in ihren BesUyleu in gleicher Weise geschützt wisse«.

Aba «ruh» (Aatis.) fordert eine Sinschränkun, der Schimpffi ethett, die durch den § 191 (Wahrnehmung berechtigter Aalereffen) de« Rechtsanwälten ein» geräumt werde.

Ado, Späh« (Z.) erwidert bem Borredner, daß die Stellen, die et zitiert habe, au» dem Zusammenhang gerissen seien. 6r habe die nötige Odjektwttät vermisse« lassen, die er in feiner Gig-»schäft al» Richter außer­halb d«S Hause»^ beobachten müsse. Richt die Kirche bestimme darüber, wa» »Mtichtm»äen der Kirch« seien» fordern da» ine der Richte» auf Grund de» ihm vom liegenden wtsskufch-fftlichNr Material».

Adg. Dr. H-eber (nl) tritt ben A«r führungen do» Abg. Müller-Meiningen bei.

Rach einer Repltk bei Sbg. Müller-Metningeu (fr. 8« ) und nach einer Anseinanberietzung zwischen bem Adg Lenzmaun (frf. Bo) und L<d<bonr (Soz.) über ba» „Hüss aerbild- schließt die DtSkusfirn

Le» Rest be» et-tti wirb ohne Debatte erledigt.

Die Resolutionen Grzberger (Zentrum) betreff» Statistik der «esLugniSarbeit, Müller- Meiningen (fte s. 8p.) betreffs Fremdeupoltzek werden angenommen.

Morgen Stut des ReichüschatzamtS.

Sckluß noch 6 Ubr.

% 3»« Lage im Ftuhrzediete. Man wirft ben Bergarbeitern nicht ohne Stund vsr, daß ste Dieifad) leichtfertig und unbesou- neu in be* AnSstanb hineingtkomme«, indem ste sich mehr durch das Geschrei der heißblütigen und ketdeuschafttechen Kollegen, narnemlich der jüngeren, bestimmen laffen, al» durch die Mahn­ungen und Warnungen bedächtiger Führer. Daß sie vielfach llrssche zu Klagen und Be­schwerde habe«, wird wetthtn anerkannt. Luch die Regierung will vffrnstchttich unpartettsch sein und gibt dm Uchettern keineswegs von soruherein unrecht. Durch ihr übereilte», kontrakt­brüchiges Vorgehen und durch Lusschceitusge«, wie sie bereits vetschiedenttlch vorgek»mmen sind, Haden die Arbetter sich allerdings nickt wenig ge­schadet und auch dort a« Sympathie verloren, wo man zugibt, daß fh mavcherlri Grund zu ernsten Beschwerden haben. Zu Gute komm' ihnm da nun wieder Vas selbstherrliche Auftreten der Zechenbefitzer, die auf keine Wünsche höre«, sonder« bloß befehlen wollen, die Vertreter btt Arbeiter nicht anerkennen und schroff behandeln und fich auf Verhandlungen über die Arbette, forderungen grundsätzlich nicht einlaffen wollen. Selbst den Bor stellungen deS von der Regierung entsandtm Ober- berghauptmannS v. Velsen haben sie k in Gehör gegeben. Sie lassen fich auf nichts «in. Die Herren vom Bergbaulichen Vereine find sogar so tugendstolz, daß fie eine amtliche Unterst chang über die Berhällräffe wünschen unb tat voraus daS Ergebnis festftellm zu können glauben, daß Mißstände allgemeimr Natur nicht vorliegen. Nun, die Regierung hat fie beim Worte ge­nommen, rascher vielleicht, als ste erwartet hatten. Gleich am Montag hat fie Vertret«! zur Einleitung dieser Untersuchung in das Kohlen­revier abzefandt. Oberleegrat v. Velsen und bie Übrigen RegiemngSvertreter sollen zunächst bie Arbeiter hören unb ihnen Gelegenheit gebe«, ihre Beschwerden näher darzuleqen. Dann erst sollen fie die zur objektive« FeMelluug deS Tat­bestandes weiter erforderlichen Ermittlungen vor­nehmen. Das läßt doch darauf schließen, daß die Hauplabficht auf bie baldige Beilegung deS Streikes gerichtet ist und eine umständliche, langwierige Untersuchung vermieden werden soll. Er wird zweifellos nicht wenig zur Beruhigung der Gemüter bdttagett, wenn die Arbeiter sehen, daß bie Vertreter deS Ministeriums fich zunächst an fie wmden und bemüh: find, ihre Beschwerden kenne« zu lernen, Jnzwsschen ist leider, dank der ablchnenden Haltung deS bergbaulichen Ver­eins gegenüber den Forderungeu d« Essener Konferenz, der Generalstreik proklamiert worden. Damit hat fich die Lage wesentlich verschlt»mert. Die Stimme der ruhigen Ver nunst, die zum Frieden und Entgegenkomn-en mahnt, wird in diesem Augenblick weniger Ge­hör finden als je. Dennoch hoffen wir, daß der Entschluß der Regierung nicht ohne jegliche gute W-rkung bleiben und die Lage des Kampfes ab« kürzen werde.

W. Weimar, 17.Jan. 1905. Die Groß- Herzogin von Sachsen-Weimar ist heute früh 31/« Uhr gestorben. Großherzogin Karo-

„Wvllt ihr wch verhungern lassen? Znm Teufel schrck- ®rfb. — Rolf/

„Da» ist bie Vergeltung/ sagte Jdalie hart, ver- flummte jedoch, al» sie ben ulten Bat« mit erdfahlem Gesicht in den Sessck zurückstaken sah. Schnell eilte sie hinzu, unb fing ch, in ihren Armen ans.

Mit glanzlosen Augen sah « sie an, unb e» schien, al» rolle eine Träne darin.

„Arme» Kind/ stammelte er, „nun müßt Di, wo Dein Verwögen helfen muß/

Obwohl bee Geheim at abwehrte, schickte Lene zum Arzte unb wnßre sich nicht vor Bangen und Un­geduld zu helfe«, al» dies r üb« Gebühr lange au»- blieb. Wiewohl der halb bewußtlose Zustand ie» alternden Manne» schnell vorübwgmg, so dauerte doch die beumuhigende Haztätigkeit in beängstigen­dem Maße fort.

„Er bringt Schande über un»/ murmelte er, „o daß mein ehrlicher Name auf solch einem Schmach­blatte stehen muß/

Nun kam auch Lene aufgeregt, atemlos zurück.

„Ich habe keinen Arzt zn Hanse getroffen l" be­richtete fie mit fliegendem Atem, „ste find alle bei d« armen Frau Weving, bk plötzlich zum Rasen gekom­men ist. Die halbe Stadt läuft vor dem Hanse zusammen. Man muß fie fortbringe«, ach, die gute, liebe Dame! Da» ist 'mal ein rechte» Kreuz!"

Jdalie hörte diese furchckare Botschaft und fühlte, wie jede» Wort chr eiHalt durch den Körper fuhr, fie war wie «starrt. Ihr erst« Jmpnl» war, davon­zustürzen, aber dann schaute fie auf den hülflofm Mann, bem der nächste Augenblick gefährlich wttden konnte, n»d ste sah ihr H«z z«nffen von diesem dcppelten Schmnz.

Eine W'cke spät« kam endlich bet Han-arzt, der vie betrübenden Nachrichten brachte. Am nächsten Morgen schon sollte sie zur Hellanstalt übnführt werten.

Daraus untersuchte et den Geheimrat und raunte Jdalie zu:

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