Fulda, Montag, den 16. Januar 1905.
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Thyffen Rechnung getragen, sondern steht, wie I eder einigermaßen mit den Verhättmffen Verlaute weiß und auch die «Deutsche Tagesztg.' btlligerweise wissen sollt-, in geradem Gegensätze zu den Wünschen und Interessen dieser Firma. DaS dürfte gut Kennzeichnung dieser überaus böswilligen Insinuation genügen. Wenn die .Deutsche Tagesztg/ behauptet, die Tätigkeit deS Abg. am Z-hnhoff, sein „rücksichtsloses, selbst- herrliches Vorgehen" in der Kanalfrage habe in wellen Kreisen seiner Fraktion»-Genossen Verstimmung hervorgerufen, so bemerken rott nur, daß in der ersten Fraktion«. Sitzung nach der Vertagung des Abgeordnetenhauses, in der über die
Resolution eingrbracht: Den Reichskanzler zu ersuchen: 1. für das Personal der Reichs- Eisenbahnen Zeit und Gelegenheit zum regel- mäßigen Besuche deS Gottesdienstes an Sonn- und Festtagen, mindestens an;edem zweiten Sonntage, zu geben und hierüber allMr- lich in dem Bericht der Verwaltung der Reichs- »isendahnen eingehende Mitteilungen zu makyen; 2. für die Arbelter in den Haupt- und Neben- Werkstätten der Retch-eisenbahnen einen jähr- ltchen Urlaub, steigend mit der Zrhl der Arseitijahre, unter Fortbezug deS Lohnes ernzu-
lich wohl das Parteirntereffe am meisten? Einer wirft eS immer dem andern vor. Vermmlich werden sie um diesen Vorrang noch eine Weile weiter streiten. Im übrigen ist es erfreulich, daß das Leipziger Preß'omllre und der Vorstand so energisch für ihren Redakteur eintreten und ihn gegen die Angriffe der Berliner in Schutz nehmen. Wer eS weiß, wie schwer die R-dak-
teure gerade unter den Angriffen und Kräuknu- gen aus den Reihen der eigenen Parteiaenoffe, zu leiden toben, wird den Leipziger Genoss« seine Anerkennung nicht versagen können, wevr» er auch ihre Anschauungen nicht teilt.
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rLriftltiter-.Zos.vau»
w»ch«nb-ll°g«: „Illustrierte SonirtagsjeiW
führen.
♦ DaS sozialdemokratische Leipziger Preßkomitee, da« »«ttalionskomitee, die Ver- trauenslevte de« > 3. ReichElogswahlkreises und der Vorstand de« sozialdemokratffchrn Wahl- verein« im 13. Wahlkreise veröffentlichen in der .Leipz. Volksztg' eine gewaltige Erklärung, in der sie den Senoffen Mehring gegen daS Urteil de« Parteivorstandes und der Preß kommisfion de« .Vorwärts" in Schutz nehmen. In dieser «ikiämng heißt eS u. a.: „SS soll k-ineSwegS verkannt werden, daß Genosse Meh
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Woöerts Khre.
Erzählung au« der Gegenwart von Alca Ruth.
Hastig entnahm Stolle die Brille drm Futteral und la«:
„Habe Sevntni« von Ihre« Brief geavmmes. Lein zivllisterter Staat wird Sie «ehr in feine Armee oufn-hmen. Berschwenden Die et» keine 34t in unnützm Versuchen und werden Sie etwa« andere«, C Dile«."
Al« Uwe schrist folgte der lauge Titel de» »«- schenfreundliche» General«. '
Klaire zerknitterte da» Papier, warf t« in« Feuer und stochte hinein, al« hätte pe den General fettet in ib^em Herde.
Später kam Jdalie mit geröteten Augen heran« und {ante:
„Ich finde Tante so eigen. 68 ist noch nicht da» letzte Unglück über un«."
Nach Hanfe ging da» Mädchen and preßte hervor:
„Vater, nach Bonn kann ich nicht reifen, dort würde man vielle cht mit Fingern uef er» zeige». W ist olle» wahr, und ich fühle mich elend g'm Sterben.
Der Geheimrat stand mitten in All»«'» und starrte sie an. Eine bange Weile verging. In de» alten Mann riß eine Satte.
„Jdalie", tagte er dnwpf, „mm kann dh nicht mehr unter die Leute gehen."
J-alie gifibtüe den ganzen Tag, wa» zu tun sei, um weitere» Unheil zu verhüten. Denn, Sgarattet wie deijenige Rolf«, unter solchen umptn- den immer mehr zu Grunde ging, w« klar. So schrieb fie normal« an ihn. streng anb »ürnend und teilte den Befehl de« Vater» mit, sofort zmückzu- kehren.
Am anderen Tage sp> ach sie wieder bei ffüke vor, denn fie wollte über den wichtige» Bries westen» wist-n.
Riefte hörte ihren Schritt aus dem Korridor und öffnete die Zimmertür. _ . __
Jdalie mochte i^t ein Zeichen, daß sie sieh «tt
Der Ruhstrat. Prozeß mußte abermals zum großen Teile die Kosten bet heutigen Unterhaltung bestreiten. Einen andern Test bestritt ^er ß 166 des Strafgesetzbuches, deffen Aufhebung bet Staatssekretär nicht in Aussicht stellen konnte, schon weil keine Mehrhell dafür zu erwarten sei. Auch der Pückler ° Prozeß und einige Auseinandersetzungen über den Antisemitismus wüßten die Debatten. Abg. Schmidt- Warbura befürwortete dringend die Aenderung deS § 333 des B. E. B. über die Ersatzpflicht für den durch Tiere angerichteten Schaden, und führte zur Be- I Gründung seiner Forderung einige recht drastische taaunq des Abgeordnetenhauses, tn oet uoer cie Beispiele an. So wird eS wohl nun noch em Kanalfrage verhandelt wurde, bet Vorsitzende paar Tage weiter sehen.
X Dt VartL unter dem lebhaften Beifall der * ImJuterefse der «iseubahubeamteu
Aba Dr. Porsch unter dem lebhaften Beifall der ^ImJuterefse der ^-uoayuoe°»«e» Traktion dem Aba Dr. am Zkhnhoff in den hat die Zentrumspartei im R'tchrtage zum Etat wärmsten Worten Dank und Anerkennung für der Verwaltung der Reichreistnbahn^ seine vorzüglichen Leistungen in der Kommiffion'»-^'''"'"' -i«-»k,racktt. Den Reichek m ausgesprochen hat. Das schließt allerdings nicht aus, daß ein Teil der Fraktion nach wie vor gegen die Kanalvorlage ist, aber von Verstimmung oder Entrüstung der FraktionS - Senoffen gegen den Abg. am Zehnhoff absolut nicht die Rede
sein kann.
* Die Auswanderung über Breme» im Jahre 1904. Die Zahl der im Jahre 1904 über Bremen beförderten Auswanderer (ohne die sonstigen Paffagiere) beträgt 133681, vlieb also hinter der des Vorjahres, in welchem die Auswanderung außergewöhnlich stark war (175320) nicht unerheblich zurück, war aber immerhin noch recht bedeutend. Der Rückgang ist hauptsächlich begründet in der Verminderung der Auswanderung ouS Oesterreich uvd Ungarn, welche von 114814 auf 67885 zurückgegangen ist. Auch die deutsche Auswanderung hat sich gegenübrr dem Vorjahre ziemlich verringert und ist von 16 639 auf 14329 Personen zurückgegangen. Die russische Auswanderung dagegen weist eine starke Steige-
Wanderung von den übrigen Ländern etwas zu- Wendungen die Grenze ^be^Fttnhatdteer rückaeaanarn ist, von 3930 auf 1748. Das im allgemeinen J«terefle der Partrti hätte be- Ha»p?deMmmungkland der Auswanderer sind obachten sollen. Jedoch »ar er natürlich dir Verein,gten Staaten von Amertkr. Letter der ,Leipz. VoikSztg. zurchäristen mäht» im iffatrti ^nhre flbet Bremen 121870 wehr der vom .Vorwärts tn gehässigster Welse brllannien mit 8467. «üdamerik« mit 2384. auch verpfl cht-t. »nnen die AusflMsm
als 7 Sitzungen. Diesmal scheint »an t« ml» »bmhr einer beundlosen Heroueferderung -. bestens auf dieselbe Zahl bringen zu wollen, ob- sm gen worden sind, nur eine ungleich ® schon das Haus bei diesen sich ewig wiederholen- Gefährdung der Partei erb ick«,. al»in bin Reben über immer biefelben Gegenstände Kampf^we,se dieder Vorroärts fell täalick leerer wird. Am SamStag konnte diesem gegen die »Leipz. Milksztg. beobachtet. Wrr vo Emt wieder die ganze lange Sitzung gewidmrt den Führern und Blättern gefährdet nun eigen- Eben denn bie sozialdem'okrattsche Jnterpella.1 tion über den Bergarbeiter-Ausstand wurde von der Tagesordnung abgesetzt, als Staatssekretär Graf P o s a d o ro s k y erklärte, daß der preußische Handrlkminister Möller, der sie beantworten wolle, gegenwärtig im preußischen Abgeordnetenhaus« sein müffe und deshalb erst an einem der nächsten Tage im Reichstage erscheinen könne.
Lange noch, al» der Sngelwirt da« Hav» betloffeu hatte, ging der Gcheimrat mit großen ®dritten im Z mmer ans und ab.
„Da« alle« kann nicht über die Wahrheit hinweg- täuschen," sagte Jdalie, von d.t tiefsten Empörung ergriffen.
„Glaubst Du wirklich daran?" ries ihr Baier erregt, „ei ist «erleumdueg - weiter nicht«. Reise nach Bo« und Du hörst die Wahrheit."
„Nein, Prpa, ick geh« sogleich zu Robert und fordere rückhaltlose Wahrheit."
Sie traf Maire an der Haustüre mit eine« Briefe in der H«d, nach Robert vuffchauend.
„Er ist rin wichtiger Brief |ffie ihn gekommen," sagte fie der Eintretenden, „und ich »arte auf ihn; et ist zum Arzt wegen seiner Mutter. Sehe nur hinein, Du wirst fie oeiänbtrt finden."
Jdalie zog Klaire m die Klicke hinein und erzählte ihr von der Beschuldigung de» Engelwiite«.
„Es ist alle« richtig? bestättgte Klaire, „mir hat der arme Junge olle« gestanden. In seinem Edelmut bat er Sach geschont. Mein Sott, ich zlltere vor Aufregung. Bon diesem Briefe hängt alle« ab. Käme Robert doch, und dann — ich möchte auch richt, daß die arme «ranke so lange allein bleibt, und ich muß den Zange» doch hier absaflen. Sehe hinein, Herrchen, und bezwinge Dich, der atmen Mutter zu Siebe”
Während Jdalie Lhtelrging, schaute Maire weiter nach Robntt au« nrd sah ihn um die Ecke kommen. Sie lief ihm mtt dem Briefe in die halbe Siraße ent- ceant und sagte ihm auch von Jdalie« Anwesenheit
Er erbrach da« Schreiben, da« au« D. von «ramser kam, ind-ffen fttaite ta zitternder Erwartung vor ihm stand und in sei» Geficht sah, da» plötzlich zu Stein erstarrte.
Wortlos reichte et Moire de» Brief und stieg die Treppe zu seiner Stube hinaus.
Deutiches Reich.
Berlin, ben 14. Januar 1905.
» De» verftorbeuerrFürstenAlexander «tt Lippe widmet bet .Reich Sanzetger', tot beim Tode geistig normaler Bundesfürsten manchmal recht schweigsam ist. solgendenNachruse: „Seine Durchlaucht der Fürst Alexander zur Lippe ist gestern nachmittag in Hilgenberg bei Bayreuth sanft entschlafen. Ein schweres Leiden hat ben Heimgegangenen von der Regierung serngehalten und verdindert. baß er der Bevölkerung seines Landes näher treten konnte. Sein Hinscheiden bewegt zu Empfindungen menschlicher Teilnahme an dem schweren Lose, daS ihm zugefallen war. Die Regentschaft Seiner Durchlaucht des Grasen Leopold im Fürstentum Lippe und die zur Ent- scheidnng deS Thronfolgerechts getroffenen Abmachungen und Anordnungen werden durch diesen Todesfall nicht berührt.” — Die .Nsrdd. Allg ata.' bezeichnet die in einzelnen Blättern geäußerte Befürchtung einer Wiederanftollung der lippischrn Trage al« gegenstandslos. „Der Fall, daß vor der Entscheidung de« Reichsgerichts Fürst Alexander abberufen werden könnte, war in den dem Schiedsspruch zu gründe liegenden Abmachungen vorgesehen. Dank der kürzlich getroffenen Regelung der Angelegenhell kann eine neue Berwicklunf für die Entscheidung in der Thronsolgesrage nicht
ihr sprechen uroJte, obre «la-re sagte, ganz qeg n i re Gewohnheit, ihre Umgebung n-chr «tt ihrem Rammet zu beunruhigen, niedergeschlagen:
„Komm' nur betet«, Dolchen, wir können reden, fie ist ganz teilnahmslos."
Erschüttert d, Sagte fich da« MSdch-n an ihr vor- über und sch Robert neben seiner Mutter, die vor stch hinstarrte. _ .
Et erhob fich, nahm Jdalie bei der Hand und führte fie zum Fenster, während Klaire stch zu der Le derben fetzte _ .
„Um SotteSwilliN, Robert", flüsterte Jdottennb ifre Hände zitterten, „war ist mit der armen Taute?
„Der Arzt spricht fich nicht an«. Da» 'st °«ch nicht einmal nötig J-tz weiß tt» Eu e.
®<e sah zu ihm aaf nnb sah den ®ra« tn feine« Gefichte Ihr Herz zog fich zusam«en; fie griff »ach ^"jrfbetf, iS habe doch ein Recht, alle« mtt Dir tu tragen. Ich sehe e» Dir an, der Bries hat Dir neue Enttäuschung gebracht. Willst Du nicht mtt mir darüber iprechen?"
Eie standen dicht beifammea und die traute Nähe döftere st- gegenseitig Sie sprachen den Druck von ihren Hetzen und fühlten fich eine Welle frei, wie erlöst.
Da schreckt fie ein wehere Laut empor, «irre Rlogdöse drangen durch ben Rm«, und fie fallen Klane em die Kranke besorgt. Schnell eilten fie herzu, sahen inbtfftn die Leidende unbeweglich wie immer ! vor fich hirstatren unb leise jamm tu:
„Hob da» Blut floß über »hn her — und « w« doch der Helland — und seine Mutter ^weinte chn. Mütter mtffen iturnt weinen O da« L-id i E» tötrt m.chl Mein a «er Rodert i Sie wurde erregter und Robert mußte fie hatten.
,O, wie ich leibe I' rief fie und kach ta den I Armen Robert» zusammen.
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♦ «i» «verhört beleidigende Ber- »Lchtig««g gestattet sich die fanatisch kanal- fetadttche .Deutsche Tageszeitung gegenüber dem Zentrumsabgeorbrreten am Ze hnhoff. Sie schreibt: In wellen Kreisen hat eine Verstimmung darüber Platz gegriffen, daß ec ben Wünschen eine« nteberrheinifchrn industriellen Großmagnaten, be8 bekannten „Herrschers im Reiche der niederrheinischen Industrie", in weit- gehendem Maße Rechnung getragen und andere, njMfy von seinen FraktionSgenoffen warm empfohlenen Wünsche, die der Thyffenschen „HauS- und GefchLftspoliti!^ zuwidrrllefen, in diplomatischer Weise zum Schweigen gebracht hat. Ob wirklich für die Lipp;-Kanalisierung die Rücksichten auf landwirtschaftliche Jntereffen den Ausschlag gegeben haben, soll jetzt uner- Srtert blechen Aber eS wäre doch wohl der Untersuchung wert, inwieweit der in einer Berliner Wochenschrift erhobene Vorwurf, Herr Dr. am Zednhoff stehe in nahen Brziehungkv zur Thyffenschen HauS- und Geschästtpolitik, den Tatsachen entspricht. (In Abgeordneten- kreisen wird behauptet, Herr Dr. am Zehnhoff sei Justitiar ber Firma Thyffen). Man erinnert sich auch der bekannten anonymen Broschüre: „Weiche Gefahren entstehen (nämlich für das aieoerrheinifch-weftfällsche Industriegebiet) durch den Saar- und Moselkanal?" welche durch Herrn A. Thyffen veranlaßt worden ist. Man «eilt — in Zentrum»kreisen — die Absicht und man wird verstimmt!" Demgegenüber be- merken wir nur zweierlei: 1. DerAbg.Dr. am Zehn- hoff hat, als er seine Tätigkeit in der Kanalfrage übernahm, seine Stellung als Justitiar ber Firma Thyffen ntebergelegt, 2) seine Tätigkeit in ber «analfrage hat nicht ben Wünschen ber F rma
Bus dem Reichstag.
118. Sitzung vom 14. Januar 1905.
GrSffuvng V/« Hör. " _ v
Interpellation Äntt nnb Getroffen (Enz.) bete, den Bergarbeiterstreit tin «nbrrenier. Diefelbe fragt an, welche Maßnahmen ber Reichskanzler er,reifen würbe gegen die »erkbrsttzer im Rnbnenter wegen einer förmlichen Organtfatton behnfS «ertnf»- ertlärung, ferner eine» »ertfeiti, fortgefetzten Re» trattbrn*», sowie be» Nullers der Rohlenwagen der Arbeiter, endlich gegenüber dem Rohlenfynbikat.
PtSfidint Graf «alleftre« richtet an bie Regierung die Anfrage, eb und wann fie die Interpellation in beantworten gedenke.
Staatssekretär Graf PofabowSky erwiderte, der Reichskanzler denke die «efolutton in ben nächsten Tagen durch den tzandelSminister Möller beantwort« zu lasten, weil der HandelSwin fier durch die «tat,- verhandlnngen de» Abgeordnetenhäuser zur Zeit an da» Abgeordnetenhaus geftffelt fei.
Damit ist dieser Gegenstand von der TageSordumtg abtefebt.
68 folgt die Weiterberatung de» »tat» bei Reich»justi,amt» bett» Rapttel „Gehalt bei 6taat»fetretär8.# t _
Adg. etabt^agen (Soz-i führt an», nach ber Absage, die ber Abg. Kirsch beut preußischen Ronhattl» bruchgesetz habe zu teil werben lassen, wäre e» nwc wÜnscheaSa ert, daß da» Zentrum fich in gleicher Weise für die Beseitigung brr einzelstaatlichtn Gkfinbeordrung in» Z-ng legen würbe. Redner polemisiert dam- gegen die Aeußerungen de» Abg. Bu? läge im Falle Ruhstrat und teilte eine Reihe von «in elfSllrn mV, in denen (Befangene in der Strafanstalt Vechta reglementSwidrig
I ungleich behandelt worden seien.
" Staatssekretär Dr. «t.berbing: I» kann dem I Herrn Vorredner nur ernte ein, daß der Reichskanzler jtbe willkürliche und ungleichmäßige «chondlung »em Befangenen auf da» Schärfste »«urteilt, «r hat auch Ermittelungen angestellt, über die Fälle anredttch nn- gleichmäß ger Behandlung, die in der Sri »faust all Vechta vorgekommen fein sollen. Diese Ermittelungen haben ergeben, daß die betr. ZettnngSmittetlnng auf Unmohrheite > ober auf Uebertretbungen beruhte.
Adg «argmewn (ftf vp.) erörtert nochmals den «all Ruhstrat; feine Ausführungen deckt«» stch mit t eneu feine« Fraktion »kollegen Len,wann. -
Avg. Bnrlnge (Z.) weist die «««iffe gegen feine Da'stkllung dkS Falles Ruhstrat zu-vck. Insbesondere wendet er fich gegen die vom Abg. Lenzmann vertret ene Forderung, da» oldenburgische Gericht hätte fich selbst abletntn wüsten, we l die Volke stimmung e» verlangt habe. Redner schließt unter ai-seitig lebhafter Zustimmung seine Ausführungen mit der «emerkun , daß diese rein oldenburgische Angelegerheit schon wehr att nötig die Zeit de» Reichstag» in Anspruch genommen habe.
«bg. Schrader (freif Bpg.) macht dem Reichs. iustizamt den Bonvurf der Xätenloftgleit, weil el wichtige und dringliche Ausgaben »tret wieder auf bie la’ge Bank schiebe undttitt dann für dieAushebung de» 8 166, SotteSlästerungSpa' amaph, ein. Dieter . I Paragraph habe in ber PrexiS bie Wirkung gehabt, daß nicht die evangelische Kirche, die ihn gewünscht hat, sondern die katholische ihre Anklagen gegen Prehsünder auf ib» stktze.
• etaaUfelrtlär Dr. Nieberding »erwab’t stch gegen : ben Ausdruck der ratiostMi de» ReichSfnstizamtt 1 nnb erklärt dann, er könne eine Aktion in Sachen des i § 166 nicht in «ukficht stellen, (8rmo! im Z-ntruw, , unb zwar an» dem einfachen Grunde, weil eine solche i Aktion bei der Z -sammenfetzung de» Hause» doch keine , Auificht auf »ifolg haben «ü'be. (Be fall.)
Abg. Stockmann (Rn.) weist die «lagen de» Ab- > geordneten Z.ff-n über die Rechtsprechung in Nord- 1 schleSwig zurück. ______________________
32. Jahrgang.
I II > I»!!-! 1 LJ____L—
„Herr Geheimrat, Sie tun mir reib, Sir scheinen gar nicht einmal zu wiffen, wie man m Sonn über Ihren saubere» Sohn, der einen Anderen um fein . täglich » Brot gebracht hat, denkt. Na, ich will Ihnen . einmal den Brief vor lesen, ben meine Schw-fier wir schreibt", unb ohne den Einwurf dc» Gcheimrat« zu Chören, daß die» ihn n cht interessiere, sattere er ein Statt auseinander und la«:
„Und roa» e« mit dem Rolf für eine Bewandt- ■i« bat, so kann die ßteftl froh fein, daß fie von ihm le« ist. Hier schwätzt man viel über ihn, wie urtc der Briesträger, bet üsetoll herum der Auswärter ist, erzäh-t. Die Off ziere gucken ihn schon nicht mehr an, weil er seinen Vetter angez-igt hat, weil er fich die Ohrfeige von ihm gefallen läßt, be n obschon die Herren viel auf» Du ll Hal en, neunen fie doch den Verrat be« Reif niederträchtig an) verkehren nicht mehr mit ihm "
Da tag Patte» Hand auf de» Manne» Arm.
„Lesen Sie di se Stelle wieder; mir scheint fie * unfaßbar."
.Klarer kann doch nicht» geschrieben stehen. Ihr ! Mader hat den leibhaftigen Vetter bei der Militär» be ö de zur Anzeig- g bracht, daß er bie Beleidigung schweigend hiugenommen Da» weiß ganz Bonn, aber ich will weiter lesen."
„«ein, Sie lesen nicht weiter!" tief der Geheim- tat aufspringend, und eine Schublade seine« Schreibtische« öffnend, „hier haben Sie da« Geld und verlosten Sie uni!"
Larelgeur Ke eto fpaittß« peittreile ** deren Ban« 15 psg. Reklamen die petit$eile 26 Psg; bei wieder- Holungen wird etttspk. Rabatt gewährt.
Druck und vertag ta ZuldaerActtendrnckerck tn Zulda (tzarmmtie», Lemsprecher Rr. H