Huldaer W Zeitung
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Druck und Verlag bet ZulbaerActienbruckerU in Zulba (’jarmonieX Zernfprecher Ur. i.
32. Jahrgang.
Fulda, Donnerstag, den 12. Januar 1905.
M 9.
* vte Gr-essvekleihMg an Stoffel und Nogi.
Der Kaiser von Rußland und Japan haben die vom Kaiser Wilhelm telegrapht-ch erbetene Zastimmuu ß zur Verletzung d«S OrSenS pour le mirite an die Generäle Stöffel und Nogt sofort selbstverständlich dankend erteilt. Sie drücken sich zwar bedeutend kühler aus, als Kaiser Wilhelm, aber fie versichern doch, daß diese Anerkennung fi« freue. Selbst wenn ihnen di« Sache peinlich gewesen wäre, hätten sie auS Höflichkeit ebensowenig Nein sagen können, wie z B. Prästdent Roosevelt aus das Angebot deS Standbildes Friedrich II, das die dankbaren Amerikaner jetzt bereits in die Lust zu sprengen versucht haben. Wir wollen übrigens gern annehmen, daß dem Zaren und dem Mrkado mit der freudigen Zustimmung Ernst war.
Der Zar ist formell allerdings in eine kleine Verlegenheit gekommen; denn General Stöffel wird wegen der Uebergabe von Port Arthur zunächst vor ein Kriegsgericht gestellt werden, und nun muß Nikolaus II. auf das bewundernde Telegramm des deutschen Kaiser* eine Antwort geben, die dem Urteil des Kriegsgerichts vor- gretft. Sein wenn er die Ordensverleihung gestattet, spricht er doch damit auS, daß der G.ne- lal Lohn und nicht Strafen verdiene, und wenn er erklärt, v. Stöffel habe „bis zum Ende tapfer feine Pfl cht getan-, so kann das Kriegsgericht wohl nicht das Gegenteil erklären. Jndeß ist da* ja nur Formsache. DaS Gericht robb ihn sicher nicht verurteilen.
Im Auswärtigen Amt hat man die Ordensverleihung vermutlich mit etwa* gemischten Gefühlen geschehen laffen. Vielleicht hat man aber insofern sogar einen erheblichen Anteil daran, als man die Verleihung an beide Generale veranlaßt hat, während nach ollem bisherigen nicht unmöglich wäre, daß ursprünglich nur Sröffel dm Orden haben sollte. Dann hätte man sich ein Verdienst erworben, da* beinahe selbst den Orden verdient hätte. So ganz erwünscht war der Schritt des Kaisers wohl kaum. Man darf da* auch daraus schließen, daß die ,Nordd. Allg. Ztg/ sich beeilt, mehrere russische Generale aufzuzählen, die den Orden pour le wärst« während des russisch-türkischen Krieges und nach demselben erhalten. Aber hier greift doch das Wort Platz: Wenn zwei dasselbe tun, ä ist es nicht dasselbe. Wenn der alte Kaiser
Uhelm russischen Generalen Orden verlieh, so war das ein Vorkommnis, da* weit weniger Beachtung fand, al- wenn jetzt fein Enkel ähnliches tut Damals wurden solche Dinge nicht mit dem Drum und Dran in Szene gesetzt wie heute. Man suchte auch damals nicht so viel dahinter, wie heute hinter den überraschenden Handlungen deS deutschen Kaisers. Auch befand sich dadeutsche Reich gegenüber den kriegführenden Parteien und ihren Sönnern in etwas anderer Lage alS heute. Jedenfalls hat damals kein Mensch auS so cken Dingen sich etwa* gemacht während
Woöerts KHre.
Erzählung aus der Gegenwart von «lcu Ruth.
22 ------(Nachdruck verbeten.)
Ein Farbentragender kam auf ihn za und versetzte einen Schlag auf die Schulter. „Na, Othello, so ttefsiunig? Entweder find'* Schulden oder e* ist eine Herzensangelegenheit?"
Bah,' machte Rolf und schüttelte sich.
Der aebere lachte.
„Also find'* Schulden. Donnerwetter, Bruder such», enter nnS gesagt, ich fitze smchtbar in der srmte. Aber der Jähnifch ist ein nobler Kerl, so b ittet, Sie verstehen."
„New, ich verstehe nicht," erwiderte Rolf fast schroff, „meinen GeldeSwert hat er zu niedrig taxiert B Kn Zeusi Ich bin in der Stimmung, eine Katzen- tc de zu heiraten, wen« ich mir dadurch au* dieser verdaunuten Geldangelegenheit herauShelfen kann."
Der awbere legte ihm väterlich die Hand aus die Schulter.
„Reisen Sie einmal in die Weihnachtrserien, Othello, da ist keiner so verdorben, daß ihm nicht etwa* Reelle* unter dem Ehristbaum liegt. Erzählen Äe viel von Prosefior so und so und Magnifizenz die* und da*, machen Sie nebenbei einer «ustne den Hof und ncnaat Sie, wenn Sie eine Schwester haben, diqelbe »tolle* Närrchen, liebe* Mäuschen" und ich wette mit Ihnes um da* Ergebui* eine* ganzen Kommec-nbendS, daß die ägyptischen Fleischtöpfe nicht* gegen ben Reichtum Ihrer Ladung find, den Sie hierbet fiPeppeu."
R»ls zog die Stirne in Falt u.
„Alle Ihre uottrefflichen Ratschläge können Mir nicht helfen, die Hetmrefie ist mir unmöglich gemacht."
Eine beträchtliche Strecke lag die Stadt schon hinter Robert und immer noch"weiter eilte er auf dem schlüpfrigen Schnee dahin. Ländliche Fuhrwerke knarr
st; heute im In- und Auslande zu mehr ober weniger erfreulichen Kommentare« Anlaß geben.
Im Jnlande empfindet man, soweit die Preffe die öffentliche Meinung widerspiegelt, offenbar einiges Unbehagen. Natürlich kann die völlig unparteiische Ordensoerleihuna keine irgendwie bedenklichen Folgen haben. Niemand kann stch gekränkt und gereizt fühlen, denn Ruffen und Japaner fina mit der gleichen Liebenswürdigkeit bedacht worden. Aber man meint doch, ste fei überhaupt nicht nötig ge wesen. Keinem anderen Staat-ober- Haupte ist e* eingefallen, seine Bewunderung für di« in und vor Port Arthur bewiesene Tapferkeit, die stch doch schließlich nur in einer ungeheuren Menschenschlächterei betätigt hat, in Telegrammen und Orden auszusprechen. Alle halten stch zurück, wohl weil fie denken: Mögen doch zunächst der Zar und der Mikado ihren Generalen Orden verleihen, wenn ste fie deffen für würdig halten; uns geht die Sache nichts an; vielleicht nähme man es sogar schief, wenn wir uns einmischen wollten Eine gleiche Zurückhaltung von deutscher Seite wäre allem Anschein noch auch der Mehrheit des deutschen Volke- das Erwünschteste gewesen.
Aber, wie gesagt, üble Folgen kann die Ehrung der Generale auch Nicht haben. Eine politische Wirkung wird sie überhaupt wohl nicht haben. Wenn der Zar fich geschmeichelt und zu Dank verpflichtet fühlen wollte, so würden seine Gesühle durch die Erinnerung an die Auszeichnung Nogis gedämpft werden, und umgekehrt wäre eS mit dem Mikado. Zar und Mikado kö.tuten eS uns allerdings auch Übel nehmen, daß der andere Teil ebenso geehrt worden ist wie fie und fie nicht allein die Ehre genießen, aber so kleinlich werden fie augefichtS einer gut gemeinten Freundlichkeit doch nicht sein wollen.
Die ausländische Presse, die alles zur Verdächtigung Deutschlands benutzt, wird vielleicht auch hier ihre Kunst versuchen, allein es wird schwierig fein, die Handlung des Kaisers in einer uns nachteiligen Weise zu deuteln. Die Ordensverleihung ist eben zu harmlos in ihrer Unparteilichkeit. Aber, daß wieder gespottet werden wird, ist mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. Wahrscheinlich gibt eS im Jnlsnde Leute, die die Sache gern im Reichstage besprochen und bekrittelt sähen. DaS wird aber nicht gut möglich fein. Den Reichskanzler kann man nicht interpellieren, denn für Ordensverleihungen, die ein freier Akt der Krone find, ist er nicht versutworillch. Aus demselben Grunde würde wohl auch der Prästdent eine längere und abfällige Besprechung nicht zulassen. Der „Fall" gibt mal wieder ein paar Tage Stoff für politische und unpolitische Erörterungen, aber bald wird er vergessen sein, wie so manches, was für de« Augen- blick Aufsehen erregt, aber keine politischen Spuren hinterläßt.
Deufiches Reich.
Berlin, den 11. Januar 1905.
* Eine Gottänschnng hat der neue preußtscke Etat den Katholiken gebrecht, indem für ktrchltche Zwecke nicht die gering fie Erhöhung vorgesehen ist. Währens den Protestanten zur teilweisen Ablösung der Stolgebüsren 1,500 000 Mark vergütet werd n und im vergangenen Jahre die Briträge der protestantischen Pfarrer zum Witwen- vnd WaisenfondS auf den Etat übernommen find (d e AuSgc.be deS Staate* für diesen Zweck be- ttägt für 1905 nicht weniger als 1,926.239 M), ist sie katholiiche Kirche röllig leer ansgeaangen. Vergebens Haden, w:s die ,®erm.' hervorhebt, die Vertreter be* Zentrums bei der letzten ®ta;S« beralung darauf aufmerksam gemacht, daß fie zwar einer Urbrrnahme der evangelischen Pfarrer- reliktenbeürätze auf den Staat nicht widersprechen wollten, daß ste aber fich der Erwartung hin- gäben, der Smat werde auf die Bedürfnisse der katholischen Kirche gleidberroeife Rücksicht nehmen wir uns die Protestanten. Speziell wurde hin- le wiesen auf die gänzlich unzureichende Besoldung deS Klerus an den Domkirchen, der Beamten der BiStumSverwaltungrn und der Hilf-geistlichen (Kapläne, Vikare ufro.) All' diese so dringend notwrulizen Verbeffermgen find seitens der Regierung unberückstchtigt geblieben. Bor wie nach steht also da- Gehalt eines DowmkirS auf 900 Mark, das eines Domherrn auf 2400 M., wie die bulle de salate animarum vom Jahre 1821 (!) es bestimmt. Die Kcpläne- erhalten in den meisten Fällen noch viel weniger. Und doch befinden fich unter ihnen zahlreiche Geistlich-, welche 10 bi- 20 Jahre im Amte find. Entspricht ein solcher Zustand der Billigkeit? Die evangelischen Pastoren erlangen wenige Jahre nach der Ordination ei» selbständige- geistliches Amt und treten somit in den Genuß des staatlicher seits normierten Mindestgehalte-, die katholischen ÄaplSne dagegen, welche in manchen Diözesen Jahrzehnte hindurch HüfSgeistliche bleiben, erhalten vom Staate nicht einen Pfennig Zuschuß, mag ihr Einkommen auch noch so gering sein. DaS find unhaltbare Zustände und man darf erwarten, daß bei der Etatsberatung diese Miß- verhSltniffe unter die schärfste Beleuchtung genommen werden.
—* Oberst Lent wein wird fich gegen Ende dieser Woche an die Reviera begeben, um dort eine sechswöchige elektrische resp. Wafferkur gegen sein ® einleiben zu gebrauchen. Er beab» stchtigt, nach seiner Wiederherstellung von neuem seinen Dienst Dem Staate zur Verfügung zu stellen. Wie dem ,Berl. Lok. Avz.' zufolge verlautet, wird er noch vor seiner Abreise nach dem Süden vom Kaiser empfangen werden.
Der Gvuogelische Bund macht bekannt, wo man fich in Berlin und Umgegend zum Beitritt melden könne. Der »Reichsbote' erinnert den Bund aus diesem Anlaffe wieder daran, daß
er doch nicht lediglich gegen Rom und den Ultra- montanismuS, sondern auch geg»n de« Unglaube» Front machen müffe, wenn er etwas zur Stärkung der evangelischen Kirche tun wolle. Das Pastorenblatt redet natürlich, wie schon so oft, gaaj umsonst. Trotzd-m bleibt es dem Bunde gewogen, weil schließlich doch auch ihm der Kampf gegen „Stom" über alle- geht.
§ Der russische Botschafter in Berlin, von der Osteu-Uacken, steht im Begriff, aus dem diplomatischen Dienste a Szuscheiden. Die Ursache dieses Entschluffes ist in erster Lmir in dem hohen Alter des Botschafters zu suchen. Als Nachfolger wird neben anderen der derzeitige Gesandte in Stuttgart, Baron Andrea- Budberg genannt, der in Berlin av- seiner langjährigen Wirksamkeit als Sekretär und Bot- schastSrat bekannt ist. Baron Budberg ist Deutsch- nffe und mit der Fürstin Marie Kumchew vermählt. Ehe er n-ck Stuttgart kam, war er Ministerrefident in Wim ar.
* Weitere Verluste in Deutsch-Süd- westafriku. Aus Windhuk wird amtlich telegraphiert: Bei dem Gefechte in Skamprie^ sontein am NeujahrStage wurden verwundet: Hguptmann Alfred Krüger, früher im Husaren- regiment Rr. 12, Leunant Walter Trenk- Magdeburg, früher im Kadettenhaus zu Potsdam. — In den Gefechten vom 2., 3. und 4. Januar bei Großradas find gefallen: Major Freiherr v. Nauendorf, ftüher beim Feldartillerie-Regiment Nr. 11, Leutnant Oberdeck, früher beim Feldartillerie-Regiment Nr. 47 (Fulda), Leutnant o. Vollard-Bockel- berg, ftüher beim Ulanenregiment Nr. 10, Leutnant der Reserve Berginspeklor Semper und 15 Mann. Verwundet: Oberleutnant Reinhard Lauteschläger, ftüher beim Feld- artillerie-Regiment Nr. 51, Leutnant v. Kleist, ftüher beim- Grenadier-Regiment Nr. 9, Leutnant Adolf Donner, früher beim bayerischen Infanterie Regiment Nr. 9, Leutnant v. Neu- dronner, früher beim Dragoner Regiment Rr. 26, Leutnant und KriegSfrÄwMger Heldig; ferner 45 Manu. Nach einem Telegramm de- SeneralS v. Trotha folgt die Mannschafts- Verlustliste baldmöglichst: eine Verzögerung ist nicht vermeidbar, da Opera tiousbasiL-Telegramme und dringliche Anordnungen bezüglich der Verpflegung und Munition die Signallinie stark überlasten. An TyphuS find gestorben: Sanitätsunteroffizier Pleuger, früher beim Infanterie Regiment Nr. 113, am 6. Januar im Sajarett Orjimdinde.
Bus dem Reichstag.
115. Sitzung vorn 11. Januar 1905.
»röffnnng IV« Uhr. _ _
Tagesordnung: Zweite Beratung de* Etat* und
»mar zunächst Etat de* Reichtage*.
Der Etat wird dedattelo* bewilligt.
SS folgt der Mat de* Reichsjustizamt*, liegt vor eine Resolution Dr. Müller- «gen (fr. 83p.):
ten an ihm vorüber und fanfen in die tiefen Wegrtnuen ein. Nebenan schritt der bäuerliche Führer, rief feine störrische« Tiere in der derben FahrmannSsprache an und knallte mU der Peitsche. Robert beneidete ihn um seine Genügsamkeit, nm feinen Frieden. Was sollte au* ihm werden? Wa* kosnte ein Mann noch erringen, der schon in der Hälfte eine* Menschenleben* stand? Vorbei war alle*, wa* ihn an» Leben fesselte. Seine Mutter, Jdalie l Er schrie ihren Namen ht die stille Winterlandschaft hinan* und biß die Zähne aus einander vor seeltschem Schmerz.
So eilte er planlos dahin, bi* der Abend allmählich hereinbrach und er ruhiger wurde. Er kehrte zurück und schlich in feine Wohnung hinein, er wollte da* Zasammentreffm nit seinem Burschen vermeiden Morgen sollte dieser alle* wisse« - nur heute noch Ruhe haben, nach Fassung ringen.
Im Zimmer war e* dunkel und kall und er fror. Die Uebermüdung überwältigte ihn, er legte die Uniform ab, und warf stch auf* Bett. Zom weiteren Denken war er unfähig; um ihn, in ihm stürmte e* wirr umher. Er schloß die Augen und verfiel In Schlaf.
Ein Trompetenstoß weckte ihn am frühen Morgen. Sht Paukenschlag I und dann rauschende Mnfik!
Er fuhr empor, wlld, zerfahren! Unter feinem Fenster zog mit klingendem Spiel eine Abteilung seine* Regiment* zur Feldübung an». Die ganze fuuhtbare Wahrhett drang wieder auf ihn ein, sein Herz zog fich schmerzhaft zusammen. Mit beiden Händen griff er in* Haar und verbarg fein Gesicht in den Kissen.
8. Kapitel.
Am Weihnacht »bäum.
In vorgerückter Abendstunde lausen durch die schneeoedeckten Straßen Wlckmstor'* noch einige Spätlinge. die i« den saft awrverka fiten Läden in dem durchstöberten Reste von Weehuachttsache« da* in letzter S unde noch Fehlende auSsnchen.
8* ist ja WSH«acht»vorabend! An* dem Geheim» ratthau* trat 2tue hinter Jdalie heran» «nd bemühte
ruschung wehr. Ich denke, er schneit un» heute abend schon in» Hau*."
„Da» vorige Jahr kam er erst de» andern Tage» mittag». Du weißt, e» gibt unter ben Herren Offizieren immer noch etwa* zu feiern."
©t- begann nun doch die Kerzen aufznstecken und ließ fich von der Zu'chauenden die Lücken, wo Lichter an den Zweigen fehlten, kenntlich machen. Ein Gedanke schoß ihr dabei durch den Sinn und ste gab ihm freudigen Ausdruck:
„Tante, e» ist etwa» so gewiß in mir, daß ich» greife« kann. Ich sehe Robert mit Rolf kommenl Weihnachten ist da» Fest de» Frieden* und et w« un» durch diese Ueberraschnng zur Rührung und Freude bewegen. Er ist so edel und großherzig, bafi ich mir nur diesen AuSaang einer abscheulichen Geschichte denken kann. Und bann haben wir auch den Grund für sein hartnäckige» Schweigen. Schau, Liebste, wie alle» so einfach ist." Sie ging zu der Leidenden, legte den Arn, um deren Schul«« und iühie fi-. ,
Ein erzwungene», wehe* Lächeln lag um Frau Weding» Mwb. „Die Jugend steht rostger al» bat kümmerliche Atter."
Da schleppte Klaire einen umwickelten Gegenstand herein.
„Der „Geheime" hat bie»mal meine vollste Achtung, obschon wir un» bisher nicht leiden mochten." — Sie nahm die Hülle vom Gegenstand und setzte ihn feierlich vor Fran Weding hin.
„Mn Rauchtisch", ries diese ganz entzückt. „Für Rvbttt?"
„Ich glaube nicht, daß et für mich ist", meinte Klaire, „in unseren! Hause raucht in Rodert» Ab- wesendeil nur du Oien " , „
„Hob wißt ihr, wie da» fich ztttrug?" mffchte fich Jdalie strahlenden Blick-* ein. „Robert* Werbebrief hat Papa so vorzüglich gesellen. Mr kennt mein* Robert» Stl, kurz und klar, »etter keine Versprechungen, aber die derbe Wahrheit mit ritterlichem Freimut. Ick war unbändig stolz auf ihn."
(Fortsetzung folgt.)
stch mit der Last ihrer Pakete mit ber eiligen Jdalie Schritt zu halten.
Sie gingen auf den verschneiten Pfad eine» kleinen Borgärichen» bi» zu Frau Weding* HSuSchen und klingelten leise. Kia re steckte de» grauen Kopf durchs Korridorfenster und flüsterte:
„Ah, Ihr seid'»?"
Die Türe ward geöffnet und Jdalie st-ckte Klaire zwei Pakete zu.
„Da» find Ueberraschnngen für Tante. Du kannst fie unversehens» auf den Tisch legen, während ich Tante in ein Gespräch ziehe."
Matte nickte und sprach laut, indem fie die Zimmer- türe öff ete:
Rur herein Dolchen, einen Augenblick, Lene, wir wollen erst den Schnee von den Päckchen schütteln. Da» weicht durch. 6» find noch keine «erzen asfge- steckt, Dolchen, da* könntest Du wohl besorgen."
„Ich warte auf Dich, Klaire, erst muß ich ein wenig mit Tantchen sprechen", und fie fetzte stch auf da» Fußbänkchen neben der Kranken Rollstuhl, „e» ist mir so weihnachtlich zu Mute, Tante. Wein erste» Christfest al» Braut! Ich habe gar nicht gewußt, daß ich so weich und träumerisch sei» könnte."
„Hoffst Du noch auf sein Kommen?* fragte die Leidende, de» Mädchen» Hand liebt send.
Ob ich'* hoffe? Ich erwarte t» bestimmt. ®r wird doch feine «raut nicht allein Weihnachten feiern ^°„«ch wenn diese» Bangen dock von mir weichen wollte "
„Tantchen, da verstehe ick Dich nicht. Glaubst Du Deinem Sohne nicht mehr?" Da» Telegramm ist so bestimmt abgefaßt, daß ich keinen Zweifel in fdn Wort setze. „S» wird nicht geschehen. Daran klammere ich mich."
„Du hast Recht, Sind, ich will auch nicht mehr zweifeln. SS wäre da« erste Mal, daß er »ort- brüchig geworden Aber darnach schriet et nicht mehr."
„Dann wäre ftin Kemme« eben leise lieber